************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 24 / 05012009 * * 25052380 * * Ein Rudel Wölfe im Schafspelz * ************************************************************************ --- Shuttle Sedna Nach den letzten äußerst wackligen Minuten, während derer ein Geländescan des zukünftigen Flüchtlingslagerstandortes durchgeführt worden war, setzte das Shuttle erstaunlich sanft auf. Als Anna aus dem Fenster sah, erkannte sie durch den strömenden Regen, dass sie auf dem Vorplatz des Verwaltungsgebäudes gelandet waren. Der Pilot war so nah es die Flugsicherheitsvorschriften erlaubten an den Gebäudekomplex herangeflogen, aber Anna war froh, den Wetterbericht angefordert zu haben, ohne Ausrüstung würden sie auf den wenigen Metern reichlich durchnässt werden. --- Runabout Pachamama >> "Hallo Chief Bowman. Das Schiff ist bereit, der Kurs liegt an, wir können starten, sobald Sie alles nötige an Bord haben." << "Dann machen Sie sich auf einen Start in den nächsten 10 Minuten bereit." Er klopfte dem jungen Navigator auf die Schulter, als er sich umdrehte um das Runabout kurz wieder zu verlassen. Die Ladeluke wurde gerade geschlossen und das Team war fertig. "Okay Jungs, alle an Ihre Plätze.", er drückte dabei eine Augenbraue zu, natürlich hatte niemand einen wirklichen Platz an Bord. Dave setzte sich neben Darwin auf den Ko-Piloten Sitz. Seine Kollegen besetzten die anderen Stationen und sahen interessiert auf die Anzeigen ob Sie mit den angezeigten Informationen etwas anfangen konnten. Wissenschaftliche und technische Informationen. Es sah halbwegs selbsterklärend aus. Dave schaute auch vor sich, er sah taktische und Kommunikationsanzeigen, im Notfall sollte er damit umgehen können. Am wichtigsten sicher war, dass die Navigationsanzeigen für den Piloten Sinn ergaben, und das merkte man deutlich so schnell wie sich die Finger bewegten. "Dann alle bitte festhalten - wir haben Starterlaubnis." Die Tore des Hangars glitten auseinander und das große Shuttle verlor den Bodenkontakt, um einen halben Meter in die Luft zu schweben. Dann setzte es sich langsam nach vorne um durch das schützende Kraftfeld hindurch ins All zu gleiten. Bowman erinnerte sich an seine Kurse auf der Akademie, so lange war das ja alles noch nicht her. Er bestätigte das Abdocken und den stabilen Flug an die Victory über zwei kurze Berührungen die den entsprechenden Status setzten den das Mutterschiff einsehen konnte. Das Runabout war auf dem Weg. "Flugzeit?", fragte Bowman gleich nachdem er die taktischen Sensoren aktiviert hatte. "Etwa 20 Minuten bei diesen Schwerkraftverhältnissen durch die anderen Planeten. Wenn's schneller gehen soll, wird's ungemütlicher." gab der Ensign am Steuer zurück. "Danke, die Zeit haben wir." Bowman schaute nach hinten. "Carl, du sitzt an der Wissenschaftskonsole." Leicht zu erkennen an der Bezeichnung direkt darüber. "Versuch bitte die Sensoren zu aktivieren und auf das Zielgebiet zu lenken, die Koordinaten kannst du aus den Navigationscomputer ziehen." Marc mischte sich ein. "Die habe ich übrigens leicht geändert, aufgrund der Koordinaten der zu bergenden Technik habe ich zwei Landepunkte extrapoliert. Fliegen erst zum einen, ihr macht eure Arbeit und dann ab zum nächsten. Das sollte uns eine Stunde sparen die ihr sonst zu Fuß zurücklegen müsstest." "Super.", Dave war beeindruckt, da hatte er nicht dran gedacht. Für ihn zählten so stark die technischen Eigenschaften der Mission, dass er diese Frage ganz außer Acht gelassen hatte. "Also Carl, zieh dir die Koordinaten und versuch über die Sensoren möglichst viel über die Umgebung und die zu bergende Technik herauszufinden. Zustand, Schwierigkeit und so weiter." Shi'raq saß hinter Dave, gegenüber von Carl der hinter dem Piloten saß, an der Technikkonsole und war damit voll in seinem Element. Wie jeder Techniker war er wohl gerade damit beschäftigt Feintuning bei den Einstellungen zu betreiben um am Ende nichtmal 1% mehr Leistung oder Energieeinsparung zu erreichen, aber man hatte etwas zu tun und schließlich verbesserte man ja etwas, wenn auch unwesentlich. Was Darwin offenbar merkte war jedoch darauf zurück zu führen. "Das Shuttle verhält sich merkwürdig, es pendelt sich leicht aus, die Triebwerke laufen nicht mit ganz synchroner Geschwindigkeit. Dieses Pendeln annulliert fast perfekt die Gravitation die auf uns wirkt, dadurch erhöht sich unsere Geschwindigkeit." Er rechnete. "Wir sind etwa 2 Minuten schneller." Dave blickte sich um und sah Shi'raq grinsend. "Eine Verbesserung von 10%.", stellte Bowman fest. "Bei gleichem Energieverbrauch.", ergänzte Shi'raq. "Und höherer Belastung des Computers, der das ganze voraus berechnen muss, und die zusätzliche Belastung der Steuerelemente und Ventile, sowie die ständig veränderten Werte in den Antriebsmodulen, was eine schnelle Abnutzung oder Störanfälligkeit nach sich ziehen könnte." stellte Carl fest. Es war reine Theorie aber die Zweifel waren dennoch angebracht. "Verbesserungen schön und gut.", ergänzte Bowman "Aber ist diese Anpassung simuliert und langzeitgetestet?" "Der Test läuft, jede freie Minute, die der Simulationscomputer und das Holodeck haben, seit Monaten schon, noch bevor wir unsere aktuelle Kommandocrew in der Zusammensetzung hatten." "Also wissen die nichts davon und Perel auch nicht?" fragte Carl erstaunt. "Nein.", gab Shi'raq knapp zurück. "Welche Zeitspanne ist simuliert?" fragte diesmal Darwin der sich nun Sorgen machte. "Etwa 3 Monate, davon 2 im Dauerbetrieb. verschiedene Geschwindigkeiten und Manöver sind bereits durchlaufen, auch mit simulierten Kampfbeschädigungen, es haben immer alle Teile gehalten. Wobei die Victory simuliert wird. Da ist die Verbesserung in den Impuls Geschwindigkeiten innerhalb von Sonnensystemen noch höher, 25%. Bei Warp lässt es sich nicht anwenden. Und außerhalb von geschlossenen Systemen macht es keinen Sinn." Bowman gab den entscheidenden Befehl. "Solange die Teste nicht abgeschlossen sind und die Simulation nicht auf Schiffe wie dieses ausgeweitet ist, ändere es zurück zur Standardkonfiguration - zur Sicherheit. Trotzdem Bravo. Du solltest mit Perel drüber sprechen, ich weiß nicht, ob er das kennt." Leicht geknickt gab Shi'raq nach und stornierte seine Anpassung. "Erreichen Landezone 1 in 5 Minuten.", gab Darwin zurück. Beruhigt dadurch, dass das Schiff wie gewohnt schwankte durch die Gravitation. Das Team saß still und wortlos und starrte auf den größer werdenen Planeten bis sie schließlich das Landemanöver starteten und es etwas holprig wurde. "Schweben über Zielgebiet." gab Darwin zurück als die graue Wolkendecke durchbrochen war und sie auf eine zerklüftete Oberfläche blickten. "Ich sehe die zerstörten Aggregate, sieht echt ziemlich übel aus hier.", kommentierte Bowman. Das Schiff setzte zur Landung an und senkte sich senkrecht nach unten auf eine einigermaßen gerade Stelle. "Okay, legen wir unsere Ausrüstung an. Carl?" "Viel zu wenig Sauerstoff und zu viele Gase, als das wir atmen könnten, Gravitation ist aber voll vorhanden." "Also Schutzanzüge anlegen." Er sah zu Darwin. "Und sie halten die Maschine schön am laufen, falls wir schnell weg müssen." Er stand auf und ging an die Transporterkonsole. "3 Personen für Notfall Transport sind eingestellt, die Scanner laufen auf Maximum und unsere Bio-Signatur ist eingespeichert. Ein Knopfdruck und wir stehen im Notfall hinter Ihnen, Sir." Nach kurzem Kopfnicken aller anwesenden machte sich das Team bereit und verließ 5 Minuten später ausgerüstet mit Phaser und Tricorder in den Schutzanzügen das Runabout durch die Schleuse um sich das Werkzeug aus dem Laderaum zu holen. "Sieht echt scheiße hier aus." kommentierte Carl als erstes. "Wie nach einem Krieg." "Das kommt ja auch hin." erinnerte ihn Shi'raq. "Die Cardassianer und das Dominion haben in dem System hier ja gemeinsame Sache gemacht." Dave sah auf den Tricorder, die Daten unterstrichen die Scanergebnisse des Runabouts. Keine einzige Lebensform weit und breit. "Wir sind unter uns Jungs." Carl und Dave schnappten sich Werkzeug und Shi'raq die Anti-Gravs um das sperrige Zeug auch transportieren zu können. Bis zum ersten Terraforminggerät waren es nur 10 Meter, doch anhand der Einzelteile war gut zu erkennen, dass es hier keine Hoffnung mehr gab. "Da kann man nichtmal mehr was ausschlachten.", kommentierte Shi'raq, die anderen nickten und gingen weiter zum nächsten Gerät. Es war in besserer Verfassung, offenbar zusammengebaut aber nie aufgerichtet worden und nur die Zeit hatte das Aussehen angefressen. "Zerteilen wir es in handlichere Portionen." schlug Dave vor und deutete auf 3 Nahtstellen der äußeren, stark korrodierten Hülle. "Mit dem Aussehen müssen die Kolonisten klar kommen - da können wir ja auch nix für." Sie machten sich an die Arbeit was leichter ging als gedacht und so dauerte es nur zwanzig Minuten bis das gerät zerteilt und aufgeladen war um es zurück zu Pachamama zu bringen, das Verladen dauerte noch einmal 5 Minuten und die erste halbe Stunde auf dem Planeten war vergangen. "In diese Richtung" Dave deutete auf eine Felsformation "gibt es 4 Geräte, eins rechts von dem Fels, eins davor und zwei links. Ich nehme die links, Carl das rechts und das davor, sind sicher eh nicht alle Fit. Du machst die Ladungssicherung, okay?" Wieder nur Nicken als Antwort, das sparte Luft im Gegensatz zu sprechen. Das gehen und arbeiten war schon schwer genug und sie alle schwitzten. Es war Dave's guter körperlicher Verfassung zuzuführen, dass er trotz der vielen Kommunikation sogar noch mehr Luft hatte als die beiden. Für 40 Minuten würde es noch reichen, und selbst dann würden die Filter abbauend noch lange genug arbeiten um zurück zum Schiff zu kommen ohne in Ohnmacht zu fallen. Im absoluten Notfall würde der Transporter ganz automatisch eingreifen, im Falle eines Druckverlustes zum Beispiel. Aber von solchen Horrorszenarien war man genau so weit entfernt wie von Dominionkriegern, die einen hier angreifen würden. Das war Carls größte Sorge, dass ein Stützpunkt überlebt haben könnte und die Supersoldaten jetzt aus dem Tiefschlaf erwachen würden. Was ihn davon ablenkte war die Verwunderung, dass das erste Terraforminggerät auf welches er stieß noch funktionierte. Das Kontrollfeld flackerte in dunklen grünen und blauen Farbtönen unregelmäßig auf. Eine Stromversorgung hierhin gab es jedoch nicht, das Akkupaket lieferte also noch Strom - perfekt um die Systemdaten und das Programm auszulesen, um es später an Bord zu analysieren und vielleicht für den Wiederaufbau zu verwenden. Das auslesen war relativ einfach, das abklemmen der Batterie leider nicht und ein Kurzschluss zerstörte einen Teil des Kabelbaums. Der Rest des Gerätes ließ sich jedoch ähnlich leicht zerlegen wie das vorherige Gerät und er nahm an, dass er am nächsten Gerät die Kabel würde bergen können. Ein Kabelbaum war sehr komplex, besonders alte cardassianische Varianten, sie würden es zweifelsohne nachbauen können, aber die Zeit hatten sie nicht. Carl rief Shi'raq für den Abtransport zu sich, das konnte man nur zu zweit und nur mit den Anti-Grav-Tragen. Dave hatte ähnliches Glück. Die beiden Anlagen die er inspizierte waren beide beschädigt, aber kombiniert ließen Sie sich sicher zumindest zeitweise betreiben. Die 'Trümmer' füllten jetzt fast 60% des Laderaumes und die restliche Atemluft hätte noch einige Minuten gereicht, trotzdem stülpten alle Ihre Helme ab, um die Ausrüstung zu tauschen, um ein wenig zu trinken und die neuen Atemlufttanks und Filter anzuschließen. "Und wie läuft es?", informierte sich Darwin. "Ganz gut." Bowman ließ sich vorne in seinen Sitz sinken. "Wir konnten ungefähr 3 ganze Geräte bergen, 2 noch, dann sind wir voll und haben einen mehr als wir brauchen. Aber sicher ist sicher." Kaum dass das Runabout abgehoben hatte, setzte es auch schon wieder auf und das Team machte sich neu bereit. "Einer noch.", freute sich Shi'raq, die Anzüge waren ihm nicht geheuer. "Falsch.", korrigierte Carl in dem Augenblick als Dave wieder nach hinten kam, um sich den Helm aufzusetzen. "Noch zwei. Nicht wahr, Chief." "Jawohl, falls doch was kaputt ist oder eins dort ausfällt. Eins würde reichen aber mit zweien ist die Abdeckung besser und die Kontrolle über das Klima und die Flora stabiler. Und wir wollen ja einen guten Job machen." Das wollten sie alle. Gute Arbeit bedeutete fast immer früher oder später auch eine Treppenstufe weiter nach oben. Für Dave wäre das die letzte Stufe ohne Offiziersschule, aber er rechnete fest damit, es bald so weit zu schaffen sich auch dafür zu qualifizieren, so gute Arbeit machte er im Krisenmanagement. Die drei verließen das Schiff und nahmen wieder Werkzeug mit, aus Erfahrung diesmal andere Geräte, mehr cardassianische und speziellere Sternenflottenwerkzeuge. "Teilen wir uns wieder auf?" fragte Morani. "Nein, ich denke wir sind jetzt schneller wenn wir zusammen gehen. Und zwar in diese Richtung." Er deutete auf eine abfallende Ebene die wie ein breites ausgetrocknetes Flussbett aussah, in der Mitte sah man eine Art Insel mit eindeutig technischen Geräten darauf. Auf dem Weg meldeten sich Moranis Ängste wieder. "Es wundert mich das wir hier so einfach rumspazieren können." "Freu dich nicht zu früh" warnte Shi'raq und zeigte auf die Insel. "Die Anlage ist befestigt." Aus der Nähe konnten Sie tatsächlich Zäune und ein kleines Gebäude entdecken. Die Terraforminggeräte waren eingezäunt und das Gebäude sicher eine Verteidigungskontrolle gewesen. "Okay, wir brauchen die Teile und haben einen Trennschneider mit, also machen wir uns den Weg frei." Sie setzten ihren Weg unter der Führung von Bowman fort. <> Ein greller Laserblitz schoss an Bowman vorbei und traf die Erde von Shi'raq. Alle erschraken. Carl wich einen Schritt zurück, Shi'raq stieß die Anti-Gravs nach vorne welche von einem zweiten Strahl zerstört wurden und Dave warf sich flach auf den Boden. "WIR WERDEN ANGEGRIFFEN!!!" schrie Carl in die Kommanlage, Darwin hörte natürlich mit. "Pachamama an Außenteam! Status! Staus durchgeben Außenteam!" forderte er Sie auf. "Hier Außenteam, Status i.O.! Sind auf eine alte automatische Verteidigungsanlage getroffen.", gab Bowman zurück der sich mit dem Team mittlerweile im Eiltempo um einige Meter zurück gezogen hatte. Die Entfernung vom Zaun bis zu den schwarzen Löchern im Boden betrug noch knappe 20 Meter. Hinter ihnen lagen etwa 80 Meter bis zum Schiff. "Verstanden." bestätigte Darwin. Dave sah den anderen in die Augen und beruhigte sich selbst wieder. "Okay, hat jemand gesehen, wo der Geschützturm ist?" "Ja." Es war Carls zittrige Stimme. "Da vorne links der kleine schwarze Hubbel neben dem Gebäude." Dave zog seinen Tricorder, konnte jedoch kein Waffensystem orten, auch keine Energiequelle. "Außenteam an Pachamama, ist etwas auf den Sensoren? Waffensignaturen oder eine Energiequelle." Es dauerte einige Minuten. "Waffensysteme nicht, auch keine Energiequelle, aber ganz klar Signaturen von Schüssen. Cardassianische Signatur würde ich sagen, jedoch unterschiedlicher Intensität." Dave sah sich um. "Vielleicht baut das Energiereservoir ab. Egal. Phaser auf