************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 17 / 26102007 * * 24052380 * * Krisenstab * ************************************************************************ --- Deck 2, Büro des ersten Offiziers Deirdra blickte bewundernd an James hoch. Er mochte denken, was er wollte, aber sie war hocherfreut, dass er trotz der gestrigen Nacht noch soviel Energie hatte. 'Glückwunsch.', dachte sie. 'Richtige Wahl getroffen.' Ihr Grinsen wurde breiter. "Wenn ich mich recht erinnere, ist das Nicht-Tragen nicht genehmigungspflichtig." Sie öffnete die Schließe einhändig und streifte das schwarze Stückchen Stoff, Spitze und High-Tech-Materialien ab. James hatte sie sanft nach oben, an sich, gezogen, aber sie hielt dagegen, ihr Sinn stand nach etwas anderem, und so ließ sich weiter hinunter sinken, bis sie vor ihm kniete. Ihre Hände glitten über sein Uniformshirt und erfreuten sich an den harten Konturen darunter, bis sie an seiner Taille stoppten und sich am Hosenbund zu schaffen machten. Erste Schweißperlen liefen James Stirn herab, er legte den Kopf in den Nacken und genoss es wie sie weiter nach unten sank. Er spürte wie Sie seine Hose öffnete und schloss die Augen. Unzählige Gedanken schossen ihm durch den Kopf was sie vorhatte. Aber er hielt den Mund, wollte keine Fragen stellen, lehnte sich zurück und wartete, bereit alles zu genießen was auf ihn zukam. An einem seiner Finger hing das letzte was Deirdra sich ausgezogen hatte, er ließ es auf den Boden sinken und öffnete sein Uniformshirt mit der nun freien, falls Sie mehr Gefallen an seiner Bauchmuskulatur finden würde. Mit der anderen stütze er sich auf dem Tisch ab. Nicht ganz liegend, um sehen zu können was Sie da tat. Noch saß er, auch mit offener Hose war ohne aufstehen da nicht viel mehr zu machen, aber er wollte Deirdra auf keinen Fall bei dem unterbrechen, was Sie im Sinn hatte und strich ihr mit einer Hand weiter durch die Haare. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Ijara hatte etwas passendes gefunden. Schläuche, Klettbänder und Klebeband. "Hinlegen, auf den Bauch.", kommandierte sie weiter und weidete sich an den angsterfüllten Blicken, die die Ärztin ihr zuwarf, als sie Folge leistete. Sie riskierte, den Phaser kurz zur Seite zu legen, um ihre Geisel an Händen und Füßen zu fesseln. Auf dem Bauch liegend und von Ijaras Knie zusätzlich hinuntergedrückt, war sie recht einfach zu handhaben. Danach nahm sie sich den am Boden liegenden Sicherheitler in gleicher Weise vor, zur Sicherheit, falls er doch noch aufwachen sollte. Dann fiel ihr noch etwas wichtiges ein. Sternenflottentechnik war sehr sprachlastig. Sie riss ein Stück des Klebebandes, Pflasters, oder was es auch war, ab und ging zurück zur Liege. An den Haaren zog sie Lexis Kopf nach oben, ihr Stöhnen ignorierte sie. "Nur damit du mir nicht zwitscherst, mein Täubchen.", sagte sie sanft und drückte das Klebeband über Lexis Mund fest und ließ ihren Kopf zurück auf die Liege sinken. Zuletzt nahm sie ihr den Kommunikator ab und pinnte ihn an ihre eigene Kleidung. "Jetzt wollen wir doch mal sehen...", murmelte sie zu sich selbst, während sie sich jetzt dem Türpaneel zuwandte und die Abdeckung des Bedienfeldes mit einem Chirurgenbesteck aufhebelte. Wenn sie sich recht erinnerte, sollten die Steuerleitungen gelb codiert sein. Sie durchtrennte sie mit einem Laser, der wahrscheinlich gedacht war, um Gewebe zu schneiden. Jetzt sollte die Tür fürs erste blockiert sein. Jetzt erst spürte sie, wie sehr sie das ganze doch angestrengt hatte. Mit verschränkten Armen lehnte sie sich für einen Moment gegen die Wand und atmete ein paar Mal tief durch. Dann berührte Ijara den Kommunikator. "Krankenstation an Brücke. Geben Sie mir den Captain." --- Deck 1, Hauptbrücke Anna war in ihre Arbeit vertieft - sie versuchte, die Sonden, die sie am gestrigen Tag dem Frachter der Cardassianischen Rebellen, Piraten, oder was sie auch sein mögen, hinterhergeschickt hatte, wiederzufinden und die bis jetzt übertragenen Daten zu analysieren. So vertieft war sie, dass sie fast vergessen hatte, dass sie die Brücke hatte. Erst ein Komruf riss sie aus ihrer Konzentration. >> "Krankenstation an Brücke. Geben Sie mir den Captain." << Der Tonfall ließ Anna aufhorchen. Das hörte sich nicht nach den Ärzten an, denen sie bisher hier begegnet war. Es war mehr als nur eine Spur zu unfreundlich. Das passend im Kombereich ihrer Konsole aufblitzende Fenster sprang ihr ins Auge. Die Nachricht trug Lexis Kommunikatorkennung! In Annas Kopf schrillten die Alarmglocken. Was war mit Lexi? Ihr Gespräch von heute morgen lief noch einmal in Blitzlichtern vor ihrem inneren Auge ab, was mochte danach passiert sein? Ihr Magen war eine Etage tiefer gesackt, aber ihre Professionalität gewann wieder die Oberhand. 'Der Captain!', ihre Gedanken rotierten. 'Wo war er?' Vorhin war er noch im Bereitschaftsraum, dann waren Lt. Patterson und Lt. Cmdr. Izami gekommen, dann Lt. Patterson wieder gegangen, danach Lt. Cmdr. Izami... dann der Captain. "Einen Moment bitte.", nahm sie den Komruf entgegen, und hoffte, dass sie etwas Zeit schinden konnte. "Worum geht es? Kann ich Ihnen auch weiterhelfen?" Ihre Finger flogen über die Konsole, als sie den Captain lokalisierte ... im Büro des 1. Offiziers. 'Was zum...', sie schob den Gedanken beiseite. Der Captain würde schon wissen, was er dort tat, Hauptsache, er war schnell auf der Brücke. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Ijara verzog das Gesicht, als sie die Antwort hörte. "Ich will den Captain sprechen. Jetzt!", bellte sie ungeduldig. "Oder sie bekommen ein Problem." --- Deck 1, Hauptbrücke Anna zog instinktiv den Kopf ein. Das war nicht normal. Ihre Stimme klang eine halbe Oktave höher, als sie einen Kanal öffnete. "Captain, Sie werden auf der Brücke benötigt." Mit Nachdruck ergänzte sie: "Es ist sehr dringend! Hier stimmt etwas nicht." Gleich darauf, noch bevor sie eine Antwort erhalten hatte, den nächsten Kanal. "Brücke an Sicherheit. Ich fürchte, es gibt ein Problem auf der Krankenstation. Bitte überprüfen Sie das." Sie hängte eine Aufzeichnung der Übertragung an, zusammen mit allen Metadaten, wie Lexis Kommunikatorkennung und die Sendeposition. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Lexi hatte sich auf die Liege gesetzt und versucht unauffällig ihre Möglichkeiten auszuloten und sich die möglichen Kontrollen in der Nähe des Biobettes und welche sie berühren musste, um möglicherweise Hilfe zu beordern. Die Cardassianerin war noch immer geschwächt, vielleicht hatte sie doch Chancen, wenn sie sie angriff? Aber dann fand sie sich schon widerwillig auf dem Biobett wieder, gar nicht wissend, wieso sie der Anweisung überhaupt Folge geleistet hatte. 'Was bist du nur dumm', schalt sie sich selbst für ihre Feigheit. Dann stöhnte sie schmerzerfüllt auf, als diese Person ihr das Knie in den Rücken stieß. Schnell hatte sie sich auf die Lippe gebissen, noch mehr Genugtuung wollte sie Ferom nicht geben, auch nicht, als sie das Pflaster auf den Mund gepappt bekam. Damit waren wohl im Augenblick alle Möglichkeiten verspielt, es sei denn... Nein, vermutlich hatte dieses Ekelpaket vorher den Phaser abgefeuert und Lexi konnte sich nicht sicher sein, dass er nach wie vor auf Betäubung eingestellt war. Und dann hörte sie Annas vertraute Stimme. Sie schloss ihre Augen und ihre Gedanken begannen zu rasen. 'Oh, was würd ich dafür geben meine Dummheiten ungeschehen zu lassen. Sie spürte eine leichte Feuchtigkeit in ihren Augenwinkel und blinzelte sie schnell weg, drückte ihr Gesicht gegen das dunkle Polster der Auflage und hoffte, dass die Feuchtigkeit nicht auffiel. Panik stieg in der jungen Marsianerin auf, sie hoffte, dass sie irgendwie aus der Situation herauskam, dass sie mit Anna vielleicht einen Neuanfang starten könnte. Als die Cardassianerin Anna drohte, gab Lexi einen erstickten Würgelaut von sich. 'Nein, du tust ihr nichts an, die Bastarde deines Volkes haben ihr schon genug Schaden zu gefügt. Irgendwie schaff ich das bestimmt, zu verhindern, du nicht, nein!', schoss es ihr wild und zusammenhanglos durch den Sinn. Die Gedanken rasten, sie suchte immer noch nach einem Ausweg aus der Situation, aber vermutlich war die Cardassianerin auch zu weit weg, dass man ihren Laut über die Komm hören konnte. Oder vielleicht zum Glück? Sie wusste es nicht, ob es ihr Glück oder ihr Pech war, wenn man ihn hörte oder auch nicht. 'Anna....' --- Deck 2, Büro des ersten Offiziers Uniformen waren sexy, Uniformhosen dagegen weniger. Man kriegte die Dinger verdammt schlecht auf, wenn sie unter Spannung standen und diese hier stand kurz vor dem Platzen. James war glücklicherweise abgelenkt genug, um von Deirdras Kämpfen nichts mitzubekommen. Oder lag es an ihrer Fingerfertigkeit, die sie nicht nur am Hosenknopf anwandte? Endlich, geschafft. Sie hakte ihre Finger in den Bund seiner graumelierten engen Shorts - Sternenflottenstandard, naja, ein Captain musste ja Vorbild sein - der letzte Schritt, um das Objekt der Begierde zu befreien. Sie rutschte etwas näher, James musste schon ihren Atem spüren. Ihre Hand glitt noch einmal über seinen Schenkel, Po und über den Bauch zurück. Alles fühlte sich wunderbar fest und angespannt an. Deirdra bewunderte seine Standfestigkeit... nach Phase eins allerdings waren weiche Knie so gut wie garantiert. Und Phase eins war jetzt in vollem Gange. Zuerst noch etwas kitzelnd und verspielt, sich dann steigernd zu festeren, fordernderen Berührungen. Seine Muskeln waren zum Zerreißen angespannt, seinen Herzschlag spürte er in jeder Vene und sein Puls raste, als Deirdra sich nahm was sie wollte. Er presste die Augen zusammen und atmete ruhig und tief, darauf wartend, verwöhnt zu werden, wie nur eine Frau wie Deirdra einen Mann verwöhnen und zur Ekstase bringen konnte. Jetzt... jeden Augenblick musste er fühlen wonach sich alles in und an ihm sehnte, ihre Lippen. Sie legte ihre Hand wieder auf seine Rückseite, um seinen Bewegungen jetzt besser folgen zu können. Ihre Lippen teilten sich und just, als sie den Beginn von Phase zwei einläuten wollte, schallte das Piepen einer Komverbindung durch das Büro. >> Captain, Sie werden auf der Brücke benötigt." Mit Nachdruck ergänzte sie: "Es ist sehr dringend! Hier stimmt etwas nicht." << 'Sch..M..', diverse Flüche schossen durch Deirdras Hirn, sagen konnte in diesem Moment gerade wenig, aber James merkte ihre Überraschung auch so sehr deutlich, als ihren Fingern vor Schreck der Bund seiner Shorts entglitt und an seinen ursprünglichen Platz zurückschnappte. 'Was?' erst war es nur ein Gedanke. Aber es reichte, dass er die Augen aufriss, die Spannung verlor, die ihn zuvor noch erbeben ließ und die Kontrolle über seine Atmung verließ. Die Gedanken sortierten sich. 'Was ist los? ... Büro.. Deirdra... Komruf?' Irgendjemand hatte ihn gerade gestört, in einen Moment in dem niemand gerne gestört wird. Er sah an sich herab, die Hose offen und Izami vor sich kniend mit ungefähr dem genervten Gesichtsausdruck den auch er gerade hatte, nur sah seiner wohl noch verwirrter aus. James schluckte und sah sich um. Seine Jacke lag auf dem Boden, der Kommunikator noch daran befestigt. Während Deirdra aufstand, bückte James sich zu seiner Jacke. Halb noch bei dem unterbrochenem Programm gab er ihr im Vorbeisinken einen Kuss auf die Brust, packte seinen Kom und pinnte ihn sich ans Hemd. Mittlerweile hatte sich sein Gehirn reaktiviert und war den Ruf durchgegangen. Die Brücke war es, Nyberg, etwas dringendes. "Was zum Teufel, wir bewegen uns nicht mal, was soll hier nicht stimmen.", murmelte er, berührte den Kom und beendete umgehend mit einem "Bin sofort da." die Verbindung. Die zerrüttete Jacke warf er auf einen der Sessel im Raum und strampelte mit offener Hose die er im Hüpfen wieder zuzog, nachdem er alles verstaut hatte was rein gehörte, zum Replikator, um für sich eine neue Jacke herzustellen. "Du kommst gleich nach, wenn du... angezogen bist?" fragte er und bekam ein Nicken. Sie stand außerhalb des sichtbaren Bereichs, wenn er jetzt durch die Tür gehen würde. Kein Kuss oder Lächeln zum Abschied, kein Umdrehen. Jetzt war Dienst und der Offizier und Kommandant gefragt. Yates hatte sich in wenigen Sekunden um 180 Grad gedreht - dazu gehörte auch die schlechte Laune die er nun hatte, als er den Raum verließ, um zur Brücke, nur ein Deck höher, zu gelangen. Deirdra fischte ihre Uniformjacke vom Boden, pflückte den Kommunikator ab und pfefferte sie gleich wieder in die nächste Ecke. Das hatte man davon, wenn man sich mit dem Captain einließ. Er war immer im Dienst... immer... Bruchteile von Sekunden danach... immer. Wenn ihre Laune überhaupt einen Nullpunkt erreichen konnte, dann war sie dem gerade recht nahe. Hastig vervollständigte sie ihre Unterwäsche. Sie war XO, sie war jetzt auch im Dienst, mindestens genauso schnell wie James schaltete sie um. Eine Gelegenheit zum Nachholen gab es immer... allerdings sollte dann die Revanche etwas größer ausfallen, immerhin hatte er ja vorgeschlagen, ihr das Büro zu zeigen. Immerhin ein angenehmer Gedanke, der ihre Laune wieder etwas hob. Während sie sich die Hände wusch - soviel Zeit genehmigte sie sich und der allgemeinen Hygiene - war der