************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 18 / 26102007 * * 24052380 * * Geiseln! * ************************************************************************ --- Deck 6, Krankenstation Die Sicherheitsleute im Inneren der Krankenstation begannen unruhig zu werden. Es gab Gerüchte, dass mit der Geiselnehmerin verhandelt wurde, aber keiner wusste genau worum es ging, oder ob die Verhandlungen erfolgreich waren. "Das ist wieder mal typisch. Die hohen Offiziere sitzen irgendwo weit weg und machen sich wichtig, während wir hier unser Leben riskieren, aber keine Ahnung haben wie es weiter geht", schimpfte ein Crewman. "Ruhe jetzt!", wies ihn Hudson zu recht. "Wir sind im Einsatz, verdammt noch mal. Irgendwelche Hypothesen über unsere Chefs hör' ich mir von mir aus nachher an, aber nicht jetzt." Danach überprüfte er wieder einmal (ihm kam es so vor als würde er es bereits zum hundertsten Mal in dieser Minute tun) sein Gewehr. Durchgeladen, gesichert und sofort bereit zu feuern. Alles war in bester Ordnung. Kyles Gedanken schweiften zu Ensign Kara ab... Die hübsche Bajoranerin hatte ihm gefallen. Wenn das hier vorbei war, würde er sie bitten mit ihm auszugehen, entschied er. --- Deck 6, Labore Während die Wissenschaftlerin sich um die Betten gekümmert hatte, war Shyla mit dem medizinischen Equipment beschäftigt gewesen. Sie hatten nun Tricoder, Hyposprays, alles mögliche Verbandmaterial und jede Menge Medikamente. Sie hatte sich damit auf einem der Laborarbeitsplätze ausgebreitet und war gerade dabei, die Medikamente zu sortieren. Sie fragte sich, warum es so lange dauerte und warum die da oben nicht endlich etwas unternahmen. Lexi war schon viel zu lange in der Gewalt dieser. "Wie weit sind Sie?", fragte sie die Wissenschaftlerin. "Fast fertig, ich muss nur noch ein Bett aufstellen dann bin ich fertig.", antworte Dana schnell. Während sie redete, stellte sie das letzte Bett auf. "Ich denke jetzt sind wir auf alles, was da kommen wird vorbereitet." 'Ich hoffe die anderen sind es auch.', fügte sie in Gedanken hinzu. "Ich hoffe mal, die da oben entscheiden sich schnell und schaffen es dann so schnell wie möglich, Dr. Haris zu befreien. Sie ist meine Stellvertreterin und die Cardassianerin hat sie als Geisel genommen.", sagte Shyla. Sie trat zum Replikator und bestellte sich einen ostfriesischen Schwarztee. Langsam begann sie, das heiße Getränk zu schlürfen. Jetzt endlich begriff Dana, warum sich Dr. Miller so benahm. Sie schaute ihr dabei zu, wie Dr. Miller sich ein Getränk nahm, das als die Tasse replizierte heiß dampfte. "Ich hoffe das auch Doktor. Ich weiß was Cardassianer mit Geisel anstellen können. Aber ich denke diese hier wird nicht zu viel Zeit haben ihrer Mitarbeiterin etwas anzutun. Cardassianer nehmen sich gerne viel Zeit, um ihre Opfer zu quälen und die hat sie nicht. Darf ich sie etwas fragen? Was ist das für ein Getränk, das sie da trinken. Ich kenne es nicht. Doch es scheint zu schmecken." Erwartungsvoll schaute sie nun zu Dr. Miller. Das, was die Wissenschaftlerin sagte, klang nicht wirklich beruhigend. Immerhin war Dr. Haris jetzt schon eine ganze Zeit lang in der Gewalt der Cardassianerin. Sie wurde hier noch wahnsinnig, dieses ewige Warten ohne etwas tun zu können war nichts für sie. Bei der Frage nach ihrem Getränk sah Shyla die Bajoranerin zuerst etwas verwirrt an. "Das ist Tee. Ostfriesischer Tee, um genau zu sein. Das ist eine Spezialität von der Erde. Man trinkt ihn mit Zucker und Sahne.", erklärte sie dann. "Wollen Sie auch einen, es schmeckt sehr lecker!" "Ja gerne, Doktor. Es ist schon seltsam. Ich bin längere Zeit auf der Erde gewesen, aber es kommt immer wieder etwas Neues dazu, was ich nicht kenne. Geht es ihnen auch so?" Während Dana gesprochen hatte, trat sie zum Replikator und bestellte das gleiche wie Dr. Miller vorhin. Als die Tasse repliziert was schlürfte sie vorsichtig ein paar Schlucke. Er schmeckte gut. Es ähnelte im Geschmack einem Getränk auf Bajor. "Es schmeckt gut.", sagte sie nun ganz erstaunt. Erst wenige Sekunden später bemerkte sie die Absurdität der Situation. 'Toll wir trinken Tee, während andere ihr Leben riskieren.', dachte sie im Stillen. Und Hudson kam wieder einmal in ihren Sinn. Wie nett es doch wäre wenn er auch Tee mit ihr trinken könne. "Ja, da haben Sie Recht.", antwortete Shyla. "Es gibt alleine auf der Erde so viele verschiedene Völker mit so vielen verschiedenen Sitten und Gebräuchen, die kann man gar nicht alle kennen. Wenn man dann noch alle die dazu nimmt, die im ganzen Universum leben, da hört es dann ja erst recht auf.", fuhr sie fort und trank noch einen Schluck des warmen Tees. Dieser und das Gespräch trugen dazu bei, dass sie sich etwas abgelenkt vorkam. Dana betrachte die Ärztin dabei, wie sie ihren Tee langsam trank. Das Teetrinken beruhigte sie sogar etwas "Ja, es sind eine Menge Völker. Es ist ein Wunder das sich die Mitglieder in der Föderation nicht ständig an die Kehle gehen. Es wundert mich immer wieder. Bei uns auf Bajor können sich nicht mal die Kai untereinander einigen." Sie nahm noch mal einen kräftigen Schluck. Dabei musterte sie den Doktor. Mittlerweile fing sie an diese Frau zu mögen. "Was sie nun tun werden?", fragte sie und deutete in Richtung nach oben. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Aber lange blieb Haris nicht still liegen. Sie rollte sich auf die Seite und blickte in das funkelnde Licht des Raumes. An der größten Konsole sah sie eine schlanke Gestalt mit dunklen Haaren stehen. Sie blinzelte. War das Anna? Auch wenn sie noch nicht das Beruhigungsmittel in ihrem Blut schwimmen hatte, zeigte es seine Stärke in vollem Umfang. Sie blinzelte ein paar Mal und bewegte sich noch ein Stück vor, um sicher zu gehen, ob das wirklich Anna war. Es sah hier aus, wie auf der Krankenstation, aber Anna hier und dann Sternkarten prüfen? Und noch mal blinzelte sie, rollte sich noch ein Stück rum und verlor den Halt auf dem Bett, um nur wenige Sekunden später unsanft und mit einem mürrischen Laut auf dem knapp ein Meter entfernten Boden zu landen. Den stechenden Schmerz, den ihre Schulter durchzuckte spürte sie zwar, aber irgendwie war das auch egal. Sie schloss die Augen und blinzelte noch mal zu der Person an der Konsole auf. 'Was war das?', dachte Ijara und fuhr herum. Das Bett war leer, 'Wo war die..?', sie entdeckte ihre Geisel auf dem Boden liegend. "Miststück!", fluchte sie - die Ärztin mochte die cardassianischen Worte nicht verstehen, der Tonfall war jedoch eindeutig. Unsanft stieß sie die am Boden liegende mit dem Fuß an, um zu sehen, ob sie noch reagierte, immerhin hätte sie sich das Genick brechen können. Und was sollte sie mit einer toten Geisel anfangen. "Hoch mit Dir." Ijara packte sie und wuchtete sie unsanft nach oben, bis sie bäuchlings über dem Bett lag. Schwer atmend blieb Ijara stehen, sie spürte, wie ihre Kräfte nachließen, sie sollte schnell weitermachen, bevor sie sie ganz verließen. Sie lehnte sich gegen die Wand und wischte sich Schweiß von der Stirn und vom Kinn. Nur als sie auf ihre Hand sah, war es kein Schweiß, sondern Blut. Sie hatte sich auf die Lippe gebissen und es nicht einmal gemerkt. So sehr schmerzten inzwischen ihre Glieder. --- Deck 8, Shuttlehangar obere Ebene Deirdra betrat den Shuttlehangar und blickte sich um. Auf der unteren Ebene sah sie ein Shuttle stehen und mehrere Techniker, die daran werkelten. Das war wahrscheinlich ihr Ziel. Die Reaktion der Sicherheitler vor der Krankenstation vorhin hatte ihr gezeigt, dass sie vielleicht nicht mit der Tür ins Haus fallen sollte, solange ihr neuer Posten nicht überall kommuniziert worden war. Ein paar Meter die Balustrade entlang sah sie ein verglastes Büro. Sie klopfte an und trat ein. "Guten Tag.", grüßte sie freundlich. "Wer ist hier zuständig?" Ein älterer Mann mit grauen Haaren drehte sich um. "Ich bin hier der Chief. Worum geht es?", fragte er und ließ seinen Blick prüfend über Deirdra wandern. Sie ignorierte es und streckte ihm die Hand zur Begrüßung hin, die er ohne Zögern ergriff und schüttelte. "Deirdra Izami. Neue XO." - "Fedir Tkachuk." Er sah sie immer noch neugierig an. "Der Captain schickt mich, es geht um die präparierten Shuttle.", erklärte Deirdra. "Ah ja. Die Techniker sind schon am werkeln. Allerdings ging es bisher nur um ein Shuttle..." - "Kleine Planänderung.", warf Deirdra lächelnd ein. "... steigen Sie runter auf die untere Ebene. Am ersten Shuttle in der Reihe finden Sie die zuständigen Techniker. Was soll das zweite sein? Auch ein Typ 9?" Deirdra nickte. Tkachuk rollte mit den Augen und wies zum Himmel. "Ich habe davon nur fünf, wenn der Captain jetzt schon so loslegt, wie sollen die für die ganze Mission reichen." Bevor Deirdra reagieren konnte, machte er eine wegwerfende Handbewegung. "Ach was, ich kann sowieso nichts dagegen machen.", murrte er mehr zu sich selbst. "Nehmen Sie noch Athene." Deirdra wollte gerade den Mund öffnen. "Steht direkt neben Nemesis.", fügte er noch hinzu. "Das Shuttle, an dem gerade gearbeitet wird." Deirdra nickte. "In Ordnung. Danke." Sie drehte sich um und verließ das Büro wieder. Zügig, sodass ihr Tkachuks letzter Satz entging. Bevor er sich wieder einem Piloten zuwandte, hatte er Deirdras Rückseite noch einmal großzügig taxiert. "Also bei der wäre ich auch gern Captain.", murmelte er breit grinsend. --- Deck 9, Shuttlehangar untere Ebene Deirdra trat zu der Gruppe Techniker. "Wer hat hier die Verantwortung?", fragte sie in den Raum hinein. Dave hatte auf dem Weg zum Hangar den Rest des Teams getroffen die das Shuttle umbauen sollten. Sie hatten sich für die 'Nemesis' entschieden, die Rachegöttin schien eine gute Wahl, um eine Geiselnehmerin zur Verräterin zu machen. Als er die Frage hörte lachte er, unter dem Shuttle liegend, zu seinem Kollegen und nahm einen Schraubenschlüssel und warf ihn nach vorne, so dass er vor den Stiefeln auf den Boden rutschte. "Er hat die Verantwortung." Deirdra hörte das Klappern und trat schnell zurück, damit nichts auf ihren Zehen landete. Sie bückte sich, nahm den Schlüssel und wog ihn in der Hand. Dann legte sie den Kopf schräg, um einen Blick unter das Shuttle werfen zu können, aber welcher Scherzbold auch immer da unten war, sie konnte ihn nicht sehen. "Sie haben es richtig erkannt, ab sofort habe ich die Verantwortung. Und jetzt...", sie schubste den Schraubenschlüssel wieder unter das Shuttle. ".. arbeiten Sie mit doppelter Geschwindigkeit. Sie haben noch ein Shuttle vor sich." Dave nahm den Schraubenschlüssel, packte ihn in die Kiste und rutschte unter dem Shuttle wieder hervor bis er zu einer Frau in Kommandouniform heraufsah die er nicht kannte "Okay, und wer sind sie und warum zwei Shuttle?" Deirdra blickte auf den Techniker hinab, ließ ihren Blick kurz schweifen, die Victory schien keine schlechte Wahl gewesen zu sein. So viele gutgebaute Männer auf einem Schiff hatte sie lange schon nicht mehr gesehen. Sie hielt dem Petty Officer eine Hand hin - halb zur Begrüßung, halb als Angebot ihm auf die Beine zu helfen. "Lieutenant Commander Deirdra Izami. Neue erste Offizierin der USS Victory.", antwortete sie. "Und zu ihrer Frage: ... weil es der Captain sagt. Und wer sind Sie?" Dave nahm die Hand an und stand auf ohne sich daran wirklich hoch zu ziehen. "Die neue erste Offizierin.", wiederholte er. Sein Tonfall war dann wohl eindeutig nicht angemessen gewesen. "Angenehm Ma'am." Er strich den hoch gekrempelten Ärmel wieder herunter. "Was den Befehl des Captains angeht... Warum genau ein zweites Shuttle?" Deirdra musterte ihn noch einmal im Stehen. Der erste Eindruck schien wohl getäuscht zu haben. Er schien sich auch benehmen zu können, wobei sie noch auf die Antwort zu seiner Person und Position wartete. Ihre Brauen zogen sich leicht zusammen und sie klang weniger fröhlich-freundlich, sondern wesentlich geschäftsmäßiger. "Die Geiselnehmerin wird annehmen, dass das Shuttle präpariert ist und eventuell ein anderes wählen. Wir erhöhen nur die Trefferquote." "Na gut, wieviel Zeit haben wir noch? Zu zweit werden wir es kaum schnell schaffen und der Rest ist entweder die Ticonderoga oder die Victory noch vom Gefecht am reparieren." Er sah herab zu den Füßen die unter dem Shuttle heraus ragten. "Entschudligen Sie, ich habe vergessen uns vorzustellen." Er deutete auf die Füße "Petty Officer Carl Morani und ich bin Chief Petty Officer Dave Bowman." "Angenehm.", antwortete Deirdra. "Sie sind nur zu zweit?", fragte sie etwas erstaunt. 