************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 20 / 05012009 * * 24052380 * * Erholungsphase * ************************************************************************ --- Gänge Lexi hatte sich nach einer sehr knappen Verabschiedung durch den nahe gelegensten Ausgang aus der Krankenstation gestohlen. Irgendwie hatte sie jetzt keine Lust auf den Trouble, wo jeder fragte, wie es ihr ging und seinen Trost spenden wollte und konnte, auch wenn sie die Personen gar nicht kannte. --- Deck 5, Quartier Haris Im Quartier angekommen streifte Lexi sofort ihre Uniform ab und führte sie dem Recycler zu. Dass ihre Jacke noch immer auf der Krankenstation, vermutlich auf dem Bett lag, das war im Moment absolut unwichtig für sie. Sie steuerte ohne Umweg ihr Badezimmer an. --- Deck 5, Quartier Haris, ca. 30 Minuten später Nach einer langen, heißen und ausgiebigen Dusche stand Lexi wieder in ihrem Schlafbereich, gerade noch den Pullover überstreifend. So ganz wollte ihr nicht in den Sinn, warum sie ein Okay des Counselors brauchte. Es ging ihr gut, nach ein wenig Ruhe und Schlaf würde sie morgen sicherlich wieder ihrer Arbeit nachgehen können. Das Zittern hatte auch während der Dusche nachgelassen und im Replikator wartete seit ein paar Minuten eine dampfende Tasse Tee, die Lexi sich noch vor dem Gespräch in aller Ruhe gönnen wollte. Sie sollte sich auch in der Zwischenzeit noch einen neuen Kommunikator organisieren, ihren hatte sie noch nicht zurück erhalten und wenn doch, dann war er vermutlich mit der Jacke noch in der Krankenstation verblieben. --- Deck 12, Garten, weitere 25 Minuten später Lexi hatte sich im Garten einen Platz gesucht, der nicht wirklich vom Casino aus einsehbar war und auch für den übrigen Publikumsverkehr etwas ab vom Schuss war, nur ab und zu verirrte sich jemand so vom Weg ab. Ganz so leicht wollte sie es dem Counselor nicht machen, sollte er ruhig etwas nach ihr Ausschau halten müssen. Langsam ging sie den schmalen Pfad entlang und ließ sich ein wenig von dem leisen Plätschern in der Nähe einlullen. Im Augenblick hingen ihre Gedanken wieder mehr bei dem Gespräch mit Anna am Morgen als bei den letzten Stunden. --- Deck 3, Quartier Daniel Knight Erst hier atmete er so richtig auf, trat an seinen Replikator und bestellte einen Becher schwarzen Kaffee, den stellte er auf dem Tisch ab und bemerkte, dass es eine Nachricht für ihn gab. Daniel hörte sie sich an, Miller teilte ihm mit, das sie Haris durchaus für diensttauglich hielt. Er löschte die Nachricht, hielt sie für einen Freundschaftsdienst. Er hatte sich nie um solche Hinweise gekümmert, machte sich lieber selbst ein Bild und oft genug machte ihn so etwas eher misstrauisch und aufmerksam. 'Was denken die sich überhaupt?' dachte er unwillig. 'Das ich Haris aus reiner Boshaftigkeit vom Dienst frei stelle?' Knight trank einen Schluck aus dem Becher, ihm war bewusst dass das Gespräch mit Lexi nicht besonders einfach werden würde, sie würde ihm sicher nicht entgegen kommen. So ein Gespräch zu führen, wenn man kaum mehr als die Akte kannte, war besonders schwer, hinzu kam noch, dass sie anscheinend Männern gegenüber ausgesprochen skeptisch war. Um wirklich heraus zu finden, was in der Frau vor sich ging, war es schon nötig, das sie ihn überhaupt an sich heran ließ. Und was das betraf, hatte der Counselor so seine Zweifel. Daniel leerte den Becher und stellte ihn wieder in den Replikator, dann vergewisserte er sich, dass er noch genug Zeit hatte und ging duschen und zog sich dann um. Daniel trat erneut an sein Terminal und rief einen Plan der Victory auf, hatte er doch keine Ahnung wo sich der Garten befand. Dann replizierte er sich einen frischen Becher Kaffee und verließ mit diesem in den Händen seine Unterkunft. Wirklich froh, dass das Gespräch nicht auf der Krankenstation geführt werden musste. --- Deck 12, Garten Daniel betrat den Garten und sah sich erstaunt um, es war unglaublich. So schön hatte er es sich nicht vorgestellt, langsam schlenderte er den Weg entlang, blieb schließlich stehen und blickte sich suchend um. War sie noch nicht hier? Unschlüssig in welche Richtung er sich wenden sollte, strich sich Daniel durch die noch feuchten Haare und ging ein paar Schritte weiter, verließ den Weg und entdeckte die Ärztin ein Stück vor sich. Er beschleunigte seine Schritte. "Hallo", begrüßte er sie freundlich: "Ich bin überrascht wie schön es hier ist." Er wirkte entspannt, entdeckte ganz in der Nähe eine Bank und fragte: "Was meinen Sie, wollen wir uns nicht setzten?" Noch einen Moment blickte Lexi auf das kleine Gewässer bevor sie sich umdrehte und Knight antwortete. "Hi", grüßte sie ihn knapp und blickte ihn ausdruckslos an. "Es ist ein Garten, warum sollte er nicht schön sein, wenn er zur Entspannung dient?" Sie blinzelte kurz und blickte die Bank an, dann blickte sie wieder zu Knight. Was erwartete er von ihr? Versuchte er sie in eine Klischeeschublade zu packen? "Von mir aus, auch wenn mir noch ein paar Schritte gehen lieber wären", antwortete sie und ging langsam wieder auf den Weg zurück, so dass sie weiter gehen, aber auch die Bank ansteuern konnten. Daniel ging langsam neben ihr her, hatte nicht damit gerechnet, dass sie derart misstrauisch sein würde und sich bei seinen Worten auch nichts weiter gedacht. Doch eins stand fest, auf die Art würde ihre Unterhaltung nirgendwo hin führen, für keinen von ihnen. Während sie auf die Bank zugingen, sah er sie von der Seite her an. "Es ist mir nur aufgefallen", meinte er: "Ich bin noch nicht hier gewesen. Mir ist natürlich klar, dass sie nicht sonderlich gut auf mich zu sprechen sind, Miss Haris und eigentlich kann ich ihnen das nicht ein Mal verdenken. Doch wenn Sie mir so gar keine Chance lassen, was soll dann dabei herauskommen? Ich bin nicht Ihr Feind, mir geht es nicht darum, Sie auf Biegen und Brechen vom Dienst fern zu halten." Eindringlich sah er sie an. Er hatte sich also doch fürs Hinsetzen entschieden. Hoffentlich würde er hier etwas aufnahmefähiger sein, als auf der Krankenstation. Lexi überließ ihm den Vortritt und blickte sich noch einen Moment in der Farbenpracht um sich herum um, bevor sie sich ebenfalls in gemäßigtem Abstand zu ihm auf die Bank setzte. "Nur vorweg, um ein paar Dinge klar zustellen: Ich kenne Sie nicht, Sie kennen mich nicht", begann sie langsam, ihr Gegenüber dabei genau beobachtend. "Sie wollen eine Chance von mir erhalten, dann müssen Sie mir aber auch eine geben." Wieder machte sie eine kurze Pause. "Und vor allen auch auf die Reaktionen eingehen, so klein sie auch sein sollten. Aber wenn es nötig ist, werde ich auch gerne mit dem Holzhammer darauf hinweisen", erklärte sie und blickte Knight herausfordernd an. 'Was denn, will sie mir etwa vorschreiben wie ich meinen Job machen soll.' Daniel schlug die Beine übereinander, trank einen Schluck aus seinem Becher und betrachtete Lexi gelassen. Bei ihren letzten Worten musste er lächeln, versuchte auch gar nicht es zu verhindern: "Sie sind eine harte Verhandlungspartnerin." "Doch Spaß beiseite.", fuhr Daniel freundlich fort: "Es geht hier nicht wirklich um mich, das ist Ihnen doch klar? Sagen können Sie mir alles, ich bezweifle, dass Sie mich schockieren könnten und falls es sie beruhigt, ich bin genau so an die Schweigepflicht gebunden wie Sie in Ihrem Beruf, da erzähle ich Ihnen sicher nichts Neues." Daniel hatte nicht das Gefühl, das ihre Ablehnung ihm gegenüber etwas mit der Geiselnahme zu tun hatte. Sie bemühte sich sehr, nach außen hart und unverletzlich zu wirken, bemühte sich sehr, ihn davon zu überzeugen. Daniel trank einen weiteren Schluck, stellte den Becher auf seinem Bein ab und betrachtete ihn. "Warum jagt es Ihnen solche Angst ein, mit mir zu sprechen? Was befürchten Sie? Wenn Sie den Mut aufbringen, mir das zu verraten, sind wir schon ein ganzes Stück weiter. Warum wehren Sie sich so dagegen?" Lexi lehnte sich mit einem Arm auf die Rückenlehne, aber zeigte sich weiterhin verschlossen Knight gegenüber. "Es geht mir nicht um die mögliche Nichteinhaltung der Schweigepflicht oder dergleichen. Es geht mir darum, dass ich Ihnen vertrauen können muss, dass Sie eine gewisse Professionalität wahren und sich nicht verhalten, als wären Sie ein alter Freund von mir, der seine Schulter zum trösten anbietet", antwortete sie und blickte ihm ruhig in die Augen. "Das ist für mich nicht akzeptabel, vor allen dann nicht mehr, wenn Sie auf eine Abwehrreaktion nicht eingehen." Sie zog ihren Arm wieder von der Lehne runter, den Counselor noch immer im Blick fixiert. "Das hat nichts mit Scheu, Angst oder Ablehnung zu tun, es hat etwas damit zu tun, dass ich das Gefühl habe, Sie benehmen sich wie ein Elefant im Porzellanladen." Lexi wandte kurz den Blick ab und schüttelte den Kopf. "Was erwarten Sie denn auf solch ein Benehmen?" Sie warf einen kurzen Blick zu dem klaren Wasser des kleinen Teichs, bevor ihr Blick wieder zu dem Knights wanderte. "Was wollen Sie hören?" "Würde ich mich wie ein Freund verhalten, ich versichere Ihnen, das sähe etwas anders aus. Doch um eines klarzustellen, Miss Haris, bei allem Verständnis für Ihre Situation, Sie haben kein Recht mir mangelnde Professionalität vor zu werfen.", Daniel wirkte äußerlich nach wie vor gelassen, wenn er auch mit mehr Nachdruck gesprochen hatte. Der CNS hielt ihrem Blick mühelos stand, das ihn ihre Worte geärgert hatten, verbarg er geschickt. Doch es war an der Zeit ein paar Dinge klar zu stellen, dass sie offensichtlich noch unter Schock stand, konnte und wollte Knight in diesem Moment nicht berücksichtigen. Er zuckte kurz mit den Schultern. "Mag sein, dass Ihnen mein Benehmen nicht gefällt, doch es gehört nicht zu meinem Job, einem Patienten zu gefallen. Und soweit ich es beurteilen kann, bin ich höflich und freundlich mit Ihnen um gegangen, Sie hingegen schlagen die ganze Zeit um sich und versuchen mich zu provozieren. Das allein auf Ihr Erlebnis zurück zu führen, wäre ein bisschen zu einfach. Und nun eine wirklich unprofessionelle Bemerkung: Ich wage sogar zu behaupten, bei einer Frau, hätten Sie am Benehmen nichts zu bemängeln gehabt." Daniel schwieg einen Moment, beobachtete Lexi genau. Sicher er ging ziemlich weit, wagte viel, doch er wollte sie endlich aus der Reserve locken. "Und der letzte Punkt ist, ich will überhaupt nichts hören. Es wird nicht so laufen, das ich Ihnen Fragen stelle und Sie mir vielleicht noch die Antwort geben, von der Sie annehmen, dass ich sie hören will. Reden Sie einfach mit mir, ich höre zu und frage hin und wieder nach, wenn Sie nicht über die Geiselnahme sprechen wollen, dann über etwas anderes. Ihre Entscheidung, Miss Haris. Und bevor Sie wieder auf mich los gehen, denken Sie einen Moment darüber nach, ob nicht ein Körnchen Wahrheit in meinen Worten steckt." Knight wandte den Blick von ihr ab, trank einen weiteren Schluck und ließ seinen Blick wandern. Lexi schnappte bei seinen Unterstellungen nach Luft und schnaubte abfällig. So was Selbstgefälliges war ihr aber auch schon lange nicht mehr untergekommen. Sie war kurz davor aufzustehen und schüttelte eine Weile stumm nur ungläubig den Kopf. Dann richtete sie sich wieder auf und noch immer kopfschüttelnd sah sie ihrem Gegenüber wieder in die Augen. "Ich provoziere Sie nur?" fragte sie ungläubig. "Sie tun das natürlich überhaupt nicht, mich provozieren und sei es nur mit Ihrer Art, wie Sie auf mich zugekommen und wie Sie sich verhalten haben. Soweit ich weiß, sind die Vorlesungen über das Verhalten gegenüber dem Patienten für Ihren Fachbereich die gleichen, wie für meinen und an derartige Dinge, wie Sie hier von sich geben, kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.", konterte sie. "Außerdem: Ich gestatte auch keiner mir vollkommen fremden Frau sich einfach ungefragt zu mir aufs Bett zu setzen." Sie stoppte und fixierte ihn erneut, sprach für den Moment leiser, aber doch eindringlich weiter. "Oder war es einfach ein Versuch Ihre Angst vor der Krankenstation zu verbergen?" Sie lehnte sich wieder zurück. "Und wenn nicht Sie auf die Gefühle und das Unwohlsein Ihrer Patienten eingehen und sei es nur auf Ihre Person und Ihr Auftreten bezogen, wer bitte schön dann?" Langsam stand Lexi auf und ging zu einem nahe gelegenen Baum, an dessen Stamm sie sich lehnte und auf den Rasen blickte. "Sie wollen wissen, was in mir vorgeht, vor allen im Zusammenhang mit der Geiselnahme? Schön." Sie holte tief Luft. "Erstmal, ich möchte wieder arbeiten. Vielleicht nicht gleich heute, dafür habe ich zu viele Medikamente im Blut rumschwirren, die meine Konzentration erheblich beeinträchtigen." Sie blickte auf, ohne Knight anzusehen. "Mein erster Gedanke, nachdem ich mir meiner Lage bewusst war, war die Angst, dass ich vielleicht nicht dazu kommen werde, mich bei einer Person, die mir sehr wichtig ist, zu entschuldigen, nachdem wir uns heute Morgen kurz vor dem Dienst gestritten haben." Sie machte eine Pause und schluckte kurz, blickte in Richtung des nicht wirklich aus dieser Haltung erkennbaren Panoramafensters des Casinos und blinzelte ihre Augen trocken. "Das war's, was mich über Wasser gehalten hat, dass ich das durchgestanden habe." Und sie würde viel lieber mit Anna über das Ganze reden, als mit diesem Counselor. Sie blickte Knight wieder an. "Und ich hatte gehofft, dass ich sobald wie möglich wieder an die Arbeit kann. Wie Sie schon mehrfach treffend bemerkt haben, ich bin Ärztin, der Vorfall ist auf der Krankenstation passiert und ich möchte gar nicht erst zu lange darüber nachdenken, dass sich eine Abneigung gegen meinen Arbeitsplatz entwickeln könnte, ich will mich einfach in die Arbeit stürzen dürfen, und seien es nur ein paar Stunden am Tag, für den Anfang, wenn Sie das unbedingt für notwendig halten." Daniel überlegte einen Moment. Sollte er ihr folgen? Er entschied sich dagegen, wenn sie mehr Raum brauchte, wollte er ihn ihr auch geben. Er hatte ihr die ganze Zeit ruhig zu gehört. "Sie haben Recht, die Krankenstation jagt mir Angst ein", Daniel zuckte kurz mit den Schultern: "Das ist eben so und ich kann es nicht ändern. Mich auf die Bettkante zu setzen hatte damit allerdings nichts zu tun, das ist nichts weiter als eine Angewohnheit. Bisher ist das nie als unhöflich erachtet worden, im Gegenteil die meisten Patienten werden ruhiger und schneller zugänglich. Wenn es Sie beleidigt hat, möchte ich mich hiermit entschuldigen, das war nicht meine Absicht." Er hatte seine Angst nur so offen zugegeben, um Lexi die Möglichkeit zu nehmen, diese Tatsache weiterhin als seinen Schwachpunkt zu sehen, wo er angreifbar war und den sie gegen ihn nutzen konnte. Eigentlich hätte sie es überhaupt nicht merken dürfen, doch so blieb nur die Flucht nach vorn. Das Thema Arbeit überging Knight bewusst, doch etwas anderes interessierte ihn. "Möchten Sie mir mehr über ihren Streit verraten", hakte er nach: "Immerhin scheint es Ihnen sehr nahe gegangen zu sein, wenn es Sie mehr beschäftigt hat, als die Sorge um Ihr Leben. Jemand mit dem Sie zusammen sind?" Lexi lauschte seinen Worten, aber so ganz traute sie dem Braten nicht. "Ich erwarte wenigstens eine kurze Frage, ob es gestattet ist.", brummte sie, sah ihn dann aber an. "Angenommen, sofern das nicht wieder vorkommt", antwortete sie und lehnte sich wieder an den Stamm an. "Ich geh auch auf Ängste und das Unwohlsein meiner Patienten ein, darf ich das dann nicht auch von Ihnen erwarten?" Sie seufzte und stieß sich von dem Baum ab, ging zum nächsten weiter. "Über den Streit?" Sie machte eine Pause und schüttelte den Kopf. "Nein, darüber möchte ich nicht reden, das werde ich später mit der betreffenden Person tun." Wieder lehnte sie sich gegen den Baum. "Ja, die Person bedeutet mir viel. Sehr viel." Sie blickte ihn an. 'Nein, dir verrate ich nichts über mein Privatleben', schoss es ihr durch den Kopf, während sie ihn fixierte. Warum ging er auf ihren Wunsch am nächsten Tag wieder arbeiten zu wollen nicht ein? Sie ließ ihm die Chance, von selbst drauf einzugehen. Daniel lächelte, in diesem Moment erinnerte sie ihn an ein kleines Mädchen, das trotzig ihre Position vertrat und das letzte Wort behalten wollte. Mit einem Funkeln in den blauen Augen sah er zu ihr hinüber, amüsiert meinte er: "Vielen Dank und ich versichere Ihnen, ich werde mich sicher nicht noch ein Mal ungefragt auf Ihr Bett setzen. Zufrieden?" Dann wurde der Counselor allerdings wieder ernst, ein Schatten huschte über sein Gesicht. 