************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 15 / 24062007 * * 24052380 * * ... und Folgen am Morgen * ************************************************************************ --- Deck 3, Quartier Yates, 02:41 Erst öffnete sie das eine, dann das andere Auge und spähte nach dem Chronometer. 02:41 zeichnete sich mit jedem Blinzeln etwas weniger verschwommen ab. Deirdra hatte keinen besonders tiefen Schlaf - vor allem nicht in fremden Betten - zu Unzeiten wach zu werden, war sie gewohnt. James' Atem ging ruhig und gleichmäßig, er schien tief und fest zu schlafen. Leise glitt Deirdra zwischen den seidigen Laken hervor. Auf Zehenspitzen schlich sie herum und sammelte ihre überall verstreuten Kleidungsstücke ein. Sie konnte sich allerdings beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wieso ihre Schuhe in einer Zimmerpflanze hingen. Moment, doch, da kam es wieder - muskulöse Arme, markante Brustmuskeln, in und an denen sie ruhte, wobei 'ruhen' wohl der falsche Ausdruck für diese heiße Phase war. Daher auch die Schuhe dort, wo sie jetzt waren. Die Schlafzimmertür stand glücklicherweise offen, also würde ihr Geräusch James nicht wecken. Im Wohnzimmer begann sie, sich anzuziehen und stellte fest, dass sie ein essentielles Teil ihrer Unterwäsche nirgendwo entdecken konnte. Sie spähte noch einmal zurück ins Schlafzimmer. Unter James' Kopfkissen blitzte champagnerfarbene Spitze hervor. 'Zu gefährlich.', entschied sie mit einem Seufzer. Auch wenn es sie fuchste, so musste es die wenigen Meter eben ohne gehen. 'Und vielleicht gibt es ja noch eine Chance zurückzuerobern.', tröstete sie sich und schlich barfuß zurück zur Quartiertür. Vulkanier hatten ihren Nervengriff, sie ihren 'Türgriff'. Vor einiger Zeit hatte sie ihn aus Mimi rausgekitzelt - schließlich war sie Ingenieurin. Es war nichts besonderes, aber äußerst praktisch in Situationen wie diesen: ein Wartungscode, der die Tür in den Testmodus versetzte und sehr langsam - und damit sehr leise - auf- und zufahren ließ. --- Deck 3, Korridor Vorsichtig lauschte Deirdra nach links und rechts, es schien gerade niemand unterwegs zu sein. Barfuß huschte sie schnell zum nächstbesten Turbolift, es sollte ja nicht das ganze Schiff mitbekommen, wie der Captain seine Nächte verbrachte. --- Turbolift Drinnen lehnte sie sich gegen die Kabinenwand und zog erst einmal wieder ihre Schuhe an und atmete tief durch, bis ihr Adrenalinspiegel wieder auf normal war. Sie wusste selbst nicht, wieso sie das jedes Mal tat. Es war ein wundervoller Abend gewesen, zuerst in der Bar, dann das Abendessen, dann der 'Nachtisch'. Wieso also nicht auch ein wundervoller Morgen? --- Deck 5, Korridor Die Türen des Turbolifts öffneten sich und diesmal ging Deirdra ganz normal, als wäre nichts gewesen, in ihr Quartier. Sie begegnete niemandem, der sich hätte wundern können, was sie nachts mit zerzauster Frisur auf dem Gang unternahm. --- Deck 5, Quartier Izami Von der Quartiertür zum Bett zog sich eine ähnliche Spur wie in James' Schlafzimmer, Deirdra ließ ihre Kleidung einfach rechts und links fallen. Als sie dann die kühlen Laken ihre Haut streicheln spürte, streckte sie sich genüsslich und wusste wieder, warum. Freiheit. Unabhängigkeit. Am nächsten Morgen zusammen aufwachen und frühstücken? Das konnte sie immer noch machen, wenn sie verheiratet war. 'Sollte ich jemals heiraten...', korrigierte sie sich. Auf jeden Fall nicht gleich nach der ersten Nacht, lenkte sie wieder ein. Die sollte immer ein Abenteuer sein. "Computer, gleiche Weckzeit wie Lt. Balakka. Schick' ihr ne Frühstückseinladung...", murmelte sie noch bevor sie diagonal über ihr Bett ausgestreckt einschlief. --- Deck 3, Quartier Yates Der gleiche Mix aus Surren und Piepen wie jeden Morgen weckte James aus seinem Schlaf. Aber das Aufwachen war anders. Er hatte tief und fest geschlafen und gut geträumt. Nach dem Abend und der Nacht war das alles wohl auch kein Wunder. Er sah neben sich, aber sah niemanden außer eine leere Decke. Verwundert rieb er sich die Augen und schaltete eine schwache Beleuchtung ein. Sie war weg. Er reckte seinen Kopf und sah durch die offene Tür, dass all ihre Sachen auch weg waren. Neben dem Bett stand die leere Weinflasche. "Welch im Abgang.", murmelte er. Sie war diese Nacht einfach so abgehauen. Er musste grinsen und richtete sich im Bett auf. Was lag da halb unter dem Kissen?" er zog etwas heraus das ihr gehörte und sehr wertvolles in sich beherbergte bis es nur noch im weg war und mit zwei Fingern leicht geöffnet wurde. Es roch nach ihr und all die Erinnerungen schossen wieder in seinen Kopf. Sorgsam faltete er es und legte es auf seinen Nachttisch und schlenderte ins Bad um sich für den Dienst fertig zu machen. --- Deck 5, Quartier Izami "Hey, was?!", verschlafen drehte sich Deirdra um und fuchtelte mit den Armen. Irgendetwas war auf ihr Gesicht gefallen, das sie versuchte loszuwerden, ohne die Augen öffnen zu müssen. Aber das war ziemlich aussichtslos. Also öffnete sie vorsichtig zwei Sichtschlitze und als sie Tageslicht erreichte, konnte sie Mimis Gesicht erkennen. "Kann mir mal jemand erklären, wieso ich dir eine Zugangsberechtigung zu meinem Quartier gegeben habe?" Sie setzte sich auf und begann, den Morgenmantel anzuziehen, den Mimi ihr freundlicherweise ans Bett 'gebracht' hatte. "Irgendjemand muss Dich ja aus dem Bett ziehen, wenn es der Wecker nicht schafft.", antwortete sie nüchtern. Immer noch sehr verschlafen nickte Deirdra und stand schwankend auf. "Kaffee?", war das einzige, was sie jetzt fähig war, zu sagen. "Nachher. Geh' ins Bad, ich mach uns derweil Frühstück. Dann kannst du mir auch von deiner Nacht erzählen." Mimi grinste, als Deirdra sie mit großen Augen anschaute. "He, du bist Empath, du schummelst." Mimi lachte. "Ich muss kein Empath sein, um Dir das anzusehen." Ihr Blick glitt von oben bis unten über Deirdra. "Ich kenne Dich schon zu gut. Zerzauste Haare, die Kleidung durch das ganze Quartier verstreut, Frühstückseinladungen nachts um 3, ..." Deirdra winkte ab. "Ich geh ja schon ins Bad." --- Deck 11, Casino, 05:30 Es war zwar spät gewesen, als Mila sich schlafen gelegt hatte, doch lange konnte sie nicht schlafen. Sie saß am Panoramafenster und blickte auf das Arboretum unter dem Casino herunter. Dieses Schiff hatte so viele Annehmlichkeiten, von denen man auf der Ticonderoga nur träumen konnte. Dennoch tat es weh, das kleine Forschungsschiff längsseits der Victory so sehr beschädigt zu sehen. Schließlich war es irgendwo Milas Heimat geworden. "Für jemanden, der keinen Dienst hat, sind Sie aber früh auf, Mila.", hörte sie eine ihr mittlerweile bekannte Stimme hinter sich. Rasch drehte sie sich um. Perel Dan trat an sie heran. Mit ihm hatte sie sich ein knappes Duell an der Dartscheibe geliefert - und hatte gewonnen. "Tja, ich konnte nicht wirklich schlafen. Und Sie... Sie haben jetzt Schicht?", fragte Mila den bajoranischen Ingenieur. "Es gibt genug zu tun. Das Gröbste ist zwar auf der Ticonderoga gerichtet, aber es sind noch genug Feinheiten zu erledigen, bevor wir Ihr Schiff wieder auf die Reise schicken können. Außerdem gibt es hier noch einiges zu tun.", erwiderte Dan. Der cardassianische Angriff war nicht spurlos an der Victory vorbei gegangen. Er dachte nur an die Explosion auf der Gefechtsbrücke. Jedenfalls war die Reparatur dieser Sektion in fähigen Händen. CPO Bowman machte einen kompetenten Eindruck auf ihn. "Aber vorher wollen Sie wohl erst was essen. Setzen Sie sich doch hierher. Dann bin ich nicht ganz so allein.", bat die Halbbajoranerin, und Dan nickte zustimmend... --- Deck 10, Arrestzelle Ijara lag immer noch in der gleichen Position, in der sie gestern zusammengebrochen war. Ihre Augen waren geschlossen, aber das fiel niemand auf, da ihr Gesicht zur Wand wies. Dass sie sich nicht bewegt hatte, wurde ebenfalls nicht beachtet, schmollende oder apathische Gefangene waren keine Ausnahme. Doch Ijara konnte sich nicht bewegen. Ihre Glieder waren steif, ihr Herz schlug nur noch sehr schwach und sehr langsam. Als sie gestern im Verhörzimmer aus ihrer hockenden Position hochgezogen worden war und dann wieder auf der Pritsche lag, strömte das Blut aus ihren unterkühlten Gliedmaßen in den Rumpf zurück und ein uralter Überlebensmechanismus ihrer reptilienhaften Ahnen setzte ein. Ijara war in Kältestarre gefallen. Doch im Unterschied zu einer Eidechse war es kein alltäglicher Vorgang mehr, das Aufwachen war ein sehr heikler und schmerzhafter Prozess, der nicht immer glatt verlief. Mit jeder Stunde, die verging, wurde das Risiko größer. --- Deck 5, Quartier Haris Lexi saß auf ihrem Sofa und bürstete sich durch ihr Haar. Es war noch recht früh, wenn auch nicht so früh, dass nicht bald die Bereitschaft beginnen würde. "Haris an Nyberg.", öffnete sie schließlich einen Kanal. "Guten Morgen. Hast du Lust, mit mir zu frühstücken?" Lexi schwieg und hoffte, dass sie Anna jetzt zum einen nicht geweckt und zum anderen nicht in einer ungünstigen Situation erwischte. --- Deck 3, Quartier Nyberg Anna war sehr früh aufgestanden, sie wollte heute zeitig anfangen. Da sie gestern recht viel für die Crew und Reparatur der Ticonderoga hatte organisieren müssen, waren einige weniger wichtige Arbeiten liegen geblieben, die sie heute in der Bereitschaftszeit in Angriff nehmen wollte. Sie nahm an, dass es am Vormittag eine Besprechung der Führungsoffiziere geben würde und bis dahin wollte sie mit ihrer Abteilung wieder auf Stand sein. Allerdings fragte sie sich, wie sie diesen Tag überstehen sollte. Sie hatte zwar genügend Schlaf, aber ihr Nacken erinnerte sie deutlich daran, dass sie die erste Hälfte der Nacht auf dem Sofa verbracht hatte. Ihr Hals fühlte sich steif und verspannt an und ihr schien, das ganze könnte sich im Laufe des Tages noch zu Kopfschmerzen entwickeln. Ihre Hoffnung ruhte im Moment auf der Wärmekompresse, die sie auf ihrem Nacken balancierte, während sie einen Milchkaffee schlürfte und nebenher die Berichte der Nacht überflog. Eigentlich sollte man vor der Bereitschaft nicht arbeiten und man sollte auch in Ruhe frühstücken. Aber alleine zu frühstücken fand Anna immer so langweilig und ob sie jetzt Nachrichten aus aller Welt oder Berichte von der Victory las, machte eigentlich keinen Unterschied. Als