das Ziel ausrichten und Feuer." Alle drei packten an ihre Seite und richteten ihren Phaser auf den Hubbel, den Zaun und das Gebäude. Maximale Stufe war eingestellt. Einer zählte bis drei und sie drückten ab für einige Sekunden. Der angerichtete Schaden offenbarte sich durch sprühende Funken, kleinere Explosionen und einem irrealen Plasmafeuer welches die Gase in der Luft entzündete. Eine Feuerwalze rollte auf das Team zu. "NOTTRANSPORT!!!! SOFORT!!!! NOTTRANSPORT!!!!!!", brüllte Dave in sein Kom, dass die anderen das Gesicht verzogen vor Schmerz im Ohr und erst dann der Schreck in sie fuhr aufgrund des Feuers. Darwin reagierte schnell und betätigte den entsprechenden Knopf. Als er sah dass das Team sich hinter ihm bereits rematerialisierte, setzte er sich wieder an seine Konsole und startete das Notstart-Programm. Während sich die Feuerwalze aus heißen giftigen brennenden Gasen explosionsartig näherte, hob das Schiff ab und flog mit maximaler Geschwindigkeit davon, um weiter schnell nach oben zu steigen. Dave, Carl und Shi'raq sahen sich immernoch geschockt an und nahmen nur langsam ihre Helme ab. Die starke Beschleunigung und der unsanfte atmosphärische Flug taten den Rest zum Unwohlsein dazu. "Verlassen die Atmosphäre, beschleunige auf vollen Impuls." gab Darwin an, während Dave sich zu seiner Konsole zerrte und die rückwärtige Sicht aufrief. Selbst aus dieser Entfernung konnte man sehen, wie die Feuerwalze sich kreisrund über den Planeten ausbreitete. Das ganze Gas auf dem Planeten würde sich entzünden. Doch er sah auch wie es in der Mitte, dem Ursprungspunkte schon wieder erlosch. Er zoomte heran, so stark das er die Geräte auf der Insel vor welcher sie gerade noch gestanden hatten klar erkennen konnte. "Sie scheinen keinen Schaden genommen zu haben durch die Hitze." mutmaßte Dave. "Na und?" bellte Carl ihn an. "Willst du etwa nochmal da runter??" "Wir müssen!" klaffte Dave zurück. "Uns fehlen noch Aggregate, das weißt du." "Wir wären fast gestorben, weil du zur Waffe greifen musstest." "Sorry, aber ich habe auch keinen Widerspruch gehört! Und jetzt mach dich wieder fertig." befahl Dave und verdeutlichte es durch seine Aussprache. Shi'raq meldete sich "Die Anti-Gravs sind hin." "Wir haben Transportmarkierungen." Darwin wies darauf hin. Er hatte das Schiff angehalten und gewendet. Aus sicherer Entfernung wies es wieder auf die Oberfläche hin. "Damit sollte es auch gehen. Zumindest die großen Teile." Dave nickte und sah dass der innere, ausgebrannte, Durchmesser mehr als 20km betragen müsste. "Landeanflug einleiten, so dicht wie es geht an die Insel heran, damit wir nur ganz kurz raus müssen. Die Sensoren zeigen an, dass die Atmosphäre kollabiert und ich will nicht vom Vakuum überrascht werden. Ausserdem wird das Feuer sich auf die Oberfläche und evetuelle Restgase und Flüssigkeiten ausgewirkt haben - kein lebensfreundlicher Ort. Wir gehen 30 Minuten raus, danach kommen wir wieder oder es gibt wieder einen Nottransport und sofortigen Start. Alle einverstanden?" Alle nickten, auch Carl, und so senkte sich die Nase des Runabouts für den Eintritt in die Atmosphäre. Die Anzeigen der Sensoren an der Wissenschaftskonsole spielten verrückt und Dave fragte sich schon jetzt wie er das würde erklären wollen an Bord der Victory. Aber erst einmal würden Sie von hier direkt zu den Hilfe suchenden fliegen, wenn sie denn ihre Mission hier heile und vollständig würden erledigen können. Die Pachamama schwebte nur wenige Zentimeter über dem Boden. "Ich versuche Sie so zu halten, das große Gewicht könnte die Oberfläche destabilisieren." Dave nickte und kam zu seinem Team, die bereits die Helme auf hatten. "und los." Die Tür öffnete sich und sie traten heraus. Da die Explosion hier stattgefunden hatte war der Zaun aufgebrochen ohne die Gerätschaften zu stark zu beschädigen und das Feuer war in Sekunden an ihnen vorüber gewesen. Dadurch waren die Nähte höchstens jetzt weicher und leichter zu durchtrennen. Nach 5 Minuten hatten sie beide Türme gekippt in gemeinschaftlicher Arbeit und fingen mit dem Zerlegen an, es dauerte die ganze Zeit die sie sich als Rahmen gesetzt hatten. "Pachamama an Aussenteam, eure Zeit ist rum. Status?" "Uns gehts gut, nur noch ein paar Minuten, dann sind wir so weit." Shi'raq fing bereits damit an die Transportmarkierungen an die großen Teile anzubringen und sammelte danach Kleinteile auf und brachte Sie zum Schiff. Während Dave den Transport bewachte, machte sich auch Carl daran, kleine Einzelteile zu tragen. Dave sammelte das Werkzeug noch ein und das Dreierteam verschwand wieder hinter der Luke nach getaner Arbeit. Es hatte doch fast 50 Minuten gedauert bis das Shuttle wieder nach oben stieg. Aus dem All erkannte man, dass die Feuerwalze schon 80% des Planeten verbrannt hatte und jetzt bald aufeinander stoßen würde. Das, so vermuteten alle, würde die instabile Atmosphäre endgültig kollabieren lassen. Doch zum zuschauen hatten Sie keine Zeit. Sie ließen die Sensoren zwar ausgerichtet, mussten aber weiter zum nächsten Planeten um noch andere Technik, Wasseraufbereitung, zu bergen. Dafür war noch ein ganzer Frachtcontainer leer. "Alles klar?" Dave setzte sich verschwitzt und von der Mission bis dato geschockt neben Darwin. Nach dem Bowman und seine Leute wieder im Shuttle waren hatte Marc den Kurs für Trelka IV gesetzt. Er achtete nicht auf die Explosion auf dem Planeten." Ihr hatte ja großes Glück da unten ". "Wir sind so in 20 min da. Wo wollt ihr eigentlich die Teile aufstellen? "Er schaute Bowman fragen an. --- Runabout Pachamama, etwas später "So wir setzen jetzt zur Landung an haltet euch fest es wird wider holprig". Er grinste breit und drückte wider auf den Tasten rum. "So wir kommen jetzt in die Atmosphäre". Es holperte ein wenig. Marc setzte jetzt zu Landung an. Nach einem kräftigen Rumms setzte er das Shuttle auf. "Alles aussteigen wir sind jetzt da ich hoffe sie hatten einen angenehmen Flug und beehren sie uns mal wieder." Ein breites Grinsen machte sich auf seinen Backen breit. "Wunderbarer Flug.", kommentierte Morani von hinten und rieb sich etwas das Hinterteil. "Dann machen wir uns mal wieder für den Ausstieg fertig." Dave nickte. "Aber hier sollten wir es einfacher haben, die Wasseraufbereiter die wir hier bergen sollen haben eine praktische Transportgröße." Er sah zu Darwin. "Berechnen Sie schonmal einen Kurs und rufen sie die Victory, damit man uns eine Landeposition auf dem Planeten gibt ... ich glaube Ensign Nyberg ist die Ansprechpartnerin, kann auch sein, dass Sie schon auf dem Planeten ist." Bowman stand auf und ging zum Umziehen nach hinten. Marc wartete bis die anderen aus dem Shuttle waren, dass er Ruhe hatte und drückte dann auf den Summer "Darwin an Ensign Nyberg, bitte kommen. Ich wollte wissen, wo unsere nächste Landeposition ist, dass ich schon mal die Positionsangaben einstellen kann Danke." Er tippte einige Tasten und wartete auf die Antwort von Ensign Nyberg. --- Trelka V, provisorisches Verwaltungsgebäude Auf dem Vorplatz wartetet niemand, also würde ihr Empfangskomitee wahrscheinlich im Innern des Gebäudes warten. Wobei Anna dachte, dass 'Gebäude' etwas hochgegriffen war. Der Komplex machte eher den Eindruck einer in aller Schnelle aus Thermobeton oder einer ähnlichen Substanz errichteten Baracke. Wenigstens hatte jemand daran gedacht, auch den Vorplatz mit dieser Substanz einzuebnen, so dass sie jetzt aus dem Shuttle auf festen Boden gelangte. Abseits sah es eher nach knöcheltiefem Matsch aus. Sie nahm an, dass ihre Begleitung aufschließen würde und machte sich auf zur Tür. Man hatte ihre Ankunft wohl beobachtet, denn sie glitt zur Seite und dahinter konnte man eine Wache in Uniform erkennen. Zügig eilte Trevor an Nybergs linke Seite, um für alle aggressiven Eventualitäten gewappnet zu sein. Doch die Miene desjenigen, welcher das Shuttle willkommen heißen sollte, verriet lediglich Entschlossenheit, keine wirkliche Gefahr. Goodchild entspannte sich etwas und begleitete Ensign Nyberg und den Gul anschließend zu dem Gebäude, in welchem die organisatorischen Fäden zusammenlaufen sollten. Da der Regen unaufhörlich die Sicht auf die Umgebung nahm, konnte der Sicherheitler keine Informationen darüber sammeln, wie der Status des Planeten war. Er musste wie die anderen auch auf das Resultat des bevorstehenden Briefings warten. Anna nickte der Wache kaum merklich zu, als sie durch die Tür trat. Hinter der Tür öffnete sich ein großer Raum, Saal wäre etwas übertrieben gesagt, in typisch cardassianischen Stil. Gedämmtes Licht, dunkle Farbtöne und kantig anmutende Architektur. Die Temperatur war unterhalb des Komfortbereichs, doch deutlich über dem, was Anna als 'normal' bezeichnet hätte. Sie beherrschte sich, sich nicht gleich die Regenkleidung von sich zu werfen, sondern mit bewussten Bewegungen erst die Kapuze abzusetzen und dann das Oberteil zu öffnen. Es verschaffte ihr auch einige Minuten sich in diese Umgebung einzufinden. Es war schon sehr lange her, dass sie direkt mit Cardassianern zu tun hatte, in einer cardassianischen Umgebung, wo sie Temperatur, Beleuchtung, Architektur zurück in ihre Erinnerung warfen. Selbst die einfachste Art, sich zu beruhigen - tief durchzuatmen - bot keine Entspannung, denn allein der Geruch - jeder hatte einen gewissen eigenen Geruch und Anna wäre nicht einmal sicher, ob jemand unvoreingenommenes ihn wahrnehmen würde - der in der Luft lag, schien ihr Unterbewusstsein direkt anzusprechen. Doch kaum, dass der Kapuzenrand ihren Nacken berührt hatte und sie ihren Kopf wieder hob, blickte sie den Vorsitzenden ihres Begrüßungskommandos freundlich an, während sie gedanklich wie ein Mantra wiederholte: "Ich bin ein Sternenflottenoffizier, ich bin ein..." "Guten Tag, Administrator Tevrim.", begrüßte sie den Verwalter in akzentfreiem Cardassianisch, um dann direkt in Föderationsstandard zu wechseln. "Ich bin Ensign Anna Nyberg, OPS-Offizierin der USS Victory. Ich bin für die Koordination der Aktivitäten hier auf der Oberfläche zuständig." Goodchild beobachtete die Situation mit wachem Auge, damit ihm auch nicht die kleinste Veränderung entging, welche dem Außenteam gefährlich werden könnte. Doch bislang blieb alles ruhig. Wenige Augenblicke später trat eine junge Cardassianerin mit streng zurückgekämmten hellbraunen kurzen Haaren neben Tevrim. Sie besah sich Nyberg fasziniert, so, wie ein Biologe einen gerade neu entdeckten Käfer mustern würde. Trevors Blick hing kurz auf der hinzugekommenen zierlichen Frau. Er konnte sie als Madintas Korik identifizieren. Sie trug eine Kombination aus schwarzem Stoff und braunen Fransen, die Lederapplikationen ähnelten. Tevrim warf einen unwirschen Blick über seine Schulter. Er mochte diese Frau nicht. Oder besser ihre Art. Sie konnte noch so sehr als Zivilistin auftreten, aber er glabute ihr kein Wort. Allein ihre Art, unbemerkt plötzlich im Hintergrund aufzutauchen, sprach für ihn Bände. Der Standortkommandant war pünktlich zu diesem Termin erschienen, sie brauchte ihren Auftritt. Er war vermutlich nicht der einzige hier, der einen Verdacht hegte, doch hatte er niemals auch nur ein Wort des Verdachtes geäußert, dafür hing er zu sehr an seinem Leben. "Willkommen, Ensign.", begrüßte er die Sternenflottenabordnung. "Ehrlich gesagt, hatten wir cardassianische Truppen erwartet.", er lächelte, aber nur mit seinen Lippen. "Dass die Krise derart schwerwiegend eingeschätzt wird, ist mir neu." "Unsere Mission führte uns in die Gegend, da war es eine Selbstverständlichkeit, unserem cardassianischen Bündnispartner zu Hilfe zu kommen, wie sie es sicherlich auch getan hätten, würden wir unvermutet in Probleme geraten.", antwortete Anna mit einem diplomatischen Lächeln. "Meine Begleiter sind Gul Telmar, der cardassianische Verbindungsoffizier an Bord der USS Victory und Lieutenant Goodchild, stellvertretender Sicherheitschef.", sie wies hinter sich in die jeweilige Richtung. "An Bord der Victory stehen Teams der Medizin und Technik bereit, um ihre lokalen Kräften zu unterstützen. Auch werden in diesem Moment die Anlagen von Trelka VI und IV geborgen, um eventuell hier lokal eingesetzt zu werden." Wie auf Kommando meldete sich ihr Kommunikator. "Sie entschuldige mich einen Moment.", sie trat etwas zurück und nahm dann den Ruf entgegen. >> "Darwin an Ensign Nyberg bitte kommen ich wollte wissen wo unsere nächste Landeposition ist das ich schon mal die Positionsangaben einstellen kann Danke." << Anna trat wieder zurück zur Gruppe. "Sie haben es vielleicht gehört. Die Anlagen werden gleich geliefert. Beim Überflug schien mir die Bergflanke, südöstlich von mir, gut für provisorische Unterkünfte geeignet. Mit ihrem Einverständis würde ich das Shuttle dort parken." Sie sah das Trio an, allen voran den Administrator, und wartete eine Reaktion ab. Was sie natürlich nicht wussten, war, dass sie die Position vorsorglich bereits in den Flugplan der Pachamama hatte überspielen lassen. Zuletzt blieb ihr Blick an der Frau hängen, die zuletzt hinzugetreten war. Ihr Blick war ihr mehr als unangenehm aufgefallen und fühlte sich gerade in ihren Vermutungen über Madintas Korik bestätigt. Als die besagte Bergflanke zur Sprache kam, huschte ein seltsamer Schatten über das Gesicht der Cardassianerin zur Rechten von Tevrim. Kurz darauf meldete sich die junge Frau das erste Mal zu Wort: "Ich grüße Sie alle. Mh..", ihr Blick senkte sich für eine Sekunde, als ob sie nicht genau wusste, wie sie ihre Bitte formulieren könnte, "Für die Einrichtung der Unterkünfte biete ich meine Unterstützung an. Die Bergleute stehen unter meinem Befehl und daher... würde ich mich hier engagieren können." Dass auch noch ganz andere Gründe für ihre rasche Beteiligung an diesem Projekt sprachen, wurde zunächst nicht bekannt. --- Frachtraum Im Frachtraum lagen bereits die ersten Hilfsgüter, vor allem Zelte, bereit, um auf die Oberfläche gebeamt zu werden. Genauso waren die ersten Vorauskommandos bereit, welche die Schäden feststellen und deren Beseitigung koordinieren sollten. "Perel an Nyberg, die Technik ist bereit, auf den Planeten zu beamen.", informierte Dan die OPS-Offizierin, die sich auf dem Planeten mit den Cardassianern herumschlagen musste und die gesamte Mission im Auge behalten sollte. --- Deck 10, vor Transporterraum 3 Lexi nickte Shyla zu, trat auf die, durch die Anzahl der umstehenden Personen geöffneten Türen des Transporterraums und kontrollierte auf dem Weg zur Plattform schnell ihre Ausrüstung, ob auch wirklich alles dabei und alles an seinem Platz war. Auf Trelka würden sie keine Gelegenheit haben, mögliche Patzer zu korrigieren, dort zählte jede Sekunde und ein falscher Handgriff, weil ein Präperat oder ein Gerät am falschen Platz war, konnte einem der Patienten das Leben kosten. Hoffentlich war das Zelt schnell aufgestellt, dass sie nicht zu lange im Regen arbeiten mussten. Nachdem ihre Kontrolle beendet war, blickte sie wieder zu Miller und Patterson, welche Anna noch kontakten wollte. Und schon schweiften ihre Gedanken zu Anna ab... Sie wußte sicherlich durch ihre Anwesenheit in der Konferenz, dass sie wieder in den Dienst