************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 11 / 11022007 * * 22052380 * * Tischgespräche * ************************************************************************ --- Casino, 17:15 Galin bediente gerade einen Gast, als Dan hinter den Tresen trat und seinen Freischaltcode für das Programm eingab. Schließlich gab der Bajoraner 'sein' Rezept ein, und im Casino duftete es nach herzhaftem Hasperat wie aus dem Ofen von Dans Mutter. "Sie haben das Programm fertig!", stellte Galin erfreut fest. "Ja, das habe ich. Es ist soweit so, wie Sie es bisher kannten, nur, dass sie nach der Eingabe des Musters wählen können, ob Sie es speichern wollen, oder ob es gleich repliziert wird. Dabei kann Ihnen aber nicht mehr passieren, dass Gefäße vergessen werden.", beantwortete Dan Galins Feststellung. Aliya betrat kurz darauf das Casino. War sie gerade das erste mal ohne Uniform hier? Einen Moment versuchte sie sich zu erinnern, entschied dann aber, dass das wohl nicht wichtig war und suchte dach Perel Dan. Sie fand ihn schließlich bei Galin. "Hallo. Und? Funktioniert's?", diese Frage war eher rhetorisch. Ihr stieg der Duft des Hasperat in die Nase - leider kannte sie die Speise nicht, so roch es für sie einfach nur gut. "Was riecht hier so gut?" wollte sie neugierig wissen. "Das ist Hasperat aus dem Hause Perel.", erwiderte Dan und nahm den Teller aus dem Fach, "Dieses Rezept habe ich von zu Hause mitgenommen, nachdem das Standardrezept durch mangelnde Würze auszeichnet. Möchten Sie gleich den Teller?", fragte er und reichte Riddick den Teller. Aliya lies sich den Duft in die Nase steigen. Es kribbelte leicht und lies in Aliya irgendwie ein Gefühl von Urlaub aufsteigen. "Ja, warum nicht... ausprobieren möchte ich es gern." lächelte sie "Danke." nahm sie den Teller entgegen und wartete bis auf Dan einen repliziert hatte um sich dann mit ihm einen Platz. Dan hatte sich eine zweite Portion repliziert und setzte sich zu Riddick. "Ich hoffe, es schmeckt Ihnen.", wollte er sich vergewissern, dass sein Programm einwandfrei arbeitete. Außerdem sollte sie zuerst die Ehre haben, über das Ergebnis zu befinden." Vorsichtig ließ sich Aliya den ersten Bissen auf der Zunge zergehen und ihn schließlich ihre Speiseröhre hinuntergleiten "Nicht schlecht.", kommentierte sie "Nur fast ein wenig zu scharf für mich...", lachte sie. "Ich hole mir noch eine Milch und etwas Brot... kann ich ihnen was mitbringen?" wollte sie wissen während sie sich erhob. "Och, 'n Wasser könnte ich vertragen.", erwiderte Dan, nachdem er einen Bissen heruntergeschluckt hatte. Ja, das konnte wirklich von seiner Mutter stammen, und zwar in jeglicher Hinsicht. "Aber seien Sie froh, dass ich nicht das Rezept meiner Tante einprogrammiert habe. Die macht ein noch wesentlich würzigeres Hasperat. Allerdings verliert sich da immer der Geschmack in der Schärfe.", 'beruhigte' er Riddick. Aliya grinste breit. "Falls ich mal aus irgendeinem Grund Feuer spucken muss, dann komm' ich drauf zurück.", lachte sie während sie zum Replikator ging. Dort replizierte sie einen kleinen Korb mit Brot, eine Tasse Milch und ein Glas Wasser. Wasser war irgendwie immer das langwierigste. Aus einem, KI-technisch noch nicht herausfindbarem Grund, wollte der Computer zu 'Wasser' immer noch Dinge wie 'Härte' und 'Temperatur' wissen. Irgendwann hatte man entnervt einen 'Standard' eingeführt. Kohlensäurefreies, kühles Wasser. --- Quartier Nyberg, 17:20 Ein Kleid, zwei Hosen und ein Oberteil waren schon auf das Bett gewandert. Anna stand in Unterwäsche vor dem Kleiderschrank und nahm ein weiteres Oberteil heraus. Vielleicht war es doch keine gute Idee, in Zivil zu gehen. Lexi würde in wenigen Minuten da sein, und sie konnte sich nicht entscheiden. Zuerst hatte sie überlegt, ein Kleid anzuziehen, dann die schwarze Hose und den Rollkragenpullover, den sie trug, als sie Lexi kennen gelernt hatte, dann doch lieber eine andere Hose noch probiert. Oder doch das Kleid? Aber sie wollte auch nicht zu schick angezogen gehen. Kurzentschlossen hängte sie alles wieder in den Schrank zurück und nahm einen absoluten Klassiker in die Hand: eine gerade geschnittene Jeans. Bevor sie es sich anders überlegte, schlüpfte sie schnell hinein. Ein Blick auf die Uhr, sagte ihr, dass Lexi jeden Moment vor der Tür stehen konnte. Schnell streifte sie sich ein weißes Top mit U-Boot-Ausschnitt über und darüber eine locker geschnittene, halbtransparente Tunika in einem changierenden Grün, das gut zu ihrer Augenfarbe passte. Dann sprang sie ins Bad, um noch einen kurzen Blick in den Spiegel zu werfen. Lexi rückte noch einmal den Schultergurt ihrer Tasche zurecht, bevor sie den Türsummer von Annas Quartier betätigte. Sie hatte es, ihrem Zeitempfinden nach, gerade so geschafft. Sie hoffte, dass es Anna gefallen würde, was sie sich ausgedacht hatte und wartete schließlich, bis sie das Quartier betreten durfte. Anna schreckte hoch und schmierte sich fast die Wimperntusche über die Backe. 'Schon so spät?', dachte sie. Noch einmal kurz in den Spiegel geschaut: Wimpertusche, ein Tupfer Lipgloss, mehr brauchte sie nicht. Sie rückte ihren Pferdeschwanz zurecht und verließ das Bad. "Komm rein.", rief sie, während sie auf dem Weg zur Tür noch in ihre Schuhe schlüpfte. Lexi betrat das Quartier und sah zu Anna, lächelte leicht. "Bin ich zu früh? Ich dachte, ich hätte zu viel Zeit gebraucht oder bin ich so schlimm, dass ich mir immer zu viel Zeit lasse?" fragte sie schmunzelnd und trat auf Anna zu. "Ich hoffe, du nimmst mich in Uniform mit, sonst wär ich noch später gewesen." Sie sah die junge OPS-Offizierin an und strich ihr sanft übers Gesicht, nachdem sie den Korb mit den Leckereien auf dem Boden abgestellt hatte. "Ich kann mich aber auch schnell umziehen, wenn es dich arg stören sollte." Annas Blick streifte den Korb und wanderte dann an Lexi hoch. Sie legte ihr die Hände auf die Schultern, hielt sie etwas entfernt und tat so, als würde sie Lexi begutachten. "An sich steht Dir die Uniform ja ganz gut. Und es ist noch Bereitschaftszeit, sodass ich eher ein schlechtes Gewissen haben müsste...", ihre Stimme schweifte ab. "Andererseits sollst Du es ja auch bequem haben." Sie zwinkerte Lexi zu. "Und ich verspreche, ich dreh mich um und kucke nicht.", sie grinste schelmisch. "Für den Korb kann ich allerdings nicht garantieren, ich hab einen Bärenhunger." Lexi schmunzelte, ließ sie "Begutachtung" stillschweigend über sich ergehen und ihr Lächeln wurde zu einem breiten Grinsen, als sie Annas Worte hörte. "Na, wenn man während der Bereitschaftszeit Sport treibt, hat man die Uniform ja auch nicht an und was soll in einer guten halben Stunde schon groß passieren?" fragte sie zwinkernd und überlegte kurz, löste sich dann von Anna und griff nach dem Korb. "Na, lass uns gehen, bevor du mir verhungerst. Ich kann mich auch noch später umziehen, sollte es mir an unserem Ausflugsziel zu heiß werden", erwiderte sie grinsend und hielt Anna ihren freien Arm hin. "Darf ich bitten?" Sie deutete dabei eine leichte Verbeugung an, wie sie wohl im frühen 20. Jahrhundert von den sogenannten Gentlemen vor einer Dame ausgeführt wurden. 'Zu heiß?', dachte Anna und zog verwundert eine Augenbraue nach oben. Das konnte ja interessant werden. Bei Lexi Verbeugung musste sie wieder lächeln. "Aber gerne doch.", antwortete sie und hakte sich bei Lexi ein. "Da bin ich ja mal gespannt, wo es hingeht.", fügte sie hinzu, während sie auf den Korridor hinaustraten. --- Quartier Bowman, 17:30 Ein Klischee, welches oft für Frauen galt, das galt auch für Bowman, welcher sehr viel Wert auf sein Äußeres legte. Im Bad brauchte er mit duschen, rasieren und Haare stylen immerhin 20 Minuten und stand danach etwas fragend vor dem Kleiderschrank. Er entschied sich für eine schwarze Stoffhose und einem taillierten weißen Hemd mit Manschetten Knöpfen und den schwarzen italienischen Schuhen, die er sich hatte machen lassen. Nach einer halben Stunde stand Dave mit sich und seinem Aussehen zufrieden vor dem Spiegel. Bowman rutschte vor sein Terminal und öffnete ein neues Nachrichtenfenster. Es war genau 18 Uhr und ein "Bis gleich, Dave." reichte dem jungen Techniker als Nachricht, die er an LaPlace schickte, bevor er das Quartier verließ, um sie abzuholen. --- Casino, 17:30 Shakkle bestellte das von Sheila gewünschte Gericht, das einen Eintopf sehr nahe kam und gleich mit Weißbrot repliziert wurde. Selbst wählte er Soljanka und eine kleine Portion Piroggen mit Sauerkraut und Pilzen gefüllt. Shakkle sah kurz zu der jungen Frau und bestellte zusätzlich, an die Herkunft der Spanierin denkend, einen süßen Flan. Er ging, die beiden vollgeladenen Tabletts geschickt balancierend, zurück und stellte sie hin ohne auch nur einen Tropfen vergossen zu haben. Er setzte sich und sagte an die Süßspeise deutend: "Eine Kleinigkeit, um vorab um Ihre Beförderung zu feiern." Sheila lächelte ihren Vorgesetzten strahlend an und ihre dunklen Augen funkelten vergnügt. "Muy bien, das ist eine fantastische Idee. Muchas gracias, Commander!" Sie stellte ihren Teller vor sich hin, das Brot in die Mitte des Tisches und dann nahm sie noch das Glas Wasser vom Tablett, ehe sie das Tablett auf dem leeren Stuhl links von ihr ablegte. "Que aproveche! [Guten Appetit]", wünschte sie ihm und nahm die Gabel in die Hand. "Flan zum Nachtisch, das hatte ich schon lange nicht mehr. Eine Sünde