'Seit wann geht ihresgleichen auf die Ängste ihrer Patienten ein? Da wäre sie aber die erste.' Schnell verdrängte Knight diese Gedanken, hoffte, dass Lexi es nicht bemerkt hatte, oder es ihr zumindest egal war. Daniel trank den letzten Rest seines Kaffees und stellte den Becher neben sich auf die Bank, dann erhob er sich und ging zu Haris hinüber, allerdings nicht direkt zu ihr, es blieb noch genügend Abstand zwischen ihnen. Er wich ihrem Blick bewusst aus, betrachtete sich das Panorama, das sich ihm bot und meinte nun wieder vollkommen gelassen: "Ich weiß, dass Sie nichts mehr interessiert, als das Thema Arbeit. Zum jetzigen Zeitpunkt allerdings möchte ich dazu nur soviel sagen, ich habe nicht vor, sie wochenlang zu beurlauben. Wenn unsere kleine Unterhaltung beendet ist, werde ich Ihnen mehr sagen können, doch im Augenblick weiß ich einfach noch nicht genug." In seiner Stimme lag etwas abschließendes, Daniel würde nicht weiter darauf eingehen. Damit würde sie sich arrangieren müssen, hier ging es nicht nur nach ihren Wünschen, sie würde auch etwas dazu beitragen müssen, auch wenn es unangenehme und schmerzhafte Fragen waren, die er stellte. Knight drehte sich nun zu Haris, versuchte ihren Blick einzufangen: "Ich weiß, dass Sie es nicht so sehen, ich weiß, Sie würden am liebsten alles vergessen und weitermachen wie bisher. Doch glauben Sie mir, das wird nicht funktionieren. Ich habe so schnell auf dieses Gespräch gedrängt, damit sich das Erlebte erst gar nicht richtig fest setzten kann. Es ist schmerzhaft für Sie, sich mit dem Geschehen konfrontiert zu sehen, mit Angst, Hilflosigkeit, ausgeliefert zu sein. Und es ist sicher schwer für Sie, ausgerechnet mit mir darüber reden zu müssen." Er machte eine kurze Pause, studierte sie genau. Doch einen Gedanken konnte er nicht verhindern: 'Jemand den sie so verabscheut, das sie kaum einen Kaffee mit ihm trinken würde.' Eindringlich fragt er weiter: "Was haben Sie noch gefühlt, dort zusammen mit Ferom?" Lexi nickte leicht, ging aber nicht mehr weiter auf die Absprache ein, war bereit wieder zurück zu weichen wie ein scheues Tier, als er sich ihr schließlich wieder näherte, aber als er den Eindruck erweckte, sich einfach die Umgebung genauer anzugucken, entspannte sie sich wieder etwas. "Sie wissen gar nichts von mir.", antwortete sie. "Ja, mir ist meine Arbeit wichtig, aber wenn ich eins gelernt habe, dann, dass es noch wichtigeres im Leben gibt!", konterte sie seinen Kommentar über die Arbeit. Es war zwar erst neu für sie, dass das Privatleben mehr Gewicht gewann, seit sie ihre Ausbildung beendet hatte, aber bisher hatte es noch nie etwas derart wichtiges in ihrem Leben gegeben. "Ich will auch nichts vergessen oder verdrängen, aber ich will auch nicht durch zu viel Zeit zum Nachdenken mögliche Ängste entwickeln." Sie seufzte. "Ich möchte einfach gar nicht erst irgendwas aufkommen lassen. Also wie ein Reiter, der vom Pferd gefallen ist, sofort wieder aufsteigen." Sie stieß sich von dem Stamm ab. "Und ja, es fällt mir schwer, mit gerade Ihnen darüber zu reden, ich würde lieber mit jemandem darüber reden, der das schon erlebt hat, der das nachvollziehen kann." Als es dann an seine Frage zur Geiselnahme kam, wie sie sich gefühlt hatte, begann sie eine unruhige Wanderschaft im Umfeld ihres kleinen Fleckchens. "Wie ich mich gefühlt haben? Ja, ich hatte Angst, habe sogar kurz darüber nachgedacht, wie ich am einfachsten aus der Situation wieder heraus kam, aber wichtiger war mir, lebend da raus zu kommen, um die Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg räumen zu können." Sie fuhr sich mit den Fingern durch ihre Haare. "Sie hat mir irgendwann was gespritzt, was mich in eine Egal-Haltung versetzt hat, ich hab erst wieder wirklich realisiert, was passierte, als ich das Skalpell an meinem Hals spürte und dieser verdammte Cardassianer auf uns gezielt hat." Der CNS ließ Lexi nicht aus den Augen, als sie anfing, ruhelos umher zu wandern, war es für ihn ein Zeichen, dass er der Sache näher kam. "Es war richtig, dass Sie nichts unternommen haben", meinte Knight. Und bohrte behutsam weiter: "Was hätten Sie denn auch unternehmen sollen, Miss Haris?" "Ich hab mich ja versucht zu wehren.", begann Lexi, nachdem sie sich energisch zu Knight umgedreht hatte. "Dann hat sie mir dieses Mittel gespritzt.", erwiderte Lexi und setzte ihre Wanderung fort. "Ich hab mich dann einfach meinem Schicksal ergeben und dann..." Lexi stoppte, sowohl ihre Beschreibung, als auch ihre Wanderung. Sollte sie weiter reden? "Dann haben mich die Umrisse Feroms an jemanden erinnert und ich bin scheinbar bei dem Versuch aufzustehen vom Bett gefallen, jedenfalls hab ich mich später in einer seltsamen Haltung auf dem Bett wieder gefunden, als die Schmerzen stärker wurden." Lexi setzte ihre Wanderschaft fort. "Dann sah ich mich auch schon mit dem Skalpell am Hals diesem verrückten Cardassianer gegenüber. Ich hab...." Sie seufzte tief. "Ich hab für einen Bruchteil darüber nachgedacht, dass ich ihr mit einer 'falschen' Bewegung ein Druckmittel nehmen könnte." Sie rieb sich über die Arme. Daniel wartete eine Weile, ob sie noch etwas sagen würde, doch das schien nicht der Fall zu sein. "Es war richtig, das Sie nichts unternommen haben, Miss Haris. Doch sagen Sie mir", hakte Daniel nach: "An wen hat Sie Ferom erinnert?" Knight konnte sich ziemlich genau denken um wen es sich gehandelt hatte, um die Person mit der sie einen Streit gehabt hatte. Und er wusste, das es ziemlich wahrscheinlich war, das Lexi an dieser Stelle wieder blocken würde. Doch vielleicht hatte er es auch, wenigstens ein wenig geschafft, ihren Panzer zu durch brechen, doch sicher war er sich da nicht. Lexi stoppte wieder ihre Wanderschaft und blickte Daniel direkt an. "Wissen Sie, wie viele Frauen ich mit der Figur und langen schwarzen Haaren kenne?" fragte sie und verdrehte die Augen. "Ich stand unter dem Einfluss eines Beruhigungsmittel, ich habe phantasiert." Und wieder ging sie ein paar Schritte, dieses Mal wieder zurück zu einem der Bäume und lehnte sich dagegen. "Aber wenn es Ihnen hilft: Im ersten Moment, solang ich nur die Gestalt von hinten gesehen habe, hat sie mich an eine sehr gute Freundin erinnert." Daniel ahnte, dass es sich um die selbe Person gehandelt haben musste wie die, mit der sie den Streit gehabt hatte. Sollte er weiter nachfragen? Er war sich nicht sicher, Lexi war ohnehin kompliziert und es war noch um ein Vielfaches schwerer, weil er sie überhaupt nicht kannte, wie er keinen hier auf der Victory kannte, ausgenommen die Akten. Schließlich entschied sich der CNS so direkt wie möglich zu sein. Daniel sah Haris an: "Ich denke, es handelte sich um die Person, mit der Sie den Streit hatten, habe ich Recht? Wollen Sie mir nicht vielleicht doch verraten, um wen es sich dabei handelt?" Fragend sah sie Daniel an. Eigentlich sollte er genau wissen von wem sie da sprach, sollte auch das Privatleben der Crew bis zu einem gewissen Punkt jedenfalls kennen, dann wäre das hier sehr viel leichter. "Und haben Sie befürchtete, Gul Telmar könnte vielleicht keine Rücksicht auf Sie nehmen?" Langsam ließ sich Lexi an dem Baumstamm nach unten rutschen. "Was spielt das für eine Rolle, ob meine Fantasterei sich mit der Person befasste, mit der ich eine Meinungsverschiedenheit habe?" fragte Lexi seufzend. "Wollen Sie sie herholen, um das ganze zu klären?" Lexi schüttelte den Kopf. Nein, Anna würde sie hier nicht reinziehen und dem Counselor aussetzen. Vermutlich war sie auf seinen Berufsschlag genauso schlecht zu sprechen, wie normalerweise auf den ihren. Daher nutzte sie den Themenwechsel, um abzulenken. "Telmar ist ein Idiot. Ich weiß nicht, was er vor hatte, aber er schien auf niemanden Rücksicht zu nehmen. Vielleicht hat er sogar mit seinem eigenen Leben gespielt, wer weiß, Hauptsache er würde dieses kleine Biest dabei töten." "Nein", Daniel schüttelte den Kopf: "Ich habe nicht vor, die betreffende Person hierher zu holen, machen Sie sich deswegen, bitte, keine Gedanken." Sie hatte versucht ihn ab zu lenken, doch so leicht funktionierte das dann doch wieder nicht. Was dachte sie sich, das er überhaupt kein Taktgefühl hatte? Doch unterhalten wollte er sich tatsächlich mit ihr, das konnte Knight nicht leugnen, doch das würde er Lexi auf keinem Fall sagen. "Doch was könnte es schaden, mir ihren Namen zu verraten? Das es mich interessiert, können Sie sich bestimmt denken." Der CNS lächelte ihr kurz zu. Er sah sich erneut um, der Ort hier war wirklich geschaffen um sich zu entspannen und etwas Ruhe zu finden. Dann galt seine Aufmerksamkeit allerdings wieder Lexi: "Ob Telmar ein Idiot ist, möchte ich an dieser Stelle mal nicht weiter kommentieren. Sicher ist, er ist ein großes Risiko eingegangen, das stimmt wohl und zwar im Bezug auf sein Leben und das Ihre. Doch vielleicht hat er Ihnen genau damit das Leben gerettet. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich heiße seine Vorgehensweise nicht gut, doch wirklich falsch war sie auch nicht. Ferom hatte nichts mehr zu verlieren,.." Daniel zögerte kurz, betrachtete Lexi forschend und fügte dann hinzu: "Ich möchte eigentlich nur sagen, verurteilen Sie Telmar nicht vorschnell." Lexi überging die Frage nach dem Namen erst einmal und ging gleich auf Telmar ein, fuhr sich mit den Händen kurz durch die Haare. "Pft. Ich soll dem Kerl wohl noch dankbar sein, dass er in meine Richtung gezielt und den Phaser auf Überladung gestellt hat!" Sie schnaubte leicht. "Wäre die Sicherheit nicht rein gekommen, vielleicht wären wir dann jetzt alle nur noch ein Häufchen Asche. Ich weiß nicht, aber ich schätze den Commander nicht so ein, dass er ein solches Verhalten genehmigt hat", fuhr Lexi fort und seufzte. Sie fixierte Knight mit ihrem Blick, was hatte er davon, wenn sie ihm den Namen der Person verriet, mit der sie sich gestritten hatte, jene Person, die ihre Gedanken während der ganzen Zeit gefesselt hatten, als Lichtpunkt in den Schatten, um das irgendwie durchzustehen? Was bezweckte er damit? Nach einer langen Schweigepause, indem sie versucht hatte Knights Absichten zu ergründen, ließ sie sich mit dem Rücken und ihrem Kopf wieder vollends gegen den Baum sinken. "Was haben Sie davon wenn ich Ihnen den Namen der Person sage, die es indirekt geschafft hat, dass ich dort in diesem kleinen Zimmer keine Dummheiten gemacht hab?" Lexi vergrub ihr Kinn für einen Moment im Kragen ihres Pullovers. Sollte sie es ihm sagen? Sollte sie es ihm wirklich sagen? Sie schüttelte den Kopf. Nein, das war eine Sache zwischen Anna und ihr, und sie wollte die momentane Lage nicht noch mehr verschlimmern, indem sie ihr vielleicht den Counselor auf den Hals hetzte, der sie mit den gleichen Fragen nach dem Streit löcherte, weil sie sich weigerte darüber zu reden. Daniel streckte sich und ging ein paar Schritte, achtete aber darauf der Ärztin nicht zu nahe zu kommen. "Nein.", meinte er dann: "Dankbar nun wirklich nicht, ich meinte nur, Sie sollten seine Absichten nicht falsch beurteilen. Dass Telmar aus eigenem Antrieb gehandelt hat, steht wohl außer Frage, Yates hätte dem sicher nicht zugestimmt." Er lächelte ihr zu und hielt ihrem Blick stand, konnte sich nur all zu gut vorstellen, in welche Richtung ihre Gedanken gingen. Doch verraten wollte sie anscheinend immer noch nichts, ihr Misstrauen war einfach zu groß. "Sie möchten mir die Person nicht verraten", begann er freundlich: "Weil Sie eigentlich nicht möchten, das ich mit ihr spreche, habe ich Recht? Sie wollen auch genauso wenig, das ich sie nach dem Streit frage, weil Sie mir ausweichen. Damit habe ich auch Recht, nicht wahr?" Knight wartete einen Moment, bevor er weiter sprach. Er war lange genug um den heißen Brei herum geschlichen, nun wurde es Zeit deutlicher zu werden. "Das kann ich verstehen, doch wenn Sie es mir untersagen, mit der Person über den Streit zu reden, sollten Sie wissen, das ich mich daran halten werde. Darauf gebe ich Ihnen mein Wort." Daniel wusste, dass er in diesem Moment eine Menge von Haris erwartete, hier ging es um Vertrauen. Es ging darum, ob sie wenigstens bereit dazu sein würde, ihm in seiner Funktion als CNS zu vertrauen, wie es eigentlich notwendig war zwischen Patient und Therapeut. Noch einen Moment blickte Knight Lexi eindringlich an, löste dann den Blick von ihr und ging wieder zu der Bank hinüber um sich dort zu setzen. Lexi wandte den Blick ab, wich dem Blick Knights kurz aus. "Sie haben mir immer noch nicht gesagt, was es Ihnen nutzt, wenn ich Ihnen den Namen nenne.", blieb sie hartnäckig dabei und sah den Counselor wieder direkt in die Augen. "Ja, ich möchte nicht, dass Sie mit ihr über Probleme reden, die ich mit der Person habe, das geht nur sie und mich etwas an, da brauchen wir keinen Counselor zur Hilfe und wenn doch, dann wird die Entscheidung wohl gemeinsam gefällt", erwiderte Lexi und drückte sich wieder nach oben. Sie ließ die Schultern sinken. "Aber falls es Ihnen was bringt. Ensign Nyberg. Allerdings, ja, ich möchte nicht, dass Sie mit ihr über den Streit reden. Oder über irgendwas, was ich Ihnen jetzt gesagt habe." Wobei sie ja noch nicht wirklich viel preis gegeben hatte. Daniel atmete tief durch, veränderte seine Position etwas, um es sich bequemer zu machen. "Ich danke Ihnen." Das war ehrlich gemeint und sie würde es ihm auch ansehen können. Er fing kurz ihren Blick ein. "Das ich mit ihr genau so sprechen werden, wie übrigens mit einem großen Teil der Crew, dürfte Ihnen ja klar sein. Ich möchte Ihnen aber noch ein Mal versichern, das alles was zwischen uns gesprochen wird auch unter uns bleibt, jedenfalls von meiner Seite aus, Ihnen steht es natürlich frei was Sie davon mit wem besprechen. Das verspreche ich Ihnen sogar." Dann sah Knight sie eindringlich an: "Kommen Sie, Miss Haris, geben Sie sich einen Ruck und versuchen Sie mir zu vertrauen. Damit meine ich nicht ein Mal meine Person, das wäre wirklich zu viel verlangt, doch mir in meiner Funktion als Counselor." Dann fügte Knight noch hinzu: "Was war das schlimmste für Sie, was hat Ihnen am meisten Angst eingejagt?" Lexi ließ ihre Schultern sinken. Er wollte ihr wohl einfach nicht auf die Frage antworten, was ihm nun der Name gebracht hatte. Sie ließ ihren Blick schweifen und entdeckte in der Ferne noch andere Crewmitglieder, die den Nachmittag für einen ruhigen Spaziergang nutzten. Wie gern wäre sie jetzt auch einfach zur Entspannung hier. War es wirklich eine gute Idee gewesen, die Sitzung hier abzuhalten? Sie verdrängte den Gedanken wieder, jetzt war es zu spät sich darüber Gedanken zu machen. "Ja, mir ist bewusst, dass Sie wohl mit jedem hier an Bord irgendwann einmal sprechen werden, aber ich möchte nicht, dass Sie sich ungefragt irgendwie in die Sache einmischen.", erwiderte Lexi und suchte irgendwie noch immer den Schutz des Baumstammes. Ob sie ihm wirklich vertrauen konnte? Auch in seiner Funktion als Counselor? Oder gerade? Sie vermochte das einfach nicht einzuschätzen. "Was mir am meisten Angst eingejagt hat? Bewusst erst wieder die Tatsache, dass sich in diesem Raum zwei Personen befanden, die sich gegenseitig aufgestachelt haben und zum Beweis ihrer vermeintlichen Macht gegenseitig mit sich überladenden Phasern zu provozierten.", erwiderte Lexi seufzend. "Da schlag ich mir jeden Gedanken aus dem Kopf, wie ich der Situation am schnellsten entkomme, weil ich leben möchte und dann das." 'Sie ist immer noch nicht bereit mir zu vertrauen', dachte Daniel bedauernd, wie sollte er ihr vernünftig helfen, wenn sie ihm so gar kein Vertrauen schenken konnte? "Ich werde mich nicht einmischen", versicherte Knight zum wiederholten Mal geduldig. Das hatte er wirklich nicht vor, nicht nur weil er eh nichts, was hier zwischen ihnen geredet wurde, niemandem gegenüber äußern durfte, ausgenommen jemand der Crew war in Gefahr oder das ganze Schiff, wichtiger war Daniel, dass er Haris sein Wort gegeben hatte. Voller Mitgefühl blickte Knight die Frau an, er vermochte sich nur all zu gut in ihre Situation hinein zu versetzten, sehr viel besser, als sie es für möglich halten würde. Auch dass sie weiterhin den Schutz des Baumstammes suchte, entging ihm natürlich nicht, doch wusste er im Moment nichts, was er sagen oder tun konnte um ihr zu helfen. "Sie hatten bestimmt große Angst in dem Moment und haben sich sehr allein gefühlt?" Eigentlich keine Frage, vielmehr eine Feststellung und ein wenig von dem Mitgefühl war auch in seiner Stimme zu hören. Lexi schloss kurz ihre Augen und senkte den Kopf ein wenig. Wie lang sollte das noch so weiter gehen? Es würde durch die nervigen Fragen nicht besser werden. Leise seufzend blickte sie wieder auf. "Panik trifft es wohl mehr anstatt von Angst.", begann sie und spürte, wie ihr Tränen in die Augen traten. War es, weil er in ihrer Erinnerung rumstocherte, alles einzeln hervorpulte oder war es die Wut wegen seines Verhaltens? "Ich wollte einfach nur, dass das bald beendet ist, dass ich bald da raus komme.", seufzte Lexi und wischte sich kurz verstohlen über die Augen. "Und vielleicht mich entschuldigen.", fuhr sie fort und unterbrach sich. Daniel überlegte. Wie sollte er weiter vorgehen? 'Besser nicht zu viel sagen.' "Ich denke, es gibt kaum etwas schlimmeres, als so ausgeliefert zu sein. Nicht mehr selbstständig über sich entscheiden zu können, weil das eigene Leben in den Händen anderer liegt. Nichts tun zu können, um sich selbst zu helfen, sondern darauf zu vertrauen, dass das andere tun werden." Keine Frage dieses Mal, doch Knight beobachtete sie genau, wie seine Worte auf sie wirken würden. Lexi blickte Knight schweigend an. Sie brauchte einen Moment, um seine Worte sacken zu lassen. Sie ließ den Kopf wieder sinken, bevor sie aufblickte, ihre Wimpern leicht benetzt. "Ja.", antwortete sie und räusperte sich, um das seltsame Gefühl im Hals los zu werden. "Aber irgendwer hat es ja geschafft, die Situation in den Griff zu bekommen und uns da heil raus zu holen", fuhr sie schließlich fort und schloss die Augen, ließ die Schultern noch tiefer sinken. Plötzlich fröstelte sie. Daniel zögerte, anscheinend hatte Lexi noch gar nicht mitbekommen, das der Sicherheitler tot war? 'Besser ich sage es ihr jetzt. Nicht, dass sie irgendwo hört.' "Miss Haris", begann Knight behutsam: "Es tut mir wirklich leid, doch ich denke, es ist besser, wenn Sie es von mir hören. Der Sicherheitler hat es leider nicht überlebt. Es tut mir wirklich leid." Was konnte er sonst sagen? Solche Dinge ließen sich einfach nicht angenehm erzählen, waren immer schrecklich. Das Frösteln wurde immer stärker und Lexi rieb sich, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein, über ihre Oberarme, schluckte, als Knight ihr die Neuigkeiten aussprach. Wütend trat sie mit dem Fuß gegen den Baum. Wer hatte die ganze Sache eigentlich verbockt, dass es überhaupt so weit kommen konnte? Ihre Emotionen schienen überzukochen. Wut wechselte zu Angst, ein kurzer Moment Freude, dass sie weitgehend unbeschadet aus diesem Raum herausgekommen war, bis hin zurück zur Wut. Im Licht sollte Knight ein immer stärker zunehmendes Glitzern in den Augenwinkeln der jungen Ärztin erkennen können. "Was hatte das ganze für einen Sinn?" murmelte Lexi vor sich hin und gab dem Stamm erneut einen Tritt. Daniel stand auf, zögerte noch einen Moment. Es war sicher gut, dass sie sich überhaupt gestattete, etwas zu fühlen und Wut war schon mal ein Anfang. Dann ging er zu ihr hinüber, machte sich darauf gefasst, dass gleich er Ziel ihrer Wut werden könnte. "Nicht alles braucht einen Sinn, vieles geschieht einfach und wir sind machtlos.", meint er sanft und berührt Lexi sachte an der Schulter. Lexi schüttelte mit geschlossenen Augen den Kopf. Durch Knights Gebohre in den Erinnerungen kam alles wieder hoch, auch die letzten Minuten vor der Geiselnahme. Sie überlegte, ob sie nicht sich die Sache durch ihre Gutgläubigkeit selbst eingebrockt hatte. Nach einer Weile wurde sie sich der Hand auf ihrer Schulter bewusst und schob sie energisch, aber nicht gewaltsam zurück. Sie nahm sich ein paar Augenblicke Zeit, um ihre wirren Gedanken so gut wie möglich zu ordnen. "Oder ich war einfach zu nachlässig.", seufzte sie. Daniel hatte mit einer sehr viel heftigeren Reaktion gerechnet, er blieb allerdings in ihrer Reichweite stehen, schob seine Hände in die Taschen seiner Uniformhose. 