sie beim zweiten angekommen war, piepte das Interkom. >> "Haris an Nyberg", öffnete sie schließlich einen Kanal. "Guten Morgen. Hast du Lust, mit mir zu frühstücken?" << "Guten Morgen.", Annas Stimme schwankte zwischen Freude und Überraschung. "Ich hab zwar schon so gut wie gefrühstückt und nicht viel Zeit, aber einen Kaffee lang kann ich Dir im Casino noch Gesellschaft leisten. In 5 Minuten?" Einerseits war Anna überrascht, dass Lexi sich meldete, hatte doch sie das Gefühl gehabt, Schuld an der Verstimmung zu sein und den ersten Schritt tun zu müssen. Andererseits freute sie sich, dass Lexi es nicht zu krumm genommen hatte. Nur so ganz sicher war sie sich noch nicht, wie sie ihr gegenüber auftreten sollte. --- Deck 5, Quartier Haris Lexi verzog das Gesicht. Nur ein Kaffee? Na ja, es war besser als nichts. War Anna ihr so böse? Sie sammelte die innere Ruhe. "Gerne, ich mach mich auf den Weg.", erwiderte sie schließlich und lächelte. "Bis gleich." Sie sah an sich runter. Sie trug bisher nur ihren Morgenmantel. Sollte sie gleich ihre Uniform anziehen oder sollte sie das kurz nach Anfang der Bereitschaft tun? Andererseits würde das wieder nur aufhalten. Sie hoffte einfach, dass Anna ihr das nicht krumm nehmen würde, wenn sie es eilig hatte, würde sie sicherlich auch in Uniform erscheinen und so entschied sich Lexi für ihre Uniform. --- Deck 11, Casino Lexi blieb kurz vor der Tür zum Casino stehen und rieb sich noch mal ihre Hände. Sie war nervös, sie wusste immer noch nicht so recht, wie sie ihre Entschuldigung an Anna formulieren sollte und ob sie das nicht lieber in ruhigerer Umgebung am Abend machen sollte. Noch einmal tief Luft geholt und sie betrat das Casino und sah sich nach Anna um. Das Casino war um diese Zeit sehr gut besucht, wahrscheinlich war die gesamte Crew der Ticonderoga gerade auch am frühstücken. Daher hatte Anna leider keinen Tisch mit Blick in den Garten bekommen und da sie sich nirgendwo dazusetzen wollte, war es ein weniger optimal platzierter Zweiertisch in der Nähe des Eingangs geworden. Immerhin sah sie so Lexi sofort, stand auf und winkte sie zu sich. "Guten Morgen.", begrüßte sie Lexi und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Für einen Außenstehenden sah es aus wie die Begrüßung zweier Freundinnen, aber die Art, wie Anna Lexi dabei zärtlich die Hand auf die Schulter legte, hatte etwas intimeres. "Tut mir leid, dass ich so wenig Zeit für Dich habe. Durch den gestrigen Tag ist einiges an Arbeit liegengeblieben." Sie wies auf das PADD neben ihrer Kaffeetasse. "Ironischerweise scheine ich jetzt diejenige zu sein, die Arbeit und Freizeit nicht trennen kann." Sie grinste schief, aber nicht gerade freudig. Lexi sah sich im Casino um. Es war voll und ihr Stammtisch, den sie mit Anna meistens bevölkerte, seit sie sich das erste Mal getroffen hatten, wenn er frei war, war heute morgen besetzt, also streifte ihr Blick weiter und schließlich entdeckte sie Anna und lächelte leicht, als sie auf sie zutrat. "Guten Morgen, gut geschlafen?", fragte sie und erwiderte die Begrüßung, strich Anna sanft über ihre Hand. "Ich war gestern Abend schon recht spät fast bei dir, aber ich dachte, du schläfst sicher und ich wollte dich nicht mehr wecken.", meinte sie entschuldigend und blickte auf das PADD. "Na, das ist doch nicht schlimm, wenn's wichtig ist, dann geht's nicht anders, mach dir keinen Kopf, ja?" Sie sah Anna leicht verkniffen an, als sie sich setzte. "Ich denke, ich sollte mich bei dir entschuldigen. Mit deiner 'Predigt' hattest du recht und ich hab's nicht gemerkt. Es tut mir leid.", polterte es schließlich im Schnellformat aus ihr heraus, aber ihre Worte waren aufrichtig gemeint. "Entschuldigung angenommen.", sagte Anna, die sich auch gesetzt hatte. Sie ergriff Lexis Hände. "Ich habe mir gestern alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. So ganz unschuldig bin ich auch nicht daran. Was Beziehungen angeht, bin ich leider etwas verkorkst und außerdem überempfindlich was ... mich ... angeht. Ich bin wohl noch nicht so ganz bereit für eine Beziehung. Ein Abenteuer, ein Techtelmechtel, vielleicht, aber ich weiß nicht, ob Du auf dieser Basis glücklich wirst." Sie biss sich auf die Lippe und schaute kurz zur Seite, um unbemerkt die Feuchtigkeit aus ihren Augen zu blinzeln. "Ich denke, das solltest Du wissen, bevor wir irgend einen weiteren Schritt unternehmen." Lexi blinzelte leicht irritiert. "Ich nehm' deine Entschuldigung auch an.", erwiderte sie schließlich lächelnd und bestellte sich dann ein Frühstück, als ein Kellner an sie heran trat, bevor sie weitersprach. Sie strich Anna mit ihren Fingern sanft über ihre Hände. "Dennoch hast du mit deiner Aussage neulich bei mir auch einiges wahres angesprochen. Ich bin ein Arbeitstier, weil ich in den letzten Jahren kaum ein Privatleben hatte, es ist allenfalls eine Begründung, aber noch lang keine Entschuldigung für mein Verhalten. Im Gegenteil." Sie schwieg einen Moment, lächelte dann. "Und wieso sollte ich auf dieser Basis nicht glücklich werden? Ich habe doch von Anfang an gesagt, ich richte mich nach dir, wie du es haben möchtest. Ich hab kein Problem mit einem Techtelmechtel, einer Affäre oder wie immer du es nennen magst. Die Hauptsache ist doch eine schöne gemeinsame Zeit zu zweit." "Das ist noch so ein Punkt." Anna ließ Lexis Hände los und begann, die Kaffeetasse zwischen ihren Händen zu drehen. "Was ich meinte, als ich sagte, ich bin empfindlich, was mich angeht. Ich habe immer darum gekämpft, keine Einzelbehandlung zu bekommen, ich wollte behandelt werden, wie alle anderen. Ich will aufgrund meiner Leistungen bewertet werden, nicht aufgrund meiner Vergangenheit." Sie stellte die Tasse wieder ab und blickte Lexi an. "Und wenn Du jetzt sagst, Du richtest Dich nach mir, dann hat das für mich einen ... Beigeschmack. Es hört sich an, als würdest Du es nur meinetwegen tun." Anna war sich nicht sicher, ob sie das hätte sagen sollen und ob sie weitersprechen sollte. Lexi hatte doch bestimmt gedacht, mit ihrer Entschuldigung wäre die Verstimmung beigelegt. "Als würdest Du dabei nicht an Dich denken. Als wärst Du passiv, als würdest Du dich für mich opfern. Aber ich will Gleichberechtigung. Ich will auch Dir dienen, ich will Dir widersprechen dürfen. Ich will, dass Du mir widersprichst." Sie schüttelte den Kopf, verzog allerdings kurz das Gesicht, als ihr Nacken protestierte. "Kurz gesagt, ich will, dass Du sagst: 'Mädel, halt die Klappe, wir haben noch 5 Minuten, und mein Bett ist noch warm.'" Lexi lauschte Annas Worten und ihre Schultern sanken dabei immer mehr ab. Sie ließ schließlich ihren Kopf gen Tischplatte sinken und ließ ihn leicht auf die Platte fallen. "Ich schein auch jedes Fettnäpfchen zu erwischen in Bezug auf dich, ob ich will oder nicht." Sie hob wieder ihren Kopf an. "Und glaube mir, ich will es nicht.", setzte sie seufzend hinzu. "Glaub mir, ich würde gerne ab und zu einfach dich in mein Quartier oder sonst wohin mitnehmen, wenn wir frei haben und einfach das tun, was ich gerne möchte in dem Moment, nur würde sich spätestens am nächsten Tag ein schlechtes Gewissen einstellen. Wenn du wüsstest, wie gern ich dich an dem Abend unseres ersten Kusses einfach in meinem Quartier behalten hätte... Ich hätte nur am nächsten Morgen weder dir, noch mir in die Augen blicken können, weil ich das Gefühl gehabt hätte, dich einfach überrumpelt zu haben." Lexi blickte Anna tief in die Augen. "Versteh ich deinen letzten Worte richtig, dass du mir eine Art 'Freischein' verpasst, wenn ich irgendeine Idee habe, dass ich die dann auch ausführe, wenn es dir zu viel wird, du 'Stopp' sagst, aber im Gegenzug ebenso handelst oder handeln möchtest?" Sie sah Anna an. Anna blickte fast etwas amüsiert, als sie Lexi so zuhörte, und ein wenig geschmeichelt. Jetzt zuckte sie in einer verständnislosen Geste mit den Schultern und fragte zweifelnd: "Ich war immer der Meinung, das sei die Grundlage einer jeden zwischenmenschlichen Beziehung, Affäre oder was auch immer. Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber wenn ich einen ...", sie suchte nach dem richtigen Wort, 'Sex-Sklave' wollte sie nun nicht sagen. "... ergebenen Liebesdiener benötige, suche ich doch auf Orion oder Risa, nicht auf einem Sternenflottenschiff, oder?" Sie legte ihren Kopf schräg und sah Lexi lächelnd an, um ihre etwas vorwurfsvoll klingenden Worte zu entschärfen. Lexi schwieg einen Moment und trank einen Schluck Tee, den man ihr gerade mit ihrem Frühstück gebracht hatte. "Ich weiß nicht recht, wie ich es erklären soll.", überlegte Lexi laut. "Ich versuch's aber einfach. Ich glaube, hier sitzt ein riesiges Missverständnis auf..." Sie nahm noch einen Schluck ihres Tees. "Sicher, ich will nicht zu deiner 'Liebesdienerin' werden, aber, ohne dir damit irgendwie auf die Füße zu treten, wollte ich dir den Zeitpunkt überlassen, wann wir nun ja..." Sie blickte kurz ein wenig verlegen. "Ich wollte dir den Zeitpunkt des ersten Mals überlassen, ich hab's bisher immer so gemacht und hab es selbst damals bei mir nicht anders kennen gelernt", meinte sie verlegen. "Was?", zischte Anna überrascht und sah sich um, ob jemand an einem der anderen Tische Lexis Worte mitgehört hatte. Schön und gut, über ihre Beziehung zu reden, aber dass Lexi so deutlich wurde, hatte sie nicht erwartet, erst recht nicht an einem öffentlichen Ort. Sie spürte, wie ihre Wangen heiß wurden. "Ich weiß nicht, was Du denkst, aber ich hatte schon Sex.", sprach Anna im Flüsterton hinter vorgehaltener Hand. "Und ehrlich gesagt, Sex mit einer Frau würde ich nicht als zweites 'erstes Mal' zählen." Annas Wangen dürften inzwischen eine mehr als gesunde rosa Färbung angenommen haben. "Ich meine... ich bin auch eine Frau, also weiß ich, wie das funktioniert, nur dass man es halt zu zweit macht..." Jetzt kribbelte es bis zu Annas Haarspitzen, und sie bat inständig, dass niemand lauschte. Die Schultern sanken hinab, der Blick wurde verlegen und Lexis Gesicht überstrahlte selbst ihr rotes Haar. Sie hob ihre Hände vors Gesicht und schüttelte über sich selbst den Kopf. "Ich glaub's nicht. Je mehr ich versuche mich zu entspannen, um so mehr schein ich mich zu verkrampfen und jedes Fettnäpfchen bei dir zu erwischen, was es nur gibt.", murmelte sie