Replikator am Arbeiten. Kaum dass das Shirt erschienen war, zog es sich Deirdra über den Kopf, schnappte sich die Jacke und rannte hinaus. --- Deck 2, Korridor Auf dem Korridor angekommen rannte er fast einen Crewman über den Haufen. Die Jacke noch auf, das Uniformshirt aus der Hose ragend und den Kommunikator schräg auf dem Hemd angepinnt, sah er einem verkniffenen Lächeln entgegen, welches halb an ihm vorbei auf die offene Tür ragte. "Crewman... Name?" "Sir... äh... Crewman Biber." James stopfte sich das Hemd in die Hose, pinnte den Kommunikator richtig und sah den Crewman böse an. "1700 in meinem Raum. Wegtreten." Direkt gegenüber war ein Lift, der ihn die paar Meter weiter nach oben bringen würde, er braucht nicht mal warten. --- Turbolift Die wenigen Sekunden Wartezeit - James war natürlich als erster hochgefahren und der Lift daher oben - nutzte Deirdra, die Jacke anzuziehen und den Kommunikator anzupinnen. Aus dem Augenwinkel nahm sie für einen Moment eine Bewegung war, hatte da jemand um die Ecke gespäht? Egal! Der Lift war da. Sie stieg ein und nutzte den Rest der Zeit, alles zurechtzurücken und ihre Haare mit den Fingern wieder etwas zu bändigen. Wieso hatte James auch so stürmisch sein müssen. --- Deck 1, Brücke Als die Türen auseinander glitten, war die Uniformjacke geschlossen und gerade glatt gestrichen. Seine Hautfarbe im Gesicht mochte noch etwas rot sein, die Haare etwas nass vom Schweiß und sein Puls und seine Atmung schnell - aber sonst hatte er sich wieder gut im Griff, als er von hinten an Nyberg an die OPS heran trat und sich mit einer Geste bemerkbar machte. "Was verdammt noch mal ist hier los?" fragte er leise, unwissend ob ein Kanal offen war. Anna drehte sich nach hinten und begrüßte den Captain mit einem erstaunten Blick. Sie war versucht, nachzuschauen, wie weit es wirklich vom Büro des XO bis zur Brücke war, Yates sah aus, als hätte er einen Dauerlauf hinter sich. Schnell hatte sie ihre Kinnlade wieder hochgeklappt. "Sie können normal sprechen, der Kanal ist geschlossen.", informierte sie ihn. Die Türen öffneten sich und Deirdra erkannte sofort James, an der OPS stehend. Als hätte sie es immer schon so gemacht, ging sie hinter ihm vorbei und nahm den Platz des XO ein, sollte die Crew eben so über ihre Versetzung informiert werden. Unauffällig rückte sie ihre Uniform zurecht und klopfte etwas Staub von ihren Knien. Sie räusperte sich möglichst leise...irgendwas hing ihr noch auf der Zunge. "Vor einer Minute haben wir diese Nachricht von der Krankenstation erhalten. Sie kam über Dr. Haris' Kommunikator." Anna ließ die Aufzeichnung ablaufen. Ein leises Räuspern aus dem Hintergrund, das definitiv nicht über den Lautsprecher kam, ließ sie einen Blick über die Schulter werfen. 'Iz.. Izami?', dachte sie erstaunt. 'In roter Uniform? Auf dem Platz des X... Nein. Das durfte nicht wahr sein.' Ihre Kinnlade befand sich wieder im Sturzflug. 'Dann war ja der Captain... und ... sie... in..?' Annas Gedanken überschlugen sich und gipfelten in einem empörten - und glücklicherweise auf der Zungenspitze gestoppten: 'So wird man heute also befördert.' Der gestrige Abend kam ihr wieder in den Sinn. Yates und Izami, Arm in Arm. Sie wusste nicht, wen sie mehr verabscheute: sie, weil sie sich ihm in den Schoß warf, oder ihn, weil er sie dabei auffing. Als Respektspersonen hatten beide im Moment verspielt. Sie wollte es sich gar nicht vorstellen, die beiden, wo mochten sie es wohl machen? Auf der Couch? Auf dem Schreibtisch? Im Turbolift? Bilder entstanden in ihrem Kopf. Äußerst lebhafte Bilder - ihr war komplett entgangen, dass die Aufzeichnung seit ein, zwei Sekunden zu Ende war und der Captain sie erwartungsvoll ansah. Anna blickte schnell von Izami weg, dann zu ihm, lief knallrot an, und blickte schnell wieder auf ihre Konsole und ihre Finger flogen so flink wie noch nie. "Ich habe eine Überprüfung durch die Sicherheit veranlasst.", sie hatte das Gefühl, ihre Stimme nicht unter Kontrolle zu haben, sie klang viel zu hoch und unmoduliert in ihren Ohren. Schnell öffnete sie das Log der internen Sensoren und der Videoüberwachung, um die Aufmerksamkeit des Captains woanders hin zu lenken. "Sie gehen von einer Geiselnahme durch die Gefangene Ijara Ferom aus. Die Geisel ist Dr. Haris." Anna schluckte und verfluchte Yates und Izami ein weiteres Mal, hatten sie es doch geschafft, sie sogar von der Gefahr, in der Lexi schwebte, abzulenken. "Und vermutlich der Sicherheitsmann, der dem Zimmer zugeteilt wurde." "Soll ich einen Kanal öffnen?", Annas Hand schwebte über der Schaltfläche. --- Deck 10, Sicherheitszentrale Der Wachhabende bestätigte die Meldung und sah sich gleich die Informationen an, die die Brücke geschickt hatte. "Du meine Güte, eine Geiselnahme! Was machen die Kollegen auf der Krankenstation nur?", rief der Wachhabende aus. Doch allein konnte er nichts entscheiden. Der Chef musste ran. "Sicherheit an Reszko, wir haben ein Problem auf der Krankenstation. Die Cardassianerin hat eine Ärztin als Geisel genommen und will den Captain sprechen.", rief er den Sicherheitschef. --- Deck 11, Casino Mila hörte den Ruf aus dem Kommunikator und musste wieder an die Diskussion denken, die sie zuvor mit Nyberg geführt hatte. Ja, man sollte die Cardassianer nicht unterschätzen. "Hätte ich nur mehr Torpedos gehabt.", verfluchte sie nun den Umstand, dass eine von den Gefangenen ihre Chance bekommen hatte, sich zu befreien - doch deren Freiheit sollte nicht von Dauer sein, jedenfalls nicht, wenn es nach Mila ging. Shakkles Gesichtszüge verhärteten sich, aber die unangenehmste Veränderung betraf seine Augen. 'Du hättest der Frau den Hals brechen sollen, als du die Möglichkeit gehabt hattest.', dachte er und verfluchte sich, die Ärztin im Moment der Schwäche gewähren zu lassen, statt darauf zu beharren, die Cardassianerin im Sicherheitsbereich verarzten zu lassen. Er blickte kurz sein Gegenüber mit gefühllosen Augen eines Killers und stand auf. "Computer, hier ist Lieutenant Commander Shakkle Reszko, Sicherheitschef der USS Victory. Versiegle sofort den Isolationszimmer 1, ein Gefangenenaufbruch findet grade statt. Niemand kommt rein oder raus ohne meine Zugangsberechtigung.", sagte der CoS und informierte die Sicherheitszentrale, dass er auf die Krankenstation unterwegs war. Ohne die künftige TAK weiter zu beachten, verließ er das Casino im Laufschritt. 'Soll sie selbst entscheiden, ob sie mitkommen will...', ließ er der Frau die Wahl. --- Deck 1, Brücke "Eine Geiselnahme, was denkt diese Frau sich eigentlich!", wetterte James und klopfte mit den Fingerspitzen auf die OPS Konsole. Er war so in Gedanken, dass er Izami nicht hatte auf die Brücke kommen sehen. Nur Nybgergs verkniffene Miene war ihm aufgefallen. Okay, sie war noch nicht lange im Dienst und als Ensign nahm sie diese Situation vielleicht mit. Es würde wohl an der Beteiligung einer Cardassianerin liegen. Er blickte sich um und sah Deirdra auf dem Platz des ersten Offiziers sitzen, dachte sich da aber natürlich nichts weiter bei - immerhin war sie es ja auch. --- Korridore Unterwegs rief Shakkle den Captain und meinte: "Captain, keine Verhandlungen mit der Geiselnehmerin. Sie wird die Leute, ohne mit der Wimper zu zucken, töten. Immerhin, hat sie auch die Explosion auf der Kampfbrücke verursacht und war stolz darauf. Am einfachsten ist es, den Raum mit Schlafgas zu fluten und zu warten bis alle bewusstlos sind." Mila stand ebenfalls auf und hatte zunächst Mühe, zu Commander Reszko aufzuschließen, schaffte es aber dennoch, um das Kom-Gespräch mit dem Captain mitzuhören. Schlafgas war nicht effektiv genug, denn es brauchte Sekunden, bis es wirkte. In der Zeit hatte ein Attentäter genug Zeit, sein Opfer zu töten. --- Deck 1, Brücke Es waren nur ein paar Schritte von der OPS zu seinem Kommandosessel, aber die wollte er eigentlich überlegen, was er nun machte, als sich schon wieder das Interkom dazwischen schaltete. "Mr. Reszko, wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Person bewaffnet. Ihre Absichten in allen Ehren werde ich trotzdem erst mit ihr reden. Bereiten Sie vor, was Sie für notwendig halten und warten Sie auf weitere Befehle. Brücke Ende." Das fehlte auch noch. Die Krankenstation mit Schlafgas fluten. Beim ersten Anzeichen würde sie wohl wild um sich schießen. Und jemandem zuhören hatte noch nie geschadet. --- Korridore Shakkle lies sich nach außen nicht anmerken, was er davon hielt mit der Geiselnehmerin zu reden. Statt dessen überlegte er welcher der Kampfgase sich am besten für Cardassianer eigneten. Da war doch diese hübsche geruchlose Mischung, die während des Krieges speziell für Cardassianer entwickelt wurde. In richtigen Verhältnis war es nicht einmal tödlich... "Commander, was ist mit dem Transporter? Selbst, wenn sie die Geisel festhält, hätten wir eine Chance. Der Transporter-Chief könnte die beiden Muster trennen und an zwei verschiedenen Orten rematerialisieren lassen. Unsere Geiselnehmerin hätte maximal eine Zehntelsekunde, um zu reagieren. Vorausgesetzt, sie hat keine Transportblockierung improvisiert, sollte es klappen.", schlug sie vor. --- Deck 1, Brücke James setzte sich und sah zu Deirdra neben sich, in seinen Augen spiegelte sich noch immer die Szene aus dem Büro, nur Sekunden zuvor, ein Grinsen huschte begleitet von Schweigen über seine Lippen, bis er sich zur OPS umdrehte mit neu versteinerter Miene. "Öffnen Sie einen Kanal in die Krankenstation, und lassen Sie die umgebenen Sektionen leise räumen - nur für den Fall das Lt. Cmdr. Reszko doch die Brechstange anwenden muss." "Aye, Sir.", bestätigte Nyberg, inzwischen mit eisiger Stimme. Sie hatte aus dem Augenwinkel den Captain und die XO beobachtet, zwischen den beiden war etwas, da war sie sich ganz sicher. Etwas, an dem sie noch länger nagen würde. Sie nahm sich vor, die beiden im Auge zu behalten. Sie ließ ihre Finger auf die Konsole sinken. "Kanal ist offen.", verkündete sie. Nebenher sandte sie eine Textnachricht an die Sicherheit, mit dem Räumungsbefehl. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Dann war wieder alles still. Lexi presste ihre Zunge gegen ihre vorderen Zähne und versuchte die aufkeimende Übelkeit zu vertreiben. Moment, sie erreichte ihre Zähne, sie erreichte ihre Lippen. Ein Hoffnungsschimmer keimte in ihr auf. Hatte diese selbstgefällige Person geglaubt, Lexi würde bei den Einschüchterungen auch still halten, wenn sie ihr nur den Mund zuklebte oder hatte sie kein Knebelmaterial gefunden? Lexi tastete sich vorsichtig mit ihrer Zunge durch ihre Lippen und versuchte das Klebeband vorsichtig zu lösen. Auf dem Polster konnte sie sich schlecht wälzen, um das Pflaster zu lösen, das wäre aufgefallen. Nur was sollte sie machen, wenn sie das Pflaster los geworden war? Sollte sie dem Computer Anweisung geben ein Betäubungsgas oder ein Begrenzungsfeld um die Cardassianerin zu legen? Vermutlich würde sie schon beim ersten Ton von Lexi auf sie schießen ehe das Gas überhaupt wirkte. Und Lexi war sich nicht mal sicher, ob der Phaser noch auf Betäubung gestellt war oder nicht. Da schwand der Hoffnungsschimmer langsam wieder, aber sie versuchte dennoch weiter das Pflaster zu lösen, vielleicht ergab sich ja doch noch eine Möglichkeit. Und wieso brauchte der Captain so lange bis er sich meldete? --- Deck 1, Brücke Der Kanal war offen, James saß, die Ellbogen auf den Knien abgestützt und ließ eine Sekunde Stille in den offenen Kanal laufen, bevor er sich zurück lehnte. "Brücke an Krankenstation, hier spricht Commander James Herold Yates, Kommandant der USS Victory." --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Ijara hatte die Minute, die der Captain zum Antworten und wahrscheinlich die Sicherheitsmaschinerie zum Anlaufen benötigte, genutzt, sich weiter im Raum umzusehen. Dabei hatte sie etwas sehr nützliches entdeckt: das Beatmungsgerät, beziehungsweise, die Atemmaske, die ihr die Ärztin noch vor einer Stunde angeboten hatte. Ijara zog sie zu sich in Reichweite, für den Fall, dass jemand auf die Idee kam, den Raum mit Gas zu fluten. "Guten Tag, Commander Yates. Hier spricht Ijara Ferom. Kommandierendes Mitglied der 'Bewegung für ein wahres Cardassia'. Wie Ihnen sicher nicht entgangen ist, habe ich zwei Mitglieder Ihrer Crew in meiner Gewalt. Alles was ich will, ist ein Shuttle mit Transporterabschirmung und freies Geleit in cardassianisches Hoheitsgebiet. Dann wird ihnen nichts geschehen." Sie ging hinüber zur Liege und betrachtete die Ärztin. "Sollten meine Forderungen nicht erfüllt werden, oder habe ich den Eindruck, Sie kommen ihnen nicht mit der gebührenden Geschwindigkeit nach.... Es wäre schade, wenn eine so hübsche Menschenfrau ein Auge verliert... oder einen Arm... oder ihren Verstand." Wie geistesabwesend strich sie über Lexis Rücken, durch ihre Haare und berührte sie dabei sanft an der Wange. Lexi wand sich unruhig unter der Berührung der Cardassianerin. Sie fand es unangenehm von ihr berührt zu werden. Es war zwar fast schon merkwürdig, dass sie die Berührung einer Frau ablehnte, aber für diese Frau empfand sie nur noch abgrundtiefen Hass. Sie kniff ihre Lippen wieder zusammen und drehte ihren Kopf bei Seite, als sie eine Berührung an der Wange spürte, gab wieder einen erstickten Würgelaut von sich. Das war zu viel. Lexi schluckte abermals die aufkeimende Übelkeit herunter. Wie sie aus den Augenwinkeln gesehen hatte, war ihr Plan, möglicherweise Gas in den Raum zu leiten hinfällig, damit würde sie sich nur selbst betäuben, auch wenn sie dann diese Qualen nicht mehr aktiv miterleben müsste. Sie schloss die Augen und versuchte abzuschalten, versuchte an was Schönes zu denken. Anna erschien vor ihrem geistigen Auge und eine Träne rollte ihr über die Wange, die sie aber schnell mit einer Bewegung über das Polster stoppte. Wieso musste Anna jetzt auf der Brücke sein und das hier mitkriegen? --- Deck 1, Brücke James beugte sich zu Deirdra hinüber um ihr etwas zu zuflüstern. "Sprich mit Lt. Cmdr. Reszko, unser Sicherheitschef, ich werde sie in den Hangar lotsen. Er hat ein wenig Zeit, um sich dort für einen Eingriff fertig zu machen. Auf der KS kennt sie sich zu gut aus inzwischen, denke ich." "In Ordnung.", Deirdra formte die Worte mit den Lippen mehr, als dass sie flüsterte. Dann stand sie auf und verließ die Brücke, um den Captain nicht zu stören. Als er sicher war, dass sie ihn verstanden hatte, richtete er sich wieder auf. "In Ordnung. Ich biete Ihnen einen Typ 9 Shuttle an. Der hat Warpantrieb. Die Umrüstung auf Transporterabschirmung wird einige Minuten dauern. Welches Ziel haben Sie? Damit andere Schiffe den Kurs verlassen. Und ich brauche natürlich ein Entgegenkommen - sie haben entschieden zu viel von meiner Crew bei sich." Noch während er sprach, öffnete er eine Notiz an die Technik 'Betrifft Geiselnahme Krankenstation, Forderung Geiselnehmer: Typ 9 Shuttle, Transporterabschirmung einbauen; Waffen, Schilde, Antrieb und Abschirmung per Fernkontrolle manipulierbar.' Nur für den Fall, dass diese Cardassianerin gerissener war, als er dachte, und Reszko und seinen Leuten entkam. