************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 16 / 26102007 * * 24052380 * * Abschied, Neuanfang und Unerwartetes * ************************************************************************ --- Quartier Kara Dana wachte an diesem Morgen recht früh auf. Sogar früher als sonst. Einen Angewohnheit aus ihrer Jugend. Daniel hatte sich oft beschwert wenn sie ihn schon früh am Wochenende weckte. Ein scharfer Schmerz durch zuckte sie nun. 'Daniel', dachte sie nun traurig. Doch mit einen unwilligen Kopfschütteln verscheuchte sie nun schnell die Gedanken an ihn. Mit einem Ruck schob sie nun die dünne grünlich-blaue Decke von sich weg. Und stand hastig auf. Ihre Füße erfühlten nun den weichen Teppich ihres Raumes. Sie tapste, immer noch etwas verschlafen, zur Badnische. Sie verzichtete wie immer darauf das Licht an zu machen, wenn sie nicht völlig angezogen war .Noch immer ertrug Dana den Anblick ihrer seitlichen Knorpel nicht. Trotz aller großen Vorschritte, die sie gemacht hatte. 'Seitdem...', auch diesen Gedanken verscheuchte sie schnell. Sie wusch sich und zog danach ihre Uniform an. Die eines Ensign. Ein langer Weg lag nun hinter ihr. Und sie musste zugeben, dass sie ein wenig stolz war. Sie strich sich nun mit einer Bürste über ihre kurzen Haare. Sie trug im Gegensatz zu vielen Bajoraner keinen Ohrring im Dienst. Und auch selten an Bord. Sie empfand ihre Religion als etwas Privates und wollte das nicht zur Schau stellen. Als sie sich fertig angezogen hatte überprüfte sie noch einmal ihr Erscheinungsbild und verließ nun die Badenische. Dana hatte bisher das Glück, ihr Quartier nicht teilen zu müssen. So konnte sie sich ganz im Raum entfalten. Das allerdings hatte sie noch nicht getan. Es glich in vielen einem Standardraum, nur wenige private Sachen waren im Raum vorhanden. Ein paar Bilder in den Ecken und hier und da verstreute Kleidung. Das einzige, was wirklich auf den Privatmenschen Dana hindeutete, war eine kleine braune Puppe, die auf einen der Sessel lag. Und eine blaue Seidenschleife trug, die ganz so wie die Puppe dreckig und alt aussah. Beides war dazu ganz zerfleddert und kaputt. Und ragte aus dem sonst recht wenig eingerichteten Raum heraus. Dana durchschritt nun mit schnellen Schritten den kleinen Raum und gab im Replikator ihre Bestellung auf. Sie hatte, seitdem sie auf der Erde gewesen war, eine Schwäche für Kaffee und Brötchen entwickelt. Und aß dies eigentlich jeden Morgen. Als das Tablett mit Essen erschien nahm sie es entgegen und setzte sich an einen kleinen Tisch der nahe des Replikator stand. Sie aß hastig. So wie immer. Als sie fertig gegessen hatte, stellte sie das Tablett wieder zurück in den Replikator und verließ alsbald ihren Raum. --- Deck 7, Korridore Deirdra verließ die Krankenstation, ihr Blick fiel auf einen Chronometer, inzwischen hatte hier die normale Dienstzeit angefangen. Vor einem Diagramm des Schiffes blieb sie stehen und überflog, was sich noch auf diesem Deck befand. Sie fand allerdings nichts, was momentan von Interesse gewesen wäre. Also beschloss sie, mit dem Turbolift nach unten zu fahren, und sich in der Wissenschaft nach ihren 'ausgelagerten' Proben zu erkundigen und nebenbei vielleicht etwas unter Kollegen zu tratschen. --- Deck 9, Korridore Während Sie noch auf der Suche nach den Labors war, berührte Sie ihren Kommunikator. "Izami an Lieutenant Hoele, haben Sie etwas Zeit für mich?" --- Deck 9, Wissenschaft "Lieutenant Hoele an Izami, natürlich habe ich Zeit für Sie. Schauen Sie rein, ich freue mich auf Sie.", antwortete Axel wahrheitsgemäß. Er war gespannt, was Lt. Cmdr. Izami von Ihm wollte. --- Deck 9, Korridore "Dann bis gleich.", antwortete Deirdra und ließ sich vom Schiffscomputer weiter lotsen, bis zum Büro des Wissenschaftlers. --- Deck 9, Wissenschaft "Guten Morgen, Lieutenant.", begrüßte Deirdra Lt. Hoele fröhlich, als sie eintrat. "Schön, dass Sie ein paar Minuten Zeit haben. Ich wollte mich nur erkundigen, ob es unseren Proben 'gut geht' und, wenn es sie nicht stört, mich etwas in der Wissenschaft umsehen. Hier ist alles so wunderbar brandneu." "Ja, es freut mich auch, Sie zu sehen. Und in der Tat, die Arbeitsbedingungen hier sind fabelhaft.", gestand Axel. "Was die wissenschaftlichen Proben angeht, so muss ich Ihnen gestehen, würde ich mich gerne noch mit der Chefin der Wissenschaft zusammen setzen, um ein wenig darüber zu fachsimpeln." führte Axel weiter aus. "Diese sind hier aber sicher eingelagert, und ich habe sie mir auch bereits angesehen, ich bin allerdings leider noch nicht dazu gekommen, mir die Unterlagen dazu anzusehen, doch das hole ich gleich nach." Deirdra zog eine Augenbraue hoch, und ihre Lippen umspielte ein Lächeln. 'Die Chefin der Wissenschaft?', dachte sie. Die Victory konnte er nicht meinen, wie sie vorher vom Computer erfahren hatte, war Lt. Hoele zwar nur der stellvertretende Wissenschaftschef, aber es war kein leitender Wissenschaftler an Bord. Also musste er wohl sie meinen, auch wenn es sie wunderte, dass ihr Name noch nicht bis zu ihm durchgedrungen war. "Dann haben Sie ja Glück, ich bin die Chefwissenschaftlerin der USS Ticonderoga.", antwortete sie. "Ähm, ... ja." Ein leichtes Stottern überkam Axel. Das war ihm vorher noch nie passiert. Er hatte sofort erkannt, das sich die Augenbrauen der Wissenschaftlerin anhoben und sie sich über Axels Unwissenheit zu wundern schien, so kam es ihm jedenfalls vor. "Entschuldigen Sie meine Unwissenheit, ich konnte ja nicht wissen ..." Noch nie in seinem Leben hatte Axel vor einem vorgesetzten Offizier angefangen zu stottern, doch dieses mal wurde er, so glaubte er, sogar rot. "Ich würde ganz gerne ... ähm, ja, die Analysen der einzelnen Bestandteile, sofern Sie diese bisher bestimmen konnten." Axel versuchte sich wieder zu fangen und der wirklich außerordentlich hübschen Vorgesetzten in die Augen zu sehen. "Und wenn es Ihnen nichts ausmachen würde, würde ich Sie gerne zu einem Kaffee in die Offiziersmesse einladen, um den ersten Eindruck, den Sie jetzt von mir bekommen haben müssen, wieder wett machen zu können. Dabei könnten wir uns vielleicht eingehender über die Arbeit unterhalten, wenn es Ihnen nichts ausmachen würde." In diesem Moment kam sich Axel wieder ein bisschen zu forsch vor, doch er wollte die Reaktion der jungen Offizierin einfach mal abwarten. Deirdra musste unwillkürlich Lächeln, dabei hatte sie gar nicht beabsichtigt, ihren Gegenüber ins Fettnäpfchen treten zu lassen. Sie setzte ihren liebenswürdigsten, freundlichsten Gesichtsausdruck auf, gleichzeitig wurde sie hellhörig. 'Offiziersmesse?', fragte sie sich. Die kannte sie noch nicht, das Schiff hier war echt der reinste Luxusdampfer, wenn es neben der Messe noch die Bar gab und wer weiß was noch alles. "Gerne.", antwortete sie. "Aber sie brauchen sich nicht zu entschuldigen. So eine Verwechslung kann doch jedem von uns passieren. Ohne die Crewliste im Schiffscomputer wäre ich hier auch völlig aufgeschmissen." Schnell verflog das leicht beunruhigende Gefühl, das Axel noch einen Moment vorher hatte. Jetzt, da er sich nach den Worten der jungen Lt. Cmdr. wieder recht sicher fühlen konnte, da sie es ihm offensichtlich überhaupt nicht übel nahm, dass er sie nicht sofort erkannt hatte, verflog seine Schüchternheit schnell wieder. "Wenn Sie möchten, können wir auch auf Deck 11 gehen, dort haben wir eine Bar, ein Casino, die Mannschaftsmesse, aber auch die Astrometrie ist auf diesem Deck." Insoweit hatte Axel sich, obwohl er ja noch nicht wirklich lange auf diesem Schiff war, schon schlau gemacht, und kannte sich bereits ganz gut aus. "Dann könnten wir unseren Kaffee vielleicht auch mit einem Rundgang verbinden, wenn es Sie interessiert, wie das Schiff aufgebaut ist." So fand Axel einen Ansatzpunkt, mit der Offizierin ein tiefergehendes Gespräch zu führen, da er sich insgeheim in ihre Stimme verliebt hatte, was er allerdings nicht zugeben würde, würde man ihn danach fragen. "Vielleicht könnten Sie mir dann auch etwas über die wissenschaftlichen Objekte erzählen, die jetzt hier auf der Victory eingelagert sind, denn aus Ihrem Mund ist es doch noch etwas anderes, als wenn ich mir trockene Daten durch lesen muss." Kaum hatte Axel das gesagt, fragte er sich, ob die junge Frau nicht denken würde, er sei einfach nur zu faul, zu lesen, doch diesen Gedanken verdrängte Axel schnell wieder, denn er wollte einfach nur weiter dieser schönen Stimme lauschen. Deirdra war überrascht, auf diesem Schiff schien es von zuvorkommenden Männern nur so zu wimmeln. Oder lag es an ihr? Innerlich zuckte sie mit den Schultern, freute sich über das Kompliment und fühlte sich geschmeichelt. "Ein Kaffee im Casino und danach ein Rundgang über das Schiff hört sich doch wunderbar an.", antwortete sie lächelnd, und versuchte noch genügend Ernsthaftigkeit in ihrer Stimme zu bewahren, schließlich ging es ja gerade um die Arbeit. "Und ihre Astrometrie ist bestimmt interessant. Dort könnte ich Ihnen gleich zeigen, wo die Proben alle eingesammelt wurden." Sie rutschte auf die Stuhlkante, startbereit. "Wenn Sie ein PADD mitnehmen, überspiele ich die Daten und wir können loslegen." Sie sah Hoele auffordernd an. Konnte es sein, dass die junge Wissenschaftlerin es gar nicht erwarten konnte, durchs Schiff geführt zu werden ? "Ja, wir können gleich los.", antwortete Axel und schnappte sich sein PADD, das er immer griffbereit in der Nähe liegen hatte. "Das ist außerordentlich nett von Ihnen, das Sie mir die Daten überspielen. Und wo wir gerade dabei sind, ich heiße Axel mit Vornamen. Ich denke, unter Wissenschaftskollegen ist es einfacher und schneller, wenn man sich beim Vornamen anredet.", fügte Axel seiner Aussage hinzu und machte sich schon mal auf den Weg zum Korridor, um dann mit dem Turbolift Deck 11 einen Besuch abzustatten. Schon jetzt freute er sich auf die Daten, vor allen Dingen aber auf die Erklärungen der Wissenschaftlerin, deren Stimme es ihm angetan hatte. Deirdra grinste. Axel war rangniedriger und wie sie der Crewliste entnommen hatte, auch der jüngere. Naja, vielleicht war ihm zweiteres ja nicht ersichtlich. "Ich bin Deirdra.", stellte sie sich vor. Sie war aufgestanden und schlenderte neben Axel her. "Danke.", sie nahm ihm frech das PADD aus der Hand und tippte darauf herum. Kurze Zeit später hielt sie es ihm wieder hin. "Hier, die Liste aller Proben, geologisch, botanisch, biologisch,..." --- Turbolift Die Türen des Turbolifts öffneten sich und sie trat hindurch. --- Deck 11 "Du kennst den Weg. Rechts oder links?", sie drehte sich einmal um die eigene Achse. Noch bevor Axel irgendetwas hatte sagen können, drehte Lt. Cmdr. Izami sich schon fragend um ihre eigene Achse. Sie kam ihm vor wie ein Wirbelwind, der frischen Wind auf dieses Schiff brachte. Ob ihr wohl aufgefallen war, dass es ja eigentlich eine kleine Frechheit war, einem Vorgesetzten Offizier das Du anzubieten? 'Naja, dreist kommt eben durch, und sie hat das Angebot ja angenommen.', dachte Axel bei sich und antwortete mit einem knappen "Hier geht's nach rechts" auf Deirdras Frage, wo es denn jetzt lang ginge. Ganz nebenbei schaute Axel auf sein PADD und staunte nicht schlecht über die Daten. "Um die ganzen Daten auszuwerten werde ich wohl einige Tage brauchen, denke ich." bemerkte Axel so ganz beiläufig. "Ach so, und ich dachte mir, wir könnten zuerst mal in die Mannschaftsmesse gehen, um uns dort einen Kaffee abzuholen, danach, dachte ich, gehen wir erst mal in die Astrometrie, wenn es Dir recht ist, dort kann ich Dir nebenbei auch mal einige Daten zeigen, über die ich auf diesem Schiff gestolpert bin, seit ich hier bin. Wenn Du mir allerdings vorher noch die Proben zeigen möchtest ...?". Axel legte seine Unschuldsmiene auf, mit der er schon in vielen Situationen weiter gekommen war, wenn auf eine Entscheidung seines Gegenübers wartete, die er selbst nicht treffen wollte. Deirdra zog die Augenbrauen hoch. "Ich glaube, Du hast Dir die Liste nicht genau genug angeschaut. Du würdest allein ein paar Tage brauchen, um die Proben zu sichten, ohne jegliche Auswertung." Axel hatte wohl nur durch die thematischen Gruppierungen geblättert, zu denen die Proben zusammengefasst waren. "Immerhin war unsere Aufgabe, genug Proben zu sammeln, dass drei Starfleet-Institute für mehrere Monate beschäftigt sind. Und unsere Mission war fast zu Ende." Sie grinste ihn an, und ihr entging auch seine Unschuldsmiene nicht, aber das hier war 'sein' Schiff, also sollte er die Führung übernehmen, und sie beschloss, den Spieß umzudrehen... kleine Gemeinheiten unter Kollegen sozusagen. "Ich habe gesehen, dass die Proben in Frachtraum 7 untergebracht sind. Das ist doch auf einem der unteren Decks. Die Astrometrie auf diesem Deck liegt da natürlich näher, aber da du mir noch einen Rundgang über das Schiff angeboten hast, könnten wir auch von oben nach unten vorgehen, Deck 1 habe ich schon gesehen, wir könnten auch auf Deck 2 starten..." Jetzt war es an ihr, die Unschuldsmiene aufzusetzen. --- Deck 1, Hauptbrücke, 09:05 "Guten Morgen." Kurz nach neun betrat Anna die Brücke und setzte sich an ihre gewohnte Konsole. Mit einem Seitenblick erkannte sie, dass der Captain's Chair leer war, entweder war Commander Yates noch nicht erschienen oder im Bereitschaftsraum. Was sie im Moment allerdings nicht weiters störte, sie begann mit ihrer Arbeit, unter anderem brachte sie den Bericht über den vergangenen Tag auf den neuesten Stand, ergänzt um die wenigen Ereignisse der vergangenen Nacht. Mila war einige Zeit durch das Schiff geirrt, nicht, weil sie sich verlaufen hatte, sondern, um einfach die Zeit zu vertreiben. Doch letzten Endes führte ihr Weg auf die Brücke. "Guten Morgen.", begrüßte sie die Anwesenden und gesellte sich zum Diensthabenden an der taktischen Konsole. Rasch rief sie die Daten der vergangenen Nacht ab, doch es war nichts besonderes vorgefallen. "Gab es in der letzten Nacht irgendwas besonderes auf Ihrer Station, Miss Nyberg?", fragte die sie OPS-Offizierin. "Nichts besonderes, Lieutenant Patterson. Der Bericht ist grad raus." Anna war sich nicht sicher, welche Berechtigungen Patterson temporär zugewiesen worden waren, also wollte sie natürlich nichts ausplaudern. Abweisend wollte sie natürlich auch nicht sein. "Ihre Leute haben es sich gestern gut gehen lassen, der Barkeeper hat 30% mehr Replikatorkapazität angefordert.", sprach sie grinsend weiter und drehte sich zu Patterson um. "Zwischenfälle gab es keine, die Crew der Ticonderoga ist jederzeit wieder willkommen." Mila las den Bericht, der von der OPS übermittelt worden war. Auch deren Sensoren-Abtastungen hatten keine Besonderheiten aufgespürt. Alles in allem war es ein ruhiger Abend. Wie es den Gefangenen ging, konnte sie aus dem Bericht nicht heraus lesen. Dafür war die Sicherheit zuständig. Die Gefangenen sollten aber wohlauf sein. Das mussten sie auch, denn sie mussten sich schließlich für ihre Taten verantworten. Mila hoffte, dass sie das vor einem Föderationsgericht tun mussten, denn die drohende Todesstrafe auf Cardassia gefiel ihr nicht. Allerdings bezog sich ihr Unbehagen dieses Umstandes nicht auf die Art der Hinrichtung, sondern auf die Tatsache, dass sich die Verbrecher durch den Tod zu schnell ihrer Verantwortung entziehen konnten. Nach Ansicht der Halbbajoranerin sollten sie ihr restliches Leben lang mit der Schuld konfrontiert werden, die sie auf sich geladen hatten. Die Föderation hatte genug geeignete Einrichtungen dafür. "Sagen Sie, welche Aufgaben hat dieser Gul Telmar an Bord? Und gab es schon etwas, was die Gefangenen angingen?", fragte Mila aus