'Immerhin geht es hier um zwei Menschenleben.', dachte sie bei sich. 'Da können doch die Reparaturen noch warten.' "Reichen Ihnen zwei weitere Leute?", fragte sie dann. "Ich verstehe zwar einiges von Sensortechnik, aber weniger von Shuttle-Umbauten. Bevor ich Ihnen hier im Weg stehe, organisiere ich Ihnen Unterstützung." "Wenn sie die gleichem Umbauten haben wollen wie an diesem hier, ja dann brauchen wir noch zwei Leute. Und ungefähr eine halbe Stunde Zeit, haben wir die?" "Rechnen Sie besser nicht damit. Es hängt davon ab, wie lange der Captain sie hinhalten kann.", wehrte sie ab. "Außerdem könnte es sein, dass die Sicherheit diesen Hangar noch präparieren will. Was würde Ihre Arbeit beschleunigen?" Dave beugte sich nach unten "Carl... was steht auf der To-Do-List?" Es dauerte einige Momente. "Transporterabschirmung einbauen; Waffen, Schilde, Antrieb und Abschirmung per Fernkontrolle manipulierbar." "Danke." Er sah wieder zu Deirdra. "Die Abschirmung haben wir gerade eingebaut, das geht am schnellsten, etwa 5 Minuten wenn man zu zweit ist, kompliziert ist die Fernsteuerung der Systemfunktionen. Wenn wir die weglassen würden beziehungsweise einfach ganz normal sabotieren, dann wären wir auch zu zweit in einer Viertelstunde mit beiden Shuttles durch. Aber erwarten Sie keine Wunder von den kleinen Teilen." "Wenn Sie die Fernbedienung nur sabotieren, verlieren wir auf jeden Fall das Shuttle. Mit der Fernbedienung bestehen noch Chancen, es zurück zu bekommen. Ihre kleinen Teile waren nicht gerade billig." Sie überlegte einen Moment. "Konzentrieren Sie sich vorerst nur auf Ihr Shuttle, bauen sie die Fernbedienung so schnell als möglich ein. Zehn Minuten?", warf sie ein. "Für das andere kommt gleich jemand." Ein nicken von Dave quittierte den Befehl. "Aye, Ma'am", er sank auf den Boden, schob die Ärmel wieder hoch und rutschte zurück unter das Shuttle. "Wie sieht's aus?" fragte er Carl. "Ganz gut, der Subraum-Transponder passte wirklich hier rein, ich hab ihn auch schon auf permanent Empfang gestellt und den Energieverbrauch über die Lebenserhaltung getarnt, wird sie wohl kaum ausschalten." "Super, also nur noch programmieren und mit den Aggregaten verbinden. Gehst du rein und machst die Programmierung? Dann verbinde ich. Wir haben 10 Minuten." Carl seufzte und verließ das Shuttle auf der Deirdra abgewandten Seite, um es von hinten zu betreten und sich an die Programmierung zu machen. "Vergiss nicht zum Schluss das Datenkabel rauszuziehen." mahnte Carl, bevor er durch die Tür verschwand. --- Deck 1, Brücke Mit Knight im Schlepptau ging James zurück auf die Brücke und auf seinen Stuhl zu. "Wir werden Ferom dazu bewegen, ein medizinisches Team hineinzulassen, um die beiden Geiseln medizinisch zu versorgen. Das Team soll uns Hilfe leisten, ihr eine der Geiseln aufgrund des Gesundheitszustandes aus dem Kreuz zu leiern. Ihr mit dem Kälte Trick eine abzugewinnen dürfte leichter sein als zwei, außerdem gewinnen wir während der Behandlung die Zeit und unsere Ärztin kann einen Blick auf Ferom werfen, wie es ihr geht." Er setzte sich. "Klingt das gut?" Daniel nickte zustimmend und setzte sich ebenfalls. Der Plan des Commanders hörte sich gut an, vielleicht ein wenig zu gut. "Ja.", entgegnete er: "Versuchen wir es auf diese Art. Mit etwas Glück könnte es sogar gelingen." "Während ich mit Ferom spreche, zeichnen Sie bitte das ganze Gespräch auf. Vielleicht hören wir was in ihrer Stimme oder im Hintergrund was uns später hilft." James sah sich auf der Brücke nach Ms Patterson um. "Ansonsten haben wir ausreichend Zeit, das Shuttle wieder einzufangen. Nach wie vor ist die Umgebung sauber.", fügte Mila hinzu und hoffte, dass Yates' Kältetrick funktionierte. "Okay, beobachten Sie die Gegend weiter. Und beobachten Sie bitte ob Sie einen gesicherten Korridor von Krankenstation zur Shuttlerampe herstellen können. Dass Ferom niemand über den Weg läuft und Sie keinen Mist anstellen kann." Sein Blick wechselte auf Nyberg "Isolieren Sie bitte die Systeme der Krankenstation und der Sektionen durch die sie kommt bis zum Shuttlehangar. Insbesondere die Datenleitungen zu Hauptcomputer und anderen wichtigen Systemen. Ich will keine bösen Überraschungen." Dann zog er seine Uniform etwas glatt, biss sich etwas auf der Unterlippe herum und gab schließlich Nyberg das Zeichen einen Kanal zur Krankenstation zu öffnen. "Brücke an Krankenstation. Hier spricht Commander Yates. Miss Ferom?" --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Ijara schreckte auf. Der Captain, bei dem Hickhack mit der Geisel hätte sie ihn ja beinahe vergessen. Mit der noch blutverschmierten Hand berührte sie den Kommunikator, der an ihrer Kleidung pinnte. Sie straffte die Schultern. "Hier spricht Ijara Ferom. Was wollen Sie, Captain?" Lexi stöhnte leicht auf, als die Cardassianerin sie nach ein paar Augenblicken, die sie jetzt auf dem Boden lag, trat. Unwillig ließ sie sich von ihr hochheben, wand sich aus ihrem Griff, um die Schmerzen, die ihr Arm bei der Bewegung und dem Griff ausstrahlte zu minimieren. Als sie endlich den Griff nicht mehr spürte, blieb sie für einen Moment über dem Bett liegen, in der Hoffnung, dass der stechende Schmerz in ihrer Schulter aufhörte, auch wenn sie keinen klaren Gedanken fassen konnte, woher der Schmerz genau kam. Sie hörte wieder die Stimme des Kommandanten, drehte ihren Kopf ein wenig, versuchte den Worten zu folgen - erfolglos. Sie wand sich kurz auf der Liege, stieß einen erstickten Laut des Schmerzes aus. Als wieder Stille im Raum eingetreten war, versuchte sie sich aus dieser unbequemen Haltung rauszumanövrieren. --- Deck 1, Brücke James sah zu Knight neben sich, die Stimme von Ferom klang etwas künstlich ernst, als ob sie bei etwas gestört worden wäre. "Wir haben über ihre Forderungen beraten und sind bereit Ihnen ein Flucht Shuttle bereit zu stellen. Bevor wir Ihnen Geleit in den Hangar geben, möchte ich mich jedoch mit dem Einsatz eines medizinischen Teams von dem Gesundheitszustand der Offiziere in ihrer Geiselhaft vergewissern." --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer "Ein .. medizinisches.. Team?", Ijaras Stimme troff vor Sarkasmus. "Spezialeinsatzkräfte in Krankenschwesternkleidchen meinen Sie wohl. Als würde ich darauf reinfallen." Im Hintergrund hörte sie ein Stöhnen von der Ärztin. --- Deck 1, Brücke James kaute wieder auf seiner Unterlippe herum, eine dumme Angewohnheit seit der Akademie wenn er nachdachte. "Sie verlangen eine freie und sichere Flucht und verwehren mir, den medizinischen Zustand meiner Crewmitglieder zu untersuchen. Das ist keine gute Verhandlungsbasis. Ich versichere Ihnen, dass nur unsere leitende Medizinierin mit Assistenz und einem Sicherheitsoffizier zur Sicherheit ihren Raum betreten und sich nach der Analyse wieder zurückziehen wird. Nehmen Sie an oder lehnen Sie ab?" James war sich klar darüber, dass er Reszko und auch Telmar sicher nicht länger zurück halten würde können, wenn sich Ferom nicht schnell überzeugen ließ. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer "Ihre leitende Medizinerin. Ohne Sicherheit. Dafür darf sie auch eine Assistenz mitbringen." Drei Leute waren Ijara eindeutig zu viele, um sie in Schach zu halten. --- Deck 1, Brücke "Ich bin nicht bereit die Personen in ihrer Geiselhaft einfach um 2 zu erhöhen. Welche Sicherheit können sie mir anbieten?" James versuchte den Spieß etwas umzudrehen, eigentlich ein hoffnungsloses Unterfangen. Aber er gewann etwas Zeit nachzudenken, was er sonst noch vorschlagen könnte. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer "Und ich bin nicht bereit mich von drei Personen überwältigen lassen.", sie pausierte einen Moment, in ihrer Seite spürte sie einen stechenden Schmerz und wollte nicht, dass der Kommandant das bemerkte. Also gab sie sich einen Moment Bedenkzeit. "Eine Ärztin, ein Sicherheitler. Mein letztes Angebot." --- Deck 1, Brücke "In Ordnung." James atmete zufrieden aus und nickte auf der Brücke in den Raum. "Brauchen Sie eventuell ebenfalls medizinische Versorgung?" Ein Scan aus nächster Nähe würde alle Zweifel über Ihren Zustand aus dem Weg räumen. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer "Nein." Sie biss die Zähne zusammen. Welche Gelegenheit wäre wohl besser, sie auszuschalten als ein Hypospray in Hautnähe? --- Deck 1, Brücke "Wie Sie meinen." Er pausierte um ihr die Chance zu geben es sich noch zu überlegen. "Ich werde das Team instruieren, dass es wie vereinbart in wenigen Minuten zu Ihnen kommt. Nach Rückmeldung melde ich mich bei Ihnen, um ihren Weg zum Hangar und den anschließenden Flug durch zu sprechen. Sind Sie einverstanden?" --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer "Einverstanden." Ijara beendete die Verbindung und wandte sich zur Konsole. Sie musste sich dringend Pläne dieses Schiffs besorgen. Noch hatte sie nicht einmal den leisesten Schimmer, wie sie von hier zum Shuttlehangar kam. --- Deck 1, Brücke "Die Kanal ist zu, Sir." erklärte Nyberg. James nickte und tippte seinen Kommunikator an. "Yates an Miller. Doktor, schnappen Sie sich einen Sicherheitsoffizier. Sie werden mit ihm als Schutz das Isolationszimmer betreten und die beiden Geiseln kurz aber gründlich untersuchen, es wäre nicht schlecht auch etwas über Ferom zu erfahren. Das Ziel ist es, dass Sie mir Fakten liefern auf deren Grundlage ich eine der Geiseln freihandeln kann, bevor Ferom sich auf den Weg in den Hangar machen kann. Yates Ende." Er wartete auf keine Reaktion sondern rief direkt Deirdra im Hangar "Brücke an Hangar. Yates hier, wir haben etwas Zeit gewonnen, sie haben noch circa 15 Minuten würde ich schätzen." Er würde Ferom ja auch einen umständlichen Weg laufen lassen können. Sie kam sicher an keine Baupläne heran wenn alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen waren. "Bereiten Sie sich darauf vor, Ferom von einer Geisel vor Abflug zu trennen. Brücke Ende." Er sah wieder zu Knight neben sich. "Sie möchte ich bitten, sich das Gespräch schnell noch einmal gründlich anzuhören, ob wir etwas überhört haben. Kleine Geräusche von ihr, den Geiseln oder Konsolen im Hintergrund, die uns etwas verraten." "Natürlich, ich werde mich dazu kurz in den Konferenzraum zurück ziehen.", erwiderte Daniel und erhob sich auch sofort. Was weiter auf der Brücke gesprochen wurde, bekam er nicht mehr mit. Telmar war nach der Konferenz nicht verschwunden sondern war relativ unbemerkt in einer Ecke der Brücke stehen geblieben und hatte Yates beobachtet. Auch wenn er die Grundeinstellung des Sternenflotten-Commanders, wie die aller