************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 14 / 24062007 * * 23052380 * * Worte und Taten am Abend ... * ************************************************************************ --- Deck 10, Arrestzellenbereich, Verhörraum Das Vehörzimmer, in das man dem Cardassianer geführt hatte, war zu Telmars Überraschung durchaus dem Anlass angemessen. Es war klein und eng. Die Tür unterlag einem zusätzlichen Sicherungssystem und augenscheinlich konnte Telmar keinen Zugang zu einer Jeffriesröhre ausmachen. Ingesamt schien hier einfach eine weitere Zelle mit einer Tür statt einem Kraftfeld installiert worden zu sein. Die Sternenflotte hatte also doch etwas Sinn für Effizienz. Dennoch gab es einige Optimierungsmöglichkeiten. Angefangen von dem nicht fest am Boden montiertem Tisch. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, wenn ein Gefangener beim Versuch aus dem Verhörzimmer zu flüchten, den Tisch umherwarf. Anderseits konnte er nun den Tisch in eine verhörtechnisch 'optimalere' Position bringen. Kurzerhand schob er den Tisch mit einer Seite schräg in die Ecke, sodass Tischkante und die beide zur Ecke zulaufenden Wände ein optisches Dreieck bildeten. Der Gesprächspartner sollte so ein Gefühl bekommen, in die Enge getrieben worden zu sein. Er verließ nochmals das Zimmer, lief zum einzigen Replikator des Arrestzellenblocks und replizierte sich eine Thermoskanne mit heißen Tee und eine gefütterte Jacke. Reszkos Leute begutachten ihn dabei mit deutlichen Fragezeichen im Gesicht. Er stellte die Kanne auf 'seine' Seite des Tisches und befahl dem Computer die Raumtemperatur auf 10°C zu senken. Während die meisten Spezies mit Hitze schlechter klar kamen als mit Kälte, war es bei Cardassianern eben umgekehrt. Der Schlüssel zu einem Geständnis waren Geduld, die geeigneten Fragen und ein geeignetes Umfeld, um seinen Gegenüber klein zu bekommen. Schließlich brachten die Sicherheitsleute die Cardassianierin mit Handschellen gefesselt herein. "Lassen Sie die Zugriffkarte bei mir und gehen Sie, Crewman.", befahl Telmar einem der beiden, bevor dieser der Gefangenen die Handschellen abnehmen konnte. "Ich werde das zu gegebener Zeit erledigen." Beide Männer verließen den Raum. Die Gefangene saß trotzig in ihrer Ecke und starrte gegen die Wand. 'Ich werde dir nichts sagen.', schien ihr Gesicht zu sagen. Das kümmerte den Gul jedoch wenig. Die Zeit arbeitete gegen sie und er hatte bisher immer seine Informationen erhalten. 20 Minuten vergingen, ohne das ein Wort fiel. Telmar hatte die Gefangene fixiert und so sehr sie sich bemühte ihrem Reflex nicht nachzugeben, sorgte der innerlich Drang dafür, das Sie immer häufiger und länger seine starren Augen betrachtete in Erwartung, dass er etwas sagen würde. Doch Telmar tat nichts dergleichen. Statt dessen zog er sich nachdem die Temperatur deutlich gefallen war, die Jacke an und schenkte sich eine Tasse Tee ein und mit aller Ruhe und ohne seinen Blick von ihr abzuwenden, seinen Blick auf der Gefangenen hielt. Ijara zog ihre Beine näher an sich heran, als sie in der Ecke hockte. Sie hatte keinen Stuhl bekommen, was in diesem Fall ein Glück war - sofern man daran glaubte, was sie nicht tat. Sie sah die Absicht hinter dieser Maßnahme. Sie war eingekeilt in der Ecke und hinter dem Tisch. Das einzige, was sie sehen konnte, wenn sie aufblickte, war er. Und er wollte es so, wollte über ihr thronen, sie sollte vor seiner bloßen Größe erschauern. Doch da hatte er sich geschnitten. Er war nicht der einzige, der die Handbücher kannte. Es war pure Ironie, doch Ijara sah sich selbst die Situation durchspielen. 'Ein Stuhl.', dachte sie. 'Nein, ein Hocker,', korrigierte sie sich. 'wäre wesentlich besser geeignet.' In diesem Fall wäre es ihr kaum möglich gewesen, sich zusammenzurollen und ihre Körperwärme so lange zu konservieren. Aus den Augenwinkeln hatte sie all seine Bewegungen verfolgt. Wie er dasaß, seinen Tee trank, gelangweilt und blasiert tat. Währenddessen waren ihr die letzten Minuten auf der Wei'Nor immer wieder durch den Kopf gegangen und jedes Mal hätte sie laut fluchen können. Immer, immer wieder hatte sie wiederholt, dass sie eine Crew bräuchte, eine Mannschaft. Doch alles was sie bekommen hatte, war ein Haufen untrainierter Idealisten, die noch nie ein Kampfschiff von innen gesehen hatten. Sie hätten es schaffen können, ihr Opfer war schon ein Krüppel. Noch zwei, drei Schüsse und es wäre erledigt gewesen. Ein Föderationsschiff, aufgegangen in einem Feuerball, das wäre ein Zeichen gewesen. Es wäre der Augenblick gewesen, in dem jeder dies- und jenseits der Grenze hätte anerkennen müssen, dass sie nicht zu unterschätzen waren, dass sie Macht hatten! Doch diese Idioten, was machten sie? Ijara fühlte Wut durch ihren Körper schießen, als sie daran dachte, wie ein Strom glühender Lava, an dem sie sich wärmte. Dieses Pack, was sich ihre Crew schimpfte, war zu dumm, die Disruptoren zu bedienen. Wer auch immer wusste, was sie für Parameter eingesetzt hatten! Ihre Waffen waren letztendlich nicht wegen dieses erbärmlichen Streifschusses ausgefallen, den der Föderationskahn abgegeben hatte, sondern wegen Überhitzung ausgefallen. Überhitzung! Ein Kadett im ersten Jahr hätte die Anzeige richtig gelesen und die Gefahr rechtzeitig erkannt! Als sie schließlich von ihrem Kommandantensessel aufgesprungen war und diesen Tölpel an der Navigation weggestoßen hatte, um zu retten, was noch zu retten war, erzitterte das Schiff unter dem Fokus eines Traktorstrahls. Nur dem kurz darauffolgenden Sirren eines Transporters verdankte der Rest der Besatzung ihr Leben. Nur wenige Bruchteile einer Sekunde später hätte Ijara die Selbstzerstörungssequenz aktiviert. Lieber starb sie, als gefangengenommen zu werden. Aber nicht einmal der Heldentod war ihr vergönnt. Statt dessen saß sie hier, in der Zelle eines Föderationsschiffes, ihr gegenüber ein Offizier des 'Neuen Cardassia'. Aber wie sie ihn sich so ansah, schien er in ihrem Alter zu sein. Er war keiner von diesen verblendeten Frischlingen, er musste die glorreiche Zeit noch erlebt haben. Auch wenn seine Uniform inzwischen von dieser lächerlichen aufgeplusterten Starfleet-Jacke verdeckt war, hatte sie erkennen können, dass er den Rang eines Gul innehatte - was immer das in der heutigen Zeit zu bedeuten hatte. Aber angenommen, er hatte diesen Rang schon vor der Allianz mit dem Dominion innegehabt, dann müsste sie sich an ihn erinnern. Sie versuchte, sich sein Gesicht viele Jahre jünger vorzustellen. Sie hatte sie alle gekannt, die gesamte Kommandoebene, mit Dienstnummer, Bild, offiziellem und nicht ganz so offiziellem Lebenslauf. Der Geruch des Tees zog zu Ijara hinüber, sie rümpfte die Nase. Rotblatt, nicht gerade ihr Favorit. Er war vor vielen Jahren in der Flotte sehr plötzlich in Mode gekommen. Ihr Eindruck damals war gewesen, dass es vor allem mit den Vorlieben eines sehr aufstrebenden Kommandanten zusammenhing, den die niederen, karriereverliebten, Ränge zu imitieren versuchten. "Ich schlage vor, Sie holen sich noch eine Kanne.", presste Ijara zwischen ihren Zähnen hervor. "Die eine wird nicht reichen, mir zuzusehen, wie ich erfriere." Es war nicht weise, das Wort zu ergreifen. Jeder Verhörende spekulierte darauf, dass der Gefangene zuerst das Wort ergriff. Doch Ijara musste etwas unternehmen, um ihre Zähne abzuhalten, vor Kälte aufeinander zu schlagen. Aber egal, wieviel sie noch reden musste, um zu verhindern, dass er bemerkte, wie weit ihr Metabolismus bereits heruntergekühlt war, niemals würde dieser Schatten eines Offiziers, dieser Kollaborateur und Verräter an dem Eid, den er als Bürger und Soldat Cardassias geschworen hatte, niemals würde er Informationen aus ihr herauspressen. Hocherhobenen Hauptes würde sie auf das Schafott treten, denn sie nahm an, dort ihr Leben zu beenden. Es musste ihn wurmen, aber dies war ein Schiff der Sternenflotte. Die Direktiven und die Besatzung würden verhindern, dass er sie hier ums Leben kommen ließ, sei es nun durch Erfrieren oder durch einen gezielten Phaserschuss, wie die Befehle inzwischen gewiss lauteten. Die Sternenflotte würde sie an Cardassia ausliefern, doch wie sie schon mehrfach gehört hatte, bestand sie auf einem ordentlichen Gerichtsverfahren. Ohne Zweifel wäre es ein Verfahren alten Stils, das Urteil bereits bekannt, doch sie würde diesen verweichlichten Resten einer einst hochstehenden Zivilisation zeigen, was es hieß, ein loyaler Bürger zu sein, wenn sie ihr Leben aushauchte, zusammen mit den Worten jenes Eides, der ihr Leben begleitete, seit sie ihn als Dreijährige zu Ehren des 80. Geburstages ihres Großvater auswendig rezitiert hatte. Nie würde sie die Rührung in seinen Augen vergessen und die schallende Ohrfeige dafür, dass sie es gewagt hatte, ihren Blick gen Boden wandern zu lassen. --- Deck 10, Arrestzellenbereich Als die junge Ärztin den Raum verlassen hatte, ging Shakkle zu einer freistehenden Konsole und ließ sich den Vernehmungsraum zeigen. Er fand es sonderbar, dass der Gul eine Jacke übergezogen hatte, also prüfte er die Umweltkontrollen. 'Zehn Grad ist nicht so das Wahre für die reptilhaften Cardassianer. Obwohl ich vermute, dass der Gul sich sowieso zurückhält. Die Frau scheint aber auch zu wissen, was sie tut. Ihre Körperhaltung erlaubt ihr die Wärme so lange wie möglich zu erhalten. Instinkt oder Ausbildung?', überlegte er, als einer der Wachen ziemlich laut seine Meinung zu der Vorgehensweise des Guls kundtat. Es war laut genug, dass die Gefangenen es hören konnten und Unruhe sie erfasste. "Sie sind Föderierte, Sie dürfen so was nicht tun.", meinte einer der Gefangenen empört und der CoS schlenderte hin. Er blickte den älteren Cardassianer an und meinte: "So lange Sie nicht gewillt sind zu kooperieren, muss ich alle mir zur Verfügung stehenden Mittel nutzen. Seien Sie nicht so stur und sagen Sie mir zumindest wer der kommandierende Offizier war. Diese Person wird sich für den Tod von mehreren Besatzungsmitgliedern der USS Ticonderoga verantworten müssen. Sie haben ein schwach bewaffnetes Forschungsschiff angegriffen, das gerade ihren Landsleuten humanitäre Hilfe leistete. Das war ein Akt der Piraterie und nichts weiter.", antwortete Shakkle ernst. Plötzlich meldeten sich mehrere Cardassianer zu Wort und gaben ihre verdrehte Meinung zu Föderation und deren verheerende Einfluss auf Cardassia zum Besten. Shakkle versuchte das, was für ihn gerade wichtig war, herauszuhören und endlich hatte sich einer versprochen, indem er sagte, sie hätte diese fast erfolgreiche Mission geführt. 