Neugier. Anna drehte sich nun vollends zu Patterson um. "Gul Telmar ist unser Verbindungsoffizier zu den cardassianischen Streitkräften.", antwortete sie recht freudlos. "Unsere Mission wird uns des öfteren in cardassianisches Gebiet führen, daher empfand es die Sternenflotte beziehungsweise die cardassianische Regierung für notwendig, uns einen Verbindungsoffizier zur Seite zu stellen, damit wir unbehelligt agieren können." Annas Worte sprachen die aktuelle Politik aus, doch ihr Tonfall und Gesichtsausdruck zeigten der Halbbajoranerin unmissverständlich ihre eigene Meinung. "Ich vermute, durch die Gefangennahme dieser ... Piraten oder Widerstandskämpfer, wie sie sich vielleicht selbst sehen, hat er seine erste Aufgabe bekommen." "Na, hoffentlich gerät er und damit die Victory nicht auf die Abschussliste der Cardassianer, wenn sich mal wieder die Regierung ändert.", meinte Mila mit einer gewissen Sorge. Selbst in den Zeiten vor dem Krieg waren die cardassianischen Regierungen relativ kurzlebig, und alle Machtwechsel erfolgten gewaltsam. "Und ich hoffe, die Gefangenen kommen vor unser Gericht. Es wäre ungerecht, wenn sie sich ihrer Schuld einfach durch den Tod entziehen.", sprach sie weiter. Am Vortag jedoch hätte sie diese Schiffe am Liebsten vollständig zerstört. "Vielleicht haben Sie recht.", antwortete Anna. "Doch wenn ich mir vorstelle, wie ein Kriegsverbrecher, ein Pirat, ein Mörder auf einem komfortablen Strafplaneten auf Kosten aller Föderationsbürger lebt, bis er an Altersschwäche stirbt, kann ich es nicht vollends befürworten." "Tja, das ist die eine Seite, die andere ist, dass die Gefangenen nicht aus ihren Gedanken heraus können. Und ihre Bewegung ist empfindlich geschwächt.", erwiderte die Halbbajoranerin. "Ich bin mir nicht sicher, ob Sie das Konzept des menschlichen Gewissens auf einen Cardassianer übertragen können. Ihre Gesellschaftsstruktur und ihre Erziehung prägen ein vollkommen anderes Selbst- und Pflichtbewusstsein.", warf Anna ein. "Und was die Bewegung angeht: Hätten wir das Schiff vernichtet, wäre sie ebenfalls empfindlich geschwächt und die Sternenflotte hätte ein Exempel statuiert." "Das ist wahr, aber wir hätten auch Märtyrer geschaffen. Und damit hätten wir sie mächtiger gemacht, als sie es im Leben waren. Statt dessen halten wir sie fest, als Gefangene, und das ist nicht gerade ehrenhaft, schon gar nicht für Cardassianer.", erwiderte Mila und ging zu Nyberg hinüber. "Ein einzelnes vernichtetes Piratenschiff würde auf Cardassia Prime nicht als Märtyrertum aufgefasst werden.", Anna schüttelte den Kopf. "Innerhalb der Bewegung vielleicht, aber auf dem Heimatplaneten wäre es durch die entsprechende Propaganda als ein weiterer Sieg im Kampf gegen Plünderer und Piraten verkauft worden. Als ein glorreiches Beispiel für den gelungenen Schulterschluss von Cardassia und der Föderation in den Grenzgebieten." Annas war über sich selbst überrascht, wie fließend und täuschend ähnlich zum Original ihr diese Worte von den Lippen flossen. "Eine Gefangennahme und Verurteilung durch die Föderation gibt der Regierung wesentlich weniger Material, wenn es denn überhaupt erwähnt wird. Sie müssen bedenken, auf Cardassia geht es noch nicht allen Bewohnern gut, es gibt in Teilen noch große infrastrukturielle Mängel. Und die Erwähnung der Unterbringungsbedingungen in einem Föderations-Straflager ließe die Volksseele kochen. Die Regierung stünde als Schwächling da, da sie nicht verhindert hat, dass ein Pirat ein angenehmeres Leben führt als ein aufrechter Bürger." Für Anna war dies eine recht lange Rede gewesen, doch es war ein Thema, bei dem Sie sich auskannte, und so hatte sich auch noch eine letzte Anmerkung, bevor sie Patterson wieder zu Wort kommen ließ: "Und da Sie gerade von 'Ehre' sprachen: Verwechseln Sie Cardassianer nicht mit Klingonen. Klingonen haben Ehre, Cardassianer haben Stolz. Für einen Klingonen mag Föderationshaft unehrenhaft sein. Bei einem Cardassianer müssen Sie weit mehr unternehmen, um seinen Stolz zu treffen, als ihn in eine saubere, helle Zelle zu stecken. Oder kennen Sie ein besseres Beispiel für instrumentalisierte Demütigung als cardassianische Haftbedingungen?" "Ich kann mir nicht vorstellen, was toll an der Vorstellung sein soll, tagein, tagaus in der selben Zelle zu versauern. Das ist das Schicksal, was unseren 'Freunden' blüht, geht es nach unseren Gesetzen. Vielleicht haben Sie aber recht. Doch was aus ihnen wird, dürften wie so oft Diplomaten entscheiden.", erwiderte die Halbbajoranerin auf Nybergs Vortrag. Die junge Frau schien die Cardassianer zu kennen, und die Wahrscheinlichkeit war sehr hoch, dass es keine angenehmen Erfahrungen gewesen waren. "Diplomaten...", Anna schnaubte. "Ja, wahrscheinlich werden sie in einer Strafkolonie versauern.", gab sie zu. "Auch wenn ich ihnen wünschte, dass sie nach ihren Gesetzen behandelt würden, aber eine öffentliche Hinrichtung würde eine Facette der cardassianischen Gesellschaft offenbaren, die die Föderation in ihrer derzeitigen Freundschaftspolitik dem neuen, zivilisierteren Cardassia gegenüber nicht wahrhaben will." Sie machte einen Augenblick Pause und sah dann Patterson unverwandt und anders als zuvor an. "Darf ich Sie etwas persönliches fragen, Ma'am? Sind Sie auf Bajor aufgewachsen? Es ist selten, dass ein Bajoraner Ihre Meinung vertritt." "Nein, ich bin auf der Erde aufgewachsen. Der Mann meiner Mutter schickte sie weg, während sie mit meinem Halbbruder schwanger war. Ein paar Wochen nach der Flucht meiner Mutter wurde er exekutiert. Mein Vater ist der Mann, der sich seit ihrer Ankunft im Föderationsgebiet um meine Mutter gekümmert hat.", erwiderte Mila ruhig. Anna überlegte einen Moment, bis ihr klar war, dass Patterson wohl eine bajoranische Mutter und eine Menschen-Vater hatte. "Also sind Sie als Föderationsbürger aufgewachsen und haben eine entsprechende Erziehung genossen?", erkundigte sich Anna, interessiert, inwiefern Patterson bajoranischen Einflüssen unterlag. "Meine Eltern haben versucht, mir möglichst viel beider Kulturen nahe zu bringen. Aber es war nicht immer leicht.", antwortete Mila und machte eine kurze Pause, "In den ersten Jahren war es nicht sehr leicht. Für die Menschenkinder war ich nicht Mensch genug, und für die kleinen Bajoraner zu wenig Bajoraner. Doch irgendwann gab es sich, und ich wurde in beiden 'Welten' aufgenommen. Allerdings stelle ich mir oft genug die Frage, zu welcher Kultur ich wirklich gehöre." "Dann kann ich Ihren Eltern nur gratulieren, ihre Erziehung hat Früchte getragen.", kommentierte Anna lächelnd mit Hinblick auf die zurückliegende Diskussion. "Auch wenn Sie es vielleicht nicht so empfinden, aber ich kann mir vorstellen, dass es ein Vorteil ist, zu mehreren Welten zu gehören. Wann immer Sie auf Bajor oder der Erde sind, werden Sie sich zu Hause fühlen." Sie musste an sich denken, bei ihr verhielt es sich gänzlich anders. Äußerlich war sie ein Mensch, doch die einzige 'Welt', die einzige Heimat, die sie als solche kannte, war viel zu früh aus ihrem Leben verschwunden und hatte sie ohne jegliches Zugehörigkeitsgefühl zurückgelassen. "Ja, das ist was schönes, beide Welten zu kennen.", erwiderte Mila mit einem Lächeln. Sie atmete tief durch und begab sich wieder an die taktische Konsole zurück, "Das war eine gute Diskussion. Schade, dass Sie nicht auf der Ticonderoga sind." Anna verstand den Wink, auch sie sollte sich wieder ihrer Konsole widmen. "Ich bin vielleicht nicht auf der Ticonderoga, aber nicht aus der Welt Lieutenant.", sagte Anna lächelnd. "Wann immer Sie Lust auf eine weitere Runde haben, klingeln Sie einfach an.", fügte sie hinzu und wies auf ihren Kommunikator. "Ich komme gern darauf zurück, wenn ich wieder ein ähnliches Thema habe.", erwiderte die Halbbajoranerin. Es hatte in der Tat gut getan, auch eine andere Seite als die sonst übliche zu hören. Anna nickte und wandte sich wieder ihrer Konsole zu. Sie hatte einige Minuten an Zeit verloren, doch war diese Diskussion eine willkommene Ablenkung von ihrem Frühstücksgespräch mit Lexi. Patterson hatte einige Dinge ausgesprochen, die sie in ruhigen Minuten wahrscheinlich noch einmal durchdenken würde. --- Deck 1, Bereitschaftsraum Nach der Sichtung der meisten Unterlagen und Berichte der Abteilungen - hieß also das erfolgreiche Lesen aller Überschriften - nahm sich James wieder dem Crewproblem an. Er brauchte Verstärkung auf wichtigen strategischen Positionen. Er würde einfach wieder betteln gehen. Damals hatte ihm mal jemand auf der Offiziersschule gesagt, dass es immer half zu betteln. Man würde oft aufstehen und gegen die Wand rennen müssen, um immer wieder hinzufallen und von vorne anzufangen, um wieder gegen die Wand zu rennen. Irgendwann würde die Wand es schon leid werden. "Öffne Kanal zu Sternenflotten Oberkommando, Admiral MacArthur.", wies er den Computer an. Von da an dauerte es eine Zeit und James schloss die Augen und lehnte sich zurück. --- Erde, Oberkommando, Büro Admiral MacArthur "Admiral? Commander Yates von der Victory auf Kanal 3.", zwitscherte Vargas, die hübsche Sekretärin des Admirals, durch die stets offen stehende Tür in das große, edel eingerichtete Büro. "Danke.", war die gleiche knappe Antwort wie immer. Vargas konnte noch ein paar Schritte hören und die Tür schloss sich. Der Admiral bestand selbst im Alter darauf, dass er die Tür schloss und öffnete und die Dame konnte sitzen bleiben. Ganz Gentlemen. --- Deck 1, Bereitschaftsraum "Admiral MacArthur. Guten Morgen." "Guten Morgen Commander ... Captain ... Commander. Entschuldigen Sie meine Verwirrung." "Keine Ursache Admiral." "Womit kann ich Ihnen helfen?" "Mit mehr Besatzung - das übliche Leid. Wir haben das Gefecht gegen cardassianische Schiffe gewonnen und die USS Ticonderoga gerettet, in letzter Sekunde. Das Schiff wird derzeit repariert, um zur nächsten Sternenbasis fliegen zu können. Die Schäden sind beachtlich. Leider haben wir auch Verluste und Verletzte. Auch auf der Victory." "Ich habe den Kurzbericht der Verluste und Verletzten bekommen. Der Verlust eines Kommandeurs ist stets tragisch, aber nicht mehr besonders als die lebensbedrohlichen Verletzungen ihrer Crewmitglieder." "Darum geht es Admiral. Ich brauche dringend Verstärkung an der Taktik, der Sicherheit und vor allem einen ersten Offizier." "Ich verstehe. Commander, ich sehe mir gerade die Crewliste der Ticonderoga an. Sie werden Crew von dort übernehmen. Einen Sicherheitsoffizier auf jeden Fall. Für die Taktik... einen Moment... für die Taktik bekommen sie Lieutenant Mila Patterson und als ersten Offizier... Das ist schwierig. Der erste Offizier der USS Ticonderoga wird nach Reparatur das Kommando übernehmen. Also bekommen Sie die zweite Offizierin mit Beförderung zur ersten Offizierin. Das wäre dann Lieutenant Commander Deirdra Izami. Sie sollten sich ja mittlerweile kennen gelernt haben. Wenn nicht holen Sie das besser jetzt nach. Sonst noch etwas?" "Dann noch das Counseling. Wir haben einen recht jungen Counselor an Bord. Ich würde ihm gern jemanden zur Seite stellen." "Abgelehnt. Was wir machen können ist den Counselor austauschen. Auf der Ticonderoga ist jemand mit weitaus mehr Kompetenz und Erfahrung. Ihr Counselor wird bei der Neubesetzung der Crew wieder den ruhigeren Stellvertreter Posten bekommen und Sie sind erstmal gut versorgt. Sprechen Sie das intern ab." "In Ordnung. Wir haben außerdem einige cardassianische Gefangene, die derzeit verhört werden. Wir werden die Gefangenen der regionalen Regierung übergeben, wenn wir Kurs auf die angegriffenen Planeten nehmen, nachdem die Ticonderoga flugbereit ist. Nach anschließender Versorgung nehmen wir den alten Kurs wieder auf." "Verstanden. Melden Sie sich bei Problemen. MacArthur Ende." Der Kanal war geschlossen und James Augen waren so weit aufgerissen wie sein Mund offen stand. Deirdra als neue erste Offizierin auf dem Schiff? Die Deirdra von gestern Abend?? Er war sich nicht sicher, wie er das fand. Der James in sich fand es gut, der Commander fand es nicht so gut. Aber gut, da führte kein Weg dran vorbei und eigentlich war es ihm ja ganz recht. Für die Taktik und die Sicherheit bekam er auch neue Leute. Damit waren die Positionen alle besetzt, die er besetzen wollte und das Problem mit Tanner als Counselor würde er selber lösen können, indem er sich entschied, auf die Ticonderoga zu wechseln. Er bekam im Austausch einen neuen mit mehr Erfahrung. Das konnte ihm also eigentlich auch Recht sein. Patterson und Izami waren auf der Victory, wie er sehen konnte. "Lieutenant Patterson. Bitte melden Sie sich im Bereitschaftsraum.", rief er erst die neue Taktikerin zu sich, um direkt einen neuen Kanal zu öffnen: "Lieutenant Commander Izami. Bitte melden Sie sich im Bereitschaftsraum." James öffnete eine Schublade und nahm eine der Beruhigungspillen, die noch von Captain DeChâteau da waren und wartete ab. --- Deck 1, Brücke Mila hob eine Braue nach oben, wie nach ihr gerufen wurde - noch dazu von Commander Yates, nicht von Commander Mendez. Sie blickte kurz den Diensthabenden an der Konsole an, sah dann kurz zu Nyberg. "Dann will ich mal in die Höhle des Löwen.", meinte die Halbbajoranerin, nicht ahnend, was sie erwartete. --- Deck 1, Bereitschaftsraum "Commander Yates, ich melde mich wie befohlen.", sprach sie den Kommandanten der Victory an, nachdem er sie in seinen Raum eingelassen hatte. Yates stand auf, als Patterson den Raum betrat und bot ihr einen Platz vor seinem Tisch an. "Bitte setzen Sie sich doch. Ich habe auch Lieutenant Commander Izami gerufen. Warten wir einen Augenblick auf sie." --- Deck 11 Deirdra wollte gerade ihren Weg mit Lieutenant Hoele fortsetzen, als ihr Kommunikator piepte. Sie blickte zu Axel. "Sorry. Ich hätte gerne weitergeplaudert, aber der Captain ruft. Ich melde mich später nochmal wegen der Proben." Axel war von dem Kommunikator von Izami überrascht worden, er hätte sich liebend gerne noch weiter mit ihr unterhalten, doch bei ihr rief die Pflicht, wie er hören konnte. So entschied sich Axel, erst einmal in den Frachtraum auf Deck 7 zu gehen und erst einmal eine grobe Übersicht über das Material zu bekommen, das ja wohl dann doch mehr war, als Axel erwartet hatte. "Wenn die Pflicht ruft, dann kann man eben nichts dran machen." antwortete Axel. "Ich hoffe aber, wir holen diesen Rundgang durch's Schiff nach.", fügte Axel hinzu und hoffte, auf diese halbe Frage eine positive Antwort zu bekommen. "Natürlich, auf so etwas verzichte ich ungern.", antwortete Deirdra, winkte noch einmal und verschwand dann schnellstens in den nächsten Turbolift. --- Turbolift "Deck 1.", befahl sie und ließ sich gegen die Wand fallen. Ihre Gedanken rasten. Was wollte James wohl von ihr? War es privat? Oder dienstlich? Aus seiner Stimme hatte sie nichts heraushören können. Und so im nachhinein betrachtet kam ihr ihr Abgang gestern nacht doch etwas unüberlegt vor. Wie konnte sie nur vergessen haben, dass sie ihm heute noch garantiert einmal über den Weg laufen würde. Der Turbolift stoppte und die Türen öffneten sich. Deirdra atmete tief durch und stieß sich von der Wand ab. --- Deck 1, Brücke Eilig und nur kurz grüßend in die Runde nickend durchquerte sie die Brücke. Ihr Herz schlug etwas zu schnell und ihre Backen kamen ihr etwas heißer vor als gewöhnlich. Unauffällig rückte sie ihre Uniform zurecht, atmete noch einmal durch und betätigte dann den Türoffner zum Bereitschaftsraum. --- Deck 1, Bereitschaftsraum "Guten Morgen, ...", sie wollte gerade 'James' anfügen, als sie im letzten Augenblick Lieutenant Patterson sah. "Captain.", korrigierte sie sich und