'Gibt Sie sich etwa eine Mitschuld?' Dem wollte er unbedingt entgegen wirken, doch sie schon jetzt zu unterbrechen, erschien dem CNS nicht richtig zu sein. "Zu nachlässig?" bohrte Knight vorsichtig weiter: "Wie meinen Sie das, Miss Haris?" Lexi blickte langsam auf. Sie blickte Knight eine Weile an. "Ich war einfach zu gutgläubig. Ich habe nicht drauf geachtet, ob der Pfleger schon mit im Raum war, als ich Kerr vor die Tür schickte, um die Privatsphäre von Ferom zu wahren. Ich hab mich von ihrer Dankbarkeit einlullen lassen, war einfach zu nachlässig und habe nicht darüber nachgedacht, wer da vor mir auf dem Bett liegt. Als ich ihr dann nahe genug war hat sie mich an meinen Haaren gepackt und mir gedroht den Kehlkopf zu zerquetschen." Lexi schluckte. "Vorher hatte ich mich noch darüber beschwert, dass die Sicherheit zu nachlässig war, hätten sie besser auf ihre Gefangene aufgepasst, wäre sie gar nicht erst bei uns auf der Krankenstation gelandet." Sie seufzte. "Vielleicht hätte ich in dem Fall auf das Standardprozedere verzichten sollen..." Das war in der Tat leichtsinnig gewesen, Daniel hätte nicht einmal den Sicherheitler vor die Tür geschickt, immerhin war Ferom eine Gefangene und extrem gefährlich, Privatsphäre sollte da wirklich zweitrangig sein. Doch vorerst war es wichtiger, Lexi am Reden zu halten, nicht dass Sie durch eine falsche Bemerkung wieder blockte. "Warum denken Sie, dass sie auf das Prozedere hätten verzichten sollen?" Lexi blickte Knight tief in die blauen Augen. "Weil es Kerr und mich in Gefahr gebracht hat, Kerr sogar das Leben gekostet hat.", erwiderte sie. "Wir haben nicht wirklich ein fixes Prozedere bei der Behandlung von Gefangenen, und so gefährlich schien sie mir im ersten Moment nicht. Die ganze Zeit bei der ersten Behandlung ist ja auch nichts passiert, da war ich noch mit dem Pfleger alleine bei ihr, da die Sicherheit erst jemanden schicken musste.", erklärte Lexi. Sie überlegte, ob es nicht besser war, sich mit Shyla Gedanken zu machen, was sie verbessern könnte, dass derartiges nicht wieder vorkam. Mühelos hielt er ihrem Blick stand, überlegte kurz, wie er weiter vorgehen sollte. Er konnte einfach nicht verstehen, warum Lexi den Sicherheitler überhaupt vor die Tür geschickt hatte. "Kerrs Tod ist nicht Ihre Schuld. Das dürfen Sie sich nicht einreden. In Ordnung?" Mit Nachdruck sagte er das, seiner Stimme war deutlich anzuhören, dass Knight davon wirklich überzeugt war und es darüber nichts zu diskutieren gab. 'Warum hat sie den Sicherheitler überhaupt hinaus geschickt?' Daniel entschied, dass er riskieren würde, sie danach zu fragen. "Eins wüsste ich schon gerne, Miss Haris, weil ich es einfach nicht verstehen kann, doch sollte Ihnen meine Frage zu weit gehen, sagen Sie es ruhig." Knight sah ihr weiterhin offen ins Gesicht. "Warum gehen Sie überhaupt so ein großes Risiko ein? Ich meine nicht ausschließlich bei Ferom, sondern generell bei einem Gefangenen. Warum haben Sie Kerr nicht im Raum gelassen? Ich denke, bei einem Gefangenen sollte die eigene Sicherheit höher angesiedelt sein als die Privatsphäre." Lexi nickte leicht als Knight ihr wegen Kerr versuchte klar zu machen, dass sie keine Schuld traf. Ihr Blick schweifte wieder ab und sie blickte eine Weile schweigend umher, bevor sie Knights Frage beantwortete. "Weil sie bei der ersten Untersuchung eine Stunde vorher auch friedlich war, ohne Sicherheitler. Weil ich nicht darauf geachtet habe, dass ich dann wirklich ganz alleine bin.", erklärte sie und versetzte dem Stumpf wieder einen Tritt. "Noch mal werde ich mich sicherlich nicht so täuschen lassen.", setzte sie fort und hoffte, dass sie sich wirklich daran erinnerte, sollte sie wieder in eine solche Situation geraten. "Die meisten Gefangenen, die ich bisher zu behandeln hatte, außerhalb einer Arrestzelle, die waren bewusstlos oder harmlos." Daniel sah sie zweifelnd an. Er brachte viele Eigenschaften mit einem Cardassianer in Verbindung, harmlos gehörte allerdings nicht dazu. Und das waren keine Vorurteile, doch die cardassianische Denk- und Handlungsweise unterschied sich so grundlegend von der menschlichen, dass Feroms Reaktion nur verständlich war. 'Das behalte ich besser für mich, ihr geht es schon schlecht genug.' Knight wollte auf alle Fälle ihre Schuldgefühle zerstreuen. Hatte er doch nicht wirklich das Gefühl, seine Worte wären zu ihr durch gedrungen. Als sie dem Stamm erneut einen Tritt versetzte, ging Daniel einen Schritt näher an Lexi heran und sagte leise: "Hören Sie auf, Sie tun sich doch nur selbst weh und das hilft sicher nicht. Sie trifft keine Schuld, nicht an dem Tod des Sicherheitlers und nicht an der Geiselnahme. Vielleicht waren Sie etwas leichtsinnig, als sie versuchten auf Feroms Privatsphäre Rücksicht zu nehmen, doch das sagt auch eine Menge über Sie aus, Miss Haris." Daniel schwieg einen Augenblick, um seinen Worten mehr Gewicht zu verleihen, als sie eigentlich hatten. Dann fragte er: "Und Telmar? Was haben Sie gedacht? Das er es wirklich darauf ankommen lässt, sie alle drei zu töten?" "Ich frage auch aus Interesse", fügte Knight erklärend hinzu: "Denn ich habe ihn bisher nur sehr kurz gesehen und keine Möglichkeit gehabt, ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Sie hingegen kennen ihn schon etwas länger." Lexi blickte Knight an. "Und was sagt es über mich aus, dass ich Feroms Privatsphäre schützen wollte? Außer vielleicht Leichtsinnigkeit?" Der Tonfall war wieder leicht trotzig und herausfordernd. Langsam wurde ihr das alles zu viel für den Moment, aber sie würde wohl durch müssen. "Ich kenn ihn auch nicht wirklich, hatte bisher nur vorhin mit ihm wirklich zu tun. Und ja, ich hatte das Gefühl, als würde er auch sein Leben dafür riskieren, nur um Ferom aufzuhalten", erwiderte Lexi trocken, fuhr sich erneut durch die Haare. "Ja, sicher", stimmte Ihr Daniel ohne Überzeugung zu: "Doch darauf wollte ich nicht hinaus. Ich dachte dabei eher an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Sie wollten Ferom die Blicke des Sicherheitlers ersparen, das hätten nicht viele Ihres Berufsstandes getan." Daniel betrachtete sie prüfend "Was meinen Sie, sind Sie jetzt bereit, mir zu verraten, was in Ihnen vor sich?" fragte er unvermittelt. Lexi blickte den Counselor schweigend und prüfend an. War ihr Berufsstand wirklich so unhöflich und knallhart zu den Patienten? Sie hatte eigentlich bisher immer mehr Ärzte ihres Formats kennengelernt. Okay, sie war noch jung, hatte nicht all zu viel mit anderen Ärzten bisher in der Flotte zu tun gehabt, aber sie konnte sich nicht vorstellen, dass die Mehrheit eher unfreundlich zu ihren Patienten waren. "Hm...", antwortete sie darauf etwas zweifelnd. Dann lehnte sie ihren Kopf zurück. "Ich dachte, das tu ich gerade, erzählen, was in mir vor geht.", erwiderte sie seufzend. "Aber noch mal auf den Punkt: Meine Gefühle fahren Karussell, es reicht von Wut, Enttäuschung bis hin zu Angst, wobei die eher eine Erinnerung zu sein scheint, vom Gefühl her, als akut präsent.", erzählte sie und hielt die Augen geschlossen, versuchte sich ein wenig von den simulierten Geräuschen einlullen zu lassen. "Und überfordert." Er sollte wirklich langsam zum Ende kommen. Sie machte den Eindruck auf ihn, als könnte sie wirklich eine Pause brauchen, etwas Zeit für sich. "Dass Sie sich überfordert fühlen, bedaure ich wirklich, denn ich fürchte, daran trage ich wohl eine gewisse Mitschuld." "Und wir sind auch fast am Ende, Miss Haris. Doch Sie erwähnten Wut und Enttäuschung und da möchte ich wirklich gerne noch ein Mal nachhaken. Auf wen beziehen Sie das?" Beides wichtige Punkte, die Daniel nicht einfach so stehen lassen konnte und auch nicht wollte. Noch immer lehnte Lexi mit geschlossenen Augen an dem Baum. Heute war einfach zu viel negatives auf sie eingestürmt. Wie froh würde sie sein, wenn sie wieder in ihrem Quartier war. Oder sonst wo, Hauptsache Ruhe und keiner kam mit irgendwelchen nervenden Fragen auf sie zu. Sie brummte nur auf Knights Kommentar, dass er daran wohl nicht ganz unschuldig war. Sie nahm sich noch einen Moment Ruhe und suchte irgendwo Kraft in den Naturgeräuschen um sie herum, bevor sie antwortete. "Die Wut, auf das, was passiert ist und durch wen. Zum Teil auf die Sicherheit, zum Teil auf Ferom und vielleicht ein klein wenig auch auf mich.", erwiderte sie. "Und die Enttäuschung, ich kann's nicht genau begründen, aber wenn ich müsste, ein wenig ist auch an die Sicherheit gerichtet, aber die Wut überwiegt im Augenblick." Sie legte ihren Kopf wieder nach vorn und öffnete langsam die Augen und sah den Counselor an. "Dass Sie sich über die Sicherheit ärgern und auch über Ferom, kann ich gut verstehen. Die Sicherheit hätte wirklich besser auf Sie aufpassen müssen. Was Ferom angeht, sie hat doch eigentlich so gehandelt, wie es von einem Cardassianer zu erwarten war. Sie hat versucht, sich aus ihrer Gefangenschaft zu befreien, das ist unter ihrem Volk doch fast schon ein Gesetz, sich nicht einfach so mit einer Gefangennahme abzufinden. Und als sie merkte, dass es ihr nicht gelingt, wollte sie wenigstens so viel Schaden anrichten, wie sie nur irgendwie konnte." Daniel blickte sie offen an, auch wenn er es natürlich wirklich so meinte, was er da gerade gesagt hatte, konnte er sich doch nicht wirklich vorstellen, das Lexi die Anwesenheit mehrerer Sicherheitler geduldet hätte, nicht ein Mal zu ihrem eigenen Schutz. "Auch die Enttäuschung ist damit ganz gut zu erklären, denke ich jedenfalls. Aber warum sind Sie wütend auf sich? Und mal ehrlich, glauben Sie, dass Sie in einer ähnlichen Situation anders handeln würden?" "Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht in Worte fassen", erwiderte Lexi seufzend. "Das sind Fragen, über die ich mir vermutlich noch ein Weilchen Gedanken machen werde.", fuhr sie fort und fuhr sie mit leicht zitternden Händen durch ihre Haare. Konnte er nicht aufhören mit diesen bohrenden Fragen? Wann hatte er endlich genug, wenn sie tränenüberströmt auf dem Boden lag? Sie stieß sich mit den Schultern von dem Baum ab und ging die paar Schritte über den Weg zu dem kleinen Gewässer hin und tauchte ihre Hände kurz ein, legte sie kurz auf ihr Gesicht und blieb in Hockstellung vor dem Wasser sitzen, beobachtete ihr Gesicht. Wann hatte sie das letzte Mal so verängstigt und gequält drein geschaut? Daniel war ihr gefolgt, betrachtete kurz ihr Spiegelbild. Sie wirkte erschöpft und elend. Er ging neben ihr in die Hocke, natürlich bestand die Möglichkeit, dass ihr das wieder zu weit ging, doch darauf wollte er es dieses Mal ankommen lassen. Er sprach sanft zu ihr, fast wie zu einem verängstigten Kind, etwas das sie durchaus wieder auf die Palme bringen konnte. "Ich möchte, dass Sie morgen noch nicht wieder zum Dienst gehen. Ich weiß natürlich, dass Sie das unbedingt möchten, doch ich möchte wirklich, das Sie sich noch einen Tag, ausschließlich mit sich beschäftigen. Das ist wichtig, auch wenn Sie es mir nicht glauben wollen. Und danach für eine Weile halbe Tage arbeiten. Vielleicht könnte sich auch Miss Nyberg einen Tag frei nehmen, damit Sie nicht allein sind." Nach einer Weile aufs Wasser starren bemerkte Lexi in dem leichten Kräuseln der Wasseroberfläche das Spiegelbild des Counselors dicht neben sich. Sie hatte ihn im Rasen näher kommen hören. Sie warf einen kurzen Blick auf sein Spiegelbild, dann starrte sie wieder auf ihr eigenes, während sie seinen Worten lauschte. Sie stützte ihre Ellbogen auf die Knie und ihren Kopf in ihre Hände. Sie war fast zu allem bereit zuzustimmen, Hauptsache sie bekam endlich Ruhe. "Hm... Okay.", antwortete sie leise, es war kein Funken mehr von Rebellion in ihrer Stimme zu hören. Ob sie Anna fragen würde, ob sie sich morgen frei nahm, das bliebe noch abzuwarten, wie der Abend verlief. "Wie oft wollen Sie mich dann sprechen?", fragte sie Knight und blickte wieder auf das sich kräuselnde Spiegelbild, den Kopf noch immer in ihren Händen. Daniel beobachtet sie, dass sie sofort zustimmte, wunderte ihn schon etwas. Das schien so gar nicht zu ihr zu passen. In diesem Moment machte er sich wirklich Sorgen um sie und das konnte man ihm auch deutlich ansehen. Genau so leise sprach er weiter: "Einmal schon noch, doch wann möchte ich eigentlich Ihnen überlassen, wenn Sie soweit sind. Doch irgendwann diese Woche sollte es schon sein. Und sollten sie Alpträume bekommen, bitte Miss Haris, kommen sie zu mir. Wann Sie wieder voll arbeiten können, kann ich so einfach noch nicht sagen, tut mir leid." Daniel betrachte sie noch etwas länger und nun konnte man die Sorgen, die er sich um sie machte, auch in seiner Stimme hören: "Alles in Ordnung?" Lexi schloss die Augen. Wenigstens nicht gleich am nächsten Tag wieder, all zu oft wollte sie auch nicht mit dem Counselor über ihre Gefühle reden, da gab es andere Personen in ihrem Leben, mit denen sie dies lieber tat. Sie blickte wieder schweigend auf die Wasseroberfläche. Dann drehte sie ihren Kopf, um den Counselor direkt und nicht wieder nur sein Spiegelbild anzuschauen. "Wir werden ja sehen, wann ich wieder voll arbeiten werde.", antwortete sie und es klang nicht mehr so ganz resignierend, hatte einen kleinen, unscheinbaren Funken von einem rebellischen Tonfall. "Es geht mir soweit gut, ich hätte nur gerne endlich etwas Ruhe und Zeit für mich.", antwortete sie, seufzte und blickte wieder auf das kleine Gewässer vor sich. "Sehen Sie, genau das glaube ich Ihnen eben nicht", meinte Knight bestimmt. Er betrachtete sie weiterhin von der Seite. "Was uns wohl wieder zum Anfang zurück führt, zum Vertrauen meine ich und das Sie mir wohl weiter hin nicht gewähren können. Belassen wir es also dabei, denn zwingen kann ich Sie nicht. Sie sind damit entlassen, Miss Haris." Daniel erhob sich aus der Hocke und ging wieder zu der Bank hinüber, um seinen Becher zu holen. Eigentlich wollte er einfach gehen, wandte sich dann allerdings noch einmal zu Lexi um. "Dürfte ich Ihnen vielleicht noch eine private Frage stellen?" erkundigte er sich freundlich aber deutlich distanziert. Und bevor sie antworten konnte, fügte er kühl hinzu: "Das eigentliche Gespräch ist beendet, Sie brauchen sich also nicht mehr mit mir zu unterhalten." Lexi seufzte leise. Was war an der Aussage, dass es ihr soweit gut ging, nicht zu glauben? Sicher, es ging ihr nicht blendend, aber im Augenblick ging ihr auch nicht wirklich schlecht, sah man von der Überforderung im Augenblick einmal ab. "Was wollen Sie noch wissen?" fragte Lexi den Counselor, ohne sich zu erheben oder zu ihm umzudrehen. Daniel zögerte einen Moment, dann ging er ein paar Schritte auf sie zu, um nicht all zu laut sprechen zu müssen. "Was ist Ihnen zugestoßen, das Sie Männern gegenüber so misstrauisch und ablehnend sind? Einen Grund muss es dafür geben, da bin ich sicher, also sagen Sie nicht, dass es keinen gibt oder ich mich täusche." Er hörte sich weiterhin kühl und distanziert an, bemühte sich auch nicht das zu verbergen. Lexi schloss die Augen. Sie hatte schon die ganze Zeit auf diese Frage gewartet. Meistens war es die erste Frage. "Nun, ich habe nichts gegen Männer, solange sie sich nicht in oder auf meinem Bett befinden.", erwiderte Lexi und wandte sich langsam zu dem Counselor um. "Bevor Sie es aus dem Schiffsklatsch erfahren: Ich bin dem weiblichen Geschlecht mehr zugetan, als dem männlichen." Sie seufzte. "Ich habe in der Hinsicht keine wirklich schlechten Erfahrungen gemacht, nur haben mir meine persönlichen und intimen Erfahrungen mit Männern irgendwie nicht den nötigen 'Kick' versetzt, als wie mit einer Frau. Es heißt nicht, dass ich Männern als reine Freunde abgeneigt bin, nur will ich einfach privat keinen Mann so nah an mich ran lassen, wie ich es einer Frau privat gestatten würde." Sie funkelte Knight kurz an. "Es gibt nur eine Ausnahme, wo ich offen und freizügig über meine Gefühle reden kann und möchte und diese Ausnahme ist mein Vater." Sie sah Knight abwartend an, wie er darauf reagieren würde. Da ihr offizielles Gespräch beendet war, sah Knight auch keinen Grund mehr seine Meinung für sich zu behalten oder auf seinen Ton zu achten. Er ging noch ein paar Schritte näher an Lexi heran, bis er wieder neben ihr stand, lächelte sie spitzbübisch an und meinte herausfordernd: "Sie unterschätzen mich anscheinend gewaltig, Miss Haris. Und wie lange wollen Sie mir die Bettgeschichte noch vorhalten? Für die ich mich wohlgemerkt, bereits mehrfach entschuldigt habe. Das Sie eher das weibliche Geschlecht bevorzugen, im Bett meine ich, war mir schon klar, um das zu bemerken brauche ich niemanden, der es mir verrät." Knight hatte sich einem der Bäume genähert, ging nun dort in die Hocke, lehnte sich mit dem Rücken an den Stamm und verschränkte die Arme vor seinem Körper, er wurde wieder ernster doch keineswegs dienstlich. "Falls Sie gehofft haben, das ich mich sofort auf die Aussage mit Ihrem Vater stürzen würde, muss ich Sie leider enttäuschen. Trotzdem finde ich es schade, das Sie mich nicht näher als nötig an sich heran lassen. Und zwar für Sie, denn ich habe nichts davon. Also was genau ist Ihr Problem? Fürchten Sie, ich könnte Sie nicht verstehen oder mich über Sie lustig machen? Und, bitte, fangen Sie nicht wieder mit der Bettgeschichte an, das wird langsam lächerlich.", sagte er ärgerlich, ohne allerdings seine Stimme zu erheben, denn laut wurde er nie, wenn er wirklich wütend war, wurde Knight sogar leiser. Daniel blickte Lexi abwartend an, sie brauchte nicht zu antworten, konnte ihn jederzeit einfach sitzen lassen. Genervt hob Lexi ihre Schultern kurz an und seufzte leise. "Wenn Sie das als Vorhaltung der Bettgeschichte sehen wollen, bitte schön." Sie schwieg eine Weile. "Wo mein Problem mit Männern ist? Ich weiß nicht, aber ich komme mit ihnen einfach nicht so gut klar. Es gibt zu viele Unterschiede. Mich stört