berufen war, wenn auch nicht mit absoluter Sicherheit, dass sie an dem Einsatz teilnehmen würde, immerhin hatte Commander Izami ihr die Wahl gelassen. Aber Anna kannte Lexi vermutlich gut genug, um die Antwort schon erahnen zu können. --- Runabout Pachamama "Was für ein Ritt.", scherzte Morani im Heck des Schiffes. "Wieso?", fragte Shi'raq nach. "Die Landung war doch vorbildlich." "Na klar, der Typ fliegt klasse, aber der holt auch echt alles aus dem Schiff raus - wir haben halt wenig Zeit, das meinte ich." "Schon gut" mischte sich Bowman ein. "Er ist wirklich gut geflogen. Er hält die Dringlichkeit und die Sicherheit im Einklang." Morani schaute nicht schlecht "Seit wann so wohl formulierte Töne von dir?" "Seit wir fast drauf gegangen wären! Die Mission ist zu wichtig und wir waren uns unserer Verantwortung nicht bewusst genug. Ich zumindest nicht. Das ändert sich jetzt. Wir machen jetzt ne absolut saubere Sache und bauen gleich die Teile da auf, wo sie benötigt werden und damit werden wir Hunderten und Tausenden helfen!", Bowman beendete sein Plädoyer damit, dass er sich den Helm aufsetzte. "Hunderten und Tausenden Cardassianer die uns gestern, wo es ihnen noch gut ging am liebsten tot gesehen hätten.", fügte Morani hinzu und setzte seinen Helm ebenfalls auf. Shi'raq der ihn bereits als erster angeschlossen hatte beendete die Diskussion über Kom. "Dann haben wir die historische Möglichkeit ein Zeichen zu setzen. Und jetzt auf, wir haben Geräte zu bergen." Die drei verließen das Schiff und nahmen ihr Werkzeug. --- Trelka V, provisorisches Verwaltungsgebäude Anna kratzte ihren sämtlichen Fähigkeiten in cardassianischer Körpersprache zusammen, um ein kühles, aber doch dankbares Lächeln hinzubekommen, begleitet von einem sehr exakten Neigen des Kopfes, das ebenfalls Dankbarkeit und Respekt bekunden sollte, aber auch kein Quentchen mehr als nötig. "Ich danke Ihnen, Miss Korik. Ich werde diese Information gleich an unsere Außenteams weiterleiten." Dann sah sie wieder zu Administrator Tevrim, abwartend, ob ihm der Standort des Lagers ebenfalls genehm wäre. Den uniformierten Dritten dieses Empfangskommandos beachtete sie vorerst nicht, streift ihn nur mit einem Seitenblick. Er hatte sich bisher nicht zu Wort gemeldet, also nahm sie an, der Kommandant hatte vielleicht schon im Vorfeld mit Tevrim geklärt, was es von seiner Seite zu klären gab. Jekany Tevrim bemerkte, wie die Erdenfrau ihn wieder ansah. Er musste nicht lange überlegen. Ihm war das Gelände hier bekannt wie der Vorgarten seines Elternhauses auf dem Heimatplaneten. Bei den allgemeinen Notfallplanungen, die die Einrichtung einer permanent bewohnten Kolonie vorgelegt werden mussten, war diese Bergflanke bereits für solche Fälle ausgewiesen worden. Und wie es schien, war die Sternenflotte ähnlich gründlich bei der Analyse, was ihn aber nicht sonderlich überraschte, vielmehr hatte er es erwartet. "Ich finde, Sie haben eine ausgezeichnete Wahl getroffen.", antwortete er dann. "Und ich kann Ihnen versprechen, Sie werden nicht nur auf die Hilfe der Minenarbeiter zurückgreifen können." Ein kurzer Blick huschte hinüber zu Korik. Er würde sie im Auge behalten müssen, so kooperativ zeigte sie sich selten. "Sondern auch auf jeden Bürger, der noch im Besitz seiner Kräfte ist." Mit einer gewissen Gönnermine fügte er hinzu: "Ihr Shuttle hat natürlich Landeerlaubnis." "Ich werde es gleich weitergeben.", antwortete Anna, diesmal mit einem etwas echteren Lächeln und zog sich sogleich in den Hintergrund zurück, doch kam gar nicht soweit, eine Verbindung zur Pachamama aufzubauen, denn ihr Kommunikator meldete sich. >> "Patterson an Nyberg, die Mediziner und meine Leute sind bereit, auf die Oberfläche zu beamen." << >> "Perel an Nyberg, die Technik ist bereit, auf den Planeten zu beamen." << Beide Rufe trafen fast zeitgleich ein, der Einfachheit halber öffnete sie einen Kanal zu beiden gleichzeitig: "Nyberg an Patterson und Perel. Die Koordinaten der Variante A sind bestätigt, Sie können loslegen. Die Hilfe der Minenarbeiter und sonstigen Kolonisten wurde uns zugesichert, machen Sie davon Gebrauch. Zur Pachamama sandte sie nur eine kurze Bestätigung, sie wollte die Geduld der drei Cardassianer nicht über Gebühr strapazieren. Als sie wieder zurück zur Gruppe trat, wandte sie sich wieder an den Administrator. "Eine Sache wäre noch, Administrator.", sie zögerte einen Moment, bevor sie fortfuhr. "Aufgrund der jüngsten Ereignisse sind wir natürlich um die Sicherheit des Lager besorgt." Jetzt wechselte ihr Blick zwischen dem Administrator und dem Kommandanten hin und her. Die Frage ging beide an, doch war sie sich nicht sicher, in wessen Entscheidungskompetenz es letztlich fiel. "Und natürlich möchten wir unsere Außenteams und ihre Kolonisten ausreichend geschützt wissen. Doch verständlicherweise wollen wir keine Föderationstruppen auf cardassianischen Boden entsenden." Hier meinte sie ein scharfes Einatmen zu hören. "Daher wäre es mir ein Anliegen, dass wir nur die nötigsten Sicherheitskräfte mitbringen und Sie den Rest der Schutztruppe stellen." Sie wartete kurz ab, da ein Blick von Tevrim zu dem Kommandanten glitt. "Es hätte auf die Kolonisten bestimmt eine beruhigendere Wirkung. Sollte Not am Mann sein, könnten wir immer noch aushelfen." Anna fragte sich gerade, ob sie nicht zuviel geredet hatte. Sie befürchtete fast, dass bei ihrem Gegenüber angekommen war, dass sie eigentlich genug Bewaffnete hätten, den gesamten Planeten einzunehmen. Jekanys rechte Augenschuppen waren während der Rede des Ensigns langsam nach oben gewandert. Halb aus dem Gedanken, Föderationstruppen diesen Boden betreten zu lassen, halb aus Erinnerung an sein Gespräch mit Glinn Frekep noch kurz vor diesem Zusammentreffen. Der Glinn war noch recht jung, zum ersten Mal auf einem Posten, bei dem er seinen direkten Vorgesetzen nicht täglich direkt vor der Nase hatte. Er war sehr pflichtbewusst und enthusiastisch, doch noch zu unerfahren. Zumindest unerfahren genug, dass Tevrim sich getraut hatte, ihn zusammenzustauchen, warum seine Soldaten sich die Arbeit von der Föderation abnehmen ließen. Frekep stieß das ganze wahrscheinlich ebenfalls bitter auf, war er doch Patriot durch und durch, und wann immer er sich politisch äußerte war klar, dass er der im Militär vorherrschenden konservativen Strömung anhing. Immerhin hatte er einen Vorteil: wenn er beleidigt war, hielt er wenigstens den Mund. Ein Blick Tevrims traf auf seine dunkle Mine und veranlasste ihn nur zu wenigen trockenen Worten: "Der Schutz ihrer Landsleute ist die oberste Pflicht meiner Soldaten. Sie sind bereits unterwegs." Über den letzten Satz war Anna doch etwsas erstaunt, ihr war nicht aufgefallen, wie er gerade überhaupt mit seinen Untergebeen hatte kommunizieren können. "In Ordnung. Lieutenant Goodchild wird mit Ihnen das Vorgehen absprechen, sofern noch Klärungsbedarf besteht. Wenn nicht, würde ich mich gerne zum Standort des provisorischen Lagers begeben, um die Aufbauarbeiten zu begleiten." Sie wartete ab, ob sich noch eine Frage oder ähnliches ergab. --- Runabout Pachamama "Crew ist vollständig und unsere 'Ware' sicher untergebracht. Bereit wenn Sie es sind." Bowman ließ sich neben Darwin auf den Sitz nieder. "Haben wir mittlerweile Daten vom Planeten wo wir langen können und wo wir aufbauen müssen?" --- Trelka V, provisorisches Verwaltungsgebäude Goodchild würde die Angelegenheit pragmatisch angehen, so hatte er in den letzten paar Minuten während des Gesprächs sowohl die Anwesenden, als auch die nähere Umgebung im Auge behalten. Die Sicherheit von Nyberg und Gul Telmar besaß höchste Priorität. Doch als es darum ging, die Zusammenarbeit mit dem hiesigen Kommandanten zu koordinieren, mußte der Slowake kurz überlegen. Er mußte einen Mittelweg finden. So ergriff er das Wort, nachdem die Missionsleiterin ihre Ausführungen beendet hatte: "Ich würde Sie bitten, uns zu dem besagten Treffpunkt zu begleiten, dann kann ich Ihnen die Offiziere der Sicherheitsabteilung vorstellen, die mit der Organisation des Lageraufbaus vor Ort betraut sind." Trevor nahm mit seinem cardassianischen Kollegen Blickkontakt auf und erntete ein zustimmendes Kopfnicken. "Gut, dann steht unserem Aufbruch aus meiner Sicht nichts mehr im Wege", kommentierte Trevor die Situation zuletzt und sah zu Ensign Nyberg. Jetzt ging es also los. Madintas schluckte hart, obwohl sie nichts weiter zur jetzigen Lage sagen musste. Niemand der Anwesenden ahnte von dem Dilemma, in welchem die junge Cardassianer steckte, oder etwa doch? Unruhe breitete sich in ihrem Innern aus, als sie daran dachte, ihre Tarnung könnte auffliegen. Aber sie wurde bedroht, hatte nur einen kleinen Anteil an der Geheimnistuerei.... Sie durfte jetzt noch nicht über ihre Schulter zu ihren Erpressern schauen, diesen Wunsch mußte sie hinten anstellen. So wartete sie geduldig, ob alle mit der bisherigen Planung einverstanden waren. Anna nickte kurz zu Goodchild und machte dann auf dem Absatz kehrt, zog die kapuze hoch und ging nach draußen, in der Hoffnung, dass der Rest ihr folgte. Bereits nach wenigen Schritten in dem schmatzenden-schlammigen Untergrund war ihr klar, dass sie die fünfzehn Minuten Fußmarsch bis zur Stelle des Lagers lieber nicht auf sich und die restliche Leute nehmen würde. Daher bog sie gleich Richtung Sedna ab. "Es wird ein bisschen eng werden, aber für die paar Meter können wir die Spezifikationen ausreizen.", mit diesem Kommentar ließ sie die Rampe der Sedna herunter und betrat das Shuttle. "Zu den Landekoordinaten, Variante A.", sagte sie kurz und bündig, dem Piloten, dessen Augen größer wurden, als er sah, wer sich gerade alles in den kleinen Raum des Shuttles quetschte. --- Trelka V, Shuttle Sedna Als sie irgendeinen Ellbogen in die Rippen bekam, war sich Anna auch nicht mehr so sicher, ob es eine gute Idee war. Sie hoffte, dass Goodchild nicht tausend Sicherheitler-Tode sterben würde und zischte nur schnell hinterher an den Piloten: "So schnell es geht." Und so war es auch. Kaum war die Rampe geschlossen, machte das Shuttle einen kurzen Hüpfer, von nicht einmal einer Minute. Schmatzend setze es auf dem Boden auf und hob sirrend wieder ab. "Tut mir leid.", sagte der Pilot. "Es ist besser, Sie steigen aus, solange das Shuttle schwebt. Für diese Überlast ist die Bodenbeschaffenheit zu instabil. Ich will nichts riskieren." Anna seufzte. Immerhin war er so gut, dass Shuttle nur 5 cm hoch schweben zu lassen, sodass die Rampe immer noch den Boden berührte. "Da wären wir. " Sie waren am obersten Punkt des Lagers und auf der Fläche, die sich unter ihnen erstreckte, sah man bereits, wie Paletten materialisierten und von emsigen Helfern entladen wurden. --- Trelka V, Standort Notunterkünfte Kaum fiel Nybergs Startschuss, war in der Umgebung trotz des prasselnden Regens reges Transporter-Flirren zu vernehmen. Nach und nach trafen alle Außenteam-Mitglieder ein und gruppierten sich zunächst um ihre jeweiligen Leiter. Dan schickte die Techniker, die das Lazarett aufbauen sollten, zu den Medizinern, damit die gemeinsam einen geeigneten Standort bestimmen konnten. Milas Leute sicherten die gesamte Gruppe ab, jedenfalls so gut, wie sie es konnten. "Ich denke, wir sollten uns bei denen da oben vorstellen, damit die nicht gleich ob der Horden erschrecken, die wir um uns haben.", meinte Mila zu Miller, Haris und Dan, der gerade das Team hatte ausschwärmen lassen, das den Aufbau der Notunterkünfte koordinieren sollte. Gemäß Nybergs Weisung sprachen diese umstehende cardassianische Siedler an, um auf diese Weise Freiwillige für die anstehenden Aufgaben zu gewinnen. "Nichts desto Trotz können unsere Horden schon mal mit ihren jeweiligen Arbeiten beginnen.", bemerkte Dan, und weiter lag Transporterflirren in der Luft. Die ersten Paletten mit Notunterkünften wurden bereits herunter gebeamt. Lexi blickte sich um. Der Himmel war dunkel und es goss aus Strömen, wie angekündigt. Von rings um sie herum erblickte sie fast schon 'Horden' von Cardassianern und Panik beschlich sie. Sie hatte jetzt mehr mit Föderationsbürgern oder einem ehemaligen Gefangenenlager gerechnet. Auf was hatte sie sich da nur eingelassen? Sie sah zu einem der Ränder des Plateaus, wo sich gerade eines der Shuttles der Victory niederließ. Es schienen mehr Personen in dem Shuttle gewesen zu sein, als es eigentlich üblich war, vermutlich selbst über die Schutzbestimmungen hinaus. Zudem tauchten immer mehr Cardassianer auf dem Plateau auf, einerseits, um sofern es die eigene Kraft zuließ zu helfen oder um unter anderem medizinische Hilfe zu ersuchen. Jetzt erst wurde der jungen Ärztin bewusst, dass sie sich gar nicht wirklich Gedanken darum gemacht hatte, was sie hier erwarten würde. Es war einfach nur die Chance gewesen, die sie gesehen hatte, um dem Counselor zu beweisen, dass er falsch lag mit seiner Einschätzung. Am Shuttle glaubte sie Anna zu erkennen und versuchte sich zusammen zu reißen. Heute war sie nicht allein, sie hatte helfende Hände und auch genug Schutz, hoffte sie jedenfalls. Sie schluckte ein paar Mal bevor sie sich versuchte die eher flüchtig gelesenen Daten in den Sinn zu rufen. Es hatte etwas von einer Seuchenbekämpfung drauf gestanden, das konnte vieles bedeuten. Einmal die schon infizierten Personen zu heilen und andererseits weitere Ansteckungen verhindern. Lexi holte tief Luft und machte sich daran den eingeteilten Gruppen zu folgen und holte ihre Instrumente raus, um sich so gut und neutral als möglich ans Werk zu machen, auch wenn ihr die Situation ganz und gar nicht behagte. Kaum waren sie auf dem Planeten angekommen, da ging es auch schon los. Zum Glück hatten sie die Teams vorher eingeteilt, so dass jeder wusste, was zu tun war und an wen er sich zu halten hatte. Denn in kürzester Zeit herrschte ein relativ großes Chaos. Shyla ging umher und versuchte, den Überblick zu behalten. Erste Notunterkünfte wurden aufgebaut und auch die Schwerverletzten wurden erstversorgt. Shyla gab hier und da einen Ratschlag zum Aufbau und zur Wahl der Standorte für die Notunterkünfte, beantwortete Fragen und half, Probleme zu lösen. Sie entdeckte ihre Stellvertreterin inmitten einer Horde cardassianischer Helfer und ging auf sie zu. "Alles in Ordnung mit Ihnen?", fragte sie Haris. Sie konnte sich gut vorstellen, dass sich Lexi schon einmal wohler gefühlt hatte. Ihr selber ging es ähnlich, und das ohne dass sie zuvor so ein prägendes Erlebnis mit Cardassianern gehabt hatte. --- Trelka V, Shuttle Sedna Zähneknirschend hatte Trevor mitansehen müssen, wie sich die Gruppe um Tevrim und Korik in das Föderationsshuttle gequetscht hatte, welches für solch eine große Mannschaft nicht ausgelegt war. Jetzt befanden sich alle im hinteren Bereich der Sedna, während der Sicherheitler einen kleinen, aber zumindest effektiven Puffer zwischen den Cardassianern und der Ensign darstellte. Der Slowake behielt während des kurzen Transports die Anwesenden wachsam im Auge. Da gerieten ihm erneut die drei schwarzgekleideten, fast uniformierten, Privatbewacher der Minenaufseherin Korik ins Blickfeld. Stirnrunzelnd folgte Trevor seinem Instinkt und wandte sich rasch an eine der Konsolen, um einen schiffsweiten internen Scan zu aktivieren. Ungewöhnliche Instrumente oder auch andere nicht identifizierbare Dinge würden angezeigt werden. Der Slawe befand sich noch nicht lange an der Spitze der Sicherheitsabteilung und konnte somit naturgemäß nicht die Erfahrung und Menschenkenntnis aufweisen, wie sein Vorgesetzter. Dies war wohl eine der Gründe, weshalb nun ein Fehler dem anderen folgen würde. --- Trelka V, Standort Notunterkünfte Der Ausstieg geriet ob der klimatischen Turbulenzen und aufgrund der Überfrachtung dermaßen überhastet und kompliziert, dass dem hochgewachsenen Europäer keine Zeit blieb, um das Resultat des Scans abzuwarten. Die Bewachung Nybergs stand an oberster Stelle, so folgte Trevor der jungen Offizierin nach draußen in den strömenden Regen. Auf der Plattform umringte sie fast zeitgleich etliche Cardassianer, welche auf den ersten Blick recht unkoordiniert umherliefen. Koriks Hände waren schweißnass, als sie nach einem spitzen Gegenstand tastete, welcher sich unter einem ihrer Ärmel verbarg. 