Das Spiel auf der USS Victory ist eingestellt.
Vorläufige Auswertung vom 05.01.2009

Dies ist eine Zusammenfassung der seit der letzten Auswertung bis zum o. g. Datum verschickten Züge. Es ist sozusagen eine Auswertung in Rohform, die sich bis zur Fertigstellung noch verändern kann.


Trelka V, Rebellenquartier

"Eine größere Anzahl Sternenflottler ist gerade vor dem Höhleneingang materialisiert.", erklang Verjas Stimme über Com. Er befand sich in der Zentrale und hielt Porem auf dem Laufenden. Sie ihrerseits warf Cobat nur einen kurzen dringlichen Blick zu und beiden war klar, dass sie so schnell arbeiten mussten, wie es die Präzision erlaubte.

Praktischerweise hatten sie die Geisel bereits zu Beginn der arbeiten ins Reich der Träume geschickt, so konnten sie beide jetzt ungestört hantieren - ihre Hände tanzten fast über den Körper der jungen Ensign, so gut waren sie eingespielt.


Runabout Pachamama

An Bord des Runabouts wurden fragende Blicke ausgetauscht. Drei hoch motivierte Techniker, aber eben nur Techniker und Unteroffiziere, und ein Ensign der das Schiff steuerte befanden sich an Bord. Alleine schon die nahezu perfekte Bedienung der Sensoren und wissenschaftlichen Anzeigen grenzte an ein Wunder und fand seinen Grund nur in der technischen Grundlage der Arbeit. Doch das bedienen der Waffen war etwas ganz anderes. Darwin flog das Shuttle, er fiel aus. Morani und Shi'raq würden es sicher machen, doch Dave war ihr Teamleiter und seufzte. "Aye." bestätigte er den Befehl Pattersons und rief sich die taktischen Bedienfelder auf.

Es dauerte, bis er starke Energiesignaturen gefunden hatte, die zu Stromerzeugern gehören konnten, dann richtete er die Phaser darauf aus, aufgrund des Umbaus für den technischen Einsatz war dies die einzige Waffe, aber es würde sicher reichen. Dave legte seinen Finger auf den Auslöser und wartete auf den Schussbefehl.


Deck 7, Krankenstation

Mit sanften Nachdruck legte Lexi Goodchild die Hand auf die gesunde Schulter und drückte ihn wieder in Richtung der Liege. "Hinlegen.", wiederholte sie und sah Goodchild diesmal direkt an. "Bei Ihrer Hartnäckigkeit von hier zu verschwinden könnte man ja fast denken, Sie seien Arzt und kein Sicherheitsoffizier.", versuchte Lexi die Situation etwas aufzulockern. "Sie haben nicht nur eine Unterarmfraktur, Sie haben durch Ihren Sturz auch eine Gehirnerschütterung davon getragen. Sie mögen sich jetzt vielleicht gut fühlen, aber das kommt nur durch die Medikamente", erklärte Lexi und machte eine kurze Pause.

"Ich weiß leider nicht, wo Ihr Kommunikator abgeblieben ist. Entweder er ist bei der restlichen Ausrüstung, die Sie getragen haben und wurde entfernt, weil er stören würde, oder aber Sie haben Ihn am Unglücksort verloren.", begann sie ihre Erklärung. "Was die Lage angeht: Soweit ich das mitbekommen habe, hat Lt. Patterson die Leitung der Sicherheitstruppen auf Trelka übernommen, jedenfalls kamen die letzten Anweisungen für die Außenteams und die Sicherheit von ihr. Außerdem sind dort unten genug Sicherheitsoffiziere, die sich um die Beruhigung der Sachlage kümmern, da wäre wohl Ihnen am wenigsten geholfen, wenn Sie Ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Wenn man Sie braucht, werden Sie sicherlich gerufen und dann können Sie auch mit der einen oder anderen Einschränkung gerne gehen, aber nur dann."

Wieder machte Lexi eine Pause. "Es ist auf jeden Fall schon mal erfreulich, dass Sie sich an die Geschehnisse erinnern, das zeigt, dass die Gehirnerschütterung nicht so schlimm ist, spätestens morgen sollten Sie Ihrem gewohnten Tagesablauf nachgehen können.", setzte Lexi freundlicher nach. "Erinnern Sie sich auch daran, wer mit Ihnen in dem Shuttle war?"

Trevor blieb nichts anderes übrig, als vor dieser geballten medizinischen Macht zu kapitulieren. Obwohl es dem Slowaken äußerst schwer fiel, gab er keinen Laut des Widerspruchs von sich, während er es sich wieder komplett auf der Liege bequem machte.

Als der Sicherheitler vernahm, dass Patterson die Lage im Griff hatte, kamen sehr gemischte Gefühle hoch. Er haderte mit den Schwächen, die er gezeigt hatte. Er konnte sich zwar nicht an alle Einzelheiten der Geschehnisse auf dem Planeten erinnern, doch tief im Innern wusste der Europäer, dass er schlimm versagt haben musste, sonst wäre das alles nicht passiert.

Während er sich im Stummen bereits überlegte, dem Captain vorzuschlagen, Mila an die Position des vorübergehenden Chefs der Sicherheitsabteilung zu stellen, redete Haris weiter auf ihn ein. Das letzte, was Trevor mitbekam, war das Wort "Shuttle".

"Oh, ähm.... warum fragen Sie das? Ich weiß nur, dass es einfach viel zu viele Personen waren. Ich konnte den Überblick nicht bewahren und es kam zu Fehlern.", seufzte Trevor.

Verlegenheitsröte stieg im blassen Gesicht der jungen Ärztin auf. "Ich...", begann Lexi verunsicherter als man es ihr noch vor einem Augenblick hätte zugetraut, "... ich." Lexi stoppte. Wirklich den wahren Grund wollte sie ihm nicht auf die Nase binden, vielleicht wars auch nur eine Sicherheitlerin, die Anna auf die Entfernung ähnlich sah. "Ich wollte Sie nur ein wenig ablenken", sagte sie schließlich. "Und ich dachte, ich hätte dort jemanden erkannt, aber das ist nicht so wichtig.", murmelte sie, bevor sie einen erneuten Scan durchführte. Vielleicht würde Goodchild ihr ja die Antwort auf die Frage geben, die ihr unter den Nägeln brannte, vielleicht auch nicht, dann würde sie weiter bangen müssen, bis die Zeit ausreichte um selbst die Antwort rauszufinden.

"Ist Ihnen irgendwie übel, schwindlig oder fühlen Sie sich sonst irgendwie aufgrund Ihrer Verletzungen unwohl?"

"Nein, mir geht es gut.", beantwortete Trevor die Frage der Medizinerin zögerlich, bevor er sich erneut aufsetzte. Stirnrunzelnd betrachtete der Terraner die behandelnde Ärztin, registrierte ihre Gesichtsröte, konnte aber nicht sofort etwas damit anfangen. "Jedoch habe ich das Gefühl, dass Sie ... hm, dass irgendetwas hier nicht stimmt, und ich glaube nicht, dass es meine Werte sind, die Sie so pflichtbewußt, fast pingelig begutachten."

Gerade, als er die letzten Worte ausgesprochen hatte, wusste Goodchild bereits, dass er sich zu weit hinausgelehnt hatte. Er senkte verlegen seinen Blick und begab sich wieder in die Horizontale. "Vergessen Sie, was ich gesagt habe. Ich werde jetzt meinen Mund halten und warten, bis Sie mir grünes Licht geben, die Abteilung der Kranken zu verlassen. Ich werde ganz brav sein.", meinte Trevor

Lexi seufzte. "Schon in Ordnung. Es stimmt ja irgendwo auch, dass es nicht Ihre Werte sind, die mich beunruhigen", begann sie zögerlich. "Ich hab mir nur meinen Dienstantritt nach ... gestern etwas anders vorgestellt. Weniger turbulent."

Lexi warf einen erneuten Blick auf die Werte des Mannes. Die Fraktur war soweit behandelt, gegen noch mögliche Schmerzen hatte er ein Schmerzmittel erhalten. Gegen die Gehirnerschütterung gab Lexi ihm auch noch ein Präparat und nickte schließlich. "Also wenn Sie nicht gleich wieder in die Arbeit stürzen, da hätte ich nämlich was dagegen, sofern es nicht wirklich unvermeidbar ist, den Arm noch etwas schonen und her kommen, sobald Sie sich schlechter fühlen kann ich Sie in Ihr Quartier entlassen. Ich schätze, man wird Ihren Bericht erwarten, aber mehr Arbeit sollten Sie sich heute wirklich nicht zu muten, Dr. Miller hat Ihnen ein beeinträchtigendes Mittel zur Schmerzlinderung verabreicht und ich würde es begrüßen, wenn Sie die erschöpfende Nebenwirkung entsprechend nutzen um sich auszuruhen, nachdem Sie einen möglichen Bericht erstellt haben. Erholung ist noch die beste Medizin bei der Gehirnerschütterung und Ihren Arm sollten Sie auch bis wenigstens morgen früh noch schonen."

Lexi sah den Mann ernst an. "Wenn Sie mir versprechen, sich daran zu halten, können Sie gehen, sonst weise ich Ihnen eines unserer Einzelzimmer zu, in denen Sie sich erholen können."

Sie wurde sich bewusst, dass sie genauso agierte wie Knight tagszuvor, sie wollte nur das Beste für ihre Patienten, aber es fiel ihr unheimlich schwer sich einzugestehen, dass Knight in ihrem Fall genauso Recht hatte. Sie wollte es ihm einfach beweisen, besonders nachdem Shyla das Vertrauen in sie setzte, dass sie es schaffen würde. "Ich hoffe, dass wir nicht mehr all zu viele Verletzte zu versorgen haben nach diesem Anschlag."

Noch bevor Lexi ihre Ausführungen beendet hatte, war Trevor flüchtig und stand nun schon vor der Tür, welche ihn aus der Station entlassen würde. "Ich verspreche es, Ma'am", erwiderte der Slowake knapp. Doch er konnte noch nicht gehen.

Sein Blick wanderte durch die Abteilung und ruhte dann auf dem Gesicht der Ärztin. 'So viele Liegen vakant... ich war doch der einzige Verletzte. Ob ich damit falsch lag?' schoss es dem Sicherheitler durch den Kopf. Doch Haris wollte er damit jetzt nicht belästigen, das würde der Computer schon für ihn erledigen.

"Ähm. Wenn ich Ihnen bei Ihrem .... Problem helfen kann? Ich stehe zur Verfügung. Sie können sich jederzeit an mich wenden. Und vielen Dank für die Behandlung." Trevor nickte Lexi zu und verschwand dann in Richtung Korridor.

"Danke für das Angebot", antwortete Lexi noch mit einem verhaltenen Lächeln, aber sie wusste nicht, ob Goodchild ihre Antwort noch mitbekommen hatte.


Deck 5, Quartier Goodchild

Auf seinem Zimmer angekommen, setzte sich Goodchild zunächst in einen der bequemen Sessel, um das aufkeimende Schwindelgefühl zu bekämpfen. "Ho, das war gar nicht gelogen, mit der Warnung.", murmelte Trevor überrascht. "Computer, die letzten Logeinträge, Trelka betreffend, abrufen." Es dauerte etwa 10 Minuten, dann war der Sicherheitler im Bilde. Nyberg wurde entführt und ist immer noch in fremder Gewalt.... Erschrocken blieb Trevor zunächst in seinem Sessel sitzen, unfähig, etwas zu sagen oder zu tun. Wie sollte er jetzt reagieren? Es trieb ihn dazu, seine Hilfe anzubieten.

Obwohl er Haris ein Versprechen gegeben hatte, musste Trevor zumindest den aktuellsten Stand der Suche erfahren.

"Goodchild an Lt. Patterson, bitte verzeihen Sie, wenn ich Sie störe, aber ich sorge mich um Ensign Nybergs Verbleib. Dafür werden Sie sicher Verständnis haben. Wie ist die aktuelle Lage?"


Trelka V, Standort Notunterkünfte

"Pachamama - Feuer.", war Milas erster Befehl, und wenig später erschütterten die Explosionen der zerstörten die Umgebung. Mit einem Handzeichen gab sie das Signal zum Sturm der Höhle.


Runabout Pachamama

Seine Hand lag bereits seit Sekunden nur Millimeter über der Schaltfläche auf die sich seine Fingerspitzen nun absenkten und die Pachamama unter der Energieentladung aufbebte. Sie schoss alles, was sie hatte auf die Energieerzeuger und erzeugte sicher einen nicht zu vernachlässigenden Kollateralschaden.


Trelka V, Rebellenquartier

Plötzlich war ein dumpfer Laut zu hören, das Licht flackerte und leuchtete wieder auf, begleitet von dem rauen Grollen der anspringenden Notstromaggregate. "Wir müssen raus hier.", zischte Porem und fingerte etwas aus ihrer Tasche. "Programmierung beendet.", vermeldete Cobat, zog das Datenkabel ab und stellte sich dann zu Porem. Diese begutachtete noch einmal ihr Werk und aktivierte dann den Notfalltransport - in weiser Voraussicht hatte sie bereits zu Beginn dieser Mission dafür gesorgt, dass diese Energie auch in Notfällen zur Verfügung stehen würde. Sie und Cobat würden an einer Stelle materialisieren, an der bereits unauffällige Kleidung für sie bereit lag und von wo sie sich unter die Siedler mischen konnten, während die Sternenflotte die Mine stürmen würde. Verja würde eventuell auch diese Möglichkeit nutzen, um Skitja und den Rest machte sie sich keine Sorgen, es gab genug Zellen der Rebellion in der größeren Gegend, die sie wahrscheinlich mit offenen Armen empfangen würden.

Schnell war die Basis eingenommen, und der Trupp hatte einige Gefangene gemacht - doch keiner von denen machte irgendwie den Eindruck, das Kommando inne zu haben.

"Tja, die Anführer haben sich in Luft aufgelöst.", meinte einer der Wächter und hatte wohl nicht ganz so unrecht. "Allerdings. Die hatten ein Notstrom-Aggregat, das angesprungen ist, nachdem die Pachamama ihre Treffer gelandet - und ihre Bauernopfer zurückgelassen. Schaffen Sie die Gefangenen auf die Victory für ein Verhör. Durchsuchen Sie sie aber gründlich. Ich will nicht, dass einer von ihnen auch nur die Gelegenheit für einen Heldentod erhält.", erwiderte Mila und sah sich weiter in der Höhle um.

"Lieutenant!", hallte es aus einer soeben geöffneten Zelle, "Wir haben Nyberg gefunden - die Spoonheads haben aber eine ganz fiese Gemeinheit zurückgelassen."

Zurück in Zelle war nur eine bewusstlose Sterneflottenoffizierin geblieben, um deren Körper eine Sprengstoffweste gewickelt war. Auf der Vorderseite blinkte ein Countdown und die Zündelektronik war mit all den netten Kleinigkeiten garniert, die das Lager noch hergegeben hatte, wie Annäherungssensoren, die den Countdown von etwa einer halben Minute auslösen würden, ein Sensor, der explizit an Nybergs Lebenszeichen gekoppelt war, und bei Trennung von der Weste die Zündung auslösen würde, sowie ein Remat-Detonator, der dafür sorgen würde, dass beim Rematerialisierungsvorgang die Bombe ebenfalls hochging. Die Komponenten waren alle nicht die neuesten und das eine oder andere Kabel war vielleicht schon einmal zwischen die Zähne einer Ratte geraten und insgesamt war alles recht dubioser Herkunft.

"Bei allen Raumgeistern... irgendwo musste der Haken sein.", meinte Mila, nachdem sie das Werk der Cardassianer begutachtet hatte, "Lösen der Bombe ist nicht, denn sie ist an den Puls Nybergs gekoppelt, und wenn wir sie an Bord beamen, zerlegt sie den Transporterraum." Ihr Blick fiel auf den Countdown, der bereits auf 25 stand und noch weiter herunter tickte. Rasch riss sie ihren Kommunikator ab und heftete ihn auf Nyberg.

>> "Goodchild an Lt. Patterson, bitte verzeihen Sie, wenn ich Sie störe, aber ich sorge mich um Ensign Nybergs Verbleib. Dafür werden Sie sicher Verständnis haben. Wie ist die aktuelle Lage?" <<

"Tut mir leid, Mr. Goodchild, aber ich muss Sie jetzt aus der Leitung werfen, weil wir meinen Kommunikator brauchen, um Nyberg an Bord zu beamen. Patterson Ende.", erwiderte Mila etwas ungehalten ob dieser Unterbrechung und beendete die Verbindung, denn im Transporterraum benötigte man das Kommunikatorsignal zum Erfassen der jungen Frau. Einen 'besseren' Moment hatte sich der Slovake nicht aussuchen können, aber woher sollte dieser wissen, dass das Team gerade dabei war, die Rebellenbasis auseinander zu nehmen? Doch immerhin konnte sich der Slovake ein Bild machen, wo Nyberg derzeit war, und dass sie bald in Sicherheit war.

