************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 12 / 09042007 * * 23052380 * * Treffer! * ************************************************************************ --- Deck 3, Quartier Cmdr. Yates, 07:00 Das leise aber beständige melodische Summen, welches James Herold sich als Wecker eingestellt hatte, vermochte es vielleicht nicht, einen sofort aufzuwecken, doch war es wesentlich angenehmer. Und als Kommandierender Offizier durfte man es sich wohl herausnehmen, dass das Aufstehen morgens auch mal ein paar Minuten länger dauern durfte. Stress bekam man schon früh genug. Der Commander war noch etwas auf geblieben und hatte sich Notizen gemacht, nachdem seine Erste Offizierin McKilian nach dem Essen und einem kleinen Gespräch früh am Abend gegangen war. Yates war sich sicher, dass sie eine gute Erste Offizierin sein würde, spürte jedoch auch, dass es keine besonders feste Bindung zwischen beiden gab - und damit meinte er nur die geschäftliche Ebene. Sie würden beide einen guten Job machen und sich sicher auch ergänzen, aber man spürte eben schnell, wie man mit anderen umgehen konnte. James schob die Gedanken beiseite, er hatte sich den Abend zuvor dazu genug Gedanken gemacht und schlug die Augen auf, um auf den schwach glimmenden Chronometer neben seinem Bett zu schauen. 'Sieben Uhr und ein neuer Tag beginnt.', sagte er zu sich selbst in stillen Gedanken wie jeden Morgen und kroch aus der Bettdecke, um im Bad zur Dusche und zum Frischmachen zu verschwinden. Eine halbe Stunde später verließ er selbiges wieder nur mit einem Handtuch um die Hüften gewickelt, welches sich sogleich auf dem Bett wiederfand, um seine Uniform anzuziehen und anschließend Bad und Schlafraum wieder aufzuräumen. Punkt 8 Uhr wie fast jeden Morgen war alles im Quartier erledigt und den Commander zog es zum Frühstück 'unter den Leuten' im Casino, wo er sich eine große Tasse Kaffee und zwei Croissants aß bevor er sich wieder aufmachte, um zur Brücke zu kommen, um den Arbeitstag zu beginnen. --- Deck 4, Quartier Telmar, 07:00 Der Tag begann so, wie der letzte aufgehört hatte - langweilig! Telmar war aus reiner Gewohnheit bereits eine stunde zuvor aufgestanden und hatte sich dabei ertappt, dem Schiffcomputer nach den nächtlichen Vorkommnisse zu fragen. Erst die Meldung, dass sein Zugang diese Anfrage nicht zuließ, weckte ihn aus diesem morgendlichen Ritual und machte ihm klar, dass er nicht auf seinem Schiff war, noch nicht mal auf einem anderen cardassianischen. Somit hatte er sein sonstiges morgendliches Programm etwas vorangezogen. Telmar hatte sein morgendliches Training absolviert, geduscht, gefrühstückt und da der gewohnte Report eines Untergebenen ausblieb, das Quartier so umgestellt, dass es halbwegs so aussah wie sein Quartier auf der Jakromey. Wenn er schon die nächsten Wochen oder gar Monate hier verbrachte, dann sollte es auch seinen Gewohnheiten entsprechen. Da er nicht glaubte, dass Yates schon um diese Uhrzeit auf der Brücke zu finden war, hatte er beschlossen ein wenig noch in ihm zugänglichen Datenbank zu stöbern. Auch die Akten der Offiziere und Crewmitglieder waren ihm teilweise zugänglich. Auch wenn sich die Auskünfte auf Name, Geburtsdatum, Spezies, Rang und Aufgaben beschränkten, so war es besser als gar keine Information.. Es war so gut wie sicher, dass Telmar mittlerweile an Bord bekannt wie ein bunter Hund war. Die Schiffstrommeln schlugen auf jedem Schiff immer gleich laut. Also war es doch zumindest fair, wenn Telmar wusste, wer ihm auf dem Schiff alles über den Weg lief. --- Deck 5, Quartier Haris, 07:00 Lexi hatte am Abend, nachdem sie sich von Anna verabschiedet, noch eine Weile im Dunkeln über den Abend nachgedacht, ohne wirklich zu einem Ergebnis zu kommen und war dann eingeschlafen. Aber selbst im Schlaf hatte das Gespräch mit Anna sie noch bruchstückhaft verfolgt. Jetzt riss ihr Wecker sie aus den gefetzten Träumen. Sie hatte vor dem Einschlafen beschlossen, den heutigen Arbeitstag zur normalen Dienstzeit zu beginnen und sich die Bereitschaftszeit noch zum nachdenken zu nehmen, sofern nicht ein Notfall eintraf. Die Gedanken um Annas Worte begannen wieder zu kreisen und sie rollte sich auf die Seite. Anna hatte ihr vermutlich unbewusst mehr zu denken gegeben, als sie vielleicht beabsichtigt hatte. Arbeitete sie so viel, dass sie keine klare Linie zwischen Beruf und Privatleben mehr ziehen konnte? Wo hörte die freundschaftliche Sorge auf und wo fing die berufliche an? Lexi spürte, dass ihr diese klare Grenze entglitten war im Laufe der Jahre, aber wen hatte sie in der Zeit schon gehabt? Sie hatte in den letzten Jahren mehr für die Arbeit gelebt, als denn für ihr Privatleben, jetzt hatte sie wieder eines oder hoffte eines aufbauen zu können, also mussten sich die Priorität wieder verschieben. Ein leichtes Seufzen folgte und noch eine weitere Stunde später rollte Lexi sich grübelnd unter ihrer Bettdecke. Schließlich schlich sie ins Bad, mit ein klein wenig mehr Klarheit. Sie würde das schon hinbekommen, und wenn es nach ihr ging, mit Anna zusammen, so viel stand fest, aber doch um einiges langsamer, auch für sie selbst, als sie es bisher angegangen war. Nach einer ausgiebigen Dusche und einem ebenso ausgiebigen Frühstück machte sie sich schließlich auf den Weg zur Krankenstation. --- Deck 3, Quartier Nyberg, 07:32 Genüsslich kaute Anna die letzten Bissen ihres Brötchens. Heute war sie etwas früher aufgestanden, genauer gesagt, war sie schon über eine halbe Stunde wach, um einen Blick auf die Sensoraufzeichnung des cardassianischen Schiffes zu werfen, die noch in ihrem Speicherbereich herumlag. Je schneller sie das ganze als Hirngespinst abtat, desto früher konnte sie den Speicherplatz wieder freigeben. Sie hatte überlegt, einfach ihren Brückendienst früher anzutreten, ihr Kamerad hätte es ihr sicherlich gedankt, aber hier am eigenen Arbeitsplatz war es doch komfortabler, da konnte sie gemütlich nebenher frühstücken, und noch etwas über den gestrigen Abend nachdenken. Im großen und ganzen war es ein netter Abend gewesen: Picknick, Spaziergang, dann überraschenderweise noch eine Runde Schwimmen, etwas quatschen und dann nach einem Gute-Nacht-Küsschen todmüde ins Bett fallen. Ins eigene Bett, denn irgendwie hatte sie das Gefühl gehabt, dass es kein so guter Moment wäre, bei Lexi zu übernachten. Sie hatte ihr einiges zu beißen gegeben, und da war es vielleicht besser, wenn Lexi erst einmal etwas Zeit zum Verdauen hatte. Sie hatte seit gestern bereits einige Male überlegt, ob es ein Fehler gewesen war. Lexi zeigte ihr einen ihrer persönlichsten Orte und sie stieß sie vor den Kopf: Erst zeigte sie sich reserviert, als Lexi einen eventuellen Mars-Besuch erwähnt, und dann hielt sie auch noch eine Grundsatzrede zu ihrem Verständnis einer Beziehung. Sie sagte sich immer wieder, dass es richtig war, Lexi möglichst früh darauf hinzuweisen, aber so ganz konnte sie sich das nicht abnehmen. "Oh, Lexi...", seufzte sie über ihrer Kaffeetasse. Was sollte sie machen? Sich kopfüber in eine Beziehung stürzen? Eine Auszeit nehmen? Je länger sie darüber nachdachte, desto klarer wurde ihr, dass sie die Gründe für ihr Verhalten bei ganz allein bei sich suchen musste. Es war nicht Lexi, die klammerte und ihre Beziehung schon verplante, sondern sie war es, die Angst hatte, sich emotional einzulassen. Sie war bereit für ein Abenteuer, eine Affäre, den Nervenkitzel, es mit einer Frau zu versuchen, nur ihre Gefühlswelt war noch lange nicht soweit. Sie war noch nicht soweit, jemand anderem zu vertrauen und sich zu ihr öffnen.. Anna stellte die Tasse zur Seite, stützte ihr Gesicht in beide Hände und begann, ihre Stirn zu massieren. Sie hoffte, Lexi würde verstehen, dass sie das ganze langsamer angehen wollte. Ach ja, und dann war da ja noch die Sache mit dem Badeanzug gewesen, nicht wirklich von Belang, aber in dieser Situation das Sahnehäubchen-Fettnäpfchen. Lexi hatte sie damit überrascht, im See schwimmen zu gehen... ihrem See. Und Anna hatte natürlich kein Badezeug dabei, aber wozu war man denn auf dem Holodeck, ihr normaler Schwimmanzug ließ sich ja problemlos replizieren. Sie war sich nicht sicher, aber so ganz war er wohl nicht das, was Lexi erwartet hatte. Ihr schien, Lexi war auf etwas mehr Haut aus, und ihr Anzug war, nun ja.... nicht gerade offenherzig. In normal temperiertem Wasser kühlte sie immer schnell aus, daher hatte sie einen Anzug, ähnlich wie ihn Taucher trugen, um sich gegen kaltes Wasser zu isolieren. Natürlich war er aus wesentlich dünnerem Material, aber war dennoch hochgeschlossen und ließ nur Kopf, Füße und Hände frei. Hauteng und nassschwarz glänzend... wie direkt aus einer Männerphantasie, nur war Lexi nun mal eine Lesbe. Ein leises Piepsen riss sie aus den Gedanken. Der Computer hatte ihre Berechnungen fertig. Anna hatte ihn angewiesen, die fraglichen Sensormuster mit verschiedenen Modulationsverfahren zu bearbeiten und in Kombination mit so ziemlich dem gesamten vorhandenen Musikrepertoire zu analysieren. "Computer, spiele die 5 Lieder mit der höchsten Relevanz ab.", befahl sie und zog sich dann mit ihrer Tasse auf das Sofa zurück. Beim dritten erwischte sie es. Es war ein langsames Lied, mit langgezogenen Tönen und wäre es eine irdische Komposition, wäre es eine Moll-Tonart. Als der unbekannte Sänger einsetzte, glitzerte bereits eine Träne in ihrem Augenwinkel und ihre Hände krampften sich zitternd um die Tasse. Mit einer Handbewegung veranlasste sie den Computer, zu pausieren. Dann stellte sie eine Komverbindung her, zu dem einzigen Menschen, dem sie je so etwas wie Vertrauen geschenkt hatte und hoffte, dass sie bereits wach war. Denn ohne den Computer zu befragen, wusste Anna nicht, wie spät es dort gerade sein könnte. --- Deck 1, Bereitschaftsraum, 08:30 Wie mit McKilian am Vortag angesprochen, erstellte James einen Plan zur Erreichbarkeit der