für die schlanke Linie, aber heute ist es erlaubt, sí?" Wieder lächelte sie und schob schließlich eine Gabel voll ihres Eintopfes in den Mund. Genussvoll schloss die junge Frau die Augen. Sie aß nicht viel, mehrere Mahlzeiten am Tag, aber immer in kleinen Mengen, dafür jedoch nahm sie sich Zeit jeden Bissen zu genießen. Als sie die Augen wieder öffnete fragte sie: "Warum wählten Sie mich? Ich meine, Ensign Ramis ist auch ein guter Offizier, denke ich, und schon länger an Bord. Ich muss zugeben, ich bin überrascht. Sicher, ich freue mich auch, doch hätte ich nicht mit einer Beförderung gerechnet und schon gar nicht damit Sie zu vertreten, Sir." Nach ihrer Rede, schob sie erneut eine Gabel voll ihres Reisgerichtes in den Mund und betrachtete den Mann vor sich aufmerksam, während sie kaute. Shakkle schlang sein Essen und war sehr schnell damit fertig, während sein Gegenüber ihr Gericht mit Bedacht und Genuss verspeiste. "Wieso Sie... nun zum einen sind Sie zu eigenständiger Handlung bereit, obwohl Sie noch nicht immer die richtige Wahl treffen und außerdem wird Ihr Rang Ihnen mehr Ansehen bei dem Gul geben. Ensign Ramis hat sowieso die Nachtschicht und er würde ungern diese wechseln. Ich werde mit Commander Yates sprechen, damit die Beförderung amtlich ist, aber da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.", antwortete er und wollte grade sein Wasserglas in die rechte Hand nehmen, als diese kaum bemerkbar zu zittern begann. Er ballte die Hand kurz zum Faust und das Zittern hörte auf. Shakkles Verlegenheit wurde nur durch seine etwas dunkelgrüner gewordenes Gesicht erkennbar. Er erkannte dieses Anzeichen... sein kleiner Nachttrunk... Er wusste, er sollte es nicht regelmäßig nehmen. Auf Dauer war die Unterdrückung des REM-Schlafs gefährlich... Aber es war nicht seine Idee auf ein Schiff zu kommen. 'Ja, war es nicht, aber DU hast die Counselor hinters Licht geführt, dass dein Gefechtsstresssyndrom weg ist, nicht war?', schalt er sich im Gedanken. Ihrer Beobachtungsgabe entging das seltsame Verhalten ihres Vorgesetzten nicht, aber sie behielt ihre Überlegungen für sich und verbarg ihre Bestürzung hinter ihrer gelassenen Miene. Einer Miene, um die so mancher Pokerspieler sie wohl beneidete. Mit geschlossenen Augen genoss sie einen weiteren Bissen ihres Mahls und als sie die Augen wieder öffnete, ließ sie für eine kurze Weile den Blick durch den Raum schweifen. Das Casino war zwischenzeitlich besser besucht als es vor einer dreiviertel Stunde gewesen war. Hatte Telmar sich vorher nur einen ersten Eindruck verschafft, wollte er ebenso die Replikatorkost der Victory etwas besser kennen lernen und dann entscheiden, ob er doch lieber öfter beim Schiffskoch vorbeischaute. Er blickte durch das Casino auf der Suche nach einem freien Tisch, ohne davon Notiz zu nehmen, ob jemand - und das war doch sehr wahrscheinlich - und welcher Form er Telmar anschaute. Er hatte Hunger und warum sich den Appetit von irgendwelchen Sternenflottlern verderben lassen, die ihre Traumata der letzten beiden Kriege nicht verwunden hatten. Er entdecke einen Tisch nahe dem Panorama Fenster und nahm ihn für sich in Anspruch. Der Ober erschien. "Was darf ich Ihnen bringen, Sir?" fragte er etwas zurückhaltend. "Ich hätte gerne... wie heißt das doch gleich...", Telmar überlegte, "...ah ...Linsen mit Spätzle mit einem Schuss Essig." Er hatte während seiner Datenbankrecherche auch verschiedene menschliche Gerichte kurz studiert und dabei hatte ihm dieses vom Lesen zugesagt. "Wie Sie wünschen." Der Ober nickte und begab sich zurück zur Bartheke. 'Was verbirgt er?', fragte sich Sheila und bemerkte jenen Gul, den sie heute zum Konferenzraum eskortiert hatte. Sie taxierte ihn kurz und machte sich ein Bild von seiner Fitness. 'Könnte ein interessantes Training werden', dachte sie und schaute wieder nach vorn, in Shakkles Gesicht. Er schien ausreichend Zeit gefunden haben, um sich wieder zu fangen. Für Sheila stand fest, dass sie nachforschen würde, was er verbarg, um dann abzuwägen, wie sie weiter vorgehen würde. Auf jeden Fall würde sie ihm helfen. Sei es ihm dabei zu helfen, das zu verbergen, was ihn beschäftigte oder aber das hinter sich zu lassen, was ihn quälte. "Ich hoffe, ich werde Ihr Vertrauen, das Sie in mich setzen, nicht enttäuschen, Commander. Ich danke Ihnen für die Chance, die Sie mir bieten." Sheila griff nach ihrem Glas Wasser und prostete ihm freundlich lächelnd zu. "Wäre es morgen früh genug, um ein Training mit Gul Telmar zu beginnen?", fragte sie, nachdem sie einen Schluck getrunken hatte. 'Bitte sag ja, ich möchte heute Abend noch einmal in den Garten gehen, vielleicht...' Die junge Spanierin gestattete es sich nicht, den Gedanken zu Ende zu denken. Dennoch hoffte sie. Shakkle nickte und antwortete: "Ich bin sicher, der Gul wird für heute genug haben, aber Sie sollten entweder mit ihm sprechen oder ihm eine Nachricht schicken, wann denn er die Übungsstunden haben will. Er ist der Gast, also sollten wir ihm die Wahl lassen. Was anderes, ich besprach es bereits mit dem Commander und ich werde Petty Officer LaPlace eine Weiterbildung zum Offizier ermöglichen. Ich möchte Sie bitten, mir dabei auch behilflich zu sein, vor allem die Petty Officer anzuspornen, denn ich bin kein einfacher Ausbilder." Nur mit Mühe konnte sie ihre Verblüffung hinter einer stoischen Miene verbergen. Woher kam so plötzlich Reszkos Vertrauen in sie? Was hatte sie verpasst? Oder hatte sie den Mann völlig falsch eingeschätzt? 'Das muss es sein!', dachte sie. 'Ich muss mich mit meinem ersten Eindruck von ihm total geirrt haben.' Nachdem sie den letzten Bissen ihres Mahls gegessen hatte, tupfte sie sich graziös die Lippen mit einer Serviette und schenkte ihrem Vorgesetzten ein aufrichtiges Lächeln. "Wann sind Ausbilder jemals einfach?", fragte sie halb scherzend. "Ich werde mich bemühen Miss LaPlace zu unterstützen, wo ich nur kann. Haben Sie schon eine Vorstellung davon, wie Sie ihre Ausbildung gestalten wollen? Soweit ich weiß, hatte sie die Akademie vorzeitig verlassen, wollen Sie dort anknüpfen? Wollen Sie ihr ein besonderes Nahkampftraining angedeihen lassen? Oder andere Zusatzausbildungen?" Sheila griff nach ihrem Glas Wasser und musterte Shakkle aufmerksam, während sie einen Schluck trank. Je länger sie zusammen saßen, desto sympathischer wurde er ihr. Woran lag das nur? Ließ er eventuell gewissen Schranken fallen, da sie in der Hierarchie aufgestiegen war? Shakkle war immer noch etwas über seinen Schwächeanfall verstört und bemerkte die leichte Veränderung in der Körpersprache seiner Stellvertreterin nicht. Gleichzeitig stellte er erstaunt fest, dass die junge Frau sehr schnell sich in die neue Rolle versetzt hatte. Sie war keine gedankenlos drauf hauende Amazone, wie er sie nach den Zwischenfall mit den Captain eingeschätzt hatte. Es passierte ihm selten, dass er sich bei den Leuten irrte, aber vielleicht war er auch voreingenommen? "Ich werde mich mit der Verwaltung der Akademie in Verbindung setzen und mir ihre Akte schicken lassen. Miss LaPlace hat zwar die Ausbildung abgebrochen, jedoch viel praktische Erfahrung gesammelt. Ich denke eine spezielle Ausbildung im Nahkampf braucht sie nicht, aber wenn Sie Lust haben mit ihr zu üben, dann stehe ich Ihnen nicht im Weg.... Möchten Sie ihr die unerfreuliche Nachricht überbringen?", fragte er mit gespielt ernster Stimme. "Welche unerfreuliche Nachricht?", fragte sie lächelnd. "Dass ich mit ihr trainieren möchte, obwohl sie wohl möglich kein weiteres Training braucht oder dass sie jetzt die Möglichkeit bekommt, ihr Studium fortzusetzen?" Wieder ernst werdend fügte sie hinzu: "Nein, Sir. Ich denke, es ist besser, wenn Sie es ihr selbst sagen. Immerhin ist das auch eine gewisse Auszeichnung. Und eine Ausbildung bei einem - bitte entschuldigen Sie den Ausdruck - Schleifer, ist immer mehr wert, als bei einem Sympathikus." Sie lächelte wieder ihr rätselhaftes Lächeln und ihre Augen funkelten humorvoll, als sie Shakkle ansah. --- Casino, anderer Tisch "So da bitte.", stellte Aliya das Glas vor Perel ab und setze sich um weiter zu essen " "Vielen Dank.", erwiderte Dan und nahm ebenfalls den einen oder anderen Bissen zu sich, "Was hätten Sie sonst genommen, wenn nicht gerade das Hasperat da gewesen wäre?", wollte er wissen. Aliya überlegte, zuckte dann aber die Schultern, während sie eine der kleinen Weißbrotscheiben auseinander riss und sie zu essen begann, um die Schärfe erstmal einzudämmen. "Hatte noch nicht drüber nachgedacht.", meinte sie, nachdem sie heruntergeschluckt hatte "Ich bin bei sowas immer recht spontan.", fügte sie grinsend an. "Manchmal komme ich aber schon mit einem bestimmten Appetit her, da würde ich mich dann aber von nichts abhalten lassen. Wie von Schokoladeneis oder Schokoladenmousse..." zwinkerte sie. "So einen Heißhunger hat jeder mal immer wieder.", meinte Dan und aß die letzten Bissen vom Hasperat, "Tja, das war mal nicht verkehrt, aber irgendwas gehört da noch dazu... Nur was?", sinnierte Dan vor sich hin und sah sich um. Da fiel ihm ein Cardassianer ins Auge. "Hm... Irgendwas ist doch immer.", kommentierte er den Umstand, dass ein Spoonhead auf diesem Schiff unterwegs war, "Wie lange haben wir diesen... Austauschoffizier da an Bord?" Es viele Vorzüge, welche die Zusatzausbildungen, die Telmar genossen hatte. Jedoch gab es auch Nachteile. So zum