--- Deck 5, Quartier Goodchild

"Äh, ich...", doch da war die Verbindung zu Patterson schon gekappt. Tausend Gedanken wirbelten in Trevors Kopf hin und her. Der Slowake wußte nicht recht, was er davon halten sollte. Nyberg war gerettet - zumindest gefunden worden. Das war eine gute Nachricht. Doch wie mochte es ihr gehen? Der Sicherheitler fühlte sich nach wie vor für die Geschehnisse auf Trelka V verantwortlich und er würde zur Rechenschaft gezogen werden - all das war Goodchild klar.


Trelka V, Rebellenquartier

"Patterson an Victory, erfassen Sie mein Kommunikatorsignal und holen Sie Nyberg in den Musterpuffer. Rematerialisieren Sie sie jetzt noch NICHT, sie trägt eine Bombe mit einem Remat-Zünder.", befahl sie dem Schiff. Eine andere Möglichkeit hatten sie nicht, denn innerhalb einer halben Minute konnte sie unmöglich das Kabelgewirr der Cardassianer entheddern. Doch mit Nyberg im Transporterpuffer gewannen sie Zeit. "Kontaktieren Sie Perel. Ich brauche ihn im Transporterraum.", wies sie einen der Sicherheitswächter an.


Trelka V - Sammelpunkt der Techniker

Nachdem Dan seine Leute gesammelt hatte, erreichte ihn der Kom-Ruf eines Sicherheitswächters. "Was ist überhaupt los?", wollte er wissen. "Wir haben Ensign Nyberg im Musterpuffer - Sie haben die ehrenvolle Aufgabe, eine Bomben-Jacke zu extrahieren. Eine andere Chance haben wir nicht, denn unsere 'Freunde' haben einen Remat-Zünder verbaut.", kam Milas Stimme aus dem Kommunikator.

"Ich bin gleich auf der Victory.", erwiderte Dan und beendete die Verbindung.


Runabout Pachamama

Der Kommunikationskanal zu den stürmenden Truppen blieb geöffnet, und man hörte von der Flucht der Anführer. Dave sah sich alle Anzeigen an. Aber unter der starken Energieentladung des Beschusses waren keine Transportersignaturen auszumachen. Und mittlerweile saßen sie sicher bettelnd zwischen den Siedlern.

"Gehen wir wieder auf Patrouillen Kurs." beschloss Ensign Darwin und steuerte das Shuttle um größtmögliche Präsenz am Himmel zu zeigen. Man bereitete sich auf weitere Einsätze vor.


Deck 1, Brücke

Was Patterson da durchgab, ließ Yates das Blut in den Adern gefrieren. Er stürmte zur OPS Konsole um dem Lieutenant auf die Finger zu schauen der von hier den Transport einleitete. "Ortung funktioniert, Transport wird gestartet .... Zwischenspeicherung ... Sie ist drin." Das ganze hatte einige Sekunden gedauert, war aber offensichtlich schnell genug gelaufen.

"Aktivieren Sie sofort den ständigen Diagnosemodus des Transporters und geben Sie ihm maximale Energie- und Computerpriorität. Das Signal wird sich sonst nach 420 Sekunden anfangen zu zersetzen." Sein Befehl wurde ausgeführt.

"Nummer Eins ... gehen Sie in den Transporterraum und beaufsichtigen Sie die Arbeit. Ich werde den Rest von hier machen." Er sah ihr hinterher.

"Victory bestätigt gelungenen Transfer von Ensign Nyberg in den Musterpuffer.", quittierte er den Befehl von Patterson.

"Wir erwarten Sie unverzüglich an Bord!" Dann schloss er den Kanal und lies an einen neuen an alle Truppen auf dem Planeten öffnen. "USS Victory an alle Einheiten auf Trelka V - Mission abgeschlossen, alle Maßnahmen zurücknehmen, unverzüglicher Rückzug auf das Schiff. Victory Ende."

Über sein Datenpadd schickte er zudem eine Textnachricht an die Liato: 'Rettungsmission beendet, verlassen den Planeten, haben Gefangene aus der Terrorzelle an Bord, Anführer sind entkommen, bitten Sie um Aufklärung und Gefangennahme der Drahtzieher auf Trelka V.'

Auf den Sensoren waren mittlerweile die Rettungsschiffe der Cardassianer zu sehen. Es würde unter der Zivilbevölkerung keine Opfer geben, da war er sich sicher. James verließ die Brücke mit dem Ziel Transporterraum.


Deck 6, Transporterraum 1

Dan war kurz nach Mila im Transporterraum und hatte den Transportertechniker zur Seite geschoben, um sich das anzusehen, was im Transporterpuffer lag. Die Cardassianer hatten in der Tat ein heilloses Durcheinander geschaffen, so dass der Bajoraner sich erst mal entschieden hatte, mit einer Simulation zu arbeiten. Zuerst versuchte er, den Kabelsalat zu analysieren, gab jedoch ebenso bald auf, wie Mila zuvor auf der Oberfläche.

"Lieutenant, es wäre besser, wenn Sie eine Decke organisieren. Ich werde jetzt für den Rematerialisierungs-Prozess alles ausblenden, was nicht Nyberg ist.", kündigte Dan sein Vorhaben an und rief die letzten Scans aus der Datenbank der Krankenstation ab. Dank Haris' letzter Untersuchungen waren die Daten auf den letzten Stand gebracht worden. Schnell waren die groben Umrisse gefunden, die der Bajoraner weiter verwenden konnte. Mila stand derweil mit einer Decke bereit und wartete auf das Signal des jungen Chefingenieurs.

"Also gut...", murmelte Dan und sah kurz von der Konsole auf, "Ich rematerialisiere JETZT.", informierte er die Anwesenden und betätigte die entsprechenden Regler. Ein paar Fetzen der Uniform und der Unterkleidung sowie Milas Kommunikator lagen auf dem Körper der nun materialisierten jungen Operations-Offizierin, und schnell eilte Mila hin, um sie in die wärmende Decke zu hüllen - und auch, um ihren Kommunikator wieder anzustecken...

James war den Gang entlang gerannt und atmete tief ein bevor er vor die Tür trat und die gleiche auseinander glitt. Er sah Perel an der Transporterkonsole stehen, den Blick auf die Plattform fixiert. Patterson strich eine Decke über ihren Körper glatt und an ihrer Seite kniete auch Deirdra. Er ging in den Raum während Izami ihren Kommunikator betätigte "Wo bleibt das Ersthelferteam?", fragte sie, jedoch nicht in einem so dringlichen Tonfall, der ernsteres zu erwarten lies. James trat neben Perel. "Es ist also alles glatt gelaufen?"

"Wie man's nimmt. Für eine Entschärfung der Bombe im Musterpuffer war die Zeit zu knapp, so dass ich alles ausblenden musste, das nicht zu Nyberg selbst gehört. Lediglich einige Fetzen der Uniform und Pattersons Kommunikator konnte ich zusätzlich zu Nyberg selbst noch retten.", antwortete Dan.

Die Türen zum Transporterraum öffneten sich erneut und 2 Frauen und ein junger Mann in blauen Uniformen stürmte hinein. "Entschuldigen Sie, aber die von der Oberfläche zurück kommenden Mannschaften verstopfen die Gänge." Sie drängten sogleich Izami und Patterson zurück und untersuchten Nyberg. Ihre Augen tasteten die Anzeige des Tricorders ab. Sie murmelten unverständliche Namen von Medikamenten und Fachausdrücken und ein Hypospray nach dem anderen wurde gefüllt und an ihren Hals gehalten von wo aus sich die Mittel blitzschnell in dem geschwächten Organismus ausbreiteten. "Wie ist ihr Zustand?" fragte Deirdra leise. Eine der Frauen sah auf, wieder ab und stand langsam auf. "Ihr Zustand scheint stabil, auf den ersten Blick zumindest. Wir werden Sie aber einige Tage untersuchen und aufpäppeln müssen. Sie fällt mindestens eine Woche für den Dienst aus."

"Die Gesundheit geht vor.", antwortete Deidra prompt. Wer wusste schon was der jungen Offizierin auf der Oberfläche wiederfahren war. "Bitte isolieren Sie sie so gut wie möglich." merkte sie trotzdem an. Während die Mediziner Nyberg auf die Trage legten ging Izami zu Perel und Yates hinüber.

"Und?" fragte James als sich Deirdra zu ihnen stellte. "Auf den ersten Blick scheint sie stabil." James schnaufte ungläubig. "Sie wurde verhört ... Drogen sind da noch das sanfteste was Cardassianer kennen. Wer weiß welchen Substanzen oder Methoden Sie ausgesetzt war. Wir müssen ihr umfangreiche medizinische und psychologische Betreuung zusprechen."

Er sah zu Deirdra. "Auf unbestimmte Zeit werden wir Sie vom Dienst freistellen." Und dachte zu sich selbst ergänzend. 'Sie könnte ein Sicherheitsrisiko sein ... wie auch immer das aussehen mag.' Er war sich sicher, dass etwas nicht stimmte. Aber was, das wusste er noch nicht. Zu Perel, Patterson und Izami gewandt beraumte James eine Besprechung an.

"Wir treffen uns bitte so schnell als möglich auf Deck 1 um die Situation Revue passieren zu lassen und weitere Schritte zu diskutieren. Sie haben bis dahin sicher alle zutun." James selbst gedachte sich an der Kommando zu wenden. Diese Situation drohte aus dem Ruder zu laufen und er spürte wie er den Überblick verlor. Kurz bevor ihm diese Mission über den Kopf gewachsen war, war es ihm durch Glück gelungen alles noch zu retten, aber das würde nicht ewig gelingen. Der Commander verließ den Transporterraum.

"Zum Beispiel ein Shuttle von der Oberfläche holen. Chief, stellen Sie den Transporter auf die Koordinaten der Sedna ein. Mr. Perel, ich wäre froh, wenn Sie das Shuttle begutachten würden.", wies Mila an, und beide angesprochene nickten...


Trelka V - Shuttle Sedna

Wenig später waren Mila und Dan in der Sedna materialisiert und begannen, das Schiff zu reaktivieren. Alles in allem hatte das kleine Shuttle keine Schäden durch die Explosion erlitten, die einen Raumflug verhinderten. "Na gut, die Maschinen laufen an, wir können gleich los.", verkündete Dan und bedeutete Mila, an der Navigationskonsole Platz zu nehmen, während er sich um die Technik der Sedna kümmerte.

Rasch erhob sich das Shuttle, um sich auf den Weg zurück zu seinem Mutterschiff zu machen...


Deck 6, Krankenstation

Annas Geist war immer noch in eine dicke Schicht Watte gehüllt und das war auch gut so gewesen. Alleine die Vorstellung, mehr oder weniger nackt auf der Transporterplattform zu erscheinen hätte schon genügt, sie vor Scham in Ohnmacht fallen zu lassen oder alternativ sie knallrot anlaufen, aus dem Raum stürmen zu lassen und sich für drei Tage im Quartier einzuschließen.

Erst in der Krankenstation begann wieder ihre bewusste Wahrnehmung. Noch bevor sie ihre Augen öffnete, spürte sie, dass sich etwas verändert hatte: ihre Unterlage war nicht mehr hart und feucht, sondern weich, warm und trocken. Sie spürte sanfte Berührungen, hörte murmelnde Stimmen, untermalt von einem leisen Piepen. Etwas kühles presste sich an ihren Hals und sie schlug die Augen auf. Etwas in ihr rebellierte, sie wusste nicht genau warum, aber urplötzlich wollte sie weg von hier.

Sie blinzelte mehrmals krampfhaft, bis sich ihre Sicht soweit geklärt hatte, dass sie nicht nur unscharfe Umrisse wahrnahm. Jemand beugte sich über sie, eine Frau in einer blauen Uniform. Sie legte ihre Hände jetzt auf Annas Schultern. "Ensign Nyberg, hören Sie mich?", fragte sie sanft. "Sie sind wieder auf der Victory, in Sicherheit. Bleiben Sie ganz entspannt liegen, wir sind gleich fertig."

Doch an Entspannung konnte Anna im Moment nicht denken. Ihr Herz pochte auf einmal, dass das Blut in ihren Ohren nur so rauschte und im Drang, aufzuspringen und hinauszurennen, wollte sie sich aufrichten, aber spürte, wie die Frau sie wieder zurück auf die Liege drücken wollte.

"Legen Sie sich wieder hin, beruhigen Sie sich doch.", versuchte sie Anna etwas zu besänftigen und ihr Blick wanderte zu einem Hypospray auf der Ablage neben dem Bett, das der Pfleger, der ihr assistierte, eben auch in die Hand nahm.

Anna war diesem Blick gefolgt und ihre Augen weiteten sich vor Furcht. "Lexi.", flüsterte sie das erste Wort, das ihrem verwirrten Verstand angesichts von blauen Uniformen und einer Krankenstation in den Kopf kam. "Leeexiiiiii!", brüllte sie dann noch einmal aus voller Kehle und versuchte sich, dem Griff der Frau zu entziehen.

Die Ärztin versuchte vergebens Anna wieder zum Liegen zu bewegen. Der Pfleger ergriff die Chance eines Augenblickes, das Hypospray an Annas Oberarm zu drücken und die geringe Dosis Beruhigungsmittel zu injizieren, die ihrem Körper noch zugemutet werden konnte. "Holen Sie Dr. Haris!", zischte ihm die Ärztin dann zu. "Sofort!" Woraufhin er noch mit dem Hypospray in der Hand aus der Tür stürzte.

Lexi war gerade dabei, die letzten Anweisungen und Anordnungen für Goodchild einzutragen, als sie einen lauten Schrei aus einem der Einzelzimmer hörte. Ihre Augen weiteten sich und sie versuchte im ersten Augenblick die Stimme zuzuordnen.

'Anna!' schoss es ihr durch den Kopf und sie rannte die Rampe rauf, so schnell sie konnte und versuchte auszumachen, aus welchem Raum der schrei gekommen war, ein auf sie zu tretender Pfleger machte ihr das ganze leichter. "Dr. Haris, Sie werden gebraucht, Ensign Nyberg läßt sich nicht beruhigen und all zu viel wollen wir ihrem Organismus auch nicht zumuten." Lexis Blick fiel auf das Hypospray in der Hand des Pflegers. "Was ist passiert?" fragte sie und beschleunigte ihre Schritte in den Raum, aus dem der Pfleger gekommen war und ging auf das Patientenbett zu und schob die behandelnde Ärztin etwas unsanft bei Seite.

"Anna.", versuchte sie Anna mit Fassung und Ruhe anzusprechen, aber ihr Kiefer bebte, als sie Anna blasser als sonst auf dem Bett liegen sah und sie hatte Mühe das Zittern aus ihren Händen zu verbannen. Sie waren doch gar nicht so lange auf dem Planeten gewesen oder hatte sie dort unten durch die unterschwellige Panik jedes Zeitgefühl verloren? Was hatte man Anna in der Zeit da unten angetan? "Ich bin hier, alles wird wieder gut.", redete sie ruhig auf Anna ein und griff nach Annas Händen. Dann wandte sie sich zu dem Pfleger um. "Was ist passiert? Wie sehen die bisherigen Analysen ihres Blutes aus? Und warum hat mir keiner bescheid gesagt?!" Ohne auf die Antwort zu warten suchte sie wieder Annas Blick und hoffte, dass Anna sich etwas beruhigen würde.

Anna kannte das Gesicht, dass sich gerade über sie beugte. Sein Anblick ließ sie ruhiger werden. Ihr Körper schien ihrem verwirrten Verstand mitteilen zu wollen, dass man dieser Frau vertrauen konnte. Sie erinnerte sich auch daran, dass sie wusste warum, aber im Moment tat das Beruhigungsmittel ein übriges, sie einfach nur müde und denkfaul zu machen. Mit einer Mischung aus Stöhnen und Seufzen ließ sie ihren Kopf zurück auf das Kissen fallen und schloss die Augen, in der Hoffnung, dass das Karussel in ihrem Kopf sich bald langsamer drehen würde.