Führungsoffiziere, so würde die Wissenschaft und Technik in die Zuständigkeit des XO fallen und die Sicherheit und Medizin in die des CO. Das war insofern für ihn praktisch, als dass die Sicherheit mit dem 2O besetzt war und sich damit gut selbst verwaltete und in der Medizin um Dr. Miller sicher weniger anfallen würde als in Technik und Wissenschaft. Den Vormittag würde er auf der Brücke verbringen und den Nachmittag im Büro, was für den XO genau anders herum galt. Außerdem rief er die Abteilungsleiter in die Lounge für 10 Uhr um Ihnen mehr Kompetenzen und damit mehr Rechte zur eigenen Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Das sollte das neue Führungsduo weiter entlasten. Nachdem die Einladungen und die Agenda versendet waren verließ er den BR wieder, um es sich auf der Brücke gemütlich zu machen. Die Gemütlichkeit wurde um kurz nach 9 Uhr unterbrochen als ein Kontakt für ihn von der Erde eintraf. James ließ das Gespräch in den Bereitschaftsraum legen und verließ die Brücke um mit dem Admiral zu sprechen. --- Erde, Sternenflotten Oberkommando, 09:00 Es war ungefähr 10 Uhr Ortszeit in San Francisco und Lieutenant Vargas, die junge blonde Sekretärin des Admirals kam in das große Büro ihres Vorgesetzten. MacArthur saß in seinem großen schwarzen Ledersessel und hatte ihn zu der Fensterfront gedreht. Er saß oft so und schaute auf die Parkanlagen und die Bucht heraus und beobachtete die Natur und gleichzeitig die moderne Hektik aus einer Vielzahl kleines Shuttles die immer über dem Hauptquartier der Flotte zu sehen war. Vargas setzte sich nicht auf einen der beide Stühle vor dem großen massiven Holzschreibtisch, sie zog das Sofa vor. Ging vorbei an den Fahnen der Föderation und Sternenflotte, vorbei an Bildern, Auszeichnungen und Modellen und legte einige PADDs auf dem gläsernen Couch Tisch ab. "Können wir anfangen, Admiral?" fragte sie, als sie saß. "Natürlich - was ist noch zu tun heute?" fragte er ohne sich umzudrehen. "Heute Vormittag das übliche Tagesgeschäft. Gegen 14 Uhr kommt eine Klasse Kadetten und um 16 Uhr haben Sie ein Treffen mit dem Wirtschaftsausschuss. Um 19 Uhr bittet Sie Vice-Admiral Hart zum Essen. Ihre Frau hat bereits Unmut bekundet, sie scheint mir auf die Frau Vice-Admiral ein wenig eifersüchtig zu sein." Douglas lachte. "Es stört meine Frau also. Sagen Sie Vice-Admiral Hart zu und besorgen Sie einen Tisch bei dem Griechen." Er drehte sich nun doch um. "Der Wirtschaftsausschuss wird mich fragen, ob meine Strategie gut ist. Die Flottenverbände werden teurer und sind aufwendig zu unterhalten. Ein-Schiff-Missionen, wie wir sie hier betreuen, haben einen großen logistischen Aufwand, aber sind am Ende doch günstiger. Die Frage jetzt, ist die Effektivität. Ich möchte meine Schiffe gerne behalten - als Projekt wie bisher auch. Daher werde ich dafür eintreten, die Verbände nicht aufzulösen und mir mehr Zeit zu geben für einen abschließenden Bericht meiner Arbeit. Und bis der fertig ist, werde ich in Rente gehen." Er lächelte und drehte sich wieder dem Fenster zu. "Und dann haben wir noch das Communiqué von Cardassia. Es würde die USS Victory betreffen. Ich habe mit Ihnen bereits vor einer Stunde darüber gesprochen. Haben Sie sich entschieden, Sir?" Douglas schloss die Augen und dachte nach, drehte sich dann nach vorne und sah Vargas an. "Ja, stellen Sie eine Verbindung zu Commander Yates auf der Victory her. Ich werde ihn umfassend informieren." Vargas nickte, stand auf und verließ den Raum. Nur wenige Minuten später stand der direkte Kontakt zur USS Victory und Yates erschien auf dem Schirm. MacArthur fing an, seine Nachrichten zu überbringen. "Commander Yates. Ich habe eine Mission für Sie. Im Grundsatz eine Rettungsmission, daher ist höchste Eile geboten. Aber es ist im Detail etwas komplizierter.", begann er. "Es handelt sich um Trelka V. Zur Zeit des Krieges gab es dort ein Trockendock im Orbit und eine Basis des Dominion auf der Oberfläche. Die Basis wurde größtenteils vernichtet aber nach dem Krieg wieder kolonisiert. Unseren Auskünften nach handelt es sich dabei um Zivilisten. Etwa 15.000 schätzen die cardassianischen Behörden. Als Grund für den Wiederaufbau der Kolonie gibt man geologische Funde an. Wir nehmen also an, dass es dort Bodenschätze gibt. Auf jeden Fall ist Trelka V nicht wirklich ideal für eine Kolonisierung und bereits zu Zeiten des Dominion Krieges überlegte Cardassia, die beiden Nachbarplaneten Trelka IV und VI zu terraformen. Beide sind geeignet. Das Terraforming ist jedoch nicht abgeschlossen und die angewandte Technik offenbar auch defekt und veraltet. Cardassia hat bereits Schiffe losgeschickt, um das zu beschleunigen, aber das wird sehr lange dauern. Auf Trelka V ist es nun zum Notstand gekommen. Wie man uns zähneknirschend mitteilte, greifen einige Schiffe aus dem cardassianischen Widerstand die Kolonie an, um dortige Technik und Rohstoffe zu erbeuten. Unsere Daten sprechen von einem Frachter und einer kleinen Zahl, 3 oder 4, von Schiffen der Hideki Klasse. Ihre Aufgabe ist es, die Kolonie zu beschützen und die Angreifer zu vertreiben. Dabei wird Ihnen ihr Gast, Gul Telmar, möglicherweise von Nutzen sein. Wesentlich näher an Trelka V als sie ist die USS Ticonderoga, ein Schiff der Nova-Klasse und damit lediglich ein Aufklärer. Sie müssen der Ticonderoga und Trelka V so schnell es geht zur Hilfe kommen!" "Ich habe verstanden, Sir. Wir werden sofort alles nötige veranlassen. Aber gestatten Sie mir noch eine Frage Admiral. Ich muss sie um neues Personal bitten. Durch den Weggang von Captain DeChâteau und seiner Frau sowie Lieutenant Howard sind bei uns an Bord in wichtigen Führungspositionen interne Umbesetzungen durchgeführt worden, die neue Lücken aufkommen lassen. Wir benötigen Ersatz und neue Leute in der zweiten Reihe." "Ich verstehe ihre Sorgen Commander. Priorität hat ihre Rettungsmission. Sie werden mir beweisen, dass Sie und Ihre junge frische Crew mit diesem jungen und modernem Schiff absolut einsatzfähig sind. Ohne mehr Aufmerksamkeit auf ihr Einsatzgebiet zu lenken, sehe ich keine Möglichkeit für neue Mittel und damit für eine neue Crew. Ihre Crew ist bis auf wenige Leute vollzählig und damit Einsatzbereit, da trifft es andere viel stärker. Aber vielleicht kann ihnen nach der Mission die USS Ticonderoga aushelfen. Jetzt haben Sie eine Mission zu erfüllen. Beeilen Sie sich. MacArthur Ende." Auf dem Schirm erschien das gewohnte UFP Logo bevor er ganz schwarz wurde. MacArthur machte sich eine Notiz zu dem Personal-Problem auf der Victory und legte es auf Seite. --- Krankenstation, kurz vor 09:30 Lexi war in ihre Arbeit versunken, die erste halbe Stunde waren nicht all zu große Problemfälle auf sie eingeprasselt, eher so Kleinigkeiten wie Erkältungen, hier eine Prellung, Zerrung oder dergleichen. Ihre Chefin hatte es da etwas 'schlimmer' erwischt, sie war seit kurz vor neun in einer hartnäckigen OP festgesetzt. Als dann schließlich der gelbe Alarm los brach und Yates Meldung über Komm eintraf, mobilisierte Lexi das Personal, um alles für die Ankunft von vielen Verletzten vorzubreiten. Miller war immer noch im OP unabkömmlich und so schickte sie schließlich via Funk Lexi zu der anberaumten Krisensitzung. --- Deck 1, Hauptbrücke, 09:30 Die Tür vom Bereitschaftsraum zur Brücke öffnete sich und der Commander kam auf die Brücke gehechtet. "Gelber Alarm! Navigation, neuen Kurs berechnen. Ziel ist Trelka V. Kurs setzen und Maximum Warp. ETA angeben sobald auf Kurs." Er drehte sich auf der Brücke. "OPS. Scannen sie nach der USS Ticonderoga, sie setzt ebenfalls Kurs auf Trelka V, ich will wissen wie viel später wir ankommen. Und ich will wissen was uns in dem System erwartet. Sobald wir in Kurzstreckenensor-Reichweite sind, gehen wir auf Roten Alarm." Wieder drehte sich der Commander um die eigene Achse zur Taktik. "Ich möchte höchste Gefechtsbereitschaft, sobald wir Trelka V erreichen. Es wird Feindkontakt geben." James Herold setzte sich und sah wie das Treiben auf der Brücke stark zunahm, während das Schiff wendete, neuen Kurs setzte und beschleunigte. "Sir, ETA Trelka V ist 45 Minuten bei Warp 9,2." James nickte die Bemerkung ab, um 10:15 würde die Victory also das Zielgebiet erreichen. "Commander, die USS Ticonderoga wird eine Viertelstunde vor uns das Ziel erreichen.", kam von Ensign Nyberg an der OPS. Nach seiner Einschätzung sollte eine Nova-Klasse, auch wenn es ein Kurzstrecken-Aufklärer war, eine Viertelstunde 4 alten cardassianischen Scouts Widerstand leisten können. Er öffnete einen Kanal an die Mannschaft. "Hier spricht der Captain. Wir befinden uns auf einer Rettungsmission. Höchste Gefechtsbereitschaft in 45 Minuten. Alle Führungsoffiziere sofort auf Deck 1 melden." Yates stand wieder von seinem Stuhl auf und trat an die OPS. "Ensign Nyberg, würden Sie bitte für ein Missionsbriefing alle Daten kurz vorbereiten die wir über Trelka V und die involvierten Schiffe haben." "Aye, Sir.", antwortete Anna knapp. Ihre Probleme von heute morgen waren vergessen, nun ja, als unwichtig in den Hintergrund getreten, seit die Lichter des Gelben Alarms aufgeflammt waren, reagiert sie durch und durch professionell. Während ein Teil Ihrer Anzeige immer noch das Ankunftsgebiet zeigte, holte sie sich alle bekannten Daten über die USS Ticonderoga und die neuesten Dossiers über die Hideki auf die Konsole und sortierte wichtig und unwichtig aus. Während Sie durch die Daten scannte, biss sie sich auf die Lippe und sog hörbar die Luft ein. Es sah nicht gut aus. Die USS Ticonderoga war eines der ersten Schiffe der Nova-Klasse. An den nur wenig jüngeren Schiffen waren im Vergleich zur Ticonderoga bereits verschiedene Änderungen durchgeführt worden, die insbesondere die zur Verfügung stehende Energieraten verbesserten. Außerdem war für sie dieses Jahr eine große Wartung vorgesehen. Ihre Mission sollte eigentlich mehr ein Lückenfüller