hoffte, dass niemand etwas bemerkt hatte. "Guten Morgen, Lieutenant Commander." James rang um seine Fassung. Er verzog keine Miene, was ihm schwer genug fiel, während er auch Izami einen Platz anbot. "Meine Damen, es geht um ihre zukünftige Karriere. Die USS Ticonderoga wird eine ganze Zeit lang im Dock liegen und der USS Victory mangelt es an Besatzungsmitgliedern auf wichtigen strategischen Positionen." Er sah zu Izami und dachte bei Positionen durchaus auch an die vergangene Nacht in seinem Schlafzimmer. "Ich habe soeben mit Admiral MacArthur vom Oberkommando gesprochen. Sie beide werden auf die Victory versetzt. Lieutenant Patterson, Sie werden die Taktik auf der Brücke besetzen. Lieutenant Commander Izami, Sie werden neue erste Offizierin an Bord." Er machte eine Pause um kleine Reaktionen in den Gesichtern abzuwarten. "Ich gratuliere Ihnen beiden. Commander Mendez werde ich informieren. Wahrscheinlich wird noch ein Sicherheitsoffizier herüberkommen und eventuell werden wir die Counselor tauschen. Aber das steht noch nicht fest. - Ich schlage daher vor, Sie holen Ihre persönlichen Gegenstände von der Ticonderoga herüber in ihre neuen Quartiere. Willkommen an Bord und auf gute Zusammenarbeit." Deirdra war froh, sich gesetzt zu haben, als James ihr und Patterson ihr neues Glück offenbarte. Sie konnte gerade noch mit einer Mischung aus Räuspern, Husten und Schluckauf kaschieren, dass ihr die Kinnlade nach unten sackte. Auch ihre hektische Gesichtsfarbe ließ sich praktischerweise damit entschuldigen. Im Gegensatz zu vorhin, schienen all ihre Gedanken jetzt wie in Gelee erstarrt. Sie war heilfroh, dass Patterson als erste das Wort ergriff, ihr blieb im Moment alles in der Kehle stecken und sie würde noch einige Sekunden benötigen, um sich wieder zu fangen. "Vielen Dank, Captain, ich werde mein Bestes dafür tun.", bedankte sich Mila und sah zu Izami rüber. Es war gut, dass zumindest ein vertrautes Gesicht verblieb. Die eine Seite in ihr freute sich über diese Versetzung, galt die Victory als die Crème de la Crème innerhalb der Flotte, andererseits bedeutete dies auch einen Abschied von vertrauten Kameraden. Allerdings hatte sie schon jemanden für angeregte Diskussionen gefunden, und der Rest sollte sich auch ergeben. "Meinen Glückwunsch, Commander. Da hat es wohl die Richtige getroffen.", gratulierte die Halbbajoranerin Izami zum Posten des Ersten Offiziers auf der Victory. Deirdra lächelte unsicher. "Danke, Miss Patterson." Wie recht Patterson doch hatte, es hatte die Richtige getroffen und jetzt war sie wie vom Donner gerührt und fragte sich, ob sie sich lieber über die Beförderung freuen oder sich für letzte Nacht verfluchen sollte. Sie hoffte nur, dass es James genauso ging. So eine perfide Rache - sie beim Admiral als neuen XO anzufordern - traute sie ihm nicht zu. Schließlich, wie in Zeitlupe drehte sie sich zu James. "Auch Ihnen vielen Dank für diese Nachricht, Captain.", antwortete sie etwas steif. "Ich bin sicher, wir werden gut zusammenarbeiten.", fügte sie lächelnd hinzu und hätte sich am liebsten gleich wieder auf die Zunge gebissen. "Nun, Commander, gehen Sie gleich mit rüber auf die Tico, oder möchten Sie mit dem Captain noch ein paar Worte wechseln?", fragte Mila die nur wenig ältere Trill-Risanerin. Deirdra löste ihren Blick wieder von Yates, um gleich darauf wieder zu ihm zu schwenken. "Benötigen Sie mich noch, Captain?", fragte sie nach. Irgendwie klang heute alles falsch aus ihrem Mund, seit dem Moment, da sie diesen Raum betreten hatte. "Lieutenant" wandte sich James an Patterson "Sobald Sie ihre Sachen an Bord haben melden Sie sich bei Lieutenant Commander Reszko. Ich werde ihn von der Verstärkung seines Teams informieren. Er ist zweiter Offizier an Bord und Chef der Sicherheit, damit ihr direkter Vorgesetzter." James stand auf um die Dame zu verabschieden und sagte zu Deirdra. "Da ich ihr Vorgesetzter bin, Lieutenant Commander, möchte ich Sie bitten noch etwas hier zu bleiben." Deirdra nickte und grüßte kurz zu Patterson, als diese den Raum verließ. Mit einem "Verstanden, Captain." verabschiedete sich Mila und ließ Izami und ihren neuen Captain alleine. Schließlich hatte sie selbst genug zu packen. Sie durcheilte die Brücke zügig, um sich auf zur Ticonderoga zu machen. Yates verabschiedete Patterson und schloss und verriegelte die Tür. Langsam näherte er sich von hinten Deidra, die mit dem Rücken zu ihm saß. Er schlenderte jedoch nicht um den Tisch herum, sondern ließ sich auf das Sofa sinken welches, in seinem Raum stand. Mit dem Piepen der Verriegelung wurden Deirdras Ohren hellhörig. Yates näherte sich, er wollte doch nicht etwa? Sie fühlte immer ihre Nackenhaare prickeln, wenn sich jemand unter solchen Umständen von hinten näherte. Nein, er bog ab zum Sofa. Deirdra blieb erst einmal auf ihrem Stuhl sitzen, immer noch leicht konsterniert von der Neuigkeit. "Das war nicht meine Idee falls du das denkst." Er machte eine kleine Pause "Es freut mich aber trotzdem das du an Bord bleibst. Gestern Abend war schön und das können wir nicht ungeschehen machen. Und wenn wir vorher gewusst hätten das du an Bord bleibst - ich hoffe es hätte nichts geändert." Der nächste Satz gehörte ihr beschloss Yates. Deirdra hatte James aufmerksam zugehört. Er schien ihr ihre plötzliche 'Flucht' nicht krumm zu nehmen, was sie sich wiederum noch etwas schlechter fühlen ließ. Um an einen Moment Bedenkzeit zu kommen rutsche sie schräg auf den Stuhl, fuhr sie sich durch die Haare und stütze dann ihren Kopf in die Hand und diese auf die Rückenlehne. Sie sah James an. "Ich glaube, wegen gestern abend ist noch eine Entschuldigung meinerseits fällig." Sie lächelte schief. "Ich könnte jetzt sagen, dass ich nicht weiß, was in mich gefahren ist, aber das wäre gelogen. Und es beruhigt dich wahrscheinlich auch wenig, wenn ich Dir sage, dass Du nicht der erste bist, dem das passiert ist." Ihr Lächeln wurde etwas breiter, langsam entspannte sie sich wieder und sah wieder den James von gestern, nicht Captain Yates, vor sich. "Mir hat der Abend ... und die halbe Nacht... auch sehr gut gefallen. Und gegen eine Wiederholung hätte ich nichts einzuwenden...", diesmal würde sie auch bestimmt zum Frühstück bleiben. "... aber...", sie biss sich auf die Lippe. Wie sollte sie das jetzt genau formulieren. "..ich fühle mich gerade etwas in meinen Grundfesten erschüttert." Sie blickte etwas hilflos um sich. "Ich habe nicht wirklich viele Prinzipien, und wenn Du Mimiemar fragst, würde sie wohl sagen, auch kein einziges Fünkchen Moral, aber an eine Sache habe ich mich bisher immer gehalten." Sie atemete tief durch. "Schlafe niemals mit Deinem Chef." Sie ließ diese Worte einen Moment sinken. "Und jetzt bist Du plötzlich mein Chef, und... und..." Und jetzt saß er vor ihr, immer noch hinreißend, dass ihre Augen nicht von ihm ablassen wollten. Sie vergrub ihr Gesicht in den Händen, raufte sich die Haare und sah dann James hilflos an. "Und jetzt siehst du mich mit anderen Augen?", stellte James halb fragend fest. "Um ehrlich zu sein war ich schon nicht schlecht überrascht heute morgen, als du weg warst. Aber ich verstehe, was in dir vorgeht." James beugte sich etwas nach vorne um Deirdra näher zu sein. "Ich wollte eigentlich Job und privates auch strikt trennen. Aber ich sehe auch keinen Grund warum ich mich für so eine Prinzipie unglücklich machen sollte." Er nahm ihre Hand "Wenn das nicht die einzige Nacht gewesen sein soll und wenn wir uns mit der Zeit besser kennen lernen können und möchten. Warum sollte diese Uniform zwischen uns stehen?" James legte ihre Hand wieder auf ihr Bein und strich sanft drüber bevor er sich wieder zurück lehnte und auf den freien Platz neben sich auf dem Sofa schaute. "Wenn aus einem One-Night-Stand eine Liaison wird, muss man sich natürlich ein bisschen geschickt anstellen. Das Gerede der Crew möchte ich mir nach Möglichkeit ersparen. Kein Schiff ist groß genug als das Gerüchte nicht nur Sekunden brauchen um herum zu gehen. Besonders wenn es um das Kommando geht." Yates stand vom Sofa auf, ging hinter Deirdra her, strich ihr über die Schulter und durch die Haare und ging zum Replikator. "Möchtest du was trinken?" "Mmmh.", Deirdra hatte ihr Augen für einen Moment geschlossen, als James sie berührt hatte. Auf seine Frage wäre ihr jetzt fast 'Wodka.' herausgerutscht, aber sie entschied sich doch für etwas anderes, das sie alkoholfrei zurück auf den Boden der Tatsachen holen würde. "Doppelter Espresso, schwarz." Sie schwieg noch einen Moment, während er am Replikator stand, und überlegte. Sie hatte jetzt zwei Möglichkeiten. Gestern war ein One-Night-Stand gewesen, abgesehen davon, dass James jetzt ihr Vorgesetzter war, war sie gefühlsmäßig noch nicht sehr involviert. Sie könnte noch abbrechen, das ganze für eine Weile in der Schublade 'Peinlichkeiten' lagern und mit der Zeit würde es zu einer komischen Anekdote heranreifen. Aber konnte sie James wirklich Tag für Tag unter die Augen treten und so tun als wäre nichts gewesen? Zu zweit fiel so etwas wesentlich leichter. Womit sie dann bei der zweiten Möglichkeit wäre: weitermachen und so tun, als wäre nichts gewesen. Es hatte etwas abenteuerliches, versprach Nervenkitzel. Nur, rein technisch betrachtet, wäre es eine Beziehung. Ein Begriff, den sie normalerweise lieber gar nicht erst in den Mund nahm, aus Angst, er könnte Realität werden. Aus dem gleichen Grund, aus dem sie sich nachts aus dem Staub machte. Aber das klappte diesmal nicht. Sie würde nicht auf der Ticonderoga wieder das Weite suchen können. James hatte ihr inzwischen die Tasse gereicht. Sie bedankte sich lächelnd und leerte sie gleich in einem Zug. Entschlossen stellte sie die Tasse auf die Untertasse und traf eine Entscheidung. "Ja." Sie lachte kurz auf, als sie merkte, dass James mit dieser Antwort wohl recht wenig anfangen konnte. "Wenn ich mit Prinzip Nr. 1 breche, kann ich mit Prinzip Nr. 2 gleich weitermachen.", ergänzte sie und stellte die Tasse auf den Tisch. Prinzip Nr. 2 lautete im übrigen: 'Fang niemals eine Beziehung an.' Dann sah sie James auffordernd an. "Wann hast Du Dienstschluss?" Sie grinste ihn schelmisch an. Abenteuer und Nervenkitzel, ihr könnt beginnen. James hatte sich wieder hinter den Schreibtisch auf seinen Stuhl gesetzt und Deirdra zugehört. Mit dem Ergebnis war er durchaus zufrieden "Ein Captain ist immer im Dienst.", grinste James zurück und nippte an der Tasse Tee, die er sich selbst geholt hatte. Darjeeling wie immer - nach seinen Teepflanzen würde er auch gleich gucken müssen, fiel ihm da ein. "Und eine Erste Offizierin übrigens auch." James stellte die Tasse ab. "Ein neues zu Hause, in diesem Fall dein Quartier muss ja gefeiert werden. Wie wäre es wenn ich zur Einweihung eine gute Flasche Wein mitbringe?" Deirdra verzog im Spaß das Gesicht... immer im Dienst... daran hatte sie nicht gedacht. "Gerne.", sie grinste breit, irgendwie auch erleichtert, wie glatt das gerade gegangen war. "Und diesmal kümmere ich mich um das Hauptgericht und Du um den Nachtisch?" "Die britische Küche ist nicht wirklich für Desserts bekannt. Eigentlich ist sie gar nicht bekannt. Aber zusammen sollten wir das ohne Probleme schaffen." Er stellte seine Tasse auf dem Tisch ab. "Soll ich behalten was du vergessen hast oder möchtest du es wieder haben?" Deirdra lachte. 'Schlingel.', dachte sie. Aber sie war ja auch selbst schuld. "Hast Du denn Verwendung dafür?", fragte sie verschmitzt. James sah an sich herunter und schüttelte den Kopf. "Nein, aber wie wäre es als Jagdtrophäe über der Tür?", scherzte er. "Oder ist das eine Art Spiel und irgendwann hab ich eine ganze Kollektion zusammen gesammelt?" Ein kleiner Lacher folgte. Seine Stimmung war plötzlich wieder bestens, der ganze unangenehme Druck, mit Deirdra über das Thema sprechen zu müssen, war abgefallen. Ihre Anwesenheit machte es ihm aber auch einfach. Vor Deirdras geistigem Auge braute sich ein Bild zusammen, das sie lieber nicht öffentlich wiedergeben wollte. Nur ihr breites Grinsen zeugte davon. "Ich werd' mal schauen, was ich machen kann. Nur hoffe ich, dass ich auf Dich zurückgreifen kann, wenn mir mal die Wäsche ausgeht." "Wenn du dann die passenden Argumente hast, bestimmt." James fuhr überdeutlich Deirdra von oben nach unten und zurück mit den Augen ab, selbst in Uniform machte sie eine Super Figur. "Okay, die Argumente sind da. - Sollen wir dann 19 Uhr bei dir sagen?" Deirdra beantwortete James Blick beinahe reflexhaft, Bauch rein, Brust raus und ein wissendes Lächeln. "19 Uhr ist perfekt." Gehobene Augenbrauen und weit aufgerissene Augen, untermalt von einem Lachen, die unterstrichen, dass es wenigstens zum Teil gespielt war, quittierten Deirdras neue Körperhaltung und ein 'Rrrr' lag ihm auf den Lippen, er verbiss es sich aber. "So ungern ich es tue, aber dann lasse ich dich wohl erstmal wieder gehen und deine Sachen holen. Die Ticonderoga fit kriegen, zum nächsten Planeten fliegen und den ganzen Kram sollten wir schnell erledigt bekommen, um heute Abend in Ruhe wieder auf Kurs zu sein, um uns anderen Dingen zu widmen." Er schob ein Grinsen ein, konnte er doch einfach nicht wirklich Ernst bleiben und die Andeutungen weg lassen. Das Feuer, was brannte, wenn er ihre Augen, ihr Gesicht, ihren Körper und ihre Haare sah - er konnte und wollte es nicht löschen. "Um deinen Posten und so weiter kümmern wir uns dann morgen in Ruhe. Dein neues Büro ist ja übrigens mein altes. Es ist schön. Bequeme Couch." Ein einladender Augenaufschlag begrüßte James' letzte Aussage. "Ich glaube Dir einfach mal... bis ein offizieller Test durchgeführt wurde." "Wie gesagt, morgen kümmern wir uns um deinen neuen Job hier." Er stand auf und räumte die leeren Tassen ab, hielt dann Deirdra seine Hand um ihr aufzuhelfen, die sie natürlich gerne ergriff. Sie stand ebenfalls auf, strich mit der freien Hand ihre Uniform glatt und richtete sich auf. "In Ordnung, Captain."