seufzend. "Nein, natürlich denk ich das nicht... Es ist nur etwas anderes, als mit einem Mann zusammen zu sein. Selbst ich hab es mir anders vorgestellt.", murmelte sie. "Es ist nicht nur auf dich bezogen, bisher hab ich eigentlich immer so gehandelt, tut mir leid.", murmelte sie und wünschte sich das Loch zum darin versinken. Seit wann war sie so 'tollpatschig', so unaufmerksam? Sie kam sich gerade vor wie ein kleines Dummchen. Sie traute sich gar nicht mehr, Anna überhaupt noch anzusehen im Moment. Mit einem lauten Piepen meldete sich Annas PADD zu Wort und schien einen Ausweg aus dieser Anna überaus peinlichen Unterhaltung zu bieten. Sie warf einen schnellen Blick auf den Chronometer und sah ihre Gegenüber betroffen an. "Tut mir außerordentlich leid, Lexi, aber ich muss los. Dringend." Sie stand auf und umarmte die noch Sitzende. "Komm einfach heute abend in meinem Quartier, wir essen was leckeres, trinken, reden und schauen, was der Abend so mit sich bringt, okay?" Sie gab Lexi einen zärtlichen Kuss auf die Backe und strich ihr sanft durch die Haare. Lexi saß noch immer mit gesenktem Kopf am Tisch, als Anna nach dem Piepen und ihrer Entschuldigung sich zu ihr beugte, sie umarmte, ihr sogar einen Kuss gab. Ohne aufzusehen nickte sie und murmelte ein "Okay.". Ihr Kopf raste, sie musste irgendwie einen anderen Weg als ihren bisherigen finden, das Tapsen in die Fettnäpfchen war nicht gut, gar nicht gut! "Dann bis heute Abend, lass dich nicht stressen.", meinte sie noch als Verabschiedung, hatte die Umarmung nur schwach, den Kuss gar nicht erwidert, da ihre Gedanken schon nach einem Ausweg suchten. Zögernd machte sich Anna auf den Weg. Das ganze war ein großer Fehler gewesen, sie hätte das Gespräch auf heute Abend verschieben sollen, wenn sie beide mehr Zeit gehabt hätten. Aber woher hätte sie wissen sollen, dass ihr Gespräch so weit gehen würde. --- Korridore Den Blick fest auf den Boden gerichtet ging Anna mit schnellen Schritten durch die Korridore, als könnte sie vor ihrem schlechten Gewissen davonlaufen. Bis sie am Büro des Quartiermeisters ankam. Das Piepen vorhin hatte sie an diesen Termin erinnert, bei dem sie sich erkundigen wollte, ob die Unterbringung und Versorgung der evakuierten Crew reibungslos funktioniert hatte. --- Deck 3, Quartier Yates James brauchte an diesem Morgen etwas länger, um sich im Bad fertig zu machen. Lange stand er unter der Dusche und ließ das Wasser auf sich prasseln und seinen Körper herunter laufen, während er an den Abend und Deirdra dachte. Einen Teil der Gedanken und Emotionen konnte er mit abduschen. Es war schon immer seine Kunst gewesen sich nicht übermäßig seinen Gefühlen hingeben zu lassen und sie im richtigen Augenblick unterdrücken zu können. Doch beim Frühstück in seinem Wohnzimmer, an dem kleinen Tisch auf dem Sofa sitzend, kam es dann doch wieder. Die Gedanken und die Gefühle. Den Kaffee und den Orangensaft hatte er ganz ausgetrunken, genau wie die Brötchen. Den Joghurt mit Früchten stellte er halbvoll zurück. Zog sich die Uniformjacke über und verließ das Quartier. Aufgeräumt würde später. --- Korridore Eine längeres Gespräch später und mit der Gewissheit, dass alles reibungslos geklappt hatte, verließ Anna den Quartiermeister wieder und machte sich auf den Weg zur Brücke. --- Deck 10, Arrestzellenbereich Shakkle hatte erstaunlich schlecht geschlafen, was wohl daran lag, dass er diesmal seine Schlafhilfe nicht genommen hatte. Nach weniger als vier Stunden Albträume, stand er auf. Er ging schwimmen in den Schiffspool, welchen er nur für sich hatte. Das Schwimmen entspannte ihm und nach zwei Stunden, fühlte er Hunger, beschloss aber vorher bei seinen Leuten, die die Cardassianer bewachten, vorbei zu schauen. Im Arrestbereich angekommen, sah er zur Begrüßung die erstaunten Blicke der Nachtschicht. Lag es daran, dass es noch früh war oder weil er nur ein Trainingsanzug trug? Unwichtig... Shakkle fragte den Diensthabenden und hörte, dass es keine Vorfälle gab und wollte schon wieder gehen, als ihm die cardassianische Befehlshaberin einfiel. Er ging zu der Zelle und sah die zusammengerollte Gestalt. Ohne die Frau aus den Augen zu verlieren, tippte er den Zugangscode und das Sicherheitsfeld löste sich auf. Der Sicherheitschef ging rein und legte sanft seinen Handrücken auf die Wange der scheinbar schlafenden Frau. Sie fühlte sich kühl an, was ein schlechtes Zeichen war. Er suchte die Halsschlagader und stellte bald fest, dass auch der Puls zu niedrig war. "Computer erhöhe die Temperatur auf plus 50 Grad Celsius und vermindere die Luftfeuchtigkeit auf 10 Prozent.", befahl er und fühlte wie die Temperatur schnell anstieg. Die ersten Sekunden waren ein sanftes Kribbeln, doch Ijaras Bewusstsein war noch nicht wach genug, um es wahrzunehmen. Erst als sich Nadeln in ihr Fleisch zu bohren schienen und ihre Haut brannte wie Feuer, riss sie mit einem markerschütternden Schrei die Augen auf: "Gaaahh-aahahhaaaa!" Es ging zu schnell, die Temperatur war zu hoch, sie war zu schnell nach oben geschossen. Ihr Blut war heiß, kalt, alles zusammen, ihr Herz raste, setzte aus, schlug unregelmäßig, war aus dem Takt. Ijara rang nach Luft, japste zwischen Schreien und Stöhnen. Das warme Blut schoss durch ihre Adern wie flüssiges Eisen. Ihre Muskeln waren darauf noch nicht vorbereitet, sie zuckten unkontrolliert und Ijara wand sich in Krämpfen, ihr Rückgrat und ihre Gliedmaßen bogen sich in unmöglichen Winkeln. Ihr Kopf fühlte sich an, als wollte er platzen, bis sie nur noch Sterne sah und alles wieder in Dunkelheit versank. Ijaras Körper wurde weiter von Krämpfen geschüttelt, doch seit davon ihr Kopf gegen die Zellenwand geschleudert worden war, bekam sie nicht einmal mehr mit, wie ihr das Blut aus der Platzwunde in die Augen lief. Die Reaktion auf die Temperaturerhöhung kam schlagartig und überraschte Shakkle, der eine Spur zu langsam reagierte und die Frau zu spät auffing. Die starken Krämpfe führten zur einer Platzwunde an ihren Kopf und während er sie festhielt, schalt er sich im Gedanken: 'Sie ist kein Wechselblüter, du Tor. Ihr wurde schneller warm, als Du geschätzt hast...' Er rief einen seiner Leute und befahl ihm ein Erste-Hilfe-Set zu holen, während er versuchte die Frau daran zu hindern, sich unbewusst zu verletzten. Sie war stark, aber er hielt sie fest und redete auf sie leise und beruhigend ein, bis die Krämpfe nachließen. Behutsam legte er sie auf den Rücken, versorgte die Kopfwunde und wusch dann das Blut von ihrem Gesicht. --- Deck 1, Hauptbrücke, 9:00 Es hatte länger als gewöhnlich gedauert, um zu seinem Arbeitsplatz zu kommen. Er war verschlungene Wege durch die Korridore des Schiffes gegangen und sich mit vielen Leuten unterhalten. Die Besorgnis über die Situation war zu spüren und es tat gut doch die Zuversicht der Crew zu hören. Sein Schreibtisch im Bereitschaftsraum war erwartungsgemäß voll mit Berichten und Nachrichten über die Fortschritte der Arbeiten an den Schäden beider Schiffe. Doch an Arbeit, an Berichten und Papieren konnte er wahrlich gerade nicht denken und drückte sich tief in den Captain's Chair in der Mitte der Brücke und starrte auf den Schirm. Es wäre jetzt interessant zu wissen, wie weit die Reparaturen wären und das stand sicher in einem der Berichte. Aber Fragen kostete ja nichts. "Brücke an Maschinenraum. Status der Ticonderoga?" --- Maschinenraum, 9:00 "Hier Maschinenraum, Ensign Perel. Heute müssen die Feinarbeiten erledigt werden, um die Ticonderoga wieder flugfähig zu machen. Der Überlebensraum des Schiffes konnte gestern wieder sichergestellt werden. Es werden keine Kraftfelder mehr benötigt, um die Atmosphäre im Schiff zu halten. Doch ein Großteil der Leitungen muss repariert werden. Bis heute Abend sollte die Ticonderoga aber wieder in der Lage sein, die nächste Sternenbasis anzufliegen.", gab Dan den Status der Ticonderoga-Reparaturen durch. Er wollte gerade selbst mit einem Team auf das beschädigte Schiff beamen, um Balakka und deren Leute zu unterstützen. --- Deck 1, Hauptbrücke "Ensign Perel, ich hatte gehofft bereits gegen Mittag die Position zu verlassen, um die Kolonie anzufliegen. Wir gehen davon aus, dort auch technische und medizinische Unterstützung leisten zu müssen, bis die Cardassianer eintreffen. Können wir die Reparaturen irgendwie beschleunigen?" --- Maschinenraum "Bei allem Respekt, Commander, aber ich kalkuliere bereits mit den Technikern der Ticonderoga und unseren eigenen. Wir können vielleicht eine oder zwei Stunden herausholen, aber eine Fertigstellung bis Mittag ist illusorisch.", erwiderte Dan auf die Frage des Kommandanten. --- Deck 1, Hauptbrücke "Ob meine Vorstellungen des Arbeitsfortschrittes der Realität entsprechen, werte ich gerne selber und ich bin meist sehr glücklich wenn die Realität nahe an dem Wunsch liegt. Deadline ist 15 Uhr, halten Sie mich auf dem laufenden. Brücke Ende." konterte James gelassen, schloss den Kanal, stand auf und sah sich auf der Brücke um. "Lieutenant", wandte er sich an eine ihm bis dahin unbekannte vulkanische Offizierin an der Taktik "Sie haben die Brücke, ich bin in meinem Raum." --- Maschinenraum Der Kanal war bereits geschlossen, und die Gruppe war gerade vollzählig versammelt. "Na gut, dann bis fünfzehn Uhr. Ich denke, wir fangen damit an, dass die Energiekreisläufe wieder soweit in Ordnung gebracht werden. Parallel dazu sollten die wichtigsten Brückenkontrollen überprüft und gegebenenfalls repariert werden. Ich denke, bis vierzehn Uhr sollten wir soweit sein, um die abschließenden Tests in Ruhe auszuführen.", gab er kurz den Tagesbefehl für 'seine' Techniker aus, doch eine Warnung musste er aufgrund eines kleinen Vorfalls am Vortag anbringen, "Ach ja... das letzte Wort hat Lieutenant Balakka. Wenn sie Sie anderen Ortes dringender benötigt, dann sollten Sie sich dort auch einfinden. Schließlich kennt sie ihre Ticonderoga besser, als wir." Nachdem keine Widerworte kamen, ging es schließlich los - auf die Ticonderoga. --- USS Ticonderoga, Deck 7, Maschinenraum Das Team wurde direkt in den Maschinenraum gebeamt, wo man bereits geschäftig zu Werke ging... "Guten Morgen, Ensign Perel." Mimiemar, die hier schon eine halbe Stunde zugange war, kam auf den Bajoraner zu. "Schön dass Ihre Leute da sind, dann können wir wieder