zum Teil auch die veraltete Meinung, eine Lesbe muss zwingend eine schlechte sexuelle Erfahrung mit einem Mann gemacht haben, am besten natürlich mit dem Ersten und nur deshalb würde sie sich ja Frauen zu wenden." Sie seufzte abermals. "Wissen Sie, wie nervig das ist? Auch wenn man es nicht will, entwickelt man als Frau da irgendwann eine Abneigung dagegen und weicht Männern aus, erzählt ihnen nichts privates und persönliches mehr oder nur sehr ungern." Dann wandte Lexi den Blick wieder von Knight ab und blickte auf das Wasser. Knight betrachtete sie eine Weile nachdenklich. Ein Leben lang gegen diese Vorurteile bestehen zu müssen war natürlich nicht leicht, daran hatte er keinen Zweifel. Doch andererseits... "Sie werden es kaum glauben, doch das es schwer ist, nehme ich Ihnen sofort ab.", meinte Knight. "Aber Ihre Vorurteile kann ich genau so wenig verstehen, wie das Verhalten der Männer, von denen Sie gesprochen haben. Nur weil Ihnen ein paar Spinner über den Weg gelaufen sind, setzten Sie voraus, dass jeder Mann so ist und so über Sie denkt. Glauben Sie mir, Miss Haris, oder lassen Sie es bleiben, ich beurteile Sie danach wie Sie mit mir umgehen und nicht mit wem Sie ins Bett gehen, das ist mir sogar ziemlich egal." Daniel blickte sie weiterhin an, gespannt auf die Reaktion der Ärztin. Lexi wandte den Blick wieder zu Knight um. "Ich habe nicht gesagt, dass es richtig ist... Und es waren weniger, die Männer, mit denen ich es versucht hatte, als die Gesellschaft, unsere ach so aufgeklärte Gesellschaft, die damit offenbar doch noch nicht so gut zu recht kommt, wie sie glaubt. Es gibt so viele Rechte inzwischen, aber dennoch wird es noch als unnatürlich angesehen, was ich 'praktiziere'.", erwiderte Lexi gereizt. "Ja, ich vertraue Männern nur schwer und langsam, sie müssen sich das Vertrauen schwerer erarbeiten, als vielleicht eine Frau, da hab ich bisher noch nicht so drauf geachtet. Was Patienten angeht, da versuche ich jeden, ob Mann oder Frau gleich zu behandeln, da versuche ich nur den Menschen, den Vulkanier oder was auch immer für eine Herkunft zu sehen, nicht das Geschlecht." Sie seufzte. Sie war kurz davor aufzustehen, aber vermutlich würde das ihre bestehenden Vorurteile in seinen Augen noch bekräftigen. Sie würde jetzt viel lieber den Kontakt zu Anna suchen, auch wenn sie erst am Abend verabredet waren. "Das wäre ja auch noch schöner, wenn sie bei Ihren Patienten Unterschiede machen würden, Miss Haris.", meinte Daniel verächtlich. "Tut mir wirklich leid. Ich habe es nicht so gemeint." Er ärgerte sich, dass er zugelassen hatte, dass seine Vorurteile gegen ihren Job die Oberhand gewonnen hatten. Das passte eigentlich nicht zu ihm und war der gespannten Atmosphäre zwischen ihnen sicherlich nicht zuträglich. Daniel suchte nach Worten, fand aber keine und so schwieg er lieber. Er hatte die Beherrschung verloren und es war durchaus möglich, das er damit alle vorherigen Anstrengungen zu Nichte machte. Lexi zuckte kurz zusammen. Das war ja wohl die Höhe, aber wenigstens zeigte der Kerl endlich einmal sowas wie Emotionen. Sie blickte ihn funkelnd an. "Ja, ich mag ja Vorurteile haben, aber ich habe sie nicht bewusst gebildet, mir ist auch klar, dass ich daran arbeiten muss." Sie wurde etwas leiser bei der nächsten Aussage. "Und dass ich bei meinen Patienten keine Unterschiede mache, das kann auch Nachteile haben, wie man ja heute gesehen hat." Sie blickte wieder auf die Mitte des Teichs. "Und ich denke, wenn ich grundlegend etwas gegen Männer hätte, dann würde ich vermutlich kaum auf einem Schiff dienen, welches wie die Victory von einem Mann kommandiert wird. Selbst mein letzter Vorgesetzter vor diesem Posten war ein Mann, mit dem ich mich soweit gut verstanden habe." Daniel atmetet tief durch, wie hatte er sich nur so gehen lassen können? "Es tut mir wirklich leid", sagte er erneut: "Ich hatte kein Recht, Sie derart anzugreifen." "Es war ein langer Tag.", fügte er entschuldigend hinzu: "Doch das wissen Sie besser als ich." "Hören Sie auf sich für die Geiselnahme schuldig zu fühlen, das bringt Ihnen nichts und es ist Unsinn, nichts was dort passiert ist, ist Ihre Schuld und das ist genauso meine private wie meine berufliche Meinung.", sagte der CNS scharf und sah sie fest an. Dann wurde Knight wieder freundlicher: "Das eine hat nicht unbedingt etwas mit dem anderen zu tun. Es ist nicht besonders schwer mit einem Vorgesetzten klar zu kommen, egal welches Geschlecht der hat, finde ich. Interessant wird es erst bei Gleichgestellten oder in Ihrer Freizeit." Lexi ließ die Schultern sinken. Sollte er doch glauben, was er wollte. "Ich kam eigentlich auch mit Gleichgestellten klar, nur habe ich mit ihnen nie über meine intimem Probleme und Gefühle gesprochen.", erwiderte Lexi und starrte auf die leichten Wellen des kleinen Teiches. Ihre Gedanken kreisten, warum hatte sie seine Frage nur beantwortet oder überhaupt erst zugelassen? Daniel beobachtete sie sehr genau, seine Worte schienen ihr nicht zu gefallen, doch aus irgendeinem Grund war sie jetzt sehr viel weniger streitlustig als während der Sitzung. Lexi war wirklich kompliziert und Daniel hatte das Gefühl, sie bereute ihre Offenheit ihm gegenüber bereits wieder. Er stand auf, blieb aber noch einen Moment an den Baum gelehnt stehen. "Miss Haris, ich kann verstehen, dass Sie mit der Situation nicht zufrieden sind, das Sie viel lieber mit Miss Nyberg über Ihre Gefühle sprechen möchten, als mit mir, den Sie nicht ein mal kennen und der Sie dann auch noch beurteilen muss. Wenn Sie also etwas wissen möchten, fragen Sie ruhig, ich werde Ihnen antworten so gut ich kann. Vielleicht stellen Sie zu Ihrer eigenen Überraschung fest, das ich gar nicht so ein unfähiger Trottel bin, wie Sie denken. Könnte doch gut sein, ich bin vielleicht sogar ein netter Kerl? Das erscheint mir unter diesen Umständen nur fair, wäre ich schon so lange auf der Victory wie Sie, würden wir eh eine Menge über den anderen wissen und vielleicht sogar das eine oder andere Gerücht?" Obwohl ihm sehr ernst war, was er da sagte, zog er es absichtlich etwas ins Lächerliche, übertrieb natürlich auch. Doch eigentlich war es sein letzter Versuch der Ärztin die Hand zu reichen, zu Lexi durch zu dringen, schließlich würden Sie in Zukunft zusammenarbeiten, da würde es sich eh nicht vermeiden lassen, dass sie das eine oder andere über ihn mitbekam. War das jetzt ein Freundschaftsangebot? Lexi blinzelte kurz sah auf dem Wasserspiegel zu der Spiegelung des Counselors. "All zu lange bin ich auch noch nicht auf der Victory, wir sind ja erst vor ein paar Wochen gestartet.", erwiderte Lexi knapp. "Und auf Gerüchte gebe ich auch nicht viel, wenn mich doch etwas interessiert, dann frage ich, oder wenn etwas nicht wirklich vorteilhaft ist, dann weise ich darauf hin.", fuhr sie fort und fuhr mit der Fingerspitze kurz über das Wasser, erzeugte damit neue Wellen. "Und im Moment steht mir nicht der Kopf nach einer privaten Kennenlern-Plauderei, vielleicht ein andermal." "Gut, wie Sie wünschen.", meinte Daniel kühl und wandte sich endgültig zu gehen. Noch ein Mal blickte er sie eindringlich an: "Bitte, Miss Haris, sehen Sie zu, das Ihnen Miss Nyberg morgen Gesellschaft leistet, Sie sollten wirklich nicht allein sein, kommen Sie diese Woche zu mir, ohne das ich Sie auffordern muss und eins noch, sollten Sie Albträume bekommen, melden Sie sich bei mir, wenn wir die Möglichkeit hätten, würde ich Sie an einen Kollegen oder besser gesagt Kollegin überweisen, doch so nehmen Sie einfach mal an, mein Studium befähigt mich, Ihnen zu helfen und mit Träumen werden Sie ohne professionelle Hilfe nicht fertig." Knight runzelte kurz die Stirn, hatte er noch etwas vergessen? Das schien nicht der Fall zu sein. Doch dann viel ihm noch etwas ein. "Also, sehen Sie zu das Sie etwas zur Ruhe kommen und Miss Haris, sollten Sie keinen Schlaf finden können oder Träume Sie wach halten, ich weiß natürlich, dass ihresgleichen gerne zur Selbstmedikation greift, tun Sie sich selbst den Gefallen und sprechen Sie mit mir. Und jetzt gehe ich etwas essen." Damit wandte sich Daniel endgültig ab und ging Richtung Eingang davon, Lexi blieb allein zurück und Daniel hatte das Gefühl, nicht wirklich etwas erreicht zu haben. Lexi schüttelte leicht den Kopf. "Wenn Sie einen Kräutertee als Selbstmedikation bezeichnen.", murmelte sie vor sich hin und blickte den Counselor nicht mehr an. "Ich wünsche einen guten Appetit.", antwortete sie noch zum Abschied und wartete, bis er weit genug weg sein müsste. --- Deck 1, Hauptbrücke, 14:15 Es war kurz nach 14 Uhr als James das Quartier verließ und kam eine Viertelstunde später auf der Brücke an. Auf dem Weg hatte er sich absichtlich Zeit gelassen und hier und da ein paar kleine Gespräche geführt und fachlichen wie menschlichen Rat gegeben. Seine Zweifel an seiner Crew und an sich selbst waren dabei mehr oder weniger verflogen und er entdeckte eine neue Seite an sich, die die Überlegungen frei gegeben hatten. Den James H. Yates, der nicht nur Commander und Kommandant war, sondern der auch neben fachlichen eine soziale Kompetenz entwickelte und mit der Lebenserfahrung, die er selbst hatte, nicht hinter dem Berg blieb, sondern sie zeigte und benutzte im Umgang mit seinen Kameraden. Er dachte dabei an große Kommandanten der Flotte, die ihm als Vorbild dienten. Zuversichtlich und hungrig betrat er die Brücke von hinten. --- Deck 10, Arrestzelle, 14:15 Eines musste man der Sternenflotte lassen. Selbst Ihre Arrestzellen waren wie der Rest des Schiffes reinste Luxuseinrichtungen. Mehr als doppelt soviel Platz wie das cardassianische Äquivalent hatte diese Zelle. Es gab fließend Wasser, alle notwendigen sanitären Einrichtungen und selbst ein Replikator war in jeder Zelle eingebaut. Noch ein paar persönliche Gegenstände platziert und Telmar hätte hier problemlos Urlaub machen können. Wie mussten dann erst die Strafkolonie der Föderation ausgestattet sein, in denen man soviel Wert auf die 'Resozialisierung' legte? Diese Frage würde er wohl kaum von den Sicherheitswächtern beantwortet bekommen, die ihn in diese Zelle am anderen Ende des Zellenblocks, in dem sich die Aufständischen befanden, eingesperrt hatten. Einerseits hatte er jetzt wieder nichts zu tun, andererseits war es hier auch nicht langweiliger als in seinem Quartier- so reizend war der Ausblick auf die Sterne dort auch nicht. Er legte sich auf die recht bequeme Pritsche und beschloss sich aufgrund seiner in der Krankenstation gewonnenen Erkenntnis langsam alt zu werden, erst einmal etwas auszuruhen. Wenn man ihn sprechen oder sehen, wollte würde man schon kommen. Er hatte Zeit. --- Deck 9, Shuttlehangar Das Werkzeug aus dem Shuttlehangar hatte Dave wieder zurück an seinen Platz gebracht. Die beiden vorher mühsam modifizierten Shuttles hatte er mit seinem Kollegen wieder zurück in ihre Ausgangsposition gebracht. Auch wenn das ganz schön mühselig war. Sabotieren war einfacher als das ganze wieder rückgängig zu machen. Vor allem unter den Augen des Hangar-Chiefs, der zu allem etwas anzumerken hatte und auch gleich einige andere Reparaturen durchgeführt wissen wollte. Es hatte fast eine Stunde gedauert, alles fertig zu bekommen. Auf dem Rückweg zum Maschinenraum traf er einige andere Techniker, sie kamen von der USS Ticonderoga rüber, ungeachtet der Situation auf der Victory waren die Reparaturen dort schneller voran gegangen als gedacht und so war im Grunde alles fertig. Ein paar Feinschliffe und Softwarewartungen und das Schiff würde wie geplant in einer Stunde um 15 Uhr sich auf den Weg machen. "Hast du Lieutenant Riddick gesehen?", fragte er einen seiner Kollegen. "Weißt du es nicht? Die bleibt auf der Tico. Fliegt zu irgendeiner Expedition." Dave wusste es nicht, zuckte nur mit den Schultern. "Okay. Weißt du, wo Perel ist?" Diesmal hatte sein gegenüber nur ein Zucken übrig. "Sicher hier irgendwo." Bowman ließ den Kopf hängen, war es so schwer, einen Vorgesetzten zu finden, um zu fragen, was ansteht? Er tippte auf seinen Kommunikator. "Bowman an Perel. Sir, haben wir noch was zu tun?" --- Deck 6, Korridore zur Krankenstation Nachdem das Einmotten der 'Granate' etwas länger gedauert hatte - der Waffenwart hatte einige besondere Anforderungen an die Lagerbox - war er auf dem Weg zur Krankenstation, um die Schäden zu begutachten, die durch die 'gewaltsam beendete' Geiselnahme entstanden waren. Bowmans Ruf kam ihm dabei gerade gelegen. "Hier Perel, zwei Mann sollen sich bereit halten, Materialien zur Krankenstation zu schaffen. Was genau, gebe ich durch, wenn ich mit der Schadensaufnahme fertig bin. Ansonsten sind bei uns vor allem Gefechtsbrücke und Kühlsystem der Phaser dran. Arbeiten Sie dafür Anweisungen für die Folgeschichten aus. Wenn Sie in der kommenden Stunde noch was erledigen können, nur zu, ansonsten macht die Alpha-Schicht Rahmendienst bis Dienstschluss.", erwiderte Dan und wartete auf die Antwort Bowmans, bevor er die Krankenstation betreten wollte. --- Hauptmaschinenraum Dave zog die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, die Gefechtsbrücke müsste doch auch langsam fertig sein, dafür hatte er doch die vergangenen Tage geschuftet und heute morgen ... Achja, er musste seine Arbeit an der Simulation beenden, als der Rote Alarm ausgelöst wurde und er im Hangar gebraucht wurde. "Aye Sir, werde den Kollegen bescheid geben. Würde mich selbst gern weiter um die Gefechtsbrücke kümmern - da wurde ich heute morgen unterbrochen." Was ihm an Perel jetzt schon gefiel, er sollte nur Rahmendienst schieben, also nicht seine Bereitschaft opfern. --- Deck 6, vor der Krankenstation "In Ordnung. Die beiden sollen sich im Maschinenraum bereit halten. Ich melde mich dann dort, wenn ich meine Bestandsaufnahme beendet habe. Perel Ende.", erwiderte Dan und trennte die Verbindung. Bowmans Arbeit an der Gefechtsbrücke hatte ihm bisher gut gefallen - von daher wollte er den Chief gerne an diesem Projekt lassen. --- Hauptmaschinenraum Zufrieden beendete Dave das Gespräch und sah den Kollegen neben sich an. "Schnapp dir einen, such ein paar Werkzeuge zusammen und warte, dass Perel sich wieder meldet mit den Sachen, die ihr braucht." Dem fragenden Blick wich er aus. "Du erfährst sicher vor Ort warum. Viel mehr weiß ich auch nicht." Bevor er sich aufmachte zum Holodeck, um die Simulation der Gefechtsbrücke weiter zu machen schrieb er der Beta Schicht aber noch den Aufgabenzettel: Krankenstation, Phaserkühlsystem, Gefechtsbrücke. Auf diese Weise hoffte er, die anderen Schichten beschäftigt zu haben, um sich dann beim nächsten Schichtbeginn weiter um die Brücke kümmern zu können. Es würde sein Meisterstück werden und seinen ganz persönlichen Stempel kriegen. Ohne derzeitigen CING an Bord war das einfacher als jemals zuvor. Er machte sich gleich auf den Weg. --- Deck 5, temporäres Quartier Izami, 14:10 Deirdra trat aus der Nasszelle. Sie hatte sich kurz frisch gemacht, nachdem sie vorhin noch Yates Anweisungen ausgeführt, den üblichen Bericht verfasst und vor ein paar Minuten die Brücke wieder an Patterson übergeben hatte. Inzwischen knurrte ihr Magen in höchsten Tönen. Siedend heiß fiel ihr ein, dass sie ja eigentlich eine Nachricht wegen eines gemeinsamen Mittagessen an Balakka geschickt hatte. "Izami an Balakka.", es dauerte einen Moment bis Mimiemar sich meldete und ihr Bild auf dem Monitor erschien. "Balakka hier. Hallo Deirdra." Sie hörte sich gar nicht versetzt an, dachte Deirdra. "Tut mir leid Mimiemar. Erst schreibe ich dich wegen des Mittagessens an und vergesse dann mich zu melden. Aber hier ging es hoch her, da blieb einfach keine Zeit. Passt es jetzt noch bei Dir?" Sie hörte im Hintergrund einige Pieptöne, dann meldete sich Mimiemar wieder. "Oh, jetzt sehe ich sie. Ich bin noch genauso wenig dazu gekommen, meine Nachrichten abzufragen. Hier gab es auch genug zu reparieren. Und außerdem habe ich schon gegessen, ich war drüben auf der Victory und war mit Perel Dan, einem der Ingenieure, im Casino. Aber das macht ja nichts, wir können morgen ja wieder." "Oh.", sagte Deirdra enttäuscht. "Das wird leider noch etwas warten müssen. Ich bleibe hier, auf der Victory." "Auf der Victory?", fragte Balakka irritiert. "Wieso das denn?", fragte sie dann nach. "Denen fehlen hier einige Offiziere, ein paar waren noch nicht versetzt, andere werden schon wieder wegversetzt und sie haben auch Verluste zu beklagen gehabt.", hob Deirdra zur Erklärung an. "Und dann schnappen sie sich natürlich unsere beste Wissenschaftlerin weg...", meckerte Balakka. "... und machen sie zur ersten Offizierin!", beendete Deirdra den Satz. "Waaas?", Balakkas Stimme überschlug sich fast. "Herzlichen Glückwunsch! Das hätte ich nicht gedacht, dass du dich so schnell hocharbeitest." Plötzlich zog sich ihre Stirn kraus. "Moment... aber war nicht ... deine Eroberung von letzter Nacht... war das nicht der Kommandant?", sie sah Deirdra sehr seltsam und fragend an. "Das hat jetzt aber nichts damit zu tun, hoffe ich." Deirdra schüttelte ihren Kopf, dass die Locken nur so flogen. "Nein, absolut nicht. So etwas würde ich nie versuchen.", wehrte sie jeden Verdacht ab. "Die Entscheidung stammt von Admiral MacArthur. Wobei ... naja, die Kinnlade ist uns beiden schon nach unten gesackt, als wir das erfahren haben." "Aber du bleibst doch hoffentlich, oder?", unterbrach Mimiemar. "Natürlich. Ich lasse mir diese Chance doch nicht entgehen.", versicherte ihr Deirdra schnell. "Männer gibt es ja noch genug.", ergänzte Mimiemar. "Oder etwa nicht?", fragte sie zur Sicherheit nach, als sie Deirdras Gesichtsausdruck sah. "Nein, nicht wirklich, oder?" Sie kannte Deirdra schon lange genug, um sie zu durchschauen. Deirdra räusperte sich. "Ähm... wir dachten, wir könnten es noch eine Weile versuchen, wenn es niemand bemerkt." Sie grinste und zuckte mit den Schultern. "Deirdra, Deirdra, Deirdra.", mehr blieb Balakka nicht zu sagen. "Du hast irgendwie ein Händchen dafür, aber ich weiß ja, was Männer angeht, bist du wie eine Katze und landest immer auf den Füßen. Was soll ich Dir da groß reinreden, es nützt ja nichts.", sie grinste, damit es sich nicht wie eine allzu strenge Standpauke anhörte. "Halt' mich einfach