Der Pfleger nutzte die Gunst der Stunde, Dr. Haris ein PADD mit den Analysewerten zu zeigen. "Die Blutanalyse ist äußerst chaotisch. Mehrere Werte sind außerhalb der normalen - das heißt für Ensign Nyberg normalen - Bereiche. Außerdem haben wir mindestens 8 verschiedene Substanzen gefunden.", er zeigte auf die detaillierte Aufschlüsselung mit den Ergänzungen aus der medizinischen Datenbank. "Zu zweien haben wir ein Gegenmittel, drei sind bekannt, aber auf die Schnelle nicht neutralisierbar und zu dreien gibt es schlichtweg keine Informationen. Sie sind der Föderation vielleicht in der chemischen Struktur, aber nicht in ihren Auswirkungen bekannt." Die Frage, warum Dr. Haris niemand bescheid gesagt hatte, ließ er erst einmal unbeantwortet, er wusste nicht, was er darauf antworten hätte sollen. Darum konnte sich nachher die Ärztin kümmern, die die Erstbehandlung vorgenommen hatte.


Deck 7, Krankenstation

Die gleißenden Deckenleuchte über der Krankenliege brachte den cardassianischen Gul allmählich wieder in das Reich der Wachen zurück. Sein Schädel dröhnte so als hätte er mit Mujata zu sehr gefeiert gehabt, jedoch zeugten die Blutspuren in seinem Gesicht von einer anderen Ursache.

Sein linker Unterarm zeigte zahlreiche Brandblasen und Wunden und auch seine Uniform hatte weitaus bessere Tage erlebt. Was war passiert? Telmar überlegte kurz. Sie waren auf der Oberfläche gewesen und hatten die Hilfsmaßnahmen begonnen als plötzlich diesen Knall gab. "Verdammte Rebellen!" murmelte er und richtete sich langsam auf. 2 Untersuchungen durch eine Krankenschwester lies er noch über sich ergehen, bevor er sich aufraffte und Richtung Ausgang stolperte.


Korridore

Immernoch benommen tippte er auf seinen Kommunikator: "Gul Telmar an Liato. Mujata." "Gul Telmar, sie leben!" erklang die Stimme des jungen Gul, "Wir nahmen schon an, Sie seien unter den Todesopfern." "Ich habe vor, wieder nach Cardassia rehabilitiert zurückzukehren, Mujata" schnaufte Telmar mehr mit schwächelnder Stimme, als der eigentlich von ihm gewünschten Schärfe, während er durch die Korridore humpelte. "Und von diesem Ziel hält mich auch kein feiger Bombenanschlag ab. Wie ist der Status auf dem Planeten?"

"Ich habe alle zur Verfügung stehenden bewaffneten Leute hinuntergeschickt, sowie alles zu entbehrende medizinische Personal. Yates hat seine Leute zurück auf die Victory berufen. Allerdings haben sie, laut ersten Meldungen, die Hilfsgüter und Teile der medizinischen Ausrüstung zurückgelassen. Offensichtlich hat ihn der Anschlag etwas aus der Ruhe gebracht."

"Ein Anschlag war zu erwarten gewesen.", brummte Telmar, "Ich hatte nur nicht damit gerechnet dass es so schnell passiert."

"Das war offensichtlich eine sehr spontane Aktion. Sonst hätten sich die Rebellen gründlicher vorbereitet und auch versteckt.", konstatierte der junge Gul, "Sonst hätten Yates' Leute nicht einige Rebellen festnehmen können. Es sind jedoch keine Führungspersonen darunter."

"Immerhin ein Anfang. Halten Sie mich auf dem laufenden Mujata!" Damit schloss der Cardassianer den Kanal und nahm Kurs auf den nächsten Turbolift, der ihn in den Arrestzellenbereich bringen sollte. "Gul Telmar an Yates." Ein lautes Räuspern gefolgt von einem Keuchen unterbrach seinen Ruf: "Ich bitte schnellstmöglich um ein Treffen zur Erörterung der Lage. Wir müssen die Gefangenen schnellstmöglich zum Reden bringen. Andernfalls wird die Victory zur Schieß-Tontaube der Rebellen."


Deck 6, Krankenstation

Erleichtert schloss Lexi kurz ihre Augen als Anna sich wieder hinlegte und ruhiger atmete. Sie löste eine Hand aus Annas und strich ihr ein paar vereinzelte Haare aus dem Gesicht.

Sie wandte sich langsam zu dem Pfleger um, der ihr das PADD rüberreichte und studierte die Werte. "Erst einmal keine weitere Medikation für Miss Nyberg, wir sollten ihren Organismus nicht noch mehr Stoffe zum Verarbeiten geben", seufzte Lexi. "Setzen Sie sich mit diesem Tel.... Telnar... Telmar oder wie der heißt in Verbindung, er soll Ihnen Informationen über die Mittel geben, wenn nicht er, wer sollte uns sonst helfen können, wir müssen das Zeug so schnell wie möglich aus ihrem Blut bekommen." Sie sah die Ärztin und den Pfleger an, wandte dann den Blick wieder kurz zu Anna. "Wenn er sich weigert, wenden Sie sich an Commander", Lexi überlegte kurz, sie hatte zwar schon zwei Mal mit dem neuen Ersten Offizier gesprochen, aber der Name hatte sich noch nicht gesetzt, "Izami oder gar Commander Yates in Verbindung, wenn er sich weigert zu helfen."

Bru nickte. Er war nicht unbedingt erpicht darauf, den Verbindungsoffizier um Informationen an zu betteln, aber mit der Führungsriege im Hintergrund als potentielle Unterstützung fühlte es sich wesentlich besser an. Da kam dann doch die Neugier zum Vorschein. "Vielleicht sollte die Wissenschaft ebenfalls herangezogen werden.", schlug er vor. "Falls wir nicht das gewünschte erfahren.", schob er schnell nach.

"Hm... ja, ist vielleicht gar keine so schlechte Idee", antwortete Lexi nach einer kurzen Überlegung. Sie warf einen Blick auf Anna und löste schließlich widerwillig ihre Hand aus der ihren. "Schaffen Sie das noch nach dem Gespräch mit dem Gul?"

Flüchtig warf sie einen Blick auf Annas Lebensfunktionen.

Bru nickte und machte sich auf zur nächsten Konsole. "Computer, lokalisiere Gul Telmar." Bru meinte, ihn vorher noch in der Krankenstation gesehen zu haben, aber vergewisserte lieber noch einmal. "Gul Telmar befindet sich in Turbolift 3-31.", kam auch die prompte Antwort, so dass Titox seinen Kommunikator berührte. "Krankenstation an Gul Telmar, Titox hier. Gul, ich muss sie dringend sprechen. Wir benötigen Auskünfte über mehrere vermutlich medizinische Substanzen cardassianischen Ursprungs. Das Leben von Ensign Nyberg steht auf dem Spiel."

Titox sah von seiner Konsole hinüber zu Haris. "Ich warte noch darauf, dass sich der Gul meldet." Er berührte seine Kommunikator erneut. "Krankenstation, Titox an ...", er musste kurz überlegen, wer denn jetzt die Wissenschaft leitete, da hatte es doch erst eine Veränderung gegeben. ".. Lieutenant Mohan. Wir benötigen Hilfe bei der Identifizierung mehrer unbekannter Substanzen, die sich im Organismus eines Crewmitglieds befinden. Können Sie uns helfen?"


Deck 5, Quartier Goodchild

Trevor hatte lange gewartet, ehe er es nicht mehr in seinem Quartier aushielt. Der emotionale Teil seines Jobs überwog und er musste sich jetzt nach Anna erkundigen. So stand der Europäer auf und wollte sein Quartier schon verlassen, als ihn ein seltsames Gefühl aufhielt. Er sollte zunächst eine Komverbindung zur Krankenstation herstellen, um sicherzustellen, dass Nyberg wirklich dort war. Schließlich wollte Trevor vermeiden, ein weiteres Mal bei wichtigen Vorgängen zu stören.

"Goodchild an Dr. Haris. Ist Ensign Nyberg bei Ihnen auf der Krankenstation? Wenn ja, wie steht es um sie? Kann ich rasch vorbeikommen? Es wäre mir sehr wichtig."


Deck 6, Krankenstation

Ein leises Tappen der Fingerkuppen von Lexi war auf dem kleinen Computer zu hören. Lexi wälzte alles, was sie in der Datenbank über Blutbereinigung finden konnte. Wirklich hilfreich war es nicht, zumal ihre Gedanken immer wieder abzudriften schienen. Immer wieder blickte sie zu Anna rüber und war froh, dass sie zur Zeit ruhig war.

Wäre sie doch bloß der ersten Eingebung gefolgt und zu der Unglücksstelle gelaufen, vielleicht würde Anna dann jetzt nicht dort auf dem Bett liegen und sie mussten verzweifelt darum kämpfen die Mittel aus ihrem Kreislauf zu bekommen. Jetzt war sie sich sicher, dass es Anna gewesen war, die sie da gesehen hatte. Sie stand auf und ging zum Biobett, strich Anna vorsichtig über die Wange. Sie hatte vor ihrer Recherche auch dafür gesorgt das Anna einen der Patientenkittel übergezogen bekommen hatte. Es wäre ihr sicherlich nicht recht gewesen nur in eine Decke eingehüllt vor größtenteils Unbekannten liegend.

Vom Kommruf unterbrochen sah Lexi gerade aus. "Haris hier. Miss Nyberg ist hier, ihr Zustand ist für den Augenblick stabil, allerdings ist sie nicht wirklich ansprechbar. Sobald das der Fall ist kann ich sie gerne fragen, ob Sie sie besuchen können und ich werde sie dann gerne benachrichtigen."


Deck 5, Quartier Goodchild

Damit mußte sich Trevor zunächst zufrieden geben. "Verstanden, Doktor. Ich wäre Ihnen tatsächlich sehr verbunden, wenn Sie mir umgehend Bescheid geben könnten, sollte sich Annas äh Nybergs Zustand verändern. Goodchild Ende."

Immer noch ein wenig irritiert runzelte Lexi die Stirn über Goodchilds Bitte. Wieso sollte sie ihm Auskunft geben? Sie fühlte sich, wäre sie nicht selbst Ärztin nicht einmal selbst auskunftsberechtigt. Hatte man sie...? Ihre Gedanken wurden von einem leisen Signal unterbrochen, ihre Suchanfrage hatte zu einem weiteren Ergebnis geführt.

"Haris an Technik. Wäre es möglich mit Hilfe des Transporters unbekannte Substanzen aus dem Blut eines Patienten zu filtern? Was würden Sie dafür benötigen und wie lange würde das dauern?" startete sie unvermittelt einen Versuch. Fragen kostete nichts.


Hauptmaschinenraum

"Maschinenraum, Chief Watson hier", nahm der Brite den Ruf entgegen, "Prinzipiell ist es möglich, doch wenn Sie herausfinden, welche Substanzen genau rausgebeamt werden sollen, wäre das besser. Im anderen Fall müssten wir Ihren Patienten in den Musterpuffer packen und den Musterpuffer vorher so modifizieren, damit die Zerfallsrate gesenkt wird und wir dadurch mehr Zeit für Analysen hätten. Am Besten, ich schicke Ihnen zwei Techniker hoch, die sich um die Details kümmern sollten", schlug er vor.


Deck 6, Krankenstation

Lexi blickte zu Anna, dann weiter zu Titox. "Ja, in Ordnung, wir sind dran.", erwiderte sie knapp und überlegte. Sie hatte das angeleiert, es war in ihren Augen jedenfalls nicht falsch mehrere Möglichkeiten so schnell als möglich offen zu halten.


Hauptmaschinenraum

"In Ordnung - meine Leute sind unterwegs.", versprach Watson und trennte die Verbindung. Bowman sollte inzwischen mit der Pachamama gelandet sein, und bisher hatte er sich bei Sonderaufgaben gut angestellt. "Watson an Bowman, Dave, schnapp Dir einen Transportertechniker und melde Dich auf der Krankenstation. Dr. Haris will mit Hilfe des Transporters einige fremde Substanzen aus einem Patienten beamen lassen.", gab er schließlich an den jüngeren Techniker durch.


Deck 9, Shuttlehanger

Reichlich irritiert sag Dave zu Morani und Shi'raq. Die drei waren noch dabei die Pachamama nach der Landung, die erst wenige Minuten her war auszuräumen und wieder auf fit zu machen. "Ja gut ... Sorry Jungs, ihr werdet wohl ohne mich weiter machen müssen."

Bowman tippte seinen Kommunikator an. "Verstanden, mache mich auf den Weg zur Krankenstation." Ein paar schnelle Handgriffe und Dave hatte sein Handwerkszeug in seinem Koffer verstaut. Allerhand technisches Werkzeug welches man fast nie benötigte - aber irgendwann sicher. Und das was da in der Krankenstation passieren sollte, das hörte sich schon sehr außergewöhnlich an.

"CPO Bowman an Transporterraum 2." "Hier PO Slizard. Sir?" "Ist der TR 1 besetzt?" fragte Dave während er auf den Turbolift zusteuerte. "Ja Sir." gab die offenbar noch junge und nun verwirrte Technikerin zurück. "Dann laden Sie alle medizinischen und wissenschaftlichen Protokolle und setzen den Status des TR2 auf Wartung. Legen Sie anschließend die Kontrollen in die Krankenstation und kommen Sie runter. Alles verstanden?" instruierte Dave.

"Ähm ... ja Sir ... ich denke schon. Worum geht es?" "Unsere Mediziner wollen irgendwelche Experimente mit dem Transporter machen und wir werden Sie unterstützen." "Okay, ich bin so gut wie da."

Die Turbolifttüren schlossen sich und transportierten Dave zwei Decks höher zum Haupteingang der Krankenstation.


Korridore

"Hier Gul Telmar ich bin gerade auf dem Weg zur Konferenz mit dem Captain, Wie kann ich Ihnen behilflich sein?"


Deck 6, Krankenstation

Titox stutzte kurz, aber wiederholte seine Frage dann doch, immerhin war der Gul unterwegs und hatte vielleicht nicht alles deutlich gehört. "In Ensigns Nybergs Blut haben wir verschiedene Substanzen cardassianischen Ursprungs gefunden, die in unseren Datenbanken nicht nachgewiesen sind. Wenn ich Ihnen die chemischen Formeln gebe, könnten Sie dann veranlassen, dass wir Informationen über Wirkung und Neutralisierung der Substanzen bekommen?"


Korridore

"Das sollte kein Problem sein." antwortete der Cardassianer, "Ich werde die Liato informieren. Senden Sie die Formeln direkt hinüber. Man wird sich darum kümmern. Benötigen Sie sonst noch Beistand in irgendeiner Form?"


Deck 6, Krankenstation

Titox sah einen Moment zu Haris, aber die schien gerade recht beschäftigt. "Ich.. ich denke nicht, Sir.", antwortete er dann. "Vielen Dank.", schob er dann noch schnell nach, bevor er wieder zu Haris trat, um zur Stelle zu sein, sollte sie Hilfe benötigen. "Soll ich zur Liato Kontakt aufnehmen, oder machen Sie das lieber persönlich?", fragte er die Ärztin und hoffte, dass sie letzteres wählen würde.

Lexi blickte zu Titox und überlegte für einen Moment. "Ich werde die Liato kontakten", antwortete sie mit einem leichten Seufzen. "Haben wir alle Daten konzentriert vorliegen, welche die Liato benötigt?" Bru nickte.

"Na schön. Wenn die beiden Techniker hier eintreffen geben Sie denen die Formeln ebenfalls, ich möchte lieber eine Möglichkeit mehr zur Verfügung haben, als eine zu wenig.", erwiderte Lexi und strich sich kurz die Haare mit den Händen nach hinten. "Was ist mit der Wissenschaft?"

Dave wartete ein, zwei Minuten vor der Tür bis PO Slizard angelaufen kam. "Entschuldigen Sie, Sir. Aber das laden der Protokolle hat etwas gedauert. Der TR2 ist verriegelt und die Kontrollen können wir uns sicher in eins der Labore der KS holen."

Dave nickte nur. Er hatte lange Zeit mit Transportern verbracht und kannte ihre Leistung und Anpassbarkeit. "Dann mal los." Die beiden betraten die Krankenstation Seite an Seite.

"Doc? CPO Bowman und PO Slizard von der Technik - wie können wir helfen?"

Kaum das Lexi ihre Worte beendet hatte hörte sie Bowman. "Mister Titox, Sie kümmern sich um die Techniker. Geben Sie denen alles, was sie für eine Aussage brauchen, ob die Entfernung der Substanzen über den Transporter aus Miss Nybergs Blut gefahrlos möglich ist", gab sie als Anweisung und wandte sich dann dem Bett zu.

"Ich bin gleich wieder da, Anna", flüsterte Lexi ihr kurz zu, strich ihr noch über den Arm und suchte dann das nächstgelegene Terminal auf, mit dem sie den Kontakt zur Liato aufbauen konnte. Aus Annas Akte hatte sie ohne irgendwelche persönlichen Informationen die Formeln kopiert. Sie atmete noch mal tief durch und öffnete schließlich den Kanal. Sie hoffte, dass Telmar inzwischen das Schiff verständigt hatte. "Lt. Lexi Haris von der Victory an Liato. Ich hab hier die nötigen Formeln für die von uns gewünschten Informationen."