'Danke.', dachte der CoS und entfernte sich. --- Deck 10, Arrestzellenbereich, Verhörraum Shakkle betrat den Verhörraum und blickte kurz aber intensiv die Gefangene an und bat mit einem Zeichen, der Gul möge kurz rausgehen. Zunächst reagierte der Gul nicht. Innerlich war er verärgert über die Störung von Reszko, da er es von seinem Schiff gewohnt war, nicht gestört zu werden, wenn er Verhöre führte. Aber Reszko schien es dringend zu haben. Leise erhob er sich und verließ den Raum. Ijara warf dem Starfleet-Offizier einen frostigen Blick zurück, der die Raumtemperatur tropisch erscheinen ließ. Sie wusste, dass dieser Raum höchstwahrscheinlich überwacht wurde, draußen Sicherheitskräfte standen und es kaum eine Chance gab, das Schiff zu verlassen. Daher machte sie sich nicht einmal die Mühe über einen Fluchtversuch nachzudenken. Vielmehr versuchte sie, so gut es die Handschellen zuließen, ihre Gliedmaßen zu bewegen. Der Gul hatte zwar das Verhör unterbrochen, nicht aber die Raumtemperatur. Ihre Arme und Beine fühlten sich inzwischen schon etwas steif an, Finger und Zehen wurden langsam taub und sie konnte nicht mehr verbergen, dass sie zu zittern begann. Ihr Wille dagegen war unerschüttert. Sollte der Gul doch weitermachen, bis sie hier bewusstlos am Boden lag. Es war den Versuch wert, ob Starfleet wirklich einen Gefangenen sterben lassen würde. --- Deck 10, Arrestzellenbereich "Was wünschen Sie, Mr. Reszko?" Shakkle fiel zwar die Verärgerung des Cardassianers auf, ließ ihn aber vollkommen kalt. Als dieser endlich rausgekommen war und die Tür hinter ihm zuging, antwortete der CoS: "Sie verhören grade den Kommandanten des cardassianischen Schiffes. Sie heißt Ijara und war wohl früher beim Militär, wenn ich es richtig verstanden habe. Ich hoffe Sie können damit etwas anfangen, bevor die Frau an Hypothermie stirbt." --- Deck 10, Arrestzellenbereich, Verhörraum Das Verhör war überraschend schnell zu Ende gewesen. Der Gul war nach der Unterbrechung noch einmal zurückgekehrt, aber war nur noch halbherzig bei der Sache. Er schien bereits zu wissen, was er wollte. Einer aus ihrer Mannschaft musste Ijara verraten haben. Das waren also die Überreste der vielgerühmten cardassianischen Loyalität. Sie waren nicht einmal bedroht worden! Zwei Wachen hatten sie danach auf die Beine gezerrt, aus eigener Kraft konnte sich nicht mehr stehen. Ihre Beine, ihre Arme waren inzwischen steif und kraftlos. --- Deck 10, Arrestzelle Ihre 'Mannschaft', wenn Ijara diesen Haufen unfähiger Gestalten überhaupt noch so bezeichnen wollte, würdigte sie keines Blickes, als die Wachen sie in eine Einzelzelle bugsierten. Kaum dass sie losgelassen wurde, sackte sie auf der Pritsche zusammen und blieb gegen die Wand gerollt liegen. --- Hauptmaschinenraum Aliya beobachtete das Pulsieren des Warpkerns kritisch. Shiny zeigte ihr aber schnell, dass es ihm und dem Rest des Schiffes schon wieder ganz gut ging. Nachdem sie die Arbeiten an der Ticonderoga soweit beendet hatten, dass sie flugtauglich war - die Techniker des Schiffes hatten mit ein klein wenig Unterstürzung und Material natürlich noch ein wenig weitergemacht - hatten sich Aliya und ihre Leute nach einer Pause wieder ihrer Victory gewidmet. Wie sie mit Perel Dan abgesprochen hatte, widmete sie sich der Kühlung der Phaserbänke und überließ Bowman und seinen Teams die Kampfbrücke. Aliya hatte gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen war. Hunger hatte es, wie so oft, nicht geschafft ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Jetzt war es aber Zeit, etwas in ihren knurrenden Magen zu bekommen. Gedankenverloren strich sie sanft über das Geländer, welches um den Warpkern verlief. "Ich bin bald wieder da..." versicherte sie dem Warpkern - dem Herzen des Schiffes - flüsternd und machte sich auf den Weg ins Casino. --- Deck 11, Quartier Patterson Mila hatte gerade eine ausgiebige Dusche genommen und sich im Bademantel ins Sofa gelümmelt, wo sie etwas tat, was sie schon lange nicht mehr getan hatte: sie las an einem Roman. Doch während sie so las, meldete sich das Terminal mit einem eingehenden Ruf. Wer wollte sie hier schon anrufen, doch sie nahm den Ruf dennoch entgegen. Es war ihr Bruder, und wenn sie den Hintergrund richtig deutete, war er auf der Erde. "Hi Dan, sag mal, habt Ihr wieder Urlaub?", fragte Mila überrascht. "Leider nicht, denn Yal vertritt mich gerade auf der Independence. Der Wirtschaftsausschuss tagt, und da muss jeder Kommandeur zusehen, wo er bleibt. Sonst kürzen sie einem die Mittel so zusammen, dass längst fällige Modernisierungen weiter rausgeschoben werden müssen.", erwiderte Dan, "Und wie geht es Dir?" "Na ja, ich denke, was passiert ist, wird sich bis zur Erde durchgesprochen haben.", antwortete Mila und machte eine kurze Pause. Das war also der Grund, warum er angerufen hatte. Er wollte sehen, wie es Schwesterchen ging. "Das hat es. Und wieder ist die Diskussion entbrannt, ob es richtig war, Cardassia zu entmilitarisieren. Wenn die Cardassianer eine stärkere Flotte hätten, hätten wir eher Ruhe vor den Rebellen, aber die cardassianische Lösung wäre etwas zu sehr final." Mila wusste, was ihr Bruder meinte, "Ja... Ich denke aber, niemand hier würde es den Cardassianern verübeln." "Das glaube ich gern, aber das ist wieder ein Beispiel, wie sich Geschichte wiederholt. Vor acht Jahren hätten es uns die Cardassianer nicht verübelt, wenn wir den Maquis vernichtet hätten.", gab Dan zu bedenken. "Da ist was dran.", gab die Halbbajoranerin zu, "Manchmal ist man wohl zu schnell mit Forderungen bei der Hand." "Das ist wahr.", erwiderte Dan, und im Hintergrund hörte man einen Gong, "Das Essen ist fertig. Ich wünsch' Dir was." "Ja, lass Mutter nicht zu lange warten.", grinste Mila, und Dan nickte. Er (genauso wie Mila) bezog einen Teil des elterlichen Anwesens in New York, wenn er gerade auf der Erde war. Ein eigenes Domizil wäre Unsinn, da beide kaum auf der Erde weilten. Wie die Verbindung getrennt war, erhob sich Mila von dem Sofa und tauschte den Bademantel gegen bequeme Freizeitkleidung ein. Vielleicht sollte sie doch das Casino besuchen. --- Deck 11, Casino Zum Glück war das Casino nur wenige Schritte von ihrem Quartier entfernt, und die Einrichter hatten an alles gedacht. Dieses Casino hatte alles da, um es seinen Besuchern so angenehm wie möglich zu machen. Mila entschied sich für einen Fenstertisch, um ins All zu sehen... Wie versprochen trafen sich die Techniker im Casino, und einige waren bereits anwesend. Dan nahm diesmal ein Ale vom Fass... Als Aliya das Casino betrat, fiel ihr wieder ein, dass sich einige Techniker hier ja verabredet hatten. Ensign Perel und CPO Bowman waren auch da. Schmunzelnd belud sie sich ihr Tablett mit zwei getoasteten Schinken-Käse-Sandwiches und trat an den Tisch mit den Technikern. "Darf ich mich auch zu euch gesellen, oder habt ihr erstmal genug von eurem Boss?" wollte sie feixend wissen. Aliya war froh, eine so gute Truppe zu haben, mit der man nicht nur gut arbeiten sondern nach Feierabend auch herumalbernd konnten. "Warum sollten wir? Setzen Sie sich ruhig.", erwiderte Dan, und die Übrigen stimmten zu. Die Stimmung war jedenfalls gut, was nicht zuletzt daran lag, das manch einer bereits kurz nach Dienstschluss im Casino war und bereits beim zweiten Ale war. Doch zwei Techniker hatten die Dart-Scheibe des Casinos entdeckt und spielten sich warm, bevor sie die Anderen zu einem Spielchen herausfordern wollten. Schmunzelnd ließ sich Aliya an dem Tisch mit den übrigen Technikern nieder und biss ein großes Stück des ersten Sandwiches ab. Es stillte tatsächlich ihren ersten Hunger. Entspannt lehnte sie sich zurück und beobachtete die Dartspieler. "Dass ich wohl eher den Barkeeper...", sie deutete in die fast entgegengesetzte Richtung der Dartscheibe. "... treffen würde, als die Scheibe?", feixte sie zu Perel und den sonst in Hörweite befindlichen. Schon an der Akademie hatte sie bei Schieß- und Zielübungen ziemlich alt ausgesehen. "Ich glaube, dass wollen sie jetzt sehen.", grinste Dan, als die beiden Techniker an den Tisch kamen. "Wie sieht's bei Euch aus? Hat keiner Bock auf 301?", fragte einer der beiden, "Wer verliert, spendiert 'ne Runde." Aliya musste lachen und wollte schon mit dem Kopf schütteln, als sie dann doch lediglich Schultern zuckte. "Ich werd mich zwar bis auf die Knochen blamieren, aber warum nicht.", sie schmunzelte ihrem Stellvertreter zu. "Spielen sie mit? So sicher, dass sie nicht verlieren, können sie sich selten sein." lachte sie. "Seit DS Nine habe ich schon nicht mehr gespielt, und da hat's für guten Durchschnitt gereicht.", meinte Dan und stand auf, "Also sehen wir zu, dass wir nicht die Letzten werden." Der Bajoraner wandte sich demjenigen zu, der die Leute am Tisch angesprochen hatte, "Wie beendet Ihr das Spiel für gewöhnlich?" "Double-out, wie sonst?", erwiderte der Techniker. "Na gut, bestimmen wir die Reihenfolge. Jeder einen Wurf auf die Scheibe.", erklärte Dan und nahm einen Pfeil, um seinen Wurf zu machen, "Wer am Nächsten zum Bull's Eye trifft, beginnt." Bevor sie es sich versah, hatte Aliya bereits einen Satz Dartpfeile in die Hand gedrückt bekommen. "Ich übernehm aber keine Verantwortung für Verletzungen." grinste sie, bevor sie stutzte "Ich hab das letzte mal auf der Akademie gespielt... was ist 'Double-out'?" wollte sie wissen. "Double out heißt, dass Sie mit einem Treffer im Doppel-Ring abschließen müssen. Haben Sie beispielsweise zwei Punkte übrig, müssen Sie Doppel-Eins treffen. Sollten Sie wie auch immer auf einen Punkt Rest kommen, gilt das als überworfen.", antwortete Dan. Immerhin hatten die Techniker daran gedacht, verschiedenfarbige Flights an die Darts zu heften. So konnte man die nunmehr neun Darts auf der Scheibe dem jeweiligen Besitzer zuordnen. --- Deck 11, vor dem Casino Harry stand vor der Tür zum Casino und zögerte. Ein Teil von ihm drängte danach hineinzugehen und sich unter die Leute zu mischen, doch ein anderer wollte lieber kehrt machen und verlangte, dass er sich wieder in sein Büro zurückzog. Er selbst... Er war hin und her gerissen zwischen diesen beiden Optionen. Doch er hatte schon viel zu viel Zeit alleine verbracht und als Counselor hätte er sich selber den Rat gegeben wieder etwas mehr mit der Crew zu verkehren. Also warum fiel es ihm so schwer seinen eigenen Rat zu befolgen? Das Schott öffnete sich und zwei junge Ensigns kamen aus dem Casino heraus, nickten ihm lächelnd zu und verschwanden dann um der nächsten Ecke. In der kurzen Zeit, in der die Tür offen stand, sah Tanner Riddick und Perel. Er hatte früher schon mit beiden zu tun gehabt - besser gesagt, waren beide die einzigen Personen, mit den er bisher großartig etwas zu tun gehabt hatte. Also warum nicht auch jetzt wieder? Er straffte die Schultern, zog kurz an seiner grauschwarzen Uniformweste und betrat dann das Casino. --- Deck 11, Casino Während er auf Riddick und Perel zusteuerte, versuchte er zu lächeln. Als er sich näherte, sah er die Dartscheibe und sein Lächeln wurde etwas breiter. Auf der Akademie hatte er ganze Nächte mit heißen und aufregenden Dartpartien verbracht. "Sie spielen Dart?", fragte er freiheraus und fast sofort drehten sich beide zu ihm um. "Na klar, wollen Sie mitspielen?", fragte Dan sogleich und ließ ein Set bringen. Mila saß eine Weile an dem Tisch und beobachtete das Schauspiel an der Dartscheibe. Noch immer konnte sie einsteigen, denn einfach da sitzen war auch nicht das Wahre. Sie nahm ihren Drink und gesellte sich zu den Technikern. "Wenn Sie nichts gegen schiffsfremde Nicht-Techniker haben, wäre ich auch gerne dabei.", sprach sie Dan an. "Nein, warum sollten wir?", erwiderte der Bajoraner an Mila gewandt und sah zu dem Techniker am Replikator, "Noch 'n Set!", rief er ihm zu. Mila erkannte Harry Tanner, der sie in ihrem Quartier aufgesucht hatte, "Mr. Tanner, schön, Sie wieder zu sehen. Spielen Sie auch mit?", sprach sie den Counselor an. Tanner sah von Patterson zu Perel und wieder zurück und schließlich zuckte er mit den Schultern. 