auf dem Laufenden.", fügte sie lächelnd hinzu. "Das werde ich machen. Keine Angst. Du wirst von allem immer als erste hören.", Deirdra lächelte. "Und jetzt kümmere ich mich erstmal um ein Mittagessen. Danach kann ich wahrscheinlich noch kurz bei Dir vorbeischauen, bevor die Ticonderoga ablegt." "Okay, dann bis später.", verabschiedete sich Mimiemar. "Bis dann.", Deirdra beendete die Verbindung. Nur um gleich eine neue aufzubauen. Ihr war etwas eingefallen. "Izami an Mohan und Hoele. Falls sie noch nicht zu Mittag gegessen habe, würde ich sie gerne ins Offiziersmesse einladen. Ein Wissenschaftslunch sozusagen." Etwas Gesellschaft beim Essen war nie schlecht und die beiden kannten sich noch nicht und Deirdra nahm an, dass es Tiara nicht unrecht wäre, ihrem Stellvertreter in etwas ungezwungener Atmosphäre vorgestellt zu werden. --- Deck 1, Brücke Anna bemerkte nur aus dem Augenwinkel, dass Yates zurück auf der Brücke war. Sie grüßte ihn kurz und vertiefte sich wieder in ihre Arbeit. Die Daten zu dem Vorfall auf der Krankenstation waren immer noch nicht alle fertig ausgewertet. Sie hatte noch diverse Berechnungen am laufen. Momentan konnte sie nur dasitzen und beobachten, wie sich die verschiedenen Fortschrittsbalken und Diagramme änderten. Da kam es ihr gerade gelegen, dass eine Nachricht des Quartiermeisters aufblinkte. "Hmm...", machte sie kurz, während sie sie durchlas. Es hörte sich äußerst seltsam an. Sie drehte sich zum hinteren Teil der Brücke um. "Lieutenant Patterson. Ich habe hier eine etwas ungewöhnliche Beschwerde vorliegen. Vielleicht können Sie jemand schicken, der der Sache nachgeht. Mehrere Besatzungsmitglieder haben gemeldet, dass aus Lieutenant Commander McKilians Quartier auf Deck 5 seltsame Geräusche dringen." "Geht klar, ich schicke ein Team.", erwiderte Mila und rief das Sicherheitsbüro via Kommunikator. Dort versicherte man ihr, dass sich ein Team die Sache ansah. Merkwürdig war dies allerdings schon - was konnte das sein? McKilian lag noch auf der Krankenstation - bereit, um auf die Ticonderoga gebeamt zu werden. "Sagen denn überhaupt die internen Sensoren was dazu?", fragte sie Nyberg und bemerkte, wie der Captain die Brücke betrat. "Abgesehen von Geräuschen aus McKilians Quartier keine besonderen Vorkommnisse, Sir. Die ersten Techniker-Teams kehren von der Ticonderoga zurück.", informierte die Halbbajoranerin Yates über die momentane Lage. "Einen Moment, Ma'am.", antwortete Anna, während sie den Scan laufen ließ. "Nichts auffälliges, außer... ein Lebenszeichen, könnte ein kleines Tier sein. Aber McKilian hat keines registrieren lassen. Ich hoffe, wir haben keinen Schädlingsbefall. Die Größe passt auf cardassianische Wühlmäuse." Anna erschauderte. Diese Viecher waren wohl das hässlichste, was die Galaxis je ausgespuckt hatte. "Sagen Sie dem Team, es sollte lieber Phaser bereithalten und daran denken: Stufe eins stecken die ziemlich gut weg." "Besser ist das.", nahm Mila Nybergs Vorschlag an und leitete eine entsprechende Anweisung an das Sicherheitsteam weiter, das sich das Quartier des ehemaligen Ersten Offiziers ansehen sollte. --- Deck 5, vor McKilians Quartier Zwei Wächter flankierten das Schott, ihre Phaser in Bereitschaft, während der Dritte den Entriegelungscode eingab. Die Hälften glitten auseinander... ... und das Sicherheitsteam wurde von einem kläglichen "Miau" begrüßt. Emily, das kleine schwarz-weiße Kätzchen der DeChâteaus, das McKilian beim Weggang der Familie in ihre Obhut genommen hatte, sah die Sicherheitsleute erwartungsvoll an. "Brücke, wir haben die 'Ursache'... Es ist ein Kätzchen, das jetzt wohl viel Hunger hat.", meldete der Sicherheitswächter an die Brücke. --- Deck 1, Brücke "Ein Kätzchen? Nun gut, lassen Sie es untersuchen, dann bringen Sie es zu mir.", erwiderte Mila auf die Meldung. Das arme Tier musste dort bereits knapp zwei Tage in dem Quartier eingeschlossen sein. --- Deck 5, vor McKilians Quartier "Zu Ihnen?", fragte der Sicherheitswächter erstaunt, nahm bereits das kleine Tier auf seine Arme. --- Deck 1, Brücke "Ja, zu mir. Ich werd' das arme Tier in meine Obhut nehmen.", erwiderte Mila, "Und jetzt bringen Sie es zuerst zur Untersuchung auf die Krankenstation. Brücke Ende." Ein besserer Ort fiel Mila gerade nicht ein - ein Veterinär war schließlich nicht an Bord - doch Dr. Miller und ihre Leute sollten dem Tier helfen können. "Miss Nyberg - ich denke, in Zukunft werden Quartiere von Verletzten noch am gleichen Tag inspiziert.", schlug nun Mila vor. "Finden Sie das nicht etwas zu eilig?", fragte Anna nach. Der Vorschlag hörte sich im ersten Moment logisch an, aber auch typisch nach Sicherheitler. "Jeder hat ein Recht auf Privatsphäre. Wenn ich jetzt nur eine Nacht auf der Krankenstation wäre, wäre ich nicht gerade begeistert, wenn ein Sicherheitsteam mein Quartier durchsucht hätte.", erklärte sie dann. "Ich finde jeder sollte das Recht haben, jemanden zu benennen, der dies dann im Einzelfall übernimmt. Ein Scan auf Lebenszeichen, Energiequellen und gefährliche Substanzen dagegen ist kein Problem. Die Berechtigung kann ich ohne Probleme dem Quartiermeister auf die Konsole schalten." "Ein Scan wäre schon mal ein Anfang; ich meine, das arme Tier musste jetzt schon fast zwei Tage warten. Sowas sollte halt nicht sein.", meinte Mila auf Nybergs Antwort hin, "Vielleicht sollte man Bekannten Zugriff auf das Quartier geben, damit die sich um die Haustiere kümmern könnten." Anna tippte kurz etwas auf der Konsole. "Momentan haben wir 57 registrierte Haustiere an Bord. Diese Katze sollte ein Einzelfall bleiben.", antwortete sie dann und wie sie es aussprach fragte sie sich, was an Patterson sie wohl immer zu Diskussionen herausforderte. Die Frau war ihr sympathisch, aber es war schon das zweite oder dritte Mal heute. "Die Registrierung wurde ja mit aus diesem Grund eingeführt. Lieutenant Commander McKilian war dem nur noch nicht nachgekommen. Meine Meinung ist, es würde genügen, eine Scan-Aktion nach unregistrierten Haustieren durchzuführen und das Register um eine weitere 'Pflegeperson' des Tieres zu erweitern, die informiert wird, sollte jemand unvorhergesehen eine Nacht nicht in seinem Quartier sein, sei es wegen Krankheit, einer dringenden Außenmission oder eines sonstigen Spezialeinsatzes. Davon unberührt bleibt natürlich die Möglichkeit, ein Quartier zu durchsuchen, wenn vermutet werden kann, dass die Sicherheit des Schiffs oder Lebewesen in Gefahr sind." James hatte sich mit seinem Hunger trotzdem auf der Brücke erstmal in seinen Stuhl fallen lassen und sah sich einige Dinge an die Crewmen an ihn herantrugen. Kleinere Berichte, Bestellungen, Nachfragen und so weiter. Der übliche tägliche Kram. Viele Abteilungen waren eben doch nicht betroffen durch die Situation auf der Krankenstation. Das gab James eine gewisse Sicherheit in seiner Handlungsweise. Einen Crewman hatte er geschickt, etwas zu essen zu holen, er hatte sich für eine Pasta entschieden. Maccaroni und Hähnchenfleisch mit Ananas in Curry-Sauce. Das hatte er schon ein paar mal auf der Brücke gegessen - sie roch danach noch Stunden danach. James fand es angenehm. Während er die PADDs durchsah und auf sein Essen wartete, belauschte er möglichst unbemerkt die Diskussion zwischen TAK und OPS. Es ging offenbar um Haustiere. Irgendetwas hatte Patterson die ganze Zeit mit einer Katze und schlug Nyberg offenbar gerade vor, leer stehende Quartiere nach Tieren zu scannen. James schüttelte darüber innerlich den Kopf. Hatten die beiden nichts anderes zu tun? Wenigstens widersprach Nyberg gleich. Sie hielt die Idee wohl für genau so einen Schwachsinn. Die Debatte der beiden über die Sicherheit und Rettungsmöglichkeiten von Haustieren belustigte Yates irgendwie. Er machte sie Gedanken über die Moral der Crew, über Entscheidungen, Gefangene und tote Crew-Mitglieder und die Taktikoffizierin suchte nach einer Möglichkeit Haustiere zu retten und nahm nun absolut selbstlos, James musste schmunzeln, eine Katze zu sich. Die Tür öffnete sich und seine Maccaroni kamen, er legte die PADDs bei Seite. --- Deck 3, Quartier Mohan Sie wollte gerade ihr neues Quartier verlassen, um in die wissenschaftliche Abteilung zu gehen, als Tiara von Deirdra kontaktiert wurde. Sie war erfreut von ihr zum Mittagessen eingeladen zu werden, umso mehr als sie noch niemanden an Bord kannte und schon befürchtet hatte, allein essen zu müssen. "Mohan hier. Ja, ich komme gerne. Danke für die Einladung, Deirdra", sagte sie und beendete die Verbindung. Die Wissenschaft würde schon etwas warten können, außerdem würde sie sowieso später die meiste Zeit an Bord dort verbringen. Tiara machte sich auf den Weg in die Offiziersmesse, wo sie fünf Minuten später auch eintraf und sich suchend nach Izami umsah. --- Deck 10, Sicherheitszentrale Kyle seufzte und sah kurz seine Nachrichten durch. Eine Nachricht von Ensign Kara, ob er sie treffen wolle. Erfreut sagte er zu und schlug vor, dass sie sich in der Offiziersmesse um 18:00 zum Abendessen treffen wollten. Eine zweite Nachricht kam von Commander Yates, der einen genauen Bericht über Hudsons Sicht der Geiselnahme wollte. Er bat Petty Officer LaPlace vorläufig ohne ihn weiterzumachen, während er den Bericht für den Commander verfasste. Kurz vor 14:30 hatte er diesen endlich abgeschickt und ging wieder zu Silvys Schreibtisch. "Schon Erfolg gehabt, Petty Officer?" Sie nickte. "Ja, Sir. Und die Antwort war im Grunde gar nicht so schwer. Ferom ist keine Kriegsgefangene, da sie ohne Wissen der cardassianischen Regierung gehandelt hat und wir uns mit Cardassia auch nicht im Krieg befinden. Während sie dort als Hochverräterin behandelt wird, gilt sie für die Föderation als gewöhnliche Kriminelle oder Piratin, die eines unserer Schiffe angegriffen und auch Geiseln genommen hat. Für die Behandlung werden keine eindeutigen Richtlinien festgelegt, aber ihre Grundrechte, die jedem lebenden Wesen vom Föderationsrat zugesichert werden, dürfen auf keinen Fall angetastet werden." Kyle war erleichtert über die ausführliche Antwort. "Ich danke Ihnen, Petty Officer. Gute Arbeit." "Nicht der Rede wert, Sir." "Nennen Sie mich Kyle." Danach baute er eine Verbindung zu Commander Yates auf. "Sir, Ensign Hudson hier. Wir wissen jetzt mehr oder weniger, wie wir mit Ferom zu verfahren haben." "Gerne!", antwortete Silvy etwas verlegen. Hudson informierte dann Yates über das, was sie herausgefunden hatten. Silvy setzte sich wieder an ihren Computer. Sie schrieb Dave eine Nachricht, sie wollte sich gerne heute Abend mit ihm treffen, schließlich waren sie ja vorhin unterbrochen worden. Außerdem wollte sie nicht alleine in ihrem Quartier sitzen nach allem, was heute passiert war, etwas Ablenkung konnte nicht schaden. --- Deck 10, Notbrücke Seine Kollegen machten gute Arbeit, das gab Dave gerne zu. Er war angesichts der Restzeit seiner Arbeitsschicht doch nicht mehr auf das Holodeck zurück gekehrt, sondern hatte die Gefechtsbrücke aufgesucht, um die Reparaturen zu beaufsichtigen und vielleicht selbst Hand anlegen zu können. Doch im Grunde warteten die Teams darauf, dass er die Infrastrukturänderungen fertig machte. Heute würde er dazu nicht mehr kommen, schickte die Jungs also erst mal weg. Er würde es gleich morgen früh machen und setzte sich auf den Boden, um noch ein letztes Datenterminal vor dem Feierabend anzuschließen. Was sollte er danach machen? Dave packte seine Arbeitstasche und holte sein PADD raus, eine Nachricht war eingegangen. Der Uplink zu seinem Quartiercomputer zeigte nur Betreff und Absender an, es war Silvy und seine Augen begannen zu leuchten. Er würde sich die Nachricht direkt angucken, wenn er im Quartier war und sie dann rufen. Aber ersteinmal war noch eine Stunde zu arbeiten. --- Deck 6, Krankenstation Nachdem das Gespräch beendet war, betrat Dan schließlich die Krankenstation, wo ein Pfleger ihn gleich in Empfang nahm. "Kann ich was für Sie tun?", fragte dieser freundlich. "Ich denke, ich kann eher was für Sie tun. Ich wollte gerade die Schäden aufnehmen, die hier entstanden sind.", erwiderte Dan. "Na, dann sollten wir mal nach oben gehen.", meinte der Pfleger, und Dan nickte. Wenige Augenblicke später standen sie im nunmehr geräumten Isolationszimmer. In der Wand gegenüber der Tür klaffte ein Loch, das nur von einem Phaser auf hohe Intensität eingestellt stammen konnte. Auch im Inneren gab es eine unschön schwarz angekokelte Stelle, die auch nur von einem Phaser stammen konnte, doch diesmal hatte etwas einen Teil der destruktiven Energie absorbiert. "Das ist ja das reinste Kriegsgebiet... In der Tat 'gewaltsam beendet'.", kommentierte Dan und trat zunächst zur Wand, in der das Loch klaffte, "Helfen Sie mir mal, das Segment da abzunehmen.", bat der Bajoraner den Pfleger. Gemeinsam war es keine große Sache, das Segment abzunehmen und einen Blick dahinter zu werfen. "Kommt davon, wenn man Cardassianer an Bord hat.", lamentierte der Pfleger mürrisch, "Zuerst feuert diese Psychopathin aus dem Iso-Zimmer heraus, und später feuert dieser Telmar auf die Psychopathin - und tötet dabei den Sicherheitler, der als Geisel festgehalten worden ist." "Ja, keine gute Idee, einen Cardassianer zur Deeskalation zu schicken...", erwiderte Dan und sah sich nun die freigelegte Isolierung genauer an. "Immerhin hat die Isolierung gehalten. Zum Glück sind da keine Leitungen verlaufen.", meinte Dan zum Schadensbild an dieser Stelle und vermerkte schon mal zwei Standard-Wandsegmente - für diese Stelle und für das Isolationszimmer. Es war in der Tat ein Glück, dass da keine Plasmaleitung verlief - andernfalls hätte hier etwas ähnliches, wie auf der Gefechtsbrücke passieren können - nur mit deutlich mehr Verletzten. Schließlich inspizierte er das Isolationszimmer selbst. Das Biobett hatte auch etwas abbekommen und musste ebenfalls ausgetauscht werden. Wie er wieder zurück zum Ausgang blickte, sah er, dass auch eine Schotthälfte etwas abbekommen hatte. Dem Muster nach zu folgen konnte die Brandspur nur von dem Schuss stammen, der nach außen hin abgefeuert worden war. "Perel an Maschinenraum, wir brauchen eine Schotthälfte rechts von innen aus gesehen für das Isolationszimmer, zwei Standard-Wandsegmente 100 auf 250 und ein neues Biobett. Das defekte nehmen wir dann mit und reparieren es in aller Ruhe auf dem Maschinendeck.", gab er an den Maschinenraum durch. "Whoo - das ist eine Bestellung. Was haben die da nur angestellt?", war der Kommentar des Technikers, der den Ruf entgegengenommen hatte. "Das werden Sie früh genug erfahren. Jetzt sorgen Sie dafür, dass Sie und Ihr Kamerad mit dem Material so schnell wie möglich auf das Oberdeck der Krankenstation gelangen. Ich will diese Baustelle noch vor Dienstschluss von der Liste haben.", erwiderte Dan leicht genervt. Sicher war die Technik eine der lockersten Gruppen, doch auch da gab es gewisse Grenzen. Dieser Kommentar war angesichts der Situation nicht angebracht gewesen... --- Deck 3, Offiziersmesse "Hallo.. Lieutenant Mohan.", Deirda bog gerade um die Ecke, und sah Tiara bereits warten. "Von Lieutenant Hoele habe ich noch nichts gehört. Vielleicht fangen wir einfach schon mal an." Sie ging hinüber zur Bar und hoffte, dass Tiara in ihrem Kielwasser folgen würde. "Was kann ich Dir als Aperitif bestellen?", wandte sie sich wieder an ihre ehemalige Stellvertreterin und machte es sich dann auf einem der Barhocker bequem. Tiara ließ sich auf einem freien Hocker neben Deirdra nieder und sagte: "Ich nehme einen Long Island-Icetea, bitte." Während Deirdra bestellen wollte, fing Tiara bereits fröhlich zu plappern an: "Ich bin ja so froh, dass du mich zum Essen eingeladen hast, da ich auf diesem Schiff überhaupt niemanden kenne. Ich bin so nervös wegen meines neuen Jobs... Ich war noch nie Leiterin einer Abteilung." "Das wird schon.", beruhigte Deirdra, nachdem sie sich kurz zum Barkeeper gelehnt hatte und eine Long Island Ice Tea und einen Crodino mit Orangenschnitz bestellt hatte. "Es ist gar nicht mal so schwer. Lieutenant Hoele, den ich auch eingeladen habe, wird Dein Stellvertreter sein." Inzwischen hatte der Barkeeper die beiden Gläser auf die Theke gestellt. Deirdra nickte ihm kurz lächelnd zu. "Und Stellvertreter sind äußerst praktisch. Du kannst Ihnen die Arbeiten überlassen, die Du selbst nicht machen willst oder kannst. Ich hoffe, Du hast es bei mir nicht zu sehr gemerkt.", sagte sie zwinkernd. "Wichtig ist, dass Du eine Linie verfolgst und nicht heute dies und morgen das machst." Sie nahm ihr Glas und prostete kurz Tiara zu. "Auf Deinen neuen Posten." Tiara nahm ihr Glas ebenfalls auf und meinte: "Nicht doch... Auf deinen. Erster Offizier wird man nicht jeden Tag." Die beiden nahmen einen Schluck und Tiara sagte augenzwinkernd: "Aber ich werde mir deinen Tipp zu Herzen nehmen und es so machen, wie du. Der Stellvertreter macht die ganze Arbeit und man streicht das Lob dafür selbst ein." Deirdra lachte. "Ich hoffe, ich war nicht wirklich so schlimm." "Nein", antwortete Tiara grinsend, "ich habe nur Spaß gemacht. Ich freue mich wirklich darauf Leiterin der Wissenschaft zu werden. Ich hoffe nur meine ganzen Forschungsprojekte werden nicht darunter leiden." "Das kann ich Dir leider nicht versprechen. Irgendein Papierkram, Entscheidungen und Personalangelegenheiten werden garantiert an Dir hängen bleiben.", antwortete Deirdra. "Aber falls Du mal Zeit zum Forschen findest, vieles wurde von der Ticonderoga hierher transferiert und sie wird nicht alles wieder mitnehmen können." --- Deck 6, Krankenstation Während vom Oberdeck Bau-'Lärm' zu vernehmen war, kamen die Sicherheitswächter mit dem kleinen Kätzchen auf das Unterdeck der Krankenstation. "Doktor, ich weiß, Sie sind keine Veterinärin, aber könnten Sie sich das Kätzchen ansehen? Wir fanden es in McKilians Quartier.", sprach der Wächter, der das kleine Tier trug, Dr. Miller an. Auf ihrem Weg zum Mittagessen wurde Shyla von einem Sicherheitler aufgehalten. Eine Katze behandeln? Das was zwar nicht ihr Fachgebiet, sollte aber kein Problem darstellen. Das arme Kätzchen schien ausgehungert zu sein, Shyla replizierte eine Schale Milch und setzte das Tierchen auf ein Biobett. Während das Kleine mit der Milch beschäftigt war, konnte