************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 10 / 11022007 * * 22052380 * * ... Neue Verantwortung * ************************************************************************ --- Lift/Korridor/ Casino "Das Casino ist sehr gemütlich..." erzählte Aliya munter weiter. "Obwohl die Kleine hier über einen recht großen Garten verfügt... auch sehr gemütlich.", sie schmunzelte während sie den Lift verließ. Sie war mal wieder so im Redeschwall gewesen, dass der arme Dan gar nicht zu Wort kam. "Entschuldigen sie... ich rede manchmal viel und schnell...", sie zwinkerte während sie das Casino betrat, wo sie schon erwartet wurden. "Aber damit müssen Sie leben.", feixte sie. "Immerhin macht Sie das sympathisch. Es sorgt für eine familiäre Atmosphäre.", grinste Dan, wie sie das Casino betraten, wo sie gleich in Empfang genommen wurden. "Ah, da sind Sie ja. Der Replikator macht mich noch wahnsinnig. Gerade wollte ich ein Glas Wasser replizieren, und es passierte das Gleiche, wie mit der Suppe.", sprudelte es aus Galin heraus, und Dan machte sich gleich mal auf den Weg zum Replikator. Schnell prüfte er die Einstellungen, doch die waren in Ordnung. "Also gut, das Ding muss raus. Die Einstellungen waren in Ordnung, also müssen wir uns mal die Matrix und die Steuerung anschauen.", meinte Dan zu Riddick und nahm bereits die Verkleidung ab, um an die Befestigungen zu gelangen. --- vor dem Bereitschaftsraum Nur kurze Zeit später stand Tanner vor der Tür des Bereitschaftsraums. Er atmete noch einmal tief durch, zog kurz an der Jacke seiner Uniform, um sie zu richten und betätigte dann den Türmelder, um sich und seine Begleiterin anzumelden. Auf dem Weg hierher, hatte Jacklyn Harry darüber informiert, dass Captain DeChâteau und seine Familie das Schiff verlassen hatten. Sie ließ es offen, was es für ihn bedeuten würde. Wahrscheinlich konnte er selbst feststellen, was für Folgen das für ihn hatte und außerdem war das wohl auch der Grund, warum Commander Yates ihn zu sich rief, spekulierte sie. --- Bereitschaftsraum Als sich die Tür zum Bereitschaftsraum öffnete, betrat sie hinter Tanner den Raum und nickte Yates lächelnd zu. Auf seinen fragenden Blick hin sagte sie: "Na ja - zwei Dumme, ein Gedanke. Ich war gerade bei Lieutenant Tanner und wollte ihn über die Geschehnisse informieren. Aber ich überlasse das gerne Ihnen, Sir. Soll ich mich jetzt um unsere beiden Neuzugänge kümmern oder haben Sie andere Pläne für mich?", Jacky sprühte geradezu vor guter Laune. Das Aufputschmittel verfehlte seine Wirkung nicht und sie war Stenson sehr dankbar für seine Initiative. "Ich denke Ensign Perel wird bereits von Lieutenant Riddick in Empfang genommen worden sein. Wenn Sie dann bitte zuerst nach Lieutenant Hoele in der Wissenschaft schauen. Ich wollte mich erst morgen früh, sofern es die Zeit zulässt, mit ihm treffen - das könnten Sie mir jetzt abnehmen.", wandte sich James zuerst an seine Erste Offizierin. Er würde Sie möglichst bald einen Abend zu sich einladen müssen, um Sie besser kennen zu lernen, damit sie das Schiff optimal zusammen führen konnten. Das war also ein weiterer Punkt auf der To-Do-Liste. --- Brücke Nickend stimmte Jacky dem Commander zu und machte sich dann daran, den Bereitschaftsraum wieder zu verlassen, damit die beiden Herren ihr Gespräch in Ruhe führen konnten. Im Hinausgehen grüßte sie noch einmal lächelnd und dann schloss sich hinter ihr die Tür. Auf der Brücke hielt sie noch einmal einen Moment inne und schaute sich um. Alles war ruhig, jeder ging seinen routinierten Beschäftigungen nach. Es hatte etwas beruhigendes, den anderen bei der Arbeit zu zu sehen. Schließlich trat sie an eine Konsole und fragte nach den Aufenthaltsorten