Angehöriger seines Standes, als Cardassianer nicht nachempfinden konnte, musste er dennoch einräumen, dass sich Yates innerhalb seines selbstgesetzten ethischen Rahmens in dieser Situation doch recht gut schlug. Dennoch der Gedanke, dass Ferom hier trotzdem entfliehen konnte gefiel ihm gar nicht. Zudem hatte er genug davon untätig zu sein. "Commander Yates, angesichts der Situation würde ich gerne meine Hilfe anbieten und zusammen mit Ihrer Ärztin anstelle Ihres Sicherheitsoffiziers die Krankenstation aufsuchen. Zum einen kann ich als Cardassisaner mögliche Aktionen und Verfassung von Ferom besser einschätzen als ihr Sicherheitswächter und zum anderen wird meine plötzliche Anwesenheit sie überraschen und aus dem Konzept bringen." "In Ordnung.", James nickte Telmar zu und sah zu Nyberg an die OPS. "Kanal zur Krankenstation, sie sollen auf Telmar warten." "Zu spät, Sir" gab Nyberg zurück. "Ensign Hudson hat bereits Verbindung mit Ferom aufgebaut." "Aber er ist noch nicht drin, also nicht zu spät." James tippte seinen Komm an. "Yates an Miller. Gul Telmar kommt zu Ihnen, er wird sie bewaffnet begleiten! Warten Sie die Sekunden." Er sah zu Telmar "Los los los! Und denken Sie daran, eine Geisel frei bekommen!" --- Deck 6, Labore Von Yates' Ruf aufgeschreckt stellte Shyla ihre Teetasse ab. Endlich tat sich etwas! Sie stand auf und ging zu dem Tisch, auf dem sie vorhin Untersuchungsgeräte und Medikamente ausgebreitet hatte. Schnell suchte sie sich eine Auswahl zusammen und packte sie zusammen mit einem Hand-Tricoder und einem Hypospray in eine dafür vorgesehene Tasche mit einem roten Kreuz vorne drauf. Dann trat sie aus dem Labor heraus auf den Gang vor der Krankenstation. Sie sah Ensign Hudson, der mit der Waffe im Anschlag im Eingangsbereich der Station kauerte. "Ensign? Ich brauche sie. Der Captain hat mit der Geiselnehmerin vereinbart, dass ich die Geiseln untersuchen kann. Sie werden mich dabei begleiten.", sagte sie. Sie hatte die Wissenschaftlerin, mit der sie eben noch Tee getrunken hatte, nicht mehr beachtet. Jetzt galt es, jetzt konnte sie Dr. Haris und dem Sicherheitsmann hoffentlich helfen. --- Deck 6, vor der Krankenstation Kyle wurde von Millers plötzlicher Aufforderung so überrascht, dass er erschrocken herumfuhr. Vor ihm stand die Ärztin mit einer Arzneitasche um die Schultern und blickte ihn ungeduldig an. Hudson schulterte mit einer geübten Bewegung sein Kompressionsgewehr und runzelte die Stirn. "Was? Wir beide sollen da rein, völlig ohne Rückendeckung? Wer garantiert uns denn, dass die Cardassianerin uns nicht auch als Geisel nimmt?" Als die Doktor fast unvermutete ihre Tasse hastig abstellte und hinausging, informierte sie Dana nicht mehr großartig. Dana folgte ihr dennoch hinaus auf den Gang, wo Hudson stand. Dana kriegte nur Fetzen mit, was die Doktor nun zu Hudson sagte. Nur soviel, dass sie und Hudson zur Geiselnehmerin wollten. Und nun tat Dana etwas Unüberlegtes. Ehe sich Miller und Hudson in Bewegung setzten konnten, fragte sie: "Ich würde gerne mitkommen, Doktor. Ich kenne mich aus mit cardassianischer Taktik. Vielleicht kann ich helfen." Es war eine dumme Frage und Dana bemerkte es zu spät. Denn nun war sie schon ausgesprochen. Sie blicke nun von einem zu anderen und hoffte, dass man ihr nicht zu deutlich ansah, dass sie alles lieber wäre, als alleine zu bleiben. Ihr Blick blieb dann aber an dem von Hudson hängen. Noch bevor Miller ihm etwas antworten konnte, hatte sich Ensign Dana in ihr Gespräch gemischt, die Miller auf dem Fuße gefolgt war. Kyle konnte nicht glauben, was die Bajoranerin vorgeschlagen hatte... Sie meldete sich freiwillig in einen Raum mit einer brandgefährlichen Terroristin zu gehen, die sie ohne zu zögern ermorden würde. Kyle würde auf keinen Fall zulassen, dass sich Dana in Gefahr brachte, aber dann bemerkte er ihren Blick. Sie schien wirklich helfen zu wollen, obwohl sie die Gefährlichkeit der Situation scheinbar nicht richtig einschätzen konnte, oder wollte. Schließlich zuckte Kyle mit den Schultern und meinte zu Dr. Miller: "Ihre Entscheidung, ob wir sie mitnehmen. Ich kann auf Sie beide aufpassen, während wir drinnen sind. Wie waren denn die Befehle des Captains? Aber unbewaffnet, geh ich da auf keinen Fall rein, sonst hat die Dame gleich drei Geiseln mehr." Kyle lächelte Dana aufmunternd zu. Vielleicht tat er es auch nur, weil es ihm ganz gut tat, dass jemand an ihn dachte, während er in die Höhle des Löwen gehen musste. Er wartete auf Dr. Millers Einsatzbefehl. Schon wieder! Diese Wissenschaftlerin konnte es einfach nicht lassen, sich einzumischen. Vorhin schon, und jetzt wieder. Warum war sie nicht einfach in dem Labor geblieben? Shyla ärgerte sich, und das hörte man ihrem Tonfall auch deutlich an. "Sind Sie denn verrückt? Sie bleiben hier!", sagte sie bestimmend. Dann wendete sie sich wieder an den Sicherheitler und beschloss, die Wissenschaftlerin zu ignorieren. "Der Captain hat mit der Geiselnehmerin ausgehandelt, dass ich zusammen mit jemandem von der Sicherheit das Krankenzimmer betreten und die beiden Geiseln untersuchen darf. Der Captain möchte dann gerne versuchen, eine der Geiseln frei zu bekommen.", sagte Shyla in einem ruhigeren und freundlicheren Tonfall. "Eine Versicherung, dass sie uns nicht auch gefangen nimmt, haben wir nicht. Wir haben nur Ihre Waffe, aber wir wissen ja, mit wem wir es zu tun haben. --- Deck 1, Konferenzraum Daniel hörte sich Unterhaltung noch einmal an. Im ersten Moment klang es wirklich so, als hätte man sie bei etwas wichtigem gestört, etwas das ihre gesamte Aufmerksamkeit forderte und sie alles andere um sich herum vergessen ließ. Doch was bedeutet das für die Geiseln? Doch da war noch mehr. Ihm kam es so vor, als hätte Ferom Schmerzen und war ziemlich am Ende ihrer Kräfte, auch wenn sie sich die größte Mühe gab, es ihren Gesprächspartner nicht merken zu lassen. Das konnte ihnen vielleicht hilfreich sein, wenn er in der kürze der Zeit auch noch nicht sagen konnte wie. Und was war das? Klang nach einem Stöhnen. Daniel stoppte die Aufnahme und veränderte die Wiedergabe so, dass nur die Hintergrundgeräusche übrig blieben. Ja, tatsächlich, jetzt war es deutlich zu verstehen und es gehörte mit Sicherheit einer Frau. Die Ärztin war damit noch am Leben, doch von der zweiten Geisel vermochte er kein Lebenszeichen zu entdecken. Was die Geräusche von den Konsolen allerdings zu bedeuten hatten, war ihm schleierhaft, immerhin war er kein Techniker. 'Was würde ich tun?' fragte er sich. Jedenfalls alles daran setzten so viel Kontrolle über die Situation zu erlangen wie möglich. Dazu gehörte auch... 'Klar, sie wird versuchen sich die Pläne des Schiffes zu beschaffen. Sie kennt sich hier sicher genau so schlecht aus wie ich und kann sich denken, dass Yates es ihr so schwer wie möglich machen wird.' Doch damit hatte der Commander sicher gerechnet und vorgesorgt. Daniel atmete tief durch. Er hatte nichts wirklich Neues heraus gefunden. Außerdem drängte die Zeit, unzufrieden mit sich verließ er den Konferenzraum, um Yates seine spärlichen Erkenntnisse mit zu teilen. --- Deck 1, Brücke Daniel trat an den Tisch heran, blieb allerdings erst einmal stehen. "Verzeihen Sie, Mr. Yates. Viel Neues bringe ich ihnen nicht gerade." James hasste es zu warten, aber von Telmar oder Miller war aus der Krankenstation noch nichts vermeldet worden. Deirdra hatte sich auch nicht gemeldet und ging im Hangar sicher ihrer Arbeit nach und konnte keine Unterbrechung gebrauchen. Da kam ihm Knight als Ablenkung gerade gelegen. "Besser wenig als gar nichts, bevor wir keine anderen Rückmeldungen haben bin ich über jede Info dankbar." Daniel setzte sich. "Wie schon gesagt, besonders viel habe ich nicht für Sie.", das klang schon fast entschuldigend, dann fasste Daniel seine ohnehin dürftigen Erkenntnisse zusammen: "Zum einen bin ich mir sicher, dass die Ärztin noch am Leben ist. Ich möchte zwar keine Vermutungen anstellen, in welcher Verfassung sie ist, doch am Leben ist sie sicher. Von Ihrem zweiten Mann allerdings war kein Laut zu vernehmen, was also mit ihm ist, bleibt weiterhin ungewiss." Hier machte Knight eine kurze Pause, selten hatte er sich so fehl am Platz gefühlt wie hier. Und umso länger er sprach, umso entbehrlicher kam sich der Lieutenant vor. Sein Einstieg hier stand wirklich unter keinem guten Stern. Auf seinem letzten Schiff war alles sehr viel einfacher gewesen, dort hatte er keine Probleme gehabt und die Versetzung hatte Daniel auch ziemlich überrascht. Er bemühte sich, den Commander nicht merken zu lassen wie unwohl er sich tatsächlich bei der Sache fühlte, doch so recht gelang es ihm nicht. "Auch bin ich überzeugt, das Ferom versucht, an die Pläne zu kommen, jedenfalls würde ich das versuchen, denn sie kennt sich hier sicher nicht aus. Doch damit hatten Sie bestimmt schon gerechnet. Das dürfte ihr so wichtig sein, dass sie alles andere um sich her vergessen hatte, jedenfalls ist das meine Meinung. Ferom geht sicher davon aus, dass Sie sie den längsten und kompliziertesten Weg nehmen lassen. Sie wird die Ärztin also ruhig gestellt haben und der andere? Sie dürfte nicht in der Verfassung sein, die Geiseln zu beaufsichtigen und sich auf die Konsole zu konzentrieren. Das sie uns nur etwas vorgemacht hat, ist Ihnen ja auch aufgefallen. Ich denke, sie muss sich beeilen, weil sie verletzt ist und es ihr alles andere als gut geht. Ich möchte sogar soweit gehen, zu behaupten, das sie einer Ihrer Männer ziemlich leicht überwältigen könnte." Daniel hatte immer schneller gesprochen, der letzte Satz war gewagt und irgendwo in seinem Hinterkopf meldete sich eine Stimme zu Wort: 'Wahrscheinlich fragt sich der Commander bereits, wie du je befördert werden konntest.' Abschließend meinte er noch: "Sie sehen also, Mr. Yates, ich kann Ihnen nichts sagen, das Sie wohl nicht schon gewusst haben." Er nickte Knight zu und lächelte. Man sah ihm seine Unsicherheit deutlich an. Es war für alle die erste Situation dieser Art und James verlangte einigen Leuten gerade viel in puncto Eigenverantwortung ab, vertraute er seinen Offizieren doch voll und ganz und sah sich selbst mehr als Richtungsweiser, statt alles vorzugeben und genaue Befehle zu erteilen. Die involvierten Leute wussten doch selbst am besten, was vor Ort zu machen war. Knight hatte das Problem, einige direkte Fragen bekommen zu haben, auf die er nun antworten musste. "In Ordnung, wir werden abwarten, was Telmar uns aus der Krankenstation zurück meldet. Ich teile Ihre Ansichten weitestgehend." Für James war es auch gut eine Art Bestätigung für sein Denken und Handeln zu bekommen. Und sei es nur, weil der Counselor wusste, was Yates hören wollte. --- Deck 6, vor Krankenstation Kyle nickte Dr. Miller zu. Er war mit der ganzen Situation zwar ganz und gar nicht glücklich, aber er war ein disziplinierter Offizier und Soldat der Sternenflotte und würde daher keiner Vorgesetzten widersprechen. "Chief, Sie haben das Kommando, während ich da drin bin. Vergessen Sie nicht: Keine übereilten Aktionen und vor allem: Keiner feuert. Keiner von euch hat den Finger am Abzug, klar?" Der Chief Petty Officer nickte und zeigte Kyle ein zynisches Grinsen. "Keine Sorge, Ensign. Wir passen auf." "Okay, Doktor... Wollen wir?", fragte er und machte eine einladende Handbewegung in Richtung Isolationsraum. Dr. Millers Aussage klang Dana noch überdeutlich in den Ohren. Ihr Widerspruchsgeist regte sich, doch Hudson hatte es der Doktor überlassen darüber zu entscheiden, wer sie begleiten sollte. Und sie wollte nur