"In Ordnung, Doktor.", Bru nickte und war auch schon bei den beiden Technikern. "Welche Angaben benötigen Sie genau?", erkundigte er sich dann. "Wir haben die Strukturformeln der Substanzen, genügt Ihnen das?"

Er sah sich schnell nach einem PADD um, auf dem er die Daten aufrufen konnte. Sein Blick streifte dabei die Patientin. Für einen Napeaner hatte er recht geringe empathische Fähigkeiten, doch auch wenn sie ihm nur eine bessere Ahnung von der Gefühlswelt einer anderen Person verschafften, so half es ihm doch bei seiner Arbeit. Und gerade in diesem Moment merkte er, dass Ens. Nyberg zwar verwirrt und aufgewühlt, aber friedlich war. Sie schien zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um auf ihre Umgebung reagieren zu können. Lediglich als Dr. Haris sie berührt und zu ihr gesprochen hatte, schien sie für einen Moment zur Ruhe zu kommen. Wahrscheinlich waren die Gerüchte über Dr. Haris und Ens. Nybergs Beziehung zueinander die reine Wahrheit.

Von all diesen Gedanken merkten die beiden Techniker natürlich nichts, denn inzwischen hatte Bru ihnen ein PADD mit Daten zu allen 8 Substanzen gereicht - die drei, die ihnen am meisten Sorgen machten, waren deutlich hervorgehoben.

Während Lexi ihre Worte sprach rief sie sich in einer verkleinerten Darstellung auf dem Display Annas Lebensfunktionen auf. Es war ihr nicht wohl dabei Anna alleine zu lassen, sie hoffte, dass ihre Worte gewirkt hatten, aber nach den bekannten Mitteln war sie sich da nicht so sicher, ob Anna ihre Worte registriert hatte. Sie war sich nicht mal sicher, ob Anna ihre Anwesenheit wirklich bewusst wahr nahm.

Dave nahm das PADD von dem Pfleger entgegen. Er schein in Gedanken verloren zu sein. Der medizinische Zustand schien wirklich ernst zu sein, wenn man betrachtete welche Mühen hier vollzogen wurden. 'Ein Wissenschaftler der uns die Substanzen genauer isolieren könnte wär jetzt toll.' dachte Dave und gab das PADD nach einem kurzen Blick darauf weiter an Slizard, der die Transporter der Victory etwas besser kannte als er selbst.

Slizard sah sich das PADD an und legte die Stirn in Falten. "Das kriegen wir höchstens auf molekularer Ebene raus, wenn sich die Stoffe nicht gar schon aufgelöst haben und in die Zellen gegangen sind - dann hilft gar nur die atomare Ebene."

Bowman nickte bedächtig. "Das heißt, dass Sie eine längere Zeit im Musterpuffer aushalten muss ... und ihr Zustand sieht nicht aus, als ob Sie das aushalten würde." merkte der Techniker an. "Klar" pflichtete der Transporter Chief ihm bei "das ist die Vorraussetzung, dass wir helfen können. Ich mache mir aber auch darüber hinaus Sorgen, wie wir die Substanzen erfassen möchten. Jede einzelne zu lokalisieren, isolieren und zu entfernen würde seine Zeit dauern. Und bei der Anzahl an Substanzen."

Dave nickte. "Okay. Trotzdem bereiten Sie den Transporter vor und laden die Daten vom PADD schonmal in die Datenbank zur Erkennung von Erregern, die beim Prozess entfernt werden. So kriegen wir es zumindest aus der Blutbahn und verhindern eine weitere Ausbreitung. Was die Wirkstoffe angeht, die schon wirken, brauchen wir Unterstützung durch die Wissenschaft. Ich geh das abklären wer uns da hilft und auch ob Nyberg überhaupt solange im Musterpuffer aushält." Mit diesen Worten ließ Dave seinen Kollegen zurück und machte sich auf den Weg zu Dr. Haris.

Dave bahnte sich seinen Weg durch die Krankenstation und blieb einige Meter von Dr. Haris stehen und betrachtete Nyberg auf der Liege. Die Ärztin stand offenbar gerade in Funkkontakt mit der Liato, dem cardassianischen Schiff. Es wurde mit den Cardassianern wohl an zweiter Front an dem gleichen Problem gearbeitet. Langsam drehte Bowman sich wieder weg und schaute auf eines der Terminals, dort musste es doch eine Art Liste verfügbarer Wissenschaftler geben. Gesagt getan. Es dauerte einige Zeit, doch die Filter über die Fähigkeiten und Ausbildungen waren schnell gesetzt und nur wenige Personen blieben über.

"Computer, lokalisiere Lieutenant Aquilla." wies Dave den Computer an und die Antwort folgte rasch. "Lieutenant Aquilla befindet sich in den wissenschaftlichen Laboren auf Deck 9." 'Sehr gut', der Amerikaner lächelte zufrieden "CPO Bowman an Lieutenant Aquilla .... Lieutenant, könnten Sie bitte schnell auf die Krankenstation kommen? Wir benötigen dringend Hilfe bei einer ... Vergiftung." Nun wartete Dave auf eine Reaktion.

Bru hatte den beiden Technikern aufmerksam zugehört. Er hatte zwar nur die normalen Akademiekenntnisse von Transportertechnologie, aber die reichten aus, um die Stolpersteine zu erkennen, die in ihrem Weg lagen.

Er sah zur Ensign, die immer noch ruhig auf der Liege lag, ihr Gesicht noch bleicher als sonst, regelrecht aschfahl. Ihre Emotionen schienen dagegen wieder an Farbe zu gewinnen. Er justierte eines der Displays an der Liege, um die Hirnströme im Blick behalten zu können, um rechtzeitig zu bemerken, dass sie aufwachen würde.

Dann nahm er aus einer Konsole an der Wand einen kleines Gerät, dass er kurz an Nybergs Unterarm presste und dann eine kleine Phiole ausklinkte. "Ich habe eben eine Blutprobe genommen.", sagte er zu der noch in der Nähe stehenden PO Slizard. "Da wir die Substanzen kennen, sollte es recht schnell gehen, zu bestimmen, wie schnell sie aus dem Blut in das Gewebe resorbiert werden." Er hantierte an einer Analysegerätschaft herum, einige Momente später waren die Werte auf dem Display ersichtlich. Er holte sich noch einmal die vorherige Analyse und Krankenankte dazu, dann zeigte sich ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen.

"Wir haben Glück im Unglück.", sagte er dann. "Entweder werden die Substanzen nur sehr langsam aufgenommen oder im Gewebe hat sich eine Sättigung eingestellt. Kurz gesagt: das was vorhin im Blut schwamm ist größtenteils immer noch dort."

Bru sah sich die Werte noch einmal an und murmelte mehr zu sich. "Sie ist auf Medikamente angewiesen, aber...", er schüttelte den Kopf. "Scheinbar hat sie ihre Dosis noch nicht eingenommen, im Blut ist so gut wie nichts davon zu finden."


CIS Liato, Krankenstation

Paru hatte nach dem Zwischenfall auf dem Planetten damit zugebracht, die auf dass Schiff gebeamten verletzen zu behandeln. Daher war die Anweisung von der Brücke, dass man mit der Victory Kontakt aufnehmen sollte von sekundärer Wichtigkeit gewesen. Nun hatte der Schiffarzt der Liato jedoch die schwersten Verletzungen behandelt. Den Rest würde seine Mannschaft erledigen. Er nahm an seinem Schreibtisch Platz. Es war schon irgendwie seltsam. Die Erinnerung an den letzten Krieg waren für ihn noch so frisch, so dass er sie kaum verdrängen konnte. Noch vor 'kurzem' hatten Sie sich mit dem Föderation beschossen. Nun standen Sie auf der vermeintlich gleichen Seite.

"Dr. Paru von der Liato an die Krankenstation der Victory. Sie haben unsere Hilfe angefordert. Wie können wir ihnen helfen?"


Deck 6, Krankenstation

Lexi hatte die Verbindung schon unterbrechen wollen, als sich dann doch endlich wieder was rührte. "Dr. Lexi Haris", stellte sich die Ärztin ebenfalls knapp vor und knetete außerhalb des Sichtbereiches ihre Finger durch. "Ich habe hier einen Patienten, welchem mindestens acht verschiedene Substanzen cardassianischen Ursprungs in kurzer Zeit injiziert wurden. Fünf sind uns davon bekannt, zwei könnten wir neutralisieren, können aber das Risiko nicht eingehen eventuelle Wechselwirkungen heraufzubeschwören.", erklärte sie und merkte, dass die Anonymisierung von Anna das Ganze auch nicht leichter machte. "Ich schicke Ihnen die Formeln rüber, welche wir aus der Blutanalyse gewinnen konnten." Sie betätigte kurz eine Taste um den vorbereiteten Datensatz zur Liato zu senden.

"Wir benötigen eine genaue Auflistung der Wirkweise, sowie Möglichkeiten der schnellen Neutralisation der Präparate." Sie machte eine Pause und schluckte kurz. "Und das möglichst schnell, der Zustand des Patienten ist kritisch."

Schließlich warf sie einen kurzen Blick auf die Werte die das Biobett kontinuierlich übermittelte und wartete angespannt auf die Antwort des cardassianischen Arztes.


Deck 9, wissenschaftliche Labore

Das Piepen des Computers zeigte an, dass die Analyse durchgelaufen war. Jardy Aquilla, die junge Trill mit den tiefschwarzen Augen ging zur Konsole und betrachtete die Ergebnisse, die dort standen. Sie rieb gedankenverloren über ihre Stirn und kniff leicht die Augen zusammen. Diese Daten waren nicht möglich. Ohne die Anzeigen aus den Augen zu lassen, gab sie erneut die Daten ein, die sie vor wenigen Stunden erhalten hatte. Wieder aktivierte sie die Analyse und wartete bis zur Auswertung.

Die rothaarige Frau setzte sich auf den Stuhl vor der Sensorenkontrolle und sah sich noch einmal die Daten dort an. Ein Blick fiel zur Seite zu einem DatenPADD auf dem eine Nachricht von Thomas Albyn gespeichert war. Sie hatte die Nachricht, die sie am vorigen Abend bekommen hatte noch immer nicht gelesen. Tom war ein Freund aus einer Zeit, die für Jardy so weit zurück lag wie ein anderes Leben.

Sie nahm das PADD und begann zu lesen, was Tom geschrieben hatte. Es waren Belanglosigkeiten, Erzählungen über Personen die sie nicht kannte, Geschichten die sie nicht Interessierten. Sie empfand ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber. Natürlich war es nicht ihre schuld, dass sie nicht empfand, was er für sie fühlte aber sie fühlte sich schlecht weil sie sich so kalt benommen hatte.

Seufzend erinnerte sie sich an ihre Letzte Begegnung mit ihm...

'Warum bildet sich auf replizierter Milch keine Haut?' Jardy dachte gerade an die Frage von Commander Steevens Tochter als sich auf die Oberfläche ihrer heißen Trillschokolade blickte. Über solche Fragen hatte sie vor ein paar Jahren auch noch nachgedacht. Die einfachen, kleinen Dinge, die ihre Bedeutung verloren, wenn man erwachsen wurde. Ein unterdrücktes Seufzen entwich ihr, als sie die Tasse zu ihren Lippen führte und trank.

Eine Hand legte sich auf ihre Schulter, ein Schatten fiel auf den Tisch, als sich jemand neben sie setzte. Jardy blickte auf und entdeckte Thomas Albyn, einen Kollegen. Sie wusste, er würde gern mehr als ein Kollege sein, doch für Jardy würde er das niemals werden. Er lächelte und zeigte so zwei Reihen perlweißer Zähne. Die meisten Frauen auf dem Schiff empfanden ihn wohl als gut- aussehend. Und Jardy musste zugeben, auch sie fand sein äußeres ansprechend. "Hallo hübsche Lady!"

"Ensign Albyn, guten Abend." Es war nicht ihre Absicht abweisend zu klingen, jedoch sah sie ihm an, dass es wohl so wirkte. Er verzog etwas seinen Mund, als er sich eine Traube aus der Schale mit Früchten nahm, die er mit sich gebracht hatte. "Warum immer so förmlich, Jardy. Wir kennen uns seit der Akademie. Wir kannten uns schon vor..." Er verstummte und Jardy reckte das Kinn etwas. '.... vor deiner Vereinigung mit Aquilla!' vollendete sie im Gedanken seinen Satz.

Sie trank einen erneuten Schluck, bevor sie ihm ins Gesicht blickte. "Das ist mir durchaus bewusst, Ensign, jedoch denke ich dass es kein professioneller Umgang ist, weiter mit ihnen umzugehen, wie damals auf der Akademie." Die Enttäuschung in seiner Stimme war bei seiner Erwiderung deutlich zu hören. "Du machst es einem nicht gerade einfach... Dich zu mögen. Du hast dich so sehr verändert. Du warst früher so anders. Ständig lag ein sanftes Lächeln auf deinem Gesicht. Deine schwarzen Augen funkelten immer so schelmisch als wenn du gleich einen Streich spielen würdest." Die Wehmut, die aus ihm sprach irritierte Jardy.

Sollte es ihn wirklich betroffen machen? Aber warum? Sie versuchte einen höflichen Gesichtsausdruck aufzusetzen. "Ich habe gehört, sie haben heute ihre Abberufung auf die USS Delford bekommen?" Sie alle würden auf andere Schiffe versetzt werden, nachdem beschlossen worden war, dass die Pasteur nicht mehr weiter im Dienst stand.

Captain Alema Nodur, der andorianische CO des Schiffes ging auf einen Admiralsposten ins Hauptquartier, das Schiff wurde außer Dienst gestellt und alle Mannschaftsmitglieder wurden versetzt. Jardy selbst hatte ihre Abberufung noch nicht bekommen, doch sie wartete jeden Augenblick darauf. Thomas nickte und schob sich eine dunkelrote Beerenfrucht in den Mund. "Ja", sagte er kauend, "aber wir werden doch in Kontakt bleiben, wenn du nicht auf die Delford kommst?" Sein erwartungsvoller Blick verursachte Jardy Gänsehaut. Sie wich seinem Blick aus und sah auf ihre nun bald leere Tasse. "Ich denke, wenn es sich ergibt...." Den Rest des Satzes lies sie unausgesprochen.

Jardy stand auf. "Ich werde mich dann zurück ziehen, Ensign. Entschuldigen sie mich bitte? Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht." Sie nahm ihre Tasse ohne auf seine Antwort zu warten, ging zum Replikator, stellte die Tasse hinein und verließ das Casino. In ihrem Quartier zurück hatte sie ihren Versetzungsbefehl bereits als blinkende Nachricht auf ihrem Computer. Sie rief die Nachricht auf und las sie aufmerksam. Die USS Victory....

Erschrocken blickte sie sich um, als sie wieder das penetrante Piepen an der Konsole hörte. Jardy stand auf und ging wieder dort hin. Sie blickte auf die Anzeigen und runzelte die Stirn. "Das ist nicht möglich... Was...." Kopfschüttelnd ging sie wieder an den Tisch mit den Sensorenkontrollen. Sie überprüfte die Justierung und stöhnte erschöpft auf. Müde rieb sie sich über die Augen. Sie würde sich morgen darum kümmern, der Maschinenraum sollte die Sensorenphalanx neu einstellen, eine Rekalibrierung um wenige Grade würde ausreichen.

Jardy rieb sich über den Nacken und wollte gerade das Labor verlassen, als sie die Nachricht von CPO Bowman erhielt. Innerlich stöhnte sie auf bevor sie durch atmete und sich meldete. "Aquilla hier... Ich gehe davon aus, dass es dringend ist. Ich mache mich auf den Weg." Sie erhielt die Bestätigung und ging direkt zum nächsten Turbolift.


Deck 6, Krankenstation

Mit einem letzten Blick auf Nybergs Werte - es zeigte sich wenig Veränderung - ging er zu Dr. Haris und wartete ab, bis sie einen Augenblick Zeit hatte. Bru drückte ihr ein PADD mit den Werten in die Hand. "Neueste Blutanalyse."

Lexi blickte kurz auf die Werte auf dem PADD und wandte sich dann an den Cardassianer. "Einen Moment bitte", bat sie und schaltete die Audioübertragung der Verbindung auf stumm. "Bereiten Sie eine Dosis von ihrem Medikament", Lexi versuchte sich krampfhaft an den Namen zu erinnern, "vor. Sobald wir das andere Zeug aus ihrem Blut haben sollte die Dosis bereit liegen."