'Ruhig Blut, Madi', dachte sie, 'noch ist es nicht soweit.' Sie wechselte einen entschlossenen Blick mit einem ihrer Leibwächter, nickte und platzierte sich dann direkt neben Anna. Schweigend beobachtete Korik anschließend, wie Lef, einer ihrer Wachen auf Goodchild zuging. Trevor folgte einem der Schwarzen einige Meter von der Plattform herunter, nachdem dieser behauptet hatte, es gäbe ein Problem mit der Abstimmung der Sicherheitsvorkehrungen und ein paar Föderationsangehörige hätten sich in diesem Zusammenhang unkooperativ gezeigt. Madintas konnte die beiden Männer noch gut sehen, wenn auch ihre Mienen nicht eindeutig zu entziffern waren. Kurze Zeit später machte sich Goodchild wieder auf den Weg zurück auf das Plateau, um seiner Aufgabe gerecht zu werden. Seinem Gesicht konnte man eigentlich nichts weiter entnehmen, seine Körperhaltung wirkte jedoch gelassen. Trevor aktivierte seinen Kommunikator: "Goodchild an Patterson, wir sind gerade angekommen, ich denke, wir sollten unser weiteres Vorgehen absprechen, bitte kommen Sie zu ...." Es folgte ein unheimlicher Lärm. Die Detonation zerfetzte einen der Leibwächter, der sich in diesem Moment für seine politischen Überzeugungen opferte. Die Druckwelle erreichte die Personen, welche sich im Umkreis von etwa vier Metern um den Terrorist befanden und überraschte sie. Metallsplitter aus dem Inneren der Körperbombe, welche der Märtyrer zuvor geschluckt hatte, sausten tausendfach durch die Luft und zerrissen Haut, bohrten sich tiefer und tiefer. Einige der Betroffenen würden diesen Anschlag nicht überleben. Auch Goodchild befand sich in dieser Todeszone. Der Sog ließ den Sicherheitler meterweit durch die Luft wirbeln, bevor ihn ein mächtiger Felsen stoppte. Reglos blieb Trevor liegen. Das Chaos brach aus. Es wurde geschrieen und die meisten Menschen, die sich in der Nähe aufgehalten hatten, blieben nicht wie unter Schock sitzen, sondern stoben auseinander. Korik nutzte die Verwirrung, setzte die Spritze mit dem Betäubungsmittel rasch an Annas Hals an und drückte die Flüssigkeit in deren Kreislauf. Die junge Frau sackte zusammen und wurde von Madintas sofort huckepack genommen. Die Cardassianerin sah sich nach ihren beiden übrig gebliebenen 'Komplizen' um, konnte sie aber nirgends entdecken. Die Rauchwolke, welche sich durch die Explosion durch aufgewirbelten Sand und die Hitze entwickelt hatte, erschwerte die Sicht. So griff Korik in ihre Hosentasche und zog ein handliches Navigationsgerät heraus, um sich in Richtung Mine leiten zu lassen. Für Anna ging alles viel zu schnell. Eine Explosion, etwas, dass sich in ihre Seite bohrte und dann ein vertrautes Prickeln am Hals und mit der Gewissheit, dass hier irgendetwas gnadenlos schief gelaufen war, wurde ihr schwarz vor Augen. --- Trelka V, Mine Wenige Augenblicke später erreichte sie den Eingang zu 'ihrer' Mine und übergab die bewusstlose Frau ihren Helfern. Sie selbst ließ sich bewusstlos schlagen und wurde am Rand des Plateaus zurückgelassen, um keinen Verdacht zu bieten, sie hätte mit der Verschwörung etwas zu tun. Tief im Innern des Berges befand sich ein Bereich, der sich durch neue moderne Technik auszeichnete, welche dafür sorgen würde, dass die Sensoren der Föderation nicht ohne weiteres etwas entdecken würden. Nybergs Kommunikator lag neben ihrem letzten Standort unbeachtet im Matsch. Auch wenn Annas Sicherheit sehr relativ war, es war weit entfernt von dem Chaos, das immer noch an Ort und Stelle der Explosion herrschte. Nicht alle hatten soviel Glück gehabt. Administrator Tevrim, der Anna unfreiwillig von dem Großteil der Explosion abgeschirmt hatte, lag mit schweren Verletzungen am Boden. Und Glinn Frekep war von der Explosionsstelle weggestürzt, sobald er sich wieder aufgerappelt hatte und war bereits damit beschäftigt, einige seiner Mannen zu sammeln und für Ordnung zu sorgen. --- Trelka V, Standort Notunterkünfte Mr. Goodchild wollte Mila gerade zu sich holen, doch eine Explosion drang durch das kleine Kommunikationsgerät - und wenige Sekunden hörte man das Grollen aus den Bergen, wo sich das Lager befinden sollte. "Mr. Goodchild, Bericht!", forderte die Halbbajoranerin Aufklärung über das Geschehnis, bedeutete den Sicherheitsleuten in ihrer Umgebung erhöhte Alarmbereitschaft. Als Shylas Stimme hinter Lexi erklang, schreckte sie ein wenig zusammen. "Ja, ich denke schon. Es gab schon angenehmere Situationen, aber ich hätte mich auch besser informieren sollen", erwiderte sie und versuchte zu Lächeln. Plötzlich schien der Boden leicht zu zittern, kurz darauf hörte man die Detonation, die dafür verantwortlich war. Lexi wandte den Blick in Richtung dessen, aus der sie die Detonation hörte, aber der Schall schien von überall her zu kommen und so ließ die den Blick über das ganze Lager gleiten, bis ihr Blick von einer riesigen Rauchwolke gefesselt wurde, welche sich dort in den Himmel erstreckte wo kurz zuvor das Shuttle von der Victory gelandet war. Und als wären nicht schon genug Personen auf dem aktuellen Raum flüchteten noch mehr in Richtung der geplanten Notlager. Lexi blickte sich zu Shyla um. Dort oben mussten Sternenflottenoffiziere sein, welche bei dem Anschlag verletzt worden sein konnten. Wenn ihr Blick sie nicht getäuscht hatte, war auch Anna bei dieser Gruppe gewesen. Ihr Blick wanderte wieder zur Rauchwolke, dann wieder zu Shyla und wieder zur Wolke. Es drängte sie nachzusehen, was dort oben passiert war, aber andererseits konnte dort oben noch mehr Gefahr drohen. Schließlich blieb ihr Blick an der Rauchwolke fixiert und Lexi versteifte sich. "Doktor Haris, bereiten Sie sich mit zwei Leuten darauf vor, in den Gefahrenraum zu beamen. Sie starten aber erst auf meine Anweisung hin. Ich habe nicht vor, Sie in einen Hinterhalt zu schicken.", wies Mila die jüngere Ärztin an und suchte zwei Sicherheitsleute aus, welche die Mediziner begleiten sollten. Lexi wandte den Blick von den Qualm- und Rauchschwaden ab und blickte zu Patterson. In den Gefahrenraum? Was würde sie da wohl erwarten? Sie war Ärztin, aber dort würden sie definitiv Situationen erwarten, die zu den unangenehmeren ihres Jobs gehörten. Und Lexi fragte sich noch immer, ob sie richtig gesehen hatte, dass Anna dort oben aus dem Shuttle gestiegen war, oder hatte sie es sich nur eingebildet? Wenn sie dort war, was war wohl mit ihr geschehen? Ihr Tricorder reichte nicht aus, um das Umfeld um die Unglücksstelle herum zu untersuchen. Das Wetter verhinderte detaillierte Scans über eineinhalb Kilometer Distanz. Bevor also Goodchild antworten konnte, tippte Mila auf ihren Kommunikator. "Patterson an Victory, es gab eben eine Explosion, eineinhalb Kilometer etwa nordöstlich meiner Position. Ist die Umgebung um die Unglücksstelle sicher genug, ein Mediziner-Team dorthin zu entsenden?" Shyla wollte gerade etwas erwidern, als auch sie die Explosion bemerkte. Schlagartig breitete sich noch mehr Chaos aus, Menschen kamen aus der Richtung der Explosion gerannt und andere rannten in die Richtung, wo die Rauchwolke aufstieg. Jetzt nur nichts überstürzen, erst einmal abwarten was der Statusbericht sagt, dachte sie. Nachdem Patterson ihre Stellvertreterin aufgefordert hatte, sich in den Gefahrenraum beamen zu lassen, bemerkte Shyla wie Lexi sich noch unwohler zu fühlen begann. Sie legte ihre Hand auf den Arm ihrer Stellvertreterin. "Ich werde gehen. Sie bleiben hier und koordinieren den Aufbau.", sagte sie bestimmt. Während sie nun auf eine Antwort von der Victory warteten, schnappte sich Shyla alles, was sie an Notfallequipment benötigte. Während Lexi sich immer mehr verspannte ob der Möglichkeiten, die sie dort oben erwarten könnten spürte sie Shylas Hand auf ihrer Schulter, hörte ihre Worte nur dumpf und versuchte sich darauf konzentrieren. "In Ordnung.", murmelte sie schließlich und blickte noch mal auf die Unglücksstelle hinauf. Nur mit Mühe schaffte sie es den Blick abzuwenden und sich auf die von Shyla gestellten Aufgaben zu konzentrieren. Auch hier ging alles drunter und drüber, aber wenigstens war hier ein Ende des Chaos in Sicht. Mila nickte Miller zustimmend zu, während sie wahlweise auf einen Ruf von der Brücke oder von Goodchild wartete. Sie hatte nicht daran gedacht, was wenige Stunden zuvor auf der Krankenstation passiert war. Es gefiel ihr nicht, die Mediziner erst mal zur Untätigkeit zu verdammen, doch es war nunmal nicht der erste Hinterhalt, den die Cardassianer auf diese Weise gelegt hatten. Nur schwer widerstand Lexi dem Drang erneut zu der Explosionsstelle zu blicken. Stattdessen wandte sie den Blick in Richtung Shyla und Mila. Ein paar Mal schluckte sie, bevor sie ihren derzeit dezimierten Mut zusammen nahm. "Weiß eine von Ihnen, wer außer Lt. Goodchild noch von unseren Leuten in dem Shuttle war?" Shyla schüttelte den Kopf. "Nein, ich habe keine Ahnung. Bei den ganzen Vorbereitungen habe ich vom Rest nicht viel mitbekommen", antwortete sie. Warum nur meldete sich auf der Victory niemand, was war da los? "Danke", antwortete Lexi ernüchtert und wandte sich zu den wachsenden Notunterkünften zu, da Patterson mit der Victory Kontakt aufgenommen hatte. Sie holte noch ein paar Mal tief Luft, dann mit einem Wink beorderte sie einen der Pflegekräfte zu sich und machte sich daran den Kollegen zu helfen die begonnenen Impfungen abzuschließen, damit sie bei der Versorgung möglicher neuer Verletzter zu helfen. --- Runabout Pachamama Die Pachamama hatte erst gerade aufgesetzt und Dave streckte sich während sich Morani und Shi'raq umsahen. Sie hatten ihren Posten ein wenig abseits der anderen bezogen um das Netz der Terraforming Geräte möglichst großflächig aufzubauen. "Oh mein Gott.", schrie Shi'raq. Morani und Bowman drehten sich reflexartig um und sahen den Lichtblitz, die Explosion und das Feuer. So gut man es eben aus der Entfernung sehen konnte und sie staunten alle mit offenen Mündern. Einige Sekunden später erreichte sie auch die Schallwelle und sie zuckten alle kräftig zusammen. Es war eine kleine Explosion vom Geräusch, aber sie sah so groß aus. Die drei Techniker wussten sofort Bescheid, so etwas war kein technischer Defekt, das war ein hässlicher Anschlag. Der Pilot der Pachamama, Darwin, kam von dem Geräusch aufgeschreckt ebenfalls herausgelaufen. "Was ist passiert?", fragte er und sah in die Richtung wo jetzt nur noch Rauch, Qualm und Staub zu sehen war. "Keine Ahnung." murmelte Dave. Shi'raq fand andere Worte "Eine Explosion - ich wette die Cardassianer greifen an. Diese Verbrecher!" Dave ermahnte ihn mit strengem Blick zur Ruhe. "Wir wissen nicht was passiert ist. Aber wir bauen hier erstmal gar nichts auf. Alle wieder ins Shuttle!" Dave sah zu Morani "Ruf die Victory und frag nach Instruktionen." Beim Hineingehen wandte er sich an Darwin. "Ensign, ich würde es vorziehen erstmal auf dem Boden zu bleiben, hier sind wir kein so leichtes Ziel wie in der Luft. Aber bleiben wir startbereit." Shi'raq klopfte er auf die Schulter während Sie das Shuttle betraten. "Wir haben einige Waffen, mach die taktische Konsole klar." Als die Tür sich geschlossen hatte verriegelte Dave sie mit seiner Kennung damit diese nicht von außen zu öffnen war während Sie noch standen. Einen roten Alarm hielt er für überzogen. Dave und Morani hatten die Plätze getauscht. Bowman nahm an der Wissenschaft Platz und versuchte mit den Sensoren ein klareres Bild des entfernten Schauplatzes zu bekommen, doch er wusste ja noch gar nicht wonach er suchen sollte. Also erstmal ein Scan über alles welcher Biodaten lieferte und Energiesignaturen. Und jetzt war es ihm klar - das war ein Sprengsatz. Doch er behielt es für sich. Daves Gedanken wanderten zu Silvy, wo war Sie? "Shuttle Pachamama an USS Victory - haben Explosion beobachtet, Terraforming Einsatz abgebrochen, voll einsatzbereit, erbitten Instruktionen." Wandte sich Morani, so wie er es gelernt hatte, kurz und knapp in Notsituationen an das Mutterschiff. --- Deck 1, Brücke Deirdra stürzte auf die Brücke und da sie James nirgendwo erblickte, ergriff sie das Kommando. "Was ist hier los?", fragte sie barsch und blickte in die Runde - doch recht weit entfernt von ihrem ansonsten liebenswürdigen Auftreten, sozusagen komplett im Notfallmodus. Sie hörte die Nachricht von Patterson und blickte fragend rundum zur OPS, Taktik und Sicherheit. Irgendjemand reagierte prompt und legte einen Scan der Gegend auf den Hauptmonitor. "Izami an Patterson. Ich übermittle einen Scan zu Ihnen. Wir registrieren noch Lebenszeichen...", sie stockte. "Moment. Von Ensign Nyberg gibt es nur noch eine Kommunikatorsignatur - kein Lebenszeichen an der Position.", Ihre Stimme klang alarmiert. "Holen Sie unsere Leute da raus!", entschied sie dann. "Und beginnen Sie unverzüglich mit der Spurensicherung, das will ich ungern den Cardassianern überlassen." Sie hörte das Öffnen der Türen und drehte sich halb, vielleicht war es ja der Captain? --- Trelka V, Standort Notunterkünfte "Halten Sie sich bereit, sechs Personen an die Unglücksstelle zu beamen.", erwiderte Mila und gesellte sich zu Dr. Miller, deren Pfleger und den beiden Sicherheitsleuten, die ohnehin für die Aufgabe abgestellt waren. "Doktor, die Scans sind auch aus dem Orbit heraus unklar. Wir werden dennoch hinbeamen, allerdings wäre ich Ihnen und Ihren Pflegern verbunden, wenn Sie im inneren Kreis blieben. Wir werden Rundumsicherung geben.", sprach sie Miller sowie die Sicherheitswächter an, bevor sie den Transportbefehl geben wollte. --- Deck 1, Brücke James sah als erstes die offenen Augen von Deirdra. Sie zeigten Stress, höchste Anspannung, Überraschung und ein Stück weit Ratlosigkeit, die sie offenbar mit Routine und Wissen gerade ausglich. Doch James Menschenkenntnis reichte eindeutig aus, um zu merken das hier etwas nicht stimmt. "Was ist hier los?" fragte er während er sich auf seinen Stuhl zu bewegte und seinen Blick auf den Schirm wandte. Ein detailreicher Scan war zu sehen, offenbar von der Großzone zur Evakuierung. Aber irgendetwas stimmte nicht. Neben den ganzen topographischen und geographischen Daten