ihn. Ein Teil von ihr schrumpfte ärgerlich darüber, warum sie ausgerechnet Hudson nehmen musste, der andre wusste, dass sie ihn aus rationalen Erwägungen dabei haben wollte. So wie es aussah, wollte Miller sie nun ignorieren und gab ihr überdeutlich zu verstehen, dass sie ins Labor verschwinden sollte. So erschien es Dana zumindest. Ihr Blick glitt nun zum ihm. Hudson. Ruhig hörte er der nun freundlich sprechenden Ärztin zu. Ein irrationales Verlangen sagte ihr, ihn zu bitten nicht zu gehen. Doch dann rief sie sich zur Ordnung: 'Du bist im Dienst und außerdem kennst du ihn überhaupt gar nicht. Du machst dich lächerlich. Reiß dich zusammen!' Dann warf sie Dr. Miller einen Blick zu. Und Ärger machte sich breit. Was dachte diese Frau von ihr? Und endlich brach sich ihr Unwillen eine Bahn. "Doktor ich bin nicht verrückt. Ich fragte nur, ob ich helfen kann. Ich kenne mich aus mit Cardassianern. Ich bin faktisch mit ihnen aufgewachsen. Und wenn diese Frau ausbricht ist niemand an Bord sicher, egal wo man sich aufhält. Warum also soll ich nicht in der Nähe eines Sicherheitsoffiziers und einer Ärztin sein. Bei wem wäre ich sicherer?" Herausfordernd blickte sie nun Miller an. "Darum geht es nicht. Der Captain hat mit der Geiselnehmerin ausgehandelt, dass eine Ärztin und ein Sicherheitsoffizier hinein dürfen, also werden wir uns auch daran halten.", antwortete Shyla. Diese Frau ging ihr wirklich auf den Keks. "Außerdem haben Sie hier sowieso nichts verloren, also machen Sie sich jetzt auf den Weg in die Wissenschaft und gehen dort ihrer Arbeit nach!", befahl sie. Sie hoffte, den Diskussionen damit ein Ende gesetzt zu haben. Sie würde nachher mit der Vorgesetzten der Wissenschaftlerin reden, denn die Ensign hatte eindeutig Nachholbedarf, was die Befehlskette und das Verhalten gegenüber höherrangigen Offizieren anging. Damit schien für Dr. Miller alles gesagt zu sein und man sah ihr an, dass sie von Dana erwartete, dass sie ihren Befehlen nun Folge leisten sollte. Und auch Kara ahnte, dass sie gerade eben etwas zuviel gewagt hatte. Doch sie fühlte sich auch im Recht. Doch der Doktor wartete gar nicht mehr ab was sie erwidern wollte und drehte sich nun, um weiterzugehen. Dana schaute die Ärztin noch immer kampflustig an, als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte. Es war wie ein kleiner Stromschlag durch ihre Haut und schien sie ganz zu durchdringen. Es war die Hand von Hudson, der ihr von hinten eine Hand auf die Schulter gelegt hatte. Halb drehte sie sich zu ihm und sah ihn an. Dr. Miller ging ihm voraus, während sich Kyle noch einmal zu Ensign Dana umdrehte. Er legte ihr sanft eine Hand auf den Arm und sagte: "Keine Sorge, Kara... Sie werden noch die Gelegenheit bekommen sich zu beweisen, vertrauen Sie mir." Diese ganze Geste und die wenigen Worte genügten um sie zu beruhigen. Sie nickte leicht. Dann folgte er auch schon Dr. Miller. Zu gerne hätte sie diesen kurzen Augenblick noch in die Länge gezogen. Traurig blickte sie nun Hudson hinterher. 'Er hat mich beim Vornahmen genannt.', schoss es ihr dann durch den Kopf und wieder machte ihr Herz einen Sprung. Ehe er ganz verschwand flüsterte sie noch leise: "Viel Glück." Dann wendete sie sich auch um und ging in das kleine Labor zurück. Um dort zu warten und zu hoffen das alles gut gehen würde. Was ihr sicherlich schwer fallen würde, das wusste sie nur zu gut. Danach näherte Kyle sich mit Dr. Miller dem Isolationsraum. Die anderen Sicherheitsleute beobachteten sie mit Argusaugen. Kyle kannte die meisten von ihnen. Alle hatten mehrere harte Spezialausbildungen absolviert und gehörten zur absoluten Elite. Reszko hatte für diesen Fall wohl seine besten Leute herangezogen. Hudson nahm sein Gewehr wieder von der Schulter, lud durch und entsicherte. Danach meinte er zu Miller: "Wie nehmen wir zu der Cardassianerin Kontakt auf?" Sie zuckte nur mit den Schultern und meinte: "Die Geiselnehmerin müsste einen Kommunikator bei sich haben... Rufen Sie sie einfach." Kyle tippte auf seinen Kommunikator und sagte: "Ensign Hudson an die cardassianische Geiselnehmerin... Ich stehe hier mit unserer Ärztin vor der Isolationszelle. Machen Sie bitte auf, damit wir uns um unsere Crewmitglieder kümmern können." Kaum hatten sie die Krankenstation betreten und Hudson hatte versucht, mit der Geiselnehmerin Kontakt aufzunehmen, meldete sich Shylas Kommunikator. Yates wollte, dass Gul Telmar sie begleitete. Auch gut, vielleicht konnte er die Geiselnehmerin zur Vernunft bringen. "Wir ziehen uns wieder zum Eingang zurück.", sagte sie zu Hudson und gemeinsam traten sie den Rückzug an. Dort warteten sie auf die Ankunft des Guls. Dieser tauchte auch wenig später auf und richtete das Wort an die Ärztin: "Dr. Miller nehme ich an" Ein Sicherheitswächter hatte ihm einen Sternenflottenphaser gereicht, welchen er auf oberste Betäubungsstufe gestellt hatte, auch wenn er eigentlich keinen Wert darauf legte, Ferom unbedingt lebendig zu lassen. "Hat sich die Problemgefangene in irgend einer Form noch geäußert?" Hudson blickte den Gul mit einer Mischung aus Interesse und Unbehagen an. Telmar war auf dem ganzen Schiff bekannt und während Kyle ihn musterte, kam er zu dem Schluss, dass die meisten Gerüchte über den Cardassianer wohl wahr waren. Hudson hatte Telmar zwar noch nie gesehen, aber er wusste, wann er einen Mann vor sich hatte, mit dem nicht zu spaßen war. Zwar war er über die plötzliche Entscheidung des Captains erfreut, sich nun doch nicht in das Isolationszimmer mit der Geiselnehmerin wagen zu müssen, auf der anderen Seite stiegen nun seine Sorgen um das Leben der Geiseln und Dr. Miller drastisch an. Der Gul mochte zwar ein erfahrener Krieger sein, aber er brachte für die gesamte Sicherheitsmannschaft eine große Unbekannte in die Situation. Sie hatten nie mit ihm trainiert, wussten nicht wie er in gefährlichen Situationen reagierte und vor allem nicht, was er vor hatte. Doch Commander Yates würde seine Gründe haben, den Gul statt ihm in das Isolationszimmer zu schicken und wie kam er dazu, den Befehl eines Vorgesetzten in Frage zu stellen? Zwar hatte der Gul Dr. Miller angesprochen und es ging gegen jede Faser von Hudsons soldatischem Bewusstsein, sich in das Gespräch zweier Vorgesetzter einzumischen, ohne vorher gefragt worden zu sein, aber er vermutete, dass er dem Gul eine bessere Übersicht über die taktische Lage geben konnte, als Dr. Miller. "Wenn ich die Frage kurz für Sie beantworten darf, Doktor,..." sagte er und wandte sich dann direkt an Telmar, "Bisher hatten wir zur Geiselnehmerin noch keinen Kontakt herstellen können. Wir wollten gerade reingehen, als wir die neuen Befehle des Captains erhielten. Die taktische Situation sieht folgendermaßen aus: Die Cardassianerin hat sich da drinnen äußerst geschickt verbarrikadiert. Wenn Sie und die Doktor dort hineingehen, können wir Ihnen von außen keinerlei Rückendeckung geben. Sie sind da drinnen völlig auf sich allein gestellt." Kyle sah Dr. Miller kurz besorgt von der Seite an. Es war sein erster, richtiger Einsatz und er wollte nicht gleich für den Tod von Crewmitgliedern verantwortlich sein, deren Sicherheit er eigentlich garantieren sollte. Shyla sah Hudson dankbar an, sie war von der Wissenschaftlerin immer noch etwas aufgebracht und nervös, was die bevorstehende Untersuchung anging. Sie hätte die Lage sicher nicht so präzise schildern können. "Der Captain hat sie geschickt, weil er vermutet, dass Sie eine andere Wirkung auf die 'Problemgefangene' haben als wir nehme ich an." Sie schaute den Cardassianer an. Sie hatte bis dato keine eigenen negativen Erfahrungen mit ihnen gemacht, kannte aber natürlich ihren Ruf und wie über Telmar an Bord gesprochen wurde. Sie vertraute dem Captain in dieser Sache, nicht unbedingt dem Gul, aber es war wichtig, dass sie zusammen arbeiteten. "Haben Sie schon eine Idee wie wir am besten vorgehen? Die medizinische Untersuchung alleine geht schnell." "Nur, Doktor, ich bin in erster Linie hier, da ich die Denk- und Handlungsweise der Gefangenen besser einschätzen kann als ein Mensch. Mein Ziel ist es in erster Linie, sie da heil rein und wieder rauszubekommen, sowie mir einen Eindruck über Feroms Verfassung zu machen und Sie durch meine unerwartete Anwesenheit etwas aus dem Konzept zu bringen. Im Idealfall bietet sie uns dann die Gelegenheit, sie zu neutralisieren, im schlechtesten Fall setzt sie das bei ihrem Fluchtversuch noch etwas mehr unter Druck und fördert Fehler, die sie macht. Dass ist momentan das einzige was unter der Prämisse das Leben Ihrer Kollegin zu schützen machbar ist." --- USS Ticonderoga, Deck 4, Krankenstation Nachdem sie die Planungen beendet hatten, kehrten sie nochmals auf die Krankenstation zurück, um zu sehen, wie weit Bowers und Mital mit ihren Aufräumarbeiten waren. Zu Dans Erstaunen hatten die beiden Techniker den Boden soweit frei gemacht und hatten bereits alle Verkleidungsplatten abgenommen, hinter denen gearbeitet werden musste. Zwei weitere Techniker von der Ticonderoga legten sich bereits die Leitungen zurecht, die es zu montieren galt. "Gute Arbeit.", meinte der Bajoraner anerkennend. Mimiemar nickte zustimmend. "Ich denke, wir liegen gut in der Zeit.", sie grinste zu Perel. "Wie lange können Sie nochmal hier bleiben? Ich glaube, ich muss jede Minute davon voll ausnutzen." "Bis spätestens 15:00 will Commander Yates die Ticonderoga startklar haben. So lange können wir bleiben.", erwiderte Dan und sah wieder zu den Technikern, die sich von der Inspektion nicht stören ließen, "Na gut, hier läuft alles. Sehen wir zu, dass das auch in den anderen Bereichen der Fall ist." "Okay.", antwortete Mimiemar. "Mit 1500 kann ich arbeiten. Ich glaube, Mital und Bowers können wir hier alleine weitermachen lassen. Die Brücke und den Bordrechner können wir uns als nächstes vornehmen." Sie steuerte den Ausgang an. Witzelnd fügte sie hinzu: "Falls Sie 'ne Pause brauchen, sagen Sie es einfach." Immerhin waren die beiden ja schon eine ganze Weile dabei, das Schiff zu durchstreifen. "Wir haben doch gerade erst angefangen.", scherzte Dan nun seinerseits, während sie zur Brücke unterwegs waren. Jedenfalls herrschte in den Haupt-Korridoren, wo die wichtigsten Leitungen verliefen, geschäftiges Treiben. Die Techniker beider Schiffe taten ihr Möglichstes, um den Zeitplan zu halten. --- USS Ticonderoga, Deck 1, Brücke "So, da wären wir.", Mimiemar betätigte den Türöffner zur Brücke und wurde gleich von einem Funkenschauer begrüßt. Schnell schirmte sie sich mit dem Arm ab und trat ein. "Na, so toll sieht es hier ja noch nicht aus.", kommentierte sie und hielt ein paar Kabelstränge zur Seite, damit sie und Perel zur Mitte der Brücke vorstoßen konnten. "Sind sie sicher, dass Ihre Leute mit unserer Brücke zurecht kommen?", fragte sie sanft zweifelnd in Perels Richtung. "Ich denke, die wichtigsten Funktionen für den Heimflug bekommen wir hin. Allerdings werden wir einiges aus den Beständen der Victory besorgen müssen. Die meisten Konsolen sehen ziemlich mitgenommen aus.", erwiderte Dan, doch da kam ihm eine andere Idee, "Sagen Sie, wie steht es um die Gefechtsbrücke der Ticonderoga? Ich hoffe, besser, als um die der Victory." "Die ist noch verhältnismäßig gut erhalten.", antwortete Mimiemar. "Eigentlich sollte man die Hauptbrücke da runter verlegen.", sie grinste. "Aber da unten geht es dermaßen eng zu, zu eng für die ganze Heimreise. Von hier oben sollte das meiste steuerbar sein, sonst wird es sehr ungemütlich." Dann blickte sie zu Perel. "Wie sieht es auf der Victory mit