'Mein Counselor hat mir Gesellschaft verordnet', dachte er. "Wieso nicht.", antwortete er auf Pattersons Frage und nickte. Aliya nickte erst langsam, dann bestimmt "Langsam kommt es wieder." grinste sie. Bevor der erste den 'Qualifying' Pfeil werfen konnte, gesellte sich der Counselor und eine Offizierin der Ticonderoga zu ihnen "Je mehr desto besser." freute sich Aliya. Dan hatte soeben die beiden Sets erhalten und reichte eines an Mila weiter. "Tja, dann würde ich sagen, werfen Sie Ihren Pfeil, Lieutenant. Wer am nächsten zur Mitte trifft, fängt an.", forderte er die Halbbajoranerin auf. "Mila Patterson.", stellte sie sich den Anwesenden vor, "Nennen Sie mich einfach Mila, schließlich gehöre ich zur Ticonderoga." "Angenehm.", meinte Dan und führte Mila zur Linie. Die Halbbajoranerin nahm kurz Ziel und ließ ihren Pfeil in Richtung der Scheibe sausen. Doch sie verfehlte das Bull's Eye um knapp fünf Zentimeter. "Phaser sind mir lieber. Da weiß ich, wohin die schießen.", meinte sie mit einem Grinsen und überließ dem Nächsten die Scheibe. Aliya war nun wohl die nächste. Vielleicht sollte sie Augen schließen und gar nicht erst hingucken. Aber das hätte wohl zu ernsten Verletzungen geführt. Also tat Aliya ihr bestes und warf den Pfeil. Er traf sogar die Scheibe - was für Aliya ziemlich gut war. Allerdings traf er nur den äußersten Kreis der 1. "Ich hab auf die Mitte gezielt - ich schwör's." lachte Aliya. "Aber ganz so schlimm, wie Sie es angedroht hatten, war es auch nicht.", meinte Dan und warf seinen Dart. Er steckte nun unweit von Milas Dart, aber doch etwas weiter vom Bull's Eye entfernt. "Mit der Zeit gibt sich das schon, wenn Sie sich an ihre Darts gewöhnt haben.", sprach Mila aufmunternd zur Chefingenieurin der Victory. --- Deck 3, Quartier Yates, 18:30 Die Tür schloss sich hinter James und er lehnte sich an die nächste Wand, schloss die Augen und genoss die Dunkelheit und die Ruhe im Raum. Er hatte die letzte halbe Stunde bei seinen Teepflanzen verbracht. Nach und nach drohten diese in den Hintergrund zu rücken aufgrund der Arbeit, die er zu erledigen hatte. Und jetzt wo Lt. Cmdr. McKilian ausfiel würde es noch schlimmer werden. Dr. Miller hatte empfohlen die Schwerverletzten mit der reparierten USS Ticonderoga zur nächsten Sternenbasis, das war Starbase 211, zur weiteren Behandlung zu verlegen. Shyla Miller, die Chefärztin, hatte auf James Herold einen kompetenten Eindruck gemacht, es bestand daher kein Grund ihren Rat in Frage zu stellen und er hatte zugestimmt. Der Lauf der Reparaturen verlief recht problemlos und positiv. Die Techniker beider Schiffe hatten sich gut abgesprochen, Ens. Nyberg hatte guten Dienst auf der Brücke bei der Koordination geleistet und Lt. Cmdr. Izami hatte ihre Mannschaft auch gut im Griff. Und obwohl sich alles weitestgehend damit von selbst regelte und Yates wenige Fragen beantworten musste, hatte er keine Ruhe finden können, hatte es trotz mehreren Anläufen nicht geschafft, Ordnung in den Tag zu bringen und seine Arbeit ordentlich, sauber und entspannt zu verrichten. Zuviel war passiert, nicht nur heute, sondern auch an den letzten Tag, was seine Aufmerksamkeit erforderte, was er sich wenigstens der Information halber ansehen musste. Vieles war liegen geblieben im Zuge der Umstrukturierungen auf der Victory und der personellen Fluktuationen. Das war einer von den Tagen, so sagte sich James, den man aus dem Kalender streichen sollte. Er öffnete die Augen wieder und sah in sein dunkles Quartier. Nur ein wenig Licht fiel durch die Fenster ein. Als erstes streifte er die Uniformjacke ab, zog die Schuhe aus und das dunkelrote Uniformshirt, bevor er im Bad verschwand zum duschen. Zwanzig Minuten später war das Quartier hell erleuchtet, kraftvolle Musik spielte und James hatte frisch geduscht eine neue Uniform aus dem Schrank genommen und auf sein Bett gelegt. Als kommandierender Offizier war man eigentlich immer im Dienst. Er schüttelte den Kopf und hängte das Kleidungsstück zurück in den Schrank um nach etwas lockerem zu schauen. Die schwarze Hose war ja okay, aber darüber würde er ein einfaches weißes Hemd tragen. "Computer: Aufenthalt von Lieutenant Commander Izami." - "Deck 5, Offiziersquartiere." War die knappe Antwort. Vermutlich hatte der Quartiermeister sich nicht die Arbeit gemacht, die Raum-Nummern der Quartiere den einzelnen Personen zuzuweisen, das wäre auch zu viel gewesen. Er nahm den Kommunikator von seinem Glasschreibtisch und heftete ihn sich an die gewohnte Stelle. "Yates an Izami. Wie steht es um die Einladung zu einem Drink?" --- Deck 5, Quartier Izami, 18:30 Deirdra schreckte auf, ihr Kommunikator hatte gepiept. "Wa..?", wessen Stimme war das? Sie brauchte einen Augenblick, um wieder ganz da zu sein und Yates zu erkennen. Dementsprechend klang sie dann auch etwas verschlafen, aber fröhlich, als sie antwortete: "Sie steht noch, hoffe ich. Mich würde es freuen. In...", sie blickte an sich hinab und kalkulierte kurz, wie lange sie brauchte um von Bademantel auf Bar-tauglich zu wechseln. "... 10 Minuten an der Bar?", fragte sie. "Ähm, Moment.", fügte sie noch schnell an. "Wo genau ist die Bar auf Ihrem Schiff?" Auf der Ticonderoga war es ein leerstehendes Quartier auf Deck 2 gleich neben dem Casino gewesen, das man kurzerhand umfunktioniert hatte - man traf sich im '2-53' - und wer wusste, wie das hier war? --- Deck 3, Yates "Die Bar...", James überlegte einen Augenblick. Es gab eine Vielzahl von kleineren Bars und Räumen, wo man sich treffen konnte. Es war doch wahrscheinlich am besten, die große Bar auf Deck 11 zu wählen. Sie bot bei der Größe und Vielzahl von Gästen einen leicht anonymen Rahmen und war in direkter Nachbarschaft zu Kantine und der großen offiziellen Offiziersmesse - in der jedoch Uniformpflicht galt und den Offizieren im Dienst oder in Bereitschaft vorbehalten war. "Auf Deck 11 befindet sich unser Freizeitdeck, da befindet sich unsere Bar. Wir sehen uns dann gleich." Er hatte noch einige Minuten Zeit und machte sich die Haare noch und trug etwas Parfum auf bevor er sein Quartier verließ. Er wollte nach Möglichkeit einige Minuten vor der Dame in der Bar sein, um einen etwas abgelegenen, aber nicht zu ruhigen oder zurückgezogenen Tisch für zwei zu bekommen. Die Auswahl an diesen war eher gering und so war rechtzeitiges Erscheinen in der Bar durchaus wichtig. --- Deck 5, Quartier Izami, 18:30 Nach ihrem Rundgang durch die Notquartiere, einem weiteren Gespräch mit Ens. Nyberg und der Kontrolle einiger umgelagerter wissenschaftlicher Proben war Deirdra in ihr provisorisches Quartier zurückgekehrt und hatte erst einmal ausgiebig geduscht, um auch den letzten Jeffriesröhren-Staub aus ihren Haaren zu waschen. Danach hatte sie sich in einen Bademantel gewickelt, etwas gegessen und musste wohl auf dem Sofa eingenickt sein. Jetzt kehrte ihre Aktivität zurück. Sie warf den Bademantel auf das Sofa und machte sich auf die Suche nach etwas zum Anziehen. Sehr schnell war klar, ihre Uniform kam nicht in Frage. Die musste erst gereinigt und etwas ausgebessert werden. Eine neue replizieren? Nein, das wäre wohl zu förmlich. Auf der Ticonderoga hätte sie jetzt einen Kleiderschrank voll zur Auswahl gehabt, aber hier hatte sie im Moment nicht einmal Zugriff auf ihre Replikatormuster - wahrscheinlich waren da noch Reparaturen im Gange. Also blätterte sie durch den Standardkatalog, während sie ihre Haare bürstete und versuchte zu bändigen. "Computer, zeige schicke Freizeitkleidung, Herkunft Erde, Trill oder Risa, schlanker Schnitt." Sie sah sich einige der angeboteten Muster an. "Streiche Risa.", ergänzte sie ihre Anweisungen. Die angebotene Kollektion schien ihr doch etwas zu freizügig für ein erstes ... Date? War es ein Date? Nein... ein Drink unter Kollegen? Andererseits, Yates' Blick im Bereitschaftsraum hatte sie nicht übersehen... Egal, es war zu freizügig für eine unbekannte Bar, beschloss sie. Während sie mit den wenigen Kosmetika, die sie auf die Schnelle dem Replikator abgerungen hatte, noch zugange war, hatte sie ein passendes Outfit gefunden und ließ es passend auf ihre Maße replizieren: eine dunkelbraune Schlüpfbluse ohne Kragen, farblich passend zu ihren Haaren, dazu eine weiße, tief sitzende Hose. Accessoires wurden ein breiter Gürtel und eine lange goldglänzende Kette, deren Ende in ihrem Ausschnitt verschwand. Die erbetenen zehn Minuten waren so gut wie um, also unterließ sie weitere, vergebliche, Versuche, ihre Haare offen zu tragen, und fasste sie bis auf ein paar Strähnen im Nacken mit einer Spange zusammen. Auf Make-Up hatte sie größtenteils verzichtet - ihr Bad und die Zeit fehlten ihr einfach - und setzte ganz auf die dekorative Wirkung ihrer Trill-Pünktchen. --- Deck 11, 10 Minuten später Es war Yates gelungen, den erdachten Sitzplatz zu bekommen. Die Eingänge und Theke lagen nicht im direkten Blickfeld, die Fenstergalerie dagegen schon. Die Musik war hier dezenter als an anderen Plätzen, ohne es ruhig zu machen, Nachbartische konnten sicher kein Gespräch mithören und die Fülle der Bar entsprach ungefähr dem, was James Herold sich gedacht hatte, dadurch dass zwei Crews gerade an Bord waren. Sein Blick wanderte immer wieder durch die sich öffnenden Lücken der Gäste, auf der Suche nach der jungen Offizierin. Es waren fast 5 Minuten nach den avisierten 10 Minuten, als Deirdra die Bar betrat. Sie hätte die Verspätung mit der Größe und Unübersichtlichkeit des Schiffs erklärt, ein Mann hätte wahrscheinlich nur "Frauen!" gestöhnt und ein Vulkanier hätte klar festgestellt, dass sie zu lange vor dem Spiegel gestanden hatte. Aber sollte man für den perfekten Auftritt nicht zu spät kommen? Kaum dass die Türen sich geöffnet hatten, ließ Deirdra ihre Blicke schweifen, auf der Suche nach Yates, aber auch um sich die Bar genauer anzuschauen. und sie musste zugeben, es war um Welten besser als das '2-53'. Eine Fensterfront mit Aussicht, aber so gut besucht und mit gekonnt platzierten Tischen, dass die Gemütlichkeit trotz der Größe nicht verloren ging. Ein paar Schritte später, schlendernd wohlgemerkt, denn sie wollte nicht zu suchend wirken und außerdem gab es hier genug zu sehen, entdeckte sie Yates. Sie winkte ihm kurz zu und schob sich langsam aber zielstrebig durch die Leute. Als sie auf Höhe der Theke war, suchte sie Blickkontakt mit einem der Kellner. Sie zwinkerte ihm zu und blickte dann zu Yates' Tisch hinüber. Der Kellner nickte und sie erwiderte sein Lächeln. Ein bisschen Flirten konnte nicht schaden, wenn man dadurch schneller zu einem Drink kam. Dann war sie auch schon bei Yates angelangt, er saß an einem netten Zweiertisch und - wie sie gleich bemerkte - so, dass sie den Platz mit der besseren Aussicht bekommen würde. Ein wahrer Gentleman. "Guten Abend, Commander.", begrüßte sie ihn. "Ist hier frei oder erwarten Sie noch jemanden?", fragte sie mit einem bezaubernden Lächeln. Yates stand auf, als Izami sich dem Tisch näherte. "Der Platz ist für eine bezaubernde, gut aussehende junge Dame reserviert, mit der ich verabredet bin." Er zog ihr den Stuhl heraus. "Er ist nur für Sie.", lächelte James leicht verschmitzt zurück, bevor auch er sich wieder setzte. "Haben Sie den Tag gut überstanden? Dem Aussehen nach Ja." "Danke." Deirdra fühlte sich geschmeichelt. "Das liegt wahrscheinlich ganz an Ihrem Schiff, im Vergleich zur Nova-Klasse fühlt man sich wie auf einer Kreuzfahrt." Insgeheim dachte sich Deirdra, dass sie den Commander wohl richtig eingeschätzt hatte, es schien kein reiner Drink unter Kollegen zu werden - was ihr ganz und gar nicht unrecht war. James fragte sich, welche Position er auf dieser Kreuzfahrt hatte. Die letzten Tage, seit er das Kommando übernommen hatte, erinnerte ihn seine körperliche Talfahrt eher an die Maschinenknechte auf alten Kohlenschiffe, aber sie hatte ja eigentlich recht, die Victory war mit allerhand Luxus ausgestattet. "Ich weiß gerade nicht, auf welchem Deck ihr Quartier liegt. Ich hoffe sie kommen in den vollen Genuss unserer Ausstattung." "Ich bin auf Deck 5.", antwortete Izami. "Allerdings hatte ich noch gar keine Zeit, mich mit allen Annehmlichkeiten vertraut zu machen. Ich kann nur sagen, die Dusche war göttlich, der Bademantel kuschelig und das Sofa weich." Sie grinste ihren Gegenüber schelmisch an. "Wenn ich ehrlich bin, Sie haben mich bei einem Nickerchen erwischt." "Dann kann ich mich umso glücklicher schätzen, dass Sie das hier dem weichen Sofa und dem Bademantel vorziehen." Mit Deck 5 hatte Deirdra eines der leer stehenden Offiziersquartiere bekommen. Damit konnte sie vieles auskosten, um sich nach einem Tag wie heute zu erholen. "Was möchten Sie trinken? Ich sehe, der Kellner kommt, und er ist meist sehr kurz angebunden." "Gibt es hier eine besondere Spezialität, die Sie empfehlen können?", erkundigte sich Deirdra. "Ansonsten nehme ich einen Metropolitan." "Tut mir leid, so oft bin ich noch nicht in die Gelegenheit gekommen, hier in angenehmer Gesellschaft einen Drink zu nehmen. Aber Metropolitan hört sich nach einer guten Wahl an, ich erinner' mich daran, auf der Erde mal einen sehr gut gemixten getrunken zu haben." Der Kellner erreichte, gehetzt wie immer den Tisch. "So, was darf es sein?" "Für die Dame einen Metropolitan und ich nehme einen..." er sah zu Deidra. "Sex on the Beach." Deirdra musste breit grinsen und versteckte es schnell hinter ihrer Hand. 