... das würde sie noch üben müssen, von James' Nähe war sie noch zu sehr abgelenkt zu werden. "... Bitte um Erlaubnis wegtreten zu dürfen." "Erlaubnis erteilt, Nummer Eins", sagte James gefasst ... und gab ihr einen Klaps auf den Po. Deirdra giekste vor Überraschung und schüttelte dann tadelnd den Kopf. "Ts, ts, ts... das sind Umgangsformen hier an Bord. Höchste Zeit, dass ich hier etwas aufräume." Sie hauchte James noch einen Kuss auf die Wange und schritt dann geschäftig zur Tür. "Oh ja, ich bin ja so unanständig. Bitte bring mir Manieren bei.", nuschelte James zu sich selbst, während Deirdra an der versperrten Tür ankam. "Bedarf es da vielleicht etwas Hilfe?" Deirdra drehte sich um, kurz bevor ihre hübsche Nase die Tür berührte und bekam einen Lachanfall. "Sorry.", sie wischte sich die Tränen aus den Augen. "Ich glaube, ich bin noch etwas durcheinander." James schlenderte zu ihr herüber, legte einen Arm um ihre Hüfte und kam ihr etwas näher, um noch einmal tief von ihrem Duft einatmen zu kommen, während er mit der freien Hand die Tür wieder frei schaltete. "Vielleicht sollte ich mein Quartier demnächst auch mit dem Captains-Code absperren." Er strich ihr noch eine Strähne aus dem Gesicht. "Bis nachher, Süße." Deirdra schmiegte sich noch einmal nah an James - natürlich nur, damit sie außer Reichweite des Türsensors war und dieser nicht aus Versehen auslöste und die halbe Brückenbesatzung sehen konnte, wo James' Hand gerade ruhte. "Bis nachher...Sir.", eindeutig zweideutiger Tonfall und ein letzter intensiver Blick, bevor sie sich von James löste und an die Tür herantrat. Als die Tür sich öffnete trat James einen Schritt zurück in den Raum und ließ Deirdra von seinen Blicken verfolgen, bis die Tür wieder zu glitt. Er ließ sich ein paar Schritte weiter wieder in seinen Stuhl sinken und öffnete ein kleines Fach im Schreibtisch um sich einen Scotch einzuschenken und sich damit selbst zu gratulieren und alle Bedenken bei Seite zu schieben. Jetzt wartete bis zum Abend noch ein wenig Arbeit. --- Deck 6, Krankenstation, Büro der Chefärztin Wie abgesprochen hatte der Pfleger Shyla darüber informiert, dass die Patientin mit den Erfrierungen da war. Da sich jedoch ihre Stellvertreterin um diese kümmerte, blieb sie in ihrem Büro. Sie hatte noch einen ganzen Berg voller Schreibtischarbeit vor sich, den sie heute abarbeiten wollte. Nach einiger Zeit ertönte der Türsummer und Dr. Haris stand vor ihrer Tür. Sie betätigte den Öffner und stand auf. "Hallo!" begrüßte sie ihre Stellvertreterin lächelnd. "Setzen Sie sich doch. Kann ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?" Sie war ganz froh über die Gelegenheit zu einer Pause, die sich ihr hier bot. Lexi nahm den dargebotenen Platz und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. "Wenn's keinen Aufwand macht, eine warme Tasse Darjeeling bitte.", bat sie und lehnte sich zurück. "Der Patientin geht es gut, aber das ist sicherlich nicht unseren Sicherheitlern zu verdanken. Sie wird noch etwas Ruhe benötigen", begann sie zu erklären. "Sicher, das ist kein Problem!", antwortete Shyla und ging zum Replikator. Währenddessen begann Lexi zu berichten. "Was haben die Sicherheitler denn mit ihr gemacht?", fragte sie während sie mit zwei Tassen Tee zurück zu ihrem Schreibtisch balancierte. Sie stellte die beiden Tassen ab und setzte sich wieder. Lexi nahm die Tasse dankend an und trank einen Schluck. "Nun, den Werten der Zellschädigung nach hat die Patientin wohl mehrere Stunden in einem kalten Raum gelegen. Als ich ankam, war die Temperatur zwar wieder etwas höher, aber ich denke, auch das dürfte ihr eher zum Nachteil gereicht haben.", erklärte Lexi weiter. "Und offenbar hat unser Sicherheitschef angenommen, dass wir die Behandlung im Arrestbereich vornehmen können. Ich hab ihn wissen lassen, dass er beim nächsten Fall dieser Art lieber gleich einen Transport zur Krankenstation veranlassen sollte." Sie trank noch einen Schluck Tee, um Miller die Gelegenheit zu geben, zu antworten. Auch Shyla trank einen Schluck Tee und dachte kurz nach. "Nun, ich denke, dass wir mit dem Sicherheitschef einmal über den verantwortungsbewussten Umgang mit Gefangenen reden sollten. Auch wenn es natürlich wichtig ist, von ihnen Informationen zu erhalten, darf dieses nicht die Gesundheit der Gefangenen gefährden.", sagte sie und trank noch einen Schluck Tee. "Oder wie sehen Sie das?", fragte sie ihre Stellvertreterin. Lexi schlürfte weiter an ihrem Tee. "Dem stimme ich zu. Den Werten nach muss die Frau schon länger in der Kälte gelegen haben. Mir ist es unerklärlich, dass man so lange gewartet hat oder nicht ab und zu nach den Gefangenen sieht. Dann kommt noch hinzu, dass man dort wohl darauf vertraut hat, dass wir so ziemlich jedes 'Wehwehchen' vor Ort behandeln können.", erwiderte Lexi und fuhr sich durch ihr Haar. Noch immer geisterten ihre Gedanken zu dem Gespräch im Casino, aber sie verdrängte die Gedanken oder versuchte es zumindest weitgehend. "Ich sagte ihm, es wäre seine Pflicht gewesen bei den Beschwerden gleich einen Transport hierher zu organisieren." "Noch besser wäre es natürlich gewesen, es mit den Beschwerden erst gar nicht soweit kommen zu lassen.", antwortete Shyla und nippte wieder an ihrem Tee. Dieser war heiß und köstlich. "Wie schon gesagt, ich werde mit Reszko reden damit so etwas nicht wieder vorkommt." Lexi leerte ihre Tasse und stellte sie behutsam auf den Tisch ihrer Chefin, nickte schließlich bestätigend. "Das wäre natürlich das Optimum, aber sollten Beschwerden auftreten, nicht erst drauf hoffen, dass wir es vor Ort richten können, wenn's dermaßen schwere Probleme sind..." Lexi schwieg einen Moment. "Den Unterkühlungen nach muss die Frau sogar mehrere Stunden in der Kälte gelegen haben. Da kommt mir die Frage auf, macht unser Sicherheitspersonal eigentlich auch Stippvisiten bei ihren Gefangenen, ob alles in Ordnung ist oder werden die überhaupt nicht überwacht, sobald das Kraftfeld aktiv ist", gab Lexi zu bedenken. "Auch dies werde ich in meinem Gespräch mit dem Sicherheitschef ansprechen. Ich denke, eigentlich gehört das zur Selbstverständlichkeit.", antwortete Shyla und leerte ihre Teetasse. Auch die Tasse ihrer Stellvertreterin schien leer zu sein. "Darf ich Ihnen noch einen Tee anbieten oder müssen sie schnell wieder an die Arbeit?", fragte Shyla. Lexi rieb sich kurz über die Stirn. "Im Augenblick ist es ruhig, noch bin ich nicht weiter gefordert und meine letzte Patientin wird sich noch ein Weilchen in den Armen von Morpheus wiegen lassen. Und wenn ich nicht zu viel falsch gemacht hat, werde ich bei ihr auch bis dahin nicht mehr gebraucht werden, wenn doch, wird unser Personal mich wohl informieren.", erwiderte sie mit einem leicht verkniffenen Lächeln. "Ja, davon ist auszugehen. Gut, dann repliziere ich uns noch einen Tee.", antwortete Silvy und stand auf. "Auf mich wartet zwar noch Verwaltungskram, aber der kann auch noch eine Weile warten!", sagte sie leicht grinsend während sie auf den Tee wartete. Als dieser fertig war, trug sie die beiden Tassen zurück zum Schreibtisch. "Kann ich noch etwas dazu anbieten? Ein Stück Kuchen oder ein paar Kekse vielleicht?" Wenn sie schon eine Pause machte dann konnte sie sich auch noch eine Kleinigkeit zu essen gönnen. Außerdem bot sich ihr so eine gute Gelegenheit, in Ruhe mit ihrer Stellvertreterin zu plaudern. Lexi nahm die Teetasse entgegen und überlegte einen Moment. "Nein, nein danke, ich hab vorhin erst gefrühstückt.", erwiderte sie leicht lächelnd, auch wenn das nicht ganz die Wahrheit war. Ihr Frühstück bestand mehr aus Schuldgefühlen, Scham und einer Tasse Tee, aber das musste sie ihrer Chefin ja nun nicht auf die Nase binden. "Ich bin einem zweiten Frühstück nie abgeneigt.", gab Shyla lächelnd zu. Sie replizierte sich ein Stück Erdbeerkuchen und setzte sich wieder an den Schreibtisch, Lexi gegenüber. "Möchten Sie wirklich nichts? Dieser Erdbeerkuchen ist richtig lecker, da kann ich nie widerstehen.", sagte Shyla und nahm genussvoll die erste Gabel mit dem köstlichen Gebäckstück in den Mund. "Wirklich nicht, auch wenn's lecker aussieht, aber ich hab zur Zeit keinen Appetit.", lehnte Lexi ein weiteres Mal das Angebot ab. Irgendwie verkrampfte sich sogar ihr Magen bei dem Gedanken daran, jetzt etwas zu essen. Stattdessen trank sie vorsichtig einen Schluck von dem Tee und schloss kurz ihre Augen, um ihre Gedanken wieder etwas besser zu sammeln und vor allen zu beruhigen. Das Private hatte jetzt hier nicht wirklich was zu suchen. Leicht klappernd stellte sie die halbleere Tasse für einen Moment auf dem Schreibtisch ihrer Chefin ab. Shyla aß ihren Erdbeerkuchen, während sie mit ihrer Stellvertreterin etwas plauderte. Als der Tee und auch der Kuchen leer waren, blickte sie auf ihre Uhr. "So, ich muss dann langsam wieder zurück an die Arbeit.", sagte sie. "Oder haben Sie noch etwas auf dem Herzen?", fragte sie. Lexi trank noch schnell den letzten Schluck ihres Tees, als ihre Chefin sie fragte, ob sie noch etwas auf dem Herzen hatte. Ja, sie hatte noch etwas auf dem Herzen, aber ob ihr da Miller weiterhelfen konnte? Vermutlich nicht. Für einen kurzen Moment kam die Überlegung auf, dass sie vielleicht Anna vorschlagen sollte, dass sie vielleicht zu Miller oder sonst einem ihrer Kollegen zur Behandlung ging, aber auch dabei konnte ihr Shyla grad nicht helfen. "Hm.... nein, nichts wirkliches.", erwiderte sie und schüttelte etwas zu energisch den Kopf, während sie langsam aufstand. Die Probleme mit Anna würden sie wohl alleine lösen müssen. "Ich werde später dann noch mal nach unserer Patientin sehen, die Sicherheit wird sie uns ja vermutlich nicht vom Biobett wegbeamen." Nach Shylas Empfindung hatte Lexi ein wenig zu doll mit dem Kopf geschüttelt. Sie beschloss, nachzuhaken. "Nichts Wirkliches? Und was ist mit dem Unwirklichen?", fragte sie lächelnd. "Sie wissen ja, dass ich jederzeit ein offenes Ohr für sie habe!" Lexi sah ihre Chefin für einen Moment überlegend an. "Nun, es hat nichts wirklich mit der Arbeit zu tun", erwiderte sie, aber wenn sie ehrlich war, es hatte etwas mit IHRER Arbeit zu tun, sie schleifte die Arbeit zu oft unbemerkt in ihr Privatleben mit ein, besonders Anna gegenüber. "Mir geistern noch die Schatten einer Diskussion von heute Morgen im Kopf rum. Das krieg ich, denke ich, schon noch in den Griff." So ganz ehrlich wollte sie nicht sein, war es nicht doch schon fast ein Streit gewesen, den sie mit Anna gehabt hatte? Es würde sicherlich gut tun, mit jemandem zu reden und ihre Chefin war vielleicht besser geeignet als ein Counselor, den wollte sie nun wahrlich nicht hinzuziehen, was hatte der als Mann schon für eine Ahnung von 'zwischenfraulichen' Beziehungen? Nein, sie wollte ihre privaten Probleme aber auch nicht an ihre Chefin rantragen. Sie hatte vor kurzem noch dafür gekämpft, dass sie Annas Fall übernehmen konnte, würde jetzt rauskommen, dass sie persönlich involviert war, würde Anna dann nicht von vorn herein zu einem anderen Arzt gehen müssen? Ohne es zu merken schüttelte Lexi erneut den Kopf. Nein, das konnte sie nicht tun, das wäre Anna gegenüber nicht fair. Shyla merkte, wie es in ihrer Stellvertreterin arbeitete. Sie hoffte, dass ihr Verhältnis zu ihr so gut war, dass sich ihre Kollegin ihr anvertrauen würde. "Dann nehmen Sie doch einfach noch einmal Platz und erzählen mir, was los ist.", schlug sie vor. "Ich finde es als Ärztin immer schwierig, mit ganzem Herzen für die Patienten da zu sein wenn mich etwas Privates belastet, und mir hilft es dann oft, darüber zu sprechen.", sagte sie. "Und meine Schreibtischarbeit kann ruhig noch etwas liegen bleiben.", scherzte sie. Lexi seufzte leise. "Nun, eigentlich belastet mich gerade ein wenig meine Arbeit, wenn auch eher indirekt", begann Lexi schließlich zögerlich. Uhm... wie sollte sie das nur jetzt plausibel erklären und Anna dabei raushalten? "Ich scheine in den letzten Jahren so sehr für meinen Beruf gelebt zu haben, dass ich nicht mehr 'abschalten' kann, wenn ich dienstfrei habe." Lexi unterbrach sich. "Ich schein zu viel Arbeit ins Privatleben zu tragen und das führte in der letzten Zeit öfters mal zu.... Reibungspunkten", erklärte sie und seufzte abermals. "Unser Beruf ist nun einmal kein Beruf, den man abschalten kann wenn man Feierabend hat. Ich denke, das ist in jedem Beruf so, in dem man mit Menschen zu tun hat. Deren Schicksale kann man nach Feierabend nicht einfach vergessen." begann Shyla. "Ich weiß, ich bin nicht viel älter als Sie, aber im Laufe der Zeit kann man es sich antrainieren, sich nach Feierabend trotzdem entspannen zu können.", fuhr sie fort. Das Problem, das ihre Stellvertreterin schilderte, kam ihr bekannt vor. Auch sie hatte anfangs solche Schwierigkeiten gehabt. "Darf ich fragen, welche Art von Reibungspunkten sie genau meinen? Geht es dabei um Sie selbst oder um andere?", fragte sie dann. Sie wollte gerne versuchen, ihrer Stellvertreterin zu helfen. Wie sollte Lexi das nur genau erklären? Sie wollte auf jeden Fall Anna daraus halten. "Nun, es geht um mein Verhalten. Sicher, man kann es nicht abschalten, wenn man diesen Beruf hat, was man weiß, aber ich mach mir im Privaten zu 'dienstliche' Sorgen um meine Freunde. Es geht über die freundschaftliche Fürsorge hinaus. Ich lasse ständig die Ärztin raushängen, statt einfach nur zuzuhören und eine stützende Schulter zu sein.", seufzte sie leise. "Ich versuch's abzustellen, aber irgendwo kommt immer die Sorge durch. Vielleicht liegt es daran, dass mein Freundes- und Bekanntenkreis auf diesem Schiff, entgegen meines früheren Postens weniger aus Medizinern besteht. Ich muss mich wohl erst umgewöhnen, dass man nicht auch privat mal einen Berufsplausch hält." "Aber es ist doch eigentlich nichts Schlimmes dabei, die Ärztin heraushängen zu lassen, wie sie sagten, wenn man sich um jemanden Sorgen macht.", antwortete Shyla. Sie überlegte einen Moment. "Hängt es denn vielleicht damit zusammen, dass sie zu viel arbeiten? Drücke ich ihnen zu viel Arbeit aufs Auge?", fragte sie dann. "Bitte antworten Sie ehrlich, ich möchte sie natürlich nicht überlasten oder überfordern." Hatte sie ihrer Kollegin etwa zu viel zugemutet, nur weil sie selber so ein Arbeitstier war? Lexi schüttelte den Kopf. "Nein, ich bin nicht überlastet oder fühle mich so. Ich hab es wohl einfach mit der Arbeit übertrieben und Standardaufgaben, die die aktuelle Schicht übernehmen kann in meiner Bereitschaftszeit gemacht. Ich war vielleicht etwas zu viel mit Leib und Seele dabei und hab darüber vielleicht mein Privatleben vergessen", mutmaßte sie. "Ich weiß es nicht, das versuche ich noch zu ergründen." Dann sah sie auf den Stapel vor Miller. "Im Gegenteil, ich wollte eigentlich fragen, ob ich Ihnen noch etwas abnehmen kann, mein Stapel ist soweit abgearbeitet." "Nein, danke, das ist ein nettes Angebot, aber ich komme mit dem Papierkrieg schon zurecht!", antwortete Shyla lächelnd. "Am besten sie sehen noch einmal nach ihrer cardassianischen Patientin. Und ich werde mich um Lieutnant Commander Reszko kümmern.", fuhr sie fort. "Und am besten machen Sie dann heute rechtzeitig Feierabend und genießen ihren freien Abend. Versuchen Sie, nicht alles selber erledigen zu wollen, sondern überlassen Sie den Kollegen ruhig auch noch ein wenig Arbeit. Nicht, dass die sich langweilen.", schloss sie schmunzelnd. --- Deck 5, Quartier Izami Deirdra ließ sich auf das Bett ihres nun nicht mehr provisorischen Quartiers fallen. Oder würde sie noch umziehen? Eigentlich stünde ihr jetzt ja Yates' Quartier - das einige Quadratmeter größer war als dieses - zu und ihm das des Captains. Vorausgesetzt, James wollte umziehen, jetzt wo er sein Quartier gerade perfekt eingerichtet hatte. Ihr Kopf schwirrte. Wie sie hierher gekommen war, war sie sich auch nicht mehr so ganz sicher. Sie war wie in Trance gewesen, irgendwie hatte sie die Brücke hinter sich gebracht, hatte noch freundlich gegrüßt - glaubte sie jedenfalls - und war dann im Turbolift hierher gefahren. Einige Minuten vergingen, bis sie ihre Augen wieder aufmachte. 'Ich sollte was produktives machen.', dachte sie. 