Beispiel war es ihm seit vielen Jahren nicht mehr vergönnt, in einem Umfeld mit derart vielen ihm unbekannten Leuten dauerhaft zu entspannen. Viel zu sehr waren seine Sinne auf das Scannen seinen Umfeldes getrimmt und so konnte er kaum vermeiden, damit zu beginnen, seine Umgebung zu beobachten. Daher fiel es ihm nicht besonders schwer den verächtlichen Blick eines bajoranischen Crewmitgliedes zu bemerken, während er eine Gabel voll Silbonakraut - als Vorspeise - kaute. Da es ihm ohnehin langweilig war und er auch keine Lust darauf hatte, den Ahnungslosen zu spielen, griff er kurzer Hand nach seinem Getränk, das die Menschen Apfelschorle nannten, und prostete dem Bajoraner mit einem Lächeln zu: "Zum Wohl!" "Kann ich nicht sagen..." antwortete Aliya. Ein wenig Missfallen schwang in ihrer Stimme mit. Dass ihr Stellvertreter Cardassianer nicht mochte, war seine Privatangelegenheit aber das er das so offen herzeigte, als Offizier der Sternenflotte, fand sie nicht so gut. "Ich habe ihn auf McKillians Wunsch persönlich an Bord gebeamt." fuhr sie fort "Aber wie lange er bleibt hat sie mir nicht gesagt..." Sie erwiderte den Gruß des Cardassianers mit einem freundlichen Lächeln und hoffte, dass der es auf sich beruhen lassen würde. "Haben sie ein Problem mit unserem Gast?", wollte sie nun von Perel wissen. "Außer seiner Spezies?" fügte sie an. "Bisher noch nicht.", erwiderte Dan und hoffte, dass Riddick verstand, dass er den Cardassianer selbst sicher nicht provozieren würde. 'Immerhin, er trinkt kein Kanar, und seine Mahlzeit auf dem Teller sieht nicht cardassianisch aus.', dachte Dan bei sich und erwiderte das Prosten. "Gleichfalls.", sprach er in die Richtung des Cardassianers und wandte sich wieder Riddick zu. "Tja, das Fettnäpfchen war gut platziert...", kommentierte er seinen Fauxpas. Hatte er den Cardassianer wirklich zu intensiv beobachtet, oder war dieser nur sehr wachsam? "Gut.", lächelte sie wieder und aß zu Ende. "Das Hasparat war wirklich gut. Ist es ein öffentliches Rezept oder muss ich mich bei meinem Stellvertreter einschmeicheln um eine Kopie zu kriegen.", grinste sie breit und warf ihr buntes Haar über die Schulter zurück. "Das Rezept ist als Variante des Standard-Hasperats mit drin. Dafür habe ich gleich mal gesorgt, nachdem ich ohnehin an den Replikatorsystemen gearbeitet habe. Suchen Sie einfach nach 'Hasperat nach altem Familienrezept', und Sie werden fündig.", erwiderte Dan mit einem Grinsen, "Ich habe das Standard-Rezept diesmal nicht ersetzt, denn es soll ja Leute geben, denen das reicht.", fügte er scherzend an. Aliya lächelte zufrieden, konnte sie doch so ihren Speiseplan erweitern. "Wo haben Sie vorher gedient?" wollte Aliya von Perel wissen "Entschuldigen Sie meine Neugier, aber ich weiß gerne ein bisschen was über die Leute mit denen ich arbeite." lächelte sie entschuldigend. "Na ja, wenn man so will, war Deep Space Nine der erste Posten nach meinem Studium auf Bajor. Die Station war gerade mal zwei Jahre unter Föderationsverwaltung, doch gab es immer noch genug Probleme, nicht zuletzt durch die 'wilde Party', die die Cardassianer bei ihrem Abzug 'veranstaltet' hatten. Ich meine, mit meinem akademischen Grad hätte ich auch ein geruhsames Büro auf Bajor eröffnen können, aber das war irgendwo nichts für mich. Die Station war schon eher was, aber noch nicht ganz das, was ich wollte. Es ist immer die selbe Position im Denorios-Gürtel, die sie eingenommen hat. Also schrieb ich mich an der Akademie ein. Zwei Jahre danach wurde ich auf die Lexington versetzt, wo ich schließlich vier Jahre geblieben bin. Der Chefingenieur, Lt. Hofstedter, hatte ein gutes Auge, im wahrsten Sinne des Wortes, denn er konnte noch Dinge sehen, die andere nicht sehen. Doch dann kam ein langer Aufenthalt im Raumdock, und ich hatte ein interessanteres Angebot. Die USS Independence hatte Techniker gesucht. Sie ist nicht gerade eine normale Intrepid, denn der erste Chefingenieur des Schiffes hat ein Antriebssystem installiert, das deutlich sparsamer, beziehungsweise bei gleicher Energie schneller war im Vergleich mit der bisherigen Technik. Und das Schiff gehört zu den wenigen mit einer Tarnvorrichtung. Ein Jahr nach der Versetzung hat mir Captain Tholas das Angebot gemacht, mein Offizierspatent zu erlangen. Ich nahm an und ging zur Erde, um die ausstehenden Kurse zu absolvieren.", erzählte Dan, und da kam wieder ein Punkt, den er am liebsten schnell abschließen wollte. Denn in dem Jahr war die Außenmission, die Janes Tod zur Folge hatte, "Tja, nun bin ich hier, und den Ausgang der Ausbildung brauche ich auch nicht mehr ausführen." "Da sind Sie ja schon sehr viel rumgekommen." meinte sie anerkennend. "Ich habe bis jetzt nur auf einem anderen Schiff Labore gesprengt." feixte sie und war nun auf die Reaktion ihres Stellvertreters gespannt. Dass ihr auf der Lightwave doch öfters mal was um die Ohren geflogen war, war allgemein bekannt. Sie machte kein Geheimnis darum, da solche Experimente auch öfters etwas unerwartetes hervorbrachte. Neuen Sprengstoff für die Sicherheit zum Beispiel. Vardez war immer der erste gewesen, der nach so einer kleinen Explosion bei ihr gewesen war. 'Neues Spielzeug?' hatte er immer wissen wollen. Aber sie hatte das Gefühl, das sie auf der Victory ruhiger geworden war, was das anging. Sie hatte noch nichts in die Luft gejagt. Nicht mal ein Explosiönchen. Schlechtes Vorzeichen oder nur die neue Verantwortung? Innerlich zuckte Aliya mit den Schultern und tippte auf letzteres. "Oha, Sie hatten es wohl gerne mit Chemie, was?", meinte Dan mit einem Grinsen, "Ich hatte es eher mit den klassischen Disziplinen wie Metallverarbeitung und Versorgung." "Eigentlich mochte ich Chemie nie... und ich probiere viel zu gerne.", feixte sie "Meine Stärke liegt in der Improvisation - und da knallt es leider ab und an." erzählte sie fröhlich. --- Büro des Counselors Seufzend lehnte sich Tanner in dem bequemen Stuhl hinter seinem neuen Schreibtisch zurück und betrachtete sein Werk. Im Vergleich zu vorher war das Büro nun geradezu gemütlich und spiegelte seine Persönlichkeit wieder, fand er. Er lächelte und plötzlich knurrte sein Magen. Er hatte schon seit geraumer Zeit nichts mehr gegessen und beschloss dagegen etwas zu ünternehmen. Also machte er sich auf den Weg ins Casino. --- Casino "Ein Teller Nudeln Cabonara und ein Glas kalter Raktajino", orderte er am Replikator, als er kurz darauf in der Messe ankam. Der Computer bestätigte seine Worte mit einem kurzen Piepen und nur eine Sekunde später erschien sein Essen im Ausgabefach. Er nahm das Tablett, wandte sich dann vom Replikator ab und sah sich nach einem freien Platz um. An einem Tisch entdeckte er Riddick, mit der er bereits Bekanntschaft gemacht hatte und auch noch eine weitere Person, die ihm bisher unbekannt war. Er seufzte leise und ging dann zu ihnen. "Verzeihen Sie...", sagte er schließlich und lächelte leicht. "Darf ich mich zu Ihnen setzen?" "Mr. Tanner." freute sie sich "Sicher, setzen sie sich." deutete sie auf die freien Stühle "Darf ich ihnen meinen Stellvertreter Perel Dan vorstellen?" Tanner stellte sein Tablett ab und ließ sich auf einen der freien Stühle sinken, bevor er sich dann etwas vorbeugte und Perel die Hand reichte. "Lieutenant Harry Tanner, Schiffscounselor.", stellte er sich selbst vor und fragte sich insgeheim, ob sich die Nachricht von seiner Beförderung schon verbreitet hatte. "Freut mich sehr Sie kennen zu lernen." "Angenehm.", erwiderte Dan und machte etwas Platz für Tanners Tablett. Roch er da etwa kalten Raktajino? Warm war der klingonische Kaffee ja noch in Ordnung, aber im kalten Zustand konnte Dan auch gleich Maschinenöl zu sich nehmen. "Öhm... Ist das wirklich kalter Raktajino?", fragte der Bajoraner erstaunt. Tanner runzelte die Stirn und starrte ein paar Sekunden auf sein Getränk vor sich. Dann zuckte er mit den Schultern und nickte. "Das habe ich jedenfalls am Replikator bestellt", antwortete er auf Perels Frage. "Wieso fragen Sie?" "Nun, sagen wir so, mein Fall ist es nicht. Warm trinke ich Raktajino schon gern, aber nicht kalt.", antwortete Dan und nippte an seinem Wasser, "Aber gut, über Geschmack lässt sich streiten.", grinste er. "Das ist wahr.", erwiderte Tanner und lächelte. Er griff nach seiner Gabel und piekste ein paar Nudeln auf. "In Zukunft werde ich mich wohl um so etwas und ähnliche Dinge kümmern müssen.", meinte er und sah von Perel zu Riddick und wieder zurück. "Vielleicht haben Sie das schon gehört..." Aliya hatte dem Gespräch der beiden Männer interessiert zugehört, musste aber mal wieder sehen, das man im Maschinenraum nichts mitbekam. "Was gehört?", wollte sie neugierig wissen. "Sie wissen doch: die Techniker sind immer die letzten die etwas mitbekommen - von einem überlasteten Warpkern mal abgesehen.", setzte sie feixend hinzu. Einmal mehr hob und senkte Tanner die Schultern. "Es hat sich vermutlich auch noch nicht bis zum Maschinenraum durchgesprochen.", sagte er. "Dass ich ab sofort der Seelendoktor an Bord bin." Er sah Riddick und Perel nacheinander an. "Commander Yates hat mich vorhin zum Chefcounselor gemacht." "Meinen Glückwunsch Lieutenant" Auf Aliyas Gesicht breitete sich ein Grinsen aus "Darauf sollten wir einen trinken!", meinte sie und sah die beiden Männer auffordernd an, ihre Wünsche zu äußern. Tanner lächelte, schluckte den Bissen, den er gerade im Mund