'Nein, das war kein Drink unter Kollegen.', musste sie denken, aber herrlich entspannend, jemand auf der gleichen Wellenlänge zu treffen. "Sie haben Glück, dass wir nicht daheim sind...", sagte sie geheimnisvoll. Auf Risa könnte diese Bestellung leicht anders enden. Ebenfalls lächelnd legte er den Kopf etwas auf die Seite und betrachtete Izami's Hals. Hatte er doch richtig gesehen, sie musste eine Trill sein, er wusste nicht viel mehr als das Allgemeinwissen, aber warum sollte der Drink auf Trill anders verstanden werden? Oder kam sie gar nicht von Trill? "Darf ich fragen wo Sie 'daheim' sind?" "Sie dürfen.", Deirdra lächelte verschmitzt. "Ich bin auf Risa aufgewachsen." "Oh." Er verstand nun besser. "Ich hatte bisher noch nicht das Vergnügen - aber wäre einem Besuch sicher nicht abgeneigt. Eine schöne Heimat. Warum verlässt man ein solches Idyll?" "Da hat wahrscheinlich mein Vater schuld daran. Er ist ebenfalls bei der Sternenflotte und als ich noch kleiner war, habe ich ihn in den Ferien immer in den entlegensten Gegenden besucht. Das weckt das Fernweh.", für einen Moment sah sie verträumt aus, als sie an diese Zeit zurückdachte. Wie verschieden die Motive für die Raumfahrt waren, dachte James Herold, wenn er an seine eigene Motivation zurückdachte und die Erinnerung an die Entscheidungsgrundlage setzte sich wie ein trübender Film auf seine gute Stimmung, die er hatte, aber er hatte das Ziel erreicht und seine Einstellung hatte sich auch geändert. "Ich kann jeden verstehen, der zu den Sternen reisen will. Schön das Sie sich dazu entschlossen haben." "Ja, ich möchte auch keinen Moment missen. Allerdings habe ich in meinen ersten Jahre so gut wie nie die Sterne zu Gesicht bekommen. Ich war auf einem Beobachtungsposten für Prä-Warp-Kulturen, im tiefsten Dschungel unter einer dichten Wolkendecke." Inzwischen war der Kellner zurückgekehrt und stellte die beiden Cocktails ab: Einen reich verzierten vor Yates und ein sehr schlichtes Glas mit nur einem schmalen Orangenschalenstreifen vor Deirdra. Der Kellner hielt sich angenehm im Hintergrund, um nicht zu sagen, verschwand wortlos. "Wie sind Sie zur Sternenflotte gekommen?" Lachend fügte sie sich hinzu. "Ich glaube, es gibt kein Gespräch unter Offizieren, bei dem diese Frage nicht gestellt wird." "Bei mir ist die Geschichte nicht ganz so schön. Meine Cousine war in der Flotte und kam ums Leben. Es war immer ihr Wunsch, die Sterne zu bereisen und sie war so motiviert. Ihr Lebensziel war das Kommando über ein Raumschiff. Nach ihrem Tod hab ich mich dieser Aufgabe verschrieben. Und jetzt sitze ich hier und bin Kommandant." Er nahm einen Schluck aus dem Strohhalm. Dieser Cocktail war seit seinen Studententagen sein absoluter Lieblingsdrink. Da kam nur ein guter Whisky nah heran, aber den konnte er nur alleine und in Ruhe genießen. "Ich bin übrigens James Herold, für Freunde auch Jimmy, so nannte mich mein Großvater, wir brauchen nicht so förmlich sein, glaube ich." Während James seine 'Geschichte' erzählte, war Deirdras Miene ernster geworden. Ja, er hatte recht, die Sternenflotte bestand nicht nur aus enthusiastisch Entdeckern. "Nennen Sie mich Deirdra.", stellte sie sich vor und prostete James zu, bevor sie einen Schluck ihres Cocktails probierte. Sehr gut, für einen Moment schloss sie die Augen, als er ihre Kehle hinabfloss. "Ich will jetzt nicht unhöflich sein.. Jimmy.. aber bist du nicht noch ziemlich jung für ein eigenes Kommando?", fragte sie neugierig. Er grinste. "Ja, die Frage ist sicher angebracht und um ehrlich zu sein, habe ich das alles widrigen Umständen zu verdanken. Der Captain ist unbekannt erkrankt und hat vor einigen Tagen erst das Schiff verlassen. Darauf wurde mir das Kommando übertragen - ohne Beförderung zum Captain, denn dazu bin ich scheinbar wirklich noch zu jung." Er sah durch die Reihen in der Bar. "Aber wenn ich es richtig im Kopf habe, liege ich über dem Altersdurchschnitt der Victory. Wir sind das Schiff mit der jüngsten Besatzung der ganzen Flotte." "Dann ist es ja noch nicht zu spät zum gratulieren: Herzlichen Glückwunsch zum eigenen Kommando und unbekannterweise gute Besserung an den Captain." Deirdra war Yates' Blick gefolgt. "Ja, ich muss sagen, ich fühle mich recht wohl hier. Auf der Ticonderoga sind wir... wie soll ich das jetzt sagen, ohne dass es zu schlimm klingt ... etwas verstaubter. Ich zähle mich zu den jüngeren Offizieren und ein vulkanischer Captain hebt den Durchschnitt alleine schon um einige Jahre." Yates hob sein Glas ein Stück. "Danke für die Glückwünsche. Ich muss sagen, ich fühle mich auch wohl mit einer so jungen Crew. Uns fehlt vielleicht etwas Erfahrung, aber die machen wir durch Naivität wieder wett. Ich habe einen guten Draht zur Crew, dadurch dass man vom Alter nicht so weit auseinander ist und kann ein sehr offensives und mutiges Herangehen an alle Herausforderungen erkennen. Das wäre sicher anders, wenn der Schnitt 10 Jahre höher läge." Er dachte nach. "Sie... Du, würdest gut zu uns passen.", denn James konnte sich gut vorstellen Deirdra öfter und länger um sich zu haben. Ihre Art und ihr Aussehen hellten seine Stimmung auf. "Auch wenn ich es mir denken kann und es etwas persönlich ist, aber wie kommt man zu solche wunderbaren Trill-Flecken, wenn man von Risa stammt?" "Wenn ihr mal einen neuen Chef-Wissenschaftler sucht, sag mir bescheid, ich werde sofort mein Versetzungsgesuch einreichen.", scherzte Deirdra, dann ging sie auf James' Frage ein. "Ja, die Trill-Flecken.", sie lächelte wissend, während sie mit dem Stiel ihres Glases spielte. "Die habe ich von meinem Vater. Er hatte Landurlaub auf Risa und ... wie es auf Risa gern passiert...", sie grinste breit."... trafen sich er und meine Mutter, hatten einen kleinen Urlaubsflirt und ich war das Resultat. Bis dahin galten Trill und Risaner als so gut wie inkompatibel." Schnell fügte sie hinzu. ".. aus genetischer Sicht." Der Commander sollte ja keine falschen Vorstellungen bekommen. "Ein medizinisches Wunderwerk sitzt mir gegenüber.", machte James einen kleinen Witz. "Wie es auf Risa gern passiert. Da frage ich mich, wieviel hast du von deiner Mutter?" Er nahm noch einen Schluck vom Cocktail. Deirdra verschluckte sich beinahe. James war ganz schön forsch. "Die Hälfte würde ich schätzen." Sie stellte ihre Drink ab und machte eine vage, abschätzende Handbewegung. "Aber in Kombination mit der Abenteuerlust meines Vaters ...", sie zwinkerte Yates zu. "Also ich finde es optimal." Bisher kam Deirdra mit seiner Art gut zurecht. Er sprach aus, was er dachte, und außerhalb vom Dienst, in der Bar, bei einem Drink und guter Begleitung hatte er auch keine großen Probleme zu gucken, wie weit er gehen konnte. 'Würde sich ein Flirt lohnen?' fragte sich James. Im Grunde war er schon dabei. Aber er würde dezenter sein müssen und mehr Fingerspitzengefühl zeigen, wenn er nicht nur durch Sprüche auffallen wollte. "Optimal passt schon ganz gut, glaube ich. Da fällt mir ein, hast du schon etwas gegessen?" Wie zur Antwort knurrte Deirdras Magen, und sie hielt schnell ihre Hand darauf. "Nein, wie du hörst, nichts richtiges.", sie grinste. "Ich habe mir nur ein Sandwich zaubern lassen." "Wenn ich dazu dann einen Tipp geben darf. Ich habe gehört, dass nicht alle Gerichte hier so gut serviert werden - da hat sich ein Koch wohl an den Rezepten zu schaffen gemacht. Das soll angeblich behoben sein, aber natürlich würde ich auch mein Quartier dafür anbieten. Mir geht es nämlich nicht anders, wenn ich die Deko vom Cocktail nasche, ist das das einzige seit Stunden." "Köche und ihr Ego.", Deirdra verdrehte im Spaß die Augen. Ihr Cocktail war auch schon fast leer, Reden machte durstig. "Zum Dank für die Rettung würde ich dich ja auch gerne auf ein echt risanisches Essen einladen, aber ich habe vorhin festgestellt, dass ich keine Verbindung zu meinen Replikatormustern auf der Tico bekommen, mir fehlen die Kommandocodes für den Prioritätszugriff." Sie blickte ratlos und zuckte die Schultern. "Mit Bordmitteln kriege ich höchstens einen Nachtisch hin." "Ich habe nie behauptet, dass ich Kochen kann oder gar ein Rezept programmieren, ich habe lediglich ein geräumiges Quartier, wo man in Ruhe essen und trinken kann." Und reden konnte man dort selbstverständlich genau so gut wie hier, nur waren weniger Ohren anwesend und seine Sofagarnitur möglicherweise auch bequemer und entspannender. "Was die Replikatormuster angeht - ich denke den Zugriff sollte ich von meinem Schreibtisch aus auch hinbekommen." "Du brauchst Dir nichts dabei denken, wenn du nicht kochen kannst. Ich ernähre mich auch größtenteils aus dem Replikator und was risanische Nachtische angeht, sie sind recht ... einfach zuzubereiten." Ob James den Hinweis verstand? "Ich verstehe." Oder zumindest glaubte er das und machte sich daran den letzten Schluck aus dem Glas zu trinken. "Dann war das die Vorspeise und auf den Hauptgang kann man verzichten?" "Oh, nein.", Deirdra protestierte grinsend. "Hauptgang in deinem Quartier, bei einem funktionierenden Replikator und reichlich. Sagt jedenfalls mein Magen." Sie trank den letzten Tropfen aus ihrem Glas. "Wollen wir gleich starten?" Dass James so herzhaft lachen musste wie jetzt gerade, passierte ihm auch selten. So leicht zu kriegen wie es gerade schien, war sie also doch nicht. "Das Angebot, dich zu mir einzuladen würde ich um nichts in der Welt zurückziehen. Und ich hab auch ein paar edle Tropfen nach denen sich der Barkeeper hier die Finger lecken würde. Da finden wir sicher auch etwas, was gut dazu passt und den weiteren Abend begleiten kann." Er stand auf, um ihr die Hand zu reichen beim aufstehen. "Das klingt doch wunderbar." Leicht wie eine Feder legte sie ihre Hand auf Yates' und stand auf. Ihre Hand war wunderbar zart und James Augen wussten gar nicht mehr, was sie machen sollten. Er war es gewohnt von sich selbst, dass seine Blicke beim anderen Geschlecht gerne mal an den schönen Augen, Haaren oder den langen Beinen klebten, aber nun kamen auch noch diese faszinierenden Flecken dazu und er stellte sich eine Frage, die sich wohl schon viele fragten: 'Sind die überall?' "Dann darf ich dich zu einem Abend zu zweit entführen." Er legte seinen Arm um ihre Taille und steuerte den Ausgang der Bar an. Deirdra lächelte James an, als er den Arm um sie legte, er fühlte sich muskulös an, stark, männlich. "Gerne.", antwortete sie nur kurz, aber gefühlvoll und schmiegte sich sanft an ihn, als sie zur Tür gingen. Den Ausdruck auf James' Gesicht konnte man interpretieren zwischen 'glücklich & zufrieden' und 'Yeah, ich bin der absolute Sieger!'