'Sonst bin ich heute komplett durch den Wind.' Also raffte sie sich wieder auf, ging ins Bad, erfrischte sich, bürstete sich noch einmal die Haare und steckte sie mit einer Spange hoch. Als ihr Spiegelbild wieder wie eine pflichtbewusste Offizierin aussah, strich sie noch einmal ihre Uniform glatt und machte sich auf den Weg zum Transporterraum. --- USS Ticonderoga, Quartier Patterson Immerhin - ihre Sachen waren soweit unversehrt geblieben - sah man von den Glasscheiben der Bilderrahmen ab. Doch die konnte man ersetzen. "Na schön, dann mal los.", sprach sie und packte ihre Habe zusammen. In die eine Kiste legte sie die verschiedenen Ziergegenstände wie Bilder oder Skulpturen hinein. Damit das Ganze sich nicht allzu sehr rühren konnte, legte sie den Vorhang darauf, der das Fenster geziert hatte. Immerhin - die Maße des Aussichtsfensters auf der Victory waren die gleichen, also musste sie sich nichts neues einfallen lassen. Die andere Kiste füllte sie mit allerlei Kleidung - besonders der Aufenthalt auf Deep Space Nine hatte für das eine oder andere schöne Stück gesorgt - zumindest, solange Garak auf der Station gelebt hatte. Er mochte ein Spion gewesen sein - mit Nadel und Faden konnte er ebenso geschickt umgehen... Im hinteren Eck des Schranks lehnte noch ihr Springball-Schläger - ein Zeichen, dass Mila auf der Ticonderoga kaum dazu gekommen war, dieses Sportgerät adäquat einzusetzen. Auf der Victory sollte das anders werden - hoffte sie und packte den Schläger in die Kiste mit den Ziergegenständen. Nachdem sie alles verstaut hatte, machte sie einen Rundgang durch das Quartier, um ja nichts zu vergessen. Doch sie hatte an alles gedacht, so dass sie die Kisten schließen und deren Transponder aktivieren konnte. "Patterson an Victory, beamen Sie mich und meine beiden Kisten in mein Quartier.", wies sie den Transporterraum ihres neuen Schiffes an... --- Deck 11, Quartier Patterson, 10:00 ... und wenige Sekunden später befand sie sich in ihrem neuen Quartier. Als erstes nahm sie sich die Kiste mit den Kleidungsgegenständen vor, denn die Kleidung war relativ schnell untergebracht. Diesmal legte sie den Schläger in ein offenes Fach, so dass sie ihn nicht übersehen konnte. Vielleicht half dies, öfter mal zum Spielen zu kommen. Die Ziergegenstände hingegen wollten mit Bedacht aufgestellt werden. Lediglich der Vorhang hatte seinen Platz, so dass sie zumindest diesen befestigte. Nach einer halben Stunde war das Quartier nun so eingerichtet, wie sie es sich wünschte. Also strich sie ihre Uniform glatt, begutachtete sich im Spiegel und machte sich noch eben frisch, bevor sie sich bei Commander Reszko melden sollte. --- USS Ticonderoga, Quartier Izami Wenig später betrat Deirdra ihr Quartier, ihr ehemaliges Quartier, korrigierte sie sich. Sie sah sich noch einmal um. Starfleet-Standard, aber trotzdem war es in den letzten beiden Jahren zu ihrem Zuhause geworden. Sie hatte sich einige Kisten besorgt, in denen sie ihr Hab und Gut transportieren konnte, doch kaum dass sie anfing, wurde ihr klar, dass sie noch einige mehr brauchen würde. Zwei Jahre waren nicht lang, aber lang genug, um einen Starfleet-Standard-Kleiderschrank zum Überquellen zu bringen, außerdem jede erdenkliche Schublade im Bad und im Wohnbereich. Jetzt, nachdem die Ticonderoga so durchgeschüttelt worden war, zahlte es sich aus, dass sie vor ein paar Tagen aufgeräumt hatte, als ihr die Idee durch den Kopf ging, ihren Wohnstil zur Abwechslung minimalistisch zu gestalten. ansonsten hätte sie wohl eine halbe Stunde länger gebraucht, um Kleinigkeiten vom Boden und aus jeder erdenklichen Ecke des Quartiers zusammenzukratzen. 'Vielleicht sollte ich nicht nur meinen Wohnstil ändern.', dachte Deirdra, als sie ihre Kleider fein säuberlich zusammenlegte. Kaum, dass sie an einer Starbase oder Kolonie halt gemacht hatten, hatte Deirdra ihrem Jäger- und Sammlerinstinkt nachgegeben und war einkaufen gegangen. Und wenn es nur ein Souvenir war, dass sie nie wieder eines Blickes würdigen würde. Eine Kette aus Nüssen und Bastsandalen, woher mochte sie das wohl nur haben? Egal, es kam einfach zu den restlichen Accessoires in die Kiste. Danach machte sie im Bad weiter und nutzte gleich die Gelegenheit, eingetrocknete Wimperntusche, krümeligen Kajal und leere Cremetuben auszusortieren. Wie ihr der Haufen für den Recycler zeigte, eine Sache, der sie sich schon lang hätte annehmen sollen. Gegen 10 Uhr war sie dann mit Packen fertig - nachdem sie noch einmal weitere Transportkisten angefordert hatte, und ließ alles in ihr neues Quartier beamen. Mit dem Auspacken würde sie sich noch etwas Zeit lassen, da sie sich noch nicht sicher war, wirklich ihr endgültiges Quartier bezogen zu haben. Sie machte sich auf zu ihrem Arbeitsplatz. --- USS Ticonderoga, Büro der leitenden Wissenschaftlerin Hier sah es wesentlich chaotischer aus. Auf dem Weg war Deirdra mehreren Reparatur- und Aufräumteams über den Weg gelaufen und bis sie zu ihrem Schreibtisch gelangte, hatte sie über einige am Boden liegende Laborgeräte hinwegsteigen müssen. Sie packte die wenige persönliche Habe, die sie hier deponiert hatte, in eine weitere Kiste und beamte dann mit dieser zurück in ihr Quartier auf der USS Victory. --- Deck 11, Casino Und wieder ein langweiliger Morgen. Telmar saß im Casino und nahm sein Frühstück zu sich. Da er sowieso nichts vorgehabt hatte - für das weitere Verhör hatte er schließlich noch genug Zeit - hatte er sich dazu entschlossen, sein Frühstück auf Brunchlänge auszuweiten. Es gab für ihn schließlich sonst nichts zu tun und Yates nur zur Eigenbelustigung aufzusuchen würde mit der Zeit auch immer langweiliger werden. Eins musste man den Rebellen lassen. Sie verstanden strategisch durchaus ihr Handwerk. Insbesondere ihre Kommandantin. Er würde sich beeilen müssen, wenn er etwas verwertbares aus ihr herausholen wollte, bevor Yates menschliche Einstellung zu Verhören ihm einen Strich durch die Rechnung machen würde und sein Job nach der Übergabe von anderen Cardassianern übernommen wurde. --- Deck 5, Quartier Izami "Wow.", dachte Deirdra nur beim Anblick des Kistenstapels, auf dessen Spitze sie die Kiste aus ihrem Büro platzierte. Sie hätte niemals gedacht, dass sie soviel persönliche Habe an Bord eines Schiffes haben würde, sie hatte sich eher für den nomadischen Typ gehalten. Sie schob die Kisten weiter in Richtung Ecke, aus dem Weg, sie würde sich später darum kümmern. Was stand als nächstes auf dem Programm? James hatte gesagt, er würde Commander Mendez benachrichtigen, also wartete Deirdra erst einmal ab, ob er sich bei ihr melden würde. Axel wartete auch noch darauf, dass sie sich wieder meldete, aber vorher schickte sie eine Nachricht an Mimiemar: "Izami an Balakka. Hallo Mimi, können wir uns heute zum Mittagessen treffen?" Danach ließ sie sich die Aufenthaltsorte aller ihrer Wissenschaftler anzeigen. Die meisten befanden sich noch auf der Victory. Bevor sie sie als letzte Amtshandlung zum Aufräumen auf die Ticonderoga zurück kommandieren würde, wollte sie alle noch einmal zusammen sehen. "Computer, zeige freie Räume, die etwa 40 Leute fassen." Sie sah sich die recht kurze Liste an. Der Bankettsaal? Nein, das war zu offiziell. Die Beobachtungslounge? Deirdra schüttelte den Kopf. Dann fiel ihr Blick auf etwas passendes, ein neutraler Raum, in dem sich momentan niemand aufhielt - was Deirdra offengestanden wunderte. Sie testete gleich, ob sie die Berechtigung hatte, eine Reservierungsnachricht am Eingangspaneel anzuzeigen. 'Bingo.', dachte sie und schickte eine Nachricht an ihre Mitarbeiter. "Izami an alle Wissenschaftler der Ticonderoga. Bitte finden Sie sich in zehn Minuten im Arboretum der USS Victory ein." Was war das nächste auf ihrer Liste? Ach ja, Lieutenant Hoele, Axel... sie war sich nicht sicher, wie sie ihn nun anreden sollte. vorhin, als sie sich auf das Du geeinigt hatten, waren sie Kollegen gewesen. In Zukunft war Deirdra seine Vorgesetzte, allerdings hatte James es seiner Crew noch nicht offiziell verkündet. "Izami an Hoele. Ich glaube, die Schiffsführung müssen wir auf später verschieben, ich habe noch ein paar Dinge zu erledigen. Die Proben sollten wir trotzdem durchgehen, in einer halben Stunde hätte ich eventuell etwas Zeit, ich würde mich dann wieder melden." Geschafft, ohne ein kritisches Pronomen zu benutzen, weder 'Du' noch 'Sie'. "Hoele an Izami. Aye, habe verstanden.", meldete sich Axel auf Deirdras Info, die sie ihm gerade durchgegeben hatte. Was mochten das wohl für wichtige Dinge sein, dachte Axel noch bei sich, doch schnell schob er diesen Gedanken wieder beiseite. Soweit wollte er sich dann doch nicht in die Angelegenheiten der Offizierin einmischen, es musste wohl wichtig sein, wenn Sie dafür eine Führung durchs Schiff verschob. "In etwa einer halben Stunde also..., auf Deck 11?", beendete Axel seine Durchsage, und wartete auf eine Antwort von Deirdra. Deirdra schüttelte den Kopf. Manchmal konnten Männer nicht zuhören. "Ich melde mich wieder, wenn ich Zeit habe.", antwortete sie und beendete die Verbindung, bevor sie sich auf den Weg aus dem Quartier machte. --- Deck 11, Casino, ein paar Minuten später "Guten Morgen.", Deirdra trat an die Theke und sprach den Barkeeper an, oder wer immer das hinter der Theke war, der aussah, als würde er hier die Verantwortung tragen. "Könnten Sie mir einen Gefallen tun?", sie lächelte freundlich. "Ich habe etwas zu feiern." Deirdra war sich nicht so ganz sicher, ob 'feiern' das richtige Wort war, aber wohl das überzeugendste für den Barkeeper. "Könnten sie 42 von denen hier replizieren und ins Arboretum hinunterbringen?" Sie reichte ihm ein PADD. "Dafür dürfen sie das Rezept auch behalten." Der Barkeeper warf einen Blick auf das PADD und nickte anerkennend. "Aber klar doch.", antwortete er lächelnd. "Auf welchen Namen geht das dann?" Deirdra grinste. "Der Name ist Deirdra Izami. Und vielen Dank!" --- Deck 12, Arboretum, 10:10 Nach einem Abstecher in einen nahegelegenen Waschraum, betrat Deirdra das Arboretum. Freundlicherweise hatte die Crew der Victory ihren Hinweis an der Eingangstür respektiert und das Arboretum lag leer vor ihr. Die Gläser mit Kmarati standen schon bereit. Kmarati war ein risanischer Cocktail, alkoholfrei, aber durch sein Prickeln und den frischen Geschmack leicht anregend. Das praktische für Stehempfänge war die Dekoration, traditionellerweise steckten auf dem Spießchen eine Frucht und zwei herzhafte Bissen. Platten mit Häppchen und Servietten konnte man sich damit ersparen. Kurz darauf trudelten bereits die ersten ein. Deirdra begrüßte jeden persönlich, verteilte die Gläser und umschiffte alle Fragen nach dem Anlass dieses Treffens. Als dann, in etwa zur geplanten Zeit, alle eingetroffen waren, suchte sich Deirdra eine leichte Erhebung im Grasboden und schnippte gegen ihr Glas, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. "Guten Morgen.", begrüßte sie die Anwesenden fröhlich. "Ich bin mir sicher, Sie fragen sich alle, warum ich Sie so kurzfristig hier versammelt habe, wo es doch noch so viel zu tun gibt. Keine Angst, ich will Ihre kostbare Arbeitszeit nicht zu sehr strapazieren." Sie grinste für einen Moment. "Bevor die Ticonderoga ihre Heimreise antritt, und bevor Sie heute zum Aufräumen abkommandiert werden, wollte ich sie alle noch einmal persönlich sehen." Die ersten verwunderten Blicke tauschten sich aus. Deirdra pausierte einen Moment. "Ich möchte mich bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit in den letzten zwei Jahren bedanken. Unsere Mission war nicht immer einfach und wir trafen auf verschiedenste Schwierigkeiten, doch kann ich mich an kein Problem erinnern, sei es wissenschaftlicher oder anderer Natur, das wir nicht zusammen gelöst hätten." Sie blickte zu verschiedenen ihrer Untergebenen, bei jedem hatte sie jetzt wohl die eine oder andere Erinnerung geweckt, denn ihr begegneten wohlwollendes Lächeln und wissende Blicke. "Sie sind die beste Crew, das ich je hatte und ich bin stolz, dass ich mit Ihnen arbeiten durfte." Jetzt entstand erstes Murmeln in den Reihen. "Ja, es ist, wie es sich anhört.", bestätigte Deirdra. "Ich werde nicht mit Ihnen zusammen die Heimreise antreten, ich bleibe hier und bin ab morgen die erste Offizierin der USS Victory." Das Murmeln schwoll an und jemand begann zu klatschen und der Rest fiel ein. Deirdra machte eine eindämmende Handbewegung und genoss es, dass der Applaus nicht gleich abebbte. "Danke. Vielen Dank.", sie strahlte und blinzelte, um keine feuchten Augen zu bekommen. "Ich habe es vorhin erst von Commander Yates erfahren. Es ist noch nicht offiziell, daher möchte ich sie bitten, noch Stillschweigen zu bewahren, bis es verkündet wurde. Das Flottenkommando hat sich zu dieser schnellen Maßnahme entschlossen, da die Victory in den letzten Tagen einige herbe Verluste hat einstecken müssen, erst fiel der Captain, danach die zweite Offizierin, sowie zwei weitere Offiziere aus." Deirdras Gesichtsausdruck wurde wieder ernster. "Aufgrund dieser Umstände bin ich mir nicht sicher, ob ich mich über diese Versetzung freuen kann." Sie schüttelte den Kopf. "Natürlich freue ich mich, es wäre gelogen, wenn ich anderes behaupten würde, aber mit meinen Gedanken bin ich dennoch bei diesen vier Offizieren - ich denke, Ihnen geht es ähnlich - und wünsche ihnen genügend Kraft, um durchzukommen und schnellstmöglich wieder gesund werden." Deirdra legte eine kurze Bedenkpause ein. Bevor sie sich zu einer Schweigeminute ausdehnen konnte, ergriff sie ihr Glas und hielt es höher. "Ich erhebe mein Glas auf das beste Team, das mir je zur Seite stand. Zum Wohl und machen sie weiter so!" Sie trat wieder zu ihren Leuten hinunter und mischte sich unter sie. Gläserklirren, Glückwünsche und neugierige Fragen begrüßten sie und füllten die nächsten Minuten. Etwa zehn Minuten später wurden Deirdras Gespräche durch eine Mitteilung von Lt. Balakka unterbrochen. Sie gab bekannt, dass die ersten Wissenschaftsbereich der Ticonderoga für Aufräumarbeiten freigegeben waren. Und pflichtbewusst, wie die Crew war, machten sich die ersten sofort auf den Weg und der Rest folgte bald. Deirdra ließ es sich jedoch nicht nehmen, sich von jedem persönlich zu verabschieden. --- Deck 11, Casino Shakkle ließ die Ärztin gewähren und schickte nur einen seiner Leute in die Krankenstation, um die Cardassianerin gegebenenfalls daran zu hindern ihr Bett zu verlassen, mit jeder erforderlichen Maßnahme. Danach kehrte er in sein Quartier um sich umzuziehen und eine Viertelstunde später betrat er das Casino. --- Deck 1, Bereitschaftsraum Nachdem James die Umbesetzungen bereits den beiden Offizieren mitgeteilt hatte, musste er sich noch um Commander Mendez kümmern. Einerseits würde er ihm verraten können, dass er Kommandant werden sollte, andererseits würde er ihm sagen müssen das er sich zwei seiner Offizier gekrallt hatte für seine Crew. "Computer, lokalisiere Commander Mendez." "Commander Mendez befindet sich nicht an Bord des Schiffes." "Computer, Zugriff auf interne Sensoren der USS Ticonderoga. Lokalisiere Commander Mendez." Dass das alles so schwer sein musste. "Zugriff gewährt, Commander Mendez befindet sich auf Deck 1 der USS Ticonderoga." "Computer, baue Komm-Verbindug mit Commander Mendez auf." Einige Sekunden später das bestätigende Signal, dass die Verbindung bestand. "Commander Mendez? Hier Yates von der Victory." "Guten Morgen Commander. Was kann ich für Sie tun?" "Ich denke, dass ich etwas für Sie tun kann. Eine gute und eine schlechte Nachricht." "Dann die schlechte zuerst." "Lt. Cmdr. Izami und Lt. Patterson werden auf die Victory wechseln, Befehl von Admiral MacArthur aufgrund unserer Personalknappheit. Ich habe die beiden bereits informiert und veranlasst, ihre neue Quartiere und Posten zu beziehen." "Ein herber Verlust, ich habe mit beiden gute Erfahrungen im Dienst gemacht. Ich kann Ihnen beide empfehlen." "Ich setze auch großes Vertrauen in beide. Lt. Patterson wird unsere Taktik besetzen und Lt. Cmdr. Izami wird neue erste Offizierin an Bord." "Die beiden werden Sie nicht enttäuschen. Und was ist die gute Nachricht?" "Der Admiral hat verlauten lassen, dass Sie nach vollständiger Reparatur das Kommando der Tico übernehmen werden. Dazu schon mal vorab meinen Glückwunsch. Ich kenne die Situation bestens." "Das überrascht mich nicht, ich habe damit gerechnet. Aber danke für die Info. Ich habe für Sie auch noch eine. Wir kommen gut voran. Ich denke wir werden gegen Mittag aufbrechen können." "Sehr schön, melden Sie sich bitte vorher nochmal bei mir. Goodbye sagen der Mannschaften und Offiziere ist angebracht, denke ich." "Mache ich. Bis später. Mendez Ende." Der Kanal war wieder geschlossen. Scheinbar hatte der Commander Stress. Er nahm die Nachrichten sehr gefasst auf und emotionslos. Nunja, er kannte Mendez im Grunde nicht gut genug, um das weiter zu beurteilen. Angenehm erschien ihm, dass er nicht protestierte gegen die Versetzungen. Ein weiterer Punkt auf seiner Tagesordnung war damit abgehakt. Was die neuen Offiziere an Bord anging, verfasste er eine schnelle Notiz, um alle Crew Mitglieder über das interne Nachrichtennetz zu informieren. Bei der Verabschiedung der Ticonderoga würde er es selbstverständlich ansprechen, daher sendete er die Notiz noch nicht ab. Die heutige Agenda sah vor, die Gefangenen anzuschauen. Am besten mit Reszko, dem Gul und Izami zusammen, vielleicht noch Dr. Miller dabei. Dann der Flug zur Kolonie, die Übergabe der Gefangenen und bei Bedarf die Versorgung durch Medizin und Technik an die Kolonisten, um die Zeit bis zum Eintreffen der Cardassianer zu überbrücken. Dann konnte es zurück auf Kurs gehen. Um die Gefangenen wollte er sich erst kurz vor Schluss kümmern, also während des kurzen Fluges zum Planeten. Und da der Flug erst starten würde, wenn die Ticonderoga weg war, hatte er bis dahin noch ein paar Stunden mehr oder weniger frei verplanbar. Er legte die Personalien also erst einmal ad acta und widmete sich anderen Berichten, Anforderungen und dem Kram, den ein Kommandant zu tun hatte. --- später, 10:15 Uhr James rieb sich die Augen. Lesen machte ganz klar müde und strengte ihn an. Er merkte wie Augen und Nacken leicht schmerzten. 