hatte, hinunter und griff nach seinem Glas. "Trinken wir... auf den Mann, der ab sofort für die Moral und das Wohl der Crew auf diesem Schiff verantwortlich ist: Mich." Er hob sein Glas und sein Lächeln wuchs ein wenig in die Breite. "Möge Gott Ihren Seelen gnädig sein." Aliya kicherte. "Die gute Victory hat sicher viele Götter, die auf sie aufpassen." meinte sie zuversichtlich. "Sie strahlt eine gute Energie aus." --- Holodeck, 17:25 Lexi lächelte und führte Anna in Richtung des Holodecks, bat sie an der Tür ihre Augen zu schließen, rief dann ihr Programm auf. Sie hatte ein wenig Heimweh bekommen und so rief sie eine Marssimulation auf, gleichzeitig konnte sie Anna dann zeigen, wo sie aufgewachsen war, nachdem sie ihr schon einmal davon erzählt hatte. Als der Computer mit Laden fertig war, öffneten sich die Türen automatisch und Lexi führte Anna ins Holodeck hinein. Gleich umschloss die beiden Frauen die warme Brise, die über die Ebene wehte. "Augen auf, wir sind da", forderte sie Anna auf und versuchte ihre Reaktion genau zu erhaschen. Anna spürte den warmen Wind über ihr Gesicht streifen. "Die Catuj-Höhen im Frühsommer?", mutmaßte sie scherzhaft, bevor sie die Augen öffnete. Eine rote, sandige Ebene mit einigen Dünen hier und da erstreckte sich vor ihr bis zum Horizont. "Nein, ein bisschen zu hell dafür.", sagte sie und blinzelte gegen das Licht an, während sie sich umschaute und einmal um ihre Achse drehte. "Ist es das, wofür ich es halte?", fragte sie. Lexi zog Anna zu einem kleinen Vorsprung, von wo aus sie eine gute Sicht über das nahegelegene Tal hatten. "Nun, ich weiß nicht, wofür du es hälst, aber du kannst es mir beim Essen ja verraten", erwiderte Lexi mit einem Schmunzeln, bevor sie sich daran machte, das Essen auf einer Decke am Boden auszuteilen. "Setz dich und bedien dich.", bot sie Anna an und rutschte dicht neben sie. Anna trat näher an den Rand des Vorsprunges heran und ließ ihren Blick über das Tal schweifen. Dann ließ sie sich gegenüber von Lexi nieder, den Korb in der Mitte. "Ich würde sagen, wir sind an einem Ausläufer des Valles Marineris. Ein kleiner Heimatbesuch?", fragte sie zwinkernd, bevor sie begann zu ergründen, was denn am leckerstes aussah von den Dingen, die Lexi gerade auspackte. Lexi lächelte und reichte Anna eine Dose mit ein paar Obststücken. "Hm... Fast. Das siehst du hinten, wenn du weiter rechts schaust.", erwiderte die Ärztin ruhig und blickte sich um. "Ich hatte ein klein wenig Heimweh, geb ich zu. Ich hab doch nach der Akademie wieder zu viel Zeit auf dem Mars verbracht." Wieder wanderte der Blick über die Ebene. "Siehst du dort drüben dieses Seegebilde? Rechts davon in einer der Häusergruppen bin ich aufgewachsen. Ich bin gerne hier hoch gekommen, nachdem ich denn dann älter war. Es hat gut getan, hier einfach allein zu sein und die Aussicht zu genießen und nachzudenken." Mit einem verstohlenen Blick sah sie dann zu Anna zurück. "Und jetzt möchte ich diesen Ort mit dir teilen und ich hoffe, ich komme irgendwann dazu, ihn dir in Natura zu zeigen." Anna lächelte. Sie hatte inzwischen die Dose aufgemacht und sich eins der Stückchen geangelt. Sie war Lexis Ausführungen gefolgt und hatte sich die Gegend angeschaut. "Es ist sehr einsam hier oben.", stellte sie fest. "Ein guter Platz." Der rote Sand und warme Wind riefen auch bei ihr Erinnerungen wach. Lexi ließ ihren Blick weiter schweifen. Sie glaubte fast schon den warmen Sand zu riechen. "Es ist ein guter Platz. Ich war in meinem letzten Jahr auf dem Mars oft hier. Ein herrlicher Platz zum Entspannen nach ein paar harten Arbeitstagen.", erwiderte sie lächelnd und sah auf die einzelnen Leckereien, machte sich daran die übrigen Dosen zu öffnen. "Schmeckt's dir und reicht die Menge, um deinen Magen zu besänftigen?", fragte die Ärztin schmunzelnd. Anna grinste und schaute schon nach der nächsten Nascherei, die unter den Deckeln hervorkam. "Es könnte reichen, falls Du keinen Hunger hast.", scherzte sie. Dann stellte sie die Dose mit den Obststücken wieder ab, so wie der Rest aussah, hatte sie sich wohl den Nachtisch zuerst vorgenommen. "So, was ist das jetzt alles leckeres?", fragte sie Lexi und war ganz froh, das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken. Für Lexis Quasi-Einladung zu einem Marsurlaub war es ihr ein kleines bisschen zu früh gewesen. Sie hatte eigentlich von sich erwartet, dass sie diejenige sein würde, die sich über beide Ohren in die Beziehung stürzen würde, einfach, weil sie nie die Gelegenheit zu einer ernsthaften Beziehung gehabt hatte, aber es schien wohl umgekehrt zu sein. Lexi hatte von ihren Befürchtungen gesprochen, Anna zu 'überrollen', vielleicht hatte sie ja das gemeint und nicht, wie Anna gedacht hatte, ihre Erfahrungen in Hinsicht auf ... zwischenweibliche Dinge. Ein tiefer Luftzug, ein verträumter Gesichtsausdruck und Lexi sah wieder zu Anna. Sie fühlte sich hier in dieser Umgebung wohl. Fast bereute sie es, den Mars verlassen zu haben, aber auch nur fast. Wäre sie geblieben, wäre sie wohl kaum Anna wieder begegnet. "Hm... ich hab schon etwas Hunger, aber ich denke, es reicht für uns beide, wenn nicht, ich weiß, wo es Nachschlag gibt.", antwortete sie mit einem Schmunzeln auf den Lippen und öffnete eine weitere Dose. "Probier mal.", forderte sie Anna auf und hielt ihr ein kleines Röllchen dicht vor die Lippen. "Dürfte dir schmecken, wenn's dir vorgestern geschmeckt hat.", stellte sie mehr fest und wartete ab, was Anna wohl sagen würde. Annas Lippen und Zähne nahmen das Röllchen vorsichtig aus Lexis Fingern entgegen, aber Anna vermied es, dabei tiefe Blicke zu wechseln oder zu zärtlich zu sein, sie wollte Lexi nicht zu sehr reizen, jetzt wo sie das Thema gerade etwas von der Beziehung weggesteuert hatte. "Einfach lecker.", kommentierte sie dann - absolut nicht wohlerzogen - noch während sie kaute. Schnell hielt sie sich die Hand vor den Mund und schluckte. "Diese Dinger sind einfach himmlisch. Gibt's noch mehr davon?" Sie grinste Lexi an. --- Bereitschaftsraum, 17:45 Die Tür schloss sich hinter Yates und er ließ sich nach einigen Schritten in seinen Sessel fallen. Der Schreibtisch war bedeckt von PADDs und die hölzerne Oberfläche schon nicht mehr zu sehen. In einer Ecke des Bereitschaftsraumes stand eine Kiste aus seinem ehemaligen Büro, welche er noch nicht ausgeräumt hatte und er erinnerte sich an eines der Bücher, welches darin liegen musste. Schnell zog er die Kiste zu sich und suchte es. 'Das Bildnis des Dorian Gray' von Oscar Wilde. James musste sich kurz erinnern, bevor er Kapitel 17 aufschlug und die passende Stelle suchte. Ein Zitat: "Jeder Erfolg, den man hat, verschafft einem einen Feind. Um populär zu sein, muss man ein Durchschnittsmensch sein." Der Commander schmunzelte. Er hatte sich vor Telmar wie ein Durchschnittsmensch verhalten. Loyal, wie er treffend bemerkt hatte, und naiv, um für Telmar ein leicht einzuschätzender Mensch zu sein. Ohne Zweifel hatte er jedoch stets die Lehrgänge und Übungen im Hinterkopf gehabt, die er auf der Erde besucht hatte zur Vorbereitung auf die Nähe zum cardassianischen Raum während der Missionen. Und so hatte Yates' Geist schnell selektiert, welche Art von Informationen er Telmar über sich geben konnte. Es würde schwer werden auf Dauer darauf zu achten, was er tat und wie er es tat. Vielleicht war es am besten, wenn er anfing Telmar zu vertrauen, denn seine fachliche Kompetenz konnte man wohl kaum leugnen. Er legte das Buch wieder beiseite, zog die Schuhe und Uniformjacke aus und widmete sich der Lektüre der PADD's auf seinem Tisch. Statusberichte der Abteilungen, Anforderungen über Personal und Material verschiedenster Bereiche, Informationen über Reparaturen, Schichtpläne und dann noch Versetzungen und Beförderungen. Ergänzt über Berichte anderer Schiffe, des Oberkommandos, verschiedener Stationen und Nachrichtendienste und zum Schluss noch allgemeine Nachrichten über die Region und von der Erde. Nur zwei Nachrichten konnten ihn wirklich aufmerken lassen. Zum einen, dass auf der Erde das von ihm favorisierte Lacrosse-Team Stockport mal wieder gewonnen hatte und zum anderen, dass Loraya zum Lieutenant junior grade aufgestiegen war, nachdem sie nun Reszko's Vertretung wurde. Eine halbe Stunde hatte James Herold nun hier gesessen und gelesen, wobei er längst nicht fertig war. Nur hatte er klar selektiert, was er wirklich lesen musste, denn es war spät und seine Augen taten ihm langsam weh. Außerdem hatte er Durst und Hunger. Der Blick fiel auf den Replikator im Bereitschaftsraum doch die Gedanken gingen tiefer. Um genau zu sein 11 Decks tiefer zum Casino. Aber dort würde er wohl auch kaum in Ruhe zu Abend essen können. Er nahm sich die ungelesenen Nachrichten und stand auf. --- Quartier LaPlace, 18:10 Dave war etwas zu schnell gegangen, vermutlich war es die Aufregung und auch seine Handflächen waren etwas feucht, als er vor dem Quartier von Silvy angekommen war. Er atmete noch ein paar mal durch, wischte seine Hände an der Hose ab und wartete noch ein paar Sekunden bis er meinte, dass er ihr die erbeteten 10 Minuten gegeben hatte, bevor er den Türsummer betätigte. Nachdem sie die Nachricht von Dave bekommen hatte, war Silvy noch einmal kurz im Badezimmer verschwunden. Als der Türsummer ertönte, war sie bereits fertig und rief: "Herein." Die Tür öffnete sich und Dave stand vor ihr. Ihr Herz