von Ensign Perel und Lieutenant Hoele. Überraschender Weise stellte sie dabei fest, dass der Stellvertretende Chef der Wissenschaft bereits im Labor war und zu arbeiten schien. Nun, dann würde sie ihm noch etwas Zeit geben und ihn später aufsuchen. Der Aufenthaltsort des jungen Technikers klang verlockend, also machte Jacky sich auf den Weg zum Casino. --- Korridore Doch sie würde heute für den Weg, den man in wenigen Minuten zurück legen konnte, eine halbe Stunde benötigen. Es war nicht so, dass sie Umwege ging oder bummelte. Nein. Unterwegs wurde sie durch Crewmitglieder aufgehalten, die hofften von ihr etwas über die Veränderungen auf dem Schiff zu erfahren. Sie erklärte ihnen mit wenigen Worten, was passiert war und gab sich sehr zuversichtlich, eine Haltung, die ihre Wirkung auf die anderen nicht verfehlte. --- Casino, 16:15 Es dauerte nicht lange, bis der neue XO Deck 3 erreichte und die wenigen Schritte zur Messe zurückgelegt hatte. In der Tür blieb sie einen kurzen Moment stehen und orientierte sich, dann entdeckte sie die beiden und ging mit einem freundlichen Lächeln auf sie zu. "Hallo, Lieutenant Riddick! Ensign Perel, nehme ich an?!", sagte sie grüßend, sobald sie die beiden erreichte. Sie hielt dem jungen Bajoraner die Hand hin. "Mein Name ist Jacklyn McKilian, ich bin der Erste Offizier. Willkommen an Bord!" Dan lehnte die Verkleidung an die Wand und wandte sich dem Ersten Offizier der Victory zu, "Ja, der bin ich, und gleich bei der Arbeit.", erwiderte er mit einem Schmunzeln, "Der Replikator hier will nicht so, wie er soll. Er scheint vergessen zu haben. neben der eigentlichen Ware auch die zugehörigen Gefäße mitzuliefern." Aliya war noch nicht so überzeugt. "Die Einstellungen sind korrekt, ja...", grübelte sie. "Wenn man sie denn auch benutzt hat..." sah sie Galin forschend an "Haben sie die Einstellungen benutzt oder mal wieder selber im System..." sie schmunzelte "Muss ich erst die Logs..." 'ansehen', hatte sie sagen wollen als McKilian eintrat und sie ansprach. "Commander, hallo." grüßte Aliya die XO lächelnd und sah wieder Galin an der ein wenig verlegen war. "Nun um ehrlich zu sein... sie wissen wie ich die Voreinstellungen hasse...", gab Galin schließlich kleinlaut zu. Von Aliya war nur noch ein Seufzen zu hören. "Warum verändern sie nicht einfach die Rezepte im Speicher anstatt jedes mal manuell ranzugehen...", meinte Aliya versöhnlich. "Verzeihung, aber wie haben Sie es geschafft, die automatischen Sicherungssysteme zu umgehen? Normalerweise sollte es eben nicht passieren, dass der Replikator das Gefäß 'vergisst'.", wollte Dan wissen, einfach, um für das Casino ein erweitertes Sicherungssystem zu erstellen. Denn er glaubte nicht daran, dass der Wirt sich wirklich daran hielt, die Rezepte vor der Ausführung abzuändern. Das übliche Problem mit den Replikatoren, dachte Jacky und schmunzelte. "Ich bin sicher, Sie und Lieutenant Riddick werden das Problem im Handumdrehen beheben.", sagte sie. "Ich wollte mich nur davon überzeugen, dass Sie sich bereits zurecht gefunden haben. Es freut mich zu sehen, dass Sie scheinbar ganz in Ihrem Element sind." McKilian lächelte. "Bitte entschuldigen Sie mich!" Damit nickte sie sowohl Riddick, als auch Perel freundlich zu, ehe sie zum Tresen ging und sich dort einen Fruchtsaft geben ließ. Das Glas war rasch geleert und die junge Frau verließ die Messe wieder, um sich auf den Weg zur wissenschaftlichen Station zu machen. "Ich ähm...", begann der Wirt ein wenig verlegen "Mir wurde von ihrem Vorgänger.", er sah zu Aliya. "Ein kleines Programm zur Verfügung gestellt." er lächelte stolz "Er liebte meine eigene Kreation eines Linseneintopfs." Aliya seufzte noch einmal tief. "Okay..., das