bis dahin sein. Niemand hätte wahrscheinlich gedacht, dass sie ihre Torpedos laden müsste. Die Hideki dagegen... es gab Berichte, dass der cardassianischen Flotte zwei Hideki Klasse 4 abhanden gekommen waren. Hideki an sich waren sehr einfach gebaut, robust und erst ein Warpkernbruch konnte als kritisch eingestuft werden. Hideki Klasse 4 hatten zusätzlich eine verstärkte Panzerung und eine zusätzlich Phaserbank. Die gute Nachricht war, dass sie keine große Reichweite hatten und der Victory nicht davonfliegen können würden. Anna startete zwei Simulationen, mit und ohne die verbesserten Hideki, die zwar nur einen Anhaltspunkt bieten konnten, aber die Leistung vergleichbar machten. Währenddessen machte sie sich schlau über das Trelka-System. Als alles fertig war, lud sie ihre gesamten Daten auf ein PADD und machte Yates auf sich aufmerksam. "Captain, ich bin bereit die Daten zu präsentieren. Und wenn ich mir den Kommentar erlauben darf, es sieht nicht gut aus für die USS Ticonderoga." "So seh ich das auch" stimmte der Commander der Einschätzung Nybergs zu. Die Nova-Klasse war nicht für Gefechte gebaut und schon gar nicht gegen eine Überzahl. "Sie werden sich einen Augenblick halten müssen. Die Ticonderoga wird, wenn es gut läuft, die Angreifer von der Kolonie kurz ablenken und wenn ihre Schilde stand halten bis wir kommen, dann haben wir eine richtig gute Chance beide Schiffe recht unbeschadet aus dem Kampf heraus zu holen und die Angreifer zu schlagen oder zumindest zu vertreiben." Anna nickte zustimmend. --- Deck 10, Sicherheitszentrale, 09:30 Als der gelbe Alarm losging, saß Shakkle gerade mit seiner Stellvertreterin zusammen und besprach die Aufgaben für diesen Tag. "Sie haben die Sicherheitszentrale, ich melde mich dann mit weiteren Informationen.", meinte er und machte sich sogleich auf die Brücke. --- Hauptmaschinenraum, 09:30 Eigentlich hatte sich Aliya einen Alarm kurz vor 10 gestellt um zur angekündigten Besprechung pünktlich zu sein, aber das erledigte sich wohl nun grade "Ensign Perel. Übernehmen sie für mich. Ich bin auf der Brücke.", gab sie an ihren Stellvertreter weiter und verließ den Maschinenraum. Der Lift, den sie benutzt hatte, öffnete sich schließlich auf Deck 1 wieder, wo sie ihn auf der Brücke verließ. Sie nickte Yates zu, begab sich zur technischen Station und wartete was nun passieren würde. --- irgendeine Jeffriesröhre auf dem Maschinendeck "Tja, ich muss dann wohl in den Maschinenraum.", meinte Dan zu den beiden Technikern, mit denen er Reparaturen am EPS-System durchführte, "Aber ich denke, Sie kommen auch gut ohne mich zurecht. Wenn Sie fertig sind, machen Sie noch einen kleinen Diagnoselauf in dieser Sektion und melden sich dann im Maschinenraum." Nach einer Bestätigung krabbelte der Bajoraner aus der Jeffriesröhre in den Korridor, der über einige Umwege zum Maschinenraum führte. Die Victory war soweit gut in Schuss, die Werft hatte gute Arbeit abgeliefert. Dennoch kam es immer wieder zu Unregelmäßigkeiten im EPS-System, welche die Techniker davon abhielten, es sich allzu bequem im Maschinenraum zu machen. --- Hauptmaschinenraum Im Maschinenraum angekommen herrschte bereits rege Geschäftigkeit. Alle waren irgendwie beschäftigt damit, sich zu vergewissern, dass die Rettungssysteme da waren, wo sie sein sollten, und dass sie auch einsatzbereit waren für den Fall der Fälle. Natürlich wurden allerlei Systemdiagnosen angestellt. Dan brauchte keine Anweisungen zu geben. Diese Leute waren gut trainiert, und jeder Versuch, in irgendeiner Weise sich zu profilieren würde nur das Tempo herausnehmen, das die Techniker und Ingenieure an den Tag legten. Also machte er sich an die Diagnosen des Warpkerns, zunächst die Standardprozeduren, die vorgeschrieben waren. Danach legte er seine Hand auf die Energiequelle des Schiff, um das rhythmische Pulsieren zu fühlen. "Er schnurrt wirklich wie ein Kätzchen. So soll es sein.", kommentierte er die Ergebnisse der Diagnosen sowie das, was er gefühlt hatte. Schließlich begab er sich an den Situationstisch, um die Einzelergebnisse zu erfassen und zusammenzufassen. --- Korridor auf dem Weg zur Brücke, 09:30 Fast den ganzen gestrigen Tag hatte Axel sich mit dem 'Ei' beschäftigt. Nach einigen Versuchen war er zu dem Schluss gekommen, dass dies der recht klägliche Versuch einiger Händler war, eine künstliche Intelligenz zu schaffen, die den Händlern einige Routineaufgaben abnehmen sollte. Dies hatte Axel heraus gefunden, nachdem er eine recht veraltete Programmiereinrichtung gefunden hatte, die auf der Unterseite versteckt war und deren Versagen zum Stillstand des Eis geführt hatte. Noch in Gedanken über das Ei folgte Axel dem COM Ruf von Cmdr. Yates, sich unverzüglich auf der Brücke einzufinden und machte sich auf den Weg dorthin. --- Deck 1, Hauptbrücke, 09:30 Während James seine Überlegungen kund tat kam Commander Riddick auf die Brücke und orientierte sich gleich an die technische Konsole auf der Brücke. "Lieutenant Riddick. Kommen Sie doch direkt mit." er deutete ihr und auch Ensign Nyberg den Weg zur Lounge um dort die schnelle Konferenz vor dem Gefecht abzuhalten und die Infos und Befehle des Admirals weiterzugeben. Sie schnappte ihr PADD, übergab die Konsole an den Kollegen in Bereitschaft und folgte Yates. --- Deck 1, Lounge, 09:35 Aliya drehte sich noch im Schritt auf der Ferse um und folgte Nyberg und Yates in die Lounge. Da außer den beiden noch keiner da war, war ein freier Platz schnell gefunden. --- Deck 7, Büro des Counselor Tanner hatte gerade ein spontanes Gespräch mit einem Crewman aus der Technik hinter sich gebracht und machte sich ein paar Notizen dazu auf einem PADD. Er fürchtete fast, dass das nicht das letzte Mal gewesen war, dass sie beide sich getroffen hatten - im Gegenteil. Er seufzte und legte das PADD gerade beiseite, als das akustische Signal des Gelben Alarms ertönte und eine Schaltfläche auf der kleinen Konsole, die in seinem Schreibtisch integriert war, blinkte, um Yates' Durchsage anzukündigen. Er trank noch rasch den Becher Kaffee leer, der vor ihm stand. Schließlich stand er auf und machte sich auf dem Weg nach Deck 1. --- Deck 1, Lounge Nur zwei Minuten später rutschte die Tür vor Tanner beiseite und er betrat die Lounge. Der Captain, sowie Riddick und Nyberg waren bereits anwesend und er nickte ihnen kurz zu, um dann den freien Platz neben der Chefingenieurin zu wählen und wieder Platz zu nehmen. Als Reszko eintraf war die Brücke spärlich besetzt, also lenkte er seine Schritte zu der Besprechungslounge. Dort hatten sich bereits die meisten Führungsoffiziere eingefunden, also nahm der CoS den nächst freien Platz ein. Lexi betrat immer noch ein wenig irritiert und mit einem PADD 'bewaffnet', um die wichtigsten Daten zu notieren, den Bereitschaftsraum und ihr Gesicht hellte sich für einen Moment auf, als sie Anna erblickte. Sie grüßte in die Runde und ließ sich schließlich auf einem freien Stuhl nieder. Ein leichtes, freundliches Lächeln warf sie in Annas Richtung, bevor sie sich an Yates wandte: "Dr. Miller lässt ihre Abwesenheit entschuldigen, sie steckt noch in einer OP, aber ihre Einschätzung geht dahin, dass sie bis zu unserem eintreffen am Zielpunkt wieder verfügbar ist, sofern nicht etwas unvorhergesehenes noch auftritt", erklärte sie ihre Anwesenheit. "In Ordnung. Ich gehe davon aus, dass die Krankenstation voll einsatzbereit sein wird." Yates schaute vom Kopfende durch die Runde. Cmdr. McKilian saß zu seiner rechten. Ensign Nyberg, Lieutenant Riddick, Lt. Cmdr. Reszko, Lieutenant Tanner, Lieutenant Hoele und Lieutenant Haris als Stellvertreter für Dr. Miller. Sogar Gul Telmar war aufgeschreckt worden von dem Alarm und hatte den Weg gefunden. "Gut, da wir vollzählig sind, möchte ich Sie kurz und schnell informieren, warum wir hier zusammen sitzen. Die für 10 Uhr bestellte Konferenz verschieben wir aufgrund eines Notfalls. Wie mich das Hauptquartier wissen ließ, wird eine nahegelegene Kolonie Cardassias angegriffen. Genaue Hintergründe über das System und die Kolonien finden Sie auf den PADDs vor sich. Die Angreifer sind abtrünnige Cardassianer. Es handelt sich um mehrere Schiffe der Hideki-Klasse mit einem Frachter-Konvoi. Wir werden die Angreifer vertreiben und der Kolonie helfen und sie bewachen bis die Cardassianer selbst eintreffen. Ein Schiff der Nova Klasse wird uns helfen und bedauerlicherweise vor uns eintreffen. Ich gehe jedoch davon aus das die USS Ticonderoga bis zu unserem Eintreffen Stand halten wird." Wie alle Anwesenden heftete er seinen Blick auf das vor ihm liegende PADD. "Sie haben noch etwas Zei,t sich die Einzelheiten über das System, die Angreifer, die taktische Situation und die beteiligten Schiffe anzusehen. Ich erwarte volle Einsatzbereitschaft auf allen Stationen und natürlich, dass wir souverän und überlegen aus diesem Konflikt als Sieger herausgehen. Das wird unsere Bewährungsprobe und wir müssen erfolgreich sein. Ich glaube an uns und an das Schiff. Hat noch jemand Fragen?" Shakkle hörte die kurze Einführung und blickte auf das PADD. Der Name Trelka sagte ihm nichts, aber als er die graphische Abbildung des Systems sah... Er blinzelte, die einzige sichtbare Reaktion, aber im Innern... er kannte dieses Sonnensystem, oder besser gesagt, dass was sich während des Dominionkrieges dort befunden hatte. Sein letzter Auftrag... Erinnerungen strömten ein und drohten ihm seelisch zu ertränken. Aliya überflog das PADD zunächst hauptsächlich um herauszufiltern, ob es für sie in der Technik etwas zu beachten gab. Aber sie hatte Glück. Keine hinterhältigen Nebel oder sonstige Phänomene waren verzeichnet. So musste Aliya mit ihren Leuten nur darauf achten, das Schäden so schnell wie möglich behoben würden. Aber etwas in ihr hoffte, dass die gute Victory ohne Kratzer im Lack davonkam. Jetzt widmete sie ihre Aufmerksamkeit der Besprechung. "Ja, Commander. Ich