richtig loslegen, ich hab da noch einiges vor mit Ihnen allen." Sie zwinkerte Dan zu. Gestern hatte es einen kleinen Zwischenfall gegeben, der darin resultierte, dass Balakka zwei der Victory-Techniker durch die Mangel gedreht hatte, als sie auf eine Bestätigung ihrer Chefin bestanden hatten, bevor sie Befehle von Balakka annahmen. Für heute sollte das geklärt sein. "Als erstes nehmen sich ihre Leute die Brücke vor, testen die Konsolen und stellen alle notwendigen Verbindungen wieder her. Das sind alles Standardkomponenten, die sollte jeder kennen. Sie kommen am besten mit mir, die restlichen Schäden müssen noch klassifiziert werden: was mit der Reparatur noch warten kann, war wir alleine hinkriegen und wofür wir noch die Unterstützung der Victory benötigen. Zu zweit geht das wesentlich schneller." Wie zu erwarten war, kam es zu keinen Widerworten. Dans Leute schwärmten aus, um die Brücke wieder ans Laufen zu bekommen. "Heute sollten wir keine Probleme haben.", meinte der Bajoraner mit einem Grinsen, wurde wieder ernster, "Nun, ich habe mir die Daten angesehen, die Lieutenant Riddick mit auf die Victory gebracht hat. Zuerst sollten wir die Energiekreisläufe in Ordnung bringen und die Datenleitungen zwischen Brücke und Maschinenraum reparieren. Was machen eigentlich die Schildgeneratoren? Sind ausreichend Ersatzteile an Bord? Ansonsten müssten wir welche von der Victory anfordern." Balakka nahm Perel mit zu einem Situationsdisplay, auf dem Schäden und Reparaturteams koordiniert wurden. Es war einfach praktischer, die Daten vor sich zu haben, während man darüber sprach. "Ich nehme mal an, ihr Team ist in spätestens zwei Stunden mit der Brücke fertig, ich schicke ihnen dann jemand vorbei, der sie zur Reparatur der Datenleitungen anleitet. Die sind etwas knifflig verlegt, da geht viel Zeit alleine für Tests drauf." Nebenher blendete sie den Verlauf der Leitungen ein, damit sich Perel ein Bild davon machen konnte. "Die Schildgeneratoren sind über Nacht soweit repariert worden, einen Flug durch Föderationsgebiet sollten wir unternehmen können. Jetzt laufen noch die Abstimmungen der Geometrie." Sie blickte quer durch den Maschinenraum und sah dort ihren Stellvertreter weiterhin an der Konsole stehen, vermutlich tief in Formeln zur Schildgeometrie vertieft. "Eine Ersatzteilbestellung bekommen Sie sowieso noch.", fuhr sie grinsend fort. "Aber jetzt brauche ich Sie erst einmal auf der Krankenstation." Sie drückte ihm ein PADD und eine kleine Holokamera in die Hand. "Schadensaufnahme." Dann berührte Sie die entsprechende Stelle auf dem Display, noch eine weitere schnelle Kombination... --- USS Ticonderoga, Deck 4, Krankenstation ... und die beiden materialisierten 3 Decks höher inmitten der chaotisch aussehenden Krankenstation. "Meine Füße tun mir jetzt noch von gestern weh.", kommentierte sie Perels überraschten Gesichtsausdruck. "Tja, so ist schon mal sichergestellt, dass die Transporter funktionieren.", erwiderte Dan und sah sich um. Die Biobetten standen zwar noch an ihrem Platz, aber alles, was nicht niet- und nagelfest war, lag verstreut auf dem Boden herum. Außerdem hatten sich kleinere Gegenstände wie Hyposprays in Geschosse verwandelt und einige Konsolen zerstört. Immerhin funktionierten einige Leuchtelemente noch und tauchten die Krankenstation in diffuses, unregelmäßiges Licht. Ein paar Elemente flackerten, was deren baldigen Ausfall ankündigte. Für eine Bestandsaufnahme sollte es dennoch reichen. "Na schön, wir brauchen schon mal einige Konsolen und neue Leuchtelemente. Schauen wir mal, ob irgendwelche Energieleitungen geflickt werden müssen.", meinte der Bajoraner und scannte die Wände der Krankenstation. Die Schäden sollten sich aber in Grenzen halten. Einige kleinere Leitungen waren geplatzt, und drei Verteiler waren fällig. Das Aufräumen war der größte Posten in der Zeitplanung. "Zuerst sollte hier aber mal Klar Schiff gemacht werden. Ich denke, Bowers und Mital wären prädestiniert dazu.", schlug er vor. Die beiden hatte er nicht umsonst genannt, denn sie brauchten dringend Motivation, ihre tägliche Arbeit zu schätzen zu lernen. Außerdem waren die beiden es, die den Vorfall am vorigen Tag ausgelöst hatten. Mimiemar grinste. Sie war nur ein schwacher Empath, aber dass hinter diesem Vorschlag einige Hintergedanken lauerten, entging ihr nicht. "Sie haben die beiden mitgebracht, oder?", vergewisserte sie sich kurz und berührte dann den Kommunikator. "Balakka an Bowers, Balakka an Mital. Finden Sie sich sofort in der Krankenstation ein." und ein zweites Mal: "Balakka an Dr. Rajam.", kontaktierte sie den Bordarzt. "In etwa einer halben Stunde, können sie die Krankenstation wieder betreten." Das war eine sportliche Schätzung, aber von medizinischer Seite sollte hier auch schnellstens Überblick geschaffen werden. Eventuell musste die Victory auch hier als Ersatzteillager für das nötigste herhalten. Sie sah sich noch etwas weiter um, erfasste die Schäden im Detail, priorisierte sie und schickte Beschreibungen und Holovids an die verschiedenen Reparaturteams. Im Vorbeigehen zog sie ein Hypospray aus der Konsole, in der es steckte. "Nicht auszudenken, wie es hier aussähe, wenn noch Patienten hier gewesen wären." Automatisch steckte sie es in eine vorgesehene Halterung und prüfte gleich darauf, wie fest es saß. Sie schüttelte den Kopf. "Ich glaube, die Krankenstation sollte ich auf der Generalüberholungsliste ganz nach oben rücken. Und einen Vorschlag für weniger massive Hyposprays ausarbeiten." Sie wog es noch einmal in der Hand. "20 Gramm lassen sich da bestimmt noch rausholen." Sie wandte sich wieder an Perel. "Sind sie auf dem Laufenden, was gerade Stand der Technik ist?" "Die Medizintechniker haben sich nicht zurückgehalten auf der Akademie.", erwiderte Dan. Außerdem war dies nicht die erste Krankenstation, die er zu reparieren hatte. "Im letzten Jahr habe ich die Kurse nachgeholt, die mir zum Offizierspatent gefehlt haben. Mein alter Captain hatte mich dafür vorgeschlagen.", fügte der Bajoraner zur Erklärung an, denn wie ein Frischling von der Akademie sah er nun nicht mehr aus. Da kamen schon die beiden angeforderten Techniker. "Das ging aber schnell, meine Herren.", meinte Dan anerkennend, "Sie werden hier jetzt mal arbeitsfähige Bedingungen herstellen. Alles, was intakt ist, kommt in intakte Gerätewagen, und zwar in der vorgeschriebenen Anordnung.", erklärte er den Technikern die bevorstehenden Aufgaben und blickte in entgeisterte Gesichter, doch allzu sehr störte es den Bajoraner nicht, denn er erklärte weiter, "Der Arzt mag zwar seine Gerätschaften überprüfen, aber es macht sich besser, wenn wir da an der Stelle mitdenken. Nicht mehr verwertbare Trümmer schichten Sie da in der Ecke auf", Dan deutete in die Ecke links vom Schott, "um sie später in einem Aufwasch wegbeamen zu lassen. Sorgen Sie dafür, dass die übrigen Wände frei bleiben. Es müssen später einige Leitungen und Verteiler ausgetauscht werden, und da hätte ich gerne genug Platz zum Arbeiten. Die bestückten Gerätewagen stellen Sie einfach vor das Fenster zum Büro des Chefarztes. Da sollten sie am wenigsten stören." "Sie haben's gehört, an die Arbeit.", fügte Balakka hinzu. "In einer halben Stunde kommt medizinischen Personal vorbei, bis dahin sollte alles begehbar sein." Dann wandte sie sich wieder an Perel. "Ich habe in dieser Hälfte alles erfasst. Wenn Sie soweit sind können wir zu den wissenschaftlichen Laboren weiterziehen. Dort sieht es wahrscheinlich ähnlich aus. Unterwegs will ich noch die Rettungskapseln persönlich durchchecken. Auch wenn ich hoffe, dass wir sie nicht mehr brauchen werden, will ich doch auf Nummer Sicher gehen." "Ich bin auch soweit.", erwiderte Dan, während die beiden Techniker damit begannen, sich Wege frei zu schaufeln. Sicher, das war nicht die Arbeit, die sie sich vorgestellt hatten, aber noch einmal einen Zwischenfall wollten sie nicht riskieren. --- Deck 10, Arrestzellenbereich Es dauerte fast zehn Minuten, bis Ijara sich beruhigt hatte und still liegen blieb. Ihr Haar war von kaltem Schweiß an die Stirn geklebt und jede Zelle ihres Körpers schmerzte. Sie atmete schwer, aber gleichmäßig. Probeweise versuchte sie die Finger ihrer rechten Hand zu bewegen. Öffnen und Schließen. Wenn auch kraftlos, gehorchten sie dennoch ihrem Befehl. Daraufhin beschloss sie, vorsichtig ihre Augen zu öffnen, nur einen Spalt weit. Das Licht, es war viel zu hell, als wollte es ihre Netzhaut versengen. Sie stöhnt auf und kniff die Augen wieder zusammen. Einige Sekunden später war das Gefühl der Blendung soweit zurückgegangen, dass sie überlegen konnte, was sie gesehen hatte. Über ihr war eine Lampe gewesen, eine Decke. Außerdem war dort ein Schatten gewesen, jemand hatte sich über sie gebeugt, ein Mann. Aber wo war sie, was sollte sie hier? Ein Gefühl der Desorientierung überkam sie, sie bemühte ihr Gedächtnis, um ihre letzten Erinnerungen wieder aufzurufen, doch das Denken fiel ihr schwer, es ging so langsam. "Wo - bin - ich?" Wort für Wort zwang sie schließlich holpriges Cardassianisch über ihre rauen Lippen. Shakkle bemerkte die tränenden Augen und wollte grade dem Schiffscomputer befehlen, die Lichtstärke zu vermindern, als er die leise Frage der Frau hörte. Er verstand die Worte nicht, aber vermutete, sie fragte nach ihren Standort. "Licht um die Hälfte reduzieren.", befahl er leise, fuhr mit einen feuchten Lappen über die rauen Lippen der Cardassianerin und sagte: "Sie befinden sich an Bord der USS Victory. Möchten Sie etwas trinken?" Ijaras Gedanken rasten im Schneckentempo. 'USS Victory', die Worte hatte sie bereits gehört, der Mann sprach Föderationsstandard. Als die Helligkeit durch ihre Augenlider nicht mehr so stark erschien, öffnete sie sie vorsichtig wieder und blickte sich um. Sie hatte anfangs etwas Probleme, ihre Augen zu fokussieren, bekam es dann aber in den Griff und die Welt war nicht mehr ganz so verschwommen. Der Mann war eindeutig ein Föderationsbürger, ein Mensch oder so etwas in der Art. Er trug etwas, das sie nicht ganz einordnen konnte, wenn es eine Uniform war, dann keine ihr bekannte. Sie blickte sich weiter um. Die Wände und die Decke, soweit sie sie erkennen konnte, waren kahl und in einem hellen Grau gehalten. 