Programm werde ich Ihnen erstmal löschen, aber...", sie sah zu Perel. "Vielleicht können wir es etwas umschreiben, was meinen Sie?" "Hm... möglicherweise ließe sich das Programm als Schnittstelle gebrauchen, die ihre Ergebnisse im Speicher ablegt, statt direkt in den Musterpuffer zu gehen. So wären die Kreationen jedenfalls mal für die Nachwelt erhalten, und Sie hätten in Zukunft weniger Aufwand, Speisen und Getränke zu replizieren.", meinte Dan, halb Aliya, und zum Schluss eher Galin zugewandt. Er hoffte jedenfalls, dass dieser Ingenieur dem Wirt Zugang zum Diagnoseprogramm verschafft hatte, das eigentlich dafür da war, einfache Gegenstände zu Testzwecken zu generieren. "Und der Replikator würde dafür sorgen das keine Gefäße mehr fehlen.", setzte sie den Gedanken fort. "Hört sich gut an... machen wir das bei Gelegenheit einfach mal." stimmte Aliya zu. "Und bis dahin - keine Experimente mehr!" ermahnte sie Galin grinsend welcher schuldbewusst nickte. "Wenn es das Programm ist, was ich meine, sollte es gehen. Ansonsten geht eine Menge Zeit für die Analyse drauf. Jedenfalls muss ich den Datenstrom da abfangen, bevor er in den Musterpuffer geht.", erwiderte Dan und sah zu Galin, "Welches Programm war es denn nochmal, das unser Kollege Ihnen gegeben hat?" Galin runzelte überlegend die Stirn, bis er die beiden Ingenieure hinter die Theke winkte wo er nach einem PADD suchte "Hier... das ist das Programm..." hatte er das gesuchte schließlich gefunden und reichte es Perel. Auf dem PADD sah man ein paar Zeilen Computercode. Aliya hielt sich im Moment bewusst zurück. Sie wollte ihre Stellvertretung bei der Arbeit sehen, aber einen Blick auf das PADD konnte sie sich dennoch nicht verkneifen. Sah gut aus für den Barkeeper - war ihr erster Gedanke. Dan schaute sich das Programm so gut, wie es mit dem PADD ging, an und brummelte wie abwesend seine Meinung: "Hm... ja, das könnte was werden... vor dem Funktionsbaustein fangen wir den Datenstrom ab und wandeln ihn in ein Muster für den Speicher. Das kann dann durch die normale Verarbeitung laufen, und wir kriegen unsere Standardgefäße, wenn sie beim Erstellen vergessen worden sind." Schließlich sah er wieder vom PADD auf und wandte sich Galin zu. "Ich ziehe mir davon eine Kopie und überarbeite diese. Wenn Murphy nicht zuschlägt, haben Sie Ihr überarbeitetes Programm in ein bis zwei Stunden.", gab er seine Zeitschätzung von sich. "Ich danke Ihnen." meinte Galin erleichtert. "Noch etwas zu trinken oder zu essen?" bot Galin den beiden Ingenieuren an Aliya war zufrieden mit der Arbeit ihres Stellvertreters - sehr zufrieden. Er hatte nicht nur eine Diagnose gestellt, er hatte sich auch gleich der Sache angenommen, obwohl es gar nicht in seinen Dienstbereich fiel, fremde Programme zu verfeinern - sie hätten es auch einfach einziehen können. Auf Galins Frage sah sie ihre Stellvertretung unsicher an "Ich glaube später vielleicht, oder?" "Würde ich auch sagen, schließlich muss ich ja mein Werk dann auch probieren.", grinste Dan und ließ eine Kopie des Programms in seinen Bereich ablegen, "Ich denke, ich mache dann mal an einer Konsole im Maschinenraum weiter." Aliya nickte nur. "Viel Glück.", wünschte sie ihrem Stellvertreter. "Sagen sie bescheid, wenn sie soweit sind." zwinkerte sie. Aliya hatte beschlossen nun endlich doch ein wenig Feierabend zu machen - oder es wenigstens zu versuchen. Aber was tat man, wenn man nicht herumbastelte? Vielleicht sollte sie mal wieder etwas lesen. "Keine Sorge, mache ich.", erwiderte Dan und machte sich ebenfalls auf den Weg, jedoch zum Maschinenraum, wo er sich das Programm vornahm. --- Bereitschaftsraum, 16:15 "Lieutenant Tanner, bitte setzen Sie sich doch.", bot Yates ihm