der Gefechtsbrücke aus? Hat es Schäden gegeben?" Der neuste Bordklatsch war vor lauter Arbeit noch nicht bis zu ihr durchgedrungen. "Tja... eine Explosion hat die Gefechtsbrücke größtenteils zerstört, und dabei sind drei Leute verletzt worden. Mr. Bowman simuliert gerade, warum die Schäden so hoch gewesen sind, schließlich soll sowas nicht nochmal passieren.", erwiderte Dan und nahm einen Tricorder, "Na gut, dann nehmen wir mal auf, was wir brauchen." "Oh, das tut mir leid.", antwortete Mimiemar, als sie von den Verletzen erfuhr. "Das sind wohl die Probleme, wenn man mit einer Null-Serie unterwegs ist. Aber spannend für jeden Ingenieur." Auch sie begann jetzt, ihren Tricorder zu schwenken. Wenige Minuten später hatten sie schließlich alle Daten gesammelt. Die CONN und die Taktik waren größtenteils noch verwendbar, doch die OPS mussten sie vollständig ersetzen. "Na gut... holen wir die Teile selbst, mit einem kleinen Umweg über das Casino?", fragte er die Chefingenieurin der Ticonderoga. Mimiemar grinste breit. "Klar. Gerne. Die Speisekarte hier kann ich schon auswendig." Sie steckte ihren Tricorder weg. "Ich hoffe, auf dem Weg kriege ich dann auch ein bisschen von ihrem Schiff zu sehen. Ich liebe den Geruch von neuen Wandpaneelen." Sie zwinkerte Perel zu und wandte sich zum Ausgang. "Wer mag das nicht.", grinste Dan und steckte seinen Tricorder wieder an den Gürtel, "Ich würde aber vorher nochmal auf der Krankenstation vorbeischauen. Wenn Sie soweit sind, können Sie hier gleich mal die Vorbereitungen treffen." Mimiemar klappte ihren Tricorder zu. "Ich brauche nicht mehr lange. Treffen wir uns einfach in 5 Minuten im Transporterraum?" "In Ordnung - bis gleich.", verabschiedete sich Dan und machte sich auf den Weg zur Krankenstation. Eigentlich müssten sie ja schon soweit sein... --- USS Ticonderoga, Deck 3, Transporterraum Fünf Minuten später betrat Mimiemar den Transporterraum. Perel war noch nicht da, sie hoffte, er würde bald eintreffen, ihr Magen hatte angefangen zu knurren, kaum dass Perel die Aussicht auf Essen erwähnt hatte. Dan betrat den Transporterraum mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Die Leute waren kurz davor, die Reparaturen auf der Krankenstation zu beenden, so dass der Chefarzt der Ticonderoga an sein Werk gehen konnte. "Die Krankenstation ist gleich fertig. Ihr Chefarzt kann also schon mal sein neues altes Reich inspizieren und komplettieren.", informierte er Balakka, bevor sie sich auf die Victory beamten. "Ah, das ist ja erfreulich.", konnte Mimiemar noch schnell antworten, bevor sie entmaterialisierte und einen Augenblick später in einem anderen Transporterraum materialisierte. --- Deck 6, Transporterraum 2 Es war ein wesentlich größerer Transporterraum, wie sie schnell bemerkte. Und alles sah noch so neu aus. Nicht, dass die Ticonderoga abgenutzt wäre, aber dieser typische Glanz von noch nie berührten Oberflächen war ihr inzwischen abhanden gekommen. "Also gut... geben wir noch unsere Bestellung im Materiallager auf, dann können wir uns im Casino stärken. So kommen wir doch relativ weit durch die Victory, und Sie bekommen was zu sehen.", schlug Dan vor, nachdem sie die Transporterplattform verlassen hatten. Doch nicht nur wegen der Besichtigungstour wollte er zuerst zum Materiallager. Vielmehr hatte er gerne die Sachen zusammen, wenn er sie brauchte, und die Leute im Lager brauchten sicher eine halbe Stunde, die gewünschten Teile zusammenzustellen. "Okay.", stimmte Mimiemar grinsend zu. "Na gut, dann folgen Sie mir mal.", erwiderte Dan mit einer einladenden Geste. Der Weg führte zunächst zu Frachtraum zwei, der am Vortag als Service-Punkt gedient hatte, und den Dan auch permanent umwidmen wollte. Glücklicherweise war der dort diensthabende Techniker noch nicht zu Mittag, und in der nächsten halben Stunde sollte er auch nicht zum Mittagstisch kommen. "Dies ist einer unserer Frachträume und diente uns im Gefecht als Service-Punkt, von dem aus die vorderen Bereiche des Schiffes versorgt wurden. Vom Maschinenraum aus wären die Wege einfach zu lange, um Service-Teams auszuschicken.", erklärte er seiner Begleiterin den Zweck des Raumes. Mimemar sah sich interessiert um. "Ja, das kann ich mir vorstellen." Die Höhe des Frachtraumes sprach für sich. "Na ja, wenn es nach mir ginge, sollte der permanent als Service-Punkt dienen.", meinte Dan und winkte den Techniker zu sich. "Chief, wir brauchen einige Dinge für die Ticonderoga. Könnten Sie die zusammenstellen und auf die Brücke der Ticonderoga schaffen lassen?", bat der Bajoraner den Techniker und zeigte ihm die Liste, die im Tricorder abgespeichert war. "Kein Problem, Sir, es ist alles da, aber es dauert 'n bisschen, so etwa eine halbe Stunde. Die Sachen sind auf alle Frachträume verteilt.", erwiderte der Chief, und Dan nickte zustimmend. "In Ordnung, dann mal los.", erwiderte Dan, und der Techniker machte sich auf den Weg. "Und wir beide können endlich was zu uns nehmen. Ich weiß nicht, ob Sie das Casino schon gesehen haben. Das hat einen prima Ausblick auf das Arboretum des Schiffes.", wandte sich der Bajoraner wieder Balakka zu. "Ich bin hier zum ersten Mal an Bord.", antwortete Mimiemar lachend. "Für mich ist alles noch komplett neu. Ich sehe nur, dass sich die Ingenieure bei der Konstruktion mehr denken als früher. Mir ist kein Schiff bekannt, das bisher schon Arboretum und Casino benachbart hatte." "Das ist wahr. Und man kehrt wieder zu stärkeren Skelettstrukturen zurück. Damit sind die größeren Räume erst möglich.", meinte Dan, während sie durch die Korridore liefen. --- Deck 11, Casino Schließlich erreichten sie das Casino, wo sie sich erst mal einen Fensterplatz aussuchten. Für Dan war der Ausblick auf das Arboretum noch immer ungewohnt wie faszinierend - und er hoffte, dass er sich nie daran gewöhnte. Mimiemar ließ ihren Blick ebenfalls über den Garten schweifen und war erst einmal sprachlos. Nach einer Minute der eingehenden Betrachtung fand sie ihre Sprache wieder. "Ich kann mich nur wiederholen. Das ist ein tolles Schiff. Ich komme mir beinahe vor wie auf einer Kreuzfahrt.", sagte sie lächelnd. "Ich hoffe, Ihnen bleibt auch genug Zeit, das hier alles zu genießen." "Ich hoffe es auch.", stimmte Dan zu, "Gestern jedenfalls haben uns die Cardassianer in aller Deutlichkeit daran erinnert, welchen Zweck dieses Schiff unter anderem hat. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis alles wieder so ist wie vor dem Dominion-Krieg." "Sprechen Sie da für Bajor oder die Föderation?", fragte Balakka nach. "So stabil waren die Beziehungen damals doch auch nicht, wenn ich mich recht erinnere." Inzwischen war ein Kellner an ihren Tisch getreten, ein Umstand, der Balakka noch baffer werden ließ. Auf der Ticonderoga herrschte schließlich konsequente Selbstbedienung. "Ich spreche für alle, denke ich mal. Früher war das Hauptaugenmerk auf die Forschung gelegen, und jetzt gibt es mittlerweile auch reine Kriegsschiffe.", erwiderte der Bajoraner und hielt inne, als der Kellner an den Tisch trat. "Was darf ich Ihnen bringen?", fragte der Kellner die beiden Ingenieure. "Einmal gegrilltes Räuchertofu mit scharf-saurer Soße, gemischtem asiatischen Gemüse und Weizen-Bandnudeln, bitte. Dazu ein großes Glas Litschi-Schorle.", bestellte Mimiemar. Sie war gespannt, was die Replikatoren der Victory leisten konnten. Dann wandte sie sich wieder an Perel. "Ja, leider ist es so. Aber die Föderation muss auch ihre Bürger schützen können. Und soweit ich weiß, wird doch auch Aufbauhilfe geleistet. In ein paar Jahren sieht es dann vielleicht schon ganz anders aus." "Für mich das Übliche: Hasperat und Bromensaft.", bestellte Dan und wandte sich Balakka zu, nachdem der Kellner wieder unterwegs war, die Bestellung auszuführen. "Hoffentlich genügt die bloße Präsenz. Und ich hoffe, die Victory hat sich hier einen nachhaltigen Ruf verschaffen können, und die Rebellen lassen sich nichts dummes einfallen." Balakka lachte kurz auf. "Der Eindruck war garantiert nachhaltig. Für die Ticonderoga kam sie ja auch wie der strahlende Ritter in glänzender Rüstung. Und wenn Sie Glück haben, schafft es Cardassia vielleicht auch mit den Rebellen mit nur wenig Unterstützung fertig zu werden. Es hört sich dann zwar so an, als hätte die Föderation die Drecksarbeit verlagert, aber irgendjemand muss es ja machen und ich denke, das eigene Volk weiß da am besten, was zu tun ist." "Irgendwie sind wir auch selbst schuld. In den ersten Jahren nach dem Krieg hatte Cardassia wegen der Bedingungen des Friedensvertrages keine Chance, seine eigene Position zu festigen. Kurzum: ideal für Extremisten, ihr Süppchen zu kochen.", gestand Dan die aktuelle Lage ein. "Ich habe mich leider nie so wirklich intensiv mit der politischen Lage in diesem Sektor beschäftigt.", gab Mimiemar zu. "Ich habe die Nachrichten und die Mitteilungen an Führungsoffiziere beachtet, aber den Rest meiner Lese-Zeit lieber angenehmeren Dingen gewidmet." "Ah, und was bevorzugen Sie da?", fragte Dan sogleich. Es konnte ja schließlich nicht schaden, Kollegen kennenzulernen. "Die Technik lässt mich auch in der Freizeit nicht los.", antwortete Mimiemar grinsend. "Wenn ich alle einschlägigen technischen Journale und Berichte durch habe, geht es weiter mit technischen Berichten, allerdings etwas ältere. Ich habe vor einer Weile historische Schriften zum Bau und Ausstattung von Expeditionsschiffen - solche, die sich auf dem Wasser fortbewegen - entdeckt. Die Wortwahl ist zum Teil etwas schwierig zu verstehen, auch hat sich das Fachvokabular teilweise sehr verändert, aber es ist ungemein interessant. Vor allem, wenn man selbst auf einem kleinen Forschungs- und Expeditionsschiff arbeitet. Als nächstes werde ich mir wohl die Expeditionsberichte vornehmen, um zu sehen, wie sich die einzelnen Schiffe bewährt haben." Während Mimiemar sprach, hatte der Kellner bereits das Essen gebracht. Sie bedankte sich und breitete die Serviette auf ihrem Schoß aus. "Tja, das muss eine 'Berufskrankheit' sein - wobei ich doch mal Zeit für das eine oder andere historische Buch aus meiner Heimat finde.", grinste Dan und nahm seinen Teller entgegen. Beide Gerichte dufteten vorzüglich - Galin hatte seine Replikatoren im Griff. Der Bajoraner hoffte, dass der Wirt sich diesmal an die Ratschläge hielt, die Riddick und Dan gegeben hatten. "Guten Appetit.", wünschte Mimiemar noch, bevor sie die Gabel ergriff und sich über das wirklich sehr lecker aussehende Gericht hermachte. Zwischen zwei Bissen fand sie wieder einen Moment Zeit, zu reden. "Welche Texte bevorzugen Sie dann? Ich habe gehört, die bajoranische Literatur hat einen sehr großen religiösen Anteil." "Kein Wunder - der Glaube an die Propheten macht einen großen Anteil unserer Kultur aus - jetzt mehr denn je, seit das Wurmloch entdeckt worden ist. Dennoch gibt es auch viele Erzählungen von Expeditionen. Interessant ist die von der Besiedelung Jeraddos. Schade, dass man keine andere Alternative als die geothermische Ausbeutung des Mondes zur Energiegewinnung gefunden hat.", antwortete Dan. "Ja, davon habe ich schon einmal etwas gehört.", antwortete Balakka nachdenklich. "Zum Glück gibt es gute Holodeck-Programme. Auf einen Ausflug im Raumanzug, um die alten Stätten auf Jeraddo zu besuchen, habe ich keine Lust.", grinste Dan und nahm einen Bissen. "Und Sie? Gibt es etwas, was Sie fernab der Technik fasziniert?" "Ich habe vor einiger Zeit mit irdischem Paartanz angefangen. Eine gute Freundin hat mich zu einem Kurs mitgeschleift.", verriet sie lachend. "Oh, da hab