'Sternenflottenstandard.', schoss ihr durch den Kopf. Natürlich, die USS Victory war ein Schiff der Sternenflotte. Wie ein Wasserfall stürzten jetzt die Eindrücke wieder auf sie ein. Der Überfall, wie sie das kleine Schiff fast erledigt hatten, die USS Victory, die dazwischen kam. Der Transport hierher, der Gul - dieser widerwärtige Kollaborateur, der Verrat ihrer eigenen Mannschaft! Und Kälte, eine Eiseskälte, die sie erfasst hatte. Lag es am Gedanken an diesen erbärmlichen Haufen, der sich ihre Mannschaft nannte, oder an der Vorstellung, etwas zu trinken, eines der beiden ließ ihren Magen rebellieren. Sie presste die Lippen fest aufeinander, und atmete mit geschlossenen Augen tief durch. Nach einigen Sekunden öffnete sie die Augen wieder und schüttelte langsam den Kopf. "Nein." Auch wenn das Raspeln ihrer Stimme etwas anderes sagte, lehnte sie das Trinken doch ab. Sie würde sich die Schmach ersparen, vor den Augen des Sicherheitschefs hustend und würgend ihren Mageninhalt auf dem Zellenboden zu verteilen. Shakkle beobachtete die cardassianischen Gesichtszüge, konnte aber nicht viel daraus lesen, denn die Körpersprache war zu fremdartig. Er erkannte nur, dass sie noch immer Schmerzen hatte, aber das war zu erwarten. Doch in den Augen schimmerte plötzlich Erkenntnis... 'Sie kann sich wieder erinnern. Sie weiß wieder, wo sie ist.', vermutete er. "Fühlen Sie Übelkeit? Es liegt wahrscheinlich an der Kältestarre aus der ich Sie leider etwas abrupt geholt habe. Wollen Sie sich etwas aufrichten? Ich werde einen Mediziner bitten nach Ihnen zu sehen.", sagte er. 'Kältestarre?', fragte sich Ijara. Sie hätte nicht darauf gezählt, dass diese archaische Überlebensstrategie wirklich noch verlässlich war, doch es ergab einen Sinn. In Ihrem Leben war sie bereits zweimal in Kälteschlaf versetzt worden, und jetzt erkannte sie die Ähnlichkeiten zu ihren derzeitigen Empfindungen, wenn es damals auch um ein vielfaches weniger intensiv gewesen war. Wortlos versuchte sie sich auf ihre Ellbogen aufzurichten. Ihre Arme waren immer noch kraftlos, doch wenn es so war, wie nach dem Erwachen aus dem Kälteschlaf, sollte sie schleunigst versuchen, ihre Muskeln zu aktivieren. Sie zitterte vor Anstrengung, kaum dass sie ihren Kopf vom Boden hob. Der Sicherheitschef griff ungefragt ein und nach einem weiteren Kraftakt war ihr Oberkörper in sitzender Position, gegen die Pritsche gelehnt. Nach einer Verschnaufpause schaffte sie es, ein Bein aufzustellen, doch dann ließ sie ihren Kopf erschöpft nach vorne sinken und biss die Zähne aufeinander. Ihr Magen fühlte sich keinen Deut besser an und jetzt gesellte sich noch Schwindel dazu. "Ein Arzt...", begann sie langsam. "... wäre vielleicht keine... schlechte Idee, um mich... wieder ver-... vernehmungsfähig zu kriegen." Sie ließ den Kopf nach hinten sinken. Ihre Augen waren weiterhin geschlossen, aber ihr Mund zeigte jetzt ein schiefes Grinsen. Ijaras Kraft war noch nicht wieder hergestellt, ihr Galgenhumor dagegen wachte langsam auf. Shakkle schüttelte seinen Kopf. 'Starrsinnig wie ein Cardassianer. Jetzt verstehe ich den Spruch von Ferat richig.', dachte er im Anflug einer Erheiterung. "Nun wenn ich der Gul wäre, würde ich den Teufel tun und keinen Arzt holen. Ich bin aber eben kein Inquisitor, foltern liegt mir nicht. Da ich jedoch im Töten ausgebildet wurde, kenne ich auch Schwachstellen potenzieller Ziele. Sie haben noch immer Krämpfe... und meine Aktion hat Sie fast umgebracht, was die Mediziner auf die Palme bringen wird. Aber man muss sich eben seinen Feinden stellen...", sagte er und tippte auf seinen Kommunikator: "Arrestbereich an Krankenstation, wir brauchen hier ein Medo-Team um Folgen einer Kältestarre zu behandeln, Reszko Ende." "Sie irren sich.", antwortete Ijara langsam. Ihre Kehle war und blieb trocken, doch mit jedem Wort, dass sie sagte, fiel ihr das Sprechen leichter. "Auch ein Inquisitor würde einen Arzt rufen." Sie legte eine kurze Verschnaufpause ein und drehte ihren Kopf so weit, dass sie den Sicherheitschef mit wenigstens einem Auge betrachten konnte. "Das Opfer..." zitierte sie aus dem Handbuch. "...darf niemals so schwach werden, dass es ... durch Aufgabe des Lebenswillens ... sterben kann." Ijara schloss die Augen wieder. Sprechen strengte doch mehr an, als sie dachte. Zur Abwechslung versuchte sie jetzt ihr zweites Bein aufzustellen, aber musste auf halbem Weg mit schmerzverzerrtem Gesicht aufgeben und ließ es wieder schlaff nach unten rutschen. Er wendete sich wieder der Frau zu: "Wir wissen, dass Sie den Angriff befehligt haben, die Frage ist nur ob Sie sich vor einen Föderationsgericht verantworten werden, oder ob Sie mit der restlichen Crew an ihre Landsleute überführt werden... Ich will nur eines wissen. Wie gelang es ihrem Schiff unsere Energieversorgung so durcheinander zu bringen, dass es zur einer Kaskade kam?" Er dachte dabei an die verheerende Explosion der Kampfbrücke, welche wie er vermutete durch eine gravierenden Störung der Energieversorgung zerstört wurde. Sie ließ sich während der Erholung ein wenig Bedenkzeit. Der Sicherheitschef hatte davon gesprochen, dass sie eventuell vor der Föderationsgerichtsbarkeit angeklagt werden würde. Seit Ijara der 'Bewegung für ein wahres Cardassia' beigetreten war, war sie vorbereitet gewesen auf Gefangennahme, Folter, Demütigung und war bereit, für Ihre Überzeugungen hocherhobenen Hauptes den Märtyrertod zu sterben. Doch jetzt war sie auf einem Föderationsschiff - war sie bereit, in der Vergessenheit hinter den Mauern eines Straflagers zu versinken, konfrontiert mit Psychologen, Beschäftigungstherapeuten und hellen freundlichen Farben? War es das, wofür sie gekämpft hatte? Sie war so in Gedanken versunken, dass sie den letzen Satz des Sicherheitschefs nur mit halbem Ohr mitbekommen hatte. Sie drehte ihren Kopf weiter zu ihm und sah ihn aus schmalen Augen an. "Eine Kaskade?", krächzte sie und begann zu grinsen. "Es hat also funktioniert..." Sie lehnte den Kopf wieder zurück und begann rauh und kehlig zu lachen. Ein Fehler, wie sich herausstellte, als sie von Bauchkrämpfen und Hustenanfällen geschüttelt zur Seite auf den Boden kippte. In seinen Augen blitzte Wut auf, als ihm klar wurde, dass die Frau gerade die Schuld am Tod von drei Leuten zugab, mehr noch sie war stolz darauf. Er dachte an Lieutenant Loraya, die wahrscheinlich bereits ihren Verletzungen zum Opfer gefallen war. Sie war eine seiner Leute und Shakkle unterdrückte nur mit viel Mühe den Wunsch der Cardassianerin einen schmerzhaften Abgang zu verschaffen. 'Du darfst es nicht, du bist der Sicherheitschef der Victory und sie ist eine wehrlose Gefangene.', dachte er 'Aber sie hat eine von meinen Leuten auf dem Gewissen...' Seine Hände ballten sich zu Fäusten, als er einen inneren Kampf mit sich selbst focht. 'Du bist psychisch angegriffen und kannst nicht rational entscheiden. Ja sie ist schuldig, aber du bist kein Richter und Vollstrecker... nicht hier.' Er schloss die Augen atmete tief durch und kriegte sich wieder ein. Er half der Frau sich wieder aufzurichten und fragte sich, wieso sich das Medoteam so Zeit ließ. --- Deck 7, Krankenstation Lexi hatte gerade die Krankenstation betreten, als der Ruf des Sicherheitschefs eintraf. Dadurch, dass er die Verbindung gleich wieder getrennt hatte, hatte Lexi einen Moment Zeit nachzudenken. 'Kältestarre? Was zum Teufel machen die da unten mit den Gefangenen?' Und glaubte der Terraner ernsthaft, dass sie problemlos die Folgen einer Kältestarre im Arrestbereich behandeln konnten? Sie hielt einen Pfleger an, der vorbei huschte. "Bereiten Sie eines der Einzelzimmer im oberen Bereich für ein Opfer einer Kältestarre vor. Der Raum sollte über ein Sicherheitskraftfeld verfügen, dass uns unsere Sicherheitler nicht aufs Dach steigen", begann sie die Anweisungen. "Informieren Sie Dr. Miller, dass wir einen Erfrierungsfall rein bekommen. Ich bin im Sicherheitsbereich, um den Transport vorzubereiten." Der Pfleger nickte etwas irritiert, machte sich dann aber doch an die Arbeit. Auf dem Weg nach oben baute er eine kurze Verbindung zu Miller auf. Lexi war derweil an den Schrank mit der Ausrüstung getreten und hielt einen Moment inne. Das Gespräch mit Anna hatte sie noch immer fest im Griff, gefrühstückt hatte sie bis auf eine Tasse Tee auch noch nicht, dafür drehte sich ihr Magen zu sehr. Schließlich griff sie das Medokit und machte sich auf den Weg zu den Arrestzellen. --- Deck 10, Arrestzellenbereich Lexi blickte sich suchend um. "Hallo?" --- Deck 8, Krankenstation, Büro der Chefärztin Shyla saß in ihrem Büro und war mit Verwaltungskram beschäftigt. Dieser Papierkrieg war ihr zuwider, aber es half ja leider alles nichts. Deshalb war sie froh, als sie gerufen wurde. 'Ein Erfrierungsunfall? Seltsam.', wunderte sie sich. Aber das würde sich bestimmt aufklären. "Sagen Sie mir Bescheid, sobald er eingetroffen ist. Und bereiten sie oben einen geeigneten Raum vor.", antwortete sie dem Pfleger. Der Pfleger nickte. "Dr. Haris hat das bereits angeordnet, es soll auch ein Raum sein, den die Sicherheit überwachen kann, da es sich wohl um einen Gefangenen handelt.", erklärte er kurz, bevor er sich abmeldete um den Raum vorzubereiten. --- Deck 8, Krankenstation, Isolationszimmer Er senkte die Raumtemperatur in den Bereich unter 15 Grad, das war für den Erfrierungsfall sicherlich noch zu warm, aber angenehmer, als würde er die Temperatur auf normalem Niveau lassen. Dann bereitete er mehrere wärmende Lösungen vor und mögliche zu benötigende Medikamente. --- Deck 10, Arrestzellenbereich Lexi schritt langsam die einzelnen Zellen ab, aber nirgendwo entdeckte sie den Sicherheitschef, zumindest nahm sie an, dass er bei dem Patienten war, bis sie eintraf, allenfalls würde sie dem unsensiblen Kerl erst recht eine Predigt halten. Warum hatte er den Patienten nicht gleich überstellen lassen? Lexi schüttelte den Kopf, als sie schließlich endlich leise die Stimme des Sicherheitschefs vernahm. Sie schritt zielstrebiger in die Richtung. Schließlich fand sie eine Cardassianerin an eine Pritsche gelehnt, sie wirkte etwas kraftlos auf Lexi, also vermutete sie, dass das die Patientin war, während der Sicherheitschef daneben hockte. "Sie hatten gerufen?" fragte sie etwas streng und blickte den Sicherheitschef an, während sie