einen der Stühle vor seinem Schreibtisch an und schaute dabei möglichst entspannt und freundlich. "Was Commander McKilian sagen wollte und vielleicht schon angedeutet hat, ist, dass wir Personalumbesetzungen haben, die notwendig geworden sind dadurch, dass die Familie DeChâteau das Schiff verlassen hat. Zum einen bin ich nun Kommandant, Lieutenant Commander McKilian neue erste Offizierin und Lieutenant Commander Reszko neuer zweiter Offizier." Er machte eine Pause. "Das betrifft Sie bisher nicht direkt. Aber durch den Weggang von Lieutenant Commander Nesta DeChâteau ist unsere Counselor von Bord gegangen. Diesen Platz werden Sie übernehmen. Sie sind ab sofort unser Chefcounselor mit allen Rechten und Pflichten." Er grinste Tanner etwas verschmitzt an, wusste er doch ganz genau dass Tanner dadurch nichts hatte außer mehr Arbeit. "Was sagen Sie?" Tanner traute seinen Ohren nicht. Für einen Augenblick war er sprachlos, stand einfach da und starrte den kommandierenden Offizier mit offenem Mund an. Als er sich dessen bewusst wurde, schloss er ihn rasch wieder und ließ sich auf den Stuhl fallen. "Ich... Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll...", meinte er dann und sah zu Yates auf. "Ich bin doch noch gar nicht so lange an Bord der Victory... Ich hatte mich gerade daran gewöhnt die zweite Hand zu sein." "Der Verlust von Captain DeChâteau als Kommandant und seiner Frau als Counselor sind für uns alle nicht einfach. Oberstes Ziel ist es, die Funktionstüchtigkeit der Victory auf der Kommandoebene aufrecht zu erhalten." Er beugte sich vor und sah dem Lieutenant in die Augen. "Sie sind vielleicht noch relativ jung und nicht lange auf dem Schiff, aber Sie sind nach meiner Meinung der beste dafür und das Kommando hat dem zugestimmt." Yates lehnte sich wieder zurück. "Ab jetzt sind Sie Ihr eigener Chef - bedauerlicherweise werden Sie auf einen Stellvertreter vorerst verzichten müssen. Sie können direkt das Counselorbüro beziehen. Und der Platz auf der Brücke ist ebenfalls stets für Sie da." James lehnte sich wieder zurück. "Der heutige Tag war bis jetzt ziemlich turbulent. Ich denke die gesamte Crew weiß noch nicht, das wir einen Cardassianer an Bord haben, der uns bei unserer Mission unterstützen wird. Ich könnte mir vorstellen, dass noch nicht alle mit dem neuen Frieden einverstanden sind. Ich will wissen, wie die Crew denkt und vor allem Aggressionen unserem Gast gegenüber vermeiden. Ich würde es daher als ihre erste Aufgabe, die Sie von mir übertragen bekommen, sehen, dass Sie die Crew moralisch dazu bewegen, ein guter Gastgeber zu sein. Niemand soll sich mit Gul Telmar anfreunden müssen, aber er könnte wichtig für uns sein und ich will die Emotionen unten halten. Ansonsten gebe ich zu, verstehe ich von Ihrer Arbeit nicht sehr viel. Sie sind jetzt ein Kommandooffizier. Ich gehe also davon aus, dass Sie wissen was zu tun ist und das ich Ihnen ohne Bedenken jederzeit voll vertrauen kann." Tanner straffte die Schultern und nickte eifrig. "Natürlich, Sir.", erwiderte er. "Ich werde alles in meiner Macht stehende tun." '...Hoffe ich', fügte er in Gedanken hinzu, wagte es aber nicht, die Gedanken laut auszusprechen. Die plötzliche Beförderung nahm er mit einem Hauch von Unbehagen entgegen, doch er wollte sich davon Yates gegenüber nichts anmerken lassen. "Sehr gut.", beendete James das Gespräch mit Tanner. Er würde nun Zeit brauchen, sich Gedanken zu machen, seinen Arbeitsplatz einzurichten und sich in die Arbeit seiner Vorgängerin hineinzudenken. Es war wohl das beste, ihn zu entlassen. Zudem war es schon nach 16 Uhr und Yates wollte gerne einen Tee trinken, um etwas nachzudenken. "Ich entlasse Sie dann an Ihren Arbeitsplatz. Ich werde