CIS Liato, Krankenstation

Paru schaute sich gründlichst die übertragenen Daten an, ohne auch nur einen Mucks hierbei von sich zu geben. Er gehörte zu den Ärzten denen Gesprächigkeit nicht all zu wichtig schien. Schließlich wandte er wieder seinen Blick an die Sternenflottenärztin. "Diese Substanzen sind mir wohl vertraut. Einzeln in Ihrer Wirkung sind sie - bis auf eine - nicht der Rede wert. Es handelt sich hierbei um uralte Giftmittel, die mein Volk seit mehreren hundert Jahren schon kennt. Sie sind leicht herzustellen aber dank unserem heutigen Medizinstand relativ wirkungslos, da unserer Würdenträger bereits Impfstoffe dagegen injiziert bekommen. Aber in dieser Kombination ist es nicht verwunderlich, dass Ihr Patient im kritischen Zustand ist. Ich werde ihnen die notwendigen Daten überspielen, die Gegenwirkstoffe sind leicht replizierbar. Einzig die zweite Substanz in Ihrer Liste - wir nennen sie Kaliamit - ist bedenklich. Es handelt sich hierbei um ein Multitoxisches Mittel, dass der Tal-Shiar entwickelt hat um möglichst unbemerkt Zielpersonen zu eliminieren. Es hat die Eigenschaft nicht in der verabreichten Menge im Blutkreislauf zu bleiben, in der es verabreicht wurde. Die Substanz lagert sich in den Erthrozyten (rote Blutkörperchen) ein. Hierdurch zeigen die Blutwerte einen trügerischen Abfall von der Realität. Erst wenn die Blutkörperchen in Leber, Milz wieder zersetzt werden gelangt der Wirkstoff wieder frei und schädigt dann in radikalster Form die beiden Organe, bis diese versagen. Angesichts des Zeitraums der Kontaminierung Ihrer Patientin und dem jetzigen Blutwert, gehe ich von einem ca. 4mal so hohen Wert in Ihrem Körper aus."

Er machte ein Pause überschlug, wie lange die Frau noch unbehandelt zu leben hatte. "Das bedeutet dass sie bei dieser Menge in 12-18h tot sein wird. Die Behandlung ist recht aufwendig, da eine Blutreinigung alleine nichts nützt. Das einzige Verfahren das in diesem kurzen Zeitraum erfolgsversprechend ist, nenne wir Transporterdialyse. Es erfordert eine gute Vorbereitung durch Ihre Bordingenieure. Sie müssen ein Blutfiltergerät mit dem Transporter koppeln und dann jede Blutzelle dematerialisieren und den Giftstoff im Musterpuffer vom Rest der Zelle trennen, bevor Sie die Zelle rematerialisieren. Unserer Erfahrung nach ist können sie das ganze nur 3-4ml-weise erfolgreich zuführen. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit zu hoch, dass sie nicht die komplette Giftmenge herausfiltern und Ihre Patientin wird schwere bleibende Schäden zurückbehalten."


Deck 6, Krankenstation

Die Farbe schwand zunehmend aus dem Gesicht von Lexi Haris, nachdem sie die Worte des cardassianischen Arztes gehört hatte. Ihr war bewusst gewesen, dass es schlimm um Anna stand, aber dass es so schlimm war hätte sie jetzt nicht gedacht.

Sie schluckte mehrmals und hatte Mühe den restlichen Erläuterungen zu folgen, die Worte drangen nur noch langsam und wie durch einen Nebelschleier in ihren Verstand.

Lexi warf immer wieder einen Blick auf Annas Lebensfunktionen, als wären die Stunden mehr wie Minuten und würden ihr mit jeder Sekunde, die das Gespräch länger andauerte, wie Sand durch die Finger zerrinnen.

Nur mühsam schaffte sie es auf die Aussagen zu reagieren. "Können wir unserem Patienten die...", Sie schluckte abermals, "Gegenmittel vor der Blutwäsche verabreichen? Ich gehe jedenfalls davon aus. Was die Ausrüstung betrifft, da besprechen Sie sich besser mit einem unserer Techniker." Sie warf einen suchenden Blick zu Bowman und bedeutete ihm, dass er dazu kommen sollte, da er wohl der bessere Ansprechpartner sein würde. "Erklären Sie Chief...." Sie sah Bowman an und versuchte krampfhaft sich an seinen Namen zu erinnern, "dem Chief das Prozedere noch einmal, damit ich mich um die übrige Medikation kümmern kann..." Lexis Hände zitterten, "sobald ich die Daten habe."

Langsam entfernte sich Lexi von dem Terminal und somit aus dem Bildbereich Parus und lehnte sich mit langsam schließenden Augen gegen die Wand.

Auf der Krankenstation angekommen, blickte Jardy sich nach einer Person um, die aussah als wenn sie auf Jardy warten würde. Um ehrlich zu sein, sie kannte kaum jemanden an Bord des Schiffes. War gern für sich... Ging komplizierten Situationen gern aus dem Weg. Zielstrebig ging sie auf einen Mann zu, der sie offensichtlich erwartungsvoll anblickte. Sie hatte ihn schon öfter mal gesehen, jedoch nie wirklich wahr genommen. "Welche Probleme haben sie hier?" Sie sah sich auf der Krankenstation um, um einen Überblick zu erhalten bevor sie ihn wieder anblickte. Die Doppelschicht, die sie freiwillig bereits hinter sich hatte, hatte ihre Spuren hinterlassen. Die Ringe unter ihren Augen waren dunkel, das Haar nicht mehr so sorgsam gekämmt wie am Anfang ihres Arbeitstages.

"Hallo, CPO Bowman. Aber nennen Sie mich ruhig Dave. Wir haben ein Opfer einer Geiselnahme durch cardassianische Terroristen. Sie wurde mit uns unbekannten Substanzen behandelt beziehungsweise unter Drogen gesetzt. Wir hoffen, wenn wir diese Stoffe isolieren - dabei sollen uns die Cardassianer der Liato helfen - dieser per Transporter zu erfassen und quasi aus ihr heraus zu beamen."

Mit einem Ohr war Dave bei dem Gespräch zwischen Dr. Haris und Dr. Paru von der Liato und wandte sich dann wieder Aquilla zu. "Wie es aussieht können wir die meisten Stoffe vernachlässigen wenn es dazu Gegenwirkstoffe gibt. Aber wenn wir gleich die Daten über dieses Kaliamit erhalten müssen wir sehr schnell arbeiten. Dabei werden wir den Transporter entsprechend technisch umrüsten - von der angsprochenen Transporter Dialyse habe ich schon einmal gehört, sie aber noch nie durchgeführt. Ihre Aufgabe wäre es den Wirkstoff aufzuspüren und mit mir den Transporter so zu bedienen, dass wir es isolieren können und die Prozedur schnellstmöglich durchführen können." Dave redete selten so schnell und so lange - aber es war eben eine andere Situation als sonst und er stand unter massivem Hormon Einfluss.

Da Titox die ganze Zeit mit dem Blutanalyse-PADD dagestanden war, hatte er das Gespräch zwischen Haris und ihrem cardassianischen Kollegen mitverfolgt. Die menschliche Physiologie war nicht gerade sein Spezialgebiet, doch ihm war eine Idee gekommen.

Er wartete noch das Ende des Gespräches ab, um dann Haris anzusprechen. Allerdings schien sie gerade sehr angegriffen zu sein, das konnte er spüren und selbst für Nicht-Empathen war es deutlich sichtbar, dass sie für den Moment nicht gestört werden wollte. Aber das Leben einer Patientin hing davon ab.

Bru räusperte sich kurz. "Dr. Haris?", begann er. "Mir ist da eine Idee gekommen, mit der wir vielleicht etwas Zeit gewinnen könnten. Menschen können doch prinzipiell ohne Milz leben und ein Leberausfall ist über einige Stunden möglich. Könnten wir nicht das Blut an beiden Organen größtenteils vorbeileiten beziehungsweise die Leberfunktion durch Geräte ausführen lassen? Das Gift wird dadurch zwar nicht entfernt, aber beide Organe halten vielleicht etwas länger durch." Etwas nachdenklicher fügte er hinzu: "Natürlich wäre dann ein operativer Eingriff notwendig." Und ob es dieses Risiko wert war? Bru war froh, es nicht entscheiden zu müssen.

Bevor Lexi ihre Augen wieder öffnete rieb sie sich einige Male mit ihren Händen über ihr Gesicht, dann sah sie Titox an, stieß sich dann von der Wand ab und trat an das Biobett, auf dem Anna lag.

Sie hatte den cardassianischen Arzt, sowie auch Bowman einfach stehen lassen. Ihre Gedanken hatten jegliche neue Informationen abgeblockt, sie hatte nicht länger in das Gesicht dieses Cardassianers blicken können und jetzt starrte sie auf Anna hinab, als könnte sie ihr helfen die Entscheidung leichter zu fällen, auf die Titox wartete.

Lexi strich Anna mit dem Handrücken kurz über den Unterarm und sah dann zu Titox. "Kümmern Sie sich darum, dass die Gegenmittel repliziert werden, damit wir sie ihr so schnell wie möglich verabreichen können", erwiderte sie mehr mit dem Tonfall einer Bitte den einem Befehl, dabei wußte sie nicht einmal, ob dieser Paru ihr jetzt die Daten schon zugestellt hatte und ob sie die Gegenmittel vor dieser Transportdialyse überhaupt in Annas Organismus schicken konnten.

Sie setzte immer wieder zu der Überlegung an, die Titox aufgebracht hatte, aber irgendetwas weigerte sich in ihr Anna einer derartigen Operation zu unterziehen, auch wenn es ihr vielleicht helfen könnte, ganz zu schweigen, dass sie selbst nicht die nötige Konzentration dafür hatte.

Titox nickte nur, und machte sich dann an die Arbeit, nebenan im Labor. Er musste noch einen Moment abwarten, bis die Datenübertragung fertig war, um dann die Daten an die Synthesegeräte zu übertragen. Kurz darauf ertönte ein Piepen und mehrere Ampullen lagen im Ausgabefach bereit. "Wenigstens sind die Daten kompatibel.", murmelte er vor sich hin.

Er wollte die Ampullen gerade in Hyposprays einsetzen, als ihm noch einfiel, dass nicht nur die Daten kompatibel sein mussten. Bru ließ Ampullen und Hyposprays liegen und wandte sich noch einmal zum Computerterminal. Er rief noch einmal die Zusammensetzung der Gegenmittel auf.

"Test auf Verträglichkeit...", murmelte er weiter, als er die entsprechenden Menüeinträge suchte. "...Mensch...", er stoppte kurz und rief Ens. Nybergs Akte auf. "... teils Gewebe mit cardassianischer DNA... ich wusste doch da war etwas..." Was sonst jede Behandlung verkomplizierte, sollte hier von Vorteil sein. "Test starten.", Titox berührte die letzte Schaltfläche und betrachte die Fortschrittsgrafik auf dem Monitor. In wenigen Sekunden war das Ergebnis da: kompatibel. Die Gegenmittel enthielten also keine Substanzen, seien es Botenstoffe, Trägermoleküle oder Stabilisatoren, mit denen der menschliche Organismus nicht umgehen konnte.

Während er noch die Hyposprays vorbereitete, wanderten seine Gedanken zu Haris. Er hatte gespürt, wie aufgewühlt sie auf seinen Vorschlag reagiert hatte. Er fragte sich, ob Miller eigentlich von Haris' Gefühlen Nyberg gegenüber wusste. Und ob sie es befürworten würde, dass Haris die behandelnde Ärztin war. Angenommen, Haris wäre ängstlich und entschied sich deshalb gegen einen Eingriff, der Nyberg retten könnte...

Bru schüttelte den Kopf und brach seine Überlegungen ab. Auch wenn Haris seinen experimentellen Vorschlag ablehnte, sie sollten trotzdem noch genügend Zeit für die Behandlung haben, die der cardassianische Arzt beschrieben hatte. Jetzt war nicht der Zeitpunkt, bei Lieutenant Miller vorstellig zu werden. Besser sollte er sich darauf konzentrieren, schnell und effizient zu arbeiten, um keine Zeit zu verlieren.

Also nahm er das Tablett mit den Hyposprays und kehrte zurück in den Behandlungsraum. "Doktor, die Gegenmittel." er stellte sie bei Haris ab. Da er spontan nichts sah, was er ihr helfen konnte, ging er hinüber zu dem Techniker und der Wissenschaftlerin, Bowman und Aquilla wenn er sich recht erinnerte. "Benötigen Sie Hilfe?", erkundigte er sich. "Gerätschaften? Mehr Platz?"

Lexi sah kurz auf, als Titox mit den Gegenmitteln kam. Sie hatte die ganze Zeit, während er sich um die Mittel gekümmert hatte wie angewurzelt da gestanden und sich nicht vom Fleck gerührt. Ihre Gedanken überschlugen sich, kamen nicht wirklich auf einen brauchbaren Nenner. Sie griff sich das erste Hypospray, nahm es, wie sie es bei Anna beobachtet hatte in die Hand und wärmte die Kontaktfläche etwas an und beugte sich kurz zu Anna. "Das sollte dir helfen, dass es dir bald etwas besser geht", flüsterte sie und drückte ihr schließlich das Hypo an die Halsseite, bevor sie zur nächsten Ampulle griff und es neu auflud. Sie tauschte eine Ampulle nach der anderen in das Hypospray und warf immer wieder besorgt einen Blick auf die Anzeigen, nur um dann wieder Anna zu beobachten.

Hoffentlich half das Anna schon etwas, vielleicht würde sich die Frist, die Paru genannt hatte ja auch so etwas verlängern, wenn Anna sich wieder etwas besser fühlte, sie hoffte jedenfalls, dass die Mittel bald ihre Wirkung zeigten.


Korridore

Nachdem James den Transporterraum verlassen hatte war er mit gestrafftem Körper und schnellem Schrittes zum nächst gelegenen Turbolift geeilt und hatte diesen auf seiner Fahrt zur Brücke angehalten. Langsam ging er in der Kabine auf und ab, schloss die Augen und lehnte sich an. Seine Knie gaben nach und er rutschte mit dem Rücken die Wand langsam herunter bis er auf dem Boden saß. Er starrte mit emotionslosem Gesicht geradeaus auf die Tür ohne etwas zu sehen. Seine Gedanken waren unkontrollierbar, unsortiert und folgten keinem logischen Denken mehr. Er war überfordert, er gestand es sich ein. Auf diese Situation war er nicht vorbereitet gewesen und er hatte seine Crew nicht darauf vorbereiten können. Doch seine Schuld war es doch nicht, oder? Das waren die Gedanken die ihm immer wieder kamen. War er Schuld? Nein, war er nicht unvorbereitet in diese Lage gekommen. Unvorbereitet und unverschuldet musste er das Schiff, die Crew - von Fluktuation und Unbeständigkeit geprägt - und diese heikle Mission übernehmen die er sich nie ausgesucht hätte. Nein, er hätte Mission und Kommando abgelehnt - wenn er denn gekonnt hätte!

Yates richtete sich wieder auf. Er konnte sich keine Schwäche erlauben. Er musste seine Unsicherheit verstecken und sich auf das besinnen was er konnte und was die Crew von ihm verlangte - sie zu führen.

Mit geschlossenen Augen straffte er seine Uniform und ließ den Lift zur Brücke weiter fahren.


Deck 1, Brücke

"Captain an Deck!" sprach ein junger Lieutenant an der OPS. Er hatte die Konsole übernommen an der Ensign Nyberg sonst ihren Dienst in dieser Schicht leitete. "Wie ist ihr Name?" sprach James ihn an. "Lieutenant Silva, Sir." Der Commander trat neben ihn und legte seine Hand auf die Schulter Silva's. "Trauen Sie sich zu Ensign Nyberg zu vertreten?" fragte er ihn provokativ vor allen anwesenden. "Sir, Ja, Sir." War die knappe Antwort. "Und wenn Sie mir die Frage gestatten, wie geht es Ensign Nyberg? Wir alle haben die Situation auf dem Planeten verfolgt und stellen uns diese Frage."

James nickte und trat einige Schritte auf den leeren Stuhl in der Mitte zu. "Ensign Nyberg konnte lebend und weitestgehend unverletzt gerettet werden. Wir konnten dabei auch Gefangene machen. Noch ist jedoch unklar welchen Aggressionen sie genau ausgesetzt war. Wichtig ist, dass wir sie retten konnte. Unser aller Verdienst - und so werden wir für jeden der Crew kämpfen! Das ist unser aller oberste Aufgabe. Ich gehe fest davon aus, dass Sie schon bald wieder hier auf der Brücke ihren Dienst leisten wird, weil auch Sie an unsere Mission glaubt und dafür alles tut."

Mit diesen Worten ging James auf den Bereitschaftsraum zu und wandte sich im gehen an Silva "Ich glaube Sie werden einen sehr guten Job machen - für Sie, für uns alle und für Ensign Nyberg."