den Tricoder aus der Tasche zog und die Cardassianerin scannte, wobei sie näher heran trat. Als Ijara die neue Stimme hörte, öffnete sie erschöpft die Augen. Das vom Sicherheitschef gerufene Team schien aus der rothaarigen Ärztin zu bestehen, die bereits gestern kurz hier gewesen war. Das Fiepen und Blinken des Tricorders empfand sie als äußerst irritierend, aber sie hatte gerade andere Sorgen, also folgte der Ärztin nur noch mit den Augen und versuchte ruhig weiterzuatmen und sich zu konzentrieren, vielleicht half es, die Krämpfe verebben zu lassen. Lexi trat näher und ging schließlich vor der Cardassianerin in die Hocke, steckte schließlich ihren Tricorder weg und griff nach einem Hypospray, mit dem sie die Kreislauffunktionen der Frau etwas aufpäppeln konnte, bis sie auf der Krankenstation waren. "Schicken Sie jemanden von Ihren Leuten auf die Krankenstation, sollte Ihnen ein Kraftfeld nicht reichen.", sprach sie Reszko an, ohne ihn anzusehen, ihre Konzentration lag bei der Cardassianerin. "Hier kann ich die Schäden unmöglich behandeln, eigentlich wäre es Ihre Pflicht gewesen, gleich einen Transport in die Krankenstation zu veranlassen, aber den Rest überlasse ich Doktor Miller.", erklärte sie und tippte ihren Kommunikator an. "Haris an Krankenstation, ist alles für den Erfrierungsfall bereit?" Sie wartete einen Moment, bis der Pfleger schließlich sein OK gab. Sie ließ einen Transport initiieren und kurze Zeit später waren sie schon in dem Isolationszimmer. Widerstrebend hatte Ijara sich das Hypospray an den Hals setzen lassen. Berührungen von Nicht-Cardassianern empfand sie als äußerst unangenehm. In diesem Fall war es leider notwendig. Das Hypospray zeigte schnell Wirkung, auch wenn Ijara sich nicht sicher war, ob es die erwünschte war. Kurz bevor sie dematerialisierten, spürte sie wie sich ihr Herzschlag beschleunigte und ihr Kopf im gleichen Takt pulsierte. --- Deck 8, Krankenstation, Isolationszimmer Lexi half der Cardassianerin auf das Biobett und kurze Zeit später war schon der Scan am Laufen. Schon wieder fasste diese Ärztin sie an. Ijara erschauerte und versuchte möglichst aus eigener Kraft auf die Liege zu kommen. Ihr Körper protestierte heftig gegen diese Anstrengung. Ihr Herz schlug bis zum Hals, ihre Muskeln brannten und für eine Sekunde wurde ihr schwarz vor Augen. Im ersten Moment dachte sie, es lag daran, dass ihr auf einmal wieder kalt wurde, doch nachdem einige Atemzüge ihre Lunge mit eiskalter Luft gefüllt hatten, und sie am ganzen Körper zu zittern begann, wurde ihr klar, dass irgendein Idiot vergessen hatte, die Raumtemperatur an ihre Bedürfnisse anzupassen, sie fühlte sich fast wieder in das Verhörzimmer zurückversetzt. Zwischen klappernden Zähnen stieß sie zynisch hervor: "Wollen Sie mich umbringen? Ich dachte Ärzte retten Leben." Lexi blickte von den Werten auf die Cardassianerin, als diese sie ansprach. 'Anna würde sich bestimmt freuen, wenn es von euch einen weniger gäbe.', schoss es ihr durch den Sinn, aber sie versuchte die Gedanken an Anna zu verdrängen, sie hatten hier jetzt nichts zu suchen und würden sie allenfalls dazu verleiten einen Fehler zu machen, weil ihre Gedanken zu abgelenkt waren. "Natürlich nicht, entschuldigen Sie.", antwortete Lexi und griff eine der wärmenden Decken, legte sie über die Patientin, so dass sie von den Füßen bis zum Kinn damit bedeckt war. Dann wies sie den Computer an, die Temperatur langsam der geeigneten Temperatur für Cardassianer anzupassen. 'Auch wenn das dann erst mal heiß hier drin wird', dachte sie, aber das Leben der Patientin war wichtiger. Sie griff eine angewärmte Elektrolytlösung und verabreichte diese der Patientin. "Es sollte Ihnen langsam wärmer werden. Haben Sie sonst noch irgendwelche Beschwerden?" Freundlich sah Lexi auf die Patientin runter. Allmählich hörte Ijara auf zu zittern, die Decken und was auch immer die Ärztin in ihre Venen pumpte, zeigten Wirkung. Einzig dieses freundliche Gesicht war irritierend. Es erschien ihr auf eine bestimmte Art unprofessionell. Patient und Arzt, beiden war klar, warum sie miteinander zu tun hatten und beide hatten den Anspruch, dass die Situation mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen wurde. Dementsprechend kam Ijara jetzt ihren Pflichten als Patient nach. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf ihren Körper. "Meine Muskeln brennen, die Krämpfe haben nachgelassen.", begann sie ihre Analyse, die Augen immer noch geschlossen. "In den meisten Gelenken empfinde ich dumpfe Schmerzen. Meine Haut ist überempfindlich. Mein Herzschlag erscheint mir zu schnell und zu schwach. Ich habe stechende Kopfschmerzen an der linken Schläfe, die Platzwunde dagegen brennt nur leicht." Sie holte einmal tief Luft. "Meine Lungenkapazität erscheint mir zu gering und mir ist speiübel." Nach einer kurzen Pause schloss sie ihre Analyse ab: "Sollte das Licht weiterhin so hell bleiben, werde meine Augen anfangen zu tränen und die Kopfschmerzen zunehmen." Sie öffnete die Augen und sah die Ärztin an. "Außerdem könnten Sie die Luftfeuchtigkeit um etwa 15% anheben." Lexi blickte ein wenig irritiert zu der Cardassianerin, schüttelte dann jedoch für sich leicht den Kopf. 'Ganz schön zickig, was?' dachte sie, verkniff sich den Kommentar jedoch laut auszusprechen. 'Da will man helfen und bekommt so ne Pampigkeit an den Kopf geworfen', schoss es ihr weiter durch den Kopf. Ohne etwas zu sagen reduzierte sie die Lichtverhältnisse auf 40 % der Gesamtleistung, die Luftfeuchtigkeit hob sie ebenfalls an und prüfte noch einmal die Werte. "Ich hoffe, das ist so jetzt in Ordnung?" fragte Lexi ein wenig steif, bevor sie der Cardassianerin etwas zur Kreislaufstabilisierung gab. "Der Puls kann durch das Kälteproblem auftreten, wird sich aber sicherlich bald wieder legen, wenn Ihr Körper wieder ausreichend aufgewärmt ist, genauso wie die Atmung. Ich kann Ihnen jedoch auch Sauerstoff über Maske verabreichen.", erwiderte sie und machte sich daran die Platzwunden zu versorgen, nachdem sie der Cardassianerin noch ein Mittel gegen Übelkeit verabreicht hatte. "Eine Beatmung ist nicht notwendig. Ich denke, in den nächsten Stunden werden von mir keine körperlichen Höchstleistungen erwartet.", antwortete Ijara leise, um ihren Kopf möglichst wenig zu bewegen und die Ärztin bei der Behandlung nicht zu behindern. "Und danke für das Licht, es ist jetzt wesentlich angenehmer." Langsam verstand Ijara, warum Sternenflottenoffiziere solche Weichlinge waren. Wenn sie auch bei Kleinigkeiten derart umsorgt wurden, war das kein Wunder. Die Ärzte, die sie kannte, hätten ihre Beschreibungen als Anlass genommen, ihre Organe auf Folgen der Kälteeinwirkung zu überprüfen, aber eine zusätzliche Beatmung wäre nur verordnet worden, wenn es medizinisch notwendig gewesen wäre, und nicht, um den Komfort des Patienten zu erhöhen. Wobei sie sich mit dem 'Komfort' noch nicht so sicher war. Von dem letzten Hypospray, das ihr die Ärztin gegeben hatte, spürte sie noch keine Wirkung, dafür begann die Stelle an ihrem Hals, wo es angesetzt gewesen war, unangenehm zu prickeln. Sie wartete erst einmal ab, ob es nur eine temporäre Nebenwirkung war und hoffte, dass die Ärztin ihre Medikamente nach Kompatibilität zur cardassianischen Physiologie ausgewählt hatte. "Gut.", kommentierte Lexi gefühllos die Antworten, während ihr Blick wieder auf die Anzeigen gerichtet war. Sie injizierte der Cardassianerin noch das eine oder andere Mittel, auf dass die Beschwerden in den Gelenken aufhörten. Wer immer ihr das angetan hatte, hatte Glück gehabt, die Schäden, die aufgetreten waren, waren zum Glück reversibel. "Für den Fall, dass Sie noch mal in eine derartige Lage versetzt werden, unser Computer sollte im Notfall auch auf die Eingaben eines Gefangenen reagieren, besonders wenn sich die Körperwerte verschlechtern.", erklärte sie nach einer langen Zeit des Schweigens. "Sofern Sie nicht zu stolz sein sollten, Hilfe zu rufen." Lexi blickte weiter auf die Anzeigen, bevor sie sich umdrehte. Die Raumtemperatur hatte inzwischen gut 30 Grad erreicht und sie rieb sich leichte Schweißperlen von der Stirn. "Es war keine Frage des Stolzes.", antwortete Ijara auf den Hinweis der Ärztin. Ihr war die unterschwellige Missbilligung nicht entgangen. "Ich war schlicht und einfach nicht bei Bewusstsein." Da die Ärztin inzwischen die Platzwunde versorgt hatte, konnte Ijara ihren Kopf wieder frei bewegen. Probeweise spannte sie ihre Halsmuskeln an und drehte drehte ihren Kopf etwas. Das Prickeln des ersten Hyposprays hatte nachgelassen, dafür schien sich als Nachwirkung ein generelles Verspannungsgefühl einzustellen. Aber nichts, womit sie nicht zurecht kommen würde. "Vielen Dank,...", Ijaras Blick suchte den Uniformkragen der Ärztin, und ein leichtes Lächeln spielte über ihre Lippen, als sie die Schweißperlen auf ihrer Stirn bemerkte. "... Lieutenant, für ihre Bemühungen. Nach ein paar Stunden der Ruhe denke ich, können Sie mich wieder an die Sicherheit überstellen." Ihre Stimme verlor sich, unter den Medikamenten musste irgendetwas beruhigendes gewesen sein, denn Ijara wurde auf einmal von einer Woge Müdigkeit erfasst. Lexi blickte die Cardassianerin an. "Gut, sollten Sie das nächste Mal bei Bewusstsein sein, dann wissen Sie ja, wie Sie Hilfe holen können.", antwortete Lexi, bevor sie sich wieder den Kontrollen zuwandte. Als die Cardassianerin sich schließlich bedankte, Lexi sie ansah und das Lächeln erblickte, lächelte sie ebenfalls leicht. "Jetzt erholen Sie sich erst einmal, dann sehen wir weiter. Zum Glück für Sie haben wir das zu entscheiden, nicht unsere Sicherheitler, wann es Zeit ist, sie zurück zu überstellen." Sie bemerkte, dass die Frau immer schläfriger wurde. "Ruhen Sie sich aus, ich werde später noch mal nach Ihnen sehen, sofern Sie nicht noch etwas zu trinken möchten." Ijara schüttelte schwach den Kopf. Ihr Magen fühlte sich immer noch seltsam an und die Aussicht, etwas zu trinken, war immer noch sehr zweifelhaft. Außerdem spürte sie den unnachgiebigen Drang, zu schlafen. Sie ließ ihren Kopf auf das Bett zurückfallen und schloss die Augen. Ob die Ärztin noch weiter an ihrem Bett verharrte oder den Raum verließ, bekam sie schon gar nicht mehr mit. Lexi warf noch einen Blick auf die Werte und nachdem sie sich versichert hatte, dass der Pfleger alles im Griff hatte, verließ sie den Raum und suchte das Büro von Miller auf. --- USS Ticonderoga, Deck 4, Korridor Während sie sich von einer Kapsel zur nächsten vorarbeiteten, immer wieder die gleichen Handgriffe, Scans und Prüfroutinen durchführten, beschloss Mimiemar etwas zu plaudern, um das ganze lockerer zu gestalten und ihre Neugier etwas zu befriedigen. "Sie sprachen vorhin von Ihrem 'alten Captain', auf welchem Schiff waren Sie früher stationiert?" "Die letzte Stationierung war die Independence - für ein Jahr. Davor war ich fast drei Jahre auf der Lexington.", antwortete Dan, "Captain Tholas war der Meinung, ich solle mein Offizierspatent 'nachmachen', weil ich die Befähigung dazu hätte, und irgendwie reizte mich was neues. Ich war damals schon Master Chief, quasi am Ende der Fahnenstange, was die Unteroffiziers-Laufbahn anging. Also nahm ich an." "Lexington, Independence...", überlegte Mimiemar laut. "Da kenne ich leider niemanden. Wahrscheinlich habe ich die Ingenieure auf verschiedenen Konferenzen getroffen, aber da ich in meiner Laufbahn vor allem über kleine Schiffe wie dieses getingelt bin, habe ich natürlich andere Themen und Gesprächspartner gesucht, als die Chefingenieure eines so großen Schiffes wie einer Nebula... die Lexington ist doch eine Nebula, wenn ich mich recht erinnere, oder? Aber kleine Schiffe haben auch ihre Vorzüge." 