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Ijara verzog ihr Gesicht zu einem hämischen Grinsen, als sie die Verbindung schloss. Für wie dumm hielt sie der Commander eigentlich? Sie überlegte. Ein Typ-9-Shuttle war ein gutes Angebot, das gewiss mit diversen Haken garniert war. Sie überlegte schon, ob sie hier in dem Raum wohl etwas auftreiben könnte, um das Shuttle zu scannen. Aber nein, so etwas war hier nicht vorrätig, nur Hyposprays und medizinisches Gerät. --- Deck 8, Holodeck 2 Dave tippte wieder auf den Konsole herum. "Computer, starte Explosion. Wiedergabegeschwindigkeit 10%. Starte." Es dauerte etwas, die Wände und Konsolen wurden wieder halb-transparent und die Explosion, Feuer, Funken und Splitter breiteten sich in sehr stark reduzierter Geschwindigkeit aus. Silvy hatte sich schräg hinter Dave gestellt und beobachtete ihn nun. Er sah goldig aus, wie er da so stand, voll konzentriert und mit seinen Gedanken voll bei der Arbeit. Am liebsten würde sie. Aber nein, sie würde ihn in Ruhe fertig arbeiten lassen. Hoch konzentriert mit offenem Tricorder kniete Dave vor der entscheidenden Stelle und zeichnete alle Daten auf. Scheinbar hatte er es wirklich geschafft. Es würde nichts passieren. Zumindest nichts so schlimmes wie bisher. "Okay, es scheint alles zu funktionieren. Jetzt muss das ganze also nur noch realisiert werden." Man konnte den Sarkasmus gut heraus hören. "Was hast du vor zu trainieren?" Er sah an sich herunter, wie er fand, war er auch immer noch ganz gut in Schuss, auch wenn er das Kraft- und Ausdauertraining die letzten Tage vernachlässigt hatte. "Ich kann dir genau sagen, was ich vorhabe zu trainieren.", sagte Silvy und der Schalk blitzte aus ihren Augen. Demonstrativ ließ sie ihren Blick an Daves Körper herunterwandern, begann bei dem wohlgeformten Gesicht, weiter über die Brust und den muskulösen Bauch, den sie unter der Uniform vermutete. Doch sie wollte natürlich nicht zu aufdringlich sein, so lange kannte sie Dave schließlich noch nicht und sie wollte ihn nicht zu schnell verschrecken. Aber mit ein paar anzüglichen Sprüchen würde er leben müssen. Dave erkannte den Tonfall von Silvy und deutete ihre Blicke sicher richtig. "Trainieren, also." Er nahm die Hand um seine Uniformjacke auszuziehen, die wäre sicher hinderlich - bei jeder Art von Training. Als er den Kragen erreichte meldete sich das Interkom: "Sicherheit an LaPlace, wir haben Sicherheitsalarm, Geiselnahme auf Deck 7, Stationen besetzten." Er sah zu Silvy rüber "Du wirst gebraucht, Schätzchen." Er hatte noch nicht ganz zu Ende gesprochen als das Interkom sich wieder meldete: "Technik an Bowman, kommen Sie in den Shuttlehangar, wir müssen ein Flucht-Shuttle präparieren." "Das hier holen wir nach, oder?" fragte er Silvy während er die Ärmel wieder hochschob und sein Werkzeug einpackte. "Ja, natürlich.", antwortete Silvy. ,Immer zu den unpassendsten Momenten.', schoss ihr durch den Kopf. "Ich melde mich!" Sie verließ das Holodeck in Richtung Sicherheitszentrale. Dass sie gerade keine Uniform anhatte, war ihr egal, das würde warten müssen. --- Sicherheitszentrale Silvy betrat die Sicherheitszentrale und ließ sich von ihrem Kollegen dort berichten, was los war. Dann setzte sie sich an ihren Arbeitsplatz. Sie beide würden die Operation von hier aus betreuen. --- Korridore Kaum hatten sich die Türen der Brücke geschlossen, fiel Deirdra in Laufschritt. "Computer, führe mich zu Reszko.", befahl sie knapp und folgte dann den Anweisungen. Währenddessen berührte sie ihren Kommunikator. "Izami an Reszko. Unternehmen sie nichts, ich wiederhole, unternehmen Sie nichts, es gibt eine neue Entwicklung." --- Deck 6, vor der Krankenstation Der CoS hörte den Ruf und blickte Mila fragend an. 'Wer ist Izami?', fragten seine Augen 'Und was weiß ich noch nicht?' Sie erreichten grade die Krankenstation, vor der bereits mehrere Sicherheitsleute standen und das medizinische Personal aus den Raum lotsten, als eine Frau im Rot mit Insignien eines Lieutenant Commander aufholte. Etwas erhitzt und außer Atem holte sie Lt. Cmdr. Reszko und Lt. Patterson kurz vor der Krankenstation ein. "Mr. Reszko, Miss Patterson.", grüßte sie kurz. "Es gibt etwas neues. Die Geiselnehmerin fordert ein Shuttle. Der Captain will, dass Sie ein Team zusammenstellen, das sie im Shuttlehangar erwartet. Unsere Chancen, sie dort zu überrumpeln sind wesentlich höher." Als Shakkle die Worte vernahm, blickte er die Frau perplex an, holte sie an die Seite, damit seine Leute es nicht mitbekamen und fragte leise: "Hat der Commander auch verlangt, der Frau auch gleich ein Phasergewehr in die Hand zu drücken? Ist ihm klar, dass die Frau nur aus dem geschlossenen Raum entkommen will? Sie hat NICHTS zu verlieren. Sie tötet die Geiseln, wenn sie keine Verwendung für sie hat, oder aber als Druckmittel gegen uns. Sie kann nicht beide Geiseln mitnehmen wollen, dass wäre taktisch ungeschickt. Sie nimmt die Frau mit und mein Mann wird vermutlich als Warnung getötet. Wenn Sie glauben, sie nimmt den Shuttle, den wir wollen, haben Sie sich geirrt. Sie wird eine Falle vermuten und nimmt sich ein anderes. Da sie sich scheinbar hervorragend mit den Systemen der Sternenflotte auskennt, weiß sie auch vermutlich, wie man die Schilde so moduliert, um möglichst lang einen Transport zu verhindern. Ich halte es als unklug, die Frau aus dem Isolationsraum zu lassen." Eins musste man dem Sicherheitschef lassen, er kannte sich in seinem Gebiet aus. "In dem Fall sagen Sie es dem Captain selbst, wenn Sie seine Order nicht ausführen.", antwortete sie etwas zickig. Für sie hörten sich beide Varianten logisch an, sie war nicht der Experte, aber dem Befehl eines Captains war Folge zu leisten. Shakkle sah die Frau zuerst überrascht, dann aber neigte er seinen Kopf leicht zu Seite und seine Augen verengten sich missbiligend. Doch bevor er der Lieutenant Commander seine Meinung aufdrücken konnte, von wegen: Wer für die Sicherkeit des Schiffes verantwortlich war, sprach seine Taktikerin. Sie unterstützte seine Sichtweise. "Commander... wir können nicht zulassen, dass diese Frau die Möglichkeit erhält, zu fliehen, und die erhält sie, sobald sie einen Schritt aus dieser Kammer macht. Die übrige Krankenstation hat immerhin zwei Decks und mehrere Ein- und Ausgänge. Kurzum: genug Fluchtwege, die unsere 'Freundin' nehmen kann, und die Victory ist verdammt groß. In der Zeit, in der wir sie suchen, kann sie genug Chaos anrichten - inklusive der Befreiung ihrer Leute.", bezog Mila Stellung für ihren neuen Chef. Es war zu riskant, auch nur zum Schein auf die Forderung der Geiselnehmerin einzugehen. "Was wir aber schnell brauchen - egal, wo sich unsere Geiselnehmerin befindet - ist ein Mittel, wie wir sie ausschalten können, und das schnell genug, damit sie keine Gelegenheit hat, unserer Ärztin auch nur ein Haar zu krümmen.", gab sie zu bedenken und hoffte, Izami als Wissenschaftlerin fiel etwas ein. --- Deck 14, Holodeck 5 Ensign Kyle Hudson und sein Gegner umkreisten sich langsam und vorsichtig. Das Holzschwert lag fest in seiner Hand, bereit jeden Angriff seines Gegners abzuwehren. Kyle machte langsam einen Schritt nach vorn, versuchte eine Lücke in der Abwehr seines Gegners zu entdecken, während dieser ebenfalls auf ihn zukam. "Diensthabender Offizier an Ensign Hudson!", bellte plötzlich eine Stimme aus seinem Kommunikator. Kyle schreckte auf und blickte zu seinem Uniformpullover, den er auf einer Bank abgelegt hatte. In diesem Moment machte sein Gegenüber einen schnellen Schritt nach vorn und traf ihn mit einem harten Schlag auf der Schulter. Sein Gegner, Ensign Katsuyo Kawada, nahm seine Maske ab und zeigte ein triumphierendes Grinsen. "Du bist besiegt, Kyle.", meinte er lakonisch. "In einem Kendokampf darf man sich von nichts ablenken lassen." Kyle sagte nichts darauf, sondern ging zu seiner Uniform, während er sich die schmerzende Schulter rieb. Er tippte auf den Kommunikator und meldete sich: "Ensign Hudson hier." "Ensign, wir haben einen Sicherheitsalarm auf der Krankenstation. Eine Geiselnahme. Gehen Sie zur Waffenkammer, bewaffnen Sie sich und melden Sie sich anschließend auf der Krankenstation." Der diensthabende Sicherheitsoffizier unterbrach die Verbindung. "Großartig", meinte Kyle sarkastisch zu Kawada. "Das letzte Mal als ich einen Sicherheitsalarm hatte, hat irgendein sturzbetrunkener Techniker die ganze Ausnüchterungszelle vollgekotzt und ich durfte die Säuberungsaktion leiten..." Kawada grinste, während Hudson in seine Uniform schlüpfte und das Holodeck verließ. Er ging so schnell er konnte zur Waffenkammer, wo er sich mit einem Phaser und einem Kompressionsgewehr ausrüstete. Danach ging er in Richtung Krankenstation, wo bereits ein Sicherheitsteam und drei hochrangige Offiziere standen. Von den höherrangigen Offizieren kannte Hudson Reszko als einzigen persönlich, also schulterte er sein Gewehr und meldete sich beim Sicherheitschef. --- Deck 6, vor der Krankenstation Der CoS wartete kurz und sagte dann: "Da gibt es etwas. Ein gasartige Substanz, die unsichtbar und geruchlos ist. Das schöne daran ist, dass es nur auf Cardassianer wirkt und über die Haut aufgenommen wird, also hilft keine Atemmaske. Leider gibt es zwei Probleme. Ich habe es nicht hier...", was jedoch nicht der Wahrheit entsprach und "...und zweitens es ist schwer zu dosieren. Ich meine, damit es nicht tödlich wirkt. Obwohl es mir keinen Schlaf rauben würde, wenn die Geiselnehmerin draufgeht.", auf seinen Gesicht erschien ein unangenehmes Lächeln. Mit Augenwinkel sah er Ensign Hudson auf sich zugehen und sein Gesicht wurde wieder neutral. "Ensign Hudson meldet sich zum Dienst, Sir." "Rühren, Ensign Hudson. Helfen Sie bei der Evakuierung und sorgen Sie dafür, dass keiner mehr in die Krankenstation reinkommt.", meinte der CoS. Hudson nickte seinem Vorgesetzten zu, bevor er in die Krankenstation eintrat. Die Sicherheitsleute waren gerade dabei, das medizinische Personal zu evakuieren. --- Deck 6, Krankenstation Es herrschte auf der ganzen Krankenstation ein ziemliches Durcheinander; der Ensign konnte die ganze aufgestaute Spannung fast spüren. Eine Krankenschwester diskutierte mit einem Crewman von der Sicherheit heftig darüber, dass einige Patienten dringend Bettruhe benötigten und eigentlich nicht aufstehen sollten. Hudson wandte sich an einen Chief Petty Officer, der neben dem Eingang in die Krankenstation stand: "Können Sie mir erklären, was genau eigentlich los ist, Chief?" "Eine Cardassianerin ist durchgedreht und hat 'ne Ärztin und einen von uns als Geiseln genommen. Sie sitzt in dem Raum dort hinten fest. Wenn Sie mich fragen, Sir" Das 'Sir' sprach der ältere Unteroffizier sehr betont aus, was Hudson fast auf die Palme brachte. "So sollten wir einfach stürmen und die Frau abknallen. Sollte kein Problem sein", beendete der Chief seinen Satz. Kyle ging auf die Meinung des anderen gar nicht ein, sondern sagte einfach: "Schon gut. Bilden Sie zunächst einmal zwei Teams. Das erste soll mit den Kompressionsgewehren im Anschlag vor der Tür zur Geiselnehmerin in Stellung gehen. Es darf da keine Fliege raus oder reinkommen, ohne dass wir es wissen. Das zweite soll die ganze Krankenstation vollkommen evakuieren und das ganze möglichst schnell... Wenn Lt. Cmdr. Reszko hier reinkommt und dieses Chaos sieht, reißt er uns beiden den Kopf ab." Der Chief