hätte da noch eine Frage. Da ich aufgrund meiner biologischen Studien auch anatomische Grundkenntnisse habe würde ich gerne wissen, ob ich im Notfall auf der Krankenstation aushelfen soll?" antwortete Axel. "Ich würde mich nämlich ganz gerne so nützlich wie möglich machen.", fügte Axel seiner Frage hinzu. Auf irgend eine Art und Weise war Axel sich nämlich nicht im klaren darüber, wie er bei einem solchen taktischen Manöver, das unzweifelhaft hohe Priorität und Wichtigkeit beinhaltete, sonst helfen sollte. "Sollten Sie mich allerdings auf der Brücke brauchen, werde ich gerne dort meine Station besetzen. Dort könnte ich mich um wissenschaftliche Fragen kümmern, die eventuell auftauchen könnten." "Mir war nicht bekannt das Sie eine medizinische Ausbildung haben Lieutenant. Aber ich bin mir sicher das Dr. Miller und Dr. Haris gerne ihre Hilfe annehmen. An der wissenschaftlichen Station wird es eher wenig zu tun geben." James wandte sich wieder an die Anwesenden. "Wenn keine Fragen mehr bestehen können Sie wegtreten und Ihre Abteilung vorbereiten." James stand als erstes auf um die Lounge wieder Richtung Brücke zu verlassen, es gab noch einiges, was er sich ansehen und überlegen wollte, bevor das Gefecht anfing - sollte es denn anfangen. Lexi lauschte den Worten. Sie war froh, dass sie noch vor ihrem Weggang bereits die Krankenstation in Alarmbereitschaft versetzt hat. "Ja Sir, die Krankenstation ist einsatzbereit." Jetzt musste sie nur noch die Ärzte darauf hinweisen, dass der Großteil der zu erwarteten Opfer Cardassianer sein dürften. Sie warf einen kurzen, fast schon flüchtigen Blick zu Anna. Wie würde sie damit klar kommen, dass sie jetzt dabei half mehrere Angehörige des Volkes zu retten, welches ihr über Jahre hinweg eine solche Pein bereitet hatte? Sie würde es sicherlich erfahren, wenn Anna darüber mit ihr reden wollte... Noch immer drangen Fetzen des gestrigen Gespräches in ihren Sinn, brachte sie noch immer zum nachdenken. Als der Wissenschaftler sich anbot zu helfen, wurde Lexi wieder aufmerksamer. "Wir können jede helfende Hand gebrauchen", erwiderte sie und nach der Besprechung ging sie gleich auf Hoele zu. "In wie weit sind Sie denn medizinisch ausgebildet?" Als sich Yates Stab erhob um seiner Arbeit nachzugehen, erhob sich der Gul ebenso und fing Yates vor der Tür ab: "Commander, darf ich Sie kurz unter vier Augen sprechen?" "Solange es wirklich nur kurz ist.", merkte James an und deutete Telmar ihm in seinen Bereitschaftsraum zu folgen. Er hatte nicht vor, sich lange aufzuhalten und blieb stehen nachdem sich die Tür hinter den beiden geschlossen hatte. "Was kann ich für Sie tun?" --- Deck 1, Bereitschaftsraum Telmar verlor keine Zeit für diplomatische Einleitungen und antwortete: "Commander, ich weiß nicht wie weit Sie über die Aktivitäten dieser Dissidenten informiert sind, aber ich hoffe Ihnen ist klar, dass Sie ein genauso zusammengewürfelter Haufen aus ehemaligen Soldaten und Zivilisten sind, wie es der Maquis war. Darunter sind auch ehemals sehr angesehene Strategen. Es sind vielleicht nur ein paar Hidekischiffe, die der Victory normalerweise nicht sonderlich gefährlich werden. Wenn dieser Angriff jedoch von den Richtigen geleitet wird, sollten Sie das nicht mehr so leicht auf die Schulter nehmen. Erinnern Sie sich an unser Gespräch im Botanischen Garten. Dieser Captain Trewin, mit dem ich damals ursprünglich unterwegs war, um die Replikatoren zu liefern, kam noch nicht mal dazu die Waffen und Schilde zu aktivieren, bevor man ihm die Brücke weggeschossen hatte. Man hat das Schiff aus dem Warpflug geschleudert und sofort danach beschossen. Behalten Sie das im Hinterkopf, wenn wir Trelka V erreichen!" Ich mache mir um die USS Ticonderoga wesentlich mehr Sorgen als um die Victory. Ein guter Taktiker und Stratege wird uns möglicherweise beschädigen können, wird jedoch auch genug Weisheit haben, um zu erkennen, dass er gegen uns verlieren wird aufgrund der Überlegenheit des Schiffes. Die Ticonderoga dagegen ist ihnen unterlegen." James ging einen Schritt näher zur Tür. "In Strategie bilde ich mir zudem ein, ebenfalls einiges mit in die Waagschale werfen zu können. Und zur Not habe ich ja immer noch Sie. Seien Sie auf der Brücke, wenn es losgeht. Vielleicht brauche ich Sie für einen kleinen Funkspruch an Ihre ehemaligen Kameraden." --- Hauptmaschinenraum Nachdem Yates die Besprechung beendet hatte, ging Aliya nachdenklich in den Maschinenraum zurück. Sie hoffte, dass wenn es zu einem Gefecht kommen sollte, die Victory nicht zu viel abbekam. Das arme Schiff konnte schließlich nichts für die Auseinandersetzungen derjenigen, die mit ihm reisten. Seufzend lehnte sie sich an die Brüstung vor dem Warpkern und sah in das blaue wabernde Licht. Dan bemerkte Riddick, die direkt zum Warpkern ging. Der Bajoraner ließ die Zahlen auf dem Situationstisch Zahlen sein und folgte Riddick zum Warpkern. "In der Technik ist alles in bester Ordnung.", machte er zunächst Meldung und erhoffte nun zu erfahren, was es im Konferenzraum gegeben hatte. Der Captain hatte nicht umsonst Gefechtsbereitschaft ausgerufen. Aliya drehte sich um, schüttelte ihre Gedanken ab und wandte sich zu Dan um und schenkte ihm ihre volle Aufmerksamkeit. Sie nickte bevor sie zu sprechen begann "Gut. Wir müssen uns wahrscheinlich auf einen Kampf gefasst machen. Die Victory soll die cardassianische Kolonie Trelka V schützen bis die Cardassianer eintreffen und es selbst übernehmen." fasste sie zusammen. --- USS Ticonderoga, Hauptbrücke, 09:55 "Wir fliegen gerade in das Trelka-System ein. Noch etwa fünf Minuten.", meldete der CONN-Offizier des Aufklärungsschiffes. Mila stand an ihrer Konsole und behielt die cardassianischen Schiffe im Auge, die der Kolonie zusetzten. Bisher schenkten sie der Ticonderoga keine Beachtung. "Offenbar halten die Cardassianer uns für keine Gefahr.", gab die Halbbajoranerin ihre Ergebnisse verbal wieder. "Wir sind jetzt nahe genug, um Details der Schiffe wahrzunehmen, aber keines der Schiffe trägt Hoheitszeichen. Es handelt sich offenbar tatsächlich um eine regierungsfremde Splittergruppe." "Öffnen Sie einen Kanal, Miss Patterson.", wies der Captain die Taktikerin an. Ein Nicken signalisierte dem älteren Mann, dass sie seine Anweisung ausgeführt hatte. "Hier spricht das Föderationsschiff Ticonderoga. Brechen Sie unverzüglich Ihren Angriff ab.", gab der Captain durch, wohl wissend, dass die Cardassianer sicher nicht abbrechen wollten. "Hm... immerhin, jetzt haben wir wohl eine Reaktion. Zwei Schiffe gehen auf Abfangkurs zu uns. Die Waffen sind nach wie vor geladen.", war Milas Kommentar, während sie bereit war, die Waffen der Ticonderoga zu aktivieren... --- Deck 1, Hauptbrücke, 10:00 "ETA 15 Minuten, Sir.", meldete die Conn und James starrte auf den Schirm vor sich. Er hatte die herbeifliegenden Sterne austauschen lassen gegen das Bild der Sensoren. Die USS Ticonderoga hatte das Zielgebiet gerade erreicht und zwei der vier cardassianischen Schiffe der Hideki-Klasse hatten ihren Kurs geändert. Mit voller Gefechtsbereitschaft entfernten sie sich von Frachter, Basis und Planeten nun auf das Schiff der Nova-Klasse zu. James lehnte sich zur Seite wo Lt. Cmdr. McKilian saß. "Nehmen Sie sich ein paar Offiziere und besetzen Sie die Kampfbrücke. Nur für den Fall, das es mehr Ärger gibt als wir denken." "In Ordnung, Sir.", bestätigte McKilian ihre neue Aufgabe, nahm sich das PADD aus der Konferenz mit und forderte Ensign Loraya auf ihr zu folgen, um die Taktik der Kampfbrücke zu besetzen. Bald waren beide im Turbolift verschwunden. Auf dem Schirm war nun zu erkennen, wie die cardassianischen Schiffe das Feuer auf die Ticonderoga eröffneten. Die Entfernung war jedoch zu groß, um Auskunft über Schilde und Zustand der Ticonderoga zu geben und so mussten Sie abwarten, bis sie in 15 Minuten auch das Schlachtfeld betreten würden, um den Vorteil auf Föderationsseite zu verlagern. James ballte die Hände zur Faust. Er hoffte wirklich, dass die Ticonderoga solange aushalten würde ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. --- Hauptmaschinenraum, 10:10 Die Gefechtsbereitschaft hatte Dave etwas überrascht. Er hatte am Vortag etwas länger gemacht und deshalb ausgemacht, etwas später anzufangen. Der Alarm hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht und auch die Gedanken über das Date vom Abend in den Hintergrund geschoben. Er hatte noch einige Dinge kontrolliert - mögliche Schwachstellen des System die ihm am Vortag aufgefallen waren. Aber alles wurde von der Nachtschicht offenbar behoben. Bowman betrat den Maschinenraum auf der oberen Ebene durch eine der Servicebereiche, wo er seine Ausrüstung auf Vollständigkeit überprüft hatte. Er sah Lieutenant Riddick und Ensign Perel unten vor dem Warpkern stehen und so entschied Dave dort hin zu gehen. "Lieutenant, Ensign. Richten wir einen zweiten Servicepunkt ein oder operieren alle Reparatur- und Einsatzteams von Maschinenraum aus?" "Ein zweiter Service-Punkt klingt vernünftig. Ich hätte gesagt, einer der vorderen Frachträume wäre geeignet, zumal wir da ohnehin einige Ersatzteile herumliegen haben. Wir sollten vielleicht darüber nachdenken, daraus eine dauerhafte Lösung zu machen.", stimmte Dan dem Vorschlag zu, wohl wissend, dass Riddick ebenfalls zustimmen musste. Einige Teams waren ohnehin auf ihren Bereitstellungsräumen außerhalb des Maschinenraums, um auf diesem großen Raumschiff möglichst schnell auf Schäden reagieren zu können. Wenn die Materialbereitstellung dezentralisiert werden konnte, konnte dies nur gut sein. Einen Moment rang Aliya mit sich, denn ein zweiter Servicepunkt stellte eine Dezentralisierung dar, die regen Austausch und Absprachen benötigte. Andererseits war bei einem Kampf eine Beschädigung des Maschinenraums nicht nur nicht auszuschließen - sie kam nicht selten vor. Und so waren die Teams auch schneller vor