der Scanner seine Arbeit verrichten. Schnell war das Ergebnis da. "Dem Kätzchen fehlt nichts. Es ist ausgehungert und sollte jetzt erst einmal vorsichtig mit Nahrung versorgt werden, das heißt mit nicht zu großen Mengen.", informierte sie den Sicherheitler. "Kümmern Sie sich um das kleine Ding?", fragte sie. "Lieutenant Patterson hat befohlen, das Tier nach der Untersuchung zu ihr zu bringen. Sie wird sich dann um die kleine Mieze kümmern.", versicherte der Sicherheitswächter und nahm das Kätzchen auf, nachdem es die Schale Milch begierig leer getrunken hatte. "Vielen Dank, Doktor.", verabschiedete sich der Mensch und nickte seinen beiden Begleitern zu, sich wieder im Büro zu melden. Er wollte das Kätzchen selbst zur taktischen Offizierin bringen. "Gerne geschehen!", antwortete Shyla dem Sicherheitler lächelnd. Schnell streichelte sie dem Kätzchen noch einmal sanft über den Rücken, was prompt mit einem Schnurren belohnt wurde. "Es ist aber auch ein süßes Kätzchen!", sagte sie. Dann verließ der Sicherheitler die Krankenstation. Das war das schöne in ihrem Beruf als Ärztin auf einem Raumschiff. Sie hatte es mit vielen verschiedenen Arten von Patienten zu tun, auch als Tierärztin musste sie einspringen. Sie liebte diese Abwechslungen. Doch nun war es endgültig Zeit zum Mittagessen, ihr Magen knurrte schon. --- Deck 3, Offiziersmesse Daniel hatte sein Gespräch mit Lexi Haris beendet und wollte nun endlich etwas Essen. Dazu war er überhaupt noch nicht gekommen. Er fand die Offiziersmesse ohne größere Schwierigkeiten, als er eintrat, entdeckte er an der Theke Izami und Mohan in ein Gespräch vertieft. Daniel überlegte einen Moment, ging dann aber auf die beiden zu. "Hallo, die Damen", begrüßte er sie mit einem charmanten Lächeln. "Darf ich mich ein wenig zu Ihnen gesellen, oder störe ich?" "Überhaupt nicht, Mr. Knight. Kommen Sie, setzen Sie sich zu uns.", sie wies auf einen leeren Barhocker. "Bald haben wir die Runde der Ticonderoga-Flüchtigen beisammen, oder?" "Haben Sie vielen Dank und sieht fast so aus.", nahm Daniel ihren Scherz gut gelaunt auf und setzte sich auf den freien Platz. Er entspannte sich fast sofort, seit er angekommen war, ging es hier turbulent zu und jetzt kam er das erste Mal an Bord der Victory etwas zur Ruhe. Er bestellte sich einen Becher schwarzen Kaffee und wandte sich dann wieder den beiden zu: "Habe ich Sie etwa bei einem wichtigen Gespräch gestört.", erkundigte Knight sich und wirkte besorgt. Tiara lächelte den Counselor etwas schüchtern an. Er hatte ihr immer gefallen, auch als sie noch an Bord der Ticonderoga waren, aber sie war immer zu schüchtern gewesen, ihn direkt anzusprechen. "Aber nicht doch, Counselor. Wir haben nur ein bisschen geplaudert." Tiara nahm noch einen Schluck von ihrem Getränk und merkte, dass sie schon wieder etwas nervöser wurde. Deirdra bedachte ihre ehemalige Stellvertreterin mit einem kleinen Schmunzeln. Diese sanft rötliche Wangenfärbung stand ihr ganz gut, fand sie. Bevor Tiara ihren Blick bemerken konnte, wandte sie sich wieder an Knight: "Wir haben nur auf jemanden gewartet, aber ich befürchte fast, er versetzt uns." Sie blickte etwas gespielt ratlos. "Aber mit Ihnen wurde uns ein mehr als adäquater Ersatz geschickt.", fügte sie lächelnd hinzu. "Möchten Sie sich uns zum Essen anschließen?" Daniel entging die Reaktion Mohans nicht. Sie war eine hübsche Frau, das konnte er nicht leugnen und es war ihm auch schon früher aufgefallen. "Es ist mir ein großes Vergnügen mit zwei so gutaussehenden Damen zu Abend zu essen", meinte er und zwinkerte Tiara strahlend zu. Sie errötete noch etwas mehr, erwiderte das Lächeln des Counselors aber. Tiara versuchte schließlich ein Gespräch ins Laufen zu bringen. "Schreckliche Sache auf der Krankenstation. Waren Sie beide dort, als es passiert ist? Ich hörte ein Crewman wurde getötet und ein cardassianischer Austauschoffizier unter Arrest gestellt." Allein bei dem Gedanken lief es Tiara eiskalt den Rücken hinunter. Sie würde nie verstehen können, wie manche Leute andere Menschen einfach so bedrohen und töten konnten. Daniel wurde sofort ernst, seine gute Laune war fast schlagartig verschwunden. Er hatte gehofft, etwas Ablenkung zu finden, doch natürlich konnte es eigentlich kein anderes Thema geben. Daniel schüttelte kurz den Kopf: "Nein, ich war nicht direkt dort, erst später als es vorbei war. Ich habe es aber von der Brücke aus verfolgt. Und es stimmt wohl, dass Gul Telmar unter Arrest gestellt wurde und ich fürchte, auch dass ein Sicherheitler den Tod fand, ist richtig." Knight nahm den Kaffee entgegen, der ihm gebracht wurde, bedankte sich höflich und wandte sich dann erneut an die beiden Frauen. "Keine angenehmen Voraussetzungen um an Bord eines neuen Schiffes zu kommen, oder?" "Nein, wirklich nicht. Und ich denke auch lieber nicht, warum ich auf diesen Posten vorgerückt bin." Deirdra wies auf das Rot ihrer Uniform. "Dieses Schiff hat schon einiges gesehen in seiner kurzen Dienstzeit. Sorgen wir lieber dafür, dass die nächste Zeit ruhiger verläuft." Daniel überlegte einen Moment, trank einen Schluck und meinte dann zustimmend: "Da haben Sie bestimmt Recht. Und ich habe bestimmt nichts dagegen, wenn es hier ruhiger zugehen würde. Jedenfalls bis ich mich eingelebt habe und die Crew besser kennen gelernt habe." Obwohl seine Worte an Izami gerichtet waren, versuchte der Counselor Mohans Blick einzufangen. Tiara merkte, dass sie bereits ihren Aperitif getrunken hatte. Etwas zu schnell, vermutete sie sofort erschrocken, da sie normalerweise nicht so viel vertrug. Dieser Counselor Knight machte sie wirklich sehr nervös, dennoch erwiderte sie seinen Blick und lächelte ihm zu. "Sie werden sehen, es wird schon bald viel ruhiger werden.", meinte Tiara schließlich. "Jetzt wo diese schreckliche Person wieder hinter Gittern ist." Sie sah wieder den Counselor an. Je öfter sie ihn anblickte, umso besser gefiel er ihr. Daniel entspannte sich wieder ein wenig, doch seine gute Laune konnte er noch nicht wiederfinden. Außerdem wo sie schon bei diesem Thema gelandet waren, konnte er auch gleich der Aufforderung des CO nach kommen und sich ein bisschen um hören. "Da haben Sie bestimmt Recht, Miss Mohan. Ich habe gehört, das die Stimmung an sich nicht besonders angenehm sein soll, unabhängig von den heutigen Ereignissen meine ich." Knight blickte beide Frauen an und sprach auch beide an: "Ist Ihnen da etwas aufgefallen?" Deirdra blickte Knight interessiert an. "Wirklich?" Seine Frage kam ihr etwas abrupt vor, er schien ihr nicht der Typ für Bord-Klatsch und -Tratsch zu sein. "Naja, vielleicht liegt es einfach daran, dass ich auch erst ein paar Stunden 'richtig' an Bord bin. Ich hatte gerade mal genug Zeit, die Namen der wichtigsten Personen in Erfahrung zu bringen. Ihrer Stimmung habe ich dabei nicht besonders Beachtung geschenkt. Das kommt wahrscheinlich erst mit der Zeit." Sie lächelte ihn entschuldigend an. Daniel dachte einen Moment über ihre Worte nach. 'Schade.' Doch dass es wirklich so einfach werden würde, hatte sich der Counselor eigentlich auch nicht vorstellen können. "Ist auch nicht so wichtig.", Daniel erwiderte ihr Lächeln. Dann fiel Deirdras Blick auf Tiaras leeres und ihr so gut wie leeres Glas. "Ich hege ja kaum noch Hoffnung, dass Lieutenant Hoele auftaucht. Sollen wir eigentlich zu einem Tisch weiterziehen?", fragte sie ihre beiden Sitznachbarn. Da die Mittagszeit inzwischen schon gut überschritten war, war die Auswahl verfügbarer Tische recht groß. "Ich hatte schon gar nicht mehr daran gedacht, das Sie auch kaum länger hier sind als ich selbst. Und von mir aus können wir gerne zu einem der Tische gehen." Knight machte eine kurze Pause um sich in dem Raum um zu sehen. Dann fragte er an die beiden Frauen gewandt: "Was halten Sie denn von dem da drüben, meine Damen, direkt am Fenster?" Deirdra folgte Knights Blick zu dem Tisch mit direkter Sicht auf die Sterne. "Eine gute Wahl.", kommentierte sie lächelnd. Sie stand gleich auf und machte sich auf den Weg, nicht dass noch jemand auf die gleiche Idee kam. Mit Wohlwollen registrierte sie, dass eine Ordonnanz sie bemerkt hatte und sich auf den gleichen Weg machte, um gleich die Bestellungen aufnehmen zu können. Daniel folgte Deirdra in einigem Abstand, um sich ebenfalls an den Tisch zu setzten. Erst jetzt wurde Knight bewusst, welchen Hunger er eigentlich hatte. 'Seit wann habe ich eigentlich nichts mehr gegessen?' fragte er sich beiläufig, konnte es aber nicht mehr genau sagen, dass Frühstück war jedenfalls ausgefallen. "In Ordnung.", meinte Tiara. Sie hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen und ihr Hunger war mittlerweile relativ groß geworden. Auch Counselor Knight nickte Deirdra zustimmend zu und sie setzten sich an einen leeren Tisch. Während des Essens drehte sich das Gespräch weiter um die Stimmung, die gerade an Bord vorherrschte. "Ich bin selbst erst einige Stunden an Bord.", meinte Tiara. "Ich kenne so gut wie niemanden und habe erst recht keine Ahnung davon, wie die momentane Stimmung ist. Ich schätze ich muss erst in meine Abteilung und nachsehen, wie die Situation dort ist." Und hier war so viel passiert, dass er ans Essen nun wirklich keinen Gedanken verschwendet hatte. Sie setzten sich und die Bedienung kam zu ihnen um ihre Bestellung auf zu nehmen. Doch wie es sich gehörte überließ der Counselor den Damen den Vortritt. Tiara machte den Anfang und bestellte sich ein leichtes, vegetarisches Gericht von ihrem Heimatplaneten. Zum Nachtisch bestellte sie sich ein Stück Schokoladentorte. Danach blickte sie ihre beiden Kollegen an und wartete auf deren Bestellung. Deirdra schloss sich, was die Wahl des Hauptgerichtes anging, Tiara an. "Ich habe schon lange nichts mehr von Trill gegessen.", kommentierte sie lächelnd. Statt eines Desserts entschied sie sich für die Tagessuppe, hinterher würde ihr ein Kaffee und ein Keks genügen. Daniel bestellte sich Bratkartoffeln mit Spiegeleiern und ein Glas Mineralwasser, kein Dessert, bedankte sich bei der Bedienung und blickte ihr hinterher als sie davon ging um das gewünschte für sie zu holen. Dann sah er einen Moment aus dem Fenster hinaus und betrachtete gedankenverloren die Sterne. Es war bisher schon ein an den Nerven zerrender Tag gewesen und er war noch lange nicht vorbei. Dann galt seine Aufmerksamkeit wieder den beiden Frauen am Tisch. "Und?2 Fragte er scherzhaft: "Vermissen Sie unser altes Schiff schon?" Die Frage war an beide gleichermaßen gerichtet. Deirdra folgte kurz seinem Blick hinaus zu den Sternen. "Noch nicht wirklich. Bis zu dieser Geiselnahme kam ich mir vor wie auf einer Kreuzfahrt oder sonst einem Luxusdampfer.", sagte sie scherzhaft. "Ich denke bei mir dauert es noch eine Weile. Und ich bin nicht sicher, ob ich die Ticonderoga als solche vermissen werde, sie ist nur ein Schiff. Mir werden einige Kameraden fehlen und wer weiß, in ein, zwei Wochen werde ich mich vielleicht nach meinem alten Job zurücksehnen." Ja, da war sie sich jetzt schon sicher, das Frühstück und die Landgänge mit Mimiemar würden ihr fehlen. "Stimmt." Daniel blickte Deirdra an. "Daran hatte ich einen Moment gar nicht gedacht. Für Sie bedeutet dieser Job ja auch gleichzeitig eine Beförderung. Habe ich Ihnen eigentlich schon dazu gratuliert, Miss Izami?" Knight überlegte einen Moment, schüttelte dann kurz den Kopf und beantwortete dann seine eigenen Frage. "Nein, das dürfte ich bei all dem Trubel seit meiner Ankunft vergessen haben. Bitte, entschuldigen Sie, Lieutenant Commander. Normalerweise habe ich ein besseres Benehmen." Den letzten Satz sagte der Counselor mit einem verschmitzten Lächeln, das seine Augen zum Strahlen brachte. "Ja, stimmt.", meinte Tiara und lächelte Deirdra an. "Ich finde auf unsere Beförderungen und Versetzungen sollten wir alle anstoßen." Während die drei weiter Konversation führten, brachte eine Kellnerin ihre Gerichte. "Ich glaube, ich habe auch vergessen dir zu deiner Beförderung zu gratulieren, Deirdra.", meinte sie, plapperte aber gleich munter weiter. "Es tut mir so leid, aber wenn es nicht um meine Forschungsprojekte geht, bin ich immer so vergesslich." Tiara räusperte sich und sagte: "Alles Gute zu Ihrer Beförderung, Lieutenant Commander." "Danke, danke.", Deirdra nickte den beiden zu. "Ich würde sagen, wir haben alle drei einen guten Absprung nach oben erwischt." Sie ergriff ihr Wasserglas - das hier bereits standardmäßig auf dem Tisch stand. "Auf die Victory und auf unsere neuen Posten. Auf dass wir zusammenpassen." Sie erhob das Glas und nach einem Blick auf das stille Wasser meinte sie noch augenzwinkernd: "Nach Dienstschluss können wir das dann mit Champagner nachholen." "Ja, auf uns.", stimmte Daniel feierlich zu. Vielleicht war der Vorschlag mit der Feier heute Abend gar nicht mal so schlecht. das würde sicher auch die gespannte Stimmung an Bord etwas heben. "Und wenn Sie das mit der kleinen Feier ernst gemeint haben, bin ich dabei." "Auf jeden Fall", meinte Tiara und lächelte. Danach begann sie langsam ihr Gericht zu verspeisen. Der Vorschlag gefiel ihr, vor allem da sie sowieso nur sehr langsam Bekanntschaften schloss. So konnte sie vielleicht schneller ihre neuen Kollegen kennen lernen. "Na dann...", stellte Deirdra fest. "Schauen wir uns doch einfach an, was das hiesige Abendprogramm alles zu bieten hat." Sie lächelte. Auf der Ticonderoga hatte es nicht einmal eine richtig Bar gegeben, und abgesehen von organisierten Konzerten, Film- und Theatervorführungen, fand alles, was Deirdra unter 'Abendprogramm' einstufen würde, in Privatquartieren statt. "Ich denke, 19 Uhr könnte bei mir gehen. Wenn nichts schief geht, ist dann nach Dienstschluss noch Zeit einen Happen zu essen und etwas Energie zu tanken." Mit dem Energietanken fing sie gleich an und machte sich über ihren Teller her. Erst wenn man anfing zu essen, merkte man manchmal, wie viel Hunger man wirklich hatte. Knight hatte bereits ein paar Bissen seines Essens verspeist und sich darum mit einer Antwort etwas Zeit gelassen. Auch jetzt legte er zuerst behutsam sein Besteck auf dem Tellerrand ab, trank noch einen Schluck aus seinem Glas und wandte sich erst dann an die beiden Frauen. "Das klingt nach einer guten Zeit. Doch verraten Sie mir, bitte, wie Sie es anstellen wollen, das auch möglichst viele Crewmitglieder kommen. Wir können ja schlecht einen öffentlich Aushang platzieren." Das war natürlich nicht ganz Ernst gemeint, sondern eher scherzhaft. Deirdra lachte kurz auf. "Was für eine große Party planen Sie denn?", fragte sie genauso scherzhaft zurück. "Ich dachte, wir kucken uns das ganze hier mal an und wer immer jemand 'Ortskundigen' aufgabelt, bringt ihn mit." Zwischendurch nahm sie einen hungrigen Bissen. "Ich meine, soviel Leute wie hier an Bord sind, da muss es doch irgendwo Unterhaltung geben. Das sind doch hoffentlich nicht alles nur so Holodeck-Einzelgänger." Sie blickte gespielt entsetzt. "Ich bin mir sicher, es wird nicht ganz so schlimm sein.", meinte Tiara lachend. Die Teller der drei Offiziere leerten sich zusehends, vor allem da alle drei ziemlich hungrig waren. "Wenn wir alle in unseren jeweiligen Abteilungen und Arbeitsplätzen fragen, bin ich mir sicher, dass wir ein paar Leute finden werden." Daniel beendete seine Mahlzeit, legte sein Besteck ordentlich auf den Teller und griff nach seinem Mineralwasser. Der Counselor trank einen Schluck und fragte dann mit gespielter Enttäuschung: "Wir machen also keinen Riesen-Aushang. Bedauerlich, meine Damen." Er lächelte und erwartete natürlich keine Antwort, sondern fuhr, nun wieder etwas ernster, fort: "Sie haben vollkommen Recht, wenn wir uns alle in unseren Abteilungen umhören, sollten wir schon ein paar Leute zusammen bekommen. Und 19 Uhr klingt doch prima." "Dann sehen wir uns also heute Abend.", stellte Deirdra lachend fest. Sie warf einen Blick auf einen nahen Chronometer. "Und mich müsst ihr entschuldigen, in zwei Minuten muss ich wieder auf der Brücke sein und das Schiff ist so riesig." Sie trank noch den letzten Schluck ihres Wasser und machte sich dann auf den Weg. "Ja, bis heute Abend", meinte Knight. Und mit einem Zwinkern fügte er hinzu: "Viel Spaß wünsche ich Ihnen." Dann beendete auch Daniel sein Essen, trank sein Glas leer und erhob sich. "Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, Miss Mohan. Wir sehen uns dann heute Abend." Mit einem Lächeln verabschiedete er sich von ihr. Und auf dem Weg hinaus, brachte Daniel noch schnell sein Tablett zurück. --- Deck 5, Quartier Haris Nachdem der Counselor sie im Garten alleine gelassen hatte, war Lexi noch einen Moment an dem kleinen Teich sitzen geblieben und hatte überlegt, was sie machen sollte, aber am Ende war sie dann doch wieder in ihrem Quartier gelandet, wo sie nun seit ein paar Minuten die Wand hinter ihrem Schreibtisch anstarrte, nachdem sie so gut es ging den Bericht an Yates abgeschickt hatte. Der Drang mit Anna zu sprechen, trotz, oder vielleicht gerade wegen ihrer Auseinandersetzung am Morgen wurde immer lauter. Ohne sich danach zu erkundigen, wo Anna gerade war, immerhin konnte sie mitten auf der Brücke stehen und jeder würde es mitbekommen, kontaktierte sie Anna. "Haris an Nyberg.", rief sie ihre gewünschte Gesprächspartnerin und versuchte das leichte Zittern in der Stimme zu unterdrücken. "Hättest du demnächst irgendwann etwas Zeit für mich?" fragte sie weiter und wartete auf eine Antwort. Sie hoffte ein wenig, das Anna nicht mitten auf der Brücke umringt von den übrigen Brückenoffizieren stand, aber wenn doch, so hoffte sie, dass man ein wenig Verständnis aufbrachte. --- Deck 1, Brücke Der Sicherheitswächter mit dem Kätzchen im Arm betrat die Brücke und ging schnurstracks auf die Halbbajoranerin an der Taktik zu. "Das ist unser Kätzchen, Lieutenant. Dr. Miller hat sie untersucht, und abgesehen davon, dass sie ausgehungert ist, geht es ihr gut. Sie sollten sie aber nur vorsichtig anfüttern.", informierte er Patterson. "Vielen Dank.", erwiderte Mila und nahm das Kätzchen auf den Arm. Zu diesem Zeitpunkt erreichte Haris' Ruf den Kommunikator Nybergs. Wenn der Captain Nyberg gehen ließ, konnte Mila kaum weg; doch hoffentlich ließ Yates es zu, die Katze