mich noch bei Ihnen über das Nachrichtensystem melden. Ich werde ein tägliches Briefing aller Kommandooffiziere einführen. Die Uhrzeit teile ich darüber mit." Der Commander stand auf und deutete auf die Tür, wohin er Tanner begleitete und nach ihm ebenfalls die Brücke betrat um sich auf seinen Stuhl in der Mitte der Brücke zu setzen. Einen Augenblick lehnte er sich zurück und schloss die Augen. Doch Erholung war bei der Geräuschkulisse eifriger Offiziere nicht möglich. Seine Teepflanzen sollten daher sein Ziel sein und er verließ die Brücke mit dem Turbolift zu Deck 7, dem Hydroponischen Garten. --- Korridore Tanner stieg schwer seufzend aus dem Turbolift und trat in den Korridor hinaus. Er wollte noch immer nicht ganz glauben, was gerade passiert war. Er würde ab sofort für das Wohl der gesamten Mannschaft alleine verantwortlich sein. Das bedeutete eine Menge Verantwortung, die nun auf seinen Schultern lastete. "Himmel", murmelte er und strich sich eine blonde Strähne aus dem Gesicht. "Wenn das mal gut geht..." --- Hydroponischer Garten, "Cmdr Yates Tee-Plantage", 16:40 Zwischen den Pflanzen saß Jimmy auf dem Boden, den Rücken an die Wand angelehnt schaute er in das grelle Licht dieses besseren Frachtraumes zum Pflanzenanbau und hielt eine heiße Tasse Tee in der Hand und grübelte über das, was passiert war. --- Hauptmaschinenraum, 17:00 Mit dem Werkzeugkoffer in einer Hand und etwas Schrott in der anderen betrat Bowman den Maschinenraum exakt zum Schichtwechsel und trat in einen Nebenraum zu seinem Schrank. Er nahm einige Werkzeuge aus dem Koffer heraus und schloss sie in seinem Schrank ein, legte den Schrott in einen dafür vorgesehenen Behälter und brachte den Koffer dahin, wo er hingehörte, so dass die anderen ihn fanden bei Bedarf. Er ging zu einem Techniker der bereits auf ihn wartete. "Ich habe die Arbeiten auf Deck 10 abgeschlossen." gab er kurz weiter. Denn im Support-Center der Technik stand die Arbeit immer noch als >nicht abgeschlossen< und somit hätte sich jetzt eigentlich jemand darum kümmern müssen. Aber diese Notiz würde dann bald in >abgeschlossen< geändert, sobald ein Vorgesetzter sich davon überzeugt hatte, dass alles ordentlich erledigt worden war. Dave nutze den Kommunikator "Bowman an Riddick. Lieutenant, ich brauche ihr Okay, dass auf Deck 10 die Reparatur abgeschlossen wurde, damit ich meinen Dienst beenden kann." --- Quartier Riddick Aliya hatte eine Dusche genommen, sich etwas bequemeres angezogen und es sich auf der Couch gemütlich gemacht. Während sie in Shakespeares 'Sommernachtstraum' versunken war - sie wusste nicht warum, aber sie liebte diese Geschichte - kam ein Kommruf für sie herein. Mit einem "Augenblick." legte Aliya das PADD beiseite und loggte sich in ihre Arbeitstation ein und checkte die Systemnachrichten von Deck 10. Es wurden keine Fehler angezeigt "Das System meldet 'Alles Shiny'.", antwortete sie und setzte den Status im Log auf 'abgeschlossen'. "Schönen Feierabend.", wünschte sie Bowman. Sie ging einfach davon aus, dass er auch die Wandverkleidungen wieder angebracht hatte - wenn nicht würde er eben nachträglich Ärger kriegen. Aber das glaubte sie einfach nicht - aber ansehen würde sie es sich nachher ganz bestimmt nochmal. --- wissenschaftliche Station, Biologielabor, 16:45 Endlich erreichte sie ihr Ziel. Unterwegs hatte sie den Computer noch einmal nach dem Aufenthaltsort des neuen Wissenschaftsoffiziers gefragt und betrat nun das biologische Labor auf Deck 9. Zwei Offiziere, eine junge Frau und ein junger Mann, kamen ihr entgegen und Jacky lächelte freundlich, als sie den jungen Mann fragte: "Lieutenant Hoele?" "Lieutenant Commander?", antwortete Axel mit einer Gegenfrage. "Ich wusste gar