nickte und versuchte etwas Ordnung in das Chaos zu bekommen. Ein paar Minuten später war die Krankenstation vollständig evakuiert und das Sicherheitspersonal war in Stellung gegangen. Hudson kniete hinter einem Bett, das direkt neben dem Eingang stand, um Leute aufhalten zu können, die versuchen sollten in die Krankenstation zu gelangen. Die Mündung seiner Waffe zielte direkt auf die Tür, hinter der sich die Cardassianerin und ihre Geiseln befanden. Kyle und seine Leute waren bereit, auf alles zu feuern, was aus dem Raum auszubrechen versuchte. --- Deck 1, Brücke Noch während James auf die Antwort der cardassianischen Geiselnehmerin wartete, stand er auf und ging zu Nyberg an die OPS und beugte sich zu ihr. "Holen Sie mir unser neuen Counselor und treiben sie Gul Telmar auf, der scheint mir dafür wie gemacht." Als er sich sicher war, dass Ensign Nyberg ihn verstanden hatte, trottete er zurück zu seinem Platz in der Mitte der Brücke. Anna nickte und ließ sich die Aufenthaltsorte der Gesuchten anzeigen - es war nicht wirklich notwendig, aber sie hatte es sich inzwischen zu einer Gewohnheit gemacht, wenn sie hier an der Konsole saß, so konnte sie abschätzen, wie lange die beiden bis zur Krankenstation brauchen könnten. Der neue Counselor, frisch transferiert von der Ticonderoga, Anna schlug zur Sicherheit seinen Namen noch einmal nach, war in seinem Quartier. Sie öffnete eine Kom-Verbindung. "Brücke an Lieutenant Knight. Bitte kommen Sie sofort auf die Brücke. Ihr fachlicher Rat wird benötigt." Sie überlegte einen Moment, ob sie einen Plan mitschicken sollte, aber jeder Turbolift kannte die Brücke als Ziel. Dann wandte sie sich der von ihr am wenigsten - Moment, jetzt da sich die Gefangene in der Krankenstation verschanzt hatte, der am zweitwenigsten geliebten - Person an Bord zu. "Brücke an Gul Telmar. Ihre Anwesenheit und ihr ... Sachverstand werden hier benötigt." --- Deck 3, Quartier Knight Daniel packte in aller Ruhe seine persönlichen Dinge aus und versuchte; sich ein wenig häuslich nieder zu lassen. Die Versetzung war sehr plötzlich und somit vollkommen unerwartet gekommen und so wirklich gefiel sie ihm auch nicht. Er trat an das Terminal und wies den Computer an, ihm einen Becher Kaffee zu replizieren, mit diesem in der Hand ließ er sich auf einen Stuhl sinken. Sich durch die Akten der Crew zu arbeiten würde ewig dauern. Er griff nach seinem PADD und begann zu lesen. Plötzlich meldete sich sein Kommunikator zu Wort:>>"Brücke an Lieutenant Knight. Bitte kommen Sie sofort auf die Brücke. Ihr fachlicher Rat wird benötigt." << 'Das fängt ja gut an! Gerade erst angekommen und schon werde ich gebraucht!', ging es Daniel durch den Kopf, während er bereits seine Unterkunft verließ und sich auf den Weg zum dichtesten Turbolift machte. --- Deck 6, vor der Krankenstation Deirdra wartete ab, bis Reszko auf Hudson reagiert hatte, um dann erst zu antworten. Das gab ihr etwas Zeit für Überlegungen. Reszkos Vorschlag hatte etwas für sich. So wie sie der Sicherheitschef angeblickt hatte, beschlich sie allerdings das Gefühl, angenommen, er hätte dieses Gas zur Verfügung, würde er es mehr als ausreichend dosieren. Aber was sollte sie eine tote, cardassianische Piratin stören? Auf Cardassia wäre sie dafür sowieso zum Tod verurteilt worden. Und die von Reszko vorgeschlagene Art hörte sich humaner an, als das, was sich Deirdra unter cardassianischen Exekutionsmethoden vorstellte. Der Angriff wäre gesühnt - nur - an dem Angriff war mehr als ein Schiff beteiligt gewesen. Eine neue Idee formte sich in Deirdras Hirn. Eine Idee, die sie allerdings lieber noch für sich behielt, Reszko und die Sicherheitler überhaupt schienen ihr zu voreingenommen, um ihn zu beurteilen. Der Captain schien ihr dazu eine geeignetere Person. "Wie schnell könnten sie dieses Gas synthetisieren? Ist es zeitlich überhaupt machbar?", ging sie erst einmal auf Reszkos Vorschlag ein. Dann blickte sie noch einmal zu Patterson und wieder zurück zu Reszko. "Sie beiden scheinen mir einige Lösungsvorschläge zu haben. Wir sollten das in der passende Runde entscheiden. Entschuldigen Sie mich einen Moment." Sie berührte ihren Kommunikator. "Izami an Yates. Captain, wir sollten einen Krisenstab bilden. Ich denke, es gibt Diskussionsbedarf." Das war ihre Art zu sagen, dass der Sicherheitschef von Yates' Anweisungen nicht gerade erfreut war. --- Deck 1, Brücke James horchte auf, als er Deirdras Stimme vernahm. "Gute Idee. Unser neuer Counselor und Gul Telmar sollten auch gleich eintreffen. Wir sehen uns im Konferenzraum hier auf Deck 1. Bringen Sie den Sicherheitschef mit. Yates Ende.", schloss er die Verbindung. Kurze Zeit später erreichte er sein Ziel. Daniel betrat die Brücke und blickte die junge Frau fragend an: "Ich wurde gerufen, Ensign?" Anna wandte sich um, um den Neuankömmling in Augenschein zu nehmen. "Ja. Der Captain könnte eventuell ihren Rat benötigen." Sie wies Richtung Captain's Chair, in dem Yates gerade etwas beschäftigt aussah. Also informierte sie den Counselor weiter. "Wir haben eine Geiselnahme auf der Krankenstation. Eine cardassianische Gefangene war dort zur Behandlung und hat eine Ärztin und einen Offizier der Sicherheit in ihre Gewalt gebracht. Sie fordert ein Shuttle und freies Geleit in cardassianisches Gebiet. Der Captain hat ihr ein Typ 9 angeboten. Wie gut kennen Sie sich mit der Psychologie solcher Situationen aus?" Daniel antwortete nicht sofort auf die Frage, in Gedanken ging er bereits durch, wie viel er tatsächlich über solch ein Situation wusste und was jetzt zu tun war. Was sollte er dem Captain raten, wenn ihn dieser um Rat fragte? Gerade erst auf dem Schiff angekommen und gleich so eine Herausforderung. 'Das fängt ja gut an!' Er atmete tief durch. 'Wie auch immer, wird schon werden!' Knight blickte die Frau an, lächelte ihr zu: "Ausreichend würde ich sagen, Ensign. Doch könnten Sie wohl so freundlich sein und mich dem Captain melden? Alles weitere möchte ich dann doch lieber mit ihm besprechen." "Natürlich, Sir.", antwortete Anna. Sie drehte sich wieder zur Mitte der Brücke und räusperte sich, um die Aufmerksamkeit des Captains zu erlangen. "Captain Yates, Lieutenant Knight, der neue Counselor, ist eingetroffen." Sie wies zu dem hochgewachsenen Mann, der neben ihr stand. Yates nahm ihre Ankündigung dankend zu Kenntnis und wandte sich dann dem Counselor zu. "Willkommen an Bord, Lieutenant. Bedauernswert, dass wir uns unter diesen Umständen zum ersten Mal begegnen. Sie sind schon über die Situation informiert?" Er blickte zu Knight und Nyberg, falls sie ihn schon informiert hatte, war er zu beschäftigt gewesen, es wahrzunehmen. "Vielen Dank, Sir. Und ja, es ist wirklich bedauerlich. Ich bin in groben Zügen unterrichtet worden, ich weiß es handelt sich um eine Geiselnahme, eine Cardassianerin hat eine Ärztin in ihre Gewalt gebracht und es sind Forderungen gestellt worden. Genauer habe ich Ensign Nyberg nicht ins Detail gehen lassen, sondern sie gebeten mich Ihnen zu melden, Sir." Hier machte Daniel eine Pause, er würde nicht einfach irgendwelche Vorschläge unterbreiten oder sich sonst wie ins Geschehen mischen. Nicht bis er mehr wusste, nicht nur über dieses Ereignis als solches, sondern auch über die Zusammenhänge. Er hörte gewöhnlich immer zu erst zu, fragte so lange nach, bis er glaubte alles gehört zu haben, trug so zu sagen die Teile zusammen, erstellte sich sein eigenes Bild und gab dann seine Meinung dazu ab. Er sagte stets was er dachte, nahm selten ein Blatt vor den Mund. Dann sprach er ruhig weiter: "Haben Sie vor, die gestellten Forderungen zu erfüllen, Sir? Oder sind Gegenmaßnahmen unternommen worden?" Daniel wählte die Formulierung absichtlich so ungenau, schließlich konnte Gegenmaßnahmen auch bedeuten, dass die Krankenstation evakuiert wurde. Vor allem bezweckte er mit dieser Frage, heraus zu finden, wie weit Yates bereit war, ihn schon mit ein zu beziehen. Schließlich kannte er bisher nicht mehr als Daniels Akte. "Es wäre närrisch, ihre Forderungen zu erfüllen.", erklang es aus dem Hintergrund. Mit wenigen Schritten hatte sich Telmar vom Turbolift zu Yates bebeben und musterte Knight. "Die Föderation hat bereits die Industriereplikatoren an den Widerstand verloren. Jetzt eine Zellenführerin mit einem ganzen Shuttle abziehen zu lassen, würde dazu führen, dass der Widerstand jedes Sternenflottenschiff nur noch als leichte Beute ansehen würde. Und das für die Hoffnung einen Arzt lebendig wieder zu bekommen. Wer hat überhaupt veranlasst, dass man sie auf die Krankenstation bringt?" "Lieber Gul Telmar, es freut mich auch Sie zu sehen.", er lächelte den Cardassianer an. "Was die Krankenstation angeht: Ich nehme an, dass dies entweder von der Sicherheit oder der Krankenstation angeordnet wurde - wohlmöglich von beiden. Ich hatte noch keine Gelegenheit, mich mit den Personen zu unterhalten, aber Mr. Reszko ist unterwegs hierher. Wir werden im Konferenzraum einen kleinen Krisenstab bilden." Er nickte auch Lieutenant Knight zu. "Ich schlage vor wir drei gehen schon einmal dorthin. Mr. Reszko und Mrs. Izami werden dort sicher gleich eintreffen." Mal wieder wandte er sich an Ensign Nyberg und übergab ihr solange das Brückenkommando. --- Deck 6, vor der Krankenstation "Sie haben den Captain gehört.", wandte Deirdra sich wieder an Reszko. "Wollen Sie Miss Patterson das Kommando hier vor Ort übertragen, oder hätten Sie sie lieber dabei?" Seine Antwort, ob er das Gas beschaffen könnte, konnte sie sich ja immer noch im Gehen anhören. --- Deck 6, Krankenstation Nach einiger Zeit war Dana bei der Krankenstation angekommen .Doch je näher sie kam, kamen ihr immer mehr Leute entgegen. Dabei handelte es sich um wohl um Kranke aus der Krankenstation, denn sie wurden teilweise von dem Pflegepersonal gestützt, die sie begleiteten. Irgendetwas stimmte nicht, das spürte Dana ganz deutlich. Nur was, konnte sie nicht sagen. Sie überlegte einen Moment lang ganz umzukehren, doch ihre Neugier obsiegte. So ging sie weiter. Keiner von den entgegenkommenden Menschen machte sich die Mühe, ihr zu sagen, was überhaupt los war. Anscheinend dachten sie das sie wohl herbeigerufen worden war. So vermutete es Dana. Sie ihrerseits fragte auch niemanden. Endlich gelangte sie um die Ecke, wo die Krankenstation lag. Mehrere Sicherheitsleute bewachten die Ausgänge. Sie bemerkte nun eine hochgewachsene Gestalt, die Anweisungen erteilte. Bisher hatte sie diesen Mann noch nicht kennen gelernt. Er überragte die meisten der andren. Anscheint hatte er gerade das Sagen hier draußen. Also ging Kara nun zu ihm herüber. Dabei bemerkte sie, dass er bemerkenswert schwarze Haare hatte. Er war kräftig und hatte wie viele in diesen Job einen gut trainierten Körper. Der auf Dana etwas Anziehendes hatte. Sie nahm sich zusammen und fragte nun "Ensign, was ist hier los?" Shyla hatte von einem Mitglied der Sicherheitsabteilung erfahren, was los war. Erschrocken hatte sie auf die Nachricht reagiert, dass die Cardassianerin ihre Stellvertreterin als Geisel genommen hatte. Wie konnte so etwas nur passieren? Sie würde sich den Sicherheitschef Reszko vorknöpfen, wenn das alles vorbei war. Jetzt hatte sie nicht mehr nur ein Hühnchen mit ihm zu rupfen. Zum Glück gehörte eine Evakuierungsübung zum jährlichen Programm der Krankenstation, und so wusste jeder Mitarbeiter, was zu tun war. Schnell leerte sich die Krankenstation, und die Patienten wurden in andere Räumlichkeiten verlegt. Zum Glück war so viel nicht los gewesen. Nachdem Shyla sich davon überzeugt hatte, dass jeder untergebracht war und alle versorgt waren, kehrte sie zur Krankenstation zurück. Der Eingang war inzwischen von der Sicherheit abgesperrt worden. Shyla sah sich um und sah einen Ensign, der anscheinend etwas zu sagen hatte. Vor ihm stand eine Wissenschaftlerin, Shyla hatte sie noch nie gesehen. "Entschuldigen Sie, Ensign.", sprach sie den Sicherheitler an. "Ich bin Dr. Shyla Miller, Chefärztin. Die Cardassianerin hat meine Stellvertreterin als Geisel genommen. Können Sie mir sagen, wie genau es dazu gekommen ist, und wissen Sie, wie es ihr geht?" fragte sie. Die Situation hatte sich bereits etwas beruhigt. Der Cardassianerin sollte es ohne Wissen der Sicherheit nicht gelingenm aus dem Raum hinauszukommen. Kyle überlegte, was sie vorhaben könnte... Vermutlich würde sie mit Commander Yates verhandeln, wahrscheinlich die Geiseln gegen freies Geleit. Hudson hoffte, dass Yates darauf nicht eingehen würde. Am liebsten würde er selbst sofort da rein stürmen und die Geiselnehmerin unschädlich machen, aber das ging nicht ohne die Geiseln zu gefährden. Kyle wurde aus seinen Gedanken von einer weiblichen Stimme aufgeschreckt und drehte sich um. Eine hübsche Bajoranerin stand vor ihm, ihrer Uniform nach eine Wissenschafterin, aber Kyle kannte sie nicht. Am interessantesten fand Hudson die lange Narbe im Gesicht der Frau. Er lächelte ihr kurz zu und sagte: "Wir haben eine Geiselnahme, Ensign. Eine Cardassianerin hat Dr. Haris und einen Mann von der Sicherheit in Ihrer Gewalt. Wir versuch..." Zu Kara`s Unwillen hatte Dr. Miller den Sicherheitsmann einfach unterbrochen ehe er ihr antworten konnte. Stattdessen antworte er nun beiden. Kyle hatte seinen Satz