im Bereitschaftsraum warten zu lassen... Anna tippte schnell auf ihren Kommunikator, es änderte zwar nichts daran, dass die gesamte Brücke die Nachricht hörte, aber so war es nun einmal mit Reflexen. Flüsternd antwortete sie: "Ich würde sofort kommen. Warte einen Moment, ich frage nach, ob ich darf." --- Deck 5, Quartier Haris "Ok.", antwortete Lexi fast schon kleinlaut. Hatte sie Anna also wirklich auf der Brücke erwischt und vermutlich hatte jeder ihren Ruf mitbekommen. Warum hatte sie nur keine Textnachricht gewählt oder wenigstens vorher darüber informiert, wo sich Anna befand? Sie stand langsam auf und ging langsam zum Replikator und bestellte sich eine Tasse Tee, ging damit zum Sofa und wartete schweigend auf Annas Antwort. Als sie die Tasse jedoch an ihre Lippen hob, senkte sie diese jedoch sofort wieder. Sie hatte noch immer diese Kloß im Hals und leichte Übelkeit stieg auf, so dass sie die Tasse wieder abstellte. Um irgendwie beschäftigt zu sein begann sie an den Fransen ihrer Decke zu zupfen. --- Deck 1, Brücke Anna stand auf und näherte sich dem Captain. Obwohl er wahrscheinlich Lexis Nachricht gehört hatte, räusperte sie sich trotzdem um seine Aufmerksamkeit von dem Essen abzulenken, dass er gerade in sich hineinschaufelte. Anna versuchte flach zu atmen, der Geruch stieg ihr zu sehr in die Nase. Curry war ja schön und gut, aber in Kombination mit Ananas löste er bei ihrer eher Übelkeit als Appetit aus. Dazu Fleisch und ... Nudeln? Das ganze sah nach einer sehr typischen Männermahlzeit aus: fett, kohlenhydratreich, überwürzt und sehr vitaminarm. Sie riss ihre Augen wieder von dem Tablett los. "Captain Yates. Sie haben Miss Haris' Nachricht wahrscheinlich auch nicht ... überhören können.", am besten erzählte sie Lexi nie davon, wie ihre Nachricht über die Brücke tönte. Ihr war es ja schon peinlich, was sollte dann erst Lexi denken. "Die von Ihnen angeforderten Analysen werden noch einige Rechenzeit benötigen, meine Vertretung kann das genauso gut überwachen wie ich. Wäre es möglich, dass ich Lieutenant Haris ein, zwei Stunden Gesellschaft leiste?" Erklärend fügte sie dann noch schnell hinzu: "Wir kennen uns noch aus Akademiezeiten." Anna hoffte inständig, dass der Captain sie gehen ließ. Wenn sie jetzt im Nachhinein an ihr 'Frühstück' mit Lexi heute morgen dachte, tat ihr das ganze unheimlich leid und sie wollte es so schnell wie möglich wieder ausbügeln. Ein netter Nebeneffekt war, diesem Geruch endlich zu entgehen. Sie überlegte ernsthaft, sollte sie gehen können, vor ihrer Rückkehr den Durchsatz der Brückenventilation zu erhöhen. Von ihrem Quartier aus sollte sie die entsprechenden Zugriffsrechte besitzen. James nahm noch eine Gabel der Nudeln, stocherte etwas von dem Hähnchen auf und rührte es durch die Currysoße. Die Ananasstücke hatte er fast vollständig aufgegessen. Er richtete seinen Blick auf Ensign Nyberg. Irgendwas stimmte mit dieser Frau nicht, hatte er so das Gefühl. Sein Blick wanderte auf die Uhr, es war nur noch eine Stunde bis zum regulären Dienstschluss von Nyberg. 'Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen.', dachte sich James. Und wenn es Haris in ihrer momentan sicherlich nicht leichten Lage helfen würde, ein bekanntes Gesicht um sich herum zu haben, so wollte er dem nicht im Weg stehen. Auch wenn der Tonfall des Rufes den Nyberg auf der Brücke angenommen hatte irgendwie merkwürdig klang. "In Ordnung Ensign. Übergeben Sie ihre Station und ihr Dienst ist dann für heute beendet. Ihre Bereitschaftszeit vergessen wir dann auch mal für heute." Er sah noch einmal zu ihr auf um vielleicht eine Reaktion in ihrem Gesicht zu erkennen, widmete sich dann aber wieder seinem Essen. "Wegtreten Ensign." "Danke, Sir. ", antwortete Anna erleichtert und war schnell wieder an ihrer Konsole, eine Minute später war auch die Vertretung eingewiesen - mit dem Hinweis, dass sie notfalls Anna kontaktieren sollte, falls irgendetwas anders als geplant zu verlaufen schien. Wie der Blitz war Anna im Turbolift. Mila bedeutete dem Sicherheitswächter, ihre Station einzunehmen, damit sie zum Captain konnte. "Captain, wenn Sie nichts dagegen haben, möchte ich das Kätzchen bis Dienstschluss im Bereitschaftsraum lassen. Danach nehme ich es in mein Quartier.", bat nun Mila ihrerseits den Captain. Dieser Mann sollte wohl nicht dazu kommen, sein Essen in Ruhe zu sich zu nehmen - davon abgesehen war Yates der erste Captain, den sie kannte, der sein Mahl auf der Brücke einnahm. Gerade war wieder eine volle Gabel in seinem Mund gelandet und schon war es mit dem Genuss wieder zu Ende. Noch kauend sah er zu Patterson auf und schluckte den Bissen runter während er mit der Gabel auf die Tür zu SEINEM Bereitschaftsraum zeigte. "Meinen Sie diesen Bereitschaftsraum? Für ein Tier? Eine Katze? Die Antwort lautet Nein. Wir werden jawohl genug Personal haben die dafür sorgen können, dass es in Sicherheit und mit Nahrung versorgt ist. Dafür muss es nicht auf Deck 1 sein, wir sind ja kein Streichelzoo." Langsam wurde James dieses Katzen-Sache worüber sich Nyberg und Patterson eben noch unterhalten hatten echt zu dumm. Auf einem Schiff, welches trotz Forschungsauftrag ja doch zum Militär gehörte, konnte man doch wohl erwarten, dass ein Haustier für alle während des Dienstes relativ unwichtig war. Er nahm noch eine Gabel voll und kaute darauf herum, sah wieder zu Patterson auf. "Für Sie gilt grundsätzlich ausnahmsweise dann das gleiche wie für Ensign Nyberg. Wenn Sie ihre Station übergeben können, zum Beispiel jetzt schon an die nächste Schicht, dann können Sie gehen. Aber für Haustiere wird das nicht zur Gewohnheit." "Ganz sicher nicht, Captain.", erwiderte Mila äußerlich ruhig. Innerlich war sie doch etwas wütend. Ihr Ziel war eben, die Katze schnell aus dem Weg zu bringen - schließlich war sie es, die den Befehl gegeben hatte, das Tier zu ihr zu bringen. Sie ging schließlich zur Taktik hoch, wo noch immer der Sicherheitler die Stellung hielt und sich offenbar doch geschickt anstellte. "Meinen Sie, Sie kommen weitere fünf Minuten klar?", fragte die Halbbajoranerin den Menschen an der Konsole. "Sicher, Lieutenant.", versicherte dieser. "Nun gut... sollte was unvorhergesehenes passieren, rufen Sie mich sofort. Ansonsten bis in fünf Minuten.", entschied Mila, und nach der Bestätigung war sie schon unterwegs, das Kätzchen zu ihrem Quartier zu bringen, wo es erst mal eine Schale Milch zur Stärkung bekommen sollte. --- Turbolift "Nyberg an Haris.", sie berührte ihren Kommunikator. "Lexi, ich habe den Rest des Tages frei. Wo bist Du? Ich komme zu Dir." --- Deck 5, Quartier Haris Lexi ließ die Fransen der Decke in Frieden, als Anna sie wieder kontaktete. "Haris hier.", nahm sie den Ruf an, da sie noch immer keinen neuen Kommunikator hatte. "Ich bin in meinem Quartier zur Zeit." --- Korridor "Okay, ich bin gleich da." , antwortete Anna schnell und präzisierte das Ziel des Turbolifts. Sie hatte zuerst angenommen, Lexi sei noch auf der Krankenstation und hatte diese angegeben. So fuhr der Lift wieder ein Deck hoch und ein Stück das Deck entlang, bis sie ausstieg. --- Deck 5, Quartier Haris Anna betätigte den Türmelder - Lexi hatte für sie wahrscheinlich eine Zugangsberechtigung eingerichtet, aber sie wollte sie nicht erschrecken - und hörte, wie es drinnen läutete. "Ja?" war die Antwort auf das Klingeln und die Türen des Quartiers öffneten sich leise zischend vor Anna. Lexi stand auf und ging in Richtung Tür. Als sie Anna erblickte huschte ein kurzes Lächeln über ihre Lippen. "Danke." Sie sah Anna entschuldigend an, dass sie sie doch noch aus dem Dienst gerissen hatte. Anna trat ein und ging zu Lexi. "Hallo du Arme." Sie legte ihre Arme um sie und zog sie nah an sich. Lexi schloss kurz die Augen und schloss Anna ebenfalls in ihre Arme. Sofort fühlte sie sich etwas ruhiger, geborgener. "Danke, dass du gekommen bist", murmelte sie leise. Anna strich ihr beruhigend über den Rücken. "Das habe ich doch gerne gemacht." Vorsichtig drückte sie Lexis Kopf an ihre Schulter. "Irgendjemand muss sich ja um dich kümmern." Erneut schloss Lexi die Augen und ließ Annas Handlung einfach geschehen. Sollte sie ihr sagen, dass Miller sie schon hatte rufen wollen? "Ich hab fast ausschließlich an dich gedacht", murmelte sie weiter und drückte Anna ebenfalls kurz an sich, bevor sie wieder aufsah. "Jetzt ist es vorbei. Entspanne dich erst einmal." Sie strich Lexi eine Locke aus der Stirn. "Kann ich Dir irgendwas bringen? Willst du dich hinsetzen?" "Setzen ist keine schlechte Idee", erwiderte Lexi und zog Anna zielsicher mit sich in Richtung Sofa. Beide setzten sich. Anna nahm die flauschige Decke von der Lehne und legte sie Lexi um die Schultern. Sie rückte ein Stückchen näher und nahm dann Lexis Hände. "Wenn Du darüber reden willst, werde ich für dich da sein.", sie sah Lexi eindringlich an. Sie kannte die Gefühle nur zu gut, die Lexi nun plagen mussten. Dann räusperte sie sich. "Und... wegen heute morgen... vergessen wir einfach, was war und fangen noch einmal neu an." Lexi zog die Decke ein wenig mehr um sich. "Das hätte ich vorhin viel lieber mit dir getan, als mit dem Counselor", erwiderte Lexi und schauderte noch einmal kurz, verdrängte das Gespräch dann aber weitgehend aus ihren Gedanken. Sie sah Anna tief in die grünen Augen und nickte langsam. "Und ich werd ein wenig umdenken", fuhr sie fort und blinzelte kurz. "Du wirst umdenken?", hakte Anna nach. "Was den Counselor betrifft? Was uns betrifft?" "Mit uns." Lexi zuckte leicht die Schultern. "Mir ist bewusst geworden, dass ich ..." Sie senkte ein wenig den Kopf. "... Fehler gemacht habe, in meinem Denken und in meinen Aussagen." "Du hast keine Fehler gemacht. Keine, die uns jetzt irgendwie beschäftigen sollten." Sie drückte Lexis Hände. "Du hast alles richtig gemacht. Immerhin sitzt du hier und bist noch an einem Stück." Anna lächelte aufmunternd. Lexi schüttelte leicht den Kopf. "Das mein ich nicht", erwiderte sie, schwieg dann aber und löste ihre Hände langsam aus Annas, um sie in die Arme schließen können. Anna schlang ihre Arme ebenfalls um Lexi. "Hat Dir der Counselor wenigstens etwas helfen können?" Lexi zuckte mit den Schultern. "Weiß nicht. Er sagt, ich hätte nichts falsch gemacht und ich hätte an nichts schuld, was passiert ist, ich seh das ein wenig anders.", erwiderte sie. "Er hat mich für morgen noch dienstuntauglich geschrieben und danach für eine Weile nur halbe Tage. Ich soll mir die Zeit für mich nehmen." Sie sah Anna an. "Das ist doch nicht schlecht. Nach so einem Erlebnis brauchst Du etwas Erholung." Sie drückte Lexi noch einmal an sich und ließ sie dann wieder soweit los, dass sie sie anblicken konnte. "Und bitte, denk nie wieder daran, dass du schuld an dieser Sache sein könntest. Du warst zur falschen Zeit am falschen Ort. Das hat rein gar nichts mir dir zu tun.", sagte sie ernst. "Ich war unachtsam, ich hätte besser aufpassen müssen.", erwiderte Lexi und strich Anna sanft über ihre Gesichtszüge. Sie blickte Anna einen Moment in die Augen und gab sich dann einen Ruck. "Der Counselor schlug vor, dass ich dich vielleicht frage, ob du dir morgen frei nimmst, dass ich nicht alleine bin." Anna gab Lexi einen Kuss. "Das mache ich doch gerne für dich." 'Ich hoffe, der Captain erlaubt es.', fügte sie in Gedanken noch hinzu. "Und lass Dir von jemand, der Erfahrung in sowas hat, sagen, du hattest wirklich keine Schuld. Wenn Du noch länger an der Vorstellung festhältst, wird es nicht besser." Lexi erwiderte den Kuss leicht und strich weiter über Annas Gesicht. "Ich wird's versuchen. Aber einfach ist das nicht." "Nein, das ist es wirklich nicht. Aber es macht dir das Leben einfacher." Sie legte ihre Arme wieder um Lexis Hals und lehnte ihre Stirn gegen die ihre. Lexi schloss kurz die Augen und schlang ihre Arme ebenfalls um Annas Nacken, spielte ein wenig in ihren Haaren rum. "Ich bin froh, dass es dich gibt." "Ich auch.", hauchte Anna. Lexi öffnete ihre Augen und sah Anna eine Weile schweigend in die Augen, bevor sie ihren Kopf kurz anhob und Anna einen Kuss auf die Nasenspitze gab. Was tat das gut, dass sie Anna endlich bei sich hatte. Anna lächelte. "Na komm.", sagte sei dann. "Du scheinst mir ja schon wieder ganz munter. Hast Du Lust, was zu essen? Ich habe einen Bärenhunger." "Ich bin froh, dass du hier bist", erwiderte sie mit einem leicht schiefen Lächeln. "Hunger? Weiß nicht, irgendwie schon, ich hab heute noch nichts gegessen, aber ich hab eben nicht mal den Tee runterbekommen." "Tee...", Anna schüttelte den Kopf. "Nein, du brauchst was anderes... zum Nachtisch auf jeden Fall Schokoladeneis. Und davor... Kürbiscremesuppe?", schlug sie vor. Suppen waren doch meistens in allen schiefen Lebenslagen passend, sei es bei Erkältung oder sonstigen Problemen. Lexi blickte Anna an. "Ok, versuchen wir's.", erwiderte sie und strich Anna kurz durchs Haar. "Bleib sitzen, ich hol was.", sie gab Lexi noch einen Kuss, bevor sie aufstand. Am Replikator ließ sie zwei Portionen replizieren und balancierte die Suppentassen dann zurück zum Sofa. Eine stellte sie auf den Tisch, die andere drückte sie Lexi in die Hände. "Hier, und Du stehst nicht auf, bevor sie nicht leergegessen ist." Ein wenig zweifelnd blickte Lexi kurz auf die Tasse, ließ sich den Duft in die Nase steigen. Ihr Magen rebellierte immer noch ein wenig, aber sie versuchte den ersten Löffel und blickte dann zu Anna auf. "In Ordnung, Frau Doktor." Ein leichtes Schmunzeln konnte sie sich nicht verkneifen dabei. Anna grinste und machte sich dann über ihre eigenes Essen her. Das Frühstück war schon vor einer ganzen Weile gewesen. Langsam löffelte Lexi die heiße und später nur noch warme Suppe auf und stellte schließlich die Suppentasse auf dem Tisch ab und wickelte sich wieder in ihre Decke ein. "Gut so.", spielte Anna ihre Rolle weiter. "Ist noch Platz für Nachtisch vorhanden?", fragte sie scherzend und nahm die beiden Suppentassen mit zum Replikator. Lexi nickte. "Für eine Kleinigkeit sicherlich." Eine Kleinigkeit konnte man es nicht unbedingt nennen, aber soviel waren zwei Kugeln Schokoladeneis nun auch wieder nicht. "Hier, Seelenfutter...", meinte sie, als sie Lexi den Löffel in die Hand drückte. "Um die Kalorien können wir uns ab morgen wieder kümmern." "Ok.", antwortete Lexi und nahm auch brav die Schale in die Hände und begann zu löffeln. "Ich hab dich hoffentlich nicht in eine peinliche Situation versetzt?" fragte sie vorsichtig. "Nein, hast Du nicht.", flunkerte Anna ein bisschen. "Der Captain war gerade sowieso in sein Essen vertieft..." "Hm... heut kam wohl kaum einer zu seinen regelmäßigen Mahlzeiten?" Sie schob sich einen weiteren Löffel mit Eis in den Mund. "Wer weiß, das Schiff ist groß.", sie lachte. "Auf jede Fall ist klar, worüber alle beim Essen sprechen werden." Sie strich Lexi durch die Haare. "Von einer tapferen Ärztin, die eine Geiselnahme überstanden hat." Lexi senkte kurz den Blick. "Na, ob ich wirklich so tapfer war?" fragte sie Anna mit einem leicht zweifelnden Unterton. "Ich bin froh, dass es vorbei ist, aber ist es das wirklich?" Anna zog Lexi an sich. "Du warst tapfer. Aus, Ende. Und diese... diese... ", Anna fielen gerade nur Worte ein, die sie in Lexis Gegenwart lieber nicht benutzen wollte. "Sie wird in der Arrestzelle oder sonstwo schmoren, bis sie schwarz wird." Lexi ließ sich gegen Annas Schulter sinken. "Ok. Ich versuch's." "Du versuchst was?", Anna blickte sie etwas irritiert an. "Mir nicht zu viele Gedanken zu machen. Auch wenn's schwer fällt.", erwiderte Lexi leise. Anna lächelte. "Du bist einfach viel zu viel Kopfmensch. Ich muss irgendetwas finden, um dich abzulenken." Lexi nickte leise. "Vielleicht hilft ja schon ein wenig Training in den nächsten Tagen", murmelte Lexi und igelte sich immer weiter bei Anna ein. "Training...", Anna schüttelte den Kopf und rieb Lexi über die Schultern. "Du hast frei bekommen. Da machen wir doch lieber was richtig entspannendes." "Hast du da einen Vorschlag?" erwiderte sie und blickte zu Anna auf. "Heiße Quellen und Rückenmassagen können sehr entspannend sein. Oder Wandern mit Picknick. Oder unter dem Sternenhimmel übernachten...", fing sie an, aufzuzählen. "Das hab ich schon lange nicht mehr gemacht", erwiderte Lexi und schmiegte ihre Stirn an Annas Halsseite. "Vielleicht ist heute nacht ja ein Holodeck frei?", vermutete sie jetzt einfach mal so drauflos, das Lexi das letzte gemeint hatte. "Und dann im Schlafsack irgendwo auf einem Feld unter einem klaren Sternenhimmel?" fragte Lexi nach und schloss die Augen. "Genau.", Anna gab ihr einen Kuss auf die Stirn. "Wir können ja mal schauen, was zu kriegen ist", erwiderte Lexi und versuchte einfach nur den Moment zu halten, zu genießen. Noch vor wenigen Stunden hatte sie nicht wirklich daran geglaubt, so friedlich mit Anna am Abend zusammen zu sitzen. "Da wird es bestimmt was geben.", sie schmiegte sich an Lexi. Lexi drückte sich an Anna. "Prüfst du?" bat sie Anna und schob die Decke ein wenig bei Seite. "Mach ich.", antwortete sie und streichelte Lexi gedankenverloren. Lexi schmiegte sich wieder an Anna und hielt sie für eine Weile einfach fest. Es tat gut, mit Anna für den Augenblick unbeschwert einfach nur da zu sitzen in trauter Zweisamkeit, eng aneinander gekuschelt. Es war wie ein Ruhepol, den sie den ganzen Tag irgendwie gebraucht hatte, auch wenn sie vor ein paar Stunden nicht an derartiges geglaubt hatte, fast schon verzweifelt gewesen war. Auch wenn sie Anna gefragt, hatte, ob sie die Holodeckreservierungen prüfen könnte, ließ sie ihr gar nicht die Gelegenheit dazu. Nach einer Weile seufzte sie leise und strich Anna sanft über den Rücken. Ohne irgendeinen Zusammenhang murmelte sie schließlich: "Die größte Angst, die ich hatte, war dich nicht wieder zu sehen und alles so unschön stehen lassen zu müssen." Sie schmiegte ihr Gesicht an ihre Schulter und jetzt war es Annas Uniform die sich zu durchnässen begann. Sie wußte nicht, ob sie es Anna schon gesagt hatte, aber es drang immer wieder in ihr Bewußtsein, sie musste es einfach los werden. Anna sagte nichts, sie wusste nicht, was sie erwidern sollte, alles hätte hohl, belanglos geklungen, wie eine Ausflucht oder eine Entschuldigung. Daher