nicht, dass ich hier bereits einen derart großen Bekanntheitsgrad habe. Was kann ich für Sie tun, Commander...?". Axel stockte an dieser Stelle, da ihm auffiel, dass er den Namen des Lt. Commanders ja noch gar nicht kannte. Wenn der Name allerdings nur halb so hübsch wäre, wie das Gesicht, das ihn gerade fragend begrüßt hatte, wäre das ein weiterer Grund, sich über die Versetzung auf die Victory zu freuen. Das freundliche Lächeln des Lt. Commanders war Axel durchaus nicht entgangen. Es war bereits das zweite Mal, dass Axel mit einem Lächeln an Bord willkommen geheißen wurde. "Mein Name ist Jacklyn McKilian, ich bin der Erste Offizier an Bord.", stellte Jacky sich vor und reichte dem jungen Mann die Hand. "Ich bin hier, um Sie zu fragen, ob Sie zurecht kommen und ich wollte Sie an Bord willkommen heißen. Außerdem nehme ich unserem Captain so ein wenig Arbeit ab und spare Ihnen und ihm obendrein etwas Zeit." Als er mit einem fragenden Blick auf ihre Worte reagierte, erklärte sie: "Sie müssen nun morgen nicht mehr in den Bereitschaftsraum kommen." Ihr Blick glitt zu seiner Begleiterin und wieder zu ihm zurück. "Komme ich ungelegen? Sie sehen aus, als würden Sie schon bis zu den Ohren in Arbeit stecken?" Jacky lächelte wieder und fügte hinzu: "Dabei sind Sie doch gerade erst angekommen. Aber wenn ich Sie stören sollte, können wir uns auch später noch einmal treffen." "Nein, Sie stören überhaupt nicht. Ich bin eigentlich sogar ganz froh, Sie zu treffen. Obwohl Sie meinen Namen ja offensichtlich schon kennen, möchte ich mich der Form halber noch einmal vorstellen. Ich heiße Hoele, Axel Hoele, um genauer zu sein." antwortete Axel. Im Prinzip war Axel wirklich froh, den ersten Offizier zu treffen. So konnte er in Erfahrung bringen, welche Dringlichkeitsstufe diesem Objekt auf der Brücke zugemessen wurde. Ensign Kor hatte zwar schon erwähnt, dass ein abschließender Bericht morgen auf dem Tisch des Kommandanten liegen sollte, doch er wollte sich ganz gerne noch einmal selbst davon überzeugen. "Eigentlich waren Ensign Kor und ich gerade auf dem Weg in mein Büro, damit ich dort die Berichte der einzelnen Abteilungen durchlesen kann, die dort bereits auf meinem Schreibtisch liegen.", führte Axel die Sache weiter aus. "Vielleicht kann ich anhand dieser Unterlagen schlussfolgern, inwiefern dieses Objekt, ich nenne es jetzt einfach mal das 'Ei' , uns hier gefährlich werden kann. Außerdem hat Ensign Kor gerade veranlasst, dass das 'Ei' von der Chemie hier hin in die Biologie transportiert wird, um noch einige Tests, wie zum Beispiel subatomare Bestrahlung durchzuführen. Anhand dessen möchte ich aufklären, ob es sich hierbei um ein Lebewesen handelt oder nicht. Natürlich werden wir dabei die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen beachten und ein Kraftfeld um das 'Ei' herum oben halten. Möchten Sie mit in mein Büro kommen?", schloss Axel seinen kleinen Redeschwall. Verdammt, sie hätte sich irgendwann heute mal die Zeit nehmen sollen, die Berichte zu studieren, die ihr immer wieder übergeben worden waren. Jetzt würde sie zu gern wissen, wovon Lieutenant Hoele gerade gesprochen hatte. Jackys Lächeln war inzwischen ernster Konzentration gewichen, sie nickte und sagte: "Natürlich Lieutenant. Bitte, gehen Sie voraus und bitte, erzählen Sie mir mehr von diesem 'Ei'. Ich fürchte, dass ich keine Ahnung habe, um was es sich dabei handelt, oder gar woher es kommt. Aber ich ahne, dass ich mehr darüber erfahren werde, wenn ich die verschiedenen Berichte lese, die sich auf meinem Schreibtisch türmen." Sie zog eine Grimasse und fügte hinzu: "Glauben Sie mir, mein Dienst heute Nacht, an der Navigation war wesentlich einfacher, als das hier." 