noch nicht beendet, als ihn die Chefärztin von der Seite ansprach. "Ich weiß, Doktor. Aber ich kann Ihnen im Moment noch nichts genaueres sagen. Beiden Geiseln sollte es im Moment gut gehen und daran wird sich in nächster Zeit vermutlich auch nichts ändern. Ich weiß leider auch nicht, wie es dazu gekommen ist... Ich hatte bis vor kurzum noch dienstfrei. Ich kann nur vermuten, dass die Cardassianerin sowohl Dr. Haris, als auch den Mann von der Sicherheit überwältigt hat. Vielleicht ist sie irgendwie an seinen Phaser gelangt." Kyle blickte sich in der Krankenstation kurz um. "Darf ich Sie beide nun aber bitten, diesen Raum zu verlassen? Es ist hier zu gefährlich und ich kann nicht für Ihre Sicherheit garantieren..." Wie es Dana schien, ignorierte er dabei größtenteils, dass Miller ihm reingeredet hatte. Aber Dana hatte durchaus bemerkt, dass er sie eingehend gemustert hatte und ihr Gesicht betrachtet hatte. Ihre Narbe im Gesicht war nun auch wirklich nicht zu übersehen. Trotzdem war ihr bei seinen intensiven Blick ein kleiner Schauer über den Rücken gelaufen. Doch nun konzentrierte sie sich, ihm fest in die Augen zu sehen. "Ich will gegen ihre Sicherheitsmassnahmen nichts sagen. Aber wenn ich bemerken darf, ich bin auf Bajor aufgewachsen unter der Besatzung dieser Leute. Ich kann also gut auf mich aufpassen. Vielleicht kann ich ihnen sogar eine Hilfe sein. Ich würde gerne hier bleiben. Wenn sie nichts dagegen haben." Dabei stellte sie sich sogar ein wenig auf die Zehenspitzen um sich größer zu machen. "Würden Sie bitte die Anweisung des Sicherheitlers befolgen?", sprach Shyla die Wissenschaftlerin an. Es ärgerte sie hier, dass diese anscheinend grundlos hier herumstand und die Sicherheit von der Arbeit abhielt. "Ich habe keine Lust, sie nachher versorgen zu müssen.", begründete sie. Dann wandte sie sich wieder an den Ensign der Sicherheit. "Würden Sie mich bitte persönlich benachrichtigen, wenn es etwas Neues gibt? Im Besonderen natürlich, was den Gesundheitszustand meiner Stellvertreterin und ihres Kollegen betrifft. Und natürlich sollten sie uns rechtzeitig rufen, wenn sich abzeichnet, dass etwas passieren wird. Damit wir zur Stelle sind.", sagte sie. Und wieder hatte Miller ohne auf Kara zu achten einfach über sie hinweg bestimmt. Kara musste sich zusammen reißen um nicht mit dem Doktor zu streiten. Ohne näher auf Miller einzugehen wollte sie abwarten was Hudson sagen würde. Dabei versuchte sie Miller nicht näher zu betrachten. Doch dann hielt sie es nicht aus. "Doktor, wie ich eben schon sagte ich kann sehr gut auf mich aufpassen. Auf Bajor gab es auch nicht überall Ärzte und schnelle medizinische Versorgung. Und Sie sehen, ich bin unversehrt." Dabei übersah Dana, dass ihre Worte nicht der Wahrheit entsprachen. Was man in ihrem Gesicht nur zu gut lesen konnte. Nun schaute sie Hudson an. Er hatte ihrer Meinung nach das letzte Wort. Sie schaute ihm nun direkt in die Augen. Doch sie senkte schnell den Blick. Etwas war in seinem Augen, was sie in seinen Bann zog. Es war etwas dabei, begleitet von einem Gefühl, das Dana Angst machte. Kyle hatte die heftige Reaktion von Ensign Kara überrascht zur Kenntnis genommen und ein kurzes Lächeln überflog sein Gesicht. Feuer hatte sie jedenfalls. Danach blickte sie ihm einen Moment in die Augen, senkte ihren Blick aber wieder. Der Blick der Bajoranerin hatte etwas kämpferisches, aber auch sehr sanftes an sich, was Kyle sofort in ihren Bann schlug. Er schluckte einmal, riss sich dann aber zusammen... Das war weder der richtige Ort, noch die richtige Zeit für solche Gedanken. Es war sein erster Einsatz und Lt. Cmdr. Reszko verließ sich auf ihn. Er überlegte kurz, zuckte dann aber mit den Schultern. Vielleicht könnte es doch nicht schaden, die beiden Frauen in der Nähe zu wissen. Dr. Miller konnte sich im Falle von einer Eskalation der Situation sofort um die Verwundeten kümmern und Ensign Kara konnte vielleicht wirklich hilfreich sein. 'Und das ist natürlich auch der einzige Grund, warum sie hier bleiben soll... Belüg dich nur selber...', dachte er. Kyle räusperte sich und sagte: "Schon gut. Wenn ich es mir recht überlege, können Sie beide hier bleiben. Aber ich bitte Sie dennoch inständig, sich aus der möglichen Schusslinie der Cardassianerin zu halten. Doktor, wenn es Ihnen recht wäre, so könnten Sie sich vielleicht auf etwaige medizinische Notfälle vorbereiten. Wir wissen noch immer nicht, ob die Geiseln unversehrt sind. Vielleicht kann Ihnen Ensign Kara dabei helfen..." Dabei schaute Hudson Dana noch einmal intensiv an. So als wollte er zu ihr alleine noch etwas sagen, doch er beließ es. Vielleicht war es wegen der streitbaren Ärztin. Doktor Miller machte auf Dana nicht den Eindruck, als sei sie glücklich über Hudsons Vorschlag. Dana war gespannt, ob sie sich nun so einfach fügen würde. Sie dagegen betrachte Hudson noch einmal. Und auch wenn sie lieber hier in der unmittelbaren Gefahrenzone geblieben wäre, musste sie zugeben, dass er recht hatte. 'Außerdem war hier nun wirklich nicht der Augenblick zum ...' Doch sie unterbrach ihren eigenen Gedankengang. Es war weder die Zeit noch der Ort dafür .Sie verstand einfach nicht, was mit ihr auf einmal los war. Ihr war auch nicht der Blick von ihm vorhin entgangen, als sie geredet hatte. Dabei war ihr heiß und kalt zugleich geworden. Doch nun wurde ihre Aufmerksamkeit abgelenkt. Dr. Miller ergriff das Wort wieder einmal. "In Ordnung, Ensign. Ich werde in einem der Räume hier gegenüber des Haupteinganges ein medizinisches Notfalllager errichten.", antwortete Shyla dem Sicherheitler. So war sie in der Nähe und würde sofort eingreifen können, wenn sich dort drinnen etwas ergab. Sie schauerte erneut zusammen, wenn sie daran dachte, dass ihre Stellvertreterin in den Händen der Geiselnehmerin war. Hoffentlich nahm das alles ein gutes Ende! Dann wand sie sich an die Wissenschaftlerin. "Haben Sie medizinische Kenntnisse?" Einen Moment lang wunderte sich Kara, da Doktor Miller nun völlig professional klang. Ganz im Gegensatz zu vorhin, das musste Kara wohl oder übel bewundern, so schnell umschalten zu können erforderte höchste Konzentration und das rechnete sie der Ärztin hoch an. Denn vorhin war sie ihr eher unsympathisch erschienen. Doch vielleicht war ihr Bild falsch gewesen. 'Vielleicht sorgt sie sich um jemanden den sie kennt der sich dort drin befand.', dachte Dana. Sie wusste ja von Hudson, dass die Geiselnehmerin eine Geisel genommen hatte, die dort arbeitete. Endlich antworte sie der Ärztin. "Nun ja, ich hab einen Erste-Hilfe-Kurs auf der Akademie gemacht und hab früher öfters mal Verbände für meine Kameraden auf Bajor gefertigt. Darauf erstreckt es sich dann. Ich hoffe ich kann ihnen damit irgendwie behilflich sein. Ich erinnere mich noch ganz gut." Noch einmal schweifte ihr Blick zu Hudson. Am liebsten hätte sie es gehabt, hier bei ihm zu bleiben. Er wirkte auf sie sogar beruhigend ganz im Gegensatz zu Dr. Miller. Diese Frau machte ihr sogar ein klein wenig Angst. Vielleicht lag es daran, dass Dana noch nie gerne in der Nähe von Ärzten aufgehalten hatte. Zu verankert waren in ihr die Schreckbilder ihrer Kindheit. In den Dörfern kursieren immer wieder Geschichten über cardassianische Ärzte die Greueltaten an Bajoranern verübten. Ob das stimmte, wusste niemand so genau. Heute nicht mehr, doch damals warnten die Eltern ihre Kinder eindringlich, sich von solchen Ärzten fern zuhalten. Daraus wurde in den Kindergehirnen schnell, dass man möglichst alle Ärzte meiden sollte. Nun erwartete sie Doktor Millers Antwort. Wieder streifte ihr Blick Hudson. Er schien gar nicht mehr richtig zugehört zu haben. Anscheinend war er schon mit seinen Gedanken bei seiner nächsten Aufgabe. Dabei wirkte er nun auf Dana noch ein bisschen mehr interessanter. Doch beide hatten Recht. Sie hatten in so einer gefährlichen Lage hier nichts zu suchen. Sie war ja bloß Botanikerin. Und sollte eigentlich weit weg sein in ihrem Labor. Es war bloßer Zufall, dass sie in diese Lage geplatzt war und mehr als Doktor Miller zu helfen stand ihr nicht zu. Doch sie nahm sich vor, das so gut wie möglich hinzu bekommen. Und ganz tief in sich selbst hoffte sie dass Hudson ihre Bemühungen wahrnahm. Warum das ihr plötzlich so wichtig war wusste sie nicht zu sagen. --- Deck 6, Korridore Shakkle fragte sich immer noch, was die Frau hier eigentlich zu tun hatte. War sie nicht die Chefin der Wissenschaft der Ticonderoga? Müsste sie dann nicht blau tragen und kein rot? Yates schien auf sie zu hören... bloß wieso? Diese Gedanken kamen ihm während er die Frau genau im Auge behielt. "Lieutenant Patterson kommt mit und nimmt ihren Dienst an der TAK ein.", sagte er und blickte seine TAK an. "Ensign Hudson wird sicherlich in der Lage sein, selbstständig hier nach dem Rechten zu sehen." Dann sah er die beiden Frauen an, meinte: "Wir sollten Commander Yates nicht warten lassen." und ging in Richtung des nächsten Turbolifts. "Was Ihre Frage angeht Ms. Izami. Um dieses Gas zu synthetisieren, brauchen Sie ein entsprechendes Zugriffscode, denn sonst wird sich der Computer weigern dies herzustellen. Eine kleine Sicherheitsmassnahme. Es ist nunmal keine Standardwaffe der Sternenflotte. Leider wird Commander Yates eine entsprechende Genehmigung nur schwer bekommen.", Shakkle würde jedoch keinesfalls zugeben, dass er diese bereits besaß. "Das Zeug kann man zwar auch aus Einzelkomponenten zusammenbrauen, aber bei meinen Glück wirkt es tödlich auf alle auf dem Schiff, ergo kein Basteln bitte.", er dachte kurz auf die Unterhaltung von vorher und auf die Körpersprache der Frau. "Kann es sein, dass Sie eine andere Idee haben um dieser Situation Herr zu werden?", fragte er unverblümt. Mila bestätigte die Anweisung ihres neuen Chefs und folgte ihm und Izami zum Turbolift. Sie hoffte, Reszko hatte genug Zeit, seinen Plan umzusetzen, denn allzu lange konnte Yates die Cardassianerin sicher nicht hinhalten. Doch welchen Plan hatte Izami? War ihre Idee schneller umzusetzen? --- Deck 1, auf dem Weg zum Konferenzraum Daniel folgte dem Commander, was blieb ihm auch anderes übrig. Keine seiner Fragen war beantwortet worden und er somit genau so schlau wie zuvor. Für eine Diskussion, wie sie wohl geplant war, eindeutig zuwenig Informationen. Aus den wenigen Sätzen des Cardassianers allerdings, hatte er heraus hören können, das es sich um eine Zellenführerin handelte. Fest stand für ihn, dass auch er sie nicht mit einem Shuttle entkommen lassen würde, außer es gab einen guten Grund dafür. Sicherlich konnte es kaum einen besseren geben, als das Leben der Ärztin, doch daran dachte er im Augenblick nicht. Knights Gedanken bewegten sich in eine vollkommen andere Richtung. Daniel beschleunigte seine Schritte etwas um zu Yates aufschließen zu können. "Sir?" er sprach so leise, dass Gul Telmar ihn nur schwer würde verstehen können. "Könnten Sie mir wohl einen groben Umriss der Situation hier geben? Ich meine, ich habe keinerlei Hintergrundinformationen, weiß nicht mehr, als dass die Geisel eine unserer Ärztinnen ist und die Geiselnehmerin eine Zellenführerin. Das ist, um ihnen wirklich hilfreich sein zu können, etwas wenig, Sir." Fragend betrachtete Daniel seinen Vorgesetzten von der Seite, während die drei ihren Weg fortsetzten. James schaute etwas skeptisch zu Knight, natürlich konnte er nichts wissen. Er war ja gerade erst an Bord gekommen. "Die Mission der USS Victory ist im Gegensatz zu der der USS Ticonderoga komplett politisch und militärisch angedacht. Daher haben wir auch Gul Telmar an Bord. Er ist von seinem Oberkommando als Verbindungsoffizier zu uns geschickt worden. Er kennt sich mit der politischen und militärischen Situation hier gut aus und kennt die Gegend. Bei der Geiselnehmerin handelt es sich um eine der Kommandanten der Schiffe, welche die Kolonie Trelka V und dann später ihr Schiff, die USS Ticonderoga, angegriffen haben." Er sah zu Telmar. "Wir konnten Sie gefangen nehmen und soweit ich weiß wurde sie von Gul Telmar und unserem Sicherheitschef und zweitem Offizier, Lt. Cmdr. Reszko, gestern verhört. Was die beiden aus ihr rausbekommen haben, warum sie auf die Krankenstation kam und was da jetzt passiert ist - ich weiß es selber nicht. Nur dass eine Ärztin in ihrer Gewalt ist und sie entkommen will." Er sah zu Knight "Reicht das?" fragte er rhetorisch und öffnete die Tür zu Konferenzraum 1 hinter der Brücke und trat ein. --- Turbolift Inzwischen hatten sie den Turbolift betreten. Sie blickte Reszko etwas schräg an. Sie mochte seine abfälligen Aussagen über den Captain nicht. Es lag nicht an ihrer frisch entstandenen Beziehung zu James, bei Captain Saatik hätte sie gleich reagiert, es ging um Loyalität im Allgemeinen. Der Captain würde selbst beurteilen können, ob er an diese Zugriffscodes kam, oder nicht. Dementsprechend reagierte sie etwas wortkarg auf seine Frage. "Ja, ich habe eine Idee." Sie lächelte wissend. "Die kann allerdings noch warten, bis alle zugegen sind." Die Türen des Turbolifts öffneten sich und Deirdra trat hinaus. --- Deck 1, Brücke In Shakkle keimte plötzlich ein Gedanke auf, die Frau sei auf Yates fixiert und egal was er sagte, sie es als Angriff auf den CO wertete. Seltsam... Doch als sie die Brücke