waren Lebenszeichen und Kommunikatorsignale eingeblendet - das war untypisch. Und noch beim gehen erkannte er das nicht jeder Fleck aus beiden Farben bestand. Da gab es auch einige reine Kommunikatorsignale und manche schienen, so zeigte die Legende, fehlten scheinbar komplett. Sein Blick ging zu Deirdra und sein Gesicht und seine Körpersprache zeigten 'Was verdammt ist passiert?' "Es hat eine Explosion auf dem Planeten gegeben.", antwortete Deirdra knapp und fragte sich, ob James auch den Eindruck hatte, dass sie von einer Katastrophe in die nächste schlitterten. "Die ersten Scans deuten auf eine Bombe hin, für einen technischen Defekt oder Unfall kommt an dieser Stelle nichts in Frage." Sie sah, dass James den Scan betrachtete. "Ich habe Patterson befohlen, unsere Leute da raus zu holen und mit der Spurensicherung zu beginnen. Ein Ärzteteam wird außerdem dorthin transportiert." Dann setzte sie sich auf ihren Platz neben James. Was ihm jetzt bevorstand war nicht leicht, dachte sie. Wäre es gerade ein privates Umfeld, hätte sie vielleicht ihre Hand mit einem sanften, Unterstützung gebenden Druck auf sein Knie gelegt. Das Schicksal meinte es wirklich nicht gut mit ihm. Der erste Reflex in so einer Situation war sicherlich, die eigenen Leute in Sicherheit zu bringen. Doch konnte es sich ein Sternenflotten-Captain leisten, tausende unschuldige Zivilisten wegen einiger weniger, wenn nicht sogar eines einzigen Attentäters leiden und vielleicht sterben zu lassen? "Eine gute Entscheidung." murmelte James während sich Deirdra neben ihn setzte. Patterson war sicher fähig mit der Situation umzugehen und medizinisches Personal war immer gut in solch einer Situation. Aber waren Sie sicher dort? James tippte auf seiner kleinen Arm Konsole herum und drehte sich nach hinten um. "Wie lange bis die cardassianischen Rettungstrupps eintreffen?" "Etwa 5 Stunden, Sir." war die knappe Antwort. James schaute wieder auf den Schirm. Die Infrastruktur war kaum wieder hergestellt und sein Techniker Team hatte auch noch nicht damit begonnen die Terraforming Geräte aufzubauen. Doch die paar noch intakten Geräte hielten in einem begrenzten Bereich den Planeten stabil. Das musste reichen entschied er. James beugte sich zu Deirdra "Ich bin der Meinung wir unterbrechen den Hilfeleistungseinsatz, holen alle Helfer wieder an Bord und schicken ausschließlich bewaffnetes Personal auf den Planeten, um die Teams zu schützen die sich um unsere Crew Mitglieder kümmern - offenbar will man uns dort lieber tot als lebendig sehen - und Tote können nicht helfen." Insgeheim hoffte James, dass es keine unschuldigen Opfer unter den Zivilisten gab. Aber wenn doch, dann würden die Separatisten wenigstens den Rückhalt aus der Zivilbevölkerung verlieren. Der Ruf der Föderation war eh ruiniert. Die Liato war außerdem auch noch anwesend und durchaus in der Lage ihrem eigenen Volk zu helfen. "Die Liato sollten wir informieren, sie können den Hilfeleistungseinsatz fortführen. Wir schützen uns ab sofort selber - auf Zusagen können wir nicht mehr vertrauen." Er sah Deirdra fragend an. Sie war sicher kein Freund seiner Überlegungen. Und es war sicher auch nicht ganz nach den Regeln - aber das war ein Anschlag auch nicht. Ihm war nicht nach Rache an Unschuldigen, aber ein kleines Stück Vergeltung für die Leiden an seiner Crew ... und sollte er wieder Opfer zu beklagen haben, würde er auch nicht zögern selber zu den Waffen zu greifen. Mit ein paar Befehlen auf seiner Konsole rief er alle Mitglieder der Sicherheit aus der Bereitschaft zum ausrüsten in die Waffenkammern. Dann schaute er wieder zu Deirdra, um nach Zustimmung zu suchen. Deirdra lächelte schwach. James war noch kein richtiger Kommandant, das merkte man. Es fehlte ihm noch die nötige Souveränität. Aber sie wollte ihm ja keinen Strick daraus drehen, ihr Platz war an seiner Seite, um ihm zu Hilfe zu kommen. "Mach es so.", sie nickte bedächtig. "Lassen wir die Hilfsgüter unten, dann kann sich die Zivilbevölkerung zumindest teilweise selbst helfen. Die Terraforminggeräte kann nachher auch ein cardassianisches Technikerteam weiter aufbauen. Wenn wir wissen, was da unten passiert ist, können wir weiter sehen." Sie biss die Zähne zusammen. "Auch wenn wir dann Opfer in der Zivilbevölkerung in Kauf nehmen müssen." Als James auf das Schiff kam hatte er keine Vorstellungen, dass solche Überlegungen und Entscheidungen mal zu treffen wären. Er hatte mit mindestens einem Jahrzehnt auf dem Platz des ersten Offiziers gerechnet bis ihm ein Kommando angeboten werden würde - wenn dies überhaupt passieren würde. Und jetzt saß er hier, ohne jede Erfahrung. Das konnte man ihm sicher zum Vorwurf machen. Doch es war ja nicht seine Schuld, oder doch? War es nicht das Hauptquartier das ihn, möglicherweise mangels Alternative, in diese Position gehievt hatte? Also galt ihm das Vertrauen des Oberkommandos. Jetzt musste er das Vertrauen seiner Crew gewinnen - indem er Sie beschützte. Und auch bei Deirdra hatte er das Gefühl, ihr Vertrauen - auf die Arbeit und seine Aufgaben bezogen - war noch nicht in der Art und Weise vorhanden wie Sie es ihm vorspielte. "Es gilt zu erst Opfer unter der Mannschaft zu vermeiden." --- Trelka V, Standort Notunterkünfte Shyla und ihr Kollege waren bereit zum Beamen. Sie hatten Notfallausrüstungen dabei und standen dicht bei den Sicherheitlern. "Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie dicht bei uns bleiben würden.", sagte Shyla zu diesen. Sie wollte auf keinen Fall irgendein Risiko eingehen. "Wir suchen zu allererst nach verletzten Sternenflottenangehörigen. Diese versorgen wir zuerst und beamen sie dann so schnell wie möglich auf die Krankenstation. Dann kümmern wir uns um eventuell verletzte Cardassianer. Diese beamen wir aber nicht nach oben sondern behandeln sie hier in den Notunterkünften. Die ersten sollten bis dahin aufgebaut sein.", erläuterte sie das geplante Vorgehen. Mila nickte und kontaktierte erneut die Victory: "Victory, sechs Personen bereit zum Beamen zur Unglücksstelle. Beginnen Sie den Transfer, sowie Sie bereit sind." --- Trelka V - Unglücksstelle Wenige Augenblicke stand die Gruppe in der Nähe der Sedna, die am Eingangsbereich erheblich beschädigt war. Von dort aus musste die Explosion ausgegangen sein. Sowohl Cardassianer als auch Sternenflotten-Angehörige lagen im engen Umkreis um einen freien Bereich dicht in der Nähe des Shuttles herum. Trümmer der Hilfsgüter, die zuvor säuberlichst auf Paletten gestapelt waren, lagen rings um den Ausgangspunkt der Explosion, der sich relativ leicht ermitteln ließ. Unter den Opfern war auch Goodchild, doch von Nyberg war nichts zu sehen. "Sie beide bleiben bei den Medizinern, ich werde erste Spuren aufnehmen.", informierte die Halbbajoranerin und nahm ihren Tricorder aus der Tasche. Auch ein Scan ergab kein weiteres Indiz auf Nybergs Verbleib, abgesehen vom Kommunikator, der nach wie vor in der Nähe einer Höhle sein Statussignal sendete. "Doktor, schaffen Sie diese Überreste für weitere Untersuchungen auf die Victory. Mir scheint, jener hier hat eine Bombe geschluckt und sie gezündet.", wies Mila die Ärztin an und deutete auf die Beine, die gerade so an den Überresten eines Beckens hingen. Wenige Meter weiter lagen Überreste eines Schädels - der eines Cardassianers. Unterdessen suchte die Halbbajoranerin weiter nach Spuren und fand den Kommunikator Nybergs etwas weiter entfernt vom Epizentrum der Explosion. Das Gerät wies keinerlei Anzeichen auf eine Beschädigung auf, so dass Mila nur von zwei Dingen ausgehen konnte. Entweder, Nyberg hatte sich des Kommunikators entledigt und war weggerannt, oder sie wurde entführt, und der oder die Kidnapper ließen das verräterische Stück Metall zurück. An die erste Möglichkeit glaubte Mila nicht. Nyberg war ihr bisher zu tough dafür erschienen. Also hatte jemand die junge Frau entführt. "Patterson an Victory, wir sind am Unglücksort und nehmen erste Spuren auf. Ein erster Hoffnungsschimmer ist, dass Ensign Nyberg sehr wahrscheinlich am Leben ist, doch er wird davon getrübt, dass sie mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit entführt worden ist. Wohin, das müssen weitere Ermittlungen zeigen; jedenfalls brauche ich noch mehr Sicherheitspersonal an Ort und Stelle für die Befragungen der Überlebenden.", informierte sie die Victory vorab. --- Deck 1, Brücke "Oh nein.", entfuhr es Deirdra, den undamenhaften Rest konnte sie sich gerade noch verkneifen. Sie schluckte, so als könnte sie damit ihre Schuldgefühle am auftauchen hindern. Sie selbst hatte Nyberg vorgeschlagen und jetzt das! Eine Entführung! Von Cardassianern. Für die junge Frau dürfte es doch wohl keinen größeren Alptraum geben, der Realität werden konnte. Sie sah James an und wartete seine Antwort ab. Falls etwas aufbauendes dabei sein würde, wäre sie nicht undankbar. Sein Gesicht versteinerte, seine Augen blickten ins Leere und sein Körper drängte zur Resignation. Geiselnahme. Schon wieder. Ensign Nyberg - ihre Akte sprach Bände über das Verhältnis zu Cardassianern. Sie überhaupt mit dieser Aufgabe zu vertrauen war sicher schon hart genug - aber auch eine Prüfung ihrer Loyalität gegenüber der Sternenflotte. Und jetzt das. Zurecht würde Sie den Vorwurf erheben können, dass das Risiko zu groß war und ihre Person keine gute Wahl war. Doch das spielte jetzt keine Rolle. James sah zu Deirdra. "Ihr wird nichts passieren. Und wir werden Sie da jetzt rausholen." Und für sich fügte er hinzu 'Was nützt ihnen einen tote Geisel mit einem Schiff im Orbit?' Er überlegte kurz zur gesamten Mannschaft zu sprechen. Entscheid sich aber dagegen und öffnete nur einen Kanal zum Sicherheitsbüro. "Brücke an Sicherheit, hier Commander Yates. Rüsten Sie alle zur Verfügung stehenden Crewmitglieder mit Waffen und Tricordern aus und schicken Sie sie auf die Oberfläche. Lieutenant Patterson wird vor Ort die Aufgaben zuweisen. Wir haben eine Entführung und sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Ziel eines Anschlages geworden. Höchste Sicherheitswarnstufe!" Der OPS bedeutete er einen Kanal zu Patterson zu öffnen. "Victory an Patterson, hier spricht Commander Yates. Sie bekommen alle Unterstützung die wir an Bord entbehren können - voll bewaffnet und ausgerüstet. Das Auffinden von Ensign Nyberg und die Sicherheit unserer Mannschaft hat höchste Priorität. Überlassen Sie die Bevölkerung ..." er stockte "...sich selbst. Auch medizinisch. Das ist ein Befehl." Der Kanal schloss sich wieder. >> "Shuttle Pachamama an USS Victory - haben Explosion beobachtet, Terraforming Einsatz abgebrochen, voll Einsatzbereit, erbitten Instruktionen." Wandte sich Morani, so wie er es gelernt hatte, kurz und knapp in Notsituationen an das Mutterschiff. << "Hier Victory, Commander Yates. Die von Ihnen beobachtete Explosion war ein Anschlag auf unser Rettungsteam. Wir haben möglicherweise Verluste, mit Sicherheit aber Verletzte. Hilfe ist vor Ort. Starten Sie und suchen Sie die gesamte Gegend nach Ensign Nyberg ab - Sie wird vermisst. Wahrscheinlich wurde Sie entführt. Dies hat oberste Priorität. Nach Abschluss der Suche und Rettung können Sie ihre technischen Geräte entladen und der Bevölkerung überlassen. Sie könnten auch Ziel eines Angriffes werden, seien Sie sich dessen bewusst wenn Sie über dem Gebiet kreisen. Halten Sie Kontakt zu Lieutenant Patterson vor Ort. Victory Ende." Er sah zu Deirdra. Das Shuttle war ein Bonus mit wesentlich besserer Scanleistung als die Mannschaften vor Ort. "Kalibrier bitte unsere Sensoren entsprechend auf die Biosignatur von Ensign Nyberg. Wir tasten die gesamte Oberfläche ab wenn nötig." --- Trelka V, Unglücksstelle Alle Mann wieder abziehen und so die Kooperationsbereitschaft der Bewohner aufs Spiel setzen? Die Victory brauchte wahrlich jede Hilfe, die sie kriegen konnte, um überhaupt Ensign Nyberg wieder zurück zu holen. "Patterson an Victory, ich bitte Sie, die Entscheidung zu überdenken oder zumindest meinen folgenden Einwand ins Logbuch aufzunehmen. Nicht nur der diplomatischen Verwicklungen wegen, die sie zweifellos nach sich ziehen wird, sondern auch aus dem Grund, dass die Zivilbevölkerung uns gegenüber kooperativer sein wird, wenn wir ihnen helfen und sie nicht für das Werk einiger weniger Verrückter bestrafen. Schließlich beruft sich die Sternenflotte darauf, eine zivilisierte Partei zu sein, und als solche sollten wir uns auch aufführen. Außerdem sollten wir diesen Verbrechern nicht zeigen, dass wir so leicht zu verängstigen sind, sondern, dass sie mit uns zu rechnen haben, und ich schwöre Ihnen, wenn ich diese Bande kriege, werden sie sich wünschen, niemals diese Bombe gezündet und Ensign Nyberg entführt zu haben.", erwiderte Mila auf den Befehl des Captains, "Ach ja... Sie sollten Ensign Nybergs Kommandocodes vorerst außer Kraft setzen, für alle Fälle." Sie musste nun hoffentlich nicht erklären, dass die junge Operations-Offizierin weitreichenden Zugriff auf die Systeme der Victory hatte. --- Deck 1, Brücke Deirdra nickte nur und löste das Crewmitglied an der wissenschaftlichen Station ab. Sie begann die Sensoren umzukonfigurieren. Es war nicht ganz ihr geplanter Einsatzzweck, aber wenn man neues Leben auf fremden Planeten entdecken konnte, sollte bekanntes Leben in fremdem Gebiet auffindbar sein. Während die Sensoren bereits mit einer Standardmusterabtastung begannen, startete sie eine zusätzlich mineralogische Anaylse des Felsmaterials auf Trelka V. So würde sie die Sensoren optimiert einsetzen können, beziehungsweise, je nach Konstellation war das auch eine unausweichliche Anpassung. Bergbau deutete meistens auf seltene Mineralien hin und seltene Mineralien machten meist Sensorprobleme. Als dieser Scan lief, rief sie alle verfügbaren Daten über Nyberg auf, um Anhaltspunkte zu finden, wie sie die Sensoren noch besser fokussieren konnte. Kaum dass sie in der Akte das Bild der jungen Frau sah, schien ihr Kloß im Hals noch größer zu werden. --- Trelka V, Rebellenquartier Skitja, der Rebellenanführer, zog sich seine Kapuze über das kurzgeschnittene brünette Haar, als er das kleine, enge Verlies betrat. Trotz der umfangreichen technischen Ausstattung, über welche diese Rebellenparzelle der cardassianischen Untergrundbewegung verfügte, wurde diesem Bereich nicht die Feuchtigkeit entzogen, was eigentlich erforderlich gewesen wäre, um Schaden von den Mitgliedern abzuwenden. Doch in diesem Bereich sparte man an solchen technischen Raffinessen. So lag Anna in einer modrig stinkenden Pfütze tief im Inneren des Berges. Die Hände waren ihr mit einem einfachen Strick auf den Rücken gefesselt. Zwei Bewacher taten ihren Job teilnahmslos still. "Aufwecken und in den Verhörraum bringen.", befahl Skitja brummig, nachdem er die zierliche Frau mit dem langen schwarzen Haar ausführlich gemustert hatte. Wenige Augenblicke später befand sich der etwa 50-jährige Cardassianer wieder in der Zentrale, wo sich circa 30 Mann um die Sicherheit und die Datensammlung kümmerten. "Bericht.", forderte Skitja seinen Stellvertreter auf, ihm Neuigkeiten zu berichten, was die Explosion betraf und ob bereits Hinweise vorlagen, wonach