'Ein Gespräch deswegen mit Commander Yates wäre auch nicht verkehrt', schoss es ihr durch den Kopf und sie notierte sich das auf ihrer gedanklichen To-Do-Liste. --- Deck 9, Korridore Minim Kor hatte das aufkommende Gespräch zwischen Lt. Hoele und Lt. Cmdr. McKilian auf dem Weg durch den Korridor bis hierher verfolgt. Da Sie sich aber bereits um den Transport des 'Eis' gekümmert hatte und Lt. Cmdr. McKilian jetzt ja von Lt. Hoele über die bisherigen Erkenntnisse über das Objekt informiert wurde, konnte sie sich ja jetzt getrost anderen Aufgaben widmen, die sie noch zu tun hatte. Und so meldete sie sich bei Lt. Hoele pflichtgemäß noch kurz ab. "Ich glaube, ich werde ja hier nicht mehr gebraucht, oder ? Demnach könnte ich während meiner Bereitschaft noch einige Aufgaben erledigen, die ich noch zu tun habe." Noch während Lt. Cmdr. McKilian ihm sagte, er solle doch voraus gehen, begab sich Axel auf den Weg zum Korridor. "Wie Ensign Kor mir bereits erklärte, ist dieses 'Ei' auf einem Söldnerschiff gefunden worden. Das Sie nicht wirklich viel darüber wissen, wundert mich gar nicht, laut Ensign Kor hat hier noch niemand wirklich eine Ahnung, worum es sich wirklich handelt, oder wo die Ursprünge dieses 'Eis' sind. Alles, was bis jetzt in Erfahrung gebracht werden konnte, ist, dass dieses Objekt selbstgeneriert ist. Das wurde bereits in Erfahrung gebracht, bevor ich an Bord kam. Aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um ein Lebewesen handelt." führte Axel die Sache aus, während er zum Turbolift voraus ging. Bereits jetzt war alle Aufregung, die Axel zu Anfang verspürte, verschwunden, er fand sich in einer Aufgabe wieder, die seine Neugierde weckte und bekam mittlerweile das Gefühl, das er dieser Aufgabe auch gewachsen war. Doch jetzt wurde ihm klar, dass er sich bereits nach kurzer Zeit derart in diese Aufgabe reingesteigert hatte, dass sich seine Gedanken überschlagen hatten und er schneller dachte, als er erzählen konnte und deshalb schon drei Schritte weiter gewesen sein musste, ehe er den ersten Schritt, der in seinem Kopf vorging, erklärt hatte. "Also, ich möchte, wie ich schon sagte, dieses Ei einigen Tests unterziehen, da ich davon ausgehe, dass es ein Lebewesen ist. Wenn ich die grundlegenden Tests wie die Bestrahlung hinter mir habe und damit vielleicht beweisen kann, dass es ein Lebewesen ist, wovon ich ausgehe, möchte ich verschiedene Tests machen, die zeigen sollen, wie intelligent das 'Ei' ist. Was sagen Sie dazu?" Jacklyn war ein wenig verwirrt. Sie verstand nichts von diesen wissenschaftlichen Dingen. Das einzige, was sie verstanden hatte, war die Tatsache, dass Hoele das Objekt seiner Untersuchungen für ein Lebewesen hielt. Abwegig war das sicher nicht, aber das musste Lieutenant Hoele herausfinden. Doch sie schuldete ihm eine Antwort, daher sagte sie: "Ihre Ausführungen klingen interessant, Lieutenant. Ich gehe davon aus, dass Sie bei Ihren Untersuchungen die Schutzmaßnahmen nicht vergessen. Wenn dieses 'Ei' wirklich ein Lebewesen ist, könnte es Ihre Bemühungen mehr darüber zu erfahren vielleicht persönlich nehmen und dem entsprechend reagieren." Jacky betrachtete den jungen Mann besorgt. "Bei aller Neugier, sollten Sie dennoch vorsichtig sein. Sie sagten selbst, es besteht die Möglichkeit, dass es sich um ein intelligentes Wesen handelt. Intelligente Wesen neigen dazu sich zu wehren, wenn sie sich bedroht fühlen. Und wir sind immer noch im Weltall, nur umgeben von dünnen Titan- und Stahlwänden." Inzwischen hatten sie den Lift erreicht. Jacky berührte das Sensorfeld und kurz darauf öffnete sich die Tür. "Ich werde vorsichtig sein." antwortete Axel dem Lt. Cmdr. "Die nötigen Sicherheitsvorkehrungen habe ich bereits veranlasst, Ensign