begann, schneller zu schlagen. Er sah wirklich sehr gut aus in seinen Klamotten. "Hallo! Schön, dass du da bist!", begrüßte sie ihn mit einem strahlenden Lächeln. "Hi.", grüßte Dave etwas schüchtern zurück. Er hatte plötzlich ein ganz mulmiges Gefühl in der Magengegend. Sie sah gut aus, eine Jeans und ein dunkelgrünes Oberteil - eng anliegend und ihre gute Figur betonend. Ihre blonden Haare hatte sie hochgesteckt und obwohl er sie sich offen auch gut vorstellen konnte, gefiel ihm auch das. Hoffentlich hatte sie seinen kurzen von unten nach oben musternden Blick nicht allzu stark bemerkt. Aber so waren wohl Männer nun mal. Er warf noch einen kurzen Blick in den Raum und dann wieder auf ihre grünblauen Augen. "Wollen wir?", fragte er und streckte ihr seine Hand entgegen. "Ja, gerne.", antwortete Silvy und streckte Dave ihre Hand hin. "Hat denn mit der Wandverkleidung noch alles funktioniert?", fragte sie dann während sie den Gang entlang gingen in Richtung Turbolift. Dort angekommen erteilte sie dem Lift den Befehl, sie ins Casino zu bringen. Zuerst hatte sie überlegt, ob sie Dave mit aufs Holodeck nehmen sollte. Aber ein romantisches Abendessen im Mondschein unter dem Eiffelturm war für das erste Rendezvous vielleicht doch etwas zu viel. "Ja, es hat alles gut geklappt. Die Chefin war auch zufrieden." Er sah sie an. "Aber ohne Hilfe hätte ich das so schnell nicht geschafft. Danke. Ist doch schöner, was essen zu gehen, als in einer Wand zu liegen." Er schelmisches Grinsen breitete sich auf seinen Lippen aus. --- Casino Der Turbolift hielt nur wenige Meter vom Casino der Victory entfernt. Es war eine Schande, dass die Türen automatisch zur Seite glitten. So blieb es einem verwehrt einer Frau die Tür aufzuhalten. Daran hatte man bei der Konstruktion wohl nicht gedacht. Dave betrat einen Schritt zurück und leicht seitlich hinter Silvy den Raum. So konnte er sie zum einen auch kurz von hinten anschauen und zum anderen war es immer besser der Frau die Platzauswahl zu überlassen. Und etwas zurück war es kein Problem eine Tendenz abzusehen. Und was er beobachtete ging klar in Richtung der Fensterfront und in eine Ecke, wo nicht alle Tische belegt waren. Er kam mit einem etwas längeren Schritt wieder neben Sie. "Wie wäre es mit da vorne. Wir können raus sehen und haben um uns herum etwas mehr Platz." schlug er einen Tisch für zwei vor, welcher recht isoliert zu stehen schien. An der Seite von Dave hatte Silvy das Casino betreten. Zum Glück war nicht so viel los, so dass sie sich einen schönen Tisch aussuchen konnten. Auf Daves Vorschlag hin entdeckte auch Silvy den abgelegenen Tisch. "Ja, das sieht gut aus!", strahlte sie ihn an und ging zielstrebig dorthin. Der Tisch stand in einer Nische, die durch Pflanzenkübel von den anderen Tischen abgetrennt stand. Trotzdem hatte man eine wunderschöne Aussicht nach draußen auf das All. "Ich bewundere diese schöne Aussicht immer wieder, obwohl sie ja nun wirklich nichts Neues mehr für mich ist.", erzählte sie Dave nachdem sie Platz genommen hatten. "Wahre Schönheit ist selten.", kommentierte Dave in einem ruhigen tiefen Ton, der etwas von der Stimme der Märchenerzähler hatte. Er hatte den Satz absichtlich so betont. Dieser Stil war es nicht, den er bei Gesprächen pflegte, eher das folgende. "Aber an diesem Tisch kommt sie auch vor. Wenn ich das sagen darf, du siehst gut aus Silvy." Brachte er das erste Kompliment für diesen Abend und hoffte es sicher platziert zu haben, als der Ober kam um die Bestellung aufzunehmen. Es war zwischen 18:15 und 18:30 schätzte Dave und war sich sicher, dass er nach dem Arbeitstag ruhig jetzt schon zu Abend essen könnte. Gnocchi mit Rucola und Pilzen hatte er sich überlegt und dazu einen Wein. Er sah zu Silvy "Ich bin so frei und bestelle uns einen Wein, ja?" Er schaute ohne auf ihre Reaktion abzuwarten zu dem Kellner "Einen Barossa Cabernet Sauvignon Shiraz bitte." Dann sah er wieder zu LaPlace. "Was möchtest du essen? Oder warten wir noch?" Silvy errötete, als Dave sie unerwartet mit dem Kompliment bedachte. Sie überlegte einen Moment und wusste nicht genau, was sie erwidern sollte. Doch gerade, als sie zum Sprechen ansetzen wollte, trat der Ober an ihren Tisch heran. Als Dave den Wein bestellte, lächelte sie. Er hatte einen guten Wein ausgewählt, den sie auch gerne mochte. Diesbezüglich schienen sie sich also auch gut zu verstehen. "Ich denke wir können schon bestellen. Ich bin nämlich hungrig.", antwortete Silvy und überlegte kurz. "Ich hätte gerne Nudeln mit frischen Pilzen.", sagte sie dann in Richtung des Obers und wartete auf Daves Bestellung. Dave musste ein wenig Schmunzeln aufgrund der Bestellung. "Wenn ich dir empfehlen darf. Gnocchi mit Rucola und Pilzen ist viel besser als Nudeln." Er sah zu dem Kellner der ihm mit einer entsprechenden Mimik zustimmte. "Wir nehmen das dann zweimal." Beschloss er und der Ober entfernte sich. Bowman rückte ein wenig näher an den Tisch und beugte sich etwas nach vorne um die Entfernung zwischen sich und Silvy zu verringern. Silvy musste grinsen. Dave schien wohl gerne für andere mitzuentscheiden, erst beim Wein und jetzt beim Essen. Aber sie ließ sich dass gerne gefallen, immerhin hatte es ja beide Male Geschmack bewiesen und etwas Leckeres bestellt. "Da hast du aber Glück gehabt, dass ich einverstanden bin mit deiner Wahl.", lachte sie. Dave wurde leicht verlegen. Der anfängliche Mut verflog und es drohte seine eigentliche Schüchternheit wieder durch zu kommen. "Normalerweise bin ich so auch nicht. Aber ich denke, es wird dir gefallen." Er lächelte ihr zu und überlegte, wohin der Abend führen könnte. Der Kellner kam bereits zurück und das war vielleicht auch gut so, bevor seine Phantasie mit ihm durchging. Er kam mit zwei Gläsern und einer Flasche Wein. Dass diese repliziert war und ein Synthenol war schade, aber leider vorerst nicht zu ändern. Er schenkte ihnen etwas ein und ließ die Flasche auf dem Tisch. "Stoßen wir an." schlug er mit einem tiefen Blick in ihre Augen vor und hob sein Glas. "Ich denke schon, das Essen hat sich lecker angehört!", entgegnete Silvy Dave. Sie musterte ihn etwas genauer. Mit seinen braunen Augen und den ebenso braunen Haaren, die mit blonden Strähnen durchsetzt waren, sah er wirklich gut aus. Sie hatte den Eindruck, dass er ein Mann war, der sehr auf sein Äußeres achtete und dem sein Erscheinungsbild sehr wichtig war. Das gefiel ihr! Als der Kellner ihnen Wein eingeschenkt hatte, hob auch Silvy ihr Glas. "Auf einen schönen Abend!", schlug sie vor und erwiderte Daves intensiven Blick. Er war wirklich süß! Und damit meinte sie nicht den Wein. Bowman fragte sich wie sein Gesicht wohl gerade aussah, als er in ihre blaugrünen Augen schaute und ihr schönes Gesicht und Aussehen beobachtete. Für eine so attraktive Frau war er in diesem Augenblick wahrscheinlich geradezu transparent und sie las in seinen Reaktionen wie in einem offenem Buch. Er trank einen Schluck von dem Wein. Er war herrlich. Der Geruch, der Geschmack. Sehr anspruchsvoll und zweifelsohne musste dies einer der besten Weine sein, die er hätte aussuchen können um damit zu beeindrucken. "Bis das Essen kommt haben wir noch etwas Zeit. Ich würde gerne mehr Erfahren über die Silvy Chantal, welche fremden Männern auf dem Boden kniend hilft, Wände zu flicken." Auch Silvy nahm einen Schluck Wein aus dem großen Glas, nachdem sie das Glas etwas geschwenkt hatte, damit sich das Aroma besser entfalten konnte. "Einen wirklich guten Wein hast du da ausgesucht!", sagte sie nachdem sie den ersten Schluck genossen hatte. Silvy lachte auf. "Nun, weißt du, normalerweise bin ich nicht sehr oft damit beschäftigt, Wände zusammenzuflicken. Aber nachdem du in deinem Durcheinander so verloren aussahst und ich sowieso nichts Dringendes mehr zu tun gehabt habe, habe ich dir geholfen.", erklärte sie. "Du möchtest mehr über mich erfahren?", stellte sie dann die Frage zurück. "Bevor ich jetzt in einem Monolog anfange, dir mein Leben in allen Details zu schildern, frag mich doch einfach, was dich interessiert." "Ich kann mir nicht vorstellen, dass du einen langwierigen Monolog führen kannst.", gestand Dave während er sein Weinglas noch etwas schwenkte. Man hätte den Wein vorher dekantieren sollen, aber so ging er auch. "Vielleicht fängst du einfach an, wie du so ganz alleine auf dieses Schiff gekommen bist." Er schaute auf ihre Hände und wollte hinzufügen '... und warum du noch Single bist', aber das sparte er sich lieber für später auf, wenn sie mehrere Gläser des Weins getrunken hatten. "Wie ich auf dieses Schiff gekommen bin? Nun, da steckt eigentlich keine große Geschichte dahinter. Ich war vorher auf der USS Marian. Durch Zufall habe ich gelesen, dass die USS Victory noch Sicherheitskräfte benötigt. Und da ich gerne auf einem größeren Schiff tätig sein wollte, habe ich meine Versetzung eingereicht.", erzählte Silvy. "Zum Glück ist diese auch genehmigt worden!", sagte sie und schenkte Dave ein fröhliches Lächeln. Sie sah ihm tief in seine Augen. "Und du?" fragte sie neugierig. Sie nahm noch einen Schluck des köstlichen Weines, während sie auf Daves Antwort wartete. Dave nahm ebenfalls noch einen Schluck des Weines und atmete tief ein, als ob er jetzt lang ausholen würde. Doch mit einem Lächeln auf den Lippen atmete er auch fast alles wieder aus. "Meine Geschichte ist ganz ähnlich. Ich kam in die Flotte um