'Man kann alle Rettungskapseln noch selbst überprüfen.', ergänzte sie in Gedanken sarkastisch während sie die letzte Kapsel wieder verriegelte. "Nein, das war eine Excelsior. Man hat sie aus der Mottenkiste geholt, nachdem wegen des Dominion-Krieges Bedarf bestand. Ich möchte diese Zeiten nicht missen.", erwiderte Dan, während sie ihren Weg zu den Wissenschaftslabors fortsetzten, "Das war ein robustes Schiff. Die Independence hat aber auch ihren Charme. Sie ist nicht einfach eine Intrepid. Das Highlight ist der Antrieb. Der Vorgänger meiner ehemaligen Chefin hat ein Antriebssystem entwickelt, das aus verschiedenen Technologien besteht, um Energie zu sparen oder schneller zu sein bei gleichem Energieverbrauch im Vergleich zum Standardmodell. Jedes Schiff hat seine Besonderheiten, und ich denke, das ist bei der Ticonderoga nicht anders." Mimiemar pfiff anerkennend durch die Zähne. "Mmh, das hört sich ziemlich spannend an. Für sowas fehlt hier leider die Zeit. Hier wird lieber ein Wissenschaftler mehr an Bord genommen und dafür auf einen Techniker verzichtet." Inzwischen waren sie am Schott zum ersten der Labore angekommen. "Dementsprechend liegen unsere Herausforderungen auch vor allem hier drin." Sie zeigte auf das Schott und drückte dann den Türöffner. --- USS Ticonderoga, Deck 4, Wissenschaftslabore Vor Ihnen breitete sich das gleiche Chaos aus, wie sie bereits in der Krankenstation gesehen hatten. Mimiemar bahnte sich vorsichtig einen Weg. "Naja, im Moment liegt hier eher eine Herausforderung für ihre beiden ... Spezialisten." Sie schickte Perel ein Grinsen. "Aber im Ernst, sie sollten sich mal unsere wissenschaftlichen Sonden anschauen. Damit können Sie von hier aus sehen, welches Karnickel in Ihrem Garten plündert... egal, wo der liegt." Ein bisschen Prahlerei war ein ganz natürlicher Nebeneffekt, wenn sich zwei Techniker trafen, so wie Feuer und Eis reichlich Dampf produzierten. "Hier hätten die beiden deutlich länger als 'ne halbe Stunde zu tun. Außerdem hoffe ich mal, dass hier keine Experimente gelagert waren, deren Produkte lebensgefährlich sind.", erwiderte Dan und sah sich etwas um. Dies schien ein Wartungslabor zu sein. Auf einem großen Tisch lag eine Sonde mit einer offenen Luke. Jemand hatte wohl an der Steuereinheit arbeiten wollen, doch die Teile hatten sich zu dem übrigen Schutt auf dem Boden gesellt. Umherfliegende Trümmer waren ähnlich verheerend wie auf der Krankenstation gewesen, denn auch hier waren Konsolen durchschlagen. Dennoch sah sich der Bajoraner die Sonde an. Die Hülle war aus einer besonders widerstandsfähigen Duranium-Legierung, und der Antrieb schien überdimensioniert für die Sonde zu sein. Das, was von der Abschirmung der Steuereinheit zu sehen war, ließ darauf schließen, dass diese Sonde ohne große Behinderungen in einem Mutara-Nebel operieren konnte. "Ich kann mir vorstellen, dass diese Sonde ein Exportschlager sein könnte. Selbst Taktische Offiziere dürften so ein Ding haben wollen, um Gegner in einem Nebel aufzuspüren.", meinte Dan bewundernd. "Lieutenant Commander Izami hat mir mitgeteilt, dass sie alle Experimente und Proben sichern konnte. Alle was hier rumliegt, ist Technik oder Schrott, aber nicht lebensgefährlicher als jeder andere Trümmerhaufen.", beruhigte sie Perel. Mimiemar trat näher an den Tisch heran und strich versonnen über die Hülle der Sonde. "Ja, das hier ist ein ganz besonderes Baby." Sie betrachtete die Luke und die dahinter liegende Steuereinheit näher. "Ah.", sie seufzte erleichtert. "Sie scheint nichts abbekommen zu haben. Das wird das Hauptquartier freuen." Sie scannte noch einmal und schloss dann die Serviceluke. "Diese Sonde ist ein Einzelstück, ein Prototyp, den wir zur Erprobung mitbekommen haben. Naja, wir ließen es uns nicht nehmen, noch einige Modifikationen und Verbesserungen vorzunehmen." Mimiemar grinste breit. "Am besten, sie schreiben jetzt schon mal die Bedarfsanforderung, damit sie beim nächsten Refit das Serienmodell zugeteilt bekommen." "Ich denke, weder Lieutenant Riddick noch Commander Yates hätten da was dagegen.", grinste Dan und klappte schließlich seinen Tricorder aus, "Na schön, stellen wir zusammen, was wir hier brauchen.", kam er wieder auf die Arbeit zurück. Er hoffte, dass alles hier nur wilder aussah, als es tatsächlich war. Anderenfalls war Yates' Zeitplan wirklich in Gefahr. "Ich werd' mal sehen, vielleicht kann ich ja irgendwo ein Wort einlegen." Mimiemar scannte den Bereich weitläufig. "Ich denke, hier müssen wir nur die notwendigsten Sachen beheben. Die Ausstattung muss nicht ersetzt werden. Unsere Forschungen waren so gut wie beendet, es genügt, wenn die Proben sicher nach Hause geschafft werden. Danach wird sowieso alles hier generalüberholt. Und wenn ich's mir recht überlege, die Aufräumarbeiten können wir noch während des Heimfluges im Detail erledigen. Schließlich brauchen die Wissenschaftler auch was zu tun." Sie tippte einige Teilenummern in ihr PADD. "Wie sieht es eigentlich im Moment bei Ihnen drüben auf der Victory aus. Geht alles gut voran, oder werden Sie heute dort noch gebraucht?" "Das Schlimmste sind die Schäden von der Explosion auf der Gefechtsbrücke, aber die Reparaturen sind in guten Händen. Einer unserer Chiefs hat die Aufgabe übernommen, und was ich gestern gesehen habe, war sehr gut. Nachdem er noch immer mit dieser Aufgabe betraut ist, brauche ich mir keine Sorgen zu machen, dass was liegen bleibt. Außerdem ist Lieutenant Riddick auf der Victory.", erwiderte Dan und tat das Seine, Bedarfe für die Reparaturen zu ermitteln. --- Deck 5, Quartier Izami "So.", Deirdra schloss den letzten Bericht. Die Nacht hatte keine Überraschungen gebracht. Die Reparaturen gingen ihren geplanten Verlauf, die Crew hatte sich mustergültig verhalten, einige Mitglieder hatten die Dienste des Counselors in Anspruch genommen, die Fracht war gesichert, nur von der Krankenstation war nichts aktuelles vorhanden. Also beschloss sie, dort als erstes vorbeizuschauen, um zu sehen, wie es den Verletzen ging. --- Deck 7, Krankenstation Deirdra fühlte sich an das Flotten-Krankenhaus in San Francisco erinnert, als sie die Krankenstation betrat. Alles wirkte so großzügig ohne die typische Beengtheit, die sonst an Bord von Schiffen herrschte. "Guten Morgen.", sprach sie einen weniger beschäftigt wirkenden Pfleger an. "Wo sind die Verletzten der Ticonderoga untergebracht? Ich bin Deirdra Izami, die zweite Offizierin. Ich würde sie gerne besuchen und sehen, wie es ihnen geht." "Guten Morgen, Commander.", antwortete der Pfleger. "Sie sind dort hinten untergebracht." Er wies auf eine Reihe Betten. "Möchten Sie noch mit einem Arzt sprechen?" Deirdra nickte. "Ja, das wäre vielleicht nicht schlecht." "Ich werde Lieutenant Haris sagen, dass Sie da sind.", sagte der Pfleger hilfsbereit. "Danke.", sie verabschiedete sich und ging zu den angezeigten Betten. Deirdra wurde fröhlich begrüßt. Die Ticonderoga war nicht besonders groß, also kannte man sich. "Schön, dass es Ihnen gut geht.", sagte Deirdra breit lächelnd. "Werden Sie gut versorgt?" "Ja.", antwortete einer. "Zu gut. Die wollen uns gar nicht mehr weglassen." Deirdra sah den Techniker an. An seinem rechten Unterschenkel haftete eine Schiene und mehrere kleine blinkende... Dinger. "Wenn ich mir ihr Bein so ansehe, Kenaur, muss ich leider den hiesigen Ärzten recht geben. So müssen Ihre Kameraden die Ticonderoga leider ohne Sie zusammenflicken." Kentaur spielte Empörung. "Was? Ohne mich? Wie sollen die das hinkriegen?" - "Keine Sorge.", antwortete Deirdra und legte ihm beschwichtigend die Hand auf den Arm. "So wie es aussieht, wird die Tico heute wieder flugfähig sein. Und sie alle werden mit nach Hause fliegen. Das ist doch was, oder? Vorgezogener Landurlaub auf der Erde." "Yeah.", zwei Sicherheitler klatschen sich ab. Kenaur dagegen sah auf einmal nachdenklich aus. "Miss Izami.", fragte er zögerlich. "Wie geht es dem Captain? Wir haben gehört, dass er verletzt wurde, aber wir haben ihn hier nicht gesehen. Ist er in einem Einzelzimmer untergebracht?" Deirdra hätte sich diesen Teil gerne für später gespart. Sie sah alle nacheinander mit ernster Miene an. "Captain Saatik hat es nicht geschafft. Er wurde bei dem Angriff verletzt und verstarb noch auf der Brücke. Es ging sehr schnell." Sie pausierte einen Moment, um jedem Gelegenheit zu geben, seine Betroffenheit auszudrücken. "Die gute Nachricht ist: Es gab keine weiteren Verluste. Und die Angreifer konnten gefasst werden." Einen Augenblick herrschte Schweigen, dann sprach Deirdra weiter: "Captain Saatik war ein loyaler Offizier. Seine Pflicht ging ihm über alles. Hätte er es sich aussuchen können, hätte er sicherlich gewünscht, im Dienst sein Leben zu verlieren, statt an Altersschwäche zu sterben. Er hinterlässt weder Frau noch Kinder." Kenaur nickte. "Er war ein guter Captain." Die anderen