. Was es gerade war, wusste James selbst nicht so genau. Er hatte seinen Arm um Deirdras Taille gelegt. Sie fühlte sich zart und weich an und er hatte das Gefühl sehr behutsam mit ihr umgehen zu müssen, damit so etwas wertvolles nicht zerbricht. Er fühlte sie an seiner Seite und so nah wie sie sich waren, konnte er sie riechen und fragte sich, jetzt wo er teilweise wusste, wie sie sich anfühlte und roch, wie sie schmecken würde. Er bekam Hunger, nicht nur auf das Essen, was den beiden bevorstand. --- Korridore Silvy hatte schlechte Laune. Sie hatte sich den gesamten Nachmittag mit den widerspenstigen Cardassianern herumgeärgert. Diese Proleten hatten ständig versucht, sie zu provozieren, indem sie anzügliche Bemerkungen gemacht hatten. Nun hatte sie endlich Feierabend. Sie hatte beschlossen, nicht mit dem Turbolift zu fahren, sondern zu ihrem Quartier zu laufen, um sich ein wenig abzureagieren. Schwungvoll lief sie um eine Ecke und stieß prompt mit jemandem zusammen. Klasse, das hatte ihr gerade noch gefehlt. Sie war drauf und dran, denjenigen anzufahren, als sie aufsah und bemerkte, dass Dave vor ihr stand. "Oh, ich.", stammelte sie. "Hallo!". Zum Glück hatte sie nicht gleich losgemeckert. Wirklich konzentrieren konnte sich Dave nicht mehr. Seine Augen waren schwer, halb geschlossen und auf den Boden gerichtet. Seine Beine und Arme taten weh und alles an ihm war müde. Die Uniformjacke geöffnet, die Ärmel hoch geschoben wie immer schlurfte Bowman durch die Korridore. Noch eine Kreuzung, wo er die Richtung wechseln musste und dann waren es nur noch ein paar Meter bis zum Quartier und dem Bett auf das er sich fallen lassen würde. Ein wenig ausruhen, etwas essen und trinken und später noch in den Maschinenraum seinen Schrank vervollständigen und abschließen für den nächsten Tag. Er sah die Ecke vor sich, setzte langsam und schwer einen Fuß vor den anderen und schloss die Augen um sie etwas vor dem hellen Licht zu schonen - er hatte sich genug beansprucht heute, als er weich, aber unerwartet auf Widerstand stieß und sogleich das Gleichgewicht verlor und rückwärts auf den Boden segelte und sich nur aus Reflex auffangen konnte, um nicht auf das Steißbein zu fallen und womöglich zu prellen. Vom Boden aus mit zusammengekniffenen Augen und total wortlos schaute Dave nach oben und sah Silvy da stehen. Ihr Gesicht verriet, dass sie wohl auch keinen besseren Tag hatte und ihr Tonfall sagte ihm, dass sie alle anderen außer ihn möglicherweise anders angesprochen hatte als mit 'Hallo' "Hi Silvy.", brachte Dave hervor und stand wieder auf. Er lehnte sich an die Wand an. "Wie geht es dir?" "Frag lieber nicht! Diese bescheuerten Cardassianer.", beantwortete Silvy Daves Frage. "Ich nehme an, du hattest auch einen anstrengenden Tag bei den vielen Reparaturen?" Sie merkte, wie ihre Laune begann sich zu bessern. Die Aussicht auf ein nettes Gespräch mit Dave stimmte sie fröhlicher und sie hörte auf, sich über die Cardassianer aufzuregen. "Ich weiß nicht, ob du es gehört hast, aber während des Gefechts gab es eine Explosion mit einigen Verletzten, zum Teil schwer. Die Kampfbrücke und ein Korridor sind in Flammen aufgegangen und haben die Stabilität ziemlich gefährdet. Weil alle mit der USS Ticonderoga beschäftigt sind, hab ich die Neu-Planung von dem Abschnitt und den Wiederaufbau übernommen." Er wuschelte sich durch die Haare. "Ist eigentlich nicht gerade mein Fachgebiet, entsprechend länger brauche ich vermutlich für die einzelnen Schritte aber ich will an alles denken." Noch immer war Dave an die Wand angelehnt, stieß sich jetzt aber ab und kam einen Schritt auf Silvy zu. Der Abend zuvor war ihm immer noch im Kopf und es war schön, dass er sie so zufällig wiedergetroffen hatte. "Was hast du heute noch so vor?" "Das hört sich ja nach viel Arbeit an.", antwortete Silvy Dave. "Aber jetzt ist ja zum Glück erst einmal Schluss für heute." So ein Zufall, dass ihr gerade Dave begegnet war. Der gestrige Abend hatte ihr gut gefallen und sie hoffte, dass sie es sich bei ihm wegen ihres Sohnes nicht vollkommen verscherzt hatte. "Was ich heute Abend vorhabe? Nun, erstmal eine schöne, ausgiebige Dusche. Danach brauche ich auf alle Fälle was zu essen. Wie sieht es bei dir aus?" Ein gemeinsames Abendessen im Casino wäre schön. "Ich hab heute weder besonders viel gegessen noch getrunken." Gab Dave zu "Und das mit der Dusche hört sich auch sehr verlockend an." Er rieb sich über die Wange "Und eine Rasur ist wohl auch noch fällig. Sagen wir einer dreiviertel Stunde? Und wenn du mir sagst wo dein Quartier ist hol ich dich zum Essen ab." "Mein Quartier ist auf Deck 12. Wenn du aus dem Turbolift steigst gleich das erste rechts.", antwortete Silvy. Dave schien ihr wegen gestern also nicht böse zu sein, darüber war sie glücklich. "Eine dreiviertel Stunde hört sich gut an. Das langt, um entspannt zu duschen.", lächelte sie ihn an. Dabei war sie schon am Überlegen, was sie anziehen sollte. "Super.", lachte Dave. Er mochte Silvy irgendwie leiden. Klar, sie war nett und charmant und dazu noch attraktiv, was ja nie verkehrt war, aber da war noch irgendwas. Man kann es nicht ausdrücken, aber man fühlt es. Bei jedem Wort, das man hört, jedes Mal, wenn man in die Augen sieht. Wie ein kleines Feuer. "Dann bis gleich." "Ja, bis dann!", entgegnete Silvy freudig. Schnell machte sie sich auf den Weg in ihr Quartier. Ihr Ärger war wie weggepustet, und im Nachhinein konnte sie über die blöden Sprüche der Cardassianer sogar lachen. Das waren vielleicht Figuren. --- Deck 11, Quartier Bowman Dave war erstmal auf sein Bett gefallen, drückte die Augen fest zu und rieb sich die Augen. Er könnte jetzt gut eine Massage gebrauchen. Sein Nacken und Rücken waren so verspannt von der Arbeit. Aber eine warme Dusche würden sicher auch schon reichen für den Anfang. Den Rest würde der Abend ja noch bringen können, dachte er sich und musste lachen als er sich selbst beim Phantasieren ertappte. Bowman ging zum Replikator "Ein Glas Limonade, Orange, kalt." Er trank es in einem Zug aus, stellte es zurück und tappste durch seinen Raum mit dem Ziel Dusche und alle paar Schritte landete ein Kleidungsstück mehr auf dem Boden: Schuhe, Jacke, Shirt, Hose... Dreißig Minuten später war eine Denim-Jeans und ein Polo-Shirt aus dem Schrank genommen und angezogen. Noch zwei weitere Gläser Limonade waren getrunken und Parfum aufgetragen. Er schaute auf die Uhr. Er hatte noch 5 Minuten, um zu ihrem Quartier zu kommen. Das würde reichen. Er konnte zwar nicht aus eigenen Erfahrungen sprechen, aber vermutlich war sie eh nicht in der Zeit fertig und würde ihn warten lassen - und er würde es bereitwillig tun. --- Deck 5, Quartier Haris Lexi hatte sich nach Dienstschluss in ihr Quartier verzogen. Der Tag war anstrengend gewesen und sie freute sich jetzt erst einmal auf eine schöne heiße und entspannende Dusche. Sie streifte sich ihre Uniform ab und steckte sie gleich in den Recycler, bevor sie ins Bad ging. Sie hoffte, dass Tage wie dieser nicht all zu oft auftraten und sie hoffte, dass es den übrigen Verletzten bald wieder besser ging. Aber wenigstens hatte der Stress sie davon abgehalten, weiter über Annas Worte nachzugrübeln, sie war ja eigentlich schon zu einem Schluss für sich gekommen, bevor sie zum Dienst gegangen war. Sie ließ das heiße Wasser erst einmal über ihren Körper rinnen, bevor sie sich eine ruhige halbe Stunde auf dem Sofa mit einer heißen Tasse Tee und einem guten Buch. Schließlich legte sie das Buch bei Seite, warf noch einen kurzen Blick in den Spiegel, ob sie 'ausgehtauglich' aussah und verließ ihr Quartier in Richtung Casino. --- Deck 11, Casino Lexi sah sich kurz an der Tür um. Ihr gewohnter Tisch am Aussichtsfenster zum Garten war noch frei, was doch verwunderlich war, wo das Casino so voll war, aber so hatte sie wenigstens ihren Stammplatz. Sie ging - mit einem Umweg über den Replikator - auf die kleine Sitzecke zu. Vielleicht kam Anna auch irgendwann am Abend und sie konnten vielleicht ungezwungen reden. So ganz ließ sie das Gespräch nicht in Ruhe, aber weniger der Umstand, dass Anna sie zurecht gestutzt hatte, störte sie, sondern mehr die Tatsache, dass Anna es überhaupt tun musste. Gedankenverloren blickte sie für einen Moment durch die Sichtscheibe in den Garten runter. --- Deck 12, vor dem Quartier LaPlace Pünktlich auf die Minute hatte Dave den Lift verlassen und war zu der Tür gegangen. Er schaute auf den Türöffner ob der Name richtig war, ja war er, und betätigte den Summer. --- Deck 12, Quartier LaPlace Auch ihre Müdigkeit war nun verschwunden. Nach einer ausgiebigen warmen Dusche und einem Tee war ihre Laune wieder bestens. Sie freute sich auf ein gemütliches Abendessen mit Dave. Und danach. Wer konnte das schon wissen. Er gefiel ihr sehr gut und sie fühlte sich in seiner Anwesenheit wohl. Silvy zog eine Jeans an und ein dunkelrotes Oberteil mit einem tiefen Ausschnitt, jedoch nicht so tief, das es geschmacklos wirkte. Sie hoffte, dass es Dave gefallen würde. Nachdem sie sich etwas geschminkt hatte sah sie auf die Uhr. Perfekt, sie hatte noch 5 Minuten Zeit. Sie ließ sich auf dem Sofa nieder um noch ein paar Minuten zu entspannen. Pünktlich ertönte der Türsummer. "Herein." rief Silvy, und während sich die Tür öffnete, stand sie vom Sofa auf. "Hallo, Dave!", hauchte sie und wurde dabei ein kleines bisschen rot. Sie kam sich vor wie ein kleines Mädchen, das seinen ersten Freund trifft. "Wow." raunte Dave leise, er hatte die leichte Färbung in Silvys Gesicht erkannt, fand dass sie ihr stand und wollte es noch ein wenig weiter bringen. Absichtlich musterte er sie von Kopf bis Fuß gerade langsam genug um wirklich alles an ihr zu sehen. "Hab ich dir schon gesagt, wie du aussiehst? Wenn nein: Du siehst verdammt gut aus." Er lächelte sie an und hielt ihr seine Hand entgegen, damit sie gemeinsam gehen konnten etwas Essen und Trinken und ein wenig reden... Verlegen lächelte Silvy Dave an. "Und du siehst auch gut aus!", antwortete sie ihm, obwohl das vielleicht eine blöde Antwort war. Sie ergriff seine Hand, und gemeinsam verließen sie das Quartier. Mit dem Turbolift fuhren sie bis zum Casino. --- Deck 11, Casino Immer noch Hand in Hand betraten Dave und Silvy das Casino. Silvy sah sich um, es war ganz schön was los. "Da hinten ist noch ein Tisch frei, komm!", sagte sie und zog Dave hinter sich her zu dem freien Tisch. Die Frau wusste was sie wollte, soviel war schon mal klar. Dave hielt ihre Hand fest und passte auf, dass er dicht an Silvy dran blieb. Zielstrebig navigierte sie sich und ihn durch die Leute zu einem kleinen freien Tisch. Er zog den Stuhl hervor und wartete bis sie Platz genommen hatte, ehe auch er sich ihr gegenüber setzte. So konnte er sie gut anschauen, die schöne Aussicht genießen und ihr ab und zu ein Lächeln rüberschicken, was seine Wirkung hoffentlich auf Dauer nicht verfehlte. "Gestern hatten wir italienisch und ich hab ausgesucht. Ich würde sagen heute bist du dran." Endlich etwas Ruhe und was Leckeres zu essen. Darauf freute sich Silvy sehr, ebenso wie auf einen schönen Abend mit Dave. "Okay, dann bin also ich dran mit aussuchen. Lass mich mal überlegen." Kurz darauf kam auch schon ein Holokellner. "Wir nehmen Schweinefilets in Waldpilzsoße mit den leckeren selbst gemachten Spätzle unseres Küchenchefs." bestellte Silvy. "Dazu bitte zwei dunkle Hefeweizen." Der Holokellner machte sich direkt auf den Weg in die Küche "Ich dachte nach dem Tag kann ich etwas deftiges zu essen gebrauchen!", lachte Silvy Dave an. "Das hört sich doch schon mal verdammt lecker an." Normalerweise versuchte Dave seinen Tagesbedarf mit vielen kleinen Mahlzeiten zu decken, das war ihm heute nicht gelungen, da würde so ein deftigeres Essen seine Reserven wieder auffüllen. Und gegen ein gutes Weizen hatte er eigentlich auch nie was. Er schaute ihr ganz verträumt und tief in die Augen. "Deine Augen ... sie sind so faszinierend und schön." Er grinste leicht verlegen und schaute auf den Boden. "Das war jetzt wohl ein bisschen sehr Klischeehaft, was. Es war aber ernst gemeint. Ich habe lange, lange Zeit niemanden mehr getroffen bei dessen Blicke und Lächeln so ein ... Kribbeln ist." Silvy errötete. "Danke schön, das ist ein schönes Kompliment!", hauchte sie