von der Erde wegzukommen. Private Sache. Und direkt nach der Akademie kam ich auf die Discovery. Stolzes Schiff, aber schlecht, wenn man sich in einer Abteilung als Unteroffizier hocharbeiten will. Meine Karriere war da nicht ausbaufähig, also hab ich nach einem neuen Schiff gesucht, wo ich wirklich Arbeit leisten kann. Mir wurde die Victory samt Beförderung angeboten und deshalb bin ich jetzt hier." Er lächelte sie noch einmal an. "Und ich glaube es war eine gute Entscheidung herzukommen. Ein schönes Schiff, eine gute Crew. Und was die Sicherheit angeht, habe ich mich nie in besseren und hübscheren Händen aufgehoben gefühlt." Silvy lächelte angesichts dieses neuen Kompliments. Sie war sich zwar bewusst, dass sie eine hübsche junge Frau war, doch so oft an einem Abend hatte sie dies lange nicht mehr gesagt bekommen. "Ich bin auch froh, dass ich hier bin. Das Schiff gefällt mir wirklich gut, und mit allen, die ich bisher kennen gelernt habe, habe ich mich gut verstanden. Wenn es dann auch noch so viele junge gut aussehende Männer an Bord gibt, kann ja nichts mehr schief gehen!", witzelte sie. "Ach wirklich. Gibt es >>so viele<< an Bord?" fragte Dave und spielte leicht eingeschnappt. Das Essen kam und es duftete hervorragend. Dave schenkte noch etwas Wein nach und wünschte Silvy einen guten Appetit. Die Arbeit war anstrengend gewesen und er hatte keine Pausen gemacht, um etwas zu Essen. Nur ein wenig Wasser hatte er während des Dienstes getrunken. Sein Hunger, nicht nur auf das vor ihm stehende Gericht, war daher nicht zu verachten. "Wenn du so auf Männer achtest und alleine hier bist, nehme ich an wartet niemand irgendwo auf dich?" fragte Bowman zwischen einem Schluck Wein und einer Gabel Gnocchi. Auf Daves erste Frage antwortete Silvy nur mit einem mehrdeutigen Lächeln. Kurz darauf wurde ihnen das Essen gebracht und es trat eine kurze Gesprächspause ein. Silvy genoss ihr Essen und trank ab und zu einen Schluck Wein. "Der Mann, der auf mich wartet, kann dir nicht gefährlich werden.", beantwortete sie Daves Frage mit einem Schmunzeln. "Ich habe einen Sohn, Maurice, er ist drei Jahre alt." Fügte sie zur Erklärung hinzu. "Er lebt bei seinem Vater, aber keine Angst, der kann dir auch nicht im geringsten das Wasser reichen!" Hoffentlich hatte sie ihn mit dieser Aussage nicht verschreckt. 'Jetzt bloß nix anmerken lassen.', dachte sich Dave nach dieser Überraschung und versuchte seine Verwunderung damit zu tarnen, sich den Mund kurz mit der Serviette abzuwischen und einen Schluck zu trinken. Er schaute seiner Gegenüber - eine Mutter und geschiedene Frau, das waren ganz neue Ansichten - noch einmal in die Augen. "Du bist doch vielleicht ein oder zwei Jahre jünger als ich und hast bereits ein Kind?" Er nahm noch etwas von seinem Teller und überlegte. "Ich gebe zu, damit habe ich nicht gerechnet. Aber im Grunde wäre es auch ein Wunder gewesen wenn nicht vorher ein Mann auf dich aufmerksam geworden wäre." Der Teller war nun leer und er lehnte sich etwas zurück. "Möchtest du darüber reden wie es dazu kam? Also Kind und Mann und niemand davon hier bei dir." "Geschieden bin ich nicht" verbesserte Silvy. "Wir haben nie geheiratet. Wir waren auf der Akademie als ich schwanger geworden bin. Ich habe ihn auch nie geliebt, wir waren nur ein einziges Mal zusammen." Sie legte eine kurze Pause ein. "Da ihm die Ausbildung zum Sicherheitsoffizier sowieso keinen Spaß gemacht hat, hat er sie abgebrochen und hat Maurice zu sich genommen. Ich habe meine Ausbildung auch abgebrochen und bin im Rang eines Petty Officer First Class auf der USS Marian gelandet." fuhr sie fort. "Ich liebe meinen Sohn, aber ich liebe auch meinen Beruf sehr, von daher ist dies die beste Lösung, auch wenn es für Maurice nicht immer leicht ist." Bereits im Vorfeld hatte sie sich Gedanken gemacht, ob sie ihren Sohn erwähnen sollte oder lieber nicht. Vielleicht war es ganz gut so, dass das Thema nun zur Sprache gekommen war. Dann wusste Dave gleich, woran er bei ihr war. Dave war überrascht, das konnte er sicher nicht so gut verstecken. Aber irgendwie gab das doch keinen Sinn, oder? "Warum holen Sie Ihren Sohn nicht nach, wenn sie sich hier auf dem Schiff wohl fühlen. Die Ausbildung hier ist sicher nicht schlecht und dann wärt ihr zusammen." Es ging ihm immer noch quer runter, dass diese junge hübsche Frau ein Kind hatte, das sie sicher liebte, von einem Mann, für den sie nicht sehr viel empfand und das in diesen jungen Jahren. Bevor er etwas dummes sagte, beugte er sich lieber wieder nach vorne um sich dem Essen und dem Wein weiter zu widmen. "Ich möchte nicht, dass Maurice auf einem Raumschiff aufwächst. Er hat zu Hause seinen Vater, seine Verwandtschaft und seine Freunde. Ihn dort raus zu reißen wäre nicht gut für ihn. Außerdem weiß ich ja nicht, wohin ich versetzt werde, er müsste dann immer mitkommen. Und wenn wir auf einem Schiff ohne andere Kinder landen würden, wäre das auch nicht gut.", erklärte Silvy. "Ich vermisse ihn zwar, aber da ich weiß, dass es ihm gut geht und dass das so die beste Lösung für ihn ist, komme ich gut damit zurecht." Sie trank noch einen Schluck Wein und nahm eine letzte Gabel der Gnocchi. Das Essen war wirklich gut gewesen. "Ja, vermutlich hast du Recht und es ist für euch alle das beste. Ihr habt es euch sicher gut überlegt." Dave pausierte kurz um das Thema zu beenden. "Hat dir das Essen geschmeckt?", fragte er während er den Rest seines Weines austrank. Der Ober räumte die Teller bereits ab. "Ja, danke. Es hat wirklich gut geschmeckt. Du hast das Essen und den Wein wirklich gut ausgesucht.", meinte sie. Es war ihr offenbar auch angenehmer, dass das Thema um ihre Familie beendet war. Dave hatte daran noch immer zu knacken und brauchte wohl etwas Zeit um damit klar zu kommen. Zumindest war es ratsam wenn er den Abend alleine verbringen würde. "Darf ich dich noch zu deinem Quartier begleiten?" fragte er und nachdem sie zustimmte standen beide auf und verließen das Casino. --- Deck 11 Schnell erreichten sie ihr Quartier und verabschiedeten sich. Dave ging alleine weiter und kam auch etwas später in seinem Quartier an, um sich erst einmal einen Drink zu nehmen und darüber nachzudenken. Diese wunderschöne junge Frau war Mutter. Machte das jetzt einen Unterschied? In gewisser Weise sicher schon. Denn sehr wahrscheinlich war sie nicht sehr empfänglich für andere Männer, wenn zu Hause ein Kind saß bei einem Mann, mit dem sie nicht sehr glücklich war. Wer einmal Pech mit Männern hatte, der tat einen zweiten Fehler sicher nicht sehr schnell noch einmal. Nach einem Drink legte Bowman sich schlafen, der nächste Tag war sicher wieder sehr arbeitsreich. --- Holodeck, 18:15 Ein wohliger Atemzug und Lexi öffnete wieder ihre Augen. Inzwischen hatte sie ihr Uniformoberteil bis aufs Top abgelegt und hatte sich für einen kurzen Moment die wärmende, holografische Sonne aufs Gesicht scheinen lassen. "Ich hoffe, es hat geschmeckt?" fragte sie mit einem Schmunzeln, bevor sie sich wieder aufrichtete. "Mmmm, ja, ausgezeichnet.", murmelte Anna, während sie auf dem Rücken liegend den Wolken nachsah. Das Essen und die Wärme hatten sie schläfrig gemacht. Auf einem Unterarm aufgestützt sah sie Anna fragend an. "Sag mal, bin ich wirklich so schlimm, was meine Arbeitswut angeht?" fragte sie mit einem Schmunzeln. "Ich meine, heute Mittag hattest du gemeint, ich würde ja sowieso öfters mal in die Bereitschaft hinein arbeiten." Die junge Ärztin machte eine abwartende Pause. "Oh nein, so schlimm ist es nicht.", sie drehte ihren Kopf, um Lexi anzusehen. "Es ist nur so, dass Ärzte meistens mit ihrem Job verheiratet sind und überdurchschnittlich oft länger arbeiten, glaub' mir, ich habe das schon öfters erlebt. Du bist da keine Ausnahme. Aber es lässt sich ganz gut damit leben, vorausgesetzt, Du arbeitest nicht über die Bereitschaft hinaus. Sonst muss ich Dich rausbeamen lassen." Sie grinste Lexi an und wandte sich dann wieder den Wolken zu. Auf Dauer war es anstrengend, den Kopf so gedreht zu halten. "Und vorausgesetzt natürlich, Du bringst Deine Arbeit nicht mit nach Hause.", sagte sie scherzhaft. "Medizinische Tricorder, Hyposprays und die Sorge um meine Gesundheit lässt Du am besten vor der Schwelle meines Quartiers liegen." Noch einmal drehte sie ihren Kopf und zwinkerte Lexi zu, damit sie ihre Aussage nicht falsch auffasste. Lexi ließ ihren Kopf auf ihren Unterarm sinken, blickte Anna schweigend an. "Vielleicht sollten wir spätestens nach Ende der Bereitschaftszeit wieder fixe Verabredungen für unser Training vereinbaren.", begann Lexi lächelnd, bevor sie mit der Antwort fortfuhr. "Was meine Arbeit angeht: Die hab ich schon immer versucht auf den Stationen oder in den Krankenhäusern zu lassen, alles andere würde eh nur belasten.", erwiderte sie lächelnd. "Was die Sorge betrifft: Die berufliche kann ich versprechen im Dienst zu lassen, aber die persönliche, private Sorge, die gönnst du mir doch noch, oder?" fragte sie ebenfalls zwinkernd, bevor sie wieder ernster wurde. "Heißt das jetzt, du kommst nicht mehr in mein Quartier? Dort hab ich für Notfälle immer ein Notfall-Kit bereit liegen, falls mal etwas sein sollte." Sie sah Anna für einen Moment entschuldigend und fragend zu gleich an. "Darum sagte ich ja, lass den Tricorder vor meinem Quartier.", grinste Anna zurück. "Und solange du dein Medi-Kit gut verstaut lässt, komme ich