erreicht hatten und Lt. Patterson sie verließ, sagte er auf einmal eindringlich: "Ms. Izami, bevor wir in den Konferenzraum gehen, mochte ich Sie kurz unter vier Augen sprechen. Es ist wichtig..." Als Lieutenant Patterson den Konferenzraum betrat, konnte Deirdra kurz erkennen, dass sich dort bereits jemand aufhielt, die anderen schienen bereits da zu sein. "Na gut, wenn es schnell geht.", antwortete sie Reszko und führte ihn etwas zur Seite in eine ruhigere Ecke, außer dem Bereitschaftsraum und dem Turbolift stand leider kein anderer abgeschlossener Raum zur Verfügung. Leise, damit es nicht die ganze Brücke hörte, fragte sie: "Worum geht es?" Shakkle folgte der Frau und meinte dann genauso leise: "Da bei der Besprechung auch Gul Telmar teilnehmen wird, muss ich Sie ersuchen nichts über den von mir genannten Kampfgas zu sagen. Ich will nicht, dass der Gul sich dann auf die Suche nach seinen Gral macht und sich in unsere Datenbanken hackt, um mehr zu erfahren. Es ist zwar möglich, dass die Cardassianer etwas über diese Waffe wissen, aber ich will nicht sie darin bestätigen.", er blickte Izami dabei an und fragte sich, ob ihr die Brisanz der Sache klar war. Deirdras Gesichtsausdruck wurde ernst, als sie Reszkos Worten lauschte. "Ich verstehe.", antwortete sie und nickte. "Danke für den Hinweis.", fügte sie noch hinzu. "Ich werde das Thema nicht anschneiden. Aber vielleicht können Sie die Gelegenheit nutzen, den Gul etwas abzuklopfen. Er wird zu dem Thema ebenfalls auf rohen Eiern sitzen, aber es sollte auch in seinem Interesse sein, diese Geiselnahme zu beenden." Sie musterte Reszko noch einmal. "Können wir reingehen oder gibt es sonst noch etwas?" Shakkle lächelte beinahe und meinte nur: "Über das Andere, was mich beschäftigt können wir reden, nachdem diese Krise vorüber ist. Nach Ihnen bitte." Und zeigte in Richtung des Konferenzraums. Deirdras Blick hing noch einen Moment länger als notwendig an Reszko, dann folgte sie seiner Aufforderung und sie betraten den Konferenzraum. --- Deck 1, Konferenzraum Nun, damit würde sich Daniel wohl vorerst zufrieden geben müssen. Er folgte Yates in den Konferenzraum, dabei fasste er bereits zusammen, was er bis jetzt schon erfahren hatte und welche Möglichkeiten er sah. "Eins wüsste ich schon noch gerne, Sir.", diesmal so laut, dass ihn auch Gul Telmar hören konnte: "Ist ihre gesamte Zelle zerschlagen worden, oder besteht die Möglichkeit, das sie nach ihrer Flucht versuchen wird ihre restlichen Verbündeten um sich zu scharen? Oder anders gefragt, wie wichtig ist sie für Sie?" Während er sprach, beobachtete er beide Männer genau. "Die Zelle besteht wie ich denke noch, dies wird nur ein kleiner Angriffsverband sein. Ich denke diese Anführerin ist ein guter Draht zu dem Untergrund in dieser Region." Kaum hatte James dem Counselor geantwortet öffnete sich die Tür des Konferenzraumes und die anderen Krisenstabs-Mitglieder traten ein. Deirdra kam auf ihn zu. Deirdra suchte sich einen freien Platz. Auf dem Weg dahin blieb sie einen Moment bei James stehen und beugte sich zu ihm hinab, mit gebührendem Abstand, wie es jeder Adjutant oder Assistent getan hätte und wisperte in sein Ohr: "Es wäre vielleicht gut, wenn Sie mich der Runde vorstellten, Captain." Die förmliche Anrede, falls jemand mithörte. "Die Sicherheitler schienen mir vorhin etwas irritiert von meinem Rollenwechsel." Dann ging sie weiter und setzte sich. Shakkle folgte Ms. Izami und setzte sich so hin, dass er die Aussichtsfenster an der Seite hatte. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Lexi tastete sich mit ihrer Zunge immer weiter vor, um das Pflaster von ihrem Mund zu lösen. So untätig konnte sie nicht bleiben, auch wenn ihre Angst überwog, aber vermutlich würde diese Cardassianerin mit ihr machen, was sie wollte, aber sie wollte wenigstens nichts ungeschoren über sich ergehen lassen und am Ende als feige gelten. Als sie es schließlich geschafft hatte, das Pflaster soweit zu lösen, dass sie es nur noch wegdrücken musste, rollte sie sich auf die Seite, so dass sie zu der Cardassianerin blicken konnte und funkelte sie wütend an. Sie zog langsam ihre Beine an ihren Körper und versuchte sie in Richtung der Cardassianerin zu stoßen. Wie Ijara sich gerade von der Konsole wegdrehte, nahm sie eine Bewegung im Augenwinkel wahr. Es war ein Fehler gewesen, sich von der Geisel wegzudrehen. Die Ärztin hatte sie zwar kaum touchiert, aber das konnte sie nicht durchgehen lassen. Sie kratzte den letzten Rest ihrer Kraft zusammen und verpasste der Ärztin eine Mischung aus schallender Ohrfeige und Kinnhaken... sie konnte nicht mehr so gut zielen. "Versuchen Sie das ... nie wieder...", Ijara war außer Atem von der Anstrengung. Unsanft riss sie der Ärztin das Pflaster vom Mund und griff diesmal nach der ganzen Rolle. Schnell war ein neues Stück abgetrennt, eines, das zweimal um den Kopf gewickelt passte, das sollte sie nicht so schnell wieder gelockert bekommen. Dann fiel ihr ein, was sie vorhin gesehen hatte, ein Hypospray, das sie jetzt der Ärztin an den Hals setzte. "Ganz ruhig, meine Kleine.", presste sie zwischen den Zähnen hervor, so als beruhige sie ein ängstliches Tier. "Es ist nur ein Beruhigungsmittel." Ein starkes Beruhigungsmittel. "Damit Sie mir nicht noch einmal auf dumme Gedanken kommen." Der Schlag kam plötzlich, aber Lexi hielt sich für den Moment noch tapfer und wollte die Gelegenheit nutzen, als sie das Pflaster über ihren Lippen endlich los war. "Comput...", begann sie, da hatte sie auch schon das nächste auf ihren Lippen kleben und durch das Ziepen an ihren Haaren wurde ihr klar, dass es dieses Mal nicht so einfach werden sollte das Pflaster los zu werden. Die Cardassianerin hatte es einfach rücksichtslos über ihre Haare geklebt. Lexi wand sich unter den Attacken der Cardassianerin, aber dann wurde alles so neblig in ihrem Geist, kurz nachdem das Zischen des Hyposprays ertönt war. Jetzt wurde selbst das stetig zunehmende Puckern durch den Schlag, den sie nur wenige Augenblicke vorher für ihren Angriffsversuch kassiert hatte, egal. Bevor sie jetzt dem Commander antworten würde, lehnte sie sich noch einmal erschöpft an die Wand und atmete kräftig durch. Sie überlegte schon, ob sie hier nicht ein Aufputschmittel finden würde, ließ den Gedanken aber wieder fallen, da sie sich nicht sicher sein konnte, was sie von der Ärztin alles erhalten hatte, und wie es zusammenwirken würde. Ijara ordnete noch einmal ihre Gedanken und öffnete die Kom-Verbindung wieder. Als erstes ließ sie ein heiseres Lachen hören. "Sie belieben zu scherzen, Commander. Ich werde Ihnen entgegenkommen, wenn ich mich überzeugt habe, dass das Shuttle sauber ist. Und was die freie Flugbahn angeht, ich denke, die liegt in ihrem eigenen Interesse, wenn Sie diese kleine Rothaarige lebend zurück haben möchten." Die Worte, die die Cardassianerin mit der Brücke wechselte klangen nur noch dumpf und nichtssagend. Alles schien egal zu sein. Und so beruhigte Lexi sich und stellte nach einer Weile auch das Winden ihres Körpers auf dem Biobett ein. Kaum dass sie die Verbindung wieder geschlossen hatte, machte Ijara sich an der größten der verfügbaren Konsolen zu schaffen. Sie kannte sich recht gut mit Sternenflotten-Technik aus - Kenntnisse, die sie noch ihrem Dienst bei den Streitkräften verdankte. Sie würde detailliertere Informationen über das Grenzgebiet benötigen, wenn sie schnell untertauchen wollte, ob sie von hier wohl Zugriff auf Sternenkarten erlangen konnte? --- Deck 6, Krankenstation Kyle war froh zu hören, dass sich die beiden Frauen einigen konnten. Außerdem fand er es beruhigend eine Ärztin in der Nähe zu wissen, sollte die Cardassianerin plötzlich Amok laufen. Er rechnete es jedoch der bajoranischen Wissenschafterin hoch an, dass sie überhaupt hier hergekommen war und ihre Hilfe angeboten hatte. Die meisten anderen hatten die Bemühungen der Sicherheit überhaupt nicht unterstützt, wenn nicht sogar behindert. Noch während die Ärztin und die Bajoranerin miteinander sprachen, fühlte Hudson einen kalten Schauer über seinen Rücken laufen. Es war eine Art ungutes Gefühl, das er noch nie erlebt hatte. Er fühlte plötzlich vollkommene Ruhe um sich, als spürte er gerade die Ruhe vor dem Sturm. Passierte da etwas und er bekam es nicht mit? Er blickte auf die Tür, hinter der sich die Cardassianerin mit ihren Geiseln verschanzt hatte. War da etwas los und er stand nur da und merkte es nicht? Schließlich schüttelte der junge Ensign jedoch nur den Kopf und schenkte seine Aufmerksamkeit wieder den beiden Frauen vor ihm. Was auch immer es war... er hatte es sich vermutlich nur eingebildet. Er lächelte Kara noch einmal zu und sagte: "Bitte, tun Sie das Doktor. Falls Sie beide etwas brauchen sollten... mein Name ist Kyle Hudson. Sollte es Probleme geben, welcher Art auch immer, wenden Sie sich bitte an mich." 'Kyle.', Der Name schwappte wie eine Wolke in Karas Kopf. Immer wieder wiederholte sie den Namen, so als ob sie ihn, wenn sie das nicht tat vergessen könnte. Dazu hatte er auch noch Kara angelächelt. Unwillkürlich erwiderte sie sein Lächeln. Dana lächelte sehr selten. Eigentlich nie. Auf Bajor hatte sie lernen müssen das ein Lächeln nur zu oft falsch gedeutete werden konnte. Und es galt bei vielen Banden damals sogar als Schwäche. Es fühlte sich aber richtig an. Beide Blicke schienen sich einen Moment zu treffen. Doch schnell blickte Kara weg. Sein Blick war dermaßen intensiv, das sie befürchte zu verbrennen. Außerdem hatte Hudson mit den wenigen Worten die er gesagt hatte ihr das Gefühl zu geben, dass sie wichtig war. Und das es richtig war das sie nun half. Obwohl er es nicht einmal ausgesprochen hatte. Auch bemerkte sie nun, dass Hudson angespannter war, als noch vor fünf Minuten. Eine Alarmsirene schallte in ihrem Kopf. Wäre sie noch auf Bajor gewesen hatte sie instinktiv die Flucht ergriffen. Doch wohin hätte man an Bord eines Schiffes flehen sollen. 'Kara Dana reiß dich zusammen', schalt sie sich in Gedanken selbst. Shyla beobachtete, wie Ensign Hudson und die Wissenschaftlerin Blicke austauschten. Doch dies war nun wirklich nicht der richtige Augenblick zum Flirten. "Ja, das werde ich tun, Ensign.", antwortete Shyla. Dann trat sie an den Computer und ließ sich den Deckplan von Deck 7 anzeigen. Sie sah, dass sich genau gegenüber der Krankenstation wissenschaftliche Labore befanden. "Wir werden uns in den Laboren dort einrichten.", sagte sie zu der Wissenschaftlerin und deutete in Richtung der Tür. "Wie heißen Sie eigentlich, Ensign?" Wenn die Wissenschaftlerin ihren Name schon gesagt hatte, dann hatte ihn Shyla wieder vergessen. "Ich heiße Kara Dana, Doktor. Ich bin noch nicht sehr lang auf der Victory." Nun blickte Dana in die Richtung, in die Miller gezeigt hatte. Sie versuchte, den Blick der Doktor auszuweichen. Anscheinend befanden sich auf der gegenüberliegenden Seite Räume, die man zu Notfalllagern umgestalten konnte. Dana hatte nichts sehen können als Doktor Miller sich an den Computer gewendet hatte, um geeignete Räume, die in der Nähe waren, zu finden. Kara war einfach zu klein, um Miller über die Schultern zu sehen. Wieder einmal streifte ihr Blick Kyle Hudson. 'Hat die Ärztin etwas gemerkt? Dass mich Hudson verwirrt?', fragte sich nun Dana. 'Und was ist mit ihm?' Doch ihre Gedanken wurden unterbrochen. "Gut, dann lassen Sie uns anfangen.", sagte Shyla und trat auf die Labortür zu. Wie nicht anders zu erwarten, blieb ihr diese verschlossen. Haben Sie die Befugnis, die Tür zu öffnen?", fragte sie die Wissenschaftlerin. Hoffentlich waren sie nicht gerade an ein Hochsicherheitslabor geraten, zu dem kaum jemand Zutritt hatte. " Ja hab ich. Dies ist kein Hochsicherheitslabor. Doktor." antworte Dana wahrheitsgemäß. Die Doktor klang nun wieder etwas gereizter in Kara ´s Ohren da sich die Tür nicht öffnete wollte als Miller davor trat. Nun trat Dana neben die Doktor und tippte etwas in die Danebbenbefindliche Schaltfläche. Prompt öffnete sich die Tür vor Wissenschaftlerin und Artztin. Dana ließ der Artztin den Vortrat zum eintreten in dem sie ein Stück zur Seite wich. Damit sie hindurch konnte. Während die Ärztin und die Wissenschaftlerin die Krankenstation verließen, blickte Kyle ihnen mit gemischten Gefühlen nach. Auf der einen Seite war er froh die beiden Frauen aus einer möglichen Gefahr zu wissen, auf der anderen wäre es ihm lieber gewesen, wenn Ensign Kara noch hier geblieben wäre. Rasch bekam er sich jedoch wieder in den Griff. Das Leben zweier Geiseln stand auf dem Spiel und er durfte sich im Moment von nichts ablenken lassen. Er drehte sich um und fixierte wieder die Tür, hinter der sich die Cardassianerin verschanzt hatte. Im Grunde gab es nicht viele Möglichkeiten... entweder sie ließen sie laufen, was zur Folge hätte, dass sie beide Geiseln exekutieren würde. Daran hatte Kyle keinerlei Zweifel. Sollte er den Befehl bekommen zu stürmen, waren ebenso die Geiseln, wie auch das Leben seiner Männer in Gefahr. Kyle sah sich die Tür etwas genauer an... Es blieb nur die Möglichkeit sie mit Sprengstoff zu öffnen und sofort mit Rauch- und Blendgranaten vorzurücken. Aber das Risiko blieb außergewöhnlich hoch. Ansonsten fiel ihm nur noch die Möglichkeit eines gezielten Schusses eines Scharfschützen in der Shuttlerampe ein, die ziemlich groß war und wo man die Cardassianerin möglicherweise überraschen konnte. Kyle wurde langsam nervös. Er hoffte, dass bald sein Kommunikator piepen würde und er endlich neue Befehle erhielt. --- Deck 1, Konferenzraum James stand auf. "Bevor wir anfangen. ... Wir haben einige neue Mitglieder im Führungsstab." Er deutete auf den Counselor. "Lieutenant Daniel Knight, Counselor, kam von der USS Ticonderoga im Wechsel für unseren Mr. Tanner." Er sah zu Patterson. "Lieutenant Mila Patterson, wird unsere Taktik in Zukunft besetzen und zum Schluss Lieutenant Commander Deirdra Izami, kam ebenfalls von der USS Ticonderoga und ist unsere neue Erste Offizierin an Bord." Um Patterson, Knight und Izami vollends zu integrieren stellte er Reszko und Telmar ebenfalls kurz vor. Er hatte sich gerade wieder gesetzt als von der Brücke ein Kom-Ruf der Krankenstation durchgestellt wurde. Commander Yates hatte zuerst die neuen Mitglieder der Crew vorgestellt. Die Information über die neue XO beantwortete Shakkle eine der Fragen, die er hatte, was ihm aber wunderte war die etwas sonderbare Art der Mitteilung. 