verlegen. Normalerweise war sie nicht schüchtern, aber in diesem Moment fiel es ihr schwer, ihre Gefühle auszudrücken. "Mir geht es genau so. Dieses Kribbeln habe ich schon lange nicht mehr gespürt!", gestand sie. Sie griff mit ihrer Hand die seinige, die auf dem Tisch lag und strahlte ihn an. Der Holokellner kam mit den Getränken und verschwand dann schnell wieder. Silvy nahm das Glas in die noch freie Hand. "Auf uns, und auf einen schönen Abend!" Dave war über sich selbst erstaunt, wie offen und direkt er gewesen war. Doch noch erstaunter war er über die Reaktion, die Silvy ihm entgegen gebracht hatte. Sie fühlte wohl wie er und hatte auch den Mut es ihm zu sagen. Das brachte ihn auseinander. "Mit dir wird es ein wunderschöner Abend werden.", hob auch er sein Glas und nahm einen großen Schluck. Es tat gut. Erfrischend und spritzig. "Ich glaube wir werden noch öfter hier zusammen sitzen, was. Und das freut mich. Was hast du heute noch so vor?" Silvy lächelte glücklich. "Was ich heute noch vorhabe? Nun, erst einmal mit dir zusammen ein leckeres Abendessen genießen und mich dabei wunderbar unterhalten. Und danach? Nun, der Teil der Planung ist noch nicht ganz abgeschlossen, ich bin offen für alles.", sagte Silvy und grinste Dave frech an. Gespannt wie er auf ihre Anspielung reagieren würde, nippte sie an ihrem Bier. Dave lachte "Du bist der Wahnsinn.", brachte er schmunzelnd heraus auf Silvys Kommentar. Das Essen kam rechtzeitig zu einem weiteren Magenknurren und Bowman machte sich genau wie Silvy über das Essen her. Das Gespräch war für die Zeit kurz unterbrochen. Beide hatten wirklich Hunger und ließen keine Reste zurück. Satt und zufrieden lehnte sich Dave zurück. Im Casino war es immer noch recht voll und neue Leute kamen um zu Essen und dabei den Ausblick auf den Garten zu genießen. "Gehen wir noch etwas trinken in der Bar?" fragte er sie. Schweigend hatten sie das leckere Essen genossen. "Das war gut, genau das was ich noch gebraucht habe. Jetzt fühle ich mich wieder richtig wohl!", lächelte Silvy. "Ja, auf einen Drink hätte ich Lust!", antwortete sie dann auf Daves Frage und stand auf. "Auf geht's, alter Mann!", grinste sie, als Dave ihr nicht gleich folgte. "Alter Mann?", fragte Dave verblüfft und lachte. "Na warte, ich zeig dir gleich, was der alte Mann noch alles so kann.", und sprang auf, war mit zwei großen schnellen Schritten bei Silvy und fasste sie von hinten um die Taille und hob sie etwas vom Boden hoch. "Du willst doch wohl nicht etwa weglaufen. Oder guckst du nur ob ich dir dann nachlaufe, hm? Keine Angst. Tue ich." Er ließ sie wieder auf den Boden und legte seinen Arm hinter ihren Rücken und führte sie so zum Ausgang. Als Dave sie hochhob, reagierte Silvy mit einem leisen Aufschrei. Doch sie fühlte sich in Daves Armen sehr wohl, uns sie verließen zusammen das Casino. --- Deck 11, Bar Sie hatten einen der begehrten Plätze an der Theke erwischt, etwas am Rand so das man nicht total im Mittelpunkt stand aber man wurde wenigstens direkt bedient. "Also was darf es für dich sein? Vielleicht etwas was schnell hemmungslos macht?" "Schnell hemmungslos? Das klingt gut!", lachte Silvy. "Du bist ganz schön direkt. Ich nehme glaube ich einen Swimming Pool, ich habe Lust auf einen Cocktail, auch wenn Kokosnuss nicht ganz oben auf der Liste der Aphrodisiaka steht." 'Meint die das Ernst oder ist das Spaß?', fragte sich Dave in Gedanken und musste schmunzeln, bis der nächste Gedanke kam, ob er selbst es nur aus Spaß meinte oder doch Ernst. Man merkte es an den Blicken und den Lächeln zwischen den beiden, dass es sich hier nicht nur um Kollegen handelte, die kein Interesse aneinander hatten. Aber wie weit ging das Interesse? Er war sich selbst nicht ganz sicher, aber wollte nun wirklich nicht in die Nachdenklichkeit und Unsicherheit verfallen und ließ die Gedankenblase fallen. "Ein Swimming Pool... okay, dann nehme ich einen dazu passenden SOTB." Ein kleines Handzeichen an die Bedienung hinter der Theke und schon fing der Barkeeper an aus den passenden Zutaten die Cocktails vor den durstigen Augen der beiden, alles frisch zuzubereiten. Replikatoren waren hier verpönt, auch wenn die Synthenolzutaten wohl genau da her stammten. Die Getränke kamen und Dave stieß mit seinem an ihr Glas "Auf eine schnell fallende Hemmschwelle.", grinste und trank einen ersten Schluck. Tiefe Blicke in die Augen, Lächeln, Schweigen, das mehr sagte als Worte und ein wenig Small Talk und Witze vergingen bis der Cocktail und auch die nächsten geleert waren. Es war schon spät und Silvy auch sichtbar müde. Dave ging es nach dem harten Tag nicht anders, konnte es aber besser verstecken. "Darf ich dich zu deinem Quartier bringen?", fragte er sanft und legte seinen Arm wieder um sie. Sie nickte und schmiegte sich an seine Schulter. Verträumt und eng aneinander verließen beide die Bar. --- Deck 12, Quartier LaPlace Schon nach wenigen Minuten hatten sie das Quartier von Silvy erreicht und sie stand in der offenen Tür, die Arme um seinen Hals gelegt und er seine um ihre Taille. "Ein schöner Abend.", hauchte sie ihm zart ins Ohr. "Er war schön, weil es ein Abend mit dir war.", antwortete Dave und lächelte sie noch einmal tief an. "Sehen wir uns morgen?", fragte er. "Natürlich. Meld dich wenn du Zeit hast." Bowman nickte, kam ihr näher und gab ihr einen Kuss auf die Wange. "Schlaf gut und träum was schönes." "Danke, du auch." Die Umarmung der beiden löste sich langsam, ihre Hände glitten auseinander und Dave trat zwei Schritte zurück. "Gute Nacht Silvy." Die Tür schloss sich als sie in ihr Quartier ging und ihm noch einmal zuwinkte, dann schlenderte auch Dave zu seinem Quartier und fiel müde ins Bett. Der nächste Tag würde wieder viel Arbeit mit sich bringen, aber abends auch die verdiente Belohnung, wenn er Silvy wieder sah. --- Deck 3, Quartier Nyberg Schichtende. Überstunden. Heimkommen. Abendessen auf dem Sofa. Nebenher Nachrichten vorlesen lassen. Anna war erschöpft, der Tag war stressig gewesen. Sie schob den Teller auf den Tisch, legte die Beine hoch und schloss die Augen. "Computer, spiel' was aus der Entspannungsplaylist..." Harfentöne schwebten durch Annas Quartier, sie lehnte sich zurück. 'Endlich Ruhe.', dachte sie. Zeit zum Nachdenken. Zuviel Zeit. Annas Gedanken drifteten zu Lexi ab. Das war keine Entspannung mehr, aber einfach schnell abschütteln ließen sie sich nicht. Kaum waren sie weg, tauchten die Gefühle von heute morgen wieder auf. Widerwillig raffte sie sich wieder hoch. "Computer, Aufenthaltsort von Lexi Haris?" - "Lieutenant Haris befindet sich im Casino." Anna seufzte auf. Sie würde eine Runde auf dem Deck spazieren gehen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Es war zwar etwas hinterlistig, aber so würde sie Lexi nicht über den Weg laufen. --- Deck 3, Korridore Anna war bei ihrer zweiten Runde und bereute es, nicht auf das Holodeck oder in den Sportbereich gegangen zu sein. Hier war einfach zuviel los, um Ruhe zu finden, sie traf bekannte Gesichter, quatschte hier und da. Gerade vorhin hatte sie Commander Yates vor sich aus dem Turbolift kommen sehen, mit einer Frau im Arm, eng aneinandergeschmiegt. "Also doch ein Weiberheld.", dachte Anna. Wie sie vermutet hatte. Kaum war 'Frischfleisch' von der Ticonderoga an Bord, konnte er sich wohl nicht zurückhalten. Immerhin hatte er Geschmack, denn Anna meinte, von hinten Lt. Cmdr. Izami erkannt zu haben, und die sah ja recht süß aus und nett war sie auch, wie Anna heute bei der Zusammenarbeit hatte feststellen können. --- Deck 3, Quartier Nyberg Nach der dritten Runde kehrte Anna in ihr Quartier zurück. Vielleicht würde Plan B helfen: Lesen bis zum Einschlafen. Vorher streifte sie die Uniform ab, verschwand im Bad und machte es sich dann im Pyjama mit einer Decke auf dem Sofa bequem. Sie nahm das PADD, das auf dem Sofatisch lag und suchte die Stelle, an der sie das letzte Mal aufgehört hatte, allerdings entschied sie sich diesmal fürs Vorlesen-lassen. Bisher hatte diese Familiensaga mit ihren vielen Wiederholungen und Parallelen sie immer eingeschläfert. Irgendwann heute nachte würde sie dann vom Sofa ins Bett umziehen. --- Deck 11, Casino Lexi hatte lange im Casino gesessen und ihren Gedanken nachgehangen. Da sie auch keiner groß angesprochen hatte, außer einmal kurz ein Kellner, ob er ihr Geschirr vom Essen abräumen konnte, hatte sie nicht wirklich bemerkt, wie die Zeit verstrichen war. Als die Hintergrundgeräusche langsam weniger wurde, wachte Lexi aus ihrer Erstarrung auf und blickte sich um. Anna war nicht gekommen, aber sie hatten auch keine Verabredung gehabt. Seufzend erhob sie sich und verließ das Casino, mit Ziel Annas Quartier. --- Korridore Die junge Ärztin stand schon im Gang, welcher zu Annas Quartier führte und stoppte. Es war spät, vermutlich schlief sie schon. Und eine Entschuldigung um die Zeit konnte auch nach hinten los gehen, so beschloss sie dann lieber am nächsten Morgen Anna rechtzeitig mit einem Frühstück oder so zu überraschen. Ein wenig geknickt ging sie schließlich in ihr Quartier und rollte sich nach einer kurzen Schalldusche in ihrem Bett zusammen. --- Deck 3, Quartier Yates Yates Finger huschten über das Kontrollfeld neben der breiten Doppeltür zu seinem Quartier und mit leisem Zischen öffneten sie sich und gaben den Weg frei in das noch dunkle Innere. Jetzt erst entließ er, irgendwo gegen seinen Willen, Deirdra aus der engen Umarmung und führte sie an der Hand hinein. "Computer: Licht auf Sonnenuntergang, Musik aus persönlichem Archiv, Body & Soul, Lautstärke 4." Eine gedimmte orange-rot-goldene Atmosphäre tat sich in dem großen Quartier auf. James hatte fast alle Sternenflotten-Standardmöbel gegen eigene Designerstücke ausgetauscht und zum Glück hatte er noch am Vormittag etwas Ordnung geschaffen. In einem der drei Räume seines Quartiers, in dem sie gerade standen, dominierte eine gemütliche Sitzecke aus Couches und Sesseln um einen edlen Tisch, die mehr an eine Lounge erinnerte. Ein Lesesessel mit kleinem Tisch und ein Essbereich waren neben zahlreichen Gemälden, die teilweise auf dem Boden standen und nur angelehnt waren, und einigen Antiquitäten und Büchern in Vitrinen die einzigen Möbel. Den Arbeitsbereich hatte James in einen anderen Raum verlagert, in dem es wirklich ganz nach Büro, Arbeit und Sternenflotte aussah. Aber die Tür dahin war versperrt, ganz im Gegenteil zu der Tür zu seinem Schlafzimmer mit angrenzendem großen Bad. James bot Deirdra mit einer Geste einen Platz auf einer Couch an von der aus man die Sternenhimmel betrachten konnte und auf der man es sich auch zu zweit später sehr gemütlich machen konnte. "Was darf ich dir zu Trinken anbieten bevor wir uns um das Essen kümmern?" Deirdra ließ sich auf der Couch nieder. 