Ort. "Einverstanden. Bereiten sie alles vor. Im Moment werden die Aufträge vom Maschinenraum zentral verteilt, sollte hier etwas schiefgehen übernimmt der zweite Servicepunkt diese Aufgabe..." entschied Aliya, versuchend aus beiden Vorteil zu ziehen. Bevor man weiter darüber diskutieren konnte, begann schon der Kampf und die ersten Schadensmeldungen trudelten ein. "Jien tah-duh gway!" fluchte Aliya über den bevorstehenden Ärger und nickte Bowman hinterher, der sich um Deck 12 kümmern wollte. "Perel, sie kümmern sich um den zweiten Servicepunkt und übernehmen dort das Kommando.", sie "Ich übernehme hier." "Bin unterwegs.", bestätigte er und sammelte einige Techniker um sich herum, die er am Servicepoint haben wollte. --- Deck 1, Hauptbrücke, 10:10 "Wir treten in das Trelka-System ein, Sir. Fünf Minuten bis Waffenreichweite." Yates drehte sich zur OPS um. "Hat man uns schon gesehen und wie ist der Zustand der USS Ticonderoga?" Anna hatte die ganze Zeit bereits ihre Anzeigen im Blick und gab den aktuellen Status bekannt, ohne aufzusehen: "Eine der Hideki feuert auf die Ticonderoga, die zweite scheint kampfunfähig zu sein - Sensoren zeigen keine Energie an den Disruptorbänken, Schilde scheinen zu kollabieren - zwei eskortieren weiter den Frachter. Sie haben uns noch nicht bemerkt, Sir, aber die Ticonderoga wird ihr Interesse nicht mehr lange halten können. Ich registriere einen Hüllenbruch auf Deck 6 und massive Energiefluktuationen im ganzen Schiff, die Schilde halten nicht mehr lange. Ich schlage vor, wir halten uns bereit zur Evakui...", weiter kam sie nicht. Sie auf ihrer Konsole und alle auf dem Hauptschirm konnten verfolgen, wie sich die intaktere der Hideki von der Ticonderoga löste und Kurs auf die Victory nahm. "Sie feuern einen Torpedo ab!", rief Anna aus, kurz bevor es zu einer Detonation am äußeren Schildperimeter kam und das Schiff sanft zu erzittern schien. Von der Taktik hörte sie erste Analysen, soweit sie es verstehen konnte, war der Torpedo kein Standardmodell gewesen. Sie gab die Verfolgung der Hideki an die Taktik ab und wandte sich den internen Sensoren zu. "Die Schilde haben gehalten, keine Schäden an der Außenhülle.", kommentierte sie die Lage. Dann wurden ihre Augen größer, wie hatte das passieren können? Hektisch rief sie genauere Daten ab. "Aber es gab eine Explosion nahe der EPS-Leitung auf Deck 12.", sprach sie, die Verwirrung über die Ursache war in ihrer Stimme zu hören. "Schadenskontroll- und Medoteam sind unterwegs.", sprach sie weiter, während sie die entsprechenden Befehle auslöste. --- Krankenstation Jetzt war Axel froh, gefragt zu haben, ob er nicht auch auf der Krankenstation aushelfen zu können. Jetzt machten sich die Vorlesungen in Anatomie bezahlt, die Axel an der Sternenflottenakademie belegt hatte. Genaues wusste Axel noch nicht, er kannte die keine Zahlen über die Anzahl von eventuellen Verletzten und hatte auch keine Ahnung, ob es überhaupt Verletzte gegeben hatte. Doch er war gerade auf dem Weg zur Krankenstation, als der Kampf losging. Aufregung stieg in Axel hoch. Wie mochte die Lage wohl sein ? Konnte Axel wirklich helfen, denn immerhin waren es 'nur' zwei Semester, die Axel den Anatomiekurs belegt hatte. Damit hatte er zwar schon den ersten Schein erworben, als er im zweiten Semester die Zweitsemesterklausur geschrieben hatte, dennoch waren seine Anatomiekenntnisse beschränkt und gingen nicht wirklich viel über das notwendigste hinaus, dachte Axel bei sich. Immerhin aber genug, um gehobene Schwesternarbeiten zu erledigen. Jetzt musste Axel sich nur noch erkundigen, wie die Lage war. Lexi eilte hastig mit ein paar Sanitätern nach Deck 12, dort war wohl eine Leitung geplatzt. Sie machte sich auf das Schlimmste gefasst. Es konnte viele Verletzte oder keine geben, hoffentlich war es nur falscher Alarm, der sie jetzt nur zur Vorsicht dort hin trieb. --- Deck 12 Lexi blieb abrupt stehen, als ihr die Hitze entgegen schlug. Es waren zwar keine Flammen mehr zu sehen, aber man spürte noch immer die Hitze der Explosion. Vorsichtig näherte sie sich dem Unfallort und fand dort mehrere Verletzte mit zum Teil schwersten Verbrennungen vor. Sie scannte einen nach dem anderen, verabreichte schmerzstillende Mittel und veranlasste dann sofort den Transport zur Krankenstation. --- Hauptmaschinenraum Der Angriff auf die Victory überraschte Dave. Hatte man sich nicht erzählt kleine Schiffe der Hideki-Klasse waren das Ziel? Warum sollten die sich freiwillig mit der Victory anlegen. Sie konnten gegen das Schiff der Insignia-Klasse nur verlieren. Ein Ruck ging durch das Schiff. Ganz klar ein direkter Treffer. "Schaden auf Deck 12.", brüllte jemand in den Raum. Dave legte seine Hand auf die Schulter von Riddick "Ich kümmer' mich da drum!", rief er und verschwand. --- Deck 12 Dave hatte ein Wahnsinnstempo hingelegt und durch die rot beleuchteten Korridore gehetzt. Eine EPS-Leitung war offenbar überladen und hatte ungefähr 12 Meter der Korridors in ein Flammeninferno verwandelt. Es roch nach verbranntem Kunststoff, Kabeln, elektrischen Schaltkreisen, Teppichboden und es gab Verletzte. Doch er hatte Lieutenant Haris von der Krankenstation wenige Meter hinter sich gesehen. Trotz der Hitze sprang Bowman in den Korridor, löschte restliche kleine Brandnester und warf einen Blick auf die aufgebrochene Wand während der Schweiß aufgrund der hohen Temperatur anfing, aus den Poren zu stoßen. Der betroffene Korridor lag neben der Kampfbrücke. Dave sah zu der völlig eingedrückten Tür. Die Druckwelle der Explosion war diesen Weg gegangen. Zum Glück im Unglück für die Betroffenen im Flur. Sie waren stark verletzt, aber lebten. Das wäre anders gewesen, wenn sie den Druck und die Explosion mitbekommen hätten. So waren es nur die Flammen. Ob die Notbrücke besetzt war, fragte sich Dave und nahm aus seiner Werkzeugkiste ein Brecheisen, um die Tür aufzuhebeln. Der erste Spalt war schnell geschafft. Bowman verdankte es dem regelmäßigen Fitness-Training für Kraft und Ausdauer, dass er jetzt genug Kraft in den Armen und Muskeln hatte, um die Tür immer weiter aufzustemmen während ihm beißender Geruch, Rauch und Gase entgegen strömten. Von der Hitze gar nicht zu sprechen. Es musste in den Raum gebrannt haben. Aber die chemische Löschanlage hatte das schon erledigt. Das Licht war ausgefallen und Dave sah nichts, nur den einfallenden Lichtstrahl durch den Türspalt. Er würde sie ganz öffnen müssen. Schnell legte er sich eine kleine Atemmaske an, um nicht die giftigen Dämpfe einzuatmen und drückte die verbogene Tür mit aller Kraft auseinander, bis er sich hindurchpressen konnte. Die Explosion in der Wand hatte auf dem Korridor ein vergleichbar kleines Loch gerissen, wenn man sich die Notbrücke ansah. Sie war fast völlig zerfetzt. Hier musste es lange gebrannt haben mit unglaublicher Hitze - so wie alles deformiert war. Er leuchtete mit der Lampe an seinem Handgelenk durch den Raum und sah etwas auf dem Boden, was dort nicht hingehörte. Es konnte keine Verkleidung oder Decke sein. Genau gegenüber der explodierten EPS-Leitung an der Wand lagen drei leblose Körper. Er konnte nicht erkennen, wer es war. Aber sie lebten sicher nicht mehr. Aber er wollte nicht näher hingehen, um das zu beurteilen. Er eilte zurück zu der offenen Tür. "Lieutenant Haris?? Hier sind drei ... Verletzte!" --- Deck 10, Frachtraum 1 So schnell es ging eilte die Gruppe in den Vorderbereich, wo sie einen der Frachträume öffneten. Sie ließen das Schott geöffnet, damit die Techniker schnell ein- und ausgehen konnten. Am Frachtterminal richtete Dan sich einen provisorischen Situationsmonitor ein. "An alle Techniker in den bugwärtigen Sektionen: Frachtraum 1 dient als Servicepunkt. Holen Sie Ihre Ersatzteile dort ab. Der heckwärtige Bereich wird weiterhin vom Hauptmaschinenraum versorgt.", gab Dan per Interkom durch und wiederholte die Meldung noch ein Mal, damit auch der letzte Techniker vom zweiten Stützpunkt wusste. Die Lage auf Deck 12 war alles andere als gut. Der Plasmabrand hatte eine tragende Säule erwischt. Immerhin hatten die Notsysteme die Plasmaknoten im Einschlagsbereich abgeschalten, was den Brand löschte. Dennoch machte er sich Sorgen um die Integrität der betroffenen Sektion. Die Säule mochte normale Belastungen standhalten, doch sollte es zu weiteren heftigen Einschlägen kommen, konnte er für nichts garantieren. "Crewman, nehmen Sie sich zwei Mann, Werkzeug und drei, vier Stützen und begeben sich zu Mr. Bowman auf Deck 12, Notbrücke.", sprach er einen Techniker an und winkte ihn an die Konsole, "Hier, diese Säule muss abgestützt werden, bis wir Zeit haben, sie ordentlich zu reparieren. Es muss jetzt keine Schönheit werden, aber halten muss es. Danach tun Sie alles, um wieder Funktion herzustellen." Der Techniker nickte, und schnell war er mit zwei Kameraden unterwegs zu CPO Bowman. --- USS Ticonderoga, Hauptbrücke Die letzte Viertelstunde war heftig. Nachdem sie das erste Schiff ausgeschaltet hatten, nahmen die verbliebenen Hidekis die Ticonderoga auf das Korn. Durch geschickte Ausweichmanöver und gezielte Schüsse konnte das Schiff schwereren Beschädigungen entgehen. Dennoch, es hatte einen Hüllenbruch gegeben, und der Captain war durch eine Schockwelle von seinem Sessel heraus gegen den Wandschirm geschleudert worden. "Commander, die Victory ist gerade eingetroffen, und zwei der Hidekis fühlen sich nun für _sie_ zuständig. Wir haben also wieder reelle Chancen.", meldete Mila, die bisher, von kleinen Blessuren abgesehen, unverletzt auf ihrem Posten verharrt hatte. Doch das 'verbliebene' Schiff war noch immer voll feuerbereit, was die Ticonderoga sogleich merkte. Doch das machte es auch angreifbar, und Mila ergriff die Chance, die ihr einen Zufallstreffer gestattete. Sie hatte einen Energieknoten getroffen, dessen Zerstörung das gegnerische Schiff weitgehend lahmgelegt hatte. "Glück muss man haben...", war