die Sternenflotte bereits nach ihrem vermissten Mitglied suchen würde. In diesem Moment klatschte der Inhalt eines mit eiskalten Wassers randvoll gefüllten Eimers in Nybergs Gesicht. "Bisher haben sie nichts unternommen. Keine auffälligen Schiffs- oder Transporterbewegungen. Wahrscheinlich werden die Feiglinge erst auf ihr Schiff zurückbeamen und dann großflächig anfangen zu scannen.", Aray blickte gelangweilt auf und sah den fast 15 Jahre jüngeren Mann an. Ohne weitere Überleitung stand sie auf. "Wo ist sie?", fragte sie nur knapp. Wobei diese Frage schon zu viel war. Sie kannte diese Mine ja ebenso in- und auswendig wie jeder andere, wenn nicht sogar noch ein Stück besser. Und es gab eigentlich nur einen Ort, an den man Gefangene bringen würde. Ein kurzer Blick zu einem Schwarzgekleideten im Hintergrund genügte, und er schloss sich ihr lautlos an. "Ich melde mich wenn ich etwas herausgefunden habe." Sie verließ den Raum und machte sich auf den Weg nach unten, ihren Getreuen im Schlepptau, eine weitere, die wie auf Abruf mit einem Köfferchen in der Hand bereitgestanden war, schloss sich auf dem Weg an. --- Trelka V, modrige Arrestzelle Hustend und spuckend drehte sich Anna auf die Seite. Ihre Haare waren ihr ins Gesicht gefallen, sie wollte sich aufrichten und sie zur Seite streichen, als sie merkte, dass ihre Hände auf den Rücken gefesselt waren und etwas rauhes in die Haut ihrer Gelenke schnitt. Panik überkam sie, wie eine Welle von Übelkeit ballte sie sich in der Magengegend und stieg auf, bis sie ihr den Hals zuschnüren wollte. Mit strampelnden und windenden Bewegungen - unterbrochen von einem stechenden Schmerz in Ihrer Seite, die Bestätigung, dass es sich hier nicht um einen schlechten Traum handeln konnte - schaffte sie es, auf die Knie zu kommen. Mit einem trotzigen Kopfschwenk schleuderte sie den Großteil ihrer Haare aus ihrem Sichtfeld. Ihr Blick war nun frei auf schwere Stiefel, Beine in graubraunen, tristen Hosen und einem Disruptor, dessen Mündung auf sie zeigte. Ein Disruptor cardassianischer Bauaurt, in den Händen eines ... sie warf ihren Kopf zur Seite, wollte schreien, doch kein Laut wollte über ihre Lippen kommen vor Schreck. Ihr Herz raste und sie spürte ihre Seite im gleichen Rhythmus pochen. Wie gerne hätte sie jetzt die Schwärze vor Augen willkommen geheißen. "Nein.", war das einzige, was schwach über ihre auf einmal ausgedörrten Lippen kam. "Neeeein...", flehte sie, als könnte sie das Schicksal damit erweichen. Da flog die Tür auf, Schritte näherten sich. Durch einen Tränenschleier sah sie, wie ihr Bewacher fortgeschickt wurde und drei weitere Cardassianer den Raum betraten. Eine ältere Frau, eine jüngere und ein junger Mann. Sie hörte wie einige knappe Sätze gewechselt wurden. Zu leise, dass sie alles verstehen konnte, doch kam ihr der Dialekt seltsam bekannt vor. Porem rümpfte die Nase. Das Verließ hier unten war wirklich das letzte Loch. Wie weit war es mit der cardassianischen Kultur gekommen, dass dies als ein Verhörraum bezeichnet wurde. Nicht einmal auf ihren Einsätzen in den hintersten Provinzen war ihr ein so eklatantes Gegenteil der von ihr bevorzugten sterilen, mit metallisch glänzenden Gerätschaften ausstaffierten Räumlichkeiten begegnet. Doch es ging nicht anders. Sie hörte bereits, wie ihr Begleiterin die Schnappschlösser ihres Koffers öffnete und sich an seinem Inhalt zu schaffen machte. Ihr Begleiter dagegen achtete auf das dreckige Häufchen Elend, dass sich gerade vor ihnen zu verkriechen versuchte. Mit wenigen Schritten war Porem bei Anna. Sie ging vor ihr in die Hocke, bis sie fast auf Augenhöhe war. Als die junge Frau den Blick abwenden wollte, ergriff sie Annas Kinn mit fester Hand und hob es an. Sie betrachtete Annas Züge eingehend. "Wunderbar.", murmelte sie. "Absolut gelungen." Anna biss die Zähne zusammen und hielt dem Blick der Frau stand. Zum zweiten Mal heute - nach dem Blick, den ihr Korik zugedacht hatte - fühlte sie sich wie ein Käfer unter dem Mikroskop. Porems Blick wanderte tiefer und verfinsterte sich. Schnell stand sie wieder auf. "Cobat!", bellte sie in Richtung der anderen Frau. "Ziehen Sie ihr diesen Duraniumsplitter aus der Seite, damit wir endlich anfangen können." Cobat nickte nur stumm und nahm eine medizinische Gerätschaft aus ihrem Koffer zur Hand. Annas Augen weiteten sich. Bis vor ein paar Sekunden hatte sie noch gedacht, dass es nicht schlimmer kommen konnte, doch nun schienen sich all ihre Alpträume ein Stelldichein zu geben. "Neiiinnn.", brüllte sie diesmal., ihre Stimme hatte sich wieder eingestellt. Panisch versuchte sie von der Stelle zu kommen, doch es half nichts. Ihre Füße rutschten auf dem glitschigen Boden aus und sie schon sich nur näher an die Felswand hinter sich. Porem hätte es kommen sehen können, war diese Angst doch Teil ihres Werkes. "Und geben Sie ihr etwas, damit sie stillhält.", vollendete sie ihren Befehl an Cobat. Sie durften keine Zeit verlieren. Diese Mine war zwar der am besten vor Sensoren abgeschirmte Bereich dieses Planeten, doch gegen die Phalanx eines Sternenflottenschiffes würde sie nicht lange standhalten. Cobat verschenkte keine Zeit. Mit geübtem Griff packte sie Anna an den Haaren, zog ihre Kopf nach vorne und drückte ein Hypospray auf ihren Nacken. Es war ein Medikament der Holzhammer-Klasse. Anna bildete sich ein, es kühl durch ihre Adern fließen zu spüren. Als es in den Fingern angekommen war, konnte sie diese, nein, eigentlich wollte sie diese gar nicht mehr bewegen. Kraftlos sackte sie gegen die Wand. Den Raum um sie herum nahm sie wahr, eigentlich hatte sie erwartet, jeden Augenblick das Bewusstsein zu verlieren, doch statt dessen senkte sich eine dicke Wattedecke auf all ihre Empfindungen und Wahrnehmungen. Sie spürte, wie sich jemand an ihrer Seite zu schaffen machte, hörte das Surren eines Hautregenerators, seine kühle Oberfläche auf ihrer Haut, doch es war ihr egal. Die Nässe, die langsam ihre Uniformhose durchweichte, egal. Nichts schien mehr eine Bedeutung zu haben, nichts schien wichtig genug, als dass sie in irgendeiner Art und Weise darauf hätte reagieren müssen. Es war sehr unwahrscheinlich, dass sie sich später an all das noch erinnern könnte, doch würde sie es können und ihrem Therapeuten davon erzählt, hätte er sich wahrscheinlich selbst für verrückt erklärt. Denn dass jemand mit einer derart ausgeprägten Phobie wie Anna jetzt teilnahmslos mit ansah, wie um sie herum ein lokales steriles Feld aufgebaut wurde und Porem ihr eine dünne Kanüle in die Halsschlagader einführte. Jetzt musste sehr genau gearbeitet werden. Porem hatte ihren Blick auf den Scanner in Cobans Hand gerichtet. Damit die Substanzen ihre Wirkung entfalten konnten, musste sie sich an genau der richtigen Hirnregion platzieren. Kleine, nur aus wenigen Molekülen bestehende Depots wurden von ihr an strategischen Stellen platziert. Innerhalb der nächsten Stunden würden sie ihre Wirkung entfaltet haben und es blieb danach nur zu hoffen, dass die Menge und die Stellen richtig berechnet gewesen waren. Kurz darauf versiegelte sie die kleine Schnittwunde an Annas Hals wieder. Ihre zwei Begleiter schickte sie darauf vor die Türe. "Gebt mir Bescheid, wenn sich Skitja oder die Sterneflotte nähern. Alle anderen werden diesen Raum nicht betreten." Die beiden quittierten mit einem kurzen Nicken. Porem war nun ungestört. Bevor die Droge in Annas Kreislauf ihre Wirkung verlor, musste sie den nächsten Schritt vollendet haben. Sie gab ihr noch eine kleine Dosis aus ihrem alltäglichen - früher alltäglichen, musste sie immer wieder seufzend feststellen - Handwerkszeug. Die Substanz kam bei fast jedem Verhör zum Einsatz. Sie schärfte die Sinne - körperliche Folter war dadurch mit wesentlich weniger aufwand möglich. Doch diesmal hatte es Porem mehr auf den anderen Effekt abgesehen. Sie wollte nicht Annas Fühlen verstärken, sondern ihr Hören, Sehen, ihre gesamte Wahrnehmung musste ganz auf sie gerichtet sein. Beinahe liebevoll nahm sie Annas Gesicht in ihre Hände. "pavs-gen, Dinai.", sagte sie zärtlich und den verwunderten Blick von Anna ignorierend, begann sie sanft aber eindringlich auf sie einzureden. --- Trelka V, Unglücksstelle Shyla hatte kaum Zeit sich umzusehen, da ging es auch schon los. "Kümmern Sie sich darum.", wies sie den Pfleger an, der sie begleitete, als sie von Patterson die Anweisung bekam, sich um die Überreste des Cardassianers zu kümmern, der vermutlich für diesen Anschlag verantwortlich war. Sie selbst machte sich daran, sich um die verletzten Sicherheitsoffiziere zu kümmern. Sie näherte sich Lieutnant Goodchild. Sie sah sich um, soweit sie wusste musste Gul Telmar auch hier sein. Zunächst kümmerte sie sich jedoch um den Sicherheitler. Er war bewusstlos. Sie kniete neben ihm auf dem Boden und aktivierte einen medizinischen Tricoder. Sie wollte wissen, welche Verletzungen genau er erlitten hatte. "Lieutnant Goodchild, hier ist Dr. Miller. Ich kümmere mich jetzt um sie.", sprach sie den Lieutnant an und rüttelte ihn sanft an den Schultern. Die junge Stimme einer Frau, welche über eine sehr weite Ferne an das Ohr des europäischen Sicherheitsoffiziers drang, vermochte es, den mittelschwer Verwundeten aus dem Reich der Träume zu holen. Doch die Realität schmerzte. Goodchild verzog das Gesicht, als er versuchte, sich zu bewegen. "Was ist passiert?", murmelte Trevor, da er sich zunächst nicht daran erinnerte, warum er jetzt auf dem Boden lag und in die grünen Augen der blutjungen Chefärztin blickte, die eigentlich gar nicht in seiner Nähe sein sollte. "Es hat eine Explosion gegeben, vermutlich ein Anschlag", informierte Shyla den Sicherheitler. "Ihre Leute kümmern sich schon um alles, sie bleiben jetzt erst mal ganz ruhig hier liegen", sagte sie. "Ich werde ihnen erstmal was gegen die Schmerzen geben", sagte sie dann und zückte ein Hypospray, mit dem sie dem Lieutnant ein Schmerzmittel verabreichte. Dann konsultierte sie ihren Tricorder. Er hatte an beiden Armen Verbrennungen erlitten, der rechte Arm war zudem gebrochen. Wahrscheinlich war er durch die Luft geschleudert worden und dann auf dem Arm gelandet. Außerdem steckten ein paar Metallsplitter in den Armen und dem Torso, aber keiner sehr tief oder an einer Stelle wo es lebensbedrohlich wurde. Eine Platzwunde an der Stirn komplettierte die Verletzungen. Insgesamt hatte der Lieutenant also Glück gehabt. "Die Schmerzen werden gleich nachlassen.", sprach sie beruhigend auf Goodchild ein. Die Schmerzen hätten sicher die Oberhand gewonnen, wenn sie nicht sogleich von einer unbändigen Wut verdrängt worden wären, welche jetzt den Geist des Sicherheitlers ausfüllte. "Ein Anschlag?" Der Slowake schloss seine Augen und bemühte sich, die Geschehnisse nochmal Revue passieren zu lassen, welche zu seinem Blackout geführt hatten, doch da war nur ein schwarzes Loch. "Es,... es war doch alles in Ordnung gewesen." Goodchild schluckte, als er spürte, wie die Pein der Verwundungen nachließ, dann stemmte er seinen Oberkörper auf den Unterarmen hoch und ergriff Shyla an der Hand, versuchte, sich zu erinnern. "Mein Blick hatte auf Telmar und Ensign Nyberg geruht... ich hatte sie aufmerksam im Auge und dann....", Trevor kniff die Augen zusammen, "dann fehlt mir die Erinnerung. Aber wer sollte denn?" Da erhellte sich Trevors Miene. "Diese Leibwächtertruppe von Korik..., sie kam mir suspekt vor. Es gibt eine Scanaufzeichnung im Shuttle. Sie müssen das weiter... leiten, Doc", meinte Goodchild noch, dann ließ er sich wieder zurücksinken, da die Müdigkeit ihn übermannt hatte. "Lieutenant Patterson, kommen Sie bitte mal her.", rief Shyla die Sicherheitlerin zu sich und Goodchild. "Lieutenant Goodchild hat etwas beobachtet, was vielleicht bei der Aufklärung helfen kann. Mila sah abwechselnd zwischen Miller und Goodchild hin und her und entschied sich, zunächst mal Miller zu fragen. Goodchild sollte so bald wie möglich an Bord, denn auf dem Planeten waren nicht gerade die geeignetsten Bedingungen, ihn zu behandeln. "Was hat er gesagt?", fragte sie die Ärztin. Noch bevor die Ärztin der Sicherheitlerin etwas hätte erwidern können, mischte sich Trevor nochmals ein. "Es gibt eine Scanaufzeichnung.", brachte der Mann aus Bratislava hervor. "Die im Shuttle... ich vermute, dass Sie da vielleicht Antworten finden könnten." Mila nickte und war froh, dass man zumindest an ständige Aufzeichnungen gedacht hatte. Sie hoffte, die Aufzeichnungen halfen wirklich, eine heiße Spur zu finden, was das Verschwinden Nybergs betraf. "Vielen Dank, Mr. Goodchild.", dankte sie ihm verbal und nickte Miller zu, die Behandlung fortzusetzen. Während Mila im Shuttle nach den Aufzeichnungen sah, hatte Miller den Sicherheitsoffizier auf die Victory transportieren lassen, wo es bessere Möglichkeiten zur Behandlung gab. In der Tat halfen die Aufzeichnungen bei der Eingrenzung der Suche und bestätigten Milas Verdacht, dass Nyberg entführt worden war. Die Spuren führten zu einem Bergmassiv mit einigen Höhlen, die das Sensorsystem der Sedna nicht einsehen konnte. Mila schickte die Koordinaten des letzten Ortes an die Victory, wo die Sensoren Nyberg zum letzten Mal aufgespürt hatten. "Patterson an Victory, ich schicke Ihnen die Koordinaten des letzten Aufenthalts Nybergs und benötige einen detaillierten Scan der Umgebung.", meldete sie an das Schiff. Nachdem Goodchild seine Informationen weitergeleitet hatte und es Shyla gelungen war, ihn soweit zu stabilisieren, wurde er auf die Krankenstation der Victory gebeamt, wo er weiter behandelt wurde. Shyla kümmerte sich dann noch um die weiteren verletzten Sternenflottenangehörigen, den Piloten, der das Shuttle geflogen hatte, und Gul Telmar. --- Trelka V, Standort Notunterkünfte Mit schnellen Schritten, unter anderem auch, um aus dem Regen zu kommen, war Lexi auf das erste der stehenden Notunterkünfte zu gegangen und erkor es als vorübergehende Krankenstation. Mit dem Pfleger und mindestens einem Sicherheitler, den sie auf den ersten Blick ausmachte, im Schlepptau betrat sie das Gebäude und ließ alle, die sich noch impfen lassen mussten, antreten. Die Impfung würde im Fließbandverfahren von statten gehen, sonst wären sie wohl noch bis zum Abend oder länger damit beschäftigt. Es wurde mit einem Schlag ziemlich voll in der Unterkunft, Cardassianer aller Altersklassen drängten sich in das kleine Notgebäude. Lexi sog kurz die Luft schneidend ein, bevor sie sich etwas reckte. "Ich weiß, es regnet draußen, aber wer fertig ist, der verlässt bitte diesen Raum und geht in eine der anderen Unterkünfte, wir brauchen hier Platz zum arbeiten!" forderte sie die Anwesenden auf. --- Deck 1, Brücke Nach einer Weile sah Deirdra wieder auf. "Mineralogischer Scan abgeschlossen.", vermeldete sie knapp. Dann justierte sie die Scanner genauer und übermittelte die Daten an die Pachamama. "Wenn wir unseren Orbit passend zu Scanmuster Theta ändern, haben wir gleich einen guten Überblick über sämtliche Gebäude und Minenanlagen auf dem Planeten.", schlug sie vor. Damit hätten sie zwar immer noch nicht Nybergs Lebenszeichen, aber vielleicht eine bessere Idee, wo sie mit der Suche anfangen sollten. James