nickten zustimmend. "Ja.", hauchte Deirdra. "Das war er." Eine Minute hing jeder seinen Erinnerungen nach. Dann sah Deirdra wie sich eine hübsche Rothaarige in einem Arztkittel ihnen zielstrebig näherte, das musste wohl Miss Haris sein. "Kann ich Sie alleine lassen? Ich muss noch ein paar Worte mit der Ärztin wechseln." "Ja." - "Ist in Ordnung.", kamen die Antworten. Deirdra tätschelte die Decken rechts und links von sich. "Ich wünsche Ihnen gute Besserung. Erholen Sie sich gut." Dann ging sie auf die Ärztin zu. "Hallo, guten Morgen. Sie müssen Miss Haris sein." Lexi fuhr sich noch mal durch die Haare, ihre Locken fielen halbwegs wieder an den Seiten hinab, als sie sich auf die Trill zu ging. "Guten Morgen, ja, die bin ich, was kann ich für Sie tun? Der Pfleger sagte, Sie hätten noch Fragen wegen unserer Patienten von der Ticonderoga?" Sie sah Izami ruhig an, auch wenn innerlich noch immer ein kleiner 'Sturm' tobte. "Am besten folgen Sie mir dafür in mein Büro, dort haben wir Ruhe." Sie drehte sich halb rum und zeigte in die Richtung, aus der sie gekommen war auf die Bürotür. Deirdra folgte der Ärztin in das Büro und wartete bis sich die Tür geschlossen hatte. "Ja, ich wollte nur sichergehen, dass es unseren Crew-Mitgliedern gut geht und wir sie mit der Ticonderoga mit nach Hause nehmen können." Sie lehnte sich an die Tischkante und ließ ihre Finger etwas abwesend über die glatte Oberfläche des Tisches gleiten. Sie blickte Haris wieder an. Ein nettes Gesicht und schöne Haare, aber sie wirkte etwas durch den Wind, etwas durcheinander, außerdem hatten ihre Wangen eine gesunde Färbung. 'Vielleicht,...', dachte Deirdra. 'vielleicht bin ich ja nicht die einzige, die eine besondere Nacht hatte.' "Außerdem.", begann sie gedehnt. "Möchte ich Sie bitten, sich mit unserem Dr. Rajam in Verbindung zu setzen und die Überführung von Captain Saatiks Leichnam zu veranlassen." Lexi trat um den Schreibtisch rum und bot der Trill den gegenüberliegenden Platz an. "Nun, soweit sind alle Crewmitglieder verlegbar. Das sollte also kein Problem sein. Einige werden jedoch noch etwas länger vom Dienst ausfallen, aber ich denke, Ihr Dr. Rajam wird sich sicherlich mit seinem bestmöglichen um die Verletzten kümmern, wenn sie wieder in seiner Obhut sind.", antwortete Lexi ruhig. Sie schloss kurz die Augen. Sie hatte gemerkt, dass die Frau sie gemustert hatte. Hoffentlich war ihr nicht all zu sehr ihre Verkniffenheit anzusehen. "Was die Überführung von Captain Saatik betrifft, das werde ich so schnell als möglich in die Wege leiten, wenn wir uns auch darum kümmern, dass Ihre verletzten Kameraden auf die Ticonderoga verlegt werden." Deirdra hatte inzwischen den angebotenen Platz eingenommen. "Danke.", sie lächelte Lexi aufrichtig an. "Ich weiß, es ist keine leichte Aufgabe. Darum bin ich froh, dass Sie es übernehmen. Dr. Rajam wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen, sobald die Krankenstation der Ticonderoga alle aufnehmen kann." Deirdra ließ ihren Blick etwas durch den Raum schweifen und blieb wieder an den roten Locken der Ärztin hängen. "Ich habe gehört, dass sie auf der Victory ebenfalls Verletzte zu beklagen hatten, ich hoffe sie sind alle inzwischen außer Gefahr.", erkundigte sie sich mitfühlend. Lexi nickte. "In Ordnung. Ich denke, wir bekommen das schon irgendwie reibungslos geregelt.", antwortete sie und versuchte sich an einem aufrichtigen, aber leicht missglückten Lächeln. Sie drängte die Gesprächsfetzen über ihr Gespräch mit Anna in den hintersten Winkel, sie konnte sie jetzt hier nicht gebrauchen. Als Izami nach den Verletzten der Victory fragte, rief Lexi kurz ein paar Daten auf dem Monitor auf. "Ein paar sind noch in sehr kritischem Zustand, aber für den Moment außer Lebensgefahr, den kleineren Verletzungen geht es wieder gut und sie werden sicherlich bald wieder ihren Dienst aufnehmen können.", antwortete Lexi schließlich und blickte Izami wieder in die blauen Augen. "Das ist schön zu hören.", antwortete Deirdra. "Ich hätte sonst das Gefühl nicht losbekommen, dass die Ticonderoga mit Schuld an den Verlusten gewesen wäre. Wir machen ja schon so genug Arbeit." Sie grinste, als sie an die Reparaturen dachte, die Unterbringung der Evakuierten und nicht zuletzt an die 'Überstunden' des Captains, die ihn von einer frühen Nachtruhe abgehalten hatten. "Wenn Sie nichts weiter mit mir zu besprechen haben, will ich Ihre Zeit nicht weiter in Anspruch nehmen, Sie haben bestimmt noch einiges zu tun." Deirdra wurde den Eindruck nicht los, dass irgendetwas die Ärztin beunruhigte, aber so wie es schien, hatte es nichts mit ihrer Crew zu tun, also beließ sie es ohne weiters nachzufragen. Lexi lächelte, diesmal gelang es ihr besser. "Nun, dafür sind wir doch da, ich bin sicher, wären wir in Notlage gewesen, hätte Ihre Crew das gleiche für uns getan.", erwiderte sie und schüttelte dann den Kopf. "Ich habe im Augenblick nichts mehr, aber sollte ich noch irgendwelche Fragen haben, weiß unser Computer sicherlich, wo er Sie oder Dr. Rajam findet.", antwortete sie und erhob sich langsam. "Oder haben Sie noch etwas?" "Nein.", Deirdra stand auf. "Meine nächste Hauptuntersuchung ist erst in zwei Monaten, da sind wir wieder auf der Erde. Dann werden sich die Praktis im Flottenkrankenhaus drum reißen dürfen, meine Physiologie nähers unter die Lupe nehmen zu können.", sie zwinkerte scherzhaft. Lexi legte leicht irritiert den Kopf schief. "Seit wann ist die Trill-Physiologie so interessant? Haben die dort schon lang keinen Trill mehr unters Messer bekommen?" grübelte sie nach und sah Deidra noch mal genauer an. Sie konnte weder vulkanische noch andere besonders charakteristische Züge an ihr ausmachen. Deirdra schmunzelte unter dem musternden Blick der Ärztin. "Ich bin Trill-Risaner-Hybrid. Uns gibt es nicht gerade häufig. Vor allem, da meine Eltern eigentlich entsprechende Vorkehrungen getroffen hatten." Sie grinste breit. "Es sind sehr eigenwillige Genome." Lexis Miene hellte sich verstehend auf. "Achso, ja, das ist in der Tat eine seltene Konstellation, aber meine Kollegen sollten darüber nicht vergessen, dass es sich um ein lebendes, fühlendes Wesen handelt, was sie vor sich haben.", grinste sie. "Aber keine Angst, ich werde Sie jetzt nicht hier einsperren, um genaueres zu erfahren, vielleicht findet sich in der allgemeinen Datenbank ja genug Information, die ich mir in ruhigeren Zeiten mal zu Gemüte führen kann.", erwiderte sie. "Ja, mindestens eine Studie von Dr. T'Raavik sollten Sie finden. Zu mehr hatte ich leider keine Zeit." Der letzte Satz hatte eine schwer sarkastische Färbung. "Aber gut zu wissen, was ihre Einstellung ist. Wenn es mir diesmal auf die Nerven geht, weiß ich an wen ich mich das nächste Mal wende." Sie schob den Besucherstuhl wieder an den Tisch zurück. "Also dann wünsche ich Ihnen noch einen...", was wünschte man einem Arzt eigentlich? Erfolgreichen Tag? Gesunden Tag? "... schönen Tag. Falls wir uns nicht mehr sehen, es hat mich sehr gefreut, Gast auf der Victory sein zu dürfen. Es ist ein tolles Schiff und ich hoffe, dass ihrer Mission noch viel Erfolg beschert sein wird." Lexi nickte ihr noch einmal zu. "Danke, ebenso.", erwiderte sie freundlich und wieder schoss ihr ein Gesprächsfetzen von Anna in den Sinn. "Wenn Sie gestatten, Ma'am, eine persönlichere Frage hätte ich noch. Es geht um ein privates Gespräch.", begann sie und schluckte leicht. "Sagen Sie, ist das Volk der Risaner wirklich ein Volk von 'ergebenen Liebesdienern'? Ich mag das nicht so recht glauben, es gibt doch sicher auch bei Ihnen welche, die sich diesem Dienst verschließen." Deirdra lachte glockenhell auf. "Ja, das wird uns des häufigeren nachgesagt. Aber glauben Sie mir, ganz so ist das nicht. Wir sind kein Planet des horizontalen Gewerbes. In der risanischen Gesellschaft sind Liebe, Lust, Sex, Partnerschaft, Beziehungen und so weiter lediglich mit wesentlich weniger Tabus und Moralvorstellungen verknüpft als auf den meisten anderen Planeten. Viele Besucher gewinnen daher einen verfälschten Eindruck. Niemand wird auf Risa zu irgendetwas gezwungen, was er nicht will. Allerdings muss ich zugeben, dass mir niemand bekannt ist, der Zölibat praktiziert. Ich glaube, dafür sollte man den Planeten doch besser verlassen und ein weit entferntes Kloster aufsuchen." Sie lächelte Lexi freundlich an, um ihr zu zeigen, dass diese Frage ihr keinesfalls peinlich war. Lexi schmunzelte leicht verkniffen. "Danke." 'Dann könnt ich mir dort also keine suchen, wenn ich es denn überhaupt wollte', schoss es ihr durch den Kopf. Warum war sie auf einmal so 'tollpatschig' was das Verhalten gegenüber Anna betraf? Sowas war ihr doch früher nie passiert. "Falls Sie einmal Urlaub auf Risa machen möchten, kontaktieren Sie mich einfach. Ich kenne einige wunderbare Hotels für jeden Geschmack und Geldbeutel." Ein bisschen Werbung konnte sich Deirdra nicht verkneifen. Lexi nickte leicht versunken. "Danke, ich werde darauf zurück kommen, wenn ich dann irgendwann wieder Urlaub mache." Das hörte sich nicht gerade überzeugt an, aber wer weiß, manch einen schreckte der Gedanke an einen Urlaub auf Risa zuerst einmal ab, und vielleicht gehörte diese Ärztin auch dazu. 'Nicht, dass sie so aussah...', korrigierte Deirdra schnell ihren Gedankengang. "Also, wenn ich sonst nichts weiter für Sie tun kann, lasse ich Sie wieder weiterarbeiten.", verabschiedete sie sich. Lexi blickte wieder richtig zu Deidra auf. "Im dienstlichen Sinne bin ich wunschlos glücklich.", antwortete sie und überlegte kurz, ob sie die Frau um eine kurze Unterredung bitten sollte, aber vermutlich war sie am Abend schon nicht mehr auf dem Schiff, außerdem hatte Anna sie für den Abend eingeladen... Sie hatte schließlich Izami noch aus ihrem Büro begleitet und verabschiedet, überlegte aber derweil schon die nächsten nötigen Arbeitsschritte. Als sich die junge Trill-Risaner-Hybridin von ihr entfernt hatte, drehte sie sich wieder um und trat zurück in ihr Büro. Kaum das sich die Türen hinter ihr geschlossen hatten, tippte sie ihren Kommunikator an. "Haris an Tanner, hätten Sie Zeit für einen kurzen Austausch? Wir haben hier auch ein paar Patienten, die Ihre Hilfe in Anspruch nehmen wollen und sollten." (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de