Die Tür zum Bereitschaftsraum öffnete sich und schloss sich hinter ihm. Auf der Brücke wurden still Blicke ausgetauscht. Wie war der Befehl für das Schiff? Schulterzucken.


Deck 1, Bereitschaftsraum

Mit einem beruhigenden Tee vor sich setzte sich Yates an seine Konsole und verfasste einen kurzen ersten Bericht für das Oberkommando, aber auch für das diplomatische Corps. Er bat ausführlich darum, die eskalierende Situation in der Region zum Politikum im Rat zu machen. Er verband damit die Hoffnung eine bessere Ausgangsposition im Kontakt mit den regionalen Verhandlungspartnern zu bekommen. In einer persönlichen Notiz an Admiral MacArthur, seinen engsten vertrauten und größten Unterstützer auf der Erde bekannte er sich außerdem zu seiner Angst der Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Die Auswirkungen konnte er nicht erahnen.

>> "Ich bitte schnellstmöglich um ein Treffen zur Erörterung der Lage. Wir müssen die Gefangenen schnellstmöglich zum Reden bringen. Andernfalls wird die Victory zur Schieß-Tontaube der Rebellen." <<

Bevor er darauf antwortete nahm James seine Teetasse hoch und nippte daran. Sein Blick ging wieder quer durch den Raum ohne jedoch etwas anzusehen. Es war die gleiche Unkontrolliertheit wie im Turbolift die ihn wieder übermannte.

Deirdra betrat gerade den Raum, als Telmars Nachricht über den Lautsprecher schallte. Sie hatte sich die Freiheit genommen, den Bereitschaftsraum einfach so zu betreten. Ihr Gefühl sagte, dass Yates sie wahrscheinlich lieber in seiner Nähe haben wollte, als nicht.

"Ist er nachher auch dabei?", fragte sie halblaut mit Bezug auf die anberaumte Besprechung.

Als sich die Türen des Bereitschaftsraum öffneten spannten sich seine Gesichtsmuskeln wieder und er sah wieder scharf. Deirdra betrat den Raum - interessanterweise unangekündigt. Okay, für Sie war es in Ordnung. Aber wohlmöglich hatte Sie ihn erwischt wie er ahnungslos in die Gegend starrte. Ohne Frage aber hatte Sie den Ruf von Telmar gehört.

"Wir haben vor uns", er schaute auf die Uhr "gleich im Konferenzraum zu treffen. Ich denke wir haben einiges zu besprechen und zu erörtern wie wir die Lage beruhigen und uns nun verhalten. Die weitere Verfahren mit den Gefangenen werden wir dort besprechen - jedoch sichere ich Ihnen zu, dass Sie ein Verhör mit Ihnen durchführen können."

In Gedanken fragte er sich, ob es möglich sei die Gefangenen an die Liato zu überführen. Ein Verhör dort - außerhalb der strengen Föderations-Regularien - versprach eventuell mehr Erfolg. Und da sie auch Telmar verletzt hatten, galt Ihnen mit Sicherheit der Hass von Mujata. Und so eine Überführung würde sich auch noch als diplomatischer Bonus verkaufen lassen. Er würde das mit Telmar besprechen müssen.

Sie wartete ab, bis James fertig war und setzte sich dann auf die Armlehne des Sofas. "Ensign Nyberg ist jetzt auf der Krankenstation in ärztlicher Obhut. Wenn sich etwas ändert, werden wir es erfahren." Danach blieb sie einfach weiter sitzen und sah zu James. Seit er das Kommando übernommen hatte, wurde die Lage nur noch schlimmer. Deirdra ging das Schicksal der jungen OPSlerin schon kräftig an die Nieren, wie mochte es dann erst James ergehen? Falls er jemand zum Reden benötigte, wollte Deirdra da sein.

"Gut." Murmelte James und lehnte sich zurück. "Nein, nicht gut." Er stellte die Tasse und rieb sich mit den Händen das Gesicht. "Es hätte nie dazu kommen dürfen. Was läuft hier schief? Ist die ganze Welt gegen uns, gegen mich?" fragte er rhetorisch. "Wie kriegen wir hier bloß Sicherheit, Routine und Überlegenheit hinein? Sind wir nicht hier um zu helfen und die Region zu sichern und stabilisieren? Momentan destabilisieren wir uns selbst und brauchen Sicherheit." Sein Blick wanderte auf seine Konsole und die abgeschickte Nachricht dessen Empfang gerade bestätigt wurde. "Ich habe dem Kommando einen kurzen vorläufigen Bericht geschickt, den ausführlichen will ich nach der Besprechung gleich aufsetzen wenn ich die Details von der Oberfläche kenne. Aber ich habe schon jetzt um deutliche Verstärkung gebeten und die Präsenz der Föderation und der Sternenflotte in dieser Region massiv zu steigern. Das können wir alleine nicht schaffen - ich kann es zumindest nicht." Er sah Deirdra an. Sie wusste es ohnehin, sie kannte seine Stärken und Schwächen und konnte ihn unglaublich gut einschätzen und verstehen. Und sie behielt meist den ruhigen Kopf und handelte nicht so impulsiv wie er. Doch auch sie schien enorm mitgenommen von den letzten Stunden.

"Ich weiß nicht ob ich dieser Aufgabe wirklich schon gewachsen bin." James atmete durch. "Aber die Crew brauch jetzt Kontinuität, Professionalität und eine Richtung. Ohne dich schaffe ich das nicht. Wir können uns gegenseitig den Rücken stärken. Du hast mir schon so viel geholfen. Wie kann ich dir helfen?"

"Ich bin hier, um Dir zu helfen.", antwortete Deirdra nur. Sie fühlte sich genauso grauenhaft wie James es gerade beschrieben hatte und um mindestens fünf Jahre gealtert. Mit einem Unterschied: auf ihren Schultern lastete nicht das Gewicht des Kommandos. Und das war der Grund, warum sie ihre Gefühle hintenan stellte.

Sie ging hinüber zu James an den Schreibtisch und lehnte sich dagegen. Zuerst hatte sie die Arme verschränkt, dann legte sie eine auf James Schulter - nicht liebevoll wie eine Freundin, sondern fest, bestärkend. Sie stand ihm jetzt gegenüber, richtete ihn soweit auf, dass sie in seine Augen sehen konnte.

"Du bist dieser Aufgabe nicht gewachsen. Aber das ist nicht deine Schuld. Jeder gute Captain stand einmal in so einer Situation, aber sie war es, die ihn aus dem Mittelmaß riss.", Deirdra hatte keine Ahnung, was ein Counselor nun machen oder sagen würde. Auch waren psychologische Beratungssituationen dieser Art kein Teil der Ausbildung zur Offizierslaufbahn. Also ließ sich Deirdra von ihren Gefühlen leiten und sagte, was ihr als erstes und passendstes erschien.

"Ja, es herrscht Chaos, es ist grauenhaft und jeder wünscht, dass er sich einfach ins Bett legen kann, drüber schlafen und am nächsten Morgen ist alles vorbei. Aber wir werden es schaffen. Du wirst es schaffen.", sagte sie zuversichtlich. "Du hast eine gute Crew, jeder einzelne von ihnen ist ein Profi. Und jeder einzelne von ihnen ist zu 120%, was sage ich, zu 200% bei der Sache. Was auch immer du befiehlst, sie werden es tun, um aus dieser Situation herauszukommen. Du brauchst jetzt nicht an Professionalität denken, die hat deine Crew. Du brauchst nicht an Kontinutiät denken, damit können wir frühestens anfangen, wenn wir eine Nacht über den heutigen Tag geschlafen haben. Und die einzige Richtung, an die Du denken musst, ist der Weg raus hier. Alles andere kannst Du morgen in Angriff nehmen." Deirdra pausierte einen Moment, um zu überlegen, was da alles aus ihr heraussprudelte. Dann griff sie nach der Tasse in James Händen. Was auch immer darin war, sie benötigte einen Schluck davon. Tee... stellte sie fest. Nicht die schlechteste Wahl.

"Machen wir eine Bestandsaufnahme. Die Crew ist an Bord, in Sicherheit und größtenteils unversehrt." Sie fing seinen Blick auf. "Ich weiß, auf Ensign Nyberg trifft das vielleicht nicht ganz zu, aber du musst Dir immer vor Augen halten, dass sie wusste, welche Risiken sie eingeht. Vielleicht nicht im Detail. Aber jeder von uns - du, ich - weiß, dass er seine Gesundheit, sein Leben für einen größeren Zweck aufs Spiel setzt. Und dass dieser Einsatz jederzeit eingefordert werden kann. Und wann das ist, kann in den seltensten Fällen jemand bestimmen. Leider." Sie klopfte ihm einmal auf die Schulter.

"Was Ensign Nyberg passiert ist, ist tragisch. Doch sie ist hier auf dem Schiff und es wird getan, was möglich ist, um Schaden abzuwenden. Du musst sie aus deinen Gedanken streichen. Geh über zum nächsten Schritt.", Deirdra wusste, das hörte sich jetzt hart an und sie war froh, dass sie es sagen konnte und es nicht gesagt bekam. "Machen wir reinen Tisch. Schaff Dir diese Gefangenen vom Schiff. Denn entweder kriegst du Ärger, weil sie aufmüpfig werden, oder weil Telmar sie nach Strich und Faden verhört, ohne auf die Regeln der Sternenflotte zu achten."

"Was haben wir noch? Den Planeten.", fragte sie rhetorisch. "Der Einsatz lief alles andere als geplant ab, aber sehen wir uns das Resultat an: der Anschlag galt uns, nicht der Zivilbevölkerung, sie hat insofern keinen Schaden genommen. Die Hilfsgüter sind größtenteils an Ort und Stelle und die Bevölkerung kann sich selbst helfen, außerdem treffen die Schiffe der Cardassianer ein, um für Ordnung zu sorgen. In Summe gesehen haben wir ihnen also geholfen."

"Das sollte nachher in der Konferenz überhaupt dein vorrangiges Ziel sein: Gib die Drecksarbeit an die Cardassianer ab. Die Gefangenen, die Rettung der Zivilbevölkerung, die Bekämpfung jeder einzelnen Rebellengruppe. Dann hast Du wieder eine weiße Weste und die Sternenflotte kann als der Ritter in glänzender Rüstung da stehen, als der sie angefordert wurde."

Deirdra war froh über ihre wissenschaftliche Ausbildung. Sie ermöglichte es ihr, ein Problem von ihren Gefühlen abzukoppeln und als Forschungsobjekt zu betrachten, zu durchleuchten und zu sezieren. Erst so, mit dem sicheren Abstand, den ein Forscher immer halten würde, sei es auf Mikroskop- oder Teleskopdistanz, war es möglich, die Zusammenhänge zu erkennen und die richtigen Thesen zu formulieren.

"Jetzt trinkst Du noch einen Schluck Tee.", sie gab ihm seine Tasse zurück, die sie bis gerade eben noch in einer Hand gehalten hatte. "Gehst Dich kurz erfrischen, ziehst eine frisch gebügelte Uniform an und trittst hinaus auf die Brücke, ohne mit der Wimper zu zucken." Hier sprach jetzt nicht mehr die Wissenschaftlerin, sondern die Urlaubsresort-Animateurin, die jeden Morgen mit dem gleichen Sonnenscheinlächeln am Pool auftauchte, egal, welche Regenwolken sich gerade über ihrer Gefühlswelt tummelten. "Allein deine Anwesenheit gibt allen Sicherheit."

'Und wer gibt mir Sicherheit?' fragte er sich in Gedanken. 'Du gibst mir Sicherheit, indem du mein Spiegel bist, der mit mir spricht!'. Er sah Deirdra an die ihren Monolog beendet hatte und ihm seine Tasse Tee zurück gab. Er nahm sie und dachte daran sie auf den Tisch zu stellen, doch dann befolgt er ihren Rat und nahm einen Schluck. "Igitt ... " war seine Reaktion und er sah Deirdras Verwirrung. "Wie kannst du sowas trinken? Da fehlt der Kandis." Schüttelnd stellte James die Tasse ab und öffnete die Tür zum kleinen Bad welches zu seinem Bereitschaftsraum gehörte.

Hier hatte er auch immer eine Uniform parat. Er streifte die Uniform Jacke nach hinten ab, zog sich das Shirt über den Kopf aus und lies das Wasser laufen um sich ein wenig zu waschen. Deirdra trat langsam von hinten an ihn heran und reichte ihm ein weiches Handtuch mit dem er sich kurz trocken rubbelte bevor er eine neue Uniform anzog. Einige Handgriffe an der Frisur und im Spiegel sah er einen Commander und Kommandanten wie er aussehen musste.

Noch die Rang Pins und den Kommunikator angesteckt und fertig. "Dann wird es jetzt auch Zeit." Sagte er zur Deirdra und sie wandten sich beide zur Tür. "Ich werde deine Ratschläge befolgen. Wir müssen an unserem Ruf arbeiten und hoffen, dass dieser für den Rest sorgt: Respekt und Autorität."

James atmete tief durch und gab Deirdra einen Klapps auf den Po um ihr zu zeigen das Sie vorgehen sollte.


Erde, Sterneflottenhauptquartier

Vargas, die Sekretärin des Admirals betrat sein Büro. Wie immer ohne zu klopfen und wie immer mit schwingendem Schritt und lächelndem Gesicht. "Sir, eine Nachricht von der USS Victory." Sie reichte ihm das PADD.

Mit einem kurzen "Danke" nahm MacArthur, der Vargas' Körper abgöttisch bewunderte, aber ihr Vater bis Großvater hätte sein können, das PADD entgegen und gab seine Autorisierung ein um den Text von Commander Yates lesen zu können.

Es waren zwei Nachrichten gespeichert. Er las zuerst den kurzen Bericht, von dem Hilfeleistungseinsatz. Das Vorhaben war ihm bekannt aus der Statusanzeige aller Schiffe der von ihm beaufsichtigten Region. Aber die Victory war einfach vom Pech verfolgt. Er konnte niemandem einen Vorwurf machen. Es war einfach Pech. Offenbar sah er das alleine so, denn die zweite Nachricht sorgte für einige Sorgenfalten auf seinem Gesicht. Yates zweifelte - an sich. Das schlimmste was ihm passieren konnte in diesem Fall. Sein Wunsch nach Unterstützung für eine höhere militärische Präsenz würde Wochen der Diskussion im Rat und auch im Oberkommando auslösen und hatte die diplomatische Hürde auch zu nehmen.

MacArthur beugte sich nach vorne und blätterte durch sein Adressbuch. Er öffnete einen Kanal.

"Ja?" fragte eine Stimme die schwach und dunkel war. "Marcus? Hier ist Douglas. Wir haben ein Problem!" meldete sich MacArthur. "Sollen wir uns treffen um es zu bereden?" fragte der unbekannte. "Der Kanal ist sicher. Er geht an Vargas vorbei - nichts für die Aufzeichnung."

"Okay. Was für ein Problem?" "Die USS Victory.", sagte der Admiral knapp. "Das Schiff von DeChâteau ... ich erinnere mich an die Mission, wie wir sie vorbereitet haben." "DeChâteau ist schon lange runter vom Schiff. Es ist geradezu von Katastrophen erschüttert!" "Augenblick ... Yates ... Izami ... Oh mein Gott. Wie viel vom Erstpersonal ist überhaupt noch an Bord?" "Zu wenige. Und zu wenig Erfahrung was die Führung angeht. Siehst du die Missionszusammenfassung?" "Natürlich, ich lese gerade. Ein Wunder, dass es das Schiff noch gibt. Aber was kann ich tun?"

"Yates zweifelt an sich ... und an der Mission. Er hält es für unmöglich." "Genau wie ich damals. Douglas, ein einzelnes Schiff in eine Krisenregion zu entsenden. Früher waren es Flotten!" "Die Zeiten ändern sich. Budgets sind heute wichtiger als Sicherheiten und die Aussicht auf Erfolg.", seufzte der Admiral.

"Du hast mir noch immer nicht gesagt was ich damit zu tun habe." "Du könntest gewisse Kreise auf die Victory aufmerksam machen." "Das ist nicht nötig." "Wie? Was?", Douglas war verunsichert. "Das Schiff ist schon so interessant genug das es irgendwann zum Rendezvous kommen wird. Aber das hängt nicht von mir oder dir ab. Ich muss Schluss machen Douglas. War schön mit dir zu plaudern. Trink einen für mich mit, wenn du gleich den Scotch einschenkst."

Der Kanal schloss sich und Douglas tat es, er nahm ein Glas und die Flasche Scotch und schenkte sich einen doppelten ein.