ich wohl zwei linke Füße dafür.", grinste Dan, "Und welche Richtung bevorzugen Sie da? Die Menschen haben sich da ja einiges einfallen lassen." "Wir haben ein bisschen durchprobiert. Das letzte, bei dem wir erstmal hängengeblieben sind, war Tango Argentino.", antwortete Mimiemar. "Es ist nur immer schwer, einen Tanzpartner zu finden. Das Holodeck eignet sich zwar ziemlich gut, aber ab und zu darf es auch ein echter Tanzpartner sein. Nur hat der männliche Teil der Crew wohl zuviel Angst gehabt, sich mit zwei Führungsoffizieren aufs Parkett zu wagen." "Man weiß ja nie, welche Konsequenzen daraus entstehen.", grinste Dan, "Ich meine, hübschen Frauen steigt man ungern auf den Füßen herum, und noch weniger, wenn sie Vorgesetzte sind." "Danke." Mimiemar lächelte. "Aber ich denke, wir können Freizeit und Dienst ganz gut trennen. Außerdem habe ich mich schon dran gesetzt, die Routinen des Holodeckprogramms sanft zu modifizieren, um diesen Fall zu vermeiden." "Na ja, vielleicht finden Sie ja doch jemanden, der den Mut hat, sich zu trauen.", meinte Dan mit einem süffisanten Grinsen. Schließlich waren Holodeck-Figuren nur begrenzt erweiterungsfähig. "Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben.", antwortete Mimiemar grinsend. "Jetzt kommt die Ticonderoga ja erst einmal ins Dock, dann finde ich vielleicht jemanden auf der Erde." "Genießen Sie die Zeit.", wünschte Dan und nahm die letzten Bissen zu sich. Die Zeit verging einfach viel zu schnell, doch auf der Ticonderoga wartete der Alltag. "Oh ja, das werde ich bestimmt.", sagte Mimiemar und trank den letzten Schluck. "Nun gut... dann wollen wir mal... ich denke, unsere Teile dürften mittlerweile zusammengestellt sein.", schlug Dan vor. Unter anderen Umständen hätte er jedoch nichts dagegen, Balakkas angenehme Gesellschaft noch länger zu genießen... Mimiemar sah auf einen Chronometer und seufzte. "Ja, leider ist es schon wieder Zeit." Die beiden Ingenieure verließen schließlich das Casino, um nach den Teilen zu sehen. Wie erwartet lag alles bereit. Sie brauchten nur ein Zeichen zu geben, und alles sollte auf die Brücke der Ticonderoga gebeamt werden. "So lobe ich mir das - Wir sind mit dem Essen fertig, und unsere Teile liegen schon bereit." "Sie haben ihre Leute gut im Griff, Ensign.", lobte Mimiemar. "Dann machen wir uns am besten wieder an die Arbeit." "Ja - der Captain will die Ticonderoga um 15 Uhr von der Liste haben.", stimmte Dan zu, und die beiden ließen sich mit den Teilen auf die Ticonderoga beamen. --- USS Ticonderoga, Deck 1, Brücke Bowers und Mital waren auch schon soweit mit ihren Aufräumarbeiten, so dass man sich über den Austausch der defekten Konsolen hermachen konnte. Die Energieverteilung hatte auch Fortschritte gemacht - es stand also einem störungsfreien Brückendienst nichts mehr im Wege. --- Deck 9, Shuttlehangar untere Ebene Nachdem Deirdra weitere Techniker für den Umbau der Shuttles rekrutiert hatte, schien soweit alles zu laufen, dass sie die Arbeiten für einige Minuten unbeaufsichtigt lassen konnte. Sie trat aus dem Shuttlehangar hinaus, um ungestörter zu sein. --- Deck 9, vor Shuttlehangar Deirdra berührte ihren Kommunikator. "Izami an Reszko. Wegen der Kältegranate und der Präparation des Shuttlehangar: Haben Sie bereits angefangen?" --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Die Kontaktaufnahme durch den Sicherheitler war schneller geschehen, als Ijara damit gerechnet hatte. Wahrscheinlich wollte man sie aus dem Konzept bringen. Allerdings ließ es sie ziemlich kalt. Sie machte weiter, wie es ihr passte. Zuerst war sie noch einmal an die Konsole gegangen, nur irgendjemand schien ihr den Zugang abgeklemmt zu haben. Keine Schiffspläne, nicht einmal mehr die Sternenkarten, die sie vorhin noch betrachtet hatte. Verärgert schlug sie mit der Faust auf die Konsole. "gal-ci-khve!", fluchte sie und merkte gleichzeitig, wie mit dem steigenden Blutdruck das Stechen in ihrer Seite zunahm. Vielleicht sollte sie sich doch besser etwas beeilen. Sie durchsuchte noch einmal die Schubladen, bis sie das passende gefunden hatte: Ein Skalpell, mit frischer Klinge, das gut in der Hand lag. Manchmal waren die einfachen Waffen doch die effektivsten. Außerdem ein Hypospray, wenn sie die Beschriftung richtig interpretierte, war es ein starkes Stimulans. Dann trat sie wieder an das Bett. Die Ärztin bewegte sich noch, ein gutes Zeichen. Sie würde ihre Lebensversicherung sein. Sie zog ihren Kopf an den Haaren etwas nach oben und drehte ihn, sodass die Ärztin das Hypospray erkennen konnte, das sie ihr vor die Nase hielt. "Ich werde das gleich ihrem Kollegen verabreichen. Irgendwelche Einwände?" Lexi stöhnte gepresst auf und schloss die Augen, als sie das Hypospray sah. Der Schmerz, der durch die plötzliche Aufrichtung trotz des Beruhigungsmittels in ihr Bewusstsein drang trieb ihr die Tränen in die Augen. Sie öffnete sie wieder und besah sich das Hypo wieder durch den Tränenschleier, schloss erneut kurz die Augen und versuchte zu nicken. Natürlich hatte sie was dagegen, wenn noch mehr dieser... dieser.... Bestie in die Hände fielen. Sie kämpfte gegen den Schwindel in ihrem Kopf an und hoffte, dass dieser Hudson und die Ärztin - vermutlich Miller - auf einen möglichen Angriff vorbereitet waren. Der Sicherheitler auf dem Boden regte sich immer noch nicht, als sich Ijara zu ihm hinunterbeugte und das Hypospray an seinem Hals entlud. Noch einmal mit vorgehaltenem Phaser kräftig geschüttelt und seine Augenlider fingen an zu flattern und er schien aufzuwachen. Schnell war Ijara wieder hinter dem Bett, prüfte noch einmal die Fesseln und zerrte die stöhnende Ärztin hoch, damit sie den Großteil ihres Körpers mit ihr abschirmen konnte. Den linken Arm hatte sie um ihren Hals gelegt, das Skalpell ritzte bereits die Haut. In der Rechten hielt sie den Phaser und wartete ab, bis der Sicherheitler aufgewacht und in Panik aufgesprungen war, er schien noch nicht so ganz realisiert zu haben, in welcher Situation er sich befand, wahrscheinlich brummte sein Schädel kräftig. Ijara hielt ihn mit dem Phaser in Schach. "Ganz ruhig, keine Panik.", presste sie in wenig beruhigendem Ton hervor. "Folgen Sie einfach meinen Anweisungen und halten Sie Ihre Hände in meinem Sichtbereich, dann wird niemand etwas geschehen." Der Sicherheitler schien professionel genug zu sein, nichts törichtes zu unternehmen und nickte nur langsam. "Stellen Sie sich rechts neben die Tür." Folgsam wechselte er den Platz. Daraufhin aktivierte Ijara den Kommunikator. "Ferom an Ensign Hudson. Sie können kommen, die Ärztin voraus." --- Deck 6, Krankenstation Noch während der Cardassianer, die Ärztin und der Sicherheitler in ihr Gespräch vertieft waren, meldete sich Ferom plötzlich. Dabei waren sie im Grunde noch nicht einmal richtig vorbereitet. Hudson fluchte innerlich, bevor er auf seinen Kommunikator tippte und ihr antwortete: "In Ordnung. Ich muss Sie allerdings auf eine kleine Änderung hinweisen. Statt mir wird ein anderer Offizier unsere Ärztin begleiten. Ich will Sie nur darauf hinweisen, damit Sie keine unüberlegte Handlung begehen." --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer 'Na toll, als ob diese Aussage sie dazu bewegen würde eine in unseren Augen unüberlegte Handlung zu tätigen', schoss es Lexi durch den Kopf. Sie schloß kurz ihre Augen, langsam spürte sie warme Feuchtigkeit an ihrem Hals, zu schlucken traute sie sich nicht, das könnte das Skalpell vielleicht schon zu nah an ihre Hauptschlagader bringen.Wann hörte dieser Alptraum endlich auf? Würde sie bald, vielleicht schreiend, aufwachen und alles wäre wie immer? --- Deck 6, Krankenstation Kyle wischte sich einmal über die Stirn und konnte feststellen, dass heftig ins Schwitzen gekommen war. Das nächste Mal sollte er sich wohl ein Tuch um die Stirn binden... Es könnte sonst verheerende Folgen haben, wenn ihm einmal Schweiß ins Auge tropfte, während er vielleicht gerade feuern musste. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer "Öffnen Sie die Tür zur Hälfte, manuelle Bedienung.", befahl sie weiter. Vorher hatte sie ja die Steuerungsleitungen durchtrennt, so musste sich der Crewman eben etwas anstrengen. "Eine falsche Bewegung, meine Hand rutscht ab und ihre Ärztin hier hat eine durchtrennte Schlagader.", warnte sie noch einmal. Aus der angeritzten Haut war inzwischen ein erster Blutstropfen gequollen und lief langsam an der Klinge des Skalpells hinab und weiter auf Ijaras Hand. Lexi spürte bei jeder unsanften Bewegung, welche die Cardassianerin ihr zumutete, den stechenden Schmerz in ihrer Schulter. Als sie das Skalpell an ihrem Hals spürte, fühlte, wie sich die scharfe Schneide langsam in ihre Haut schnitt, schoss ihr für einen Sekundenbruchteil durch den Kopf, dass es so einfach wäre, sich einfach in das Messer zu werfen und alles wäre vorbei, dieses Biest hätte ein Druckmittel weniger. Dann hörte sie wieder die Stimme des Sicherheitlers, der mit Miller den Raum betreten wollte. "Stop! Das reicht. Und jetzt weg von der Tür.", befahl sie dem Sicherheitler, als ein etwa 40 cm breiter Spalt entstanden war. Dann richtete sie den Phaser auf die Tür, bereit zu feuern, wenn irgendetwas hindurchkam, dass sie nicht erwartete. --- Deck 1, Brücke Tiara stand im Turbolift und richtete sich noch einmal die Haare, die ihr lang und schwer auf den Rücken fielen. Sie hoffte, dass sie es geschafft hatte, halbwegs präsentabel auszusehen, wenn sie sich beim Captain der Victory, auf der sie von nun an ihren Dienst versehen sollte, zum ersten Mal meldete. Es hatte sie zuerst ungemein gefreut, als sie von Commander Mendez den Versetzungsbefehl erhalten hatte, der sie zum Leiter der wissenschaftlichen Abteilung befördern sollte. Aber nun kamen ihr erste Zweifel. An Bord der Ticonderoga war Deirdra zugleich ihre Vorgesetzte, als auch eine ihrer wenigen Freunde gewesen. Sie hatte von ihrer Versetzung erfahren, als Deidra einen Abschiedsumtrunk im Arboretum der Victory, für ihre ehemaligen Untergebenen gemacht hatte. Tiara hatte sich nie um irgendwelche Angelegenheiten sorgen müssen, um die sie sich nun als Führungsoffizier zweifellos kümmern musste. Sie hatte einfach in aller Ruhe den ganzen Tag im Labor forschen können und sich am Abend bei einem guten Buch ausruhen. Nun hatte sie Untergebene, um die sie sich würde kümmern müssen und konnte nicht mehr ihre ganze Konzentration auf ihre verschiedenen Forschungsprojekte richten, von denen nach dem Angriff auf die Ticonderoga zum Glück die meisten gerettet worden waren. Tiara dachte mit Erschrecken daran, wieviel Zeit und Arbeit sie investiert hatte, nicht auszudenken, wenn all ihre Forschungsprojekte verloren gegangen wären. Der Turbolift hatte inzwischen die Brücke erreicht und zischend öffneten sich die Türen. Tiara hoffte, dass Deirdra auf der Brücke sein würde, was es ihr vermutlich erleichtert hätte, sich beim Captain zu melden, aber ihre Hoffnungen wurden enttäuscht. Beim Captain stand nur ein sehr großer Mann, der mit Yates in ein sehr ernstes Gespräch verwickelt zu sein schien. Tiara schluckte und betrat dann die Brücke. Ihre Nervosität wurde dadurch noch erhöht, dass bisher noch kaum ein Träger des Mohan-Symbionten eine gute Figur bei der ersten Begegnung mit seinem jeweiligen Captain gemacht hatte. Sie nahm allen Mut zusammen und ging so schnell sie konnte auf Yates zu, passte dabei aber nicht gut genug auf und stieß mit einer jungen Ensign zusammen, die gerade eine Kaffeetasse in der Hand hielt. Das Getränk ergoss sich auf die Uniform der jungen