'Bin ich neugierig?', fragte er sich 'Laufe ich ihr hinterher?', war der zweite Gedanke. Beide beantwortete er mit 'Ja'. Frauen wollten erobert werden, dazu gehörte auch Nachlaufen und Interessieren. Auch wenn es auffällig war. "Computer, lokalisiere Lt. Cmdr. Deirdra Izami." "Lt. Cmdr. Izami befindet sich auf Deck 9, Arboretum." 'Nanu, hab ich was verpasst' fragte er sich. Bei den Meldungen vom System hatte er doch eine Reservierung vom Arboretum gelesen, aber nicht beachtet. Er kramte die Meldung heraus. Und tatsächlich. Izami hatte den Raum reserviert. Jetzt war er wirklich neugierig und verließ seinen Raum mit nur einem Ziel. Dem Arboretum. Immerhin standen seine Tee-Pflanzen dort auch - also ein guter Vorwand. --- Deck 12, Arboretum James betrat das Arboretum durch einen Nebeneingang, wo seine Tee-Pflanzen in ihren speziellen Zücht-Konstruktionen standen, um das perfekte Darjeeling-Tee-Klima zu erhalten. Er trat einige Schritte hervor in den Hauptgarten und sah noch wie ein paar blau Uniformierte, also Mediziner oder Wissenschaftler, den Raum verließen, ehe die Tür sich schloss und Izami stand neben zahlreichen leeren Gläsern in der Mitte einer kleinen Wiese. "Eine Party und der Kommandant ist nicht eingeladen?", unterbrach Yates die kurze Stille nach Schließen der Tür und kam über die Wiese näher auf Izami zu. Nettigkeiten würde er vermeiden angesichts des Panoramafensters des Casinos von oben in den Garten. Überrascht drehte sich Deirdra um. "Du hast mich jetzt aber erschreckt." Sie blickte James mit großen Augen an, aber begann zu lächeln. "Ich wollte mich von meinen Wissenschaftlern verabschieden, bevor sie alle auf der Tico am Werkeln sind und ich sie nicht mehr zusammengetrommelt bekomme. Ich glaube, auf der Erde gibt es das als Tradition: 'seinen Auf-... nein Ausstand geben'. Hier war einer der wenigen freien Räume, die groß genug waren." Als James gerade wieder zum Sprechen anheben wollte, unterbrach sie ihn schnell. "Einen Moment noch, bitte." Sie tippte auf ihren Kommunikator. "Izami an Casino. Wären Sie so freundlich, die Gläser aus dem Arboretum abzuholen?" - "Kein Problem." - "Danke." Sie schloss die Verbindung wieder und sah James aufmerksam an. "Soll ich dir mal etwas zeigen? Etwas persönliches. Sozusagen meine Briefmarkensammlung, falls du das kennst." Er wollte sie erst an die Hand nehmen, erinnerte sich aber schnell genug des Fensters und deutete nur in Richtung seiner kleinen Nische. "Mein Heiligtum. Tee-Pflanzen. Darjeeling. Original von der Erde. Ich habe selber im Himalaja Gebirge in Indien auf der Erde bei einem Teebauer gelebt und gearbeitet, um zu lernen wie man diese Pflanzen anbaut und züchtet und kultiviert. Er ist selbst gezogen, geerntet und gekocht, tausend mal besser als das, was der Replikator kann. Es ist eine Kunst, dass diese Pflanzen überleben. Und ich habe gerade noch so viel Tee Blätter von der Erde das ich auskomme bis zur ersten eigenen Ernst. Danach bin ich Selbstversorger." erzählte er stolz. Er ging auf einen kleinen Kasten zu, wo er versuchte erste kleine Stecklinge zu kultivieren. Es war ein Versuch, seine Anlage zu vergrößern. Jedoch fehlte ihm dazu eigentlich das botanische Wissen. Er hatte das auch in den Bergen nicht erlernt. "Kennst du dich damit vielleicht aus? Sie scheinen nicht zu wurzeln und sehen recht schlaff aus." Deirdra hatte jedoch nur ein Kopfschütteln für ihn. "Dann hab ich nur noch eine Idee." Er tippte seinen Kommunikator an. "Commander Yates an Ensign Kara. Würden Sie bitte in das Arboretum kommen. Danke. Yates Ende." Er wandte sich wieder Deirdra zu "Aus unserem wissenschaftlichen Team. Sie ist Botanikerin." Die beiden standen nur vor dem kleinen Setzling der aussah wie ein Schluck Wasser in der Kurve und warteten auf die Expertin. "Du bist immer wieder für Überraschungen gut.", begann Deirdra das Gespräch, bis die Botanikerin eintreffen würde. Die meisten Männer hatten etwas, das sie mit jungenhaftem Eifer verfolgten, und als sie James' glänzende Augen sah, wusste sie, was sein Steckenpferd war. Aber Teepflanzen? Das hätte sie bei ihm nie im Leben erwartet. Sie fand es äußerst faszinierend, das Hobby an sich, wie auch die Tatsache, dass James es betrieb. Zärtlich strich sie über die Blätter des Setzlings und richtete ihn etwas auf. "Ich habe mir bisher nie Gedanken gemacht, was Darjeeling überhaupt ist." "Es ist gut zur Entspannung, wenn man es genießt. Kleine Pausen dieser Art zwischen der Arbeit bringen einen zurück auf den Teppich. Und als Hobby ist es irgendwie nett. Jedenfalls etwas anderes." --- Deck 9, Labor, 10:45 Einige Stunden später arbeite Dana an einer komplizierten Abfolge von Versuchen, die ihr einfach nicht gelingen wollten. Als ihr Kommunikator summte. >> "Commander Yates an Ensign Kara. Würden Sie bitte in das Arboretum kommen. Danke. Yates Ende." << Dana hatte keine Gelegenheit darauf wirklich zu antworten. Ihr blieb nichts andres übrig, als ins Arboretum zu gehen, also machte sie sich schnell auf den Weg. Ihr Versuch war gerade eben eh gescheitet .Er war in sich zusammen gesunken und war nicht mehr als ein Häufchen Asche. --- Deck 12, Arboretum, 10:30 Wenig später gelangte Dana zur Stelle, wo Yates und eine große schlanke Frau standen. Dana kam näher, erkannte die Frau aber nicht. Sie musste neu an Bord sein. Beide Offiziere starrten auf mehrere Kisten mit Teestecklingen. Da sie davor standen, konnte Dana nicht erkennen, was an dieser Kiste so besonderes war. Sie trat näher heran. "Sir? Bei was soll ich ihnen behilflich sein?" fragte sie nun. Wie ertappt drehten sich beide zu ihr um. "Ensign Kara.", James nickte der Offizierin zu "Schön das Sie so schnell kommen konnten. Wie Sie vielleicht wissen, ist dieser Bereich des Arboretums zur Zucht und zum Anbau meiner Teepflanzen von der Erde eingerichtet. Die Mutterpflanzen gedeihen unter den eingestellten Klimabedingungen auch perfekt." Er deutete auf die zahlreichen großen Gewächse in den Schutz-Vitrinen. "Ich habe nun versucht neue Pflanzen zu züchten." Er nahm einen Setzling aus der Halterung vor ihnen. "Jedoch scheint es, als ob ihnen etwas fehlt. Meine botanischen Fähigkeiten und mein Wissen gehen nicht so weit, um zu erkennen, was ich falsch gemacht haben könnte. Wenn Sie einen Blick darauf werfen könnten." Er reichte Ensign Kara einen der Setzlinge "Eine Krankheit schließe ich aus.", fuhr James fort. "Es sind alle Setzling, in mehreren Zucht-Stationen betroffen." Erwartungsvoll sah er die Bajoranerin an. Während Yates sprach, schaute sich Kara den Setzling genauer an. Sie drehte ihn hin und her zwischen ihren Fingern. Befühlte ganz vorsichtig die Blätter. Erst nach einer Weile antworte sie Yates auf seine Frage. "Nun ja, Sir. Wie Sie selbst sagten, sind Sie kein Experte. Ich denke doch. dass es eine Krankheit ist. Ich kann nur noch nicht sagen was. Oder woran es lag. Wenn sie nichts dagegen haben, würde ich gerne eine Kiste mit ins Labor mitnehmen. Und sie dort einer genauen Analyse unterziehen. Es kann aber auch sein, dass sie einfach nicht kräftig genug waren. Und deswegen krank sind. Ich selbst baue zwar keinen Tee an, aber ich kenne auf der Erde jemanden. Und auch er hat schon öfter Pech mit seinen Pflanzen gehabt. Wenn sie möchten kontaktiere ich ihn. Vielleicht weiß er noch mehr als ich." Dana konnte sehen, dass Yates überlegte und wartete nun ab was er sagen würde. "In Ordnung.", kommentierte Yates. Die Antwort der Biologin war etwas forsch gewesen, seine Unwissenheit noch einmal fest zu stellen. "Nehmen Sie zur Analyse einige Pflanzen mit in ihr Labor und schauen Sie bitte was Sie tun können. Falls es wirklich eine Krankheit ist, würde ich Sie bitten, sich ebenfalls eine der Mutterpflanzen anzusehen, ob diese immun sind oder eine Art Impfung benötigen. Mir liegt persönlich sehr viel an diesen Pflanzen. Ich möchte nicht, dass Ihnen etwas zustößt." Mit Tonfall und Blickkontakt unterstrich James, was er gesagt hatte und hoffte das Ensign Kara verstanden hatte, dass sie besondere Vorsicht an den Tag legen musste. "Sprechen Sie sich bitte mit Lieutenant Hoele kurz ab, wenn Sie wieder in der Wissenschaft sind, dass er den Transport veranlasst. Ohne Hilfsmittel ist die Apparatur zu schwer und ich möchte die Pflanzen nicht dem Schiffsklima ausgesetzt wissen." Kara bemerkte, dass sie etwas zu schnippisch zum Captain gewesen war. Etwas milder als vorhin antwortete sie nun. "Ja Sir, ich werde mich sofort an Lieutenant Hoele wenden." James sah zu Deirdra. "Dann schlage ich vor wir schauen uns jetzt das Büro des Ersten Offiziers an." Deirdra hatte sich während des botanischen Gesprächs dezent, aber interessiert, im Hintergrund gehalten. Jetzt trat sie wieder zu den beiden, blieb in gebührendem Abstand zu James stehen. Die Art, wie sie nickte und ihre gesamte Körpersprache hätten eine Vulkanierin vor Neid erblassen lassen können. "In Ordnung, Captain. Ich kann es kaum erwarten, meinen Posten anzutreten." Sie wandte sich zu der Botanikerin und verabschiedete sich bereits. "Ensign Kara, schön, sie kennengelernt zu haben. Wir werden uns bestimmt noch des öfteren begegnen." Dann sah sie wieder zu James und wartete, dass sie aufbrechen würden. James schaute ein bisschen schief aufgrund des beherzten Auftretens von Deirdra. Aber Sie hatte ja Recht. Es war Dienst, um den es nun ging. "In Ordnung Lieutenant Commander.", er wies zur Tür, zurück auf den Korridor. "Nach Ihnen, bitte.", Auch wenn er der Kommandant und Vorgesetzte war, er war halt so erzogen worden, die Frau ging zuerst durch eine Tür. Woher das wohl kam? Aus der Evolution? Schickte man damals die Frauen zuerst aus der Höhle, um zu gucken ob Tiere draußen lauerten, um einen aus dem Dunkeln heraus anzuspringen? James musste lachen, wie kam er nur auf solch schiefe Gedanken. Er nickte Ensign Kara abschließend zu und verließ hinter Lt. Cmdr. Izami das Arboretum mit Ziel auf den nächsten Turbolift. Als sie darin verschwunden waren, wollte Dana ihr Kom -Gerät benutzen, um Leutnant Hoele bescheid zu geben, um sofort im Labor besprechen zu können, wie sich der Transport am besten gestalten ließ. Doch dann beschloss sie zum Labor zurück zugehen und dort Lieutenant Hoele zu kontaktieren. Sie machte sich noch schnell daran, ein paar Blätter mit zu nehmen. Um sie direkt untersuchen zu können. Vielleicht fand sie doch schnell die Ursache und musste nichts umständlich transportieren. Als Dana noch etwas einfiel. Vielleicht konnten ihr auch die Krankenstation weiterhelfen. Denn wenn sie sich das ganze so in Ruhe betrachte, kam ihr der Pilz vor wie etwas, was man auf Bajor als cardassianischen Fußpilz kannte. Eine Pflanzenkrankheit, die die Besatzer auf Bajor eingeschleppt hatten, mit ihren Füßen. Deswegen auch der Name. Tatsächlich hatte dieser Pilz viele Ernten vernichtet und zu Hungersnöten geführt. Und nicht nur das. Er konnte sogar, wenn er zur Frucht kam, tödlich sein für schwache und kranke Organismen. Kara wollte nun abklären, was der Doktor davon hielt, um eventuell dagegen zu impfen. Und um schlimmeres zu verhindern. Also machte sich Dana auf zur Krankenstation. --- Hauptmaschinenraum Schon früh war Dave wieder im Maschinenraum gewesen und hatte sich sein Werkzeug und seine Aufzeichnungen vom Vortag geholt und wieder auf zur Baustelle begeben. Die Reparaturen an der Notbrücke auf Deck 12 kamen gut voran. Die angrenzenden Sektionen und auch die Räume über und unter der Brücke waren wieder vollständig hergestellt. Im Korridor direkt vor der Notbrücke allerdings stabilisierten immer noch zusätzliche Stützen die Decke. Neue, dauerhafte und verstärkte Träger waren über Nacht repliziert worden, wie er gehört hatte, und auf dem Weg hierher. "Sie da!", rief er einen Techniker seines Alters zu sich. "Wenn die Träger kommen...", begann Bowman und wurde von einer erhobenen Hand unterbrochen. "Wir haben gestern schon abgesprochen, was wohin kommt, Sir. Machen Sie sich um den Korridor keine Gedanken. Den kriegen wir heute wieder hin." "In Ordnung.", Dave nickte und zog davon, er hatte noch genug auf dem Holodeck zu tun die Kampfbrücke neu zu designen. Das sichtbare stand und wurde durch die Baupläne zum Teil vorgegeben. Die neuen Konsolen und Sitze lagen zum Teil auch bereits einbaufertig in Frachträumen. --- Deck 8, Holodeck 2 Die Holodecks 3 und 4 waren bereits durch andere Abteilungen besetzt, Holodeck 1 war in Wartung und zum 5ten wollte Dave nicht gehen. Also blieb Holodeck 2. Nach Raumplanung reserviert für Übungen der Sicherheit - aber Schiffstechnik ging, vor beschloss er und betrat den noch leeren Raum. "Computer, lade Programm Bowman_Notbrücke_02.", gab Dave seine Anweisungen, während er seinen Werkzeugkoffer abstellte und öffnete und seine Notizen in die Hand nahm. Sekunden später erschien die Brücke mit angrenzenden Räumen und Korridoren. "Lade Verbesserungsmuster_Alpha." In Zeitlupe änderten sich Verläufe von Kabeln und Leitungen in den Wänden und die Wände waren verstärkt. Er hatte am Vortag noch die Explosion aus den Daten der internen Sensoren und aller Tricorder Aufzeichnungen exakt rekonstruiert und spielte diese nun über sein Daten-PADD in den Computer ein. "Status Sicherheitsrichtlinie?" - "Die Sicherheitsprotokolle sind alle aktiv." "Lade Explosion in das Modell. Abspielen mit Geschwindigkeit 10%" Sämtliche Wände, Konsolen und Verkleidungen bekamen eine Halb-Transparenz und das Szenario begann mit extremer Verlangsamung auf nur 10% der eigentlichen Geschwindigkeit. Man konnte sehen wie die Explosion, Feuer und Druck sich ausbreitete und seine zerstörerische Kraft versuchte auszubreiten. Doch die Modifikationen fingen einen Großteil ab, die Sicherheitsmechanismen aus Feuerlöscher und Kraftfeldern welche noch schneller reagierten, taten den Rest. Es hätte nur leicht Verletzte gegeben. Kein Feuer, keine Toten, keine Explosion, die das ganze Schiff erschüttert hätte. "Computer, lade Modifikation der Energierelais in das Modell und berechne die Explosion neu." "Berechnung läuft. Dies wird ungefähr 10 Minuten dauern." Dave nickte und setzte sich neben die Tür und sah sich seine Notizen noch einmal an. Hatte er