Milas Kommentar, während sie eines der Schiffe erfassen ließ, das die Victory angriff. --- Deck 1, Hauptbrücke "Taktik, erfassen Sie das Hideki-Schiff und Feuer frei für die Phaser nach eigenem Ermessen. Halten Sie die Schiffe auf. - Conn, bringen Sie uns zwischen die Hideki und die Ticonderoga. Wir ziehen das Feuer auf uns." James wendete sich an Telmar der neben ihm Platz genommen hatte. "Tut mir leid, aber da will jemand nicht reden hab ich das Gefühl." Er drehte sich zu Nyberg. "Informieren Sie mich, sobald Sie etwas über den Vorfall auf Deck 12 wissen. Und bereiten Sie die Transporter für die Evakuierung vor. Öffnen Sie mir bitte einen Kanal zu der USS Ticonderoga." "Ja, Sir.", bestätigte Anna. "Noch keine Neuigkeiten von Deck 12, aber ...", sie zögerte einen Moment - bei Deck 12 war ihr etwas eingefallen. "... ich habe keine Verbindung mehr zur Kampfbrücke." Sie blickte für einen Moment irritiert und hoffte, dass nichts ernstes passiert und nur die Kommunikation beeinträchtigt war. "Transporterraum 1 bis 4 sind in Bereitschaft, der Flugleitoffizier ist verständigt, eventuell Rettungskapseln aufzusammeln.", die Notfallorganisation war perfekt, sie musste fast nichts mehr unternehmen, und das obwohl erst wenige Übungen stattgefunden hatten. "Der Kanal zur Ticonderoga steht!", verkündete sie schließlich. Damit wäre Yates zufriedengestellt und Anna wandte sich wieder der Organisation im Hintergrund zu und ließ den Quartiermeister bereits Unterbringung für 82 Evakuierte schaffen, im Frachtraum, Casino und wo sonst Platz war. Zusätzlich informierte sie die Krankenstation, dass eventuell Verletzte zu erwarten waren. --- USS Ticonderoga, Hauptbrücke "Commander, die Victory setzt sich mit uns in Verbindung.", gab Mila bekannt. Die Lage entspannte sich zwar etwas, aber die Gefahr war noch nicht überstanden. Die Ticonderoga hielt derzeit gerade so durch. "Als ob wir Zeit zum Quatschen hätten...", meinte der Erste Offizier, "Ach, stellen Sie die Victory durch." Mila nickte und schaltete das Signal mangels funktionierendem Hauptschirm auf die Lautsprecher. --- Deck 1, Hauptbrücke Yates sah auf den Schirm und wartete das sich das Bild in den Kommandanten der USS Ticonderoga änderte. Doch es geschah nicht. Nur der Audio Kanal schien sich zu öffnen. "Commander Yates von der USS Victory. Bleiben Sie in unserem Schatten, wir werden die Cardassianer ausschalten. Bereiten Sie sich auf eine schnelle Evakuierung vor, unsere Anzeigen sagen aus das es sehr schlecht um Ihr Schiff steht. Bestätigen Sie das bitte." --- USS Ticonderoga, Hauptbrücke "Hier Ticonderoga, Commander Mendez. Um das Schiff ist es in der Tat nicht gut bestellt. Sobald die Lage wieder beruhigt ist, könnten wir es aber mit vereinten Kräften wieder soweit flott machen, dass es zur nächsten Sternenbasis kann.", erwiderte der Erste Offizier der Ticonderoga, "Ich lasse derweil Gruppen für die Evakuierung zusammenstellen." --- Deck 12 Der Plasmabrand hatte heftig gewütet, und noch immer strahlten die Wände genug Hitze ab. Die Säule beim explodierten EPS-Knoten war stark aufgeheizt worden, so dass die Struktur des Trägermaterials sich verändert hatte und der Träger an Belastbarkeit verloren hatte. Hier kamen die Stützen ins Spiel. Sie sollten den Träger entlasten. "Chief, Mr. Perel hat uns geschickt, um Sie zu unterstützen, nachdem wir diese Säule abgestützt haben.", wandte sich der Crewman an Bowman, bevor sie sich daran machten, die Stützen aufzubauen. "Sehr gut. Richten sie die Infrastruktur wieder her. Die Bergungen und Reparaturen werden sicher noch länger dauern. Danach müssen wir das Energienetz in diesen Sektionen stabilisieren." Dave ging ein paar Meter von dem Technikerteam weg und nahm sein PADD aus der Tasche, um einen ersten Statusbericht abzugeben. 'EPS Leitung auf Deck 12 explodiert. Grund noch unbekannt. Infrastruktur und Energie Netz wird stabilisiert. Kampfbrücke zerstört.' Und obwohl es für ihn als Techniker unüblich war fügte er hinzu 'Verletze in Korridor und Notbrücke. Status unbekannt - an Medoteam übergeben.' Bowman packte das PADD wieder ein und packte bei dem Technikern an um die Stützen schnell aufzustellen. --- USS Ticonderoga, Wissenschaft "Hier!", Deirdra drückte dem Ensign einen Transponderpistole in die Hand. "Ab nach Frachtraum 2, jeden Container! Verstanden!" Mit einem Klaps auf die Schulter schickte sie ihn mit zwei Petty Officern auf den Weg. "Wer hat noch nichts zu tun?" Die USS Ticonderoga war in wissenschaftlicher Mission unterwegs gewesen, hatte die Planeten und Planetoiden der ehemaligen DMZ genauer untersucht, genauer, als es jemals zuvor möglich gewesen war. Eigentlich eine ganz schöne Mission als Abschluss, bevor es zur Generalüberholung in die Werft zurück ging. Und ungefährlich hatte es geheißen. Deirdra konnte sich gerade noch an einem Labortisch festhalten, als eine Schockwelle sie von den Beinen reißen wollte. "Au!", rief sie aus, als ihr Handgelenk gegen die seltsame Belastung protestierte. Sie standen unter Beschuss, vorhin war der Alarm und die Durchsage wegen eines Hüllenbruchs auf Deck 6 durch das Schiff gehallt. Und die Frachträume waren voll mit Gesteins-, Gas- und Bioproben, Pflanzen und Organismen, die keinesfalls der Kälte und dem Vakuum des Raumes ausgesetzt werden durften. Deirdras Hoffnung war, dass das andere angekündigte Schiff, die USS Victory, schnell genug hier und groß genug war, die gesamte Fracht zu übernehmen. Praktischerweise hatten sie zur einfacheren Probensammlung mehrere Transponderpistolen erhalten: Mit ihnen konnten Transportermarkierungen bis zu 200 m entfernt platziert werden. Eigentlich gedacht dafür, sich bewegende oder ansonsten unzugängliche Dinge zu markieren, aber wie sich herausgestellt hatte, auch bestens geeignet, viele Probencontainer in sehr kurzer Zeit transportbereit zu machen. Sie sah sich noch einmal im Labor um, hier war alles gesichert. "Kommen Sie, hierher!", forderte sie die wenigen, in der Wissenschaft verbliebenen Crewmitgliedern auf, sich zu sammeln. Sie blickte in größtenteils recht junge Gesichter, die meisten der Dienstälteren waren den Einsatzteams zugeteilt worden, weil sie eine Zweitqualifikation als Rettungsassistent oder ähnliches hatten. Diese 'Neulinge' hatten noch nicht genug Zeit dafür gehabt. "Dieses Labor ist gesichert. Wir teilen uns jetzt in zwei Gruppen.", sie deutete eine Trennlinie an. "Sie zu meiner Rechten kommen mit mir. Die anderen wird Ensign Ha'ak anführen. Sie werden die Labore links den Gang hinab prüfen und versiegeln, wir übernehmen alle zur rechten Seite, wenn Sie fertig sind, machen Sie Meldung. Bleiben Sie als Gruppe zusammen, legen Sie ihre Kommunikatoren nicht ab, behindern sie die Einsatzkräfte nicht und bringen sich nicht unnötig in Gefahr. Menschenleben gehen vor wissenschaftlichen Erkenntnissen.", ermahnte sie alle. "Sollte es soweit sein, folgen Sie den Evakuierungsprozeduren und lassen Sie uns hoffen, dass wir nicht geentert werden." Abschließend überprüfte sie, ob jede Gruppe ausreichend bewaffnet und mit Medikits ausgestattet war. Sie ging auf den Gang hinaus und wartete ab, bis alle das Labor verlassen hatten. Über das Bedienfeld versiegelte sie die Türen. "Wir sehen uns auf der anderen Schiffsseite ... oder auf der USS Victory.", verabschiedete sie die andere Gruppe. --- Deck 1, Hauptbrücke Anna hatte abgewartet, bis der Commander die Übertragung an die Ticonderoga beendet hatte, bevor sie die nächste Meldung machte. "Sir, wir haben Nachricht von Deck 12, der Schaden ist unter Kontrolle, Ursache unbekannt. Es gab Verletzte und die Kampfbrücke ist zerstört." Sie zögerte einen Moment, und überlegte, ob sie ihre gerade gewonnene Erkenntnis verkünden sollte. Sie hatte noch keine Bestätigung, also würde es Yates vielleicht unnötig belasten, anderseits würde er die Frage bestimmt als nächstes stellen. "Und... Sir, ich habe keine Kommunikatorortung von McKilian und Loraya mehr. Warte auf Bericht des Medo-Teams." Während der nächsten Sekunden hatte Anna das Gefühl, dass sich betretenes Schweigen über der Brücke ausbreitete, doch war es wahrscheinlich nur eine Täuschung. Von der Taktik drang ein unterdrückter Freudenlaut zu ihr durch. Treffer! Ein externer Scan bestätigte es. Die Hideki hatte versucht unter der Victory hindurch zu tauchen, wahrscheinlich um die Ticonderoga ein letztes Mal zu erwischen, aber es war misslungen. "Backbord-Triebwerk der Hideki ist getroffen und ausgefallen.", verkündete sie und legte das Bild des trudelnden Schiffs auf einen Teil des Hauptschirms. Sie konnte sich den freudigen Unterton nicht verkneifen und grinste schief, auch wenn sie damit eventuell dem anwesenden Gul auf den Schlips trat. James beachtete Telmar neben sich nicht weiter im Moment. Während die meisten auf der Brücke sich erfreuten, hatte er vermutlich gerade eine gespaltene Gefühlswelt. "Schalten Sie Schilde und Waffen des Schiffes aus - nach Möglichkeit ohne es zu zerstören.", befahl der Commander. Durch die Schäden der kommenden Treffer war eine Vernichtung nicht auszuschließen. Aber er musste ja keinen direkten Befehl zur Zerstörung eines cardassianischen Schiffes geben, während ein Cardassianer neben ihm saß. Sein Blick ging zur Taktik. "Die anderen Schiffe?" fragte er. "Der Frachter zieht sich mit zwei Hideki in Begleitschutz zurück." Yates nickte die Meldung ab. "Kurs verfolgen. Vielleicht finden wir Sie später wieder." Sein Gedanke ging zurück auf Deck 12, die Kampfbrücke, und wie Nyberg berichtet hatte, war der Kontakt zu McKilian und Loraya abgebrochen. Er würde sobald wie möglich in der Krankenstation nachfragen, wie der Status war und die Technik würde sich etwas anhören können - wie konnte eine Notfallbrücke ausfallen durch den ersten Treffer? Aber jetzt gab es erstmal wichtigeres. "Ens Nyberg. Sobald die Hideki kampfunfähig ist evakuieren wir die USS Ticonderoga. Lieutenant