'Extra-bequem.', stellte sie fest und prüfte unauffällig mit der Hand nach, bei Designerstücken war das ja nicht selbstverständlich. Ihr Blick wanderte wieder zu Yates, der noch auf eine Antwort wartete. Beziehungsweise, um genau zu sein, ihr Blick wanderte zu und dann von unten bis oben über James, bevor er an seinem Gesicht haltmachte. Ein wohlwollendes Lächeln machte sich auf Deirdras Lippen breit. Dann fiel ihr wieder ein, dass er sie ja etwas gefragt hatte. "Du sagtest vorhin etwas von edlen Tropfen, ich vermute einfach mal von der Erde... ist da ein schöner Aperitif dabei? Ein leichter Weißwein oder Rosé? Aber ich lasse mich auch gerne überraschen.", zwinkerte sie ihm zu. Der Cocktail vorhin in der Bar war mit Synthehol gemixt gewesen, doch im Moment wäre Deirdra echtem Alkohol nicht abgeneigt. Nicht dass sie sich Mut antrinken musste, es war ja nicht ihr erstes Date, aber er lockerte die Zunge und die Stimmung. Ein Aperitif? Nach Möglichkeit ein leichter heller Wein. Das stellte schon eine Herausforderung dar. James war immerhin ein gestandener Mann und konnte zahlreiche gute trockene Rotweine von der Erde anbieten, fast alle aus Südafrika. Dazu hatte er sicher unzählige Sorten Bier auf Lager sowie genug Whisky und Rum, um das ganze Schiff betrunken zu machen. Aber er hatte ja auch noch nie mit einer Dame getrunken. "Einen Augenblick." Er ließ sich kurz ablenken von dem, was er tat, und ging in sein Büro-Zimmer hinüber, wo ein großes altes Holzsideboard stand. Voll mit Büchern, die im Grunde aber nur Rückenschilder waren und eine geheime Tür abdeckten, hinter der unzählige Flaschen, gekühlt wohlgemerkt, zum Vorschein kamen. Er ging die Flaschen durch, doch das einzige was man als Aperitif bezeichnen könnte, war wohl ein italienischer und damit lieblicher Vermouth. Er nahm zwei Gläser und Eis und kam zurück zu Deirdra. "Ich denke das dürfte dir schmecken. Zum Essen hab ich dann später was richtig Edles." Und Synthenol war nicht mit dabei. Während sich James um den Aperitif kümmerte, sank Deirdra weiter bequem ins Sofa und genoss den Ausblick auf die Sterne und James' knackigen Hintern - sofern er gerade ihr zugewandt war. Es hatte heute vielleicht eine Mikrosekunde gegeben, in der sie überlegt hatte, inwiefern es sich um ein Date oder ein Arbeitsgespräch handelte und jetzt gratulierte sie sich zu ihrer Entscheidung, nicht in Uniform zu erscheinen. Auf der Ticonderoga war es inzwischen ziemlich langweilig geworden und der letzte Besuch an einer Starbase - und damit ihr letztes Date - lag auch schon wieder zwei Monate zurück. 'Wenn das Schicksal Dir so einen gut gebauten und attraktiven Commander in die Hände spielt - der noch dazu äußerst unterhaltsam und genauso auf ein Abenteuer aus ist wie Du', dachte Deirdra, 'heißt es zugr ... oh Mann, welche Unterwäsche habe ich überhaupt an?' Vorhin am Replikator war es recht hektisch zugegangen. Zwei Sekunden später war sie wieder beruhigt, ihr war eingefallen, dass sie sich gegen Starfleet-Standard entschieden hatte. Hellgrau-meliert war nicht gerade das, was sie unter Dessous verstand. Um sich auf andere Gedanken zu bringen, sah sie sich ein bisschen im Quartier um. James schien viel Zeit damit verbracht zu haben, alles zu verbannen, was zur Standardeinrichtung gehörte. Hatten nicht sogar die Wände eine neue Farbe? Für Deirdras Geschmack hätten es vielleicht ein oder zwei Bilder und Möbelstücke weniger getan, aber im großen und ganzen gefiel es ihr hier. "Danke.", Deirdra nahm das Glas entgegen. 'Vermouth' war ihr bisher noch unbekannt, also roch sie erst neugierig daran. Es roch süßlich, aber auch etwas würzig, wie nach Kräutern. Sie probierte einen Schluck und ihr Gesicht zeigte Wohlwollen. Was auch immer das war, es schmeckte. Spielerisch ließ sie die Eiswürfel im Glas kreisen, während sie ihre Aufmerksamkeit wieder James zuwandte. "Sag mal, wieviel Zeit hat man als Erster Offizier und Kommandant?", fragte Deirdra neugierig. "Dieses Schiff ist doch gerade erst vom Stapel gelaufen, und ich finde es einfach 'Wow', was Du mit dem Quartier gemacht hast." "Danke.", James lachte. "Das Schiff ist ja wirklich noch nicht sehr alt. Viele der Möbel und Bilder stammen aus meinem Apartment in San Francisco. Da stehen jetzt all die Sachen, die vorher hier drin waren, falls ich doch mal auf Landurlaub auf der Erde bin. Aber da das Schiff mein zu Hause ist, habe ich alles, was ich besitze, mitgenommen." Er hatte einen Schluck vom Vermouth genommen und sich wieder dem Essen gewidmet. Der passende Rotwein dazu war bereits dekantiert und stand auf dem Tisch parat. "Die meisten Änderungen wurden schon in der Werft vorgenommen. Ich hab dann später nur noch alles etwas zurecht gerückt und die wirklich wertvollen Sachen an ihren Platz gestellt. Als ich noch Erster Offizier war ging das, da konnte ich sogar mein ehemaliges Büro auf Deck 2 etwas gemütlicher machen - dem Bereitschaftsraum auf der Brücke wird das schon auch noch so gehen." "Hmm.", machte Deirdra grinsend. "Wenn das so ist...", fügte sie hinzu. "Ich glaube, ich sollte mich schleunigst um einen neuen Job bewerben." Mit etwas mehr Schwung als nötig setzte sich James zu Deirdra auf das Sofa und rutsche ihr sehr nah. Ein Lächeln und ein tiefer Blick in die Augen folgten bevor er ihr ein PADD entgegen hielt. "Wärst du mit diesem Menü einverstanden? Den Nachtisch habe ich extra weg gelassen. Um den wolltest du dich ja kümmern." Bei James' schwungvollem Hinsetzen, hatte Deirdra schnell ihren Arm hinter ihm auf die Sofalehne in Sicherheit gebracht. Jetzt legte sie ihn wieder etwas nach vorne rutschen und legte ihre Hand auf seine Schulter. Gedankenabwesend begann sie, mit ihren Fingern zu kreisen. "Zeig mal her.", forderte sie ihn auf und lehnte sich nach vorne. Dabei streifte sie, rein zufällig, mit ihrer Brust James' Oberarm. Mit gespielter Konzentration studierte sie die Karte und konnte sich nur fragen, wo James diese so schnell hergezaubert hatte. Hatte er sie etwa immer in irgendeiner Schublade parat, für den Fall, dass ein schönes Abendessen anstand? Sie las weiter. Die Rezepte schienen von der Erde zu stammen, und hörten sich ganz lecker an. Außerdem war es schön zu sehen, dass James kein Vegetarier war. Deirdra hatte bisher bei allen Vegetariern, die sie näher kennen gelernt hatte, immer den Eindruck gehabt, dass ihnen das gewisse Gefühl für ... Fleisch... fehlte. "Hört sich sehr gut an.", antwortete sie. "Ich bin gespannt, wie diese Kombination mit Kreuzkümmel schmeckt." Mit der, bis auf das Glas, freien Hand versuchte sie auf den Hauptgang zu zeigen. Die Bewegung geriet etwas ungeschickt, erst in letzter Sekunde konnte sie ihr Glas wieder stabilisieren, bevor es schwappte, aber immerhin hatte sie nebenbei die Gelegenheit genutzt, sich kurz unauffällig an James' Seite zu drücken zu können. "Wenn ich es nicht besser, wüsste, käme mir spätestens jetzt der Gedanke, dass du noch etwas vorhaben könntest.", flüsterte sie in sein Ohr und zwinkerte ihm zu. Vermouth war auf Risa vielleicht nicht allgemein bekannt, der Ruf von Kreuzkümmel dagegen war bis dort durchgedrungen. James genoss die Nähe und auch die noch flüchtigen aber deutlichen Körperkontakte zu Deirdra und wollte eigentlich gar nicht aufstehen, aber er musste. "Ich weiß gar nicht was du meinst." kommentierte James geheimnisvoll lächelnd den letzten Kommentar von Deirdra. "Du verzeihst mir, aber ich habe nicht alle Zutaten da, ein wenig replizieren werde ich müssen." Neben dem Replikator hatte er eine kleine Arbeitsplatte mit Herd und Kochmöglichkeit einrichten lassen. Kochende Männer sollten ja ganz besonders auf Frauen wirken. "Computer, repliziere 300 g Hähnchenbrustfilet, 500 g Joghurt, 10 g Ingwer, 1/2 Chilischote, Koriander, Kurkuma, Kreuzkümmel (Cumin), Cayennepfeffer, 1 EL Weißweinessig, Tabasco, Pfeffer, Salz, Knoblauch, 300 g Zucchini, 125 g Basmati Reis, 3 EL Mango Chutney und Schüsseln und Teller zur Zubereitung von Hähnchenbrust indisch." Einige Sekunden später standen viele kleine Schüsseln mit Zutaten und Gewürzen vor James der sich daran machte alles zuzubereiten. So alleine auf dem Sofa war es nur noch halb so bequem, also stand Deirdra auf und schlenderte mit dem Glas in der Hand etwas durchs Quartier, sah sich hier ein Bild und dort ein Buch an, dabei manövrierte sie langsam wieder in James' Richtung. "Wir haben noch ein paar Minuten bis alles fertig ist, erzähl doch ein bisschen über dich." regte er die Stimmung an. Ihr lag auf der Zunge zu fragen, was er denn wissen wollte, aber etwas Smalltalk sollte ja auch sein. "Deirdra Izami, Abschlussjahrgang '74, seit 2 Jahren Wissenschaftlerin auf der USS Ticonderoga.", begann sie, wie bei diesen langweiligen Wissenschaftskonferenzen, von denen sie in ihrer kurzen Dienstzeit für ihren Geschmack schon zu viele mitgemacht hatte. Grinsend und mit ironischem Unterton fuhr sie dann fort: "3 Geschwister, ausgebildete Animateurin, Tanz- und Kletterlehrerin und zukünftige Hotelerbin...", sie spann den Faden einfach mal weiter und wartete auf Yates Reaktion. James spannte seine Brustmuskeln unter dem Hemd an, Ja, da würde sie drauf klettern können. "Animateurin glaube ich dir sofort.", schmunzelte er bei ihrer Aufzählung. "Das mit dem Hotel macht mich aber traurig. Wird die Flotte dich etwa wieder an deine schöne Heimat verlieren oder was könnte dich vielleicht doch hier halten." Er hatte sich inzwischen eine Schürze umgebunden und ließ einen Kochlöffel zwischen den Fingern hin und her tanzen. Deirdra versuchte ihr Lächeln nicht zu amüsiert wirken zu lassen. James in einer Schürze sah einfach irgendwie witzig, aber gleichzeitig auch irgendwie hinreißend aus. "Keine Angst.", beschwichtigte sie ihn lachend. Allerdings musste sie sich etwas konzentrieren, diese Sache mit dem Kochlöffel bannte ihre Aufmerksamkeit. "In meiner Familie sind sie alle ziemlich langlebig. Meine Urgroßeltern erfreuen sich noch bester Gesundheit und managen das ganze noch." Sie nahm zwischendurch einen Schluck aus Ihrem Glas. "Drüben auf der Tico habe ich eine ziemlich gute Holosimulation vom Taba Jamaroo... für Kurzurlaube." "Holosimulation.", murmelte James. Es stieß ihm noch immer übel auf, dass seine Karibik-Simulation aus dem 17. Jhd. der Erde mittlerweile verboten war. Natürlich war das Leben als Pirat gefährlich und ja, es hatte bei deaktivierten Protokollen Verletzte gegeben. Aber die Karibik war toll... Taba Jamaroo war es sicher auch. "Ich bin mir sicher die Simulation wurde gesichert, als wir alle Daten überspielt haben. Vielleicht kannst du mir 'Taba Jamaroo' irgendwann mal zeigen. Es hört sich sehr interessant an. James nahm noch einen Schluck, das Glas war fast leer, und kümmerte sich wieder um das Essen. Oder er versuchte sich zumindest darauf zu konzentrieren, während Deirdra um ihn herum schlich. Er hatte das Gefühl jeden Augenblick angesprungen und auf den Boden gerissen zu werden und schüttelte in sich hinein lachend diesen Wunschtraum erstmal wieder ab. "Da wäre ich mir nicht so sicher... es ist eine Spezialversion, nicht die Touristenvariante, die es als Souvenir zu kaufen gibt. Sie verwendet irgendwelche Ferengi-Verschlüsselungsalgorithmen... Stufe 3, wenn ich mich recht erinnere, sind die für Finanztransaktionen gedacht." Fasziniert schaute sie James weiter beim Kochen zu. Seine Finger stellten sich sehr geschickt an, stellte sie fest, als er gerade die Zucchini in Streifen schnitt. "Wer weiß, vielleicht braucht die Tico noch ein paar weitere Reparaturen, dann kann ich Dich morgen ein bisschen rumführen. Ein kleiner Spaziergang unter Palmen. Sonnenuntergang am Meer...", sagte sie verführerisch. "Das klingt sehr gut.", säuselte er "Es wäre bloß ziemlich schade wenn der schöne Strand, die Palmen und der Sonnenuntergang dann wieder verschwinden würden." Und er überlegte schon sehr genau wie er es anstellen könnte, das Programm nicht vielleicht für die Zukunft doch zu sichern. Aber Deirdra hatte recht, die Ticonderoga würde noch ein paar Stunden bleiben, wo sie war. Genug Zeit um sich alles anzusehen und noch ein wenig gemeinsame Zeit zu genießen die jetzt anfing. "Darf ich dir nachschenken?" fragte er mit erhobener Flasche. "Gerne.", Deirdra hielt ihm ihr beinahe leeres Glas hin. "Sag mal... kann ich Dir eigentlich irgendwas helfen? Tisch decken oder so?" Er goss erst ihr dann sein Glas wieder voll und ließ noch jeweils ein paar Eiswürfel hinein gleiten. Hoffentlich hatte er genug für den ganzen Abend im Eisfach. Damit konnte man ja allerhand anstellen. "Tisch decken wäre gut. Ich bin hier fast fertig. Warte nur noch auf das Fleisch." Er zeigte auf einen kleinen Schrank neben dem Tisch "Da drin sind Gläser und Besteck, Teller hab ich hier schon." "Okay, dann fang ich mal an." Sie nahm noch