etwas vergessen? Es dauerte in der Tat einige Minuten. Dave schätzte es waren 4, bis der Computer sich mit dem Ergebnis meldete, dass die Explosion nun berechnet war und Ausbreitung sowie Schaden animiert dargestellt werden konnten. Wieder überprüfte Bowman zuerst, ob alle Sicherheitsprotokolle aktiv waren, schaltete Wände, Konsolen und Verkleidungen auf Halb-Transparent und aktivierte eine genaue und hoch auflösende Video Aufzeichnung aus mehreren Perspektiven. "Computer, starte animierte Darstellung. Durchgang 1 in Real Zeit, Durchgang 2 in 10%. Starten." --- Deck 10, Sicherheitszentrale Silvy saß an ihrem Schreibtisch in der Sicherheitszentrale. In der linken Hand hielt sie eine Kaffeetasse, aus der sie einen Schluck nahm. Igitt, kalter Kaffee schmeckte wirklich nicht! Sie stellte die Tasse auf die Seite. Gleich war wieder das Training mit der Sicherheitsmannschaft angesetzt, dass sie auf Reszkos Anweisung hin leitete. Aber irgendwie hatten heute Morgen alle abgesagt - der eine Teil musste auf die Gefangenen aufpassen, einer war erkältet und einer hatte einen verstauchten Knöchel. Andere waren auf der Ticonderoga beschäftigt. Silvy beschloss, trotzdem zum Holodeck zu gehen und ein paar Übungen alleine durchzuführen. Schließlich mochte sie Sport und hielt sich gerne fit. --- Deck 8, Holodeck 2 Nach einem kleinen Umweg über ihr Quartier erreichte sie das Holodeck. Sie hatte die Uniform gegen Sportklamotten getauscht und trug eine kurze Sporthose und ein bauchfreies, eng anliegendes Top. Die Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Verärgert stellte sie fest, dass das Holodeck, das für sie reserviert war, schon belegt war. Immer diese Idioten die keine Belegungspläne lesen konnten! Sie betätigte den Türsummer um den- oder diejenige zu vertreiben. Dave hatte sich mit dem Rücken zur Tür des Holodecks gestellt um möglichst viel von der Kampfbrückensimulation und der kommenden Explosion sehen zu können. Als die Darstellung gerade gestartet war, öffnete sich die Tür hinter ihm. Erschrocken drehte er sich um, musste zweimal gucken und erkannte Silvy in sportlichem Freizeitdress. Er wollte gerade etwas sagen, doch die Simulation kam zu ihrem Höhepunkt. Es gab eine furchtbare laute Explosion, das Licht fiel aus in der simulierten Brücke, Funken flogen, Feuer war durch die Transparenz zu erkennen und die Sicherheitssysteme aus Kraftfeldern und Feuerlöschern aktivierten sich in Rekordzeit. Nach wenigen Sekunden war der Spuk vorbei doch Dave konnte in Sivlys Gesicht ein gewisses Maß an Überraschung erkennen, was dem anfänglichen Ärger gefolgt war. "Computer. Simulation anhalten." Sagte er in den Raum und wandte sich gleich wieder LaPlace zu. "Hallo Silvy." Er fühlte sich ein wenig ertappt. Hatte sie das Holodeck reserviert? "Was machst du denn hier?", fragte er rhetorisch. Als sich die Tür des Holodecks öffnete, war das erste was Silvy sah, eine Explosion. Funken flogen, es rauchte und Feuer brach aus. Zum Glück beendete Dave die Simulation schnell, und Silvys Puls konnte sich wieder etwas beruhigen. Aber nur etwas, schließlich stand unerwartet Dave vor ihr. "Hallo!", lächelte sie ihn an. "Das Holodeck ist eigentlich für das Training der Sicherheit reserviert.", beantwortete sie seine Frage. "Und was richtest du hier für eine Zerstörung an?" Sie freute sich ihn zu treffen. Er drehte sich um die eigene Achse, sah das angehaltene Bild der halb-transparenten Notbrücke in der Flammen und Explosionen tobten, und drehte sich zurück zu Silvy. "Ich habe die Notbrücke neu konstruiert, damit es nicht noch einmal einen so schrecklichen Unfall geben kann. Die anderen Holodecks waren alle belegt und dieses stand noch leer ... da dachte ich mir, wenn ich mich beeile." Er druckste ein wenig herum. "Wann kommt dein Team denn zum Üben? Ich brauche sicher nicht mehr lange." Hoffentlich ließen sich ihre Kollegen Zeit und sie blieb solange er noch am Werkeln war - das ließ sich ohne Probleme in die Länge ziehen. "Heute haben alle meine Trainingspartner abgesagt. Ich wollte alleine etwas Sport machen. Du kannst also ruhig erst in Ruhe fertig arbeiten.", antwortete Silvy Dave. "Ich würde dir gerne solange zuschauen wenn du nichts dagegen hast." Sie drehte sich um ihre eigene Achse und sah sich um. "Die Explosion sieht ja fürchterlich aus!", sagte sie. "Zum Glück ist dabei nicht mehr passiert!" Dave zeigte auf eine der hinteren Wände. "Dort war die Explosion, es war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Brennendes Plasma ist in den Raum eingedrungen und hat alles verbrannt." Er tippte auf der Holo Konsole rum, die Explosion verschwand und die Brücke stand in ihren ganzen Pracht vor den beiden. "Ich habe alles so weit verändert, dass kein Plasma mehr in den Innenraum gelangen kann und kein Feuer größeren Ausmaßes entstehen kann." Er rieb sich etwas über die Stirn. "Es langweilt dich aber sicher, wenn ich das jetzt weiter ausführe. Ich muss die Explosion nur einmal noch in Zeitlupe ablaufen lassen, um zu sehen ob sich eventuelle Schockwellen oder Feuerströme um wichtige Kabel oder tragende Elemente herum bilden." "Nein, kein Problem. Mach ruhig, ich habe es nicht eilig.", lächelte Silvy. --- Hauptmaschinenraum Alles war wahnsinnig schnell gegangen. Aliya hatte eine Nachricht der Sternenflotte bekommen - dieselbe die Yates auch erhalten haben sollte. Man brauchte sie auf der USS Zimbata - A. Das Schiff sollte auf eine Forschungsmission in den Gamma-Quadranten gehen - dahin wo der Heimatplanet der Ei'lian war. Man wollte mehr über die Rasse herausfinden und ob es vielleicht einen Hinweis gab, wohin die Zivilisation verschwunden war. Aliya wollte man, als einzig bekannte dieser Spezies - auch wenn sie nur ein Hybride war - dabei haben. Sie beherrschte die grundlegende Sprache und kannte aus den alten Büchern ein klein wenig der Legenden über ihre Rasse. Aliya lies sich diese Chance keinesfalls entgehen und hatte sofort ihre Sachen gepackt und sie auf die Tico herüberbringen lassen. Ihr Befehl lautete: Die Ticonderoga soll sie bis zur nächsten Station mitnehmen. Im Maschinenraum hatte sie nun als letztes ihre persönlichen Sachen und die Hängematte aus ihrem - wohl jetzt Perel Dans Büro - geholt. Einen Moment verharrte sie noch am Warpkern. Shiny würde sie schon vermissen... aber das war eine der Chancen, wo man sich jeden Morgen in den Hintern treten würde, wenn man sie nicht genutzt hätte. Seufzend verabschiedete sie sich schnell von den noch anwesenden - schade, dass sie Dan nicht sah, sie würde ihm noch eine Nachricht schicken - und machte sich auf den Weg in den Transporterraum um auf die Tico hinüber zu beamen. --- Turbolift Im Lift angekommen gab James mit Deck 2 das Ziel vor. "Nun Lieutenant Commander, was erwarten Sie von Ihrer neuen Position und den damit verbundenen Aufgaben, Rechte und Pflichten - und kommen Sie mir nicht mit einem größeren Quartier." führte James das Gespräch absichtlich so fort, wie er es tat. Es war immerhin Dienst, oder? Deirdra musste kurz grinsen. Von Mimiemar oder einem Telepathen hätte sie diesen Kommentar erwartet, aber von James? Naja, vielleicht hatte er nur an seine erste Tat nach der Beförderung gedacht. Von der Ausstattung seines Quartier her zu schließen, war das auch bitter notwendig gewesen. James' Stil fortsetzend, antwortete sie ganz und gar dienstlich: "Die Ernennung kam für mich äußerst überraschend, aber ich bin mir sicher, dass ich der Herausforderung gewachsen bin." Sie rückte ihre Schultern ein wenig zurecht, während sie schräg neben James stand, die Hände auf dem Rücken verschränkt. "Und wenn ich an Commander Mendez zurückdenke, vermute ich, dass mich in meinem Büro ein großer Stapel PADDs auf dem Schreibtisch erwarten wird." Jetzt sandte sie ein gut kalkuliertes Grinsen in seine Richtung. "Aber als Wissenschaftler bin ich gewohnt, mich durch Berge von Dokumenten zu wühlen, da kann ich... Ihnen sicher sehr gut zur Hand gehen." Deirdra hatte kurz gezögert, sich dann für die förmliche Anrede entschieden. Im Dienst sollten sie es wohl besser so halten. "Und ansonsten", schloß sie ihre Antwort. "kann ich es kaum erwarten, aus dieser Uniform herauszukommen...", sie zögerte eine Mikrosekunde, während sie einen Finger durch ihren Kragen gleiten ließ. "... und das Rot der Kommandoebene anzuziehen." Aus dem Augenwinkel versuchte sie keine von James' Reaktionen zu verpassen. Sie hatte sich einfach nicht auf die Zunge beißen können. James kniff die Augen ein wenig zusammen. Er hätte etwas breit grinsen müssen und spannte nun etwas verkniffen seine Gesichtsmuskeln an. "Sie werden sicher vor aktivem Dienstantritt die Möglichkeit haben, sich neu einzukleiden. Die Uniformmuster liegen dem Replikator alle vor. Ich möchte nur sicher gehen, dass Sie ihren Arbeitsplatz kennen lernen und schnell mit Ihrer neuen Umgebung und Ihren neuen Aufgaben vertraut werden." --- Deck 2 Der Lift hielt und die Tür öffnete sich. "Deck 2." begann James. "Hier finden Sie neben ihrem Büro die Beobachtungslounge und den oberen Eingang zum Quartier des Captains. Dieses steht zur Zeit leer. Es erstreckt sich über zwei Decks und war für eine vierköpfige Familie gedacht - daher werde ich es nicht beziehen und in meinem Quartier bleiben. Was nun eigentlich Ihnen zustehen würde. Ich werde die Quartiersituation auf Deck 3 prüfen lassen. Da uns ein Leiter der Wissenschaft fehlt, ist dieser Raum frei und bietet die angemessene Ausstattung und Größe." James bleib einige Schritte später vor einem Raum stehen. "Das Büro des ersten Offiziers. - Computer, ändere Zugangsberechtigung auf Lieutenant Commander Deirdra Izami." Ein bestätigendes Piepen. "Wenn es erwünscht ist, werde ich selbstverständlich die Inneneinrichtung noch kurz mit Ihnen ... durchgehen." Langsam kam es Deirdra spanisch vor. Hatte James doch verborgene telepathische Fähigkeiten? Das hörte sich ja fast nach einer Führung übers Schiff an. Und nur mal angenommen, er wüsste von Axels Angebot, so wie Deirdra vermutete, wäre er bestimmt eifersüchtig und würde versuchen, ihn auszustechen. Jetzt lächelte sie zu James. "Na, dann will ich mal." Sie streckte die Hand zum Türöffner aus. Wiederum ein bestätigendes Piepen, die Türen glitten auseinander und gaben den Blick auf viel edles Holz, Glas, Leder und Chrom frei. Deirdra pfiff leise und anerkennend durch die Zähne, als sie über die Schwelle trat. "Mir scheint, mein Vorgänger hat hier eindeutig seine Handschrift hinterlassen und alles umgebaut und ..." Sie warf einen Blick auf die Displays im Schreibtisch. "... modernisiert." --- Deck 2, Büro des ersten Offiziers "Kommen Sie doch herein, Captain.", wandte sie sich wieder zu James. "Ich denke, eine kleine Einweisung könnte ich gebrauchen. Auf der Ticonderoga war vieles noch älteren Jahrgangs und ich bin mit den neuesten ... Techniken noch nicht so ganz vertraut." Sie lehnte sich rücklings an den Schreibtisch und ignorierte den Stapel PADDs erst einmal geflissentlich. "Gerne werde ich Ihnen alle gängigen Techniken näher bringen." James, noch auf dem Flur stehend, sah im Augenwinkel jemanden den Korridor entlang kommen und trat in das Büro ein, dessen Türen sich sofort schlossen. Schritt für Schritt ging er auf Deirdra zu, drückte erst seine Hüfte an ihre, dann seine Brust an ihre um sich weiter nach vorne zu beugen. Er stützte sich ab. Lange würde sie nicht mehr stehen können. Ihre Gesichter kamen sich näher und Deirdra wich ihm nach hinten aus, schob sich auf den Tisch und die PADDs rutschten über die Kante und fielen auf den Boden. "Sie haben eine ganz schöne Unordnung hier, Lieutenant Commander.", flüsterte James ihr ins Ohr. "Und immer noch die völlig falsche Uniform an. Was halten Sie davon, wenn ich Ihnen behilflich bin." Er war mit seinem Mund jetzt so nah an ihrem Ohr, dass er sanft in ihr Ohrläppchen biss und die Trill-Punkte am Hals bewunderte. Deirdra - inzwischen mit akrobatisch durchgebogenem Rücken mehr oder weniger auf dem Schreibtisch liegend - quietschte kurz überrascht, als sie James' Zähne spürte. "Captain.", flüsterte sie sanft tadelnd. "Wir sind doch noch im Dienst." Trotzdem legte sie ihre Arme um ihn und zog ihn näher an sich. Sie war hin- und hergerissen. Sie liebte dieses Spiel. Einen Mann zu umgarnen, zu provozieren, bis er sich nicht mehr zurückhalten konnte und sie ihn jederzeit an jedem Ort haben könnte. Aber konnte das auf einem Schiff gut gehen? Noch empfand sie nur eine rein körperliche Anziehung James gegenüber, ein bekanntes Gefühl, das sie unter Kontrolle zu halten vermochte. Was aber würde geschehen, wenn es sich änderte, wenn sie jede seiner Berührungen herbeisehen würde? Wenn jeder seiner Blicke ein Feuerwerk entfachen würde? Könnte sie mit ihm auf der Brücke sein? Sie kannte sich, sie würde die Disziplin von zwei Vulkaniern benötigen. Und James war auf dem besten Weg, ihr diese Fähigkeiten abzunötigen. Vielleicht sollte sie um ihrer beider Willen die Kontrolle übernehmen. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie das Starfleet-Nahkampftraining zu diesen Zweck einsetzen würde. Sie umfasste ihn fester, jetzt das Bein in seine Kniekehle, mit dem anderen abstützen, etwas Schwung aus Hüfte.. und... schwupp... lag James - zumindest in großen Teilen - auf dem Tisch und sie positionierte sich komfortabel rittlings auf ihm. "Du sagtest, ich hätte die falsche Uniform an... das lässt sich ändern.", schnurrte sie und löste ihre Haarspange. Sie legte ihren Kopf in den Nacken fuhr sich mit den Fingern durch die Locken und schüttelte sie genüsslich aus. Dann blickte sie James wieder an und mit einem kleinen hinterhältigen Lächeln begann sie langsam den Reisverschluss ihrer Uniform zu öffnen. Was tat Sie da? James stockte der Atem, bevor die Atmung schließlich merklich schneller wurde als zuvor. Er lag nun mit dem Rücken auf seinem, nein ihrem Schreibtisch. Würde es Sinn machen zu versuchen sich aus dieser Situation zu befreien? Wahrscheinlich nicht, ihm drohte ja nicht wirklich Gefahr. Genüsslich beobachtete er wie sie den Reisverschluss Zentimeter um Zentimeter weiter nach unten zog und schob seine Hände durch die offene Jacke um ihre Taille und weiter nach oben, um ihr schließlich die Jacke von den Schultern zu schieben und auf den Boden fallen zu lassen. "Ich bin gespannt wie dir Rot steht." kommentierte er das blaue Uniformshirt und fuhr, zumindest so weit er mit seinem Händen kam, Deirdra durch die Haare und ihren Hals entlang, an beiden Seiten bis zur Hüfte wieder herunter und schob seine Hände nun sachte unter ihr Shirt während er seinen Oberkörper soweit möglich aufrichtete, um ihrem Gesicht näher zu kommen. In Taillenhöhe packte James etwas fester und zog Deirdra das letzte Stückchen auf sich zu, um ihr einen Kuss auf den Hals zu geben. Er begann ihr mit den Fingern einer Hand über den Bauch zu streichen und nach oben zu wandern. "Ah-da-da... ", Deirdra löste sich wieder von James und richtete sich auf. Zärtlich, aber bestimmt ergriff sie James Hände und schob sie wieder an sich hinunter, über ihre Oberschenkel, bis sie rechts und links auf der Tischplatte zu liegen kamen. "Anfassen verboten.", sie grinste und schwenkte tadelnd einen Finger. "Wir sind doch im Dienst, und ich will doch nicht, dass der Captain wegen sexueller Belästigung belangt wird." Sie zwinkerte. Dann löste Verschluss ihren Uniformshirts und ließ ihren Finger langsam ihren Hals hinunter und den entstehenden Schlitz entlang tiefer gleiten. Sie blickte James tief in die Augen und genoss diesen Augenblick, und dieses Erbeben, dass sie unter sich zu spüren meinte. "Wo kein Kläger, da kein Richter." Doch James lehnte sich zurück, sah sie an und fuhr immer wieder ihren Körper mit den Augen ab. Er musste sich konzentrieren, versuchte seine Atmung flach zu halten und seine ganze Muskulatur zu lockern. Aber wie er hier lag, unter ihr, unfähig sich zu bewegen und sie ansah wie ihr Finger das Shirt immer weiter öffnete. 