auch weiter vorbei." Jetzt drehte sie sich auch auf die Seite und stütze ihren Kopf auf, um einfacher mit Lexi reden zu können. "Was Deine Sorge angeht, das meinte ich ernst. Seit mein Gesundheitszustand stabil ist und solange er es ist, will ich leben wie jeder andere und will nicht daran erinnert werden, dass es sehr schnell damit vorbei sein könnte. Ich will kein Mitleid und ich will nicht in Watte gepackt werden. Ich habe keine Lust, mit jemandem zusammen zu sein, der sich beglückwünscht, was für ein toller Mensch er doch ist, weil er sich aus Mitleid mit mir abgibt. Einmal diese Erfahrung zu machen, genügt vollauf." Sie strich sich eine Strähne ihres Haares wieder zurück hinter ihr Ohr. "Ich habe gelernt, mit meinem Aussehen, meiner Geschichte und meinen Problemen zu leben. Und wenn Du mit mir zusammen sein willst, wirst Du das auch lernen müssen." Lexi schwieg für den Moment. Was Anna sagte, brachte sie zum grübeln. Sie war Ärztin und sie hatte früher schon gemerkt, dass Ärzte dazu neigten, ihre beruflichen Sorgen mitzunehmen. War ihr das auch passiert? Hatte sie unbemerkt Dinge getan und gesagt, die in die ärztliche Fürsorge gehörten, aber die persönliche Sorge weit überschritten? Sie sah zwar zu Anna, aber ihr Blick war leicht abwesend. Als sich ihr Blick wieder klärte, sah sie Anna direkt in die Augen, strich ihr die Strähne, die sich wieder selbstständig gemacht hatte, wieder zurück hinters Ohr. "Ich will und werde dich nicht in Watte packen, was deine Krankheit angeht. Im Gegenteil, ich vertrau dir da, dass du, wenn es Probleme gibt, die Krankenstation aufsuchst oder wenigstens rufst, dass man dir helfen kann. Du lebst das schon so lange mit, dass kein Arzt noch das Recht hat, dir die üblichen Vorträge immer und immer wieder runter zu beten, du weißt, was gut für dich ist, besser, als es vermutlich jeder Arzt wissen kann. Ich denke, ich kann dir in der Krankenstation einzigst noch Empfehlungen geben, aber mehr kann ich, neben den Standarduntersuchungen dort nicht tun." Sie sah ernst zu Anna. "Ich entschuldige mich, wenn mein Verhalten manches Mal zu dienstlich gewesen sein mag. Das war nicht meine Absicht und ich hoffe, du fährst mir über den Mund, wenn ich mal wieder zu weit gehe." Kaum hatte sie die letzten Worte ausgesprochen, zog sie ein schmollendes Gesicht. "Aber ich möchte mich trotzdem darüber sorgen dürfen, dass du abends zu erschöpft fürs Training oder sonst etwas sein könntest, weil dich deine Arbeit zu sehr eingenommen hat, oder dass mein zubereitetes Essen dir nicht schmeckt, weil du es nicht magst, weil es total verwürzt ist... Oder, oder, oder... Halt so allgemeine Dinge." Lexis Gesichtszüge entspannten sich wieder etwas, zeigte, dass sie das Schmollen nicht allzu ernst gemeint hatte. Anna lachte kurz auf, als Lexi einen Schmollmund zog. Es sah einfach zu komisch aus. Sie selbst sah jetzt auch wieder weniger ernst aus und auch erleichtert, dass Lexi ihre Kritik so gut weggesteckt hatte. "Schön, dass das geklärt ist." Sie setzte sich auf. "Was hältst Du davon, mir bei einem kleinen Verdauungsspaziergang die Gegend zu zeigen?" Lexi zog für einen Moment ihre Beine an ihren Körper, wiegte kurz den Kopf leicht - sofern das in ihrer aktuellen Haltung ging - und stand schließlich mit gekonnter Bewegung auf ihren Beinen, reichte Anna ihre Hand, um ihr beim Aufstehen zu helfen und fragte mit einem Schmunzeln auf den Lippen: "Kannst du etwa Gedankenlesen?" Sie zwinkerte kurz. "Das war eigentlich einer der Hauptgründe, warum ich dich hergebracht habe. Ich wollt dir 'meinen' Teil vom Mars zeigen, ich kann nicht so fesselnd erzählen", meinte sie lächelnd. "Was willst du als erstes sehen?" Anna ergriff Lexis helfende Hand - nicht dass sie sie gebraucht hätte - und schwang sich ebenfalls hoch. "Fang einfach irgendwo an, ich vertraue auf Deine Führung und Ortskenntnis.", antwortete sie neckend. Da sie selbst noch nicht auf dem Mars gewesen war, interessierte sie allein schon deshalb die Gegend. Lexi schmunzelte, hielt weiterhin Annas Hand fest, für den Moment aber nicht mehr und blickte auf das kleine Essenslager. Das würde schon keiner mitnehmen, war ja außer ihnen beiden keiner hier und würde sie das Programm beenden, würden sich die Sachen schon wieder anfinden, aber ihre andere Tasche, die nahm sie lieber mit, falls sie den Inhalt noch brauchen könnte und wirklich noch ihre Uniform los werden wollte. Sie ließ den Blick kurz über die Ebene streifen, entschloss sich dann schließlich erst mal für den kleinen Rundgang, sie konnte die Führung später immer noch ausweiten, aber selbst der kleine war immer noch ein gutes Stück zu laufen. "Vorsicht, hier vorne geht's teilweise etwas steiler runter.", gab sie an Anna die Anweisung, als sie das Ende der geraden Fläche zum Abstieg erreicht hatten. "Ich zeig dir jetzt einfach mal das Tal, was wir eben ansehen konnten." --- Quartier Yates, 18:30 Sein Kommunikator und die drei goldenen Rangpins lagen auf der eingelassenen Glasplatte des Couchtisches. Daneben einige Personalakten, ie er sich genauer ansehen wollte. Die von McKilian, Reszko, Nyberg und Loraya. Auf der Brücke würde er mit ihnen vielleicht öfter in Kontakt stehen und wollte sie besser kennen lernen. Wenn das mit Akten überhaupt möglich war. Er würde sie wohl nach und nach in sein Quartier bitten,um mit ihnen zu sprechen - außerhalb der Dienstzeit verstand sich. Die Berichte, die er sich aus dem Bereitschaftsraum mitgebracht hatte, lagen auf dem Schreibtisch. So unwichtig sie auch vielleicht waren - lesen musste er sie trotzdem. >> "McKilian an Commander Yates. Sir, haben Sie einen Moment Zeit für mich?" << James stand vor dem Replikator und überlegte gerade was er nun denn essen und trinken wollte als der Ruf ihn erreichte. "Yates hier. Was kann ich für Sie tun?" --- Büro des XO Was konnte er für sie tun? Ihr die Last der Verantwortung von den Schultern nehmen? Die Zeit zurück drehen, damit sie einfach nur das Schiff fliegen musste? 'Hör auf zu träumen!', schalt sie sich innerlich und sagte: "Ich habe die Berichte durchgearbeitet und würde sie gern mit Ihnen besprechen, Sir." 'Nein, eigentlich würde ich lieber Feierabend machen. Ein Bad nehmen, lesen, Musik hören oder vielleicht aufs Holodeck gehen. Alles, nur nicht weiter über Berichte brüten müssen!', dachte sie und strafte damit ihre Aussage Lügen. Aber die Gedanken waren frei, äußerlich würde sie auch weiterhin ihre Pflicht tun, auch wenn sie innerlich viel lieber für heute Schluss machen würde. Ihr Ehrgefühl, ihr Stolz ließen es natürlich nicht zu, dass sie ihrem inneren Schweinehund nachgab. --- Quartier Yates Ein Seufzer entwich James und sein Blick wanderte auf die Uhr. 'Hat ein Kommandant wohl auch mal Ruhe oder Feierabend?' fragte der Commander sich. "Und ich hatte mir schon eingebildet für heute wäre Schluss.", gab er eine Antwort voller Sarkasmus zurück an McKilian. "Nehmen Sie sich die wichtigsten Berichte und kommen Sie zu mir ins Quartier. Ich werde uns in der Zeit etwas zu Essen replizieren. Yates Ende." James hatte in der Zeit als Zweiter Offizier gelernt zu selektieren welche Berichte in dieser Informationsflut, welche Nachrichten aus den Zentralen und den Agenturen wirklich wichtig waren. Oft las er nur Überschriften, Zusammenfassungen am Ende oder Fazits der ihm vorgelegten Texte. Niemand konnte wirklich alles lesen und beurteilen. Mut zur Lücke nannte man das wohl. Entscheidungen konnte man auch treffen ohne täglich Bibliotheken an PADDs zu lesen. Er würde das McKilian schon noch beigebracht bekommen. Und er hatte auch eine kleine Idee. Täglich zwei Briefings mit den Abteilungsleitern und Brückenoffizieren. Morgens um 9 ein größeres welches auf den Tag vorbereitete und Nachmittags um 16 Uhr nochmal ein kleines. Wenn man drüber sprach ging es schneller Informationen auszutauschen. Und im Gegensatz zur Schriftform nervte dort niemand mit überschwänglich langen Texten oder eigentlich uninteressantem Material. Das taten meist die Stellvertreter der Abteilungen welche sich einen guten Namen machen wollten, aber dadurch eigentlich langweilten. Während James an den Replikator schritt, fiel ihm auf, dass er gar nicht wusste was McKilian wohl gerne aß oder trank. Da sie, wie er auch, aus Großbritannien kam versuchte er es einfach mit Portionen 'Sunday roast'. Sein Magen zumindest vertrug die englische Kost immer. Erst Yates' Erwähnung des Essens brachte Jacky in Erinnerung, dass sie seit dem Fruchtsaft in der Messe nichts mehr zu sich genommen hatte. Ihr Magen bestätigte ihr genau in diesem Moment, dass er sich sträflich vernachlässigt fühlte. Sie hatte die wichtigsten Dinge auf zwei PADDs kopiert und trug diese jetzt unter dem Arm, als sie durch den Korridor von Deck 3 auf Yates Quartier zuschritt. Vor seiner Tür überprüfte sie noch einmal den Sitz ihrer Uniform und läutete dann. Sie hatte einen kleinen Umweg über ihr eigenes Quartier gemacht und dort zwei Flaschen Guinness repliziert. Natürlich ohne Alkohol, aber es schmeckte dem Original sehr ähnlich. McKilian musste nicht lange warten und reichte ihrem Gastgeber freundlich lächelnd die beiden Flaschen Bier. Erstaunt bemerkte sie, dass er sein Versprechen gehalten hatte. 