Er rief Vargas hinein, Sie blieb in der Tür stehen. "Antworten Sie Yates, ich kümmere mich um seine Anliegen, und sprechen Sie ihm mein Vertrauen aus. Ich brauche unbedingt den ganzen Bericht bis zur nächsten Sitzung des Exekutiv Kommandos." "Aye, Sir."


Deck 9, Shuttlehangar

Ohne Zwischenfälle fand die Sedna ihren Weg zurück zur Victory. So unorganisiert diese Rebellen bei der Erstürmung der Höhlen gewesen waren, so vorsichtig waren sie, nicht noch mehr Unheil anzurichten. Dennoch musste die Föderation antworten, und es musste eine überzeugende Antwort sein, die auch von den Rebellen verstanden wurde. "Zehn Minuten noch - gerade genug Zeit für eine Bestandsaufnahme, bevor ich wieder nach vorne sprinten darf.", meinte Dan, nachdem er die Systeme der Sedna in den Diagnosemodus geschalten hatte. Kaum hatte sich das Schott geöffnet, eilten gleich zwei Techniker herbei, um das Shuttle zu übernehmen. "Abgesehen von den Kratzern auf der Hülle hat sie wohl nichts abbekommen. Der Heimflug verlief ohne Probleme. Checkt trotzdem mal alles durch, bevor Ihr der Sedna eine Komplettwäsche verpasst.", gab der Bajoraner den beiden auf den Weg. "Und überspielen Sie alle Daten in den Hauptrechner.", fügte Mila hinzu. Diese Mission war alles andere als perfekt verlaufen, und sie hoffte, zumindest die Sensordaten der Sedna konnten helfen, etwaige Probleme auszumerzen.


Hauptmaschinenraum

Im Maschinenraum angekommen informierte sich Dan erst mal über den Ablauf des Rücktransports seiner Leute. Immerhin waren alle wieder vollzählig und hatten den normalen Betrieb wieder aufgenommen.

Nachdem soweit alles klar war, entschied Dan sich, die Regenkluft im Büro loszuwerden, wo sie zunächst mal über den Stühlen hing. Zeit, nun auch noch sein Quartier aufzusuchen hatte er nicht, denn er wollte noch die aktuellen Maschinenraum-Daten auf ein PADD spielen, um sie bei der Konferenz dabei zu haben. Bezüglich der Sedna gab es noch nicht viel, von der Telemetrie und seinen eigenen Scans abgesehen. Tkachuks Leute hatten ja erst vor ein paar Minuten mit ihren Überprüfungen begonnen.


Deck 1, Brücke

Wie Mila die Brücke erreicht hatte, waren weder der Captain noch Commander Izami anwesend. Lieutenant Silva war der Ranghöchste, der auf der Brücke anwesend war.

"Keine besonderen Vorkommnisse. Die Rebellen sind wohl fürs Erste bedient.", meldete ihr Stellvertreter an der Taktik. "Fürs Erste, sicher. Aber wie sollten diese Bande nicht zu früh abschreiben. Bleiben Sie weiter dran.", wies sie den Terraner an und bezog nun auch Silva mit ein: "Ich will außerdem eine Zusammenstellung aller Scans, die Sie beide während unserer Erstürmung vorgenommen haben."

"Wir laden zur Zeit noch Daten von den Tricordern aller Beteiligten runter sowie die Daten der USS Pachamama. Damit können wir unsere eigenen Scan Daten sicher noch vervollständigen." Gab Silva zurück. Die kurze Ansprache des Kommandanten hatte ihn motiviert seine Sache noch besser zu machen. Als Vertretung von Nyberg hatte er damit immerhin einen Dienst in der besten Schicht abgestaubt - außerhalb jeden Models zusammen mit den Führungskräften.

"Die vorläufigen Daten stehen Ihnen an allen Terminals auf der Brücke - und selbstverständlich im Konferenzraum - zur Verfügung."

Silva hatte von der Besprechung der Führungskräfte natürlich gehört und entsprechende Datenfreigaben an den Konferenzraum weitergeleitet.

"Gut - bleiben Sie dran. Suchen Sie in all den Daten nach ungewöhnlichen Werten, die uns helfen könnten, nach den Anführern zu suchen. Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren, auch während der Besprechung.", erwiderte Mila und entschied sich für eine der freien Zusatzstationen, um das Material zu sichten, das gerade zur Verfügung stand. Fürs Erste suchte sie alles zusammen, was sie im Zusammenhang mit der Explosion bekommen konnte. Vor allem interessierte es sie, ob man den Attentäter hätte aufhalten können. So viel konnte sie festhalten: Es war sehr regnerisch, die Cardassianer wuselten unkoordiniert umher, trotzdem hatte man die Gruppe abzusichern versucht. Ein Cardassianer näherte sich der Gruppe und zündete seine Bombe zu dem Zeitpunkt, als Goodchild mit Mila sprach. Bezüglich Details dazu musste sie definitiv erst mal den Slovaken vernehmen, sofern dieser gesundheitlich dazu in der Lage war. Langfristig musste sie jedenfalls noch einige Trainingseinheiten mehr für die Absicherung eines Außenteams einplanen. Vor allem hätte erst mal ein Vorauskommando den Landeplatz absichern sollen...


Deck 5, Quartier Goodchild

Der Slowake fühlte sich in diesem Moment unendlich hilflos. Er war

seinem Rang und seiner neuen Position als Sicherheitschef während

der vergangenen Mission nicht gerecht geworden und nun gab es Opfer.

Wenn auch keine physischen, so auf jeden Fall psychische.

Doch Goodchild wollte und konnte nicht aufgeben. Der tägliche

Schiffsreport für die Offiziere beinhaltete unter anderem einen

Terminkalender und dieser besagte, dass zur Zeit eine Konferenz

einberufen worden war. Sein Bericht lag dem Kommando in diesen

Minuten vor, dennoch wollte es sich Trevor nicht nehmen lassen,

persönlich Auskunft zu erteilen.

So erhob sich der Verletzte und besah sich im Spiegel. Der rechte

Arm befand sich noch in einer Art Handschuh, welcher mittels eines

Magneten an sein Oberteil fixiert war, um den Arm insgesamt zu

entlasten. Die Fraktur konnte so besser und in der richtigen

Stellung heilen.

Ein dünnes Schmelzplättchen legte sich der Sicherheitler auf die

Zunge. Es würde den heranrollenden Schmerz besiegen. Dann begab er

sich auf den Weg in den Konferenzraum.

Dort angekommen mied Trevor zuerst den Blickkontakt zu den

anwesenden Offizieren. Nachdem er sich gesetzt hatte, grüßte der

Europäer dann doch noch ganz artig den Captain. Nüchtern und ernst.

Die Konferenz hatte noch nicht offiziell begonnen. Erst jetzt

bemerkte Goodchild die Anwesenheit von Patterson und er konnte schon

ahnen, welche Schmach auf ihn zukommen würde, schließlich war ihm

bewußt, dass ihm einige Fehler unterlaufen waren.


Deck 1, Brücke

Mit Deirdra im Schlepptau betrat James die Brücke und sah sich kurz um. Er

sah nur Patterson von den Offizieren anwesend.

"Lieutenant, los geht's." winkte er Mila zu sich und hielt weiter auf den

Konferenzraum zu. "Silva, Sie haben weiter die Brücke."


Deck 1, Konferenzraum

James nahm am Kopfende platz und sah auf die PADD's vor sich. Offenbar gab

es schon eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse - ganz nüchtern

betrachtet anhand der Sensordaten die bis dato ausgewertet waren.

"Warten wir noch kurz auf die anderen." Meinte Yates während auch Izami und

Patterson Platz genommen hatten. "Oder können wir schon über etwas kurz

vorab sprechen?" wandte er sich vor allem an Patterson. James hatte noch

keine Chance gehabt mit jemandem das persönliche Gespräch zu suchen.

"Nun ja, ich warne Sie schon mal vor, Captain. Ich kann Ihnen vorerst

nur einen kleinen Vorab-Bericht liefern, ohne Gewähr, dass die Fakten

unverändert bleiben. Zur Zeit laufen nämlich noch immer die diversen

Tricorder-Scans rein, die wir eventuell für das Komplettieren des

Puzzles rund um den Anschlag auf unsere Leute benötigen. Außerdem möchte

ich die nächste Stunde für einige Vernehmungen nutzen. Dabei fallen mir

vor allem Lieutenant Goodchild und Gul Telmar ein, die in unmittelbarer

Nähe waren. Hoffentlich hat einer der beiden etwas erhellendes

bemerkt.", erklärte Mila dem Captain, was sie bisher hatte.

"Es gibt auch was Gutes. Ensign Perel und ich haben vorhin die Sedna

zurückgeholt. Sie hat abgesehen von ein paar oberflächlichen Kratzern

keine technisch relevanten Schäden davongetragen, und unsere 'Freunde'

sahen sich nicht genötigt, ihr ein paar 'Scherzartikel' in Form von

Sprengfallen und ähnlichem mitzugeben.", setzte sie den bisher einzig

positiven Punkt, abgesehen von der geglückten Befreiung Nybergs hinterher.

"Um eine genaue Analyse geht es mir erst einmal nicht, dafür will ich Ihnen

allen die notwendige Zeit einräumen. Das braucht selbstverständlich noch

Zeit." Räumte James ein. Ihm wäre es natürlich lieber gewesen, schon alle

Daten und Fakten vorliegen zu haben. Aber um Ruhe in die Sache zu bekommen

musste man sie wohl einfach noch etwas sacken lassen.

"Was Ihre Vernehmungen angeht. Mit Goodchild können Sie natürlich jederzeit

sprechen - beachten Sie dabei bitte seinen Gesundheitszustand und" musste er

das wirklich sagen fragte sich James, er entschied sich dafür "dass er Ihr

Vorgesetzter ist. Verstehen Sie mich nicht falsch, Sie haben einen Super Job

gemacht. Nur könnte das Wort 'Vernehmung' falsch wirken. Ich hoffe er kommt

gleich auch, damit wir die Zuständigkeit bei der Aufklärung verteilen

können." Im Grunde hatte James sich schon entschieden dies bei Patterson zu

belassen. "Was Telmar angeht, er wird mit unsere Gefangenen sprechen und mit

Gul Mutaja über Ihren 'Verbleib' verhandeln."

Mehr gab es derzeit kaum zu sagen, da noch niemand sonst anwesend war.

Gerade was die Sedna anging musste die Technik dabei sein um Ihm wirklich

weiter helfen zu können. Yates schätzte Patterson, doch Perel's Aussagen

waren sicher Aufschlussreicher.

Telmar hatte nach der Antwort von Yates doch sein vorgaben geändert und

gleich in Richtung 1.Deck maschiert oder vielmehr gehumpelt.

Er hatte kurz in Erwägung gezogen sich umzuziehen, aber erstens konnte er

seinen Arm noch nicht richtig bewegen, was für das umziehen lästig geworden

wäre, und zweitens hatte er andere Prioritäten.

Zudem würde es diese Sternenflottenoffiziere wohl kaum scheren ob er nun in

einer blanken Uniform kam oder in der zerissenen, die er auf dem Planeten

beim Attentat getragen hatte.

Langsam betrat er den Konferenzraum, nickte den anwesenden zu und nahm

Platz.

Telmar humpelte und setzte sich an den Tisch in der gleichen zerrissenen

Uniform die er auf dem Planeten getragen hatte.

"Gul, verzeihen Sie meine Wortwahl, aber Sie sehen nicht gut aus." Sprach

Yates ihn an. "Können Sie an der Besprechung teilnehmen oder möchten Sie

sich auf der Krankenstation melden?"

Der Gul lächelte: "Danke der Nachfrage, Cmdr Yates. Ich komme aber gerade

von der Krankenstation und ich halte es für sinnvoller hier teilzunehmen als

Ihren Ärzten eine Liege zu belagern, die andere dringender als ich

benötigen."

Dan war beileibe nicht der erste, der den Konferenzraum betrat, aber auch

nicht der letzte. Auch Telmar war anwesend, und deutlich sichtbar war,

dass der Cardassianer mitten in der Explosionszone gewesen war.

Nach einer kleinen Begrüßung nahm auch er seinen Platz ein und wartete

erst mal darauf, dass der Captain die Besprechung eröffnete.

Mit Perel war der letzte wichtige Offizier nun anwesend. Die Runde war klein

und nicht komplett, aber ausreichend.

"Meine Damen, meine Herren. Wir haben ein paar kurze Punkte zu besprechend.

Ein ausgedehntes Meeting werden wir abhalten wenn die Mission beendet ist -

das ist sie für mich noch nicht. Die Mission war bisher ... ein Fiasko. Wir

alle haben einen Teil dazu geleistet und müsses es nun analysieren und daran

arbeiten."

James' Blick ging zu Patterson und Goodchild. "Die Sicherheit für

Außenmissionen - kleinere und größere - muss überdacht werde. Wir müssen uns

besser absichern. Dazu sollten entsprechende Taktiken ausgearbeitet werden

und unsere Mannschaft geschult werden."

Sein Blick ging zu Perel.

"Wir werden unsere Sensoren anpassen müssen. Wir waren teilweise blind.

Insbesondere auf Chemische Stoffe für Attentate. Dazu sollten wir enger mit

den Cardassianern zusammen arbeiten. Gul Telmar wird da sicher einen Kontakt

für die Technik zur Liato herstellen können."

Zuletzt sah er direkt zu Telmar.

"Gul, wir haben Gefangene von den Attentätern. Ich würde Sie bitten diese

auf die Liato zu überstellen und DORT zu verhören. Ich will diese Söldner

nicht auf meinem Schiff haben, ich will nicht wissen was mit Ihnen passiert,

ich möchte nur wissen was sie wissen."

James sah in die Runde und zu Izami

"Möchte vielleicht noch jemand etwas beisteuern?"

'Endlich hat er verstanden worum es hier geht.'dachte Telmar als er Yates

Ausführungen hörte.

"Cmdr, wenn ich hier noch etwas ergänzen darf." erbat er sich da Wort, "Ich

möchte hier offen reden. Wenn ich hier in die Runde sehe, dann sehe ich kein

Gesicht, das wirkliche Sympathie meinem Volk noch mir entgegen bringt. Dies

kann ich durchaus nachvollziehen und die Vorkommnisse auf dem Planeten haben

zwangsläufig nichts gegenteiliges bewirkt. Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen

werden nur bedingt helfen, diese Terroristen an Ihren Taten zu hindern, denn

diese Leute sind von der Idee besessen Cardassia von der 'Besatzung der

Siegermächte' Federation, Romulaner und Klingonen zu befreien - koste es was

es wolle. Zivile Opfer sind hier nochmehr als in der normalen

cardassianischen Mentalität in Kauf zu nehmende Opfer. Um es ihnen platisch

zu verdeutlichen. Sollten diese Terroristen die Möglichkeit finden hier auf

dieses Schiff zu beamen und die Kontrolle zu erlangen würden sie ohne jeden

Zweifel dieses Schiff und seine Crew entweder hier auf diesem Planeten oder

auf einem anderen Planeten, vielleicht auch im Federationgebiet auf eine

größere Stadt niederstürtzen lassen. Wenn sie es hinbekämen sogar mit

überladendem Warpkern."

Er machte ein kurze Pause.

"Die Liato und auch die anderen hier angekommenden Schiffe werden ohne jede

Frage jeden notwendigen Befehl ausführen, um den Terroristen auf diesem

Planeten den Gar auszumachen und entsprechend Sie und ihre Leute

unterstützen. Dies wird nicht unbedingt zur weiteren Sympathie auf dem

Planeten führen. Sie sollten daher grundsätzlich jedem dem Sie auf diesem

Planeten begegnen mißtrauisch sein und im Zweifelsfall die Devise verfolgen,

erst zu schießen und dann fragen zu stellen. Ich weiß dies entspricht nicht

dem Ethos der Federation. Und ich kann Sie nicht dazu zwingen meinen Ratzu

befolgen. Doch wenn Sie sich nicht mit dieser Situation anfreunden können,

sollten Sie keinen Fuss auf den Planeten setzen, da sie sonst einem, wie

sagen die Menschen, Freiwild gleich kommen."

"Ein Rückzug wäre außerdem auch das falsche Signal, das wir aussenden

könnten. Cardassianer legen dies als große Schwäche aus und sind dadurch

erst recht bestärkt, uns anzugreifen. Wir sollten uns auch nicht allzu

sehr auf unseren 'Erfolg' ausruhen, denn mit der Gefangennahme einiger

Rebellen haben wir dieser Gruppe vielleicht einen unangenehmen

Nadelstich versetzt, aber das war noch nicht der Schlag, der sie aus dem

Konzept gebracht hätte. Schließlich rennen deren Anführer noch immer

frei herum, und wer weiß, was in deren kranken Hirnen vor sich geht",

eine andere Bezeichnung hatte Mila nicht übrig, wenn sie die Art der

Bombe im Hinterkopf hatte, mit der die Rebellen Ensign Nyberg verkabelt

hatten.