einen Schluck, stellte das Glas beiseite, bückte sich und begann den Schrank zu durchsuchen und nach und nach alles benötigte auf den Tisch zu stellen. Dass Deirdra sich bückte, um an das Geschirr zu kommen, kam James entgegen, ihre Figur war atemberaubend und dass ein schöner Rücken entzücken konnte, war James sehr wohl bewusst. "Findest du alles was wir brauchen könnten?" "Ich glaube schon.", antwortete Deirdra aus den Tiefen des Schranks. Sie richtete sich wieder auf und stellte den letzten Teller auf den Tisch. Sie blies eine Strähne zur Seite, die ihr ins Gesicht gefallen war, und begann Teller und Besteck dekorativ anzuordnen. "Hast Du Servietten oder soll ich welche replizieren?" "Meinst du wir machen uns dreckig?" fragte James mit etwas zu dunklem Ton in der Stimme, um es ernst zu meinen, aber ein Grinsen verriet die absichtliche Doppeldeutigkeit. Er zog eine Schublade vor sich auf und nahm einige weiße Stoffservietten heraus, um sie rüber auf den Tisch zu werfen. "Faltest du uns einen Schwan draus?" Deirdra grinste schelmisch zurück bei James' Kommentar. Es war schon fast beängstigend, wie sehr er auf ihrer Wellenlinie lag. "Wenn Du Schere und Klebstoff hast, gerne.", witzelte sie zurück. "Ich kann nur Hasenohren, Tova-Muscheln und einen Druckverband." Sie drehte die Servietten in den Händen und prüfte Dicke und Größe. "Tova-Muscheln...", sagte sie schließlich und begann zu hantieren. "Dabei könnte ich mir Hasenohren an dir gut vorstellen.", wobei er sich selbst fragt ob es auf Risa Ostern gab. Und wenn ja, ob es auch Hasenkostüme gab. Er schüttelte den Gedanken ab. Tova-Muscheln waren ganz sicher besser als Druckverband. Die letzten Handgriffe am Essen und der Pfanne über der offenen Stichflamme. "Voilà." "Aah.", Deirdra zuckte zusammen, als die Flamme aufzüngelte. "Mann, hast Du mich erschreckt, ich dachte, gleich steht das Quartier in Flammen. ... Riecht aber lecker." "So, hier ist auch alles fertig." Sie hatte noch schnell zwei Kerzen von der Anrichte genommen - vielleicht standen sie ja zu diesem Zweck da? Immerhin waren Zündhölzer daneben - und in der Mitte des Tisches platziert. Sollte sie James die Wahl der Plätze überlassen oder sich einfach setzen? James richtete schnell alles in den passenden Schüsseln her und stellte sie auch auf den Tisch bevor er einen der Stühle vom Tisch zog "Bitte schön." "Danke schön." Deirdra strich sich einen imaginären Rock glatt und setzte sich. Noch zwei Weingläser fehlten. James nahm sie schnell aus dem Schrank und vom kleinen Nachbartisch den bereits dekantierten Wein. "Computer: Licht Sonnenuntergang 30%, Musik Love Serenade, 20%." Leise romantische Töne erklungen während sich das Quartier in eine sanfte orange rote Beleuchtung tauchte, gerade hell genug um alles zu sehen und dunkel genug, dass der Kerzenschein für Schattenspiele an der Wand sorgen konnte. Er setzte sich und goss erst ihr, dann sein Glas halbvoll. Deirdra ergriff das elegante Weinglas am Stiel und hob es an und betrachtete die Lichtreflexe, die auf der Oberfläche tanzten. Als auch James seines hielt, prostete sie ihm zu. "Auf ein wundervolles Abendessen." Sie sandte einen intensiven Blick in seine blauen Augen. "Auf ein wunderbares Essen.", prostete James zurück und in Gedanken war er bereits beim Dessert. Sie saßen sich gegenüber, aber der Tisch war nicht sehr groß. So konnte er ihr oft in die Augen, die Haare und immer wieder die Flecken entlang schauen. Er vergaß fast das Essen dabei. "Ich hoffe es ist genug Gewürz für dich.", meinte er in Anspielung auf die sehr spezielle Wahl des Gerichts. "Genügend.", antwortete sie lächelnd und fächelte sich etwas Luft zu. Das Gericht war ganz schön scharf geraten, wobei sie sich nicht so ganz sicher war, ob das der einzige Grund war, weswegen es ihre gerade so heiß wurde. James' Blicke waren ... es war als badete sie Komplimenten. Als sie wieder einen Schluck Wein nahm, beschloss sie, ihn ein wenig abzulenken. Ihren schelmischen Ausdruck halb hinter dem Glas verborgen, schlüpfte sie unter dem Tisch aus ihrer Sandale und ließ ihren Fuß langsam von James Knöchel und an seiner Wade höher gleiten. Seine Augen wurden schlagartig groß, als er ihren Fuß an seinem Bein spürte. "Deirdra.", pfiff er leise und betete, dass das Blut nicht aus seinem Kopf in andere Körpergegenden schoss und er bei klarem Verstand blieb. Sie wusste, was sie tat, das spürte James jetzt, und sie tat es gut. Er legte das Besteck auf den Teller. Auf das Essen konzentrieren konnte er sich jetzt ohnehin nicht mehr. Langsam stellte er sein Bein etwas weiter vor unter den Tisch und versuchte ihre Augen hinter dem Weinglas auszumachen, um ein Funkeln darin zu suchen. "Keinen Hunger mehr?", gurrte sie, mit dem absolut unschuldigsten Gesichtsausdruck, und blickte auf den noch halbvollen Teller vor James. Ihren Fuß ließ sie langsam wieder abwärts gleiten, man sollte es ja nicht übertreiben. "Ich dachte nur.", er machte eine Pause. "Ich lege mal eine kleine Pause ein und genieße." Er nahm noch einen Schluck von dem ausgezeichneten Rotwein und schenkte beiden nach. Man merkte selbst nach einem halben Glas schon, dass er wirkte und damit den Unterschied zum Synthenol. "Ich habe noch viel Appetit. Wir haben ja auch danach noch einen Gang. Nicht wahr?" "Und ob. Aber wie hat meine Mutter immer gesagt: 'Nachtisch gibt es nur für die, die brav aufgegessen habe'.", sie zwinkerte James zu und nahm ebenfalls noch einen Schluck Wein. Er war sehr gut und schmeckte so intensiv, wie seine Farbe es verhieß. Langsam spürte sie seine Wirkung. Deirdra vertrug zwar einiges an Alkohol, aber Rotwein ließ sie immer sehr schnell sehr entspannt werden. "Kluge Mutter. Ich nehme also an du nimmst noch einen Nachschlag? Alles andere würde den Koch enttäuschen." Sie betrachtete ihren so gut wie leeren Teller, dann lehnte sie sich auf aufgestützten Armen zu Yates hinüber. "Ich habe eher den Eindruck, ich müsste Dir noch ein bisschen unter die Arme greifen." Sie blickte intensiv auf ein perfektes Stück Zucchini. "Alleine ist ein Nachtisch doch nur halb so schön." Vom Zucchini über James' breite Brust wanderte ihre Blick langsam hoch bis zu seinen Augen, eine halbe Tischbreite näher, sahen sie noch blauer aus. Er rückte ein Stück vom Tisch ab und lehnte sich zurück. "Dann schlage ich vor du kommst rüber und nimmst noch ein Stück." 'Männer.', rief Deirdra innerlich aus. Jetzt hatte sie sich extra nach vorne gelehnt, in Position gebracht... und er lehnt sich zurück. Dann eben anders. "Aber wehe, Du sagst, dass ich verfressen bin.", scherzte sie, stand auf und wechselte die Tischseite. "Das Hühnchen ist einfach zu gut, um es verkommen zu lassen." Sie stand jetzt halb hinter James, ihre eine Hand ruhte auf seiner einen Schulter, über die andere lehnte sie sich jetzt nach vorne. "Das Stück Zucchini da sieht sehr verführerisch aus..." Nur die Gabel war gerade außer ihrer Reichweite. 'Geht doch.', war James zufrieden. Jetzt war sie eindeutig noch näher als wenn er sich nach vorn gebeugt hätte. Nur sollte das Abrücken vom Tisch wohl eigentlich seinen Schoß als neuen Platz anpreisen. Egal, so ging es auch. James stach mittig in die Zucchini und hielt sie zwischen sein und ihr Gesicht. "Du magst also Zucchini?", und biss den Teil ab der zu ihm ragte. "Manchmal auch Karotten." Sie biss genüsslich in das andere Ende. "Bedaure, aber die haben wir gerade nicht da.", spielte er Mitleid vor, aß das letzte Stück Zucchini und piekste ein kleines und letztes Stückchen Hühnchen von seinem Teller auf. "Mmm. Zartes Fleisch." Deirdra zog einen Schmollmund, zuckte mit den Schultern, und bevor er es sich versah, schnappte sie sich das Hühnchen von seiner Gabel. Als sie ihre Beute geschluckt hatte, grinste sie James breit an. "Wenigstens das musste ich mir noch sichern." "Hee!" James ließ die Gabel auf den Teller fallen, packte Deirdra an der Hüfte und zog sie zu sich woraufhin sie das Gleichgewicht verlor und unvermittelt doch auf seinem Schoß landete "Hey.", Deirdra ließ sich lachend fallen und schlang im letzten Moment ihren Arm um seinen Hals, bevor sie rückwärts kippte, und rutschte nah an ihn. "Und jetzt?", ihre Nasenspitzen berührten sich fast. "Und jetzt wüsste ich gerne wo überall diese faszinierenden Flecken sind." Ohne seine Augen von ihren abzuwenden fuhr er mit dem Finger ihren Hals entlang. Deirdra erschauerte unter seiner Berührung und schloss genüsslich die Augen. "Das ist ein Geheimnis. Du musst schwören, dass Du es niemandem weiter erzählst.", hauchte sie in sein Ohr. "Ich schwöre und ich bin sicher ich werde so sprachlos sein.", flüstere er sanft zurück. James legte seine Arme um ihre Taille und zog sie etwas näher an sich. "Jetzt erzählt mir mehr von dem Nachtisch." Sie schmiegte sich wieder an seine Wange und flüsterte weiter. "Was ich Dir jetzt sage, ist ein Staatsgeheimnis. ... Es gibt gar keine risanischen Nachtische... sie wurden abgeschafft, niemand hat sie gegessen, weil jeder spätestens nach dem Hauptgericht etwas anderes zu tun hatte." Deirdras Hand wanderte jetzt von James Schulter über seine Brust zu seiner Taille und Deirdra zog sich noch ein kleines bisschen dichter an seine Lenden. Für einen kurzen Augenblick schloss er die Augen und atmete tief ein, fast jeder Muskel in ihm war angespannt und war kurz vor dem Erbeben. Er musste sich konzentrieren, die Stimme leise und ruhig zu halten bei ihrer Nähe. "Vielleicht weil in Nachtisch das Wort Tisch vorkommt." Er spannte seine Muskulatur kräftig an und drückte Deirdra so feste an sich das er aufstehen konnte und sie sich trotzdem an ihm festhalten konnte ohne herunter zu fallen. Langsam trug er sie Richtung Sofa. 'Er will doch nicht etwa?', dachte Deirdra entsetzt. 'Nicht mit dem ganzen Geschirr drauf.' Das war eine Episode, an die sie lieber nicht erinnert werden wollte. Als sie dann gemeinsam auf dem Sofa landeten, waren ihre Bedenken der Bewunderung gewichen, und dem Verlangen, mehr von diesen Muskeln zu sehen, die sie durch das dünne Hemd gespürt hatte. Sie drehte sich auf James' Schoß, brachte irgendwie ein Bein auf die andere Seite und saß nun rittlings vor ihm. "Falls Du natürlich noch Appetit hast.", begann sie in verführerischem Tonfall. "Es gibt auf Risa viele ausländische Spezialitäten, von denen ich einige ziemlich gut hinbekomme." Langsam näherten sich ihre Hände dem ersten Hemdknopf. "Ausländische Spezialitäten... das glaub ich dir gerne. Aber die heben wir uns für nächstes Mal auf. Auf Essen habe ich gerade nicht so die Lust wie auf dich." Er tappte mit der Hand neben dem Sofa und fand schließlich den Regler, den er finden wollte um das Licht noch etwas weiter zu dimmen, dass nur das Licht der Kerzen im Raum die beiden anleuchtete und die Musik änderte sich in etwas schnellere Rhythmen. Während sein erster Hemdknopf aufsprang und er seine Hand auf die nackte Haut legte, die durch die tiefsitzende Hose freigelegt wurde und die Bluse leicht hoch schob. Deirdra bekam eine Gänsehaut. James Hände fühlten sich wunderbar kühl auf ihrer erhitzen Haut an. Ihre Finger flogen jetzt förmlich, so schnell hatte sie sein Hemd aufgeknöpft. Ihre Finger glitten über seine behaarte Brust, ihre Arme schlangen sich um ihn, sie zog ihn nah zu sich und gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss, während sie gleichzeitig schon versuchte, gleichzeitig sein Hemd und ihre Bluse loszuwerden. James erkannte was Deirdra vorhatte und kam ihr zu Hilfe. Sein Hemd flog durch den halben Raum und er streifte ihr die Bluse über den Kopf. "Lass uns rübergehen. Mehr Platz und weicher." flüsterte er und schaute in Richtung Schlafzimmer, um ihr auf dem Weg dahin noch mehr auszuziehen und auf dem Boden zu verstreuen. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de