Frau, die Tiara entgeistert anblickte. "Oh... es tut mir so leid, Ensign... Ich habe nicht aufgepasst..." "Schon gut", meinte diese. Es war offensichtlich, dass sie sich nur beherrschte, weil Tiara eine Vorgesetzte war. "Das ist kein Problem, Lieutenant. Ich geh einfach die Uniform wechseln." Die Trill schalt sich in Gedanken, bevor sie sich wieder dem Captain näherte. Warum war sie manchmal nur so ungeschickt? Tiara hörte ein paar Worte des Captains und fragte sich ob er sehr beschäftigt war, aber sie entschloss sich dennoch sich bei ihm jetzt vorzustellen. "Captain Yates? Ich bin Lt. Tiara Mohan, die neue Leiterin der Wissenschaft. Geht es Ihnen gut?" Im nächsten Moment hätte sich Tiara am liebsten selbst geohrfeigt. Was war denn das für eine dämliche Frage? Außerdem merkte sie erst jetzt, dass er vom Rang her eigentlich nicht Captain, sondern Commander war und zu allem Überfluss bemerkte sie auch noch, dass sie bei dem Zusammenstoß mit dem Ensign scheinbar doch etwas Kaffee abbekommen hatte. Ihr ganzer rechter Uniformärmel war feucht und durchnässt. In diesem Moment wäre sie am liebsten im Boden versunken. James hatte die Stirn noch in Falten liegen über das, was Knight herausgehört hatte, als er von der anderen Seite angesprochen wurde. Er blickte über seine rechte Schulter zu der weiblichen Trill. Blaue Uniform, zwei goldene Pins. Den Rang und Abteilungsbereich der Vorstellung stimmte also schon einmal. Er drehte sich wieder kurz nach vorne. "Sie bleiben bitte hier und rufen mich sobald Telmar oder Miller oder sonstwer aus Krankenstation oder Hangar sich meldet." "Ja, natürlich.", Daniel wirkte erleichtert. Das war besser gelaufen als er befürchtet hatte. Doch vorerst konnte er nichts weiter tun als abwarten. Er lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, gedanklich immer noch mit der Situation und der Aufzeichnung beschäftigt. Hatte er vielleicht doch etwas übersehen oder nicht bedacht? Dann stand James auf, drehte sich zu der Trill, er hatte den Namen nicht verstanden oder sich aus Überraschung zumindest nicht gemerkt. Er reichte ihr die Hand und schüttelte ihre. "Commander James Herold Yates, Kommandant der USS Victory." Er sah etwas fragend aus. "Auch wenn ich über Ihre Versetzung nicht informiert bin... Willkommen an Bord. Ich denke ich habe eine oder zwei Minuten Zeit, kommen Sie doch bitte mit in den Bereitschaftsraum." Er deutete auf die Tür seitlich der Brücke und ging los. "Wie war Ihr Name noch einmal?" fragte er beim Gehen. --- Deck 1, Bereitschaftsraum Tiara schluckte einmal heftig, während sie an der Seite des Captains in seinen Bereitschaftsraum ging. "Mein Name ist Tiara Mohan, Sir. Ich... ähm... ich habe von Commander Mendez den Versetzungsbefehl auf Ihr Schiff erhalten, der mich zur wissenschaftlichen Leiterin befördern sollte." Nervös strich sie sich eine Strähne ihres langen Haares aus dem Gesicht. "Ich habe auf der Ticonderoga mit Lt. Cmdr. Deidra Izami gearbeitet, die jetzt ihr neuer Erster Offizier ist. Sie war meine Vorgesetzte und auch eine Freundin..." Tiara biss sich auf die Zunge. Warum erzählte sie ihm das alles? Das interessierte den Commander doch überhaupt nicht. Außerdem schien er ohnehin gerade mit einer wichtige Sache beschäftigt und hatte vermutlich überhaupt keine Zeit sich ihr Leben auf der Ticonderoga anzuhören. Währenddessen bot ihr der Commander einen Stuhl an und ließ sich selbst hinter seinem Schreibtisch nieder. Tiara setzte sich ihm gegenüber. --- Deck 6, Krankenstation Hudson sah, wie sich die Tür zur Isolationskammer einen Spalt öffnete. Damit waren sofort sämtliche Hoffnungen auf einen spontanen Sturmangriff zunichte gemacht worden. Aber er hatte ohnehin nicht mit einem so plumpen Fehler der Geiselnehmerin gerechnet. Die Sicherheitler hatten ihre Gewehre alle sofort in Anschlag gebracht und zielten auf den schmalen Spalt, obwohl nicht zu erkennen war, was sich in der Isolationskammer abspielte. Dr. Miller und Gul Telmar machten sich im nächsten Augenblick auf den Weg, aber Kyle hielt die Ärztin mit einem sanften Griff noch einmal zurück. "Warten Sie einen Moment, Doctor..." Kyle überprüfte, ob sie auch niemand beobachtete. Danach zog er seinen kleinen Typ-I Handphaser, der um einiges schmaler als der Standard Typ-II war und den er immer in seinem rechten Stiefel trug und schob ihn Dr. Miller am Rücken hinter ihren Gürtel. Die Waffe war so von außen nicht zu sehen, würde bei einer Leibesvisitation aber wohl gefunden werden. "Nur für alle Fälle. Wer weiß, was Ferom vorhat, aber ich möchte Sie nicht unbewaffnet dort hinein schicken." Dankbar hatte Shyla Hudson zugenickt. Sie war zwar nicht besonders geübt im Umgang mit einer Waffe, aber es konnte sicher nicht schaden, eine dabei zu haben. Wer wusste schon, was diese Cardassianerin sich so alles einfallen ließ. Sie war froh, dass Gul Telmar bei ihr war. Wortlos setzte sich der Gul mit Doktor Miller in Bewegung. Kurz vor der Türschwelle lies er Miller verstehen, dass sie nach ihm eintreten sollte. Er zog den Phaser und betrat mit einem raschen Schritt die Krankenstation. "Guten Morgen, Ferom." begrüßte er seine Speziesgenossin breit lächelnd, "Es wäre wirklich nicht nötig gewesen Commander Yates mit so einer Aktion zu bitten, mich nochmals bei Ihnen vorbeizuschauen zu lassen. Das hätte ich sowieso im Laufe des Tages getan... Dr. Miller, Sie können eintreten." --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Ijara reagierte reflexhaft, sie hätte nicht sagen können, was sie zuerst in der Türöffnung auftauchen sah: die Waffe oder den Nicht-Sternenflottler, sprich Cardassianer, sprich Telmar. "Raus.", rief sie und drückte einfach ab. Ein Phaserstrahl zerschnitt zischend die Luft. Gleichzeitig zerrte sie die Ärztin und sich in Deckung hinter dem Bett. War sie durch die Ärztin behindert, von dem Stechen in ihrer Seite beeinträchtigt oder hatte Telmar nur Glück und sich im letzten Sekundenbruchteil noch bewegt? Der Schuss traf nicht, er streifte nur seine Uniform - und vielleicht noch etwas anderes, das diesen versengten Geruch verursachte - und hinterließ eine unschöne Spur auf der Tür. Der zweite Schuss, war sie sich sicher würde sitzen. Der Gul sollte besser ebenso gute Reflexe haben, ihr Finger zuckte schon zum Auslöser. --- Deck 6, Krankenstation Als sich die Tür zum Isolationszimmer öffnete, blieb Shyla hinter dem Gul. Vorsichtig versuchte sie, in den Raum zu spähen, doch nichts war zu sehen. Gerade als der Gul sie zum Eintreten aufforderte, fiel ein Schuss. Der Gul zuckte zurück, und Shyla konnte erkennen, dass er nicht getroffen worden war, auch wenn seine Uniform etwas rauchte. Hinter ihm an der Wand hatte sich jedoch ein unförmiges Loch gebildet. Trotz des großen Schreckens machte Shyla schnell einige Schritte rückwärts und verschwand hinter einem dicken Pfeiler. Ihr Herz schlug wie wild. Sie zwang sich dazu, tief durchzuatmen und spähte hinter dem Pfosten hervor. Wo war der Gul? In der Krankenstation selbst war es nach dem Schuss auf einmal bedenklich laut geworden. Die Sicherheitsleute brüllten durcheinander, man hörte die Sicherungen von ihren Gewehren klicken und Hudson hatte mehr als genug damit zu tun, seine Leute wieder zu beruhigen. "Da drin ist geschossen worden!" "Wir müssen da auf der Stelle rein!" "Los, mach schon! Ich geb dir Deckung!" "NEIN!", brüllte Kyle über das Chaos hinweg, "Keiner geht da jetzt rein und keiner schießt, verdammt nochmal. Wir wissen nicht, was passiert ist und wenn Yates die Cardassianerin tot haben wollte, hätten wir schon längst einen entsprechenden Befehl." --- Deck 1, Brücke "Was geht da vor?", fragte Mila eher sich selbst, wie sie die letzten Sensorwerte aus der Krankenstation gesehen hatte. Diese Cardassianerin hatte in der Tat die Waffe des Sicherheitswächters, und sie hatte es geschafft, die Schiffssperren zu umgehen. Das Energieniveaus des Strahls war das Maximum, was mit einer kleinen Handfeuerwaffe möglich war. --- Deck 1, Bereitschaftsraum James tippte durch die ungelesenen Nachrichten in seiner Inbox, da war wirklich noch ein Versetzungsbefehl für die Wissenschaft. "Okay Lieutenant.", er sah von dem Bildschirm wieder auf. "Willkommen an Bord und herzlichen Glückwunsch zu ihren neuen Aufgaben." James feuchtete seine Lippen etwas an. Wenn sie wirklich Freundinnen waren, würde es Deirdra sicher gefallen. Solange sie nicht über intimes sprach, diese Tiara Mohan machte nicht den Eindruck Dinge für sich behalten zu können. "Ich würde Sie gerne vorstellen und einweisen. Leider haben wir derzeit ein Sicherheitsproblem an Bord um das ich mich kümm..." "Brücke an Captain, auf der Krankenstation ist geschossen worden. Laut den Sensoren hat es aber keine Verletzten gegeben. Doch die Waffe der Geiselnehmerin ist auf Maximum eingestellt.", erstattete Mila dem Captain direkt Meldung. "...ern muss.", beendete James den Satz und tippte seinen Kommunikator an. "Bin unterwegs..." Er sprang auf. "Tut mir leid Lieutenant, aber unser Gespräch und ihre Einführung muss warten." Er spurtete an ihr vorbei durch die Tür auf die Brücke. "Bericht!" Die Trill blickte dem Commander völlig verblüfft hinterher. Sie fürchtete, dass dieses Gespräch, bezüglich fehlgeschlagener Vorstellungen beim Captain, absoluter Rekord für einen Träger des Mohan-Symbionten war. Tiara schluckte einmal und stand dann langsam auf, wobei ihr fast etwas schwindlig geworden war. Noch mehr umgeworfen, hatte sie allerdings die Meldung von der Brücke, dass auf der Krankenstation geschossen wurde. Zwar wollte Tiara mit Gefechten und Krisen nicht einmal am Rande etwas zu tun haben (sie hatte schon auf der Akademie den Grundkurs für Taktik nur bestanden, weil sie bei der Prüfung geschummelt hatte), aber nun war ihr Interesse doch geweckt. Sie konnte zur Klärung der Situation zwar nichts beitragen, aber wenn sie sich auf der Brücke aufhielt, konnte sie zumindest feststellen, worum es überhaupt ging. Außerdem hatte sie sonst ohnehin noch nichts zu tun und in dem Bereitschaftsraum des Captains wollte sie auch nicht bleiben. Daher verließ sie kurz nach Commander Yates den Raum und betrat die Brücke. --- Deck 1, Brücke "Ich weiß nicht, was dieser Telmar getan hat, jedenfalls entspannt sich die Lage. Dr. Miller untersucht gerade die Geiseln.", antwortete Mila und machte Platz, damit der Captain bei Bedarf ihre Überwachungsmonitore einsehen konnte. Sie gaben den Standort jeder einzelnen Person auf der Krankenstation wieder, und ein Monitor war auf den Kanal einer Überwachungskamera geschalten, die den Bereich wiedergab, wo sich Ferom mit ihren Geiseln befand. In der Zwischenzeit konnten die beiden Unteroffiziere, die sich ebenfalls in der Krankenstation aufhielten wieder Ordnung schaffen. Kyle atmete einmal tief durch. Das hätte beinahe schief gehen können. Seine Männer waren viel zu impulsiv und die Geiselnahme begann sich über einen längeren Zeitraum hinwegzuziehen. Die ganze Angelegenheit musste bald bereinigt sein. Er ging zu Dr. Miller, die sich hinter einen Pfeiler in der Nähe der Tür zum Isolationszimmer geworfen hatte, als auf den Gul geschossen worden war. Er ließ kurz seinen Blick über sie schweifen. Sie schien etwas geschockt, sonst aber völlig unverletzt. 