Yates hörte den Ausführungen von Telmar zu und auch der Reaktion von

Patterson.

Es war nicht Ziel dieses kurzen Meetings gewesen solche Grundsätzlichen

Dinge anzusprechen, aber nun war man halt einmal dabei.

"Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit Gul Telmar. Mit Sicherheit bekommen Sie

nicht den notwendigen Respekt entgegengebracht - wie Sie bemerkt haben hat

dies einfach mit Ihrem Volk und dem gerade erst überstandenem Krieg zut un.

Möglicherweise wusste auch ich anfangs Ihre Rolle an Bord der Victory nicht

zu schätzen. Doch das wird sich ändern."

Nun versuchte James das Gespräch wieder auf die Mission zu lenken.

"Und unser Auftreten wird sich ändern. Das Misstrauen gegenüber den

Zivilisten - und möglicherweise auch gegenüber manchem Militär - muss

vorhanden sein. Wenn Sie, Gul Telmar, über Freiwild sprechen. Dann müssen

wir erkennen, dass uns genau das passiert ist. Darum haben wir jetzt

Verletzte in der Krankenstation - über Opfer liegen bis dato keine Berichte

vor. Aber wenn wir so weiter machen wird es dazu kommen."

Um seinen Worten etwas Nachdruck zu verleihen machte James eine kleine Pause

bevor er fortfuhr.

"Wir werden den Terroristen keine Möglichkeiten geben durch Anschläge Opfer

unter der Crew zu fordern oder gar das Schiff zu übernehmen" Er hob die

Stimme etwas lauter werdend "So etwas wird es nicht geben! Und Konzepte

dafür hat jeder in seinem Teilbereich aufzustellen - da ist jede Abteilung

gefragt. Und ich in meiner Person, zusammen mit LtCmdr Izami und Gul Telmar,

werden uns über die Grundsätzliche Ausführung der Mission Gedanken machen."

James wandte sich nun direkt an den Cardassianer.

"Gul Telmar, wenn Sie die Gefangenen überführt und auf der Liato die Verhöre

geführt haben, werden wir darüber sprechen wie wir unser Auftreten als

Schiff und als Crew auf Ausseneinsätzen - die wir beschränken müssen -

überarbeiten können um einfach besser zu 'wirken'. Dabei wird sicher auch

die Einbindung der Liato eine Rolle spielen. Wobei hier ganz klar ist, dass

ihre Kameraden da zwischen den Stühlen stehen. Ihre Aufgabe und

Verpflichtung uns und der neuen Regierung gegenüber und andererseits Ihrem

Volk gegenüber. Wir sollten hier zusammen Nahtstellen für eine für beide

Seiten positive Zusammenarbeit finden um das Vertrauen Ihrer Gesellschaft in

die ofizielle Regierung zu stärken - für nichts anderes sind wir hier. Das

entzieht dem Terrorismus automatisch den Nährboden. Aber genug davon hier

jetzt."

Trevor räusperte sich. "Wenn Sie erlauben, Sir", Goodchild bemühte

sich um Augenkontakt mit dem Captain, "dann möchte ich noch etwas

hinzufügen. Selbstverständlich werde ich mein Menschenmöglichstes zur

Aufklärung der Fehler, die meine Abteilung und ich, der ich die

Verantwortung für sie trage, während der Außenmission begangen haben.

Doch ich rate davon ab, sich ganz aus der Verpflichtung zu nehmen,

indem wir auf ein personelles Kontingent auf dem Planeten verzichten.

Maßgeblich würde unsere Zurückhaltung die cardassianische Bevölkerung

treffen, sie würde unschuldig darunter leiden. Das Vertrauen in die

Macht der Sternenflotte und deren Integrität und vor allem

Souveränität wären stark gefährdet. Ich denke, wir müssen die Mission

fortsetzen und unseren Auftrag auch unter schlechten Bedingungen

beenden. Auch als Zeichen in Richtung Terrorismus."

Deirdra hörte den Beiträgen aufmerksam zu. Sie selbst war auf dem Gebiet

recht unerfahren. Sie konnte Außeneinsätze organisieren, aber nur die,

bei denen jeder mit Tricorder und sonstigem wissenschaftlichen Gerät

bewaffnet war, nicht mit Phasergewehren.

Daher konnte sie gerade recht wenig beitragen, nicht einmal ihre

Meinung, denn die formierte sich gerade noch. Einerseits - ausgebildet

nach den Grundsätzen der Föderation - sträubte sie sich gegen einen

bewaffneten Einsatz, bei dem unschuldige Zivilisten eventuell Schaden

davontragen könnten. Andererseits gab es immer außerordentliche

Situationen, die es erforderten zu außerordentlichen Maßnahmen zu

greifen. Und dies war wahrscheinlich eine davon.

Sie sah zu James, sein Gemütszustand war gut in seinem Gesicht zu lesen

er war nicht gerade gut darin, ein Pokerface zu behalten - oder hatte es

in Deirdras Gegenwart noch nie aufgesetzt. Und auch er schien zu wissen,

dass sie sich hier außerhalb der Sternenflottenregularien bewegen würden

müssen.

Deirdra's Blick registrierte James genau so, wie er bemerkt hatte, dass Sie

sich noch gar nicht gemeldet hatte. Dafür taute Goodchild nun scheinbar auf.

"Wir werden unsere Mission fortsetzen, und die lautet die Region zu

stabilisieren. Doch wir sind hier ein einzelnes Föderationsschiff dem

offiziell das cardassianische Militär zur Seite steht." Er sah zu Telmar

"Was wollen wir hier machen? Alleine? Wir sind ein Schiff mit 550 Mann

Besatzung."

James sah in die Runde.

"Ich fordere Sie nicht auf, sich mit mir vor der Verantwortung zu drücken.

Sondern kreativ zu denken. Unsere Standard Verfahren nützen uns im Kampf

gegen diese Rebellen nicht, das haben wir jetzt gemerkt. Darauf müssen wir

eine Antwort finden. Aus meiner Sicht ist ein Teil dieser Antwort höhere

militärische Präsenz. Auch wenn diese Sicherheit auf Kosten der humanitären

Hilfe geschieht. Unser Schutz - Schiff und Crew - hat absoluten Vorrang. Und

das konnten wir nicht Gewährleisten."

Der Commander wandte sich nun leicht nach vorn gebeugt direkt an Goodchild.

"Wir haben technische und medizinische Ausrüstung zurück gelassen und die

Liato ist vor Ort, weitere cardassianische Schiffe treffen in Kürze ein -

die Planeten Bewohner werden solange aushalten ... solange aushalten müssen.

>Diese< Mission ist für uns beendet."

Langsam lehnte sich Yates wieder zurück.

"Das diplomatische Geplänkel aufgrund der Aktionen der letzten Tage wird die

Oberkommandos auf Erde und Cardassia beschäftigen - wir müssen in der Zeit

einen Weg finden, das Volk dieser Region auf unsere Seite zu schlagen, nur

wenn Sie uns helfen gegen die Rebellen vorzugehen haben wir eine Chance.

Aber das ist gerade gar nicht unser Punkt. Unsere volle Aufmerksamkeit" und

James wusste, dass er sich hier wiederholte "muss auf der Planung und

Durchführung zukünftiger Operationen liegen. Wir werden sicher nicht immer

mit Verhandlungen und Diplomatie weiter kommen. Für den Raumkampf sind wir,

auch mit der Liato an unserer Seite, gut gerüstet. Sorgen sollten wir uns um

Aussenmissionen machen."

James neigte sich nochmal zu Goodchild. "Ich hoffe, ich konnte Ihre Sorgen

hinsichtlich unserer langfristigen und nachhaltigen Präsenz in diesem Sektor

etwas schwächen - aber ich sehe wirklich keine Möglichkeit wie wir

gegenwärtig den Bewohnern helfen können ohne uns weiter zu gefährden."

"Ich teile Ihre Meinung und werde mein Möglichstes tun, meinen Beitrag

zur Optimierung unserer Außenmissionen zu leisten, bezüglich der

Sicherheit der daran beteiligten Personen", erwiderte Trevor in

ruhigem Tonfall.

Dabei schweiften seine Gedanken zu Nyberg ab, welche seines Wissens

noch immer auf der Krankenstation weilte und dort behandelt wurde. Wie

es um sie tatsächlich stand, das wußte der Sicherheitler leider nicht.

Der Slowake spürte, wie ihn diese Unwissenheit belastete.

Da noch keiner der Anwesenden etwas zu sagen wollte, fügte Goodchild

hinzu: "Ich schlage vor, dass sich Angehörige aller Abteilungen an

einen Tisch setzen, um die Routine-Abläufe zu verbessern, speziell im

Hinblick auf die momentane Lage. Dabei müssen wir rasch auch einen

konkreten Einsatzplan für den Planeten erarbeiten." Trevor räusperte

sich. "Ein.... ein unabhängiger Vertreter der Sicherheit sollte die

Leitung dieser Planungen objektiv übernehmen. Lieutenant Patterson

wäre meines Erachtens die optimale Besetzung dafür."

"Keine schlechte Idee" kommentierte James der bemerkte wie schwer es

Goodchild fiel dies zu sagen. "Lieutenant" wandte er sich an Patterson

"stellen Sie eine Liste von Personen zusammen die zu diesem Kompetenzkreis

gehören sollen - dort können dann Probleme und Lösungen angesprochen und

erarbeitet werden."

Goodchild senkte den Blick, wußte er doch, dass er mit seinem

Vorschlag allen offensichtlichen Spekulationen zuvorgekommen ist.

Erleichterung darüber würde sich beim Europäer erst viel später

einstellen.

Nachdem Goodchild seinen Beitrag beendet hatte und Yates dessen Vorschlag

beantwortet hatte erhob auch nochmal der Gul das Wort an Yates: "Cmdr,

angesichts der Situation wäre es wohl in Anbetracht der anstehenden Aufgaben

Reaktionmöglichkeiten auch notwendig, dass die Victory Zugang zum

cardassianischen Alpha-Militär-Informationnetz erhält- mit den

entsprechenden Begrenzungen versteht sich. So wäre ein besserer Austausch

auf offiziellen Wege möglich. Die Liato hatte schließlich nur den Auftrag

mich hier an Bord zu bringen und nicht ständiger Begleiter zu sein. Sie wird

zwar sicher die nächste Zeit in diesem Sektor verweilen, aber Befehle können

sich ändern.

Ich kann als Verbindungsoffizier dies nur gegenüber meiner Regierung

befürworten, jedoch nicht veranlassen. Sie sollten daher auf offiziellem

Wege eine Anfrage an die cardassianische Regierung stellen. Das wird

allerdings wie alles in der Diplomatie seine Zeit brauchen bis es akzeptiert

wird."

Er legte eine Pause ein.

"Da ich auch langsam ins Alter komme in dem man vergesslich wird." fügte er

mit ironischem Unterton dazu, "kann es ja durchaus passieren, dass ich beim

Zugriff auf das Netz von hieraus beim Gang auf die Toilette vergesse die

Verbindung zu trennen."

Solch einen Vorstoß hatte Yates von dem cardassianischen Gul kaum erwartet.

Doch er hatte sich wohl geirrt. Die Idee war mehr als gut. Ein Informations-

und Nachrichtennetzwerk - in diesem Fall ein kombiniertes - würde sicher

einige Vorteile nach sich ziehen. Er notierte sich gleich entsprechende

Stichpunkte um diese mit höchster Dringlichkeit an das Oberkommando zu

leiten.

Deirdras Mundwinkel zuckten unweigerlich nach oben. Sie wusste nicht

genau, woran es lag, aber wahrscheinlich war es einfach eine

Reflexreaktion auf in ihrer Gedankenwelt bisher nicht existente

Vorstellung eines Cardassianers auf einer

Sternenflottenstandard-Toilette. Auch wenn eigentlich nur wenig

amüsantes daran war.

"Ich kann nur hoffen, dass Ihnen die Sternenflottenausführungen genehm

sind und einem überdurchschnittlich langen Aufenthalt nicht

abträglich.", antwortete Deirdra mit der gleichen Ironie.

Und ihre Gedanken schienen wohl Gefallen an wenig ausgetretenen Pfaden

zu finden. "Was mir gerade noch eingefallen ist, um noch einmal auf den

Planeten zurückzukommen.", begann sie. "Es ist vielleicht eine

unkonventionelle Herangehensweise...", sie sah zuerst zu Telmar, dann zu

Yates. "Wenn ich mir die Kompetenzen ansehe, die unsere verschiedenen

Organisationen hier zusammenbringen..." sie war sich nicht

hundertprozentig sicher, wie sie es ausdrücken sollte. "Die

Sternenflotte hat bereits die Ausstattung für ein Flüchtlingslager

geliefert." Sie sah noch einmal zu James und wechselte dann zu Telmar.

"Cardassia hat während der bajoranischen Besatzungszeit...", hier glitt

ihr Blick zu Patterson. "... einiges Know-How zur Lagerorganisation und

-führung gesammelt."

Deirdra schluckte kurz, wartete schon fast auf die ersten Einwürfe.

"Natürlich will ich kein Arbeitslager aufbauen, aber wäre es nicht

möglich, dieselben Sicherheitsvorkehrungen kurzfristig zu

implementieren, um zumindest innerhalb der Lager die öffentliche Ordnung

zu gewährleisten und terroristische Pläne zu vereiteln?" Da noch niemand

aussah, als wolle er ihr sofort das Wort abschneiden, fuhr sie fort. "In

einer Föderationskolonie könnten wir das natürlich nicht umsetzen, aber

wenn ich es recht sehe, so sind Cardassianer wesentlich toleranter, oder

sollte ich leidensfähiger sagen, was zeitweilige Einschnitte in ihre

persönliche Freiheit durch Staatsorgane angeht?"

Telmar nickte zustimmend.

"Sie haben Recht, Mrs Izami. Das wäre recht einfach umzusetzen, abgesehen

davon hätten wir auch den positiven Lagerarbeitseffekt, da die

Sicherheitsvorkehrung auch dazu führen, dass wir die Leute besser im Griff

haben und sie dann auch effizienter in den anstehenden Hilfsarbeiten

einsetzen können. Die Anzahl der noch der Liato nachrückenden Schiffe ist

mehr als ausreichend um diese Kolonie binnen eines Tages entsprechend zu

gestalten."

"Ich kann das nicht wirklich gut heissen" kommentierte der Commander das

Gespräch und die Idee seiner Nummer Eins. Die Idee hatte natürlich etwas

gutes, widersprach aber massiv den ethischen Grundsätzen der Sternenflotte.

"Um es mir und unseren Direktiven einfacher zu gestalten ..." James legte

eine Kunstpause ein "Gul Telmar, wenn wir - in Ihrer Person - die Gefangenen

zum Verhör und allem was dem folgt der Liato übergeben, dann möchte ich Sie

bitten die hier angesprochene Idee Gul Mutaja zu unterbreiten. Wenn er

zustimmt und ein entsprechendes Lager einrichtet." Er sah zu Deirdra "Dann

werden wir gerne weiter Hilfe leisten. Die Einrichtung, Organisation und

Unterhaltung eines solchen Lagers kann aber unter keinen Umständen unter

Föderationsregie geschehen."

"Möglicherweise doch, Captain.", mischte sich Dan ein, "Ein Auffanglager

würde uns den Vorteil verschaffen, die funktionierenden

Atmosphärenwandler auf ein begrenztes Gebiet zu fokussieren, um

zumindest dort für Cardassianer entsprechend lebensfähige Bedingungen zu

schaffen. Die Technik hätte dann genug Zeit, die defekten Einrichtungen

wieder instandzusetzen. Wir könnten so am ehesten garantieren, dass

möglichst alle Siedler überleben, bis die Kavallerie eintrifft."


Deck 6, Büro der Chefärztin

Shyla schaltete den Computerbildschirm aus. Geschafft! Alle Formalitäten waren erledigt. Ihre Stellvertreterin und das Personal der Krankenstation waren informiert und hatten Instruktionen erhalten. Shyla verließ ihr Büro und machte noch mal einen Rundgang durch die Krankenstation. Alles schien gut zu funktionieren. Sie beschloss, für heute Feierabend zu machen. Ab morgen würde sie ihre Zeit dann in den Laboren der Victory verbringen. Sie hatte es geschafft, bei ihren Vorgesetzen eine Forschungsauszeit durchzusetzen, um endlich mal wieder in Ruhe an wissenschaftlichen Forschungsprojekten arbeiten zu können. Ihre Stellvertreterin würde solange die Arbeit auf der Krankenstation leiten. Zufrieden bestieg Shyla den Turbolift und begab sich in ihr Quartier.


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