selbst stand auf und ging zwei Schritte nach vorne zur Navigationskonsole. Sein CONN Offizier steuerte die Pachamama auf dem Planeten und seine Vertretung schien unkonzentriert. Er ließ seine Finger über die Konsole gleiten unter der Beobachtung des jungen Navigators. "Orbit ist angepasst, wir sollten in wenigen Minuten den günstigeren Winkel haben." Er sah zu Deirdra und versuchte an ihrer Körperhaltung etwas zu erkennen - irgendetwas schien sie unglaublich zu beunruhigen. >> "Patterson an Victory, ich schicke Ihnen die Koordinaten des letzten Aufenthalts Nybergs und benötige einen detaillierten Scan der Umgebung.", meldete sie an das Schiff. << Sie schienen wirklich auch einmal Glück zu haben. Die Koordinaten wurden direkt auf den Schirm gelegt auf dem sich bereits das normale Bild der Region und die Scan Ergebnisse der Pachamama und der mineralogische Scan der Victory überlagerten. Das Bild wurde langsam unübersichtlich, bot aber umfangreiche Informationen. James vergrößerte den Ausschnitt der Höhlen und sah wie alle Informationen dazu geladen wurden. Mit dem Glück war es dann wohl doch wieder vorbei. "Magnesit.", murmelte er und öffnete den Kanal zu Patterson. "Victory an Patterson, Commander Yates hier. Das Bergmassiv enthält offenbar Magnesit und stört dadurch massiv unsere Sensoren. Wir ändern gerade unseren Orbit um eine bessere Position zu bekommen. Kontaktieren Sie die Pachamama - sie ist in Ihrer Nähe und kann das Massiv abfliegen und nach optischen Spuren suchen und gelangt vielleicht in einem der Höhleneingange einen Glückstreffer. Sie bekommen außerdem schwer bewaffnete Unterstützung in diese Region." Damit gab er der Taktik eine entsprechende Geste genau dies nun in Gang zu setzen. Er hatte bereits Dutzende von Sicherheitlern sich mit leichter Panzerung und Gewehren ausrüsten lassen - Sie wussten genau wer der Feind war und James hatte Ihnen auch die passenden Befehle gegeben: Gefangene waren erwünscht, aber das eröffnen des Feuers und die Intensität war nach eigenem Ermessen. "Wir bekommen Sie, Ensign." zischte er durch die Lippen zu sich selbst und sein Gesicht strahlte jetzt Zielstrebigkeit aus, er fühlte sich auf der Zielgeraden und in der Überzahl auf dem Schlachtfeld. Nach dem mineralogischen Scan widmete sich Deirdra kurz anderen Dingen. James hatte Pattersons Hinweise aus der letzten Kommunikation wohl in der Hektik komplett überhört. Sie rief das Zugriffslog von Nybergs Kommandocodes auf - welcher Gottheit auch immer sei Dank, waren noch keine neuen Zugriffe verzeichnet. Sie sperrte sie, soweit es ihre Rechte zuließen, den Abschluss würde James machen müssen. Daher wartete sie ab, bis er die Verbindung zu Patterson geschlossen hatte. "Captain, Sie müssen noch die Sperrung von Ensign Nybergs Kommandocodes autorisieren.", sie schickte ihm die entsprechende Ansicht auf das Display neben seinem Stuhl. "Außerdem: Pattersons Einwand von vorhin...", sie legte das automatische Transkript der Kommunikation ebenfalls auf sein Display. "... Sie hat einen Punkt. Soll ich den Einwand ins Logbuch übernehmen oder wollen Sie noch reagieren?" Und wieder einmal hatte James sich blenden lassen von seinen wirren Gedanken und wurde auf der Brücke höflich aber bestimmt von seiner ersten Offizierin zurechtgewiesen. Er wandte sich also den Kommandocodes zu. "Computer, Personalakte von Ensign Nyberg sperren und sämtliche Zugangscodes von Ensign Nyberg sperren, Stimmenautorisation Commander James Herold Yates." Es dauerte einige Sekunden bis das bestätigende Geräusch des Computers kam. Er blickte auf das Display seines Stuhls und tippte noch einige Befehle ein wodurch die Zugriffe von Ensign Nyberg der letzten 24 Stunden gesichert wurden zur späteren Überprüfung. Außerdem änderte er gewisse Bereiche des Hauptcomputers auf die 2-Personen-Bestätigung. Das nächste Kapitel war ungleich schwieriger und er rief sich Pattersons Einwand zurück ins Gedächtnis und unterstützte sich dabei über das Transkript welches Deirdra ihm geschickt hatte. Er biss sich etwas auf die Lippe und grübelte. 'Ist meine Gangart zu hart?' fragte er sich, oder waren es weibliche Emotionen die seine Härte nicht verstanden. Wie konnte man schon wissen, wer hilfsbedürftiger Zivilist war und wer Attentäter war mit Bombe um den Bauch geschnallt. Es war sicher falsch Unschuldige leiden zu lassen - doch waren Sie nicht auch unschuldig und gekommen zum helfen? Und dann waren Sie WIEDER Ziel von Attentätern geworden, von diesen uneinsichtigen Rebellen. Nun würden Sie damit eben nicht nur die von Ihnen verhasst Sternenflotte treffen sondern auch ihr eigenes Volk würde darunter leiden müssen. Die diplomatischen Konsequenzen waren absehbar - die Föderation war willens und doch unwillkommen. Die Unterstützung der Cardassianer vor Ort bestenfalls gutmütig, jedoch in letzter Instanz unkonsequent. Er konnte nur hoffen, dass es auf die örtlichen Behörden zurück fallen würde und vielleicht sogar Telmar und Mujata zur Rechenschaft gezogen, wieso Sie nicht im Stande waren diese erneute Geiselnahme zu verhindern wo doch die Sternenflotte guten Willen zeigte und sogar schon Opfer zu beklagen hatte. Nein, entschied er sich. Er würde seinen Befehl nicht zurück nehmen, überdacht hatte er ihn und würde es später schriftlich festhalten und dem Logbuch ebenfalls hinzufügen. Für diese Entscheidung stand er gerade. Es war Zeit ein Exempel zu statuieren! Mit der Föderation, mit der Sternenflotte und mit ihm konnte man nicht umgehen wie man wollte. Der Krieg musste doch allen noch in Gedanken allgegenwärtig sein. Es war also bekannt das man Cardassia besiegt hatte. Und der Krieg galt nun den Rebellen UND deren Unterstützern. Reines Distanzieren würde hier niemandem mehr etwas nützen. Es war vielleicht ungerecht, doch in seinen Augen erhärtete sich ein Generalverdacht. "Nehmen Sie den Einwand in das Logbuch auf, der Befehl bleibt bestehen, ich werde später eine Notiz dazu im Logbuch hinterlassen. Danke." James lehnte sich in seinem Stuhl zurück und betete, dass Ensign Nyberg bald und lebend gefunden werde würde. Er war nicht in der Lage weitere Verluste der Führungscrew zu kompensieren. Opfer unter den Cardassianern dagegen waren ihm tief in seiner Brust sogar willkommen. --- Trelka V, Unglücksstelle Soeben erreichte Mila die Bestätigung, dass der Rückzugs-Befehl bestehen blieb. Wie um alles in der Welt wollte Yates Stärke zeigen, wenn er einfach davon lief? Jedenfalls hoffte sie, dass der Nachmittag nicht noch mit einer Raumschlacht gegen fünf reguläre cardassianische Schiffe 'versüßt' wurde. "Patterson an alle Sternenflotten-Angehörige auf Trelka V. Die Victory hat nach einem Anschlag auf die Sedna den Rückzug befohlen. Übergeben Sie Ihre Hilfsgüter an die Cardassianer, weisen Sie sie kurz ein, dann sammeln Sie Ihre Leute für den Transport auf die Victory. Sämtliche Sicherheitskräfte sammeln sich bei der Sedna, nachdem die Evakuierung der übrigen Teileinheiten abgeschlossen ist. Ich wiederhole: Die Victory hat nach einem Anschlag auf die Sedna den Rückzug befohlen. Übergeben Sie Ihre Hilfsgüter an die Cardassianer, weisen Sie sie kurz ein, dann sammeln Sie Ihre Leute für den Transport auf die Victory. Sämtliche Sicherheitskräfte sammeln sich bei der Sedna, nachdem die Evakuierung der übrigen Teileinheiten abgeschlossen ist. Die jeweiligen Teileinheitsführer übernehmen die Koordination ihrer Einheiten. Patterson Ende.", gab sie den Befehl an alle heraus, und man konnte nur hoffen, dass Commander Yates seine Entscheidung wohl durchdacht hatte. --- Trelka V, Standort Notunterkünfte Ein wenig verblüfft blickte Lexi auf und sich zu den zugeteilten Sicherheitskräften um. Was hatte das denn jetzt zu bedeuten? Und es war also ein Angriff auf eines der Shuttles gewesen. Hoffentlich hatte es niemandem von der Crew das Leben gekostet. Der Sicherheitler nickte ihr schließlich zu und Lexi schluckte ein paar Mal, bevor sie die Schultern straffte. "Ist hier jemand mit medizinischen Kenntnissen?" fragte sie laut in die Runde. Ein großer, kräftig gewachsener Cardassianer drehte sich um. "Ich war Santi .. wie heißt das? .. Sanitäter bei den Streitkräften.", antwortete er in akzentlastigem Föderationsstandard. Er sah auf die einen Kopf kleinere Ärztin herunter. "Aber zuerst will ich wissen, was das heißt. Lassen Sie uns hier sitzen?", fragte er und es war nicht ganz klar, ob es nur seine harte Aussprache war, oder ob es so unwirsch gemeint war. Lexi blinzelte, trat unwillkürlich einen Schritt zurück, der Cardassianer wirkte nicht nur durch seine Körpergröße bedrohlich. Kalter Schweiß perlte langsam auf ihrer Stirn. Es waren für ihren Geschmack eindeutig zu viele Cardassianer in diesem Raum. Wer war hier wohl unschuldig und wer nicht? Es hatte schließlich schon einen Anschlag gegeben. Ihre Gedanken rasten und sie malte sich ein unangenehmeres Szenario nach dem anderen aus. Ihre Lippen zitterten, als sie endlich auf diese unwirsche Frage antwortete. "Nun,... ich bin auch nur ein Offizier, der Befehlen geharscht. Ich lasse Ihnen gerne alle medizinischen Geräte und Vorräte hier, aber Sie haben", Lexi schluckte, "ja gehört, wie mein Befehl lautet. Ich möchte nicht, dass hier jemand ungerechtfertigt leidet." Zitternd hob sie den Injektor hoch. "Kann ich Ihnen eben erklären, wie Sie diese Geräte anwenden, damit Sie die Impfungen weiterhin durchführen können?" Am liebsten wäre sie noch mehr zurück gewichen. Kijaran merkte, wie der jungen Ärztin die Schweißtropfen auf die Stirn traten und sie plötzlich sehr verängstigt wirkte. Wenn alle Sternenflottenoffiziere so waren, fragte er sich wirklich, wie sie es schafftne, ein Gebiet wie die Föderation zu verteidigen. Er legte ihr eine Hand in einer hoffentlich beruhigenden Geste auf die Schulter. Er beugte sich etwas zu ihr hinab und sprach leiser, versuchte seine Stimme beruhigend klingen zu lassen, so wie er zu seiner Tochter gesprochen hatte, als sie noch lebte, vor den Angriffen des Dominion auf Cardassia Prime. "Ich habe verstanden, Miss. Jeder muss seine Befehle befolgen." Kijaran sah kurz zurück über seine Schulter. "Ich habe gesehen, wie sie die Geräte bedienen. Das schaffe ich." Unter den Anwesenden war inzwischen hier und dort ein Murren zu hören, warum es nicht weiter ging. Kijaran sah die Ärztin scharf an. "Machen Sie sich auf den Weg. Schnell, bevor es sich herumspricht und die Situation eskla ... unschön wird. Wir kommen hier klar." Jetzt war es an ihm, angespannt zu wirken und er merkte erst jetzt, wie fest sich seine Hand um die Schulter der Ärztin geschlossen hatte. Auch war er sich nicht sicher, ob er und zwei weitere Männer, die er hier drin kannte, die Situation kontrollieren konnten. Er vertraute darauf, dass seine Autorität, die er als Soldat gelernt hatte, auszustrahlen, sich wieder einstellen würde und dass sich die Anwesenden noch alle an ihre Erziehung erinnerten und einen Befehl erkannten, der dem Allgemeinwohl diente und ihn befolgten. Im Gegensatz zu den Bajoraner, mit denen er es in seiner Dienstzeit zu tun gehabt hatte, schien Cardassianern Gehorsam angeboren zu sein. Lexi spürte, wie sich ein Kloß in ihrem Hals bildete, als der Cardassianer seine Hand auf ihre Schulter legte. Er meinte es vermutlich gut, aber wohl war Lexi dabei überhaupt nicht. Sie überlegte, ob sie seine Hand, die im Griff immer fester wurde, von ihrer Schulter schieben sollte, aber einerseits war sie sich nicht sicher, ob sie gegen seine Kraft aufkam und andererseits ihn dadurch nicht erst recht verärgerte. Ihre Schulter sank unter dem Druck immer tiefer. "Danke.", erwiderte sie und reichte dem Cardassianer den Injektor. "Die neuen Ampullen finden Sie dort", erklärte sie nur kurz und bahnte sich dann einen Weg durch die Cardassianer ins Freie. Draußen hatten sich schon einige Helfer eingefunden, Lexi bahnte sich den Weg zu den Helfern aus der Krankenstation. "Wenn wir oben sind, schnell umziehen und dann geht's an die Arbeit, ich weiß nicht, was uns erwartet, aber je nachdem, wie viele es getroffen hat, wird jede helfende Hand gebraucht.", gab sie als Anweisung um sich ein wenig abzulenken. "Wir wären dann soweit", gab sie an einen der Sicherheitler weiter. --- Trelka V, modrige Arrestzelle Skitja betrat die cardassianische 'Folterkammer' mit langsamen, bedächtigen Schritten. Das funzelige Licht schimmerte auf seinem schwarzen Brustpanzer, als er sich den beiden Hauptdarstellern näherte. Gerade wollte er zu einem lautstarken Befehl oder ähnlichem ansetzen, als er bemerkte, dass eine Art meditative Verhörmethode angewandt wurde. Also musste sich der Rebellenanführer gedulden. Er hoffte nur, dass sie so wichtige Informationen, wie zum Beispiel geheime Sternenflottencodes in Erfahrung bringen konnten. Doch bald würde er erkennen, dass sie zwar die Leiterin des Außenteams als Geisel hatten, jedoch 'nur' einen Ensign. Aray war sich nicht sicher, ob sie Erfolg hatte. Dies war nicht die Umgebung, für die diese Methode entwickelt worden war. Normalerweise hätte es in einer für den 'Patienten' bekannten Umgebung stattfinden sollen. Sie konnte nur hoffen, dass der Anblick ihres Gesichts bei der jungen Frau Erinnerungen wecken würde. Es war eine geringe Hoffnung, aber dennoch eine berechtigte. Sie hatte nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung. Die Medikamente wirkten nur für einen kurzen Zeitraum, je nach Konstitution handelte es sich um wenige Minuten bis vielleicht maximal eine halbe Stunde. Und bereits jetzt, nach vielleicht 7 Minuten merkte sie bereis, wie Annas Blick glasiger wurde, ihre Augenbewegungen langsamer und auch ihre Gesichtsfarbe schien fahler zu werden. Und zu allem Überfluss hörte sie, wie die Tür sich öffnete und das leise Knarzen seines Brustpanzers Skitjas Anwesenheit verriet. Verärgert blickte sie zu ihm hoch. Anna fühlte sich wie losgelöst. Losgelöst von ihrem Körper, von ihren Gefühlen, ihre Gedanken. Sie war nur ein Beobachter, konnte und wollte nicht eingreifen. Sie sah diese Frau, hörte zu, was sie halblaut auf sie einredete. Ein Teil von ihr fragte sich, was das alles sollte, doch ein anderer begann aus den Eindrücken Bilder zu formen, die ihr eigentümlich bekannt und doch vollkommen fremd vorkamen. Sie wollte alles ignorieren, doch war andererseits gebannt und fühlte sich von der Frau angezogen, hing förmlich an ihren Lippen und an Stelle des erwarteten Ekels empfand sie eine Art von Trost in ihren Berührungen. Doch in einem waren sich alle Teile ihres Bewusstsein einig: Es war fürchterlich anstrengend. Sie versuchte wach zu bleiben, hangelte sich von einem Wort zum nächsten, doch wurde sie wie von bleiernen Gewichten hinab gezogen in Richtung Schlaf, Bewusstlosigkeit, Schwärze. Als der Blick der Frau sie für einen Moment verließ, verlor sie ihren Fixpunkt und ihre Augenlider fielen zu, ihr Körper sackte kraftlos zusammen. Aray spürte, wie Annas Kopf in ihren Händen plötzlich schwerer wog, was ihre Verärgerung über Skitjas Erscheinen nur verstärkte. Sie hatte eigentlich mit ein paar Minuten mehr gerechnet, um den Prozess abschließen zu können. Behutsam lehnte sie den Kopf der jungen