'Das klappt ja zu gut.' dachte der Gul und griff sich an die verschmorte Stelle seiner Uniform und wechselte hierbei etwas seine Position, um sich leichter hinter einer der Schränke und Betten ducken zu können. "Schade, dass Sie so ein brennend impulsiver Typ sind, Ferom." Ohne den Phaser oder seinen Blick zu senken, stellte er den Phaser von der höchsten Betäubungsstufe auf Töten und breite Streuung. "Sie hatten mit Commander Yates vereinbart, dass ein Wächter mit Dr. Miller kommt, der bin ich, ob sie es wollen oder nicht. Glauben Sie mir, die Situation ist für mich genauso nervtötend wie für Sie. Yates mit seinen Ansichten. Normalerweise würden Sie jetzt nicht mehr leben - auch wenn ihre Geisel mit sterben würde. Doch Commander Yates opfert nicht allzu gerne hochqualifizierte Ärzte, nur um sich ein Problem mit einer wertlosen Gefangenen effizient vom Hals zu schaffen. Ich hingegen habe damit keine Probleme. Sie haben also die Wahl, Ferom. Sie halten sich an ihre Abmachung und ich hole Doktor Miller nochmals herein, damit sie sie wie abgemacht untersucht. Oder Sie meinen wieder schießen zu müssen. Dann sollten Sie jedoch schnell genug sein, bevor ich Sie mitsamt Ihrer Geisel in das ewige Vergessen schicke. Yates wird den Verlust seiner Ärztin sicher verkraften, wenn er dafür weiß, dass es keine Störungen mehr gibt. Suchen Sie sich es aus! Dr. Miller kommen Sie jetzt bitte rein!" Der Gul rief bereits wieder nach ihr. Zum Glück schien es nicht in ein Feuergefecht ausgeartet zu sein. "Sind Sie in Ordnung, Doctor?" Sie nickte ihm zu und lächelte kurz einmal. "Okay, dann gehen Sie jetzt bitte noch einmal rein. Jetzt müsste eigentlich alles klar sein. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Der Commander hatte sie überlistet. Beziehungsweise, als Ijara es sich noch einmal überlegte, es war wahrscheinlich Telmars Idee gewesen. Der Sternenflottencaptain schien ihr zu aufrichtig für solche Hinterlist. "Da bin ich mir nicht so sicher, Telmar. Dem Commander scheint einiges an diesem Täubchen hier zu liegen, schließe ich daraus, dass sie erst große Reden schwingen statt zu handeln. Früher wäre das anders gewesen, aber da hatten Sie ja auch noch ein eigenes Kommando. Droht Ihnen inzwischen die Degradierung zum Glinn, wenn der Commanders sich beim Zentralkommando über Sie beschwert?", stichelte Ijara weiter. "Sie bleiben an der Tür, wo ich Sie sehen kann. Schicken Sie den Doktor rein." Dann blickte sie zu ihrer zweiten Geisel, dem Sicherheitler. "Sie sind als erster dran.", kommandierte sie. "Setzen Sie sich hier auf die Liege. Hände, wo ich sie sehen kann!" Der Sicherheitler schien den Ernst der Lage zu verstehen und folgte ihren Anweisungen mit bedächtigen, kontrollierten Bewegungen. Durch den Platz auf der Liege kam er zwischen ihr und Telmar zum sitzen. Das sollte ihm das Feuern etwas erschweren. --- Deck 6, Krankenstation Okay, zweiter Versuch. Shyla atmete noch einmal tief durch. Eigentlich konnte ja nicht viel passieren, der Gul war in ihrer Nähe und Hudson und der Rest der Sicherheit auch. Nervös war sie trotzdem. Sie verließ ihren sicheren Platz hinter dem Pfosten und machte ein paar vorsichtige Schritte in Richtung Tür. Auf ein Nicken des Guls hin betrat sie den Isolationsraum. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Ein Sicherheitler saß auf dem Biobett, hinter diesem stand die Geiselnehmerin, vor sich wie ein Schutzschild hatte sie Dr. Haris gepackt. Sie hielt ihr ein Messer an den Hals und schien aufs Äußerste entschlossen. Shyla schluckte noch einmal. "Ich bin Dr. Miller", sagte sie, mehr in Richtung des Sicherheitlers als in die der Geiselnehmerin. "Ich werde Sie jetzt untersuchen. Fehlt ihnen etwas?", fragte sie während sie die Umhängetasche auf das Biobett legte und ihre Gerätschaften herausnahm. "Ein wenig benommen bin ich, sie hat mich betäubt.", antwortete der Sicherheitler. Shyla ließ den medizinischen Tricoder seine Arbeit tun und sah sich dann die Ergebnisse auf dem Display an. "Es scheint soweit alles in Ordnung zu sein, nur ihr Kreislauf ist nicht ganz auf Vordermann. Ich werde ihnen dagegen ein Mittel geben.", sagte sie. Sie bereitete das Hypospray vor und verabreichte dem Mann das Mittel. Auf dem Tricoder konnte sie erkennen, dass es ihm schnell besser zu gehen schien. "Sonst noch etwas, das ich für Sie tun kann?", fragte sie. Eigentlich war die Frage blöd, denn natürlich wollte der Mann nichts lieber also so schnell wie möglich raus hier. Der Mann schüttelte langsam den Kopf und warf noch einen schrägen Blick auf seine Geiselnehmerin, die er noch gar nicht so richtig zu Gesicht bekommen hatte. "Danke, Doktor, das genügt." Kaum hatte er das gesagt, mischte sich Ijara ein. "Hände auf den Rücken, drehen Sie sich halb zur Doktor." Dann wies sie mit dem Kopf auf eine Rolle Klebeband, die sie neben der Liege hatte liegen lassen, als sie die Rothaarige gefesselt hatte. "Fesseln Sie ihm die Hände.", befahl sie Miller. "Fester.", fügte sie dann hinzu, als sie zu zögerlich für Ijaras Geschmack ansetze. Lexi öffnete langsam wieder die Augen, noch immer atmete sie flach und traute sich nach wie vor nicht zu schlucken, aus Panik die Skalpellklinge könnte noch weiter in ihre Haut gleiten. Ihr Blick folgte den Taten ihrer Chefin, welche sie verzweifelt anblickte. Wie lange würden die anderen diese Farce noch durchziehen, statt dieser nervenaufreibende Situation endlich ein Ende zu setzen. Hilfesuchend blickte sie einen nach dem anderen in ihrem Blickwinkel an. Ferom war offensichtlich noch einigermaßen fit, wenn man ihre verbalen Konter betrachtete. Aber auch der letzte Zweifel, sie könnte eine Zivilistin sein, waren ausgeräumt. "Beeilen Sie sich bitte Doktor, Ms Ferom möchte schließlich noch versuchen lebendig vom Schiff zu entkommen. Ich bin gespannt wie gut sie sich bei diesem kleinen Wettkampf noch schlagen werden." 'Guls, immer waren es die gleichen aufgeblasenen Typen.', befand Ijara ein weiteres Mal. Telmar schien ihr ein wahres Prachtexemplar dieser Subspezies zu sein, mit seinen überheblichen, provozierenden Sprüchen. "Auch wenn ich dieses Schiff tot verlassen muss, weiß ich, wofür ich gestorben bin. Sie dagegen, Telmar, wissen ja nicht einmal wofür Sie leben. Sie drehen ihr Fähnchen in den Wind und werfen alles über Bord, was unsere Vorfahren uns überlassen haben. Cardassia sollte sich schämen, Opportunisten wie Sie in seiner Mitte zu beherbergen.", sprudelte es nur so aus ihr heraus. Miller war inzwischen fertig und nach einem längeren prüfenden Blick befand Ijara ihre Fesselkünste als ausreichend. Jetzt kam ein kritischer Moment, sie musste die Geiseln wechseln. Von Haris hatte sie wenig zu befürchten, der Sicherheitler machte ihr, auch gefesselt, mehr Sorgen. Und Telmar natürlich. Sie positionierte sich möglich im 'Schatten' von Miller und dem Sicherheitler, den sie die Mündung des Phasers kurz im Nacken spüren ließ. "Sie steigen jetzt langsam in meine Richtung von der Liege hinunter." Wie auch immer er das rückwärts runterklettern konnte, war ihr egal, irgendwie schaffte er es, wobei sie darauf achtete, genügend Abstand zu halten, um nicht in Kickreichweite zu kommen. Sie erkannte, dass er kaum größer als sie selbst war, zum Glück. Hinter ihm in Deckung lockerte sie den Griff um Haris' Hals und gab ihr einen ordentlichen Stoß, um schnell die Arme frei zu haben und das Skalpell so flink wie ihr noch möglich war, an den Hals des Sicherheitler zu pressen und ihn in Position zu ziehen. "Jetzt Sie.", befahl Ijara und wies mit einem Kopfnicken in Richtung Haris. Lexi stöhnte schmerzerfüllt unter dem Klebeband auf, als sie mit der schmerzenden Schulter gegen die Liege prallte, als Ferom sie von sich weg stieß, auch wenn sie froh war, endlich aus dem Griff dieser Bestie zu kommen. Shyla reagierte aber geistesgegenwärtig und half Lexi sich weitgehend normal auf die Liege zu setzen, bevor diese ihre Stellvertreterin zu scannen begann. Lexi blickte Shyla mit hilfesuchendem Blick an, vielleicht würde sie auf dem Weg wenigstens den Knebel los werden können. Sie versuchte ihren Blick starr auf das Gesicht von Shyla zu richten, sich auf was anderes als den stechenden Schmerz in ihrer Schulter zu konzentrieren. "Sie verwechseln Inkonsequenz mit Flexibilität, meine Liebe.", erwiderte Telmar, während Ferom ihre Geisel wechselte, "Letzteres war die Fähigkeit, die dafür sorgte, dass unser Volk überhaupt überlebte." Ohne den Blick oder seinen Phaser von Ferom zu senken zog er mit der anderen Hand einen weiteren kleinen Phaser, den er sich auf dem Weg hierher von einem Sicherheitswächter 'organisiert' hatte, aus der Tasche und aktivierte ihn. "Das alte Cardassia von dem Sie noch träumen hat sich durch das Dominion an den Rande seiner Existenz führen lassen. Weil genauso solche Narren wie sie glaubten, hierdurch das Gestern wieder herstellen zu können - Tot zu sein ist hierbei keine schlechte Lösung....." Er nahm einige Schaltungen an dem Phaser vor. "...Sie haben jetzt folgende Optionen: Sie können mich und die Wächter vor der Tür versuchen zu überrumpeln und dadurch versuchen, zum Shuttlehangar zu fliehen - die Überlebenschancen Ihrer Geisel und von Ihnen selbst sind dabei genauso hoch, wie wenn sie sich selbst jetzt erschießen. Oder Sie versuchen durch eine Jeffriesröhre sich davon zu schleichen. Alternativ können Sie aufgeben und darauf hoffen das Commander Yates mich darum bittet, Sie nicht gleich zu erschießen, wie es einem Verräter gebührt. Doch eines garantiere ich Ihnen, Ferom, mich weiter hier drin verschanzen würde ich nicht. Denn in wenigen Augenblicken wird sich dieser Raum und alle die sich darin befinden in Asche auflösen..." in weiterer Tastendruck lies das surrende Geräusch einer Phaserüberladung erklingen. "Warum nicht? Commander Yates freut sich bestimmt, wenn auf einen Schlag zwei seiner Probleme gelöst sind.", warf Ijara Telmar hämisch hin, in ihren Augen funkelte es. Sie fasste den Sicherheitler fester, damit niemand merkte, wie ihre Hand langsam anfing zu zittern. Sie konnte die Schmerzen in ihrer Seite kaum noch unbemerkt ertragen, es war, als hätte ihr jemand ein Messer in die Seite gerammt und drehte es bei jedem Atemzug ein Stück weiter und tiefer. Mit jedem Herzschlag spürte sie, wie ein Teil ihrer Stärke versickerte. Lange würde sie nicht mehr durchhalten, das wusste sie. Entweder würde der Sicherheitler merken, was Sache ist, oder die Ärztin, oder Telmar. 'Verdammt.', dachte sie. 'Wieso hatte er den Gul schicken müssen?' Aber sie hätte es sich ja denken können. Nur Denken fiel ihr gerade auch nicht mehr leicht, ihre Konzentration ließ nach. Erst der Kälteschock, dann das unsanfte Erwachen, und dass sie nach der Behandlung ihrem Körper kaum eine Pause zur Regeneration gegönnt hatte, rächten sich jetzt. Wahrscheinlich starb gerade eine Hirnzelle nach der anderen und ihre Organe überlegten noch, ob, wann und wie sie ihren Dienst einstellen würden. Ihre Pläne, mit einem Shuttle zu fliehen und bis zu einem Außenposten vorzudringen, würde sie kaum noch in die Tat umsetzen können. Selbst wenn sie sich unbehindert bis zum Hangar schleppen konnte, auf dem Shuttleflug würde sie zusammenbrechen. Eine schnelle Lösung war gefragt. Wenn sie schon nicht siegreich zurückkehren konnte, sollte wenigstens ihr Tod symbolisch sein. Kein Schuss von hinten in den Rücken auf einer feigen Flucht, sondern mit erhobenem Haupt und sich der Situation vollkommen bewusst. Ijara zwinkerte, vor ihren Augen tanzten kleine rote Pünktchen, was ihr einen sanft irren Gesichtsausdruck gab, als sie weitersprach. "Ja, ich denke, das ist die richtige Entscheidung." Schnell drückte sie ebenfalls eine Tastenkombination auf dem Phaser, den sie gerade eben noch auf Telmar gerichtet hatte und ein zweiter sirrender Ton erfüllte den Raum. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de