begnügte sie sich, Lexi zärtlich über den Kopf zu streichen. Sie gab ihr einen Kuss auf den Scheitel und zog sie einfach dicht an sich. Sanft wiegte sie sie vor und zurück und machte leise, beruhigende Laute, als wollte sie ein Kind trösten. Sie wusste selbst, wie nötig es manchmal war, dass einem jemand eine Schulter zum Ausweinen gab. --- Deck 10, Sicherheitszentrale Nachdem Kyle und Silvy mit dem Ausarbeiten fertig waren, schrieb er die wichtigsten Informationen auf ein PADD. Da sich Silvy gerade mit ihrem Computer beschäftigte, entschloss sich Kyle dem Commander ihre Ergebnisse allein vorzutragen. Er ging aus der Zentrale mit dem PADD in der Hand und steuerte auf den Turbolift zu, als er von Ensign Katsuo Kawada, seinem besten Freund an Bord eingeholt wurde. "Kyle, warte mal kurz." Er drehte sich kurz um, verlangsamte seine Schritte aber nicht im Geringsten. "Ich hab jetzt echt keine Zeit, Katsuo. Ich hab bald Dienstschluss und heute eine Verabredung. Ich muss noch zum Commander und danach eine Dusche nehmen." "Eine Verabredung?", der Japaner grinste. "Darf man fragen mit wem?" "Ensign Kara aus der Wissenschaft. Kennst du sie?" "Nur flüchtig... Kyle ich muss kurz mit dir reden?" "Sag's mir auf dem Weg zum Turbolift, Katsuo.", antwortete Hudson. "Hör zu... die Sache auf der Krankenstation hat das Schiff ziemlich in Aufruhr gebracht. Die Crew redet..." "Natürlich. Es gab eine Geiselnahme und einen Toten." Katsuo seufzte. "Schon, aber es geht um was anderes... Kerr war ziemlich beliebt. Nicht nur bei der Sicherheit, sondern am ganzen Schiff. Dr. Harris ist ebenfalls sehr beliebt..." "Und?", fragte Kyle und blieb endlich stehen. "Was willst du damit sagen?" "Naja es ist nur, dass..." Kyle sah den anderen Mann mit einem gefährlichen Funkeln in den Augen an. "Moment mal... soll das heißen, die Leute denken, Kerrs Tod war meine Schuld?" "Nein, nicht deine Schuld... es ist nur... du kennst doch unsere Vorschriften. Angeblich wurde auf Dr. Miller und Telmar geschossen, bevor diese unglückliche Situation entstanden ist. Und beide gehören nicht zur Sicherheit..." Hudson wusste, worauf Kawada hinauswollte. Eigentlich hätte er den ganzen Einsatz abbrechen müssen, als Ferom das erste Mal geschossen hatte. Aber er hatte direkten Befehl von Yates und er konnte doch nicht als Ensign gegen den Befehl des vorgesetzten Offiziers handeln. "Hör mal, Katsuo. Yates hatte mich an der Leine und hatte mir ausdrücklich befohlen, Telmar reinzulassen. Ich konnte nichts machen. Es konnte keiner damit rechnen, dass der Cardassianer so durchdrehen würde." Während er sprach hatte er Kawadas Arm gepackt und immer fester zugedrückt. "Schon gut, Kyle.", sagte dieser und biss die Zähne zusammen. "Lass meinen Arm los, du tust mir weh." Hudson ließ den Arm des anderen los und atmete einmal durch. "Wir konnten nichts machen Katsuo, wirklich. Yates tat einfach, was er für das beste hielt und jeder andere auch. Selbst Telmar... Es ist einfach alles schiefgelaufen." "Ja, vermutlich. Wahrscheinlich ist das sowieso nur alles dummes Geschwätz. Du wirst schon sehen, in zwei Tagen ist Gras über die Sache gewachsen. Viel Glück beim Captain." --- Deck 1, Brücke Während Kawada in die Sicherheitszentrale zurückging, stieg Kyle in den Turbolift und fuhr auf die Brücke. Er stieg aus und ging auf Yates zu, der gerade etwas aß. Hudson stand stramm und meldete: "Ensign Hudson meldet sich wie befohlen zur Stelle, Sir. Ich habe den von Ihnen angeforderten Bericht." Heute wollten sie ihn einfach nicht in Ruhe essen lassen, oder? Es war eh schon später als er es gewöhnt war zu essen. Und das tat er am liebsten in Ruhe. Für die Zukunft merkte er sich, dass das auf der Brücke eben nicht möglich war. Zwei, drei Gabeln waren noch auf dem Teller. Er stellte ihn, am letzten Bissen noch kauend, auf seinen Beinen ab. Heiß war er längst nicht mehr. "In Ordnung Ensign." Er nahm das PADD entgegen, las Verfasser und Überschrift und legte es zu den anderen. "Bei Fragen werde ich mich nochmal melden, aber gehen Sie mal nicht davon aus. Sonst alles klar?" Auf die Antwort wartend nahm er den Teller wieder auf und piekste ein Stück Fleisch und ein paar Nudeln auf und rührte sie durch den Rest Soße. Als Kyle den Commander sein Essen fertig verputzen sah, bekam er auf einmal selbst großen Hunger. Er hatte seit heute morgen nichts mehr gegessen und am Nachmittag stand eine längere Trainingseinheit auf dem Holodeck auf dem Programm. Dennoch hatte ihn sein kommandierender Offizier etwas gefragt und Kyle musste darauf selbstverständlich wahrheitsgemäß antworten. "Mir geht es eigentlich ganz gut, Sir. Es ist nur, dass ich..." Yates blickte von seinem Teller auf. "Dass Sie... was, Ensign?" Kyle räusperte sich, bevor er sagte: "Sir, ich möchte weder jemanden anschwärzen, noch deutlich machen, dass mich der Bordklatsch besonders interessiert oder ich viel darüber weiß. Allerdings ist mir zu Ohren gekommen, dass bereits jetzt viel über die Geiselnahme auf der Krankenstation gesprochen wird und ich darin nicht wirklich gut wegkomme. Die Crew meint wohl, ich hätte Gul Telmar und Dr. Miller aufhalten sollen, nachdem Ferom das erste Mal auf sie geschossen hatte. Und ich glaube... damit haben diese Leute sogar recht." James übergab seinen leeren Teller dem nächsten Crewman der herumstand und erhob sich von seinem Platz um auf Augenhöhe mit Hudson zu stehen. "Es wird immer geredet werden, egal was passiert oder wie es aussieht. Suchen Sie bei sich selbst keine Schuld, lassen Sie sich nicht provozieren und lassen Sie die Leute reden. Die meisten wissen doch gar nicht was passiert ist." Er kratzte sich am Kopf. "Im Netzwerk wird es heute Abend noch einen Bericht von mir an die Crew geben, in der ich die Situation erläutere. Ihr Name wird da nicht in schlechtem Licht stehen. Das binde ich mit und Telmar auf." James klopfte Hudson auf die Schulter. "Hätten Sie die beiden zurück gehalten und sich meinem Befehl widersetzt würden sie jetzt neben Telmar in Arrest sitzen. Wissen Sie was, machen Sie Dienstschluss und sich nen schönen Nachmittag, vermeiden Sie wenn es geht das Casino und hitzige Diskussionen voller Leute mit Halb-Wissen vom Hören-Sagen. Dienst ist manchmal unbequem, aber es ist Dienst, und den haben Sie gut gemacht - Soldat." Er sah Hudson noch einmal aufmunternd an, so wie es Vorgesetzte Offiziere zu ihren Soldaten taten die in den ersten Kriegshandlungen verunsichert waren, doch James war sich auch sicher, dass die USS Victory und seine Crew damit fertig werden musste, unbequeme Entscheidungen zu treffen, Befehle auszuführen und den Tod von Kameraden mit anzusehen. "Wenn Sie meinen unser Counselor kann Ihnen... oder wer auch immer. Ich stehe Ihnen auch immer bereit." "Danke, Sir", meinte Hudson. "Es ist sehr großzügig von Ihnen mir heute noch dienstfrei zu geben und ich bedanke mich für Ihr Angebot, mir immer ein offenes Ohr leihen zu wollen. Ich werde mit Sicherheit darauf zurückkommen." Während Kyle die Brücke verließ, fühlte er sich gleich viel besser. Commander Yates war tatsächlich ein hervorragender Offizier, entschied er. Er verstand die Sorgen und Probleme der Crew und ging darauf ein. Er war nicht nur irgendein Student, der nach seiner Dissertation eine Uniform anzog und meinte Leute kommandieren zu können. Morgen hatte er ja noch dieses Gespräch mit dem neuen Counselor von der Ticonderoga. Bestimmt war der Mann auch so ein Zivilist in einer Uniform, der in seinem Leben noch keinerlei militärische Erfahrung gemacht hatte. Kyle stieg in den Turbolift und atmete einmal durch. "Was soll's?", dachte er. Bis morgen hatte er dienstfrei und das Gespräch mit Knight würde er hoffentlich auch über die Bühne bringen. Er würde ausspannen und sich beim Abendessen mit Ensign Kara treffen. --- Deck 6, Krankenstation Die Arbeiten auf dem Oberdeck gingen schnell vonstatten, schließlich waren keine Sonderanfertigungen vonnöten. Die Techniker packten ihre Werkzeuge und die Alt-Teile zusammen, um sie in den Maschinenraum zu bringen, als der Maschinenraum sich meldete. "Maschinenraum an Perel, das letzte Außenteam ist von der Ticonderoga zurück.", kam es aus Dans Kommunikator. "Verstanden. Die Techniker sollen die übliche Nachbereitung machen, dann ist sowieso Dienstschluss. Die Krankenstation ist im Übrigen auch wieder soweit.", erwiderte der Bajoraner, und nach dem üblichen 'Verstanden' beendete er die Verbindung - um sogleich eine zu Balakka auf der Ticonderoga zu öffnen. "Perel an Balakka, ich habe gerade mitbekommen, dass das letzte Team auf die Victory zurückgekehrt ist. Ich hoffe, es ist alles zufriedenstellend verlaufen.", wollte er sich bei der Chefingenieurin der Ticonderoga versichern. --- USS Ticonderoga, Maschinenraum "Balakka hier.", nahm sie den Ruf entgegen. "Hallo Mr. Perel. Hier ist alles in bester Ordnung." Sie war vorhin eine Runde über das Schiff gegangen und hatte alle Reparatur-Stellen abgeklappert. "Bis nach Utopia Planitia werden wir es schaffen und vielleicht reicht es sogar für 'ne Ehrenrunde.", scherzte sie. "Ich wünsche Ihnen und der Victory noch eine erfolgreiche Mission. Und wegen der Spezial-Sonden. Ich melde mich, wenn der Prototyp reif für die Serie ist.", verabschiedete sie sich. "Machen Sie es gut." --- Deck 6, Krankenstation "Vielen Dank. Ich hoffe, Ihr Schiff ist schnell wieder flott. Gute Reise. Ich würde mich freuen, wenn wir uns mal wieder überm Weg laufen - um das eigentlich obligatorische Dinner nach diesem Einsatz nachzuholen.", verabschiedete sich Dan von der Ingenieurin der Ticonderoga. Ja, ein solches Dinner hatten sich die beiden (und überhaupt alle beteiligten Techniker) verdient. --- Hauptmaschinenraum Nachdem die Sache auf der Krankenstation erledigt war, machte sich Dan auf zum Maschinenraum, um sich von der Vollzähligkeit seiner Crew zu überzeugen. Alle Techniker und Werkzeuge der Victory waren wieder an Bord. "Maschinenraum an Brücke, das letzte Techniker-Team ist wieder an Bord. Commander Balakka hat mir versichert, dass die Ticonderoga es wieder nach Utopia Planitia schaffen kann.", informierte er den Captain. --- Deck 1, Brücke Kaum das Hudson die Brücke verlassen hatte und sein leerer Teller ebenfalls entsorgt war, meldete sich schon wieder jemand. Normalerweise blieb James ruhig, doch er merkte wie diese stetige Unruhe und die Unterbrechungen an seinem Puls und Blutdruck nagten. Wenigstens war die Meldung eine äußerst positive. "Das hört sich gut an Ensign Perel. Kümmern Sie sich bitte um die verbleibenden Reparaturen an Bord der Victory und planen Sie für morgen Außenteams um die Kolonie zu besuchen, da gibt es sicherlich einige notdürftige Hilfe zu leisten." James wollte den Kanal schon schließen, als ihm etwas einfiel. "Und melden Sie sich bitte noch einmal persönlich bei mir um zu klären... wie wir den Ausfall von Lieutenant Riddick kompensieren. Danke. Brücke Ende." Da Deirdra nicht da war und alle anderen auf der Brücke junge Unteroffiziere waren verkniff es sich James, die Brücke zu seinem Bereitschaftsraum zu verlassen und holte sich seinen Tee stattdessen auf die Brücke, um dort die eingehenden Berichte zu lesen. --- Hauptmaschinenraum Nachdem der Captain die Verbindung beendet hatte, führte Dans erster Weg ins Büro. Nachdem Riddick ihre Hängematte wieder mitgenommen hatte, war dies wieder ein übliches Sternenflotten-Dienstzimmer ohne persönlichem Bezug. 'Den Ausfall von Lieutenant Riddick kompensieren' konnte an und für sich nur zwei Möglichkeiten bedeuten. Entweder wird ein neuer Chefingenieur angefordert, oder aber Dan bekam die Verantwortung über den Maschinenraum übertragen. Zuerst waren aber die Dienstpläne wichtig. Bowman hatte gute Arbeit geleistet, was die Aufgabenverteilung im Maschinenraum anging - vielleicht sollte er doch die Laufbahn wechseln. Die Einteilung für den nächsten Tag war auch relativ schnell geschehen: Bowmans Aufgabe war klar, ebenso hatte er ein kleines Team zusammengestellt, das die Kühlsysteme der Phaser-Bögen optimieren sollte. Der Rest war eingeteilt für die Hilfsaufgaben auf der Oberfläche - obgleich Dan noch nicht wusste, was sie dort erwartete. Den Umbau von Frachtraum 2 verschob er erst einmal. Dies konnte passieren, wenn wieder etwas Ruhe eingekehrt war. --- Deck 1, Brücke Fast zeitgleich mit Mila, die das Kätzchen in ihr Quartier gebracht und fürs Erste versorgt hatte, betrat Dan die Brücke. Mila nahm wieder ihre Station ein, und Dan ging weiter zum Captain. "Captain, ich sollte mich persönlich melden.", sprach der Bajoraner den Kommandanten an. "Ensign, schön, dass Sie so schnell kommen konnten. Folgen Sie mir doch bitte." James stand auf und ging die paar Schritte zu seinem Bereitschaftsraum, Perel zwei, drei Schritte hinter sich. "Setzen Sie sich.", bot er dem jungen Ensign einen Platz vor seinem Tisch an, während er sich dahinter setzte. Hier sah es nicht viel besser aus, als das, was er an PADDs auf der Brücke zurück gelassen hatte. "Sie können sich sicher vorstellen, worum es geht. Mrs. Riddick hat uns verlassen, der Posten des Chefingenieurs ist damit vakant. Das ist, wissen Sie selbst am besten, nicht gut für die interne Organisation und die Prozessabläufe. Es muss einfach jemanden geben, der sich auskennt mit der Technik des Schiffes, der die Mannschaft kennt und der dann auch die richtigen Entscheidungen trifft." Er sah zu Perel. "Ich würde Sie bitten die Leitung der technischen Abteilungen der USS Victory hiermit zu übernehmen." "Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Captain. Ich werde alles tun, um ihm gerecht zu werden.", nahm Dan an, äußerlich gefasst. Allerdings hatte er nicht damit gerechnet, so schnell den Maschinenraum zu übernehmen - allenfalls hatte er mit einer kommissarischen Beförderung gerechnet. "Gibt es schon jemanden, der mein Stellvertreter werden soll?", fragte der Bajoraner. "Das würde ich Ihnen überlassen. Sie kennen die Fähigkeiten ihrer Kollegen selbst am besten." James tippte es zugleich in seinen Computer ein, dass diese Sache jetzt erledigt war. "Das Oberkommando könnte uns natürlich jederzeit einen anderen für den Posten schicken und Ihnen vor die Nase setzen. Bis das alles in Ruhe abgesegnet ist, werden Sie ihren Rang, Sold und Quartier behalten." 'Mehr Arbeit fürs gleiche.', dachte sich James. Aber so ging das Spiel nun mal, die Victory war unterbesetzt und irgendwie nicht optimal qualitativ besetzt im feindlichen Raum und hatte so einige Problemchen. "Dann heißt es noch abwarten, bis das Oberkommando die Entscheidung bestätigt.", meinte Dan und machte eine kurze Pause, "Für morgen ist alles vorbereitet. Die Hauptaufgaben sind die Hilfsmaßnahmen auf Trelka V, das Kühlungsproblem der Phaserbögen sowie der Wiederaufbau der Gefechtsbrücke. Bei letzterem müssen wir von den Konstruktionsplänen abweichen, um eine Wiederholung des Unglücks zu verhindern. Die Details werden für die Werften im Abschlussbericht der Arbeiten festgehalten." "Gut, schicken Sie mir einfach die Berichte wie gewohnt, sagen Sie mir bei Zeiten, wen Sie als Stellvertreter gern hätten und kommen Sie ruhig immer direkt zu mir wenn's etwas zu Regeln gibt. Sie erhalten dann ab morgen auch die Einladungen zu den täglichen morgendlichen Meetings der Führungsebene." James stand auf. "Herzlichen Glückwunsch zu den neuen Aufgaben, Rechten und Pflichten - Ich vertraue Ihnen, enttäuschen Sie mich nicht. Sie können dann wegtreten." "Vielen Dank, Captain. Ich werde mein Bestes geben.", verabschiedete Dan sich und verließ den Bereitschaftsraum. --- Hauptmaschinenraum Bis der Leiter der Spätschicht seinen Dienst antreten sollte, blieb der Bajoraner erst mal im Büro des Chefingenieurs, um die Akten aller Techniker nochmals durchzugehen. Einige kannte er bereits von der täglichen Arbeit, doch bisher hatte er sich keine Gedanken gemacht, wer geeignet war, im Ernstfall die Abteilung zu übernehmen. Dies musste er nun zügig nachholen... --- Deck 7, Labor Kara hatte sich ins Büro zurückgezogen und arbeitete konzentriert daran heraus zu finden, was den Pflanzen des Captain fehlte. Denn mittlerweile waren sie ihr endlich gebracht worden. An Bord schien nach der Geiselnahme alles wieder halbwegs seinen gewohnten Gang zu gehen. Zumindest was das Labor hier betraf. Gerade schaute sich Kara mit einer Lupe eins der Blätter an und sah nun daran ganz leichte weiße Spuren. "Oh je, das sieht nicht gut aus... wenn er Pech hat, verliert er den ganzen Bestand...", murmelte sie vor sich hin. Sie legte es vorsichtig in eine Schale mit einer dünnen Flüssigkeit und legte eine Kultur an. Die Arbeit lenke sie von ihren nervenden Gedanken ab. Sie versuchte die Gedanken an Hudson zu vergessen. Es war töricht gewesen, ihn zum Essen einzuladen. Was hatte sie sich dabei gedacht? Doch er hatte ihre Einladung für heute Abend angenommen. Sie beschloss morgen noch mal zum Arboretum zu gehen und sich auch die Mutterpflanzen anzuschauen. Erst dann würde sie dem Captain sagen können, was mit seinen Teepflanzen los war. Doch erst würde sie den Abend mit Hudson verbringen. Ihr Herz machte wieder einen Sprung. Sie freute sich doch darauf. Sie räumte nun ihren Arbeitsplatz auf und machte sich wenig später zu ihrem Quartier auf. Dort zog sie sich etwas Frisches an und ging zum Abendessen mit Hudson. Sie war gespannt ob er schon da war. --- Deck 3, Offiziersmesse Dan saß abseits an einem Fenster und blickte in das Arboretum herab. Der Tag war auch ereignisreich gewesen. Nicht nur, dass die Techniker auf der Ticonderoga schier übermenschliches geleistet hatten, auch personell hatte sich vieles getan. Er hatte schneller als gedacht 'seinen' Maschinenraum - auch wenn diese Beförderung noch nicht fix war. Zu feiern war ihm allerdings nicht gerade zumute, davon abgesehen, dass dies wohl ein falscher Zeitpunkt gewesen wäre. Immerhin geisterte noch immer die blutig beendete Geiselnahme in den Köpfen der Crew dieses Schiffes, und viele zeigten auf die Sicherheit - speziell auf Ensign Hudson - ohne die Situation im Detail zu kennen. Doch der Bajoraner hatte die Schäden auf der Krankenstation gesehen. Es hätte noch deutlich schlimmer ausgehen können... (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de