Frau an und ließ ihn dann los. "Danke für die Ablenkung.", zischte sie sarkastisch. "Jetzt können wir ein, zwei Stunden warten, bis ich wieder beginnen kann. Und soviel Zeit lässt uns die Sternenflotte bestimmt nicht." "Welch törichte Ansichten!", dachte Skitja halblaut in Richtung Porem. Mit einem missbilligenden Blick krönte der Cardassianer seinen Auftritt in der sumpfig feuchten Höhle und betrachtete die beiden Frauen vor ihm. "Ich möchte uns keinesfalls in falscher Sicherheit wiegen, aber ich befürchte, dass es nicht die richtige Entscheidung war, eben dieses Exemplar", dabei deutete er auf die fast bewußtlose Ensign in Arays Armen, "als Geisel auszusuchen." Skitja verschränkte die Hände hinter seinem Rücken und ging ein paar Schritte auf und ab. "Mehr und mehr.... bin ich der Meinung, wir hätten uns doch den Gul schnappen sollen. Aber gut... ich werde mich und meine Enttäuschung bändigen. Ich schaff das schon. Und jetzt... vergessen Sie den Hypnose-Quatsch und beginnen Sie mit einer richtigen Folter, sonst sitzen wir tatsächlich noch stundenlang untätig herum. Obwohl ich bezweifle, dass sie als Ensign überhaupt viel zu sagen haben wird. Ihre Abwesenheit wird sicher bereits erkannt worden sein und ihre dürftigen Kommandocodes gesperrt." Nach einer kurzen Pause erhellte sich Skitjas Miene und er blieb auf dem Punkt stehen. "Wir werden einen Austausch planen. Sehen Sie zu, dass dieses Häuflein Elend wieder in einen vorzeigbaren Zustand gerät und dann schicken Sie einen Geheimboten, um unsere Forderung nach .... sagen wir.... mh, mindestens den Ersten Offizier oder diesen Gul Telman... oder wie der hieß... weiter zu leiten." Sie war drauf und dran gewesen, Skitja einen törichten Wicht zu schimpfen, doch sein Einlenken ersparte Aray den Eiertanz, ihm klarzumachen, dass eben dieses Häuflein Elend von Ensign die wertvollste Zielperson darstellte, ohne ihm dabei die ganze Geschichte auftischen zu müssen. "Sie wird in einer Minute sauber und transportfähig sein.", bestätigte sie statt dessen nur und winkte ihre beiden Handlanger herbei, die sich sogleich um die Sternenflottenoffizierin kümmerten. Porem stand nun wieder auf, wieder auf Beinahe-Augenhöhe mit Skitja. "Sie denken wirklich, es ist an der Zeit Forderungen zu stellen, wenn über uns eines der leistungsfähigsten Schiffe der Sternenflotte im Orbit hängt?", sie sah ihn neugierig an. "Beamen wir sie zurück in die Nähe des Explosionsortes. Die Sternenflotte sind die einzigen, bei der wir in diesem Fall am ehesten mit heiler Haut wegkommen. Es sind Fälle dokumentiert, die darauf hindeuten, dass sie selten zu Vergeltungsmaßnahmen greifen, wenn sie zurückbekommen, was sie wollten." "Wir sollen den Schwanz einziehen, wie räudige Hunde?", platzte es aus dem hochgewachsenen Rebellenführer heraus. Er brauchte einen Moment, den Vorschlag seiner Mitstreiterin zu verdauen. Welchen Sinn hätte solch eine "Niederlage"? Doch er musste auch Vernunft und Logik Raum geben. Und vor allen Dingen: Wie sollte er sicherstellen, dass er selbst nicht gefährdet wurde? Ja, in Skitja wuchs die Angst vor dem Tod, und zwar recht rasch. Da wandte er sich an Porem mit den Worten: "Lassen Sie uns das im Nebenraum diskutieren." Mit einem Fingerzeig auf Nyberg schob er die Cardassianerin raus aus der modrigen Zelle und blieb mit ihr im Flur stehen. "Ich gebe zu, die Chance ist ziemlich klein, über dieses Küken da drin", er deutete Richtung Verlies, "an wichtige Föderationsdaten zu kommen, die uns dann auch einen strategischen Vorteil verschaffen könnten, schwindet." Skitja machte eine kleine Pause, bevor er leiser fortfuhr: "Ich möchte die Sicherheit unseres Standortes ebenso wenig gefährden, wie Sie. Aber es ist frustrierend, so gar keinen Vorteil zu erhalten. Schließlich wurde mindestens ein cardassianisches Leben geopfert... Ich würde Starfleet gerne eine Botschaft, besser gesagt eine Warnung zukommen lassen. Ließe sich das bewerkstelligen, bevor wir die Frau beamen? Wir schmuggeln mit ihr eine Nachricht an Bord." Arays Gesichtsausdruck wurde kritischer, als sie erkannte, dass Skitja mehr an seinem Leben hing, als sie es von einem Soldaten - und sei es nur ein Rebellensoldat - erwartete. "Auch Adler waren einmal Küken. Sie ist nur ein Ensign, aber durch sie werden Cardassia noch große Dienste erwiesen werden.", antwortete Porem nur rätselhaft, aber mit glänzenden Augen. "Tvereks Tod war nicht umsonst." Aray überlegte kurz. "Was für eine Nachricht wollen Sie denn schmuggeln?" Sie war wieder ganz auf die sachliche Ebene zurückgekehrt. "Ich hätte noch eine kleine Ampulle Dominion-Pocken... die filtern die Sternenflottentransporter angeblich noch nicht." "Porem, es ist mir schlicht schleierhaft, woher Sie diesen Optimismus nehmen, bezüglich der jungen Sternenflotten-Frau", brummte Skitja als Antwort. "Nun gut, machen wir das Beste draus. Wir werden denen sagen, dass sie sich verdammt nochmal aus der Innenpolitik Cardassias raushalten sollen, dass wir unsere Angelegenheiten selber regeln und niemanden brauchen, weder zum Schutz, noch als weiteren Aggressor oder.... Ausbeuter. Egal in welcher Position." Skitja brauchte eine Pause, er hatte sich in Rage geredet. Er ging ein paar Schritte, blieb dann wieder stehen. "Und dann packen Sie noch ein paar Drohungen rein, denn dieses kleine Attentat kann mit Leichtigkeit noch ausgebaut werden. Sagen Sie denen das." Skitjas Blick ging ins Leere, als er noch hinzufügte: "Werden Sie kreativ. Die Pocken wären eine gute Beigabe, aber vielleicht finden wir noch etwas besseres." Mit diesen Worten schloß Skitja dieses Kapitel ab. 'Sagen?', fragte sich Aray, als die Tür hinter Skitja zugefallen war. Wie konnte er nur auf die Idee kommen, eine Botschaft beziehungsweise eine Drohung mitzuschicken, wenn man die einzige Geisel, die einem zur Verfügung stand, aufgab? Sie konnte wohl schlecht eine Holobotschaft aufnehmen und den Chip in Evt.. Nybergs Hosentasche stecken. Das einzige, was ging waren Metaphern... und da noch ein paar Drohungen reinpacken? Sie schüttelte den Kopf. Ihr fiel nur eine Möglichkeit ein. Sie hoffte nur, dass sie es rechtzeitig umsetzen könnte. Sie betrat die Zelle wieder. "Cobat, Verja!", bellte sie ihre Handlanger herbei und gab ihnen kurze Befehle, woraufhin Verja schnell in das Lager des Stützpunktes eilte und Cobat begann, etwas aus ihrem Utensilienkoffer zusammenzuklauben. --- Trelka V, Unglücksstelle "Patterson an Pachamama, ich sende Ihnen Koordinaten, an denen Sie intensive Scans durchführen müssen. Sollten Sie noch Ladung an Bord haben, beamen Sie sie raus, wenn möglich. Während dieses Einsatzes gilt Alarmstufe Rot.", wies sie dem Runabout an, das in der Nähe kreuzte. Den letzten Satz hatte sie sich bestimmt sparen können, dennoch hatte sie ihn der Vollständigkeit halber angeführt. Schließlich übermittelte sie die selben Koordinaten an die Pachamama, die sie zuvor der Victory gemeldet hatte. --- Runabout Pachamama Die Koordinaten waren empfangen und eingegeben. Es zeigten sich schnell verschiedene Standard Suchmuster um das Gebiet möglichst schnell abzusuchen - alle aus großer Höhe. "Wir müssen tiefer fliegen." stellte Ensign Darwin fest. "Sonst dringen die Sensoren nicht in die Höhlen ein." bestätigte Dave. Unterdessen hatte man sich darauf verständigt doch den roten Alarm auszulösen und Waffen und Schilde zu laden. Am Boden sah man, wie sich die Offiziere, Helfer und Crew Mitglieder zu kleineren Gruppen versammelten. Techniker und Ärzte bestiegen Shuttles oder wurden auf die Victory gebeamt. Die bewaffneten Sicherheitskräfte hatten eine sichere Zone rund um den Anschlagsort errichtet und um alle noch auf der Oberfläche befindlichen Personen. Es wurden immer weniger. "WIr ziehen uns komplett zurück." murmelte Shi'raq. Die Pachamama hatte natürlich der Befehl von Yates an alle auch erreicht. Man hatte sich nur fragend angeschaut. "Oder er plant einen Gegenschlag" mutmaßte Morani. "Sicher nicht, wir waren auf einem Hilfeleistungseinsatz ... und jetzt ist es eine Such- und Rettungsmission." mischte sich Darwin ein. Dave drehte sich nun auch um. "Tun wir unseren Job, finden wir Ensign Nyberg." Die Pachamama flog weiter ihre Kreise über der Siedlung, über der Absturzstelle und über den Bergen und Höhlen. Verschiedene Richtungen, Winkel und Höhen. Doch die Scanner schlugen nicht aus. "Hier!" platzte es aus Morani der eine Anzeige beobachtete. Dave holte Sie sich sofort auf seinen Monitor. Es waren sehr schwache Lebenszeichen, mehrere. "Die Höhlenwände spiegeln die Lebenszeichen irgendwie bis zum Ausgang, aber es verschwimmt total.", meinte Shi'raq der es sich auch auf den Schirm geholt hatte. "Egal." stellte Dave fest. "Eindeutig mehrere Lebenszeichen, cardassianische und wenn man dem Computer trauen darf, konnte er auch menschliche DNA feststellen. Sie befinden sich in einer sicheren Höhle und in der Nähe der Kolonie und Anschlagsstelle." Das Shuttle wendete und Darwin erklärte die plötzliche Richtungsänderung "Setze Kurs auf den Höhleneingang, wenn wir südlich heranfliegen sind wir eine Zeit lang fast auf Höhe des Eingangs" Gesagt, getan. Die Pachamama wendete in großen Kreis und floh tief durch das südliche Tal der Bergkette auf den Höhleneingang zu, um kurz vorher langsam zu werden und aufzusteigen. Alle Sensoren waren auf das eine Ziel gerichtet. Die Daten wurde immer eindeutiger. "Signaturen von Stromerzeugern und Waffen ... cardassianisches Militär." stellte Morani zufrieden fest. "Wir haben Sie ... Geisel und Attentäter. Gut. Gehen wir wieder höher und beobachten ob sich da unten etwas tut." Dave öffnete einen Kanal. "Pachamama an USS Victory und Lt Patterson. Wir haben eine Höhle gefunden mit Signaturen von cardassianischen Waffen und Stromerzeugern, ausserdem mehrere Lebenszeichen, nicht eindeutig bestimmbar, aber definitiv mehrere Cardassianer und unserer Vermutung nach auch menschliche schwache Lebenszeichen. Übermitteln Koordinaten." Er drückte den Senden-Knopf und war froh dass die Suche ein Ende hatte. --- Trelka V, Standort Notunterkünfte "Patterson an Pachamama, ist Ihr Transporter in der Lage, die Geisel raus zu beamen? Wenn ja, dann ausführen, wenn nicht, dann sofort Transport-Anweisung an Victory weiter geben.", erwiderte Mila und sah nach draußen. Kurz zuvor hatte der Gruppenleiter der Sicherheitsleute Meldung gemacht, dass die Mediziner-Gruppe um Dr. Haris bereit zum Transport war. "Patterson an Haris, lassen Sie sich und Ihre Leute an Bord der Victory beamen. Dr. Miller ist hier noch beschäftigt.", gab sie an die Ärztin durch. --- Runabout Pachamama Dave tippte auf seiner Konsole. Das Magnesitvorkommen war hier besonders groß, er bekam einfach kein genaues Signal. "Pachamama an Patterson und USS Victory - die Sensordaten sind aufgrund des Magnesitvorkommens nicht genau genug um einen Transport durchzuführen. Ein Hineinbeamen wäre eventuell möglich, aber Riskant. Mit Verlaub, Sir, schlage ich eine Stürmung vor." Bowman sah zu den anderen. --- Trelka V, Standort Notunterkünfte "Haris hier, verstanden. Ende.", gab sie knapp die Bestätigung an Patterson und nickte den Anwesenden Kollegen zu, bevor sie der Victory Bereitschaft signalisierte und kurz darauf mit den anderen Umstehenden vom Transporterstrahl erfasst wurde. --- Trelka V, Unglücksstelle "Gut - Pachamama, nehmen Sie die Stomerzeuger aufs Korn und zerstören diese, sowie ich Ihnen den Befehl dazu erteile.", erwiderte Mila und ließ sich die Werte der Pachamama anzeigen. Es gab einen Platz, der groß genug war, um einen Angriffstrupp zu versammeln - des Wetters wegen mussten sie beamen, denn in dem Schlamm dauerte der Marsch dorthin wiederum eine Viertelstunde, die sie nicht riskieren wollte. "Patterson an Victory, ich übermittle Ihnen Koordinaten, an die Sie mich und die schwere Verstärkung hin beamen können. Ich schließe mich Bowmans Empfehlung an. Ein schneller Schlag sollte auch die letzte Moral der cardassianischen Rebellen brechen.", nahm sie Kontakt zum Schiff im Orbit auf. --- Deck 7, Krankenstation Schnell hatte Lexi sich von der nassen Kleidung befreit und sich von einer an Bord gebliebenen Krankenpflegerin auf den Stand der Dinge bringen lassen. Trevor kam wieder zu Sinnen, nachdem für die Behandlung der Unterarmfraktur eine kurze Sedierung erforderlich gewesen war. Er brauchte einen Moment, um sich zu orientieren, doch die Erinnerung kehrte zügig zurück. Mit einem Ruck saß er aufrecht. Der rechte Arm war in einer Art Schlinge ruhiggestellt und schmerzte so gut wie gar nicht. Überhaupt fühlte sich der Slowake recht fit. "Hinlegen.", begrüßte Lexi den Sicherheitler, mit dem Blick auf seine aktuelle Krankenakte gerichtet. "Wir sind noch nicht ganz fertig." "Zu Befehl.", erwiderte Goodchild zerknirscht, bevor er nochmal auf die Liege zurückglitt. Seine Beine ließ er allerdings Richtung Boden herabhängen. Der Slowake zwang sich ein Lächeln ab, während er nach oben schaute, geradewegs in das Gesicht der Marsianerin, welches für Goodchild auf dem Kopf stand. Unvermittelt überkam Trevor der Wunsch, der rothaarigen Schönheit ein Kompliment zu machen, doch in diesem Moment entsann er sich der Ereignisse auf dem Planeten. Noch bevor Haris ihre Arbeit machen konnte, schnellte Goodchild hoch. "Ich erinnere mich wieder, auf Trelka gab es eine Explosion und da wurden sicher viele verletzt. Ich muss sofort wieder runter." Die dunklen Augen des Sicherheitlers weiteten sich. "Womöglich gab es auch Tote. Ich muss meinen Pflichten nachkommen." Instinktiv wollte Trevor einen Kanal zur Brücke öffnen, um die Lage zu sondieren, doch der Arm in der Schlinge kapitulierte vorher. Ein Blick auf seine Uniform sagte ihm, dass er derzeit keinen Kommunikator trug. "Wo ist das Ding?" fragte Goodchild Lexi schnell. --- Deck 1, Brücke James hatte dem Funkverkehr ruhig zugehört und genossen, dass die Suche jetzt erfolgreich verlief. Er schaute auf einige Anzeigen nahe seinem Stuhl und stellte zufrieden fest, dass die schwer bewaffneten Befreiungsteams alle bereit standen. Alle Transporterräume waren besetzt mit den Teams und warteten auf den Transport. "Brücke an Transporterraum." öffnete James den Kanal an alle gleichzeitig. "Wir haben vermutlich eine cardassianische Rebellenbasis aufgetan wo eine Führungsoffizierin festgehalten wird. Sie werden zur Befreiung eingesetzt. Die Rettung der Geisel hat oberste Priorität. Es muss mit bewaffnetem Widerstand gerechnet werden. Sie werden nun in die unmittelbare Nähe des Einsatzortes gebeamt!" In Gedanken führte James fort 'Macht mich Stolz!', aber das brauchte er nicht sagen. Stattdessen sah er auf seiner Anzeige wie nach und nach jeder Transporterraum die Verstärkung für Patterson herunter beamte. Zuletzt wurde der Ort zu Ort Transport initiiert um Patterson und einige Sicherheitler in seiner Nähe ebenfalls zu den Koordinaten zu beamen. Sein leichter bewaffnetes Team sicherte weiter die Anschlagstelle. Der Zoom auf der Übersichtskarte vergrößerte nun den Ausschnitt um die Höhlen und zeigte die Pachamama und die Trupps an. Nun würde es los gehen. Er hoffte das beste. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de