'Vielleicht hat es mit der derzeitigen Krise zu tun.', dachte er als sich wieder die Entführerin meldete. >> "Sie belieben zu scherzen, Commander. Ich werde Ihnen entgegenkommen, wenn ich mich überzeugt habe, dass das Shuttle sauber ist. Und was die freie Flugbahn angeht, ich denke, die liegt in ihrem eigenen Interesse, wenn Sie diese kleine Rothaarige lebend zurück haben möchten." << James sah in die Runde. "Kommentare?" Der CoS sah kurz zu der XO und meldete sich als erster zu Wort. "Captain, wie ich bereits Commander Izami gesagt habe, bin ich dagegen, dass wir auf die Forderungen von Ijara Ferom eingehen. Die Frau hat zum einem Nichts zu verlieren, also wird sie sich der Geiseln entledigen, wobei sie noch viel mehr Spielraum bekommt, falls wir sie aus dem Isolationszimmer lassen. Außerdem, hat sie erstaunlich gute Kenntnisse über die Technologie der Sternenflotte...", Shakkle sah kurz zu dem Gul und fragte ihm plötzlich: "Wird unsere Technologie bei Ihnen gelehrt?" dann sprach er weiter "...also wird sie einerseits nicht das Shuttle nehmen, dass wir, wie ich mal vermute, grade präparieren und sie weiß auch vermutlich, wie man die Schilde so moduliert, um möglichst lang einen Transport zu verhindern. Mein Vorschlag ist, die Leute im Isolationszimmer mit Schlafgas außer Gefecht zu setzen, aber scheinbar hat Commander Izami eine andere Idee." James legte die Stirn in Falten. Ihm war eine Deeskalationspolitik beigebracht worden, keine Guerilla-Taktiken, wie Reszko sie anwenden wollte. "Wir sollen auf jeden Fall mit unser Chefärztin sprechen. Mich würde der Zustand der Geiselnehmerin interessieren. Vielleicht wäre sie unter normalen Umständen in der Lage uns auszutricksen, ist aber derzeit angeschlagen und denkt möglicherweise nicht klar." Er lehnte sich zurück. "Wir haben mehrere Prioritäten die ich bitte vorab bekannt geben darf. Nummer 1: dass alle Geiseln lebend befreit werden, Nummer 2: dass die Geiselnehmerin nach Möglichkeit am Leben bleibt." Er sah zu Deirdra. "Und jetzt zu Ihnen. Mr. Reszko sprach einen Lösungsvorschlag an?" Deirdra räusperte sich. "Ich weiß nicht, wie es von der USS Victory aus zu erkennen war, aber die Ticonderoga wurde von mehreren Schiffen angegriffen. Außerdem hielten sich noch weitere Schiffe am Rande des Geschehens auf. Und hier haben wir.. wieviele Gefangene? Eine halbe Crew? Eine halbe Crew eines Schiffes. Die entkommenen Schiffe werden diesen Sektor weiter unsicher machen, andere Schiffe oder Kolonien angreifen. Das Problem sollte an der Wurzel gepackt werden." Sie blickte kurz in die Runde, ob jeder noch dabei war, wenn sie jetzt zum eigentlichen Teil überging. "Diese Geiselnehmerin fordert ein Shuttle und freies Geleit. Wo wird sie wohl hinfliegen?" Sie sah noch einmal in einige der Gesichter am Tisch. "Ich denke, sie wird 'nach Hause' fliegen, zu ihrem Stützpunkt. Und ich denke, wir sollten sie fliegen lassen." Sie hielt einen Moment die Luft an und wartete ab, ob Protestgeheul erklang. "Wie sonst sollen wir diese Piraten aufstöbern?" James hatte schon daran gedacht, jedoch vermutet, die Rebellen würden das Shuttle abschießen. Er glaubte noch nicht, dass diese Frau für den Widerstand so wichtig war, als dass man sich ein Föderationsshuttle ans Bein binden würde. Die erbeutete Technologie gegen die Gefahr entdeckt zu werden. Er hatte es abgewogen und vermutet, dass es besser wäre die Frau weiter zu verhören und ihr den Prozess zu machen. Aber Deirdras Vorschlag hörte sich gut an. Bevor die anderen jedoch nichts dazu gesagt hatten, hielt er sich lieber zurück, es gehörte einfach zu seiner Position auch Deirdra kritisch gegenüber zu sein - ohne Angst davor zu haben abends nicht reingelassen zu werden. Er sah zu Reszko und dem Gul. Mila hatte sich den Vorschlag Izamis angehört, doch so wirklich begeistert war sie nicht, denn Reszko hatte recht, was die Cardassianer anbetraf. "Ehrlich gesagt halte ich wenig von der Idee, die Cardassianerin gehen zu lassen. Wie Commander Reszko gesagt hat, wird sie sich ihrer Geisel entledigen, sobald die Geisel sie nur behindert. Und in aller Regel bedeutet dies, dass die Sternenflotte eine Ärztin weniger hat. Zweitens ist diese Idee sehr riskant, und wenn etwas schief läuft, werden Geheimdienst und Sternenflotten-Kommando Köpfe rollen sehen wollen.", sprach sie ihre Bedenken aus. Daniel hatte sich schweigend angehört, was die anderen zu sagen hatten. Lt. Cmdr. Izami hatte den Vorschlag unterbreitet, an den auch er gedacht hatte, doch das würde er für sich behalten. Diese Möglichkeit, zwar höchst riskant, erschien ihm im Moment die beste zu sein, um alles zu einem guten Ende zu bringen. Doch war die Cardassianerin ihren Leuten wirklich wichtig genug, um sie zurückkehren zu lassen? Er atmete tief durch und entschied, dass er sich jetzt zu Wort melden sollte. Ruhig begann Daniel zu sprechen: "Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen, wenn ich mich jetzt zu Wort melde. Ich möchte gerne zu jedem Vorschlag etwas sagen. Miss Izamis Vorschlag scheint mir der beste zu sein, allerdings auch sehr gefährlich und mit ungewissem Ausgang. Können wir uns denn sicher sein, dass die Cardassianerin wertvoll genug ist, um sie wieder nach Hause zu lassen? Oder wird das Shuttle, sobald es gestartet ist, eliminiert? Was ich auch anführen möchte ist folgendes: Ist es denn überhaupt möglich, das Shuttle so zu präparieren, das sie es nicht bemerkt? Ich meine, jetzt, wo sie sagte, sie will es zuvor kontrollieren, bevor sie startet. Außerdem sollten wir sicherstellen, dass die Geisel noch am Leben ist, sonst sind all diese Überlegungen ohnehin hinfällig. Was allerdings das Schlafgas angeht, ist mir das Risiko viel zu hoch. Es wirkt einfach nicht schnell genug. Wenn diese Frau merkt was los ist, wird sie unsere Ärztin auf jedem Fall töten, da bin ich mir sicher. Und sie weiter zu verhören wird nichts bringen. Sie hat bis jetzt nichts gesagt und wird es später wohl auch nicht tun, vorher wird sie lieber ihren Tod in Kauf nehmen. Trotzdem möchte ich mich Miss Izami anschließen und ihren Vorschlag unterstützen. Mir ist klar wie es sich anhört, doch für mich sind das Finden der Piraten und das Leben der Geisel gleichwertig, vergessen Sie nicht, dass die Geisel nicht nur Ärztin und Crewmitglied ist, sondern auch ein Sternenflottenoffizier. Und ich glaube, dass sie an Bord des Shuttles relativ sicher ist. So sicher wie es unter diesen Umständen möglich ist. Die Cardassianerin braucht sie wenigstens so lange, bis sie dort ankommt, wo sie hin will. Doch was dann?" Daniel atmetet tief durch und sprach dann sofort weiter, ohne einem der anderen die Chance zu geben ihm in Wort zu fallen: "Einen eigenen Vorschlag möchte ich auch noch gerne mit ein bringen. Ich weiß allerdings nicht, was Sie davon halten werden. Geisel oder nicht, wir sind durchaus auch in der Lage Bedingungen zu stellen. Wir sollten darauf dringen, mit der Ärztin zu kommunizieren und nicht mit ihr. Zum einen könnten wir herausfinden, ob alles in Ordnung ist und auch wie es der Geiselnehmerin geht und zum anderen geben wir der Ärztin die Gelegenheit, selbstständig etwas zu unternehmen. Denn wenn ich mich in der Haut der Cardassianerin befinden würde, hätte ich die Geisel mit irgendeinem Beruhigungsmittel außer Gefecht gesetzt." Hier beendete Knight seinen langen Monolog und blickte alle der Reihe nach an. Er kannte keinen von ihnen und konnte somit auch niemanden von ihnen wirklich einschätzen. Doch um etwas zurück zu nehmen war es zu spät. Er konnte nur abwarten. "Das ist ein sehr guter Punkt. Theoretisch könnten die Geiseln bereits tot sein, und wir wissen es nicht.", bemerkte James zur letzten Aussage des Counselors. "Sie überwachen doch die Lebenszeichen von Ihrem Mann und Dr. Haris?", fragte er in Richtung des Sicherheitschefs. Wobei es keine richtige Frage war, alles andere als ein 'Ja' zur Antwort hätte ihn schwer überrascht. Daher wandte er sich gleich weiter an den Cardassianer. "Gul Telmar, Sie habe sich noch nicht zu Wort gemeldet. Was ist Ihre Meinung?" "Meine Meinung ist schnell gesagt, Commander." meinte Telmar, "Die Aussagen ihrer Offiziere sind insoweit richtig, als dass Sie davon ausgehen können, dass Ihr Arzt tot ist, sobald Sie das hat, was Sie will. Es ist jedoch nicht vollständig. Ihre Ärztin ist so oder so tot - egal ob sie versuchen Sie zu befreien oder auf die Forderung eingehen. Wenn die Gefangene sich nur halbwegs an das beim Militär gelernte hält, wird sie jede Form von Spur zu verwischen versuchen, inklusive der Beseitigung der Geisel. Bei einer aussichtlosen Situation wird sie versuchen soviel Schaden wie möglich anzurichten. Das reicht vom Töten der Geisel und anderer Crewmitglieder bis zu Sprengung der gesamten Krankenstation, oder - sofern für sie erreichbar- des Maschinenraums oder des Torpedolagers, durch einen überladenen Phaser. Cardassianer denken nicht in Sternenflottenmustern - das Ziel ist alles, und heiligt alle Mittel. Es ist sogar unsicher, ob die Hinrichtung ihrer Crew etwas an ihrer Entschlossenheit ändern würde. Wobei dies durchaus einen fingierten Versuch wert wäre, da die fehlgeleiteten Ideale, die diese Gruppierung verfolgt, sie auf eine familäre Art zusammenschweißt und dadurch psychologische Geflechte entstanden sein könnten, die in unserem Fall nützlich wäre." "Sie erwähnen eine militärische Ausbildung.", hakte James nach. "Ist das eine Vermutung oder können wir davon ausgehen?" Er blickte zu Reszko und Telmar. "Was wissen wir über den Hintergrund dieser Frau?" Dann wandte er sich wieder an Telmar. "Ich würde nicht darauf wetten, dass wir sie über ihre Crew erreichen. Sie hat lediglich für sich freies Geleit gefordert. Die Crew scheint ihr egal zu sein, oder warum hat sie sie sonst mit keinem Wort in ihren Forderungen erwähnt?" Außerdem fehlte ihm noch eine weitere Information zum Gesamtbild.. James tippte auf seinen Kommunikator: "Yates an Miller. Doktor Miller, bitte geben Sie mir und dem Krisenstab einen kurzen Überblick über die Krankenakte unserer Geiselnehmerin. Welche Medikamente hat sie erhalten und wie könnten diese ihren momentanen Zustand beeinflussen?" "Hm... ich sollte an meine neue Station und den Scanradius vergrößern. Sie will ein Shuttle, also muss sie in der Nähe Freunde haben.", erwiderte Mila und sah in die Runde, "Außerdem muss Miss Nyberg alle cardassianischen Frequenzen abhören. Vielleicht lassen sie sich zu Subraumkommunikation hinreißen." Bevor sie aufstand, wartete sie jedoch, ob der Captain oder Reszko weitere Anweisungen hatten. "Tun Sie das, Miss Patterson.", befahl James knapp, jetzt waren schnelle Entscheidungen und Reaktionen gefragt. "Halten Sie uns auf dem Laufenden. Wegtreten." Er wartete nicht ab, bis sie den Raum verlassen hatte, sondern wandte seinen Blick wieder dem Sicherheitschef und dem Verbindungsoffizier zu. Mila nickte bestätigend und verließ den Konferenzraum, um ihre Konsole zu übernehmen. --- Deck 1, Brücke Immerhin etwas Gutes hatte die Technik der Sternenflotte: Die Konsolen waren ähnlich zu bedienen. Klar hatte die Victory 'ein paar Knöpfe mehr' zu bedienen, doch der Aufbau der Sensorsteuerung war gleich, so dass die Ausweitung der Reichweite schnell programmiert war. Klar musste Mila auch das Suchmuster anpassen, aber auch dies war relativ schnell geschehen. "Miss Nyberg, sieht so aus, als ob wir noch öfter debattieren können. Ich wurde heute der Victory zugeteilt.", wandte die Halbbajoranerin sich an die junge Frau an der OPS, "Und jetzt müssen wir Ausschau nach Freunden unserer 'Gäste' halten. Kümmern Sie sich dabei um die cardassianischen Subraum-Frequenzen, ich habe unseren Scanbereich ausgeweitet." "Oh.", Anna zog erstaunt die Augenbrauen hoch. Ihr sollte es recht sein. Patterson schien ihr eine angenehme Person zu sein. "Aye, Madam.", bestätigte sie dann und nahm die notwendigen Änderungen an ihrer Konsole vor. "Jetzt sollten wir gewarnt werden, sobald da draußen auch nur ein 'Piep' über die Frequenzen geht." Sie rief wieder eines der Fenster auf, an dem sie vorher gearbeitet hat. "Ich versuche außerdem, die Sonden wieder zu finden, die ich den Angreifern hinterhergeschickt habe. Eine scheint zerstört worden zu sein, bei der zweiten bestehen noch Chancen.", informierte sie die TAK über ihre Fortschritte. "Vielleicht brauchen wir Ihre Sonde... mir schwant, dass in diesem Raum...", Mila nickte mit ihrem Kopf in Richtung Konferenzraum, "möglicherweise etwas verhängnisvolles entschieden wird." 