Riddick soll sich schonmal überlegen wie wir das Schiff retten und zur nächsten Sternenbasis bekommen. Anschließend nehmen wir die Überlebenden der Hideki-Schiffe in Gewahrsam." Er schaute zu Telmar. "Wir werden Sie auf Trelka V den Behörden übergeben - vielleicht bekommen Sie bis wir soweit sind noch ein paar Informationen aus Ihnen heraus die uns helfen könnten." --- Krankenstation Nachdem sie die Operation, die mehrere Stunden gedauert hatte, beendet hatte, betrat Shyla die Krankenstation. Sie wollte sehen, ob Dr. Haris schon von der Konferenz zurück war, auf die sie wegen der Operation nicht hatte gehen können. Dies schien jedoch nicht der Fall zu sein. Plötzlich ertönte roter Alarm. Eine Schwester kam auf die zugerannt und informierte sie darüber, dass die Victory einen Treffer abbekommen habe und dass es auf Deck 12 Verletzte gebe. "Bereiten Sie alles für die Versorgung mehrerer Verletzter vor!" rief sie laut, damit alle sie hören konnten. Sie warf einen Blick in den Raum um zu sehen, wie viel Personal ihr zur Verfügung stand. Dabei fiel ihr ein Mann auf, der im Eingangsbereich der Krankenstation stand. Rasch ging sie auf ihn zu. "Ich bin die Chefärztin, Dr. Miller. Ich kenne sie nicht, wer sind sie?", fragte sie. Um sie herum begannen die Ärzte und Schwestern mit den Vorbereitungen. Die ersten Verletzten mussten gleich kommen. "Lt. Hoele, ähm, Axel Hoele, um genau zu sein." stammelte Axel. "Ich bin der neue stellvertretende Chef der Wissenschaft." Das hatte Axel bei der Aufregung ja schon fast vergessen. Auch, wenn dies erst sein zweiter Tag an Bord dieses Schiffes war, so kam er sich doch so vor, als wäre er bereits eine Ewigkeit hier. "Ich habe auf der Sternenflottenakademie während meines Studiums auch Anatomiekurse belegt, allerdings 'nur' zwei Semester lang. Deshalb habe ich auf der Brücke angeboten, quasi als Freiwilliger auf der Krankenstation auszuhelfen, da Sie ja sicher jede helfende Hand gebrauchen können. Ich hoffe, Sie haben auch Arbeit für mich, Doktor." Weiter wusste Axel in diesem Moment nicht, er hoffte einfach, für den Moment alles Wissenswerte gesagt zu haben und von der Chefärztin nicht überfordert zu werden. "Das freut mich, wir können jede Hilfe gebrauchen!", antwortete Shyla. "Am besten sie halten sich an mich und assistieren mir bei der Versorgung der Verletzten.", antwortete sie. Kurz darauf wurden die ersten Verletzten auf die Krankenstation gebracht. Viele litten unter Verbrennungen, teilweise schwere und teilweise nicht so schwere. Shyla verteilte ihr Personal auf die Verletzten, so dass jeder erst einmal versorgt wurde. Sie selber kümmerte sich um einen Techniker, der schwere Verbrennungen erlitten hatte. Sein linker Arm, der Oberkörper und auch Teile des Gesichts waren verbrannt. "Wir verabreichen Ihnen erst einmal ein starkes Schmerzmittel.", sagte Shyla zu dem Mann. "Bitte reichen sie mir das Hypospray dort drüben, Lieutnant Hoele." "Sofort." antwortete Axel. Schnell griff Axel nach dem Hypospray und reichte es Dr. Miller. "Da ich momentan sonst nichts zu tun habe, muss ich mich ja irgend wie nützlich machen." Doch irgend wie konnte Axel es trotzdem nicht fassen, schon an seinem zweiten Tag an Bord der Victory stand er mitten im Geschehen. Genau das war es aber, was Axel gewollt hatte, er hatte kein Interesse mehr an langweiligen Schreibtischjobs im Sternenflottenkommando oder Vorlesungen an der Akademie, so genoss er es schon fast, hier quasi mitverantwortlich dafür zu sein, bei der Lebensrettung anderer Besatzungsmitglieder zu helfen. "Okay, hier ist das Hypospray Doktor. Was gibt es für mich jetzt ansonsten noch zu tun?" fragte Axel. "Danke.", entgegnete Shyla knapp. "Kennen Sie sich mit dem Hautregenerator aus?", fragte sie während sie ihrem Patienten das Schmerzmittel verabreichte. Es würde ihn ins Reich der Träume befördern und er würde erst wieder aufwachen, wenn seine verbrannte Haut regeneriert sein würde. Dank der modernen Medizin musste jemand mit Verbrennungen nicht wie früher wochenlang auf Heilung warten oder gar eine Hauttransplantation über sich ergehen lassen. "Ja, ich denke, ich habe mir den Vorgang behalten, das gehört während des Anatomiestudiums zwar nicht zu den Grundkenntnissen, aber ich habe es während meines Studiums oft genug geübt.", antwortete Axel auf Dr. Millers Frage. In der Tat hatte Axel dies mehr als häufig geübt. Dass er es jetzt in einem echten Notfall anwenden musste, hätte er noch vor einer Woche nicht erwartet. In Axel stieg leichte Nervosität auf, doch es war mehr ein positiver Stress, der ihn nur noch mehr motivierte, als dass er sich davon runterziehen lies. "Ich lerne allerdings auch jederzeit gerne dazu und würde, soweit es meine Zeit und mein Dienstplan zulassen, gerne viel Zeit auf der Krankenstation verbringen, um meine Medizinkenntnisse zu vertiefen.", erweiterte Axel seine Aussage, während er den Regenerator bediente. "Ich hoffe, das ist ihnen Recht Doktor, mir käme das sicher zugute." Axel wollte sich so gut wie nur irgend möglich weiterbilden, um an Bord so viele Aufgaben wie möglich übernehmen zu können, vielleicht konnte er sich auf diese Art ein bisschen unentbehrlich machen, was allerdings nicht der Hauptgrund für seinen Ehrgeiz war. Axel konnte einfach keinen Stillstand in seinem Leben ertragen, eben deshalb war diese Situation auch so aufregend für ihn. "Gut, wenn Sie sich mit dem Gerät auskennen, lasse ich Sie den Patienten alleine weiterbehandeln. Ich will auch nach den anderen Patienten sehen. Ich bleibe aber in Rufweite, sollte etwas sein!", sagte Shyla zu dem Wissenschaftler. Sie war froh darüber, dass er ihnen half. "Über ihre medizinische Weiterbildung können wir uns gerne unterhalten wenn das hier vorbei ist." Während Axel mit der Regeneration anfing, dachte er noch bei sich, welche Aufgaben ihn wohl als nächstes erwarten würden. Dabei hatte Axel nicht mal die blasseste Ahnung, wie es jetzt um den Kampf stand. Vielleicht sollte er einfach Dr. Miller fragen, oder die Hauptbrücke kontaktieren. Doch auf der Hauptbrücke hatten die Offiziere sicher zu viel zu tun, um ihm Seine Fragen zu beantworten. Insgeheim beschloss Axel, diese seine Fragen auf später zu verschieben und sich erst einmal seiner Arbeit, die er jetzt zugewiesen bekommen hatte, zu widmen. Später konnte er immer noch fragen, was er wissen wollte. Allerdings hatte Axel nebenbei immer ein Auge und ein Ohr für das, was Dr. Miller tat, offen und beobachtete fast jede Bewegung, die sie tat. --- USS Ticonderoga, Hauptbrücke Mila schlug mit einer Hand deutlich hörbar auf die Konsole und stieß einen verärgerten Schrei aus. "Ich bin raus! Die letzte Phaserbank hat sich verabschiedet. Oder hat hier noch jemand Kieselsteine, die ich auf die Hidekis schleudern kann?", packte die Halbbajoranerin ihren Ärger in Worte. "Dann melden Sie sich bei Commander Izami und unterstützen sie bei der Zusammenstellung der Gruppen, die wir evakuieren müssen.", war Mendez' knappe Anweisung. Es war in der Tat ärgerlich, sich nur noch auf die Reste der Schilde verlassen zu müssen, aber immerhin war ein Großteil der gegnerischen Schiffe ausgeschaltet. --- USS Ticonderoga, Wissenschaft Mila nickte knapp und fuhr zum Wissenschaftsdeck, wo sie Commander Izamis Kommunikator zuletzt geortet hatte. "Commander, nachdem wir keine Steine mehr haben, die wir den Cardassianern vor den Latz knallen können, soll ich mich bei Ihnen melden, um Sie zu unterstützen.", sprach sie die Wissenschaftlerin an. "Danke.", begrüßte Deirdra die Halbbajoranerin, "Aber unsere Abteilung ist soweit gesichert. Gerade habe ich die Meldung erhalten, dass alle Labore versiegelt und alle sensiblen Probencontainer markiert sind. Meine Leute sind bereits an Sammelpunkten eingetroffen. Sie kommen von der Brücke, wie ist die Lage? Wann beginnt die Evakuierung? Wie sieht es auf den anderen Decks aus?" "Tja, die Victory zieht gerade die Hidekis auf sich. Aber es ist eine Frage der Zeit, bis die Victory die Gegner bekämpft hat. Während des Gefechtes ist unser Captain verletzt worden, und der Erste Offizier hat das Kommando übernommen.", schilderte Mila die aktuelle Lage auf der Brücke, "Kurz bevor die Phaser vollends ausgefallen sind, habe ich auch noch einen Zufallstreffer landen können. Sobald die Cardassianer keine Gefahr mehr darstellen, geht es an die Evakuierung. Wir sollen wohl sicherstellen, dass ALLE Decks bereit sind." "Okay.", es wunderte Izami zwar, dass es noch keine schiffsweite Aufforderung über das Komsystem gegeben hat, aber vielleicht war es ja ausgefallen. "Ensign Ha'ak wird Ihnen helfen." Deirdra winkte einen Bolianer herbei. "Sie übernehmen die Decks aufwärts. Die Wissenschaftslabore sind alle gesichert, Frachträume und Krankenstation ebenfalls. Versammeln Sie die Leute in Sechsergruppen vor dem Transporterraum auf Deck 4, damit wir möglichst viele transportieren können, den Rest in kleinen Gruppen auf Deck 3, 2 und 1, passend zu den Rettungskapseln. Ich übernehme Deck 5 bis 8. Dort gab es irgendwo einen Hüllenbruch, ich hoffe, ich komme zu allen durch. Einen großen Teil werden wir über die Nottransporter rauskriegen." Innerlich schüttelte Deirdra den Kopf über die Konstrukteure der Nova-Klasse. Wie konnte man nur Deck 1 bis 3 mit Rettungskapseln ausstatten und den Rest nur mit ein paar Nottransportern? "Hier!", zum Abschied drückte sie Patterson noch ein halbvolles Magazin der Transponderpistole in die Hand. "Transportmarkierungen.", fügte sie als Erklärung hinzu. "Falls jemand keinen Kommunikator mehr hat. Wir sehen uns auf der Victory!" "Dann bis gleich.", grinste Mila und nahm die Transponderpistole an, um mit dem Ensign im Schlepp die oberen Decks auf die Evakuierung vorzubereiten. Einige Teams wurden bereits auf die Victory gebeamt, was nur bedeuten konnte, dass die Lage soweit wieder ruhig war. Unablässig schickten sie Gruppen auf Deck 4 zum