'Oh - Sunday-Dinner', dachte sie, als sie registrierte, was er repliziert hatte. Erleichtert erkannte sie, dass er die Rind-Gemüse-Variation genommen hatte, denn Jacky hatte eine abgrundtiefe Abneigung gegen die Lamm-Pfefferminz-Soßen-Variante. "Sieht lecker aus", sagte sie lächelnd zu ihm, als sie nach seiner Aufforderung am Tisch Platz nahm. "Sie müssen Hellseher sein, ich bin am Verhungern.", lachte sie. "Mein Biorhythmus ist noch total durcheinander. Die Umstellung vom Nacht- zum Tagdienst braucht bei mir immer eine gewisse Zeit." "Viele von uns müssen sich die nächsten Tage an ihre neuen Positionen und Aufgaben erst gewöhnen. Das schließt mich nicht aus. Nur ich habe gesehen, was die Bürokratie-Arbeit mit Captain DeChâteau gemacht hat, das werde ich nicht zulassen. Ich habe vor, mich mehr mit dem Tagesgeschäft zu beschäftigen, als nur Berichte zu lesen und abzusegnen." Er öffnete die beiden Flaschen Bier und schenkte in dazu passende Gläser ein. Der erste Schluck tat gut und das Bier passte wirklich gut zum Essen. Schade das es nicht echt war - aber das machte jetzt gerade keinen Unterschied. "Lesen sie nur jeden zweiten Satz, das spart 50% der Zeit, aber man bekommt alles mit, was man wissen will." Jacky hob grinsend ihr Glas, als wolle sie einen Toast aussprechen, dann führte sie das Glas an ihre Lippen und trank einen Schluck. Sie grinste immer noch, als sie sagte: "Och, das Lesen ist nicht so dramatisch - ich lese sowieso quer und überfliege das Meiste." Jacky stellte ihr Glas wieder auf den Tisch und griff nach ihrem Besteck, das Grinsen war jedoch verschwunden. "Nur heute hatte sich unheimlich viel angesammelt. Wussten Sie, dass Lieutenant Howard eine Versetzung erhalten und heute Nachmittag das Schiff verlassen hatte? Die Mitteilung war von gestern Abend und wenn aus der Victory heute Morgen kein Tollhaus geworden wäre, hätte das einer von uns beiden früher gesehen und sich von ihr verabschieden können. Wie es sich gehört." Jetzt zuckte sie die Schultern und schob sich einen Bissen Gemüse in den Mund. Kauend dachte sie darüber nach, dass sie diese Versetzung bestürzte, denn es war kein Nachfolger genannt worden. Sicher, die Verantwortung für die Sicherheit oblag Commander Reszko, dennoch würde McKilian sich wohler fühlen, wenn man ihnen einen Ersatz für Howard geschickt hätte. Sobald sie den Bissen geschluckt hatte, sagte sie: "Mich wurmt nur, dass wir keinen Ersatz für Rachel Howard bekommen haben. Es ist auch nichts darüber bekannt, ob eine solche Vertretung später entsendet wird. Es ist auch merkwürdig, dass wir zwar einen Stellvertretenden Wissenschaftschef haben, aber keinen Chefwissenschaftler. Ich frage mich, was sich die Herren und Damen im Hauptquartier dabei denken. Bitte entschuldigen Sie, dass ich so offen spreche, aber ich glaube Offenheit ist das Einzige, was uns bei unserer Zusammenarbeit helfen kann." Der Hunger von James war bereits gestillt und er ließ etwas auf dem Teller zurück, nahm sein Glas Bier und lehnte sich entspannt zurück. "Die Personalpolitik der Victory ist nicht ganz einfach. Unsere Mission ist eher politischer als militärischer oder wissenschaftlicher Natur, deshalb ist es dem Oberkommando nicht sehr leicht, uns neue Offiziere zur Verfügung zu stellen und alle Posten zu besetzen. Und solange wir fliegen und alle Systeme funktionieren, wird sich das wohl auch nicht ändern." Er trank noch einen Schluck. "Den Posten von Ms Howard werden wir Intern besetzen können, auch wenn dadurch auf manche von uns mehrfache Belastungen zukommen. Das gleiche gilt für die Wissenschaft, solange die Abteilung mit einem führenden Offizier besetzt ist können wir mehr als zufrieden sein. Die wissenschaftlichen Aspekte stehen derzeit hinten an und erfordern nicht die Aufmerksamkeit des Kommandos. Wir werden wohl keine Verstärkung für das Team bekommen." Das Bier schmeckte köstlich und er trank es aus. "Ich werde morgen früh mit dem Admiral sprechen und neue Befehle bekommen. Bei dieser Gelegenheit werde ich unsere Personalprobleme ansprechen und einige neue Offiziere anfordern. Anschließend werde ich dann die Abteilungsleiter und Führungsoffiziere über die Situation und Befehle informieren. Bei dieser Gelegenheit möchte ich erwähnen, dass die Abteilungsleiter mehr Verantwortung übernehmen. Das sollte die Berichteflut eindämmen und uns entlasten, wenn die Offiziere eine Vielzahl der Entscheidungen direkt treffen. Damit wir beide trotzdem auf dem aktuellen bleiben, plane ich zweimal täglich eine kurze Zusammenkunft der Führungsoffiziere, um mündlich schnell absprechen zu können was ist. Das macht uns allen den Tag planbarer." Jacky hielt ihr Glas Bier in der Hand und nippte daran, ehe sie sagte: "Klingt vernünftig, Sir. Sie haben sich also schon eine ganze Menge Gedanken gemacht. Bleibt für mich ja nicht mehr viel übrig." Sie grinste und fügte wieder ernst werdend hinzu: "Wenn Sie mir die Offenheit gestatten, Sir. Ich konnte beobachten, dass Captain DeChâteau Ihnen quasi das Tagesgeschäft überlassen hatte und er sich fast nur mit dem Papierkram beschäftigte. Wie stellen Sie sich nun unsere Zusammenarbeit vor? Was erwarten Sie von mir als Ersten Offizier? Und... wie wollen Sie den Posten von Lieutenant Howard intern besetzen?" Jacky zuckte entschuldigend mit den Schultern und nippte wieder an ihrem Bier. "Meiner Meinung nach war es ein Fehler von Captain DeChâteau, den ganzen Tag im Bereitschaftsraum zu verbringen. Es tat weder seiner Gesundheit gut, noch dem Kontakt zur Mannschaft. Ich habe nicht vor, mich den ganzen Tag zurück zu ziehen, werde Ihnen allerdings auch nicht die unbequeme Arbeit übertragen. Es gibt sicher Dinge die man als Kommandant am Schreibtisch erledigen muss, jedoch sehe ich Sie als Ersten Offizier als meine Unterstützerin, nicht nur Vertreterin. Die Vorgabe wird daher bei mir lauten, in etwa die Hälfte der Dienstzeit auf der Brücke beziehungsweise in den Abteilungen zu verbringen. Die andere Hälfte werde ich am Schreibtisch verbringen müssen. In etwa das gleich sollte auch für Sie gelten. Sodass stets jemand auf der Brücke beziehungsweise direkt ansprechbar ist und der andere jeweils in seinem Büro aufzufinden. Wobei wir uns die Ressorts, die wir betreuen, aufteilen sollten, damit die Abteilungsleiter klare Ansprechpartner haben." James musste einen Schluck trinken, er hatte sich viele Gedanken gemacht die er nun herausplauderte und das machte seinen Mund trocken. "Wenn Sie es mir erlauben, würde ich die Medizin und Sicherheit auf mich nehmen und Ihnen die Wissenschaft und Technik übergeben. Und beim Thema Sicherheitsressort sind wir auch bei dem Posten von Lieutenant Howard, den Sie ansprachen. Dazu muss ich mit Reszko sprechen, als zweiter Offizier muss er erstens in solche Entscheidungsprozesse eingebunden werden und es betrifft seinen Fachbereich. Ich nehme an, dass er am besten weiß, wer für den Posten geeignet ist. Und wo wir einmal bei Mr. Reszko sind. Als Leiter der Sicherheit hat er ohnehin schon viel zu tun, er wird uns nur eingeschränkt als Zweiter Offizier unterstützen können, daher nehme ich an, ich habe daher nicht vor, ihn mit festgelegten Aufgabenbereichen zu versehen, sondern ihn bei Bedarf zu uns dazu zu holen." Wieder musste der Commander einen Schluck trinken, damit sein Mund nicht austrocknete. Er schaute die Frau gegenüber erleichtert und leicht lächelnd an. Es würde schon alles klappen - davon war er fest überzeugt. --- Quartier Riddick Aliya war nach dem Essen im Casino mit ihrem Stellvertreter und dem Counselor, auf Deck 11 in einem der Sporträume gelandet. Sie hatte Lust bekommen ihre ei'lianische Kampftechnik mal wieder ein bisschen zu trainieren. Sie war schon länger nicht mehr dazu gekommen und so wirkten manche Bewegungen eingerostet und ungeübt. Sie musste eben wieder mehr trainieren, wenn sie wieder so gut werden wollte, wie früher auf Celes II. Danach im Quartier - es war schon recht spät, da Aliya nochmal eine kleine Runde im Schiff gedreht hatte - hatte sie eine ausgiebige Dusche genossen und es sich im Bett gemütlich gemacht. Mitten in der Nacht war sie dann aber wieder wach - hellwach. Das passierte ihr öfter. Wahrscheinlich hatte sie etwas geträumt, das ihr Geist unbedingt sofort umsetzen wollte - dumm nur, wenn man sich nicht erinnern konnte, was man geträumt hatte. Aliya beschloss, trotzdem in den Maschinenraum zu gehen. Wenn es etwas mit ihrer Arbeit zu tun hatte, würde sie sich vielleicht da am ehesten erinnern können. Sie zog ihre Uniform über, steckte ihr Haar mit einer Klemme nach oben. ************************************************************************ * 23052380 * ************************************************************************ --- Maschinenraum, 03:20 Tatsächlich ahnte Aliya nach einem Blick auf die Kontrollkonsole, um was es bei ihrem Traum gegangen sein musste. Der seltsame, nicht zu identifizierende 'Sound' vom Vortag, was irgendwie an der Energieverteilung liegen musste. Endlich konnte sie das Problem, was eigentlich keines war, lösen und das fehlende Pflup war wieder da. Wahrscheinlich würde sie jeder für verrückt erklären, wenn sie sagte 'Mir fehlt ein Pflup.', aber dafür war sie Ingenieur. Sie durfte etwas verrückt sein. Wie üblich setzte langsam die Müdigkeit wieder ein. Aliya entschloss sich, ihr Büro und ihre Hängematte aufzusuchen. Das sanfte Wummern des Warpkerns - inklusive des Pflup - ließ sie schnell dahinschlummern und erst zwanzig Minuten vor Schichtbeginn wieder aufwachen. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de