'Und dann hätte ich die Sonde als Peilsender', setzte die Halbbajoranerin im Gedanken fort. --- Deck 1, Konferenzraum "Mich würde interessieren.", wandte sich Daniel an die anderen: "Für welche Möglichkeit Sie sich entscheiden, Sir. Wollen sie ihr nun das Shuttle geben und sie verfolgen oder nicht. Denn in einem Punkt möchte ich dem Gul zustimmen. Wenn sie ihre Situation für aussichtslos hält, wird sie sich selbst opfern und so viel Schaden anrichten, wie sie nur kann, unabhängig davon ob sie nun eine militärische Ausbildung hat oder nicht. Und wenn wir sie verfolgen, wie wollen Sie dann sicher stellen, das die Ärztin überlebt?" Obwohl Daniel hauptsächlich Yates angesprochen hatte, blickte er doch alle verbliebenen ihrer Runde an. "Es ist wahrscheinlich aussichtslos zu versuchen, Lt. Haris..." Deirdra fand, es war Zeit, die Geisel beim Namen zu nennen. Wenn jeder nur von der 'Ärztin' sprach, wurde sie zu einer Sache degradiert, um die verhandelt wurde, wie um das Shuttle, man verlor aus den Augen, dass es sich um eine lebende, fühlende Person, ein Mitglied der eigenen Crew handelte. "... frei zu bekommen, bevor sie das Shuttle besteigt." Sie blickte kurz zum Captain - stellvertretend für die Befreiung durch Verhandlungsgeschick - und dem Sicherheitschef - Befreiung durch Gewaltanwendung. "Oder gäbe es eine Möglichkeit, sie im Shuttlehangar so zu überrumpeln, dass wir Lt. Haris bekommen, die Flucht mit dem Shuttle aber noch möglich ist? Mr. Reszko, wie schätzen Sie das Können ihres Sicherheitsmannes ein? Wenn wir Ferom dazu bringen könnten, ihn statt Lt. Haris mit zu nehmen, denken Sie, er hätte eine Chance, sich zu befreien oder sie zu überwältigen?" --- Deck 6, Labor Noch während sie vor der Tür des Labors standen, meldete sich Shylas Kommunikator zu Wort. >> "Yates an Miller. Doktor Miller, bitte geben Sie mir und dem Krisenstab einen kurzen Überblick über die Krankenakte unserer Geiselnehmerin. Welche Medikamente hat sie erhalten und wie könnten diese ihren momentanen Zustand beeinflussen?" << Schnell trat sie an ein Computerterminal und rief die Krankenakte der Cardassianerin auf. "Sie war stark unterkühlt und hat eine warme Elektrolytlösung bekommen. Außerdem verschiedene Medikamente, unter anderem etwas zur Kreislaufstabilisierung, ein Schmerzmittel und etwas gegen Übelkeit.", berichtete sie dem Commander, nachdem sie einen kurzen Blick in die Akte geworfen hatte. Zum Glück hatte Haris alles sorgfältig dokumentiert. "Was meinen Sie mit ihren Zustand beeinflussen, Sir?", fragte sie dann. --- Deck 1, Konferenzraum "Haben diese Medikamente irgendwelche Nebenwirkungen, die uns zum Vor- oder Nachteil gereichen? Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Überempfindlichkeiten, Reizbarkeit? Wie leistungs- oder zurechnungsfähig ist sie gerade?", präzisierte James seine Frage. Er rieb sich kurz über die Stirn, bald würde er auch ein Kopfschmerzmittel brauchen. Es konnte nicht gesund sein, wenn Blut innerhalb weniger Minuten vom Kopf in tiefergelegene Regionen und wieder zurück pendelte. --- Deck 6, Labor "Aufgrund der Unterkühlung dürfte die Cardassianerin noch sehr geschwächt sein. Die Medikamente können dies zwar teilweise wieder aufheben, doch Dr. Haris hat ihr keine hohen Dosierungen gegeben. Meiner Meinung nach ist sie zwar voll zurechnungsfähig, aber ihr Körper kann keine volle Leistungsbereitschaft herstellen.", antwortete Shyla auf die Auslegungen des Commanders. Sie hoffte sehr, dass dies Dr. Haris zu gute kam und ihrer Stellvertreterin nichts passieren würde. Dana stand nun neben Dr. Miller und hörte zu, was der Captain und sie besprachen. Der Doktor schaute dabei in eine Akte, die zur Geiselnehmerin gehörte. Dabei konnte Dana nun auch sehen wer, oder was, die Geiselnehmerin war. Es handelte sich um eine Cardassianerin. Ihr Herz machte einen kleinen Sprung vor Schreck und sie fing an sich nebenher ein paar eigene Gedanken zu machen. 'Wie würde es mir gehen wenn ich die Geisel wäre?' Zu gut erinnerte sie sich daran, dass es in der Gruppe, in der sie eine Zeit lang gelebt hatte, immer wieder hieß, dass wenn die Cardies einem gefangen nehmen wollten, man lieber sich das Leben nehmen sollte, als das zuzulassen. Die Geisel tat Dana leid. Sie wusste nur zu gut was Cardassianer mit Geiseln taten, wenn sie sie nicht mehr brauchten. Wenn sie großherzig gewesen waren, hatten sie ihre Opfer getötet, aber besonders grausame Despoten schickten ihre gepeinigten und gebrochenen Opfer sogar in ihr Dorf zurück. Wo sie oft nicht gut von den Bewohnern aufgenommen wurden, da man in ihnen dann Spione vermutete. Was auch nicht immer ganz falsch war. Dana schüttle ihren Kopf unwillig, um all diese Gedanken zu verscheuchen. Das war eine andre Situation. Die Geiselnehmerin hatte sicherlich nicht viel Zeit, um ihre Geisel zu foltern. Sie konzentrierte sich wieder auf ihre eigentliche Aufgabe: Dr. Miller zu helfen. Endlich schien das Gespräch soweit beendet zu sein. Dana konnte nun den Doktor etwas fragen: "Dr. Miller sollen wir hier und hier...", sie zeigte nun in verschieden Ecken des Raumes, wo sich in den hintersten Ecken große Laborschränke standen, in denen sich verschiedene Flaschen befanden. "... die provisorischen Betten aufstellen? Dann brauchen wir die großen Schranke nicht zu verrücken und hätten immer noch genug Platz um gut hin und her laufen zu können." "Ja, machen Sie das.", erwiderte Shyla. Die Idee war gut, sie hatte keine Lust, das ganze Labor umzuräumen. "Aber vorher räumen Sie bitte die ganzen Sachen auf der Arbeitsplätzen weg, nicht dass davon irgendetwas umfällt und ausläuft.", sagte sie dann. Auf den Labortischen standen jede Menge komisch geformter Behälter mit Flüssigkeiten in allen Farben und Konsistenzen. "Ich werde mich derweil um die medizinischen Geräte kümmern." Zugleich machte sich Dana an die Arbeit. Es waren keine besonders schädlichen Stoffe darunter, allerdings waren einige dabei, die wenn sie entwichen wären, ziemlich übelriechend gewesen wären. Also räumte sie nun vorsichtig die Flaschen und Behälter weg. Danach machte sie sich mit Dr.Miller daran, die Betten aufzustellen und alles so herzurichten, dass falls es zu Verletzten kommen sollte, sie schnell Hilfe leisten konnte. Dana hoffte, dass all ihre Vorbereitungen nicht all zu schnell benötigt wurden. Dabei musste sie wieder einmal an Hudson denken. 'Er ist direkt vor Ort. Er könnte unter Umständen der erste sein der auf einem der Betten liegt.' Sie spürte, eine ihr bisher nicht bekannte Angst. Am liebsten wäre sie nun aus dem Labor gerannt, um nachzusehen wie es ihm ging. 'Er ist so nah. Nur eine dünne Wand trennt uns gerade. Was er wohl gerade denkt? Wahrscheinlich ist er gerade voll auf seine Aufgabe fixiert. Ich sollte das gleiche tun. Bestimmt hat er schon längst vergessen, wie ich heiße.' Doch etwas anderes in ihr hoffte doch, dass es nicht so wäre. Sie versuchte sich nun wieder zu konzentrieren. Nun glich der Raum immer mehr weniger einem Labor, sondern einer kleinen Minikrankenstation. --- Deck 1, Konferenzraum Einige Sekunden Ruhe bis zu der Antwort von Dr. Miller und die damit verbundene Stille im Konferenzraum hatten James gereicht, sich wieder zu beruhigen und soweit zu konzentrieren, das ein Kopfschmerz keine Chance mehr hatte. Körperliche Schwäche war jetzt genau so unangebracht wie Schwäche im Führungsstil. Er sah auf die Uhr, es war bereits zu viel Zeit vergangen ohne dass etwas heraus gekommen war. "Angesichts dessen, dass die Geiselnehmerin offenbar nicht in optimaler Verfassung ist, halte ich es für vertretbar, dass wir versuchen sie als Lockvogel zu nehmen. Sie ist in einer äußerst heiklen Situation und wird Fehler machen." Yates sah zu Gul Telmar. "Ich möchte, dass Sie mit Lt. Cmdr. Reszko einen Plan für die Sicherheit ausarbeiten, wie wir Ms Ferom aus der Krankenstation auf die Shuttlerampe bekommen und sie dort von ihrer Geisel trennen und ihr nur noch eine schnelle Flucht als Lösung bleibt. Keine Schüsse, keine Opfer." Er sah zu Reszko und gab ihm zu verstehen, dass Einwände wenig Erfolg haben würden. "Wir werden zwei präparierte Shuttle bereit stellen.", er sah zu Izami "Die Aufsicht übernehmen Sie." Er klopfte mit dem Finger auf den Tisch vor sich. "Ich werde mit Ms Ferom reden, zusammen mit Lt. Knight werde ich versuchen Dr. Haris frei zu bekommen, der Sicherheitsoffizier", seinen Namen kannte James nicht. "hat meiner Meinung nach mehr Widerstandskraft, falls er verletzt ist, könnten wir vielleicht gar zur Versorgung in die Krankenstation eindringen." Er sah in die Runde. "Das Ziel der Operation ist es, die Geiseln lebend zu befreien und nach Möglichkeit sie ziehen zu lassen und später zu verfolgen." Er wartete auf die Bestätigungen der Runde. Trotz seiner Ausbildung und seiner Erfahrung vermochte Daniel sich beim besten Willen nicht vor zu stellen, wie hier noch ein Gespräch weiterhelfen sollte. Die Geiselnehmerin war immerhin eine Cardassianerin und die verhandelten nicht. Auch konnte Daniel nichts finden, das sie ihr hätten anbieten können, nie und nimmer würde sie den Köder mit dem Shuttle schlucken, außer vielleicht, wenn es ihr wirklich so schlecht ging, dass sie nicht mehr in der Lage war, klare Gedanken zu fassen. Er betrachtete Yates zweifelnd, dessen Optimismus hätte er nur zu gerne geteilt. Doch würde er sich hüten, etwas in der Art laut zu sagen, auch seine Zweifel behielt er lieber für sich. Außerdem wusste der Commander sicher selbst, dass ihre Chancen recht gering waren. Doch wenn es auch nur eine geringe Hoffnung gab, die Ärztin durch Verhandeln frei zu bekommen, sollte dies bald geschehen. Sollte sich der Zustand der Cardassianerin so weit verschlechtern, dass sie keine Hoffnung für sich selbst sah, gab es nicht mehr zu verhandeln. "Sir, wenn Sie verhandeln wollen, sollte es bald geschehen. Um so mehr Zeit wir verlieren, um so geringer werden unsere Möglichkeiten." Es gab Situationen, da hatte der Gul kein Verständnis für die Handlungsweisen der Menschen. Die Ärztin war schon so gut wie tot und Yates wollte Sie tatsächlich noch versuchen zu befreien, indem er die Gefangene laufen ließ. Rationalität war etwas anderes. Nun da er noch einige Zeit hier an Bord bleiben würde, musste sich Telmar der Sternenflottendenkweise fügen. "Commander, ich hätte da vielleicht einen Vorschlag der funktionieren könnte, sofern ihre Techniker in der Kürze das schaffen können. Die Cardassianische Physiologie ist recht empfindlich gegen Kälte. Wesentlich stärker als die der Menschen. Einen kompletten Raum abzukühlen würde jedoch zu lange dauern und auffallen. Was wir benötigen, wäre eine Art Kälte-Granate, die in ihrem direkten Umfeld die Temperatur schockartig herabsacken lässt. Der Effekt muss nicht sonderlich lange sein - 1 bis 2 Sekunden - sofern der Temperatursturz für einen Augenblick unter dem Gefrierpunkt liegt. Das würde bei Ferom einen kurzzeitigen Kältestarrereflex auslösen, der sie zumindest solange handlungsunfähig macht, um Ihre Ärztin aus ihrer Reichweite zu holen." James überlegte, das passte in den Plan mit rein, wenn auch etwas krumm. Er wandte sich an Lt. Cmdr. Izami "Sie haben den Vorschlag von Gul Telmar gehört, sprechen sie das mit dem Techniker im Shuttlehangar durch, möglicherweise kann er es fernzünden und am Shuttle Zugang anbringen, wir werden die Ärztin per Notfall Transport herausbeamen und Ferom die Flucht ermöglichen. Die 1-2 Sekunden reichen aus, dass sie nicht feuern kann, wenn sie die Lage ohne Geisel richtig deutet, wird sie ihr abflugbereites Shuttle nehmen und flüchten." "Danke,", sagte er zu Gul Telmar "ein guter und wichtiger Hinweis. Wusste ich doch, dass wir gut zusammen arbeiten." James stand auf um den Konferenzraum zur Brücke zu verlassen und mit Ferom zu sprechen, die anderen würden auch ihre Arbeiten und Vorbereitungen anfangen. Deirdra war schon fast aufgestanden, als James seine Befehle noch ergänzte. "Aye Sir.", antwortete sie nur kurz angebunden und verließ den Konferenzraum. Auch Daniel erhob sich, um Yates zu folgen. Er war so mit seinen Gedanken beschäftigt gewesen, dass er sich nicht mehr in das Gespräch der anderen eingemischt hatte. Geiselnahmen waren sicher nicht sein Spezialgebiet, er besaß nicht mehr Erfahrung, als das, was man ihm einst im Studium lehrte. 'Und das ist schon ein paar Jahr her.' Nun wurde es also ernst, einen Moment fühlte sich Daniel der Situation nicht gewachsen, verdrängte diese Sorge aber sofort wieder. Er beeilte sich, um den Commander ein zu holen und mit ihm auf gleiche Höhe zu kommen. Fest entschlossen, sich nichts anmerken zu lassen, fragte er: "Welche Richtung wollen Sie dem Gespräch mit Ferom geben, Mr. Yates? Was wollen Sie ihr anbieten um Zeit zu gewinnen?" (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de