Transporterraum, achteten immer darauf, dass weniger stark Verletzte sich um die schwerer Verletzten kümmern konnten und sollten. Zu guter Letzt erreichte auch Mila mit dem Rest der Brückencrew den Transporterraum, wo rege Geschäftigkeit herrschte. Die Evakuierung lief auf hohen Touren. --- Deck 10, Servicepunkt Die Idee vom Servicepunkt sollte sich rasch bewähren. Die Techniker waren in der Lage, schneller zu reagieren, da sie nicht mehr so weit gehen mussten, um Ersatzteile und Werkzeug zu besorgen. Auch auf Deck 12 beruhigte sich die Lage, dennoch mussten Riddick und er darüber brüten, warum die Notbrücke derart heftig ausgefallen war, obwohl sie ein Gefecht hätte überstehen müssen. Der Rest des Schiffes schien indes zu funktionieren. Was ihm jedoch nicht gefiel, waren die Phaserkühlkreisläufe. Sie arbeiteten hart am Limit und schafften es trotzdem nur gerade so, die Abwärme wegzuschaffen. An dieser Stelle waren auch umfangreiche Nacharbeiten notwendig. Immerhin hielt der Rumpf den Belastungen gut stand, und wäre das Plasmafeuer auf der Notbrücke nicht gewesen, hätten sie auch keine Stützen gebraucht. Doch einige Systeme waren unterdimensioniert für das, was sie leisten sollten. "Perel an Brücke, tut mir leid, das sagen zu müssen, aber reduzieren Sie die Phaserleistung um zehn Prozent. Die Kühlung kommt sonst nicht hinterher, die entstehende Abwärme fortzuschaffen.", gab er schließlich durch, als Phaserbank fünf hart an der Grenze stand. Selbst mit 90 Prozent der Nennleistung war die Victory den Cardassianern haushoch überlegen. Doch mit einer ausgefallenen Kühlung und einer resultierenden Überhitzung der Phaser konnte das Schiff seine Überlegenheit rasch einbüßen. --- Deck 1, Hauptbrücke Die Taktik war Yates' Befehl prompt gefolgt und hatte mit zwei weiteren Schüssen die Energieversorgung der Hideki lahmgelegt. Anna hoffte, dass sie dabei Perels Nachricht berücksichtigt hatten. Nun ja, das Schiff war noch heil, zumindest genauso heil wie vor dem Phaserfeuer, also war wohl alles gut gegangen. Am Status des zweiten, bereits bei ihrer Ankunft manövrierunfähigen, schild- und waffenlosen Schiffs hatte sich nichts geändert. Zur Sicherheit aktivierte Anna zwei Traktorstrahlen und hielt die Schiffe an Ort und Stelle, damit niemand auf die Idee kam, mit dem letzten Rest Energie abzuhauen. "USS Ticonderoga, wir beginnen mit der Evakuierung.", öffnete sie einen Kanal zur Ticonderoga und zu den Transporterräumen des Schiffs, nachdem ihr die Taktik bestätigt hatte, dass es sicher war, die Schilde zu öffnen. "Benutzen Sie bitte auch ihre Transporter, unser Frachtraum 3 ist auf Ihre Crew vorbereitet.", sie hängte noch die genauen Koordinaten für den Transporter-Chief an. "Brücke an Commander Reszko.", machte Anna gleich mit dem nächsten Punkt weiter. "Wir haben zwei Hideki im Schlepptau. Sobald die Ticonderoga evakuiert ist, nehmen Sie die beiden Crews in Gewahrsam. Rechnen Sie mit etwa..", sie ließ die Sensoren nach Lebenszeichen suchen."... insgesamt 19 Personen, etwas weniger, wenn es noch länger dauert, auf einem der Schiffe bricht gerade die Lebenserhaltung zusammen." Ihre Stimme blieb sachlich, ein Cardassianer mehr oder weniger, wen kümmerte das schon. "Commander, ich starte eine Sonde, um den Frachter zu verfolgen.", kommentierte sie ihre Aktionen. Er beschleunigte so schnell seine Triebwerke es vermochten aus dem System hinaus. Kaum hatte sie die Hände von der Konsole genommen, blinkte die nächste Meldung auf. "Evakuierung läuft planmäßig, 30 Personen sind bereits eingetroffen.", gab sie weiter. 'Ach ja, Riddick', fiel ihr dann noch ein. Diesmal tippte sie nur eine kurze Textnachricht, dass sie sich um die Ticonderoga kümmern sollte, wahrscheinlich hatte Riddick das sowieso schon erwartet. --- Hauptmaschinenraum Auf Aliyas Terminal begann es zu blinken. Zuerst ignorierte die Ingenieurin es. 'Nur Textnachricht - kann nicht so wichtig sein im Moment.' Erst als es etwas weniger hektisch geworden war - also alle Aufgaben waren verteilt - widmete sie sich der Nachricht von der Brücke. Sie rief sich die Scanndaten über die Triconderoga auf, um zu sehen ob und was sie tun konnte. Bei der Fülle von Daten konnte das ein paar Minuten dauern --- Deck 12 Lexi hatte gerade den Transport der Verletzten aus dem Gang angeordnet, als ein junger Techniker - oder war es ein Sicherheitler, sie wusste es nicht, sie hatte den Mann bisher nur mal flüchtig gesehen - nach ihr rief, um ihr noch mehr Verletzte anzuvertrauen. "Ich komme.", erwiderte sie und kramte hektisch ihr Zeug zusammen, bevor sie der Stimme nach eilte. Sie stockte für einen kurzen Moment, als sie eine der Personen erkannte oder zumindest ein vertrautes Gesicht darunter entdeckt haben zu glaubte. Sie griff nach ihrem Tricoder. "Sie leben noch.", erklärte sie knapp. "Fassen Sie bitte, nachdem ich die Hypos verabreicht habe, mit an, dass die schwersten Trümmer von den Körpern sind, damit wir sie ohne großen Schock zur Krankenstation transportieren können", bat sie Bowman, bevor sie die Hypos lud und den drei eine Kombination aus Kreislaufstärkungsmitteln und einem Schmerzmittel verabreichte. "Haris an Krankenstation. "Wir haben hier unten drei Schwerverletzte, um die es sehr schlecht aussieht", informierte sie die Krankenstation und nickte den Technikern zu, dass sie ihre Arbeit machen konnten. --- Deck 6, Krankenstation (obere Ebene) Shyla hatte sich versichert, dass alle Verletzten gut versorgt wurden. Schon erreichte sie ein neuer Komm-Ruf von Lexi Haris, die sie über drei Schwerverletzte informierte. "In Ordnung. Bitte kommen Sie sofort auf die Krankenstation wenn Sie fertig sind.", bestätigte sie kurz. --- Deck 12 Lexi bestätigte knapp und machte sich dann auf die Suche nach weiteren Verletzten. Als sie soweit sicher war, dass die einzelnen Sanitätstationen genug Personal für die unkritischeren Fälle ausgeschickt hatten, machte sie sich auf den Weg zurück zur Krankenstation. --- Deck 7, Krankenstation (untere Ebene) Auf der Krankenstation erwartete die junge Marsianerin ein geschäftiges, fast schon hektisches Treiben, das einem Bienenstock ähnelte. Sie sondierte kurz die Lage und trat schließlich an ein Biobett, wo sie auf den ersten Blick hin die höchste Dringlichkeit erwarten konnte. "Wie siehts aus?" fragte sie die bei stehende Schwester. --- Deck 6, Krankenstation (obere Ebene) Die drei Schwerverletzten wurden in die Quarantäneräume im oberen Bereich der Krankenstation untergebracht und Shyla betrat über die Rampe den oberen Bereich. Unten führte nun ein junger Arzt die Aufsicht. Shyla betrat den ersten Quarantäneraum. Dort wurde ein junger Wissenschaftler behandelt. "Er hat sehr schwere Verbrennungen, aber sein Kreislauf ist stabil und ich denke, wir bekommen ihn wieder hin.", informierte sie eine Oberschwester. Also ging sie in den zweiten Quarantäneraum. Sie sah, dass ein Ärzteteam dort damit beschäftigt war, eine Frau zu reanimieren. "Weder Puls noch Atmung vorhanden" hörte sie. Sie trat näher und erkannte erschrocken, dass dort auf dem Biobett die junge erste Offizierin, Jacklyn McKilian lag. "Machen Sie weiter!", befahl sie. Sie warf einen Blick auf den Bildschirm, und die Werte, die sie dort sah, verhießen nichts Gutes. Da sie hier zunächst nichts helfen konnte, ging sie weiter nach nebenan, zur dritten Schwerverletzten. Hier waren die Ärzte noch dabei, die Diagnose zu erstellen. Es roch nach verbrannter Haut. "Verbrennungen an über 90% der Körperoberfläche." In diesem Moment fing etwas an, laut zu piepsen. "Kreislaufstillstand. Reanimation einleiten!" befahl sie und trat näher an den Tisch heran. "Wer ist das?" wollte sie wissen. "Eine Ensign aus der Sicherheit, ich glaube sie heißt Loraya." informierte sie ein Pfleger. --- USS Ticonderoga, Deck 6 Deirdra hatte Glück gehabt. Bereits kurz nachdem sie sich von Lt. Patterson getrennt hatte, hatte sie einen Zugang zu Deck 5 und danach Deck 6 gefunden, der nicht aufgrund des Hüllenbruchs versiegelt war. Die Nachricht von der Evakuierung hatte diese Decks bereits erreicht, vielleicht funktionierte hier das Komsystem noch. Die Notfallteams hatten die Leute bereits auf den Decks 5 und 7 versammelt. Ihr fiel ein Stein vom Herzen, als ihr der Chefingenieur mitteilte, dass es durch den Hüllenbruch keine Verluste gegeben hatte. >> "USS Ticonderoga, wir beginnen mit der Evakuierung.", ... "Benutzen Sie bitte auch ihre Transporter, unser Frachtraum 3 ist auf Ihre Crew vorbereitet." << Diesmal hatte jemand mitgedacht, die Nachricht der Victory erreichte sie über Kommunikatoren und ein paar wenige, nur noch krächzende, Lautsprecher. Fast zeitgleich sprangen die Anzeigen der Nottransporter auf grün, als sie die Koordinaten den Victory erhalten hatten. 'Los geht's!', dachte sie. Es war nur eine Frage von Minuten, bis die bereitstehenden Gruppen transportiert waren und Deirdra war froh, dass alles nach Handbuch funktionierte. Sie hatte ihre Kommandoprüfung erst vor kurzem abgelegt und war bereit, Entscheidungen zu treffen, wie sie in den Simulationen gefordert wurden, aber ganz und gar nicht bestrebt, die Grenzen der Simulation zu verlassen. --- Deck 6, Transporterraum 2 "Ich bleibe hier und werde den Rest empfangen.", wandte sich Mila an Mendez, den Ersten Offizier der Ticonderoga. "Kommt nicht in Frage", begann der Erste Offizier mit einem Widerspruch, doch sein Kopf belehrte ihn eines Besseren. Bei einem der letzten Treffer hatte er sich kräftig den Kopf gestoßen, so dass von einer Gehirnerschütterung auszugehen war. "Sie gehen besser auf die Krankenstation, Commander. Oder soll ich Sie da hin tragen?", riet ihm auch Mila. Mit Mendez konnte sie auf diese Weise reden, denn der verstand durchaus Humor. "Ja, ja, ja, ist ja schon gut.", gab sich der Spanier geschlagen und begleitete eine Gruppe Verletzte auf die Krankenstation. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de