'Na gut.', dachte sich James, auch um sich selbst einen Gefallen zu tun 'Wenn ich nur gucken darf, dann darfst du fühlen.', und gab sich seiner Hormone hin, um Deirdra spüren zu lassen, dass ihm gefiel, was er sah. Begleitend zu seinem breiter werdenden und genießerischem Grinsen ließ er sie rhythmisch spüren was sich in ihm tat und was unausweichlich passierte, wenn sie so weiter machte. Noch hatte er sich weitestgehend im Griff, doch er konnte deutlich spüren, wie sich sein Gehirn ausschaltete und das Blut aus dem Kopf abfloss, um andere Bereiche stärker zu versorgen, damit Sie es auch ganz sicher und deutlich fühlte. Deirdras Augen wurden größer. James war mit allen Wassern gewaschen - und damit mit den gleichen wie Deirdra. Instinktiv passte sie sich seinem Rhythmus an, mit sanft gegenläufigen Tendenzen eingestreut. 'Reizen, aber nicht überreizen.', dachte sie sich. Ob es wohl in irgendwelchen OPS-Logs auftauchen würde, wenn der Replikator hier zwei neue Uniformen ausspucken würde? Ihr Finger war inzwischen am Anschlag angekommen, weit genug, dass James etwas schwarzes durchblitzen sehen konnte, aber lange beließ sie es nicht so, sondern zog sich das Shirt über den Kopf und ließ es zur Jacke auf den Boden gleiten. Einige Haarsträhnen waren ihr dabei ins Gesicht gefallen, und sie warf sie mit einer schnellen Kopfbewegung wieder nach hinten, bevor sie sich zu James hinabbeugte, ihre Hände sanft auf seine Brust gestützt. "Ich wäre dann bereit für eine neue Uniform.", flüsterte sie in sein Ohr, während ihre Locken sein Gesicht kitzelten. "Oder soll ich gleich eine zweite replizieren?", fragte sie schelmisch, als sie sich dann aufreizend langsam an James entlang und vom Tisch hinunter gleiten ließ, bedacht darauf, dass besonders reizbare Körperstellen ja nicht den Kontakt zu ihren Körper verlieren würden. "Der Replikator hat gerade Pause.", pfiff James zwischen den zusammengepressten Lippen hervor. Während Deirdra langsam rückwärts von ihm hinunterglitt, strich er ihr über den Rücken und durch ihre Locken. Sie fühlte sich so gut an und die Erinnerungen von der letzten Nacht kamen in ihm hoch. Aber da hatte er deutlich weniger an als jetzt. Seine neue Bewegungsfreiheit nutzend, richtete James seinen Oberkörper auf, während er sich auf der Tischplatte abstütze und sah zu Deirdra, die sich nun in seiner Beckengegend räkelte und ihn damit immer weiter trieb. Er packte seine Uniformjacke am Kragen und zog sie relativ unsanft auseinander. "Ganz sicher brauchen wir zwei neue Uniformen." Er sah sie an "Und wie ich sehe, brauchen wir einen durch die Sternenflotte genehmigten neuen BH. Ich glaube nicht das schwarz mit Spitze genehmigt ist." Mit der rechten Hand schob er einen Träger über die Schulter und ließ ihn ihren Arm herabsinken. "Aber da bin ich eindeutig kompromissbereit.", hauchte er hinterher und strich Deirdra eine Strähne aus dem Gesicht während er durch Muskelkontraktion versuchte sie bei Laune zu halten. "Komm her." flüsterte James und umfasste ihre Schultern. --- Deck 11, Quartier Patterson Sowie Mila mit ihrem Erscheinungsbild zufrieden war, ließ sie Commander Reszko lokalisieren. Dass er im Casino war, traf sich gut, denn die Halbbajoranerin konnte selbst eine Stärkung vertragen. --- Deck 11, Casino Shakkle hatte mehr oder weniger ruhig gefrühstückt, denn seine Gedanken kreisten immer noch um seinen Gefühlsausbruch in der Arrestzelle. Der Mangel am REM-Schlaf machte ihm immer mehr zu schaffen und er erkannte, dass er Hilfe brauchte, bevor er die Kontrolle über seine Instinkte verlor. Der rationale Teil von ihm war entsetzt... der Killer in ihm hätte fast die Überhand genommen. Bloß mit wem sollte er reden? Die Auswahl an Männern in 'goldener' Uniform mit dem Dienstgrad eines Lieutenant Commanders war nicht gerade groß, was es Mila leichter machte, ihre Zielperson zu finden. "Commander Reszko?", sprach sie ihn an, "Ich bin Mila Patterson. Commander Yates hat mich beauftragt, mich bei Ihnen zu melden, nachdem ich meine Habe von der Ticonderoga geholt habe. Nachdem die Packerei mich hungrig gemacht hat, würde ich mich gerne gleich hier zu Ihnen setzen, wenn Sie nichts dagegen haben." Eine braunhaarige, leicht bajoranisch aussehende Frau riss ihn aus den Gedanken. "Bitte setzten Sie sich Lieutenant Patterson. Was genau kann ich für Sie tun?", fragte er etwas überrascht. "Nun... der Captain hat mir eröffnet, dass ich der Victory als Taktischer Offizier zugeteilt worden bin.", erwiderte Mila und setzte sich an den Tisch, "Und ich würde gerne wissen, was genau Sie von Ihrem Taktischen Offizier erwarten." Shakkle's Augen weiteten sich ein Augenblick lang. "Hat er, ja?" er lehnte sich etwas zurück und meinte beinahe entschuldigend, aber eben nur beinahe: "Ich habe gedacht ich hätte bereits einen Taktischen Offizier. Sie liegt auf der Krankenstation und ist wohl schwerer verletzt als ich vermutet habe..." Der CoS dachte daran, dass er es bisher vermieden hatte, nach dem Ergehen von Lieutenant Loraya zu fragen. 'Weil du weißt, dass sie vermutlich lebensbedrohlich verletzt wurde, aber nicht den Mut aufgebracht hast, danach zu fragen. Du verlierst wieder Leute, nicht war?', dachte Shakkle verdrießlich. "Nun, Lieutenant Patterson, ich erwarte von Ihnen, dass Sie mich an der TAK vertreten, denn ich bin gleichzeitig auch der 2O und damit genug mit Papierkram zugedeckt. Ich bin sicher, Sie werden ihre Aufgaben hervorragend erfüllen. Ich freue mich, Sie in meinen Team zu haben.", sagte er, wobei der letzte Satz mehr wie eine Floskel klang. --- Deck 6, Krankenstation, Isolationszimmer Nachdem Lexi ihr Gespräch mit dem Counselor beendet hatte und auch kurz eine Rücksprache mit dem Counselor der Ticonderoga gehalten hatte, machte sie sich auf den Weg in die obere Ebene, um nach der anderen Patientin, die sie heute morgen bekommen hatten, zu sehen. Bisher hatte keiner der Pfleger irgendeine Meldung gemacht, also ging es ihr wohl soweit gut. Lexi wollte aber auf Nummer sicher gehen und betrat nach einem kurzen Gruß an den Sicherheitsoffizier das Isolationszimmer. Langsam trat sie auf das Biobett zu... Ijara hob langsam den Kopf, als sie das Geräusch der Tür hörte. Sie hatte nicht wirklich viel geschlafen, etwas, am Anfang, aber spätestens als der Sicherheitsoffizier seinen Posten eingenommen hatte, hatte sie nur noch dösen können, er war ein ungebetener Gast, ein Eindringling in ihrer Privatsphäre, so konnte und wollte sie nicht weiterschlafen. Auch seinen fixierten Blick empfand sie als äußerst unhöflich. Einige Minuten hatte sie sich Theorien hingegeben, ob aus diesem Zimmer eine Flucht einfacher möglich wäre. Wenn sie einen Pfleger als Geisel nehmen würde... oder eine Ärztin. Auf einem cardassianischen Schiff wäre das ohne jegliche Aussicht auf Erfolg gewesen, das Leben der Geisel wäre der Sache nur untergeordnet gewesen, bei Starfleet dagegen bestanden gewisse Chancen. Allerdings nicht in ihrem Zustand. Sie hatte unhörbar geseufzt. Ihre Muskeln waren noch zu langsam, der Sicherheitler hätte sie erschossen, bevor sie überhaupt vom Bett gekommen wäre. 'Mal sehen, was die Ärztin jetzt will.', dachte sie und blickte sie an. Lexi betrachtete sich aufmerksam die Werte und sie spürte deutlichst die Blicke des Sicherheitsoffiziers im Nacken. Sie wandte sich um. "Würden Sie bitte draußen warten, wie ich es eigentlich gesagt hatte? Die Patientin kommt schon nicht unbemerkt aus dem Raum raus, auch wenn Sie Ihre Gefangene ist, hat sie wohl immer noch etwas Privatsphäre verdient, meinen Sie nicht?", brummte sie den Sicherheitler an. 'Und ich kann es nicht haben, wenn mir ein potentiell vorlauter Sicherheitler über die Schultern stiert und mich bei meiner Arbeit stört.', schoss es ihr durch den Kopf. Als sich die Türen hinter dem Sicherheitler, der nur sehr widerwillig den Raum verlassen hatte, geschlossen hatten, drehte Lexi sich zu der Patientin um. "Geht es Ihnen schon besser?", fragte sie ruhig und sachlich, offenbar bevorzugte die Frau eine nicht so friedfertige Anrede. "Ja.", antwortete Ijara nüchtern. "Es geht schon besser." Jetzt, wo der Sicherheitler den Raum verlassen hatte, kalkulierte sie ihre Chancen erneut. Wenn die Ärztin sich zu ihr herunterbeugen würde, vielleicht. Aber nein, er hätte seinen Phaser garantiert auf Betäubung gestellt und notfalls auf sie beide geschossen. "Oder sagen ihre Maschinen etwas anderes?", startete Ijara einen Versuch, Konversation zu betreiben. Lexi blickte auf, als die Cardassianerin sie ansprach. Jetzt doch zu ein wenig Plauderei bereit? War die Gereiztheit nur auf die Unterkühlung zurück zuführen? Lexi wusste es nicht, aber sie ließ ihre Vorsicht leicht fallen. "Die Maschinen sagen mir das, was ich von ihnen wissen möchte. Es sieht ganz gut aus, aber ich denke, ich kann Sie noch etwas aus der Zelle raushalten.", erwiderte Lexi und griff nach einem Hypospray. "Nichts wildes, nur noch was gegen die Gelenkbeschwerden.", erklärte sie, bevor sie dicht an das Bett heran trat und das Hypospray zum Verabreichen ansetzte. Es war zu verführerisch. Noch vor wenigen Sekunden hatte Ijara die Möglichkeit verworfen, doch dieser elfenbeinfarbene Hals, die langen roten Haare und diese unbefangenen Bewegungen forderten sie heraus. Bevor die Ärztin realisieren konnte, was geschah, hatte Ijara sie an den Haaren gepackt, zu sich herabgerissen, sodass der Kopf der Ärztin verdreht auf ihrer Brust zu liegen kam. Die andere Hand klammerte sich um die zarten Hals. "Ein falsches Wort, eine falsche Bewegung und ich zerquetsche deinen Kehlkopf. Verstanden?" Ein entsetzter, erstickter Schrei drang über Lexis Lippen, als sie die Patientin plötzlich an sich zog. Jetzt wäre sie doch froh, wenn der Sicherheitler noch im Raum wäre, auch wenn es eigentlich kein Standardprozedere war, im Arrest waren die Sicherheitler schließlich auch nicht in den Zellen ihrer Gefangenen. Sie schloss die Augen und versuchte das aufkeimende Zittern zu unterdrücken. Sie versuchte zu schlucken, aber das fiel durch den Griff, den die Cardassianerin anwandte, schwer. So gut es ging versuchte Lexi in der Umklammerung leicht zu nicken. "In Ordnung." Ijara flüsterte in das Ohr der Ärztin. Langsam schwang sie ihre Beine vom Bett hinunter und richtete sich auf, den Kopf der Ärztin hatte sie mit eisernem Griff fixiert. Als sie stand, zog sie sie mit sich zu den Wandkonsolen. Sie packte die Ärztin fester, sie fühlte deutlich ihre Halsschlagader unter den Fingern ihrer rechten Hand pulsieren, als sie langsam zudrückte, bis der Ärztin beinahe Schwarz vor Augen werden dürfte. "Ganz ruhig, gleich ist es wieder besser.", sagte sie beruhigend, presste die Ärztin mit dem rechten Unterarm fest an sich und ließ ihre Haare los. Mit der freien Hand begann sie die Schubladen und Fächer zu durchwühlen, Hyposprays und Phiolen zu betrachten, bis sie das passende gefunden hatte. Bei dem geringsten Widerstand der Ärztin zögerte sie nicht, ihre Finger einen Millimeter tiefer in ihren Hals zu graben. Mit einem Injektor in der Hand bugsierte sie jetzt sie beide zur Tür und positionierte sie daneben, sodass sie nicht im direkten Blickwinkel eines Eintretenden standen. "Und jetzt, Schätzchen.", flüsterte sie weiter und ließ die Ärztin ihren heißen Atem im Genick spüren. "Rufst du den Sicherheitler rein. Die Untersuchung ist beendet, er kann die Wache fortsetzen. Und ich warne Dich, keine Warnungen, kein Geschrei, kein Übermut. Bevor er mich erwischen kann, ist dein süßer kleiner Hals umgedreht." Sie hauchte der Ärztin einen Kuss in den Nacken. Nur müßig gelang es der jungen Marsianerin das unterschwellige Zittern zu unterdrücken. Sie spürte, wie die Panik in ihr aufkam, sie traute sich nicht mal zu denken, dass ein potentiell vorbeilaufender Telepath ihre Gedanken auffangen konnte, aus Angst, die Cardassianerin könnte ihr schlimmeren Schaden als den möglichen seelischen zufügen. Auch wenn sie sich innerlich gegen die Behandlung sträubte, versuchte sie sich ruhig zu halten. Als die Cardassianerin ihr in den Nacken küsste, kam für einen Moment Übelkeit in Lexi auf, das war dann doch zu viel, dass sie das Zittern noch verbergen konnte. Sie schloss wieder die Augen und schluckte schwerfällig. "Ok.", krächzte sie leicht und versuchte die Festigkeit in der Stimme zurück zu erlangen, als die den Sicherheitler rein rief. "Sie können jetzt rein kommen, ich bin fertig.", sagte sie und schloss die Augen. Sie hatte nicht erkennen können, welche Farbe die Flüssigkeit in der Phiole gehabt hatte, somit wusste sie nicht, was dem Sicherheitler gleich blühen würde, wenn er den Raum betrat. Mit einem höhnischen Grinsen hatte Ijara die Reaktion auf ihren Kuss quittiert und den zitternden Körper an sich gedrückt. Verunsicherung, genau, was sie hatte provozieren wollen. Sie griff den Injektor fester, ihr Blick war fest auf die Tür gerichtet und jeder Muskel bis zum Schmerzen gespannt. Dann, gefühlte Ewigkeiten später, glitten die Türhälften auseinander. Ijara hatte Glück, der Sicherheitler blickte zuerst in die andere Richtung. Sofort presste sie den Injektor zwischen seinen Haaransatz und Uniformkragen. Eine Mikrosekunde später wurde die Substanz durch seine Haut in seinen Blutkreislauf gejagt. Er brachte noch einen erstickten Laut über die Lippen und brach dann zusammen. Am liebsten hätte Ijara den Mann komplett ausgeschaltet, doch das einzige, was sie auf die Schnelle hatte finden können, war ein hochwirksames Schmerz- und Beruhigungsmittel gewesen. Immerhin hatte sie ihm eine mehr als ausreichende Dosis verpasst. "Keine Angst.", presste sie zwischen den Zähnen hervor, während sie den bewegungslosen Mann mit dem Fuß soweit zur Seite schob, dass er aus dem Weg war. "Er ist nicht tot." Sie klang etwas enttäuscht dabei. "Das war nur ein Beruhigungsmittel." Sie entleerte den Injektor und legte ihn zur Seite, nicht dass die Ärztin auf dumme Gedanken kam. Dann widmete sie sich dem Bedienfeld der Türe. Sie aktivierte die Verriegelung, damit sie nicht von unerwünschtem Besuch unterbrochen wurden. Mit dem Fuß drehte sie den Sicherheitler unsanft um, dummerweise lag er auf der falschen Seite, auf seinem Phaser, den Ijara jetzt zur Hand nahm. Sie stieß Lexi von sich und richtete die Mündung des Phasers auf sie. "Zurück, auf die Liege.", befahl sie und ging seitlich zurück zu den Konsolen. Dort hatte sie doch etwas passendes gesehen, um die Ärztin zu fesseln, Infusionsschläuche oder etwas in der Art. Als sie von sich weggestoßen wurde, fasste Lexi für einen Moment Hoffnung, dass sie aus der Situation heraus kam, aber dann blickte sie schon in das Antlitz der Phasermündung und schluckte. Dafür reichten ihre Selbstverteidigungskenntnisse nun doch nicht aus. 'Oh Anna, ich glaube, da musst du mich noch etwas trimmen.', schoss es ihr durch den Sinn. Warum dachte sie gerade jetzt an Anna? Sie stolperte langsam rückwärts zu der Liege, blickte schließlich auf die Liege, dann zu der Cardassianerin. Mit ihr schien jetzt nicht gut Kirschen essen zu sein. Sie blieb noch einen Moment neben der Liege stehen und blickte in die fürchterliche Fratze der Cardassianerin, so dass sie blind vor Angst deren Anweisungen folge leistete. Ihre Gedanken rasten nur so dahin. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de