Kor wird sich um den sicheren Transport aus der Chemie in die Biologie kümmern. Wir wollen ja nicht, dass ein mögliches Lebewesen möglicherweise das ganze Schiff sprengt, deshalb ich angeordnet, das Kraftfeld um das 'Ei' während des Transports bestehen zu lassen. Aus diesem Grund können wir das 'Ei' jedoch nicht mit dem Transporter beamen, und deshalb bedeutet diese Aktion ein bisschen Aufwand, doch das kriegen wir hin !" führte Axel seinen Bericht über das, was er bisher selbst wusste, weiter aus. --- Lift "Es sieht so aus, als hätten Sie an alles gedacht, Lieutenant.", antwortete Jacky lächelnd. "Es freut mich zu sehen, dass Sie sich so rasch eingearbeitet haben. Immerhin sind Sie erst seit wenigen Stunden an Bord." Wieder lächelte sie und fügte hinzu: "Ich werde Sie nun aber wieder Ihren Forschungen überlassen und mich um meine anderen Pflichten kümmern." In diesem Moment hielt der Lift auf Deck 8 und die Türen öffneten sich. --- Büro des ersten Offiziers, 17:15 - 18:30 Seufzend ließ sich McKilian an ihrem neuen Schreibtisch nieder. Hier türmten sich die Berichte und sie fühlte sich beim Anblick der PADDs demotiviert. Mit geschlossenen Augen lehnte sie sich zurück und ließ den heutigen Tag noch einmal Revue passieren. Doch es half nichts, auch diese Aufgaben mussten erledigt werden. Also setzte sie sich wieder gerade hin und griff nach dem ersten PADD. Um sich nicht mit unnötigen Dingen aufzuhalten, sortierte sie die vor ihr liegende Arbeit nach Wichtigkeit, um anschließend den Stapel durchzuarbeiten. Etwa eine Stunde später hatte sie die Hälfte des Stapels abgearbeitet. Sie hatte die Versetzungsbefehle vor sich liegen und hob erstaunt eine Augenbraue. Schließlich fügte sie einen Eintrag auf das PADD hinzu, welches sie später Commander Yates übergeben wollte und widmete sich dem nächsten Bericht. Sie hasste diese Arbeit. Papierkrieg war ihr schon immer zuwider gewesen, daher beeilte sie sich damit immer, damit sie einen Haken daran machen konnte. Endlich um halb sieben war sie fertig und aktivierte ihren Kommunikator. "McKilian an Commander Yates. Sir, haben Sie einen Moment Zeit für mich?", fragte sie und lehnte sich wieder zurück, während ihr Blick leer zur Decke gerichtet war. --- Hauptmaschinenraum, 17:00 Ein Rezept kannte Dan auswendig, und zwar das heimatliche Hasperat seiner Mutter. Doch zunächst einmal war das Programm 'fällig'. Nach Dans Modifikationen kannte das Programm das 'direkte' Synthetisieren, diesmal über die normale Steuerung, sowie das Abspeichern der Muster, für spätere Abrufe per Sprachbefehl. Die Auswahl funktionierte schon mal perfekt, was man jedoch von der Datenverarbeitung noch nicht sagen konnte. Die Schnittstellen der Funktionen waren widerspenstiger, als erwartet. Zu seiner Überraschung war Dan doch deutlich eher fertig, als es wegen der Schwierigkeiten ausgesehen hatte. Er legte das Programm im System ab und transferierte es ins Casino. Aktivieren wollte er es aber erst im Beisein Galins, damit sich der Wirt nicht über die 'neue' Oberfläche wunderte. "Perel an Riddick, was halten Sie von einem netten Abendschmaus? Bei der Gelegenheit könnten wir das neue Programm für Galin testen.", rief Dan seine Chefin. --- Korridore Aliya hatte es nicht lange in ihrem Quartier ausgehalten und streifte schon bald wieder durch das Schiff um zu sehen, ob es ihm auch 'gut ginge' - nur die Uniform hatte sie nicht wieder angezogen. Sie trug noch immer die olivefarbene Hose und das weiße, langärmlige Shirt. Auf Deck zehn hatte sie ebenfalls kurz vorbeigeschaut, nur um festzustellen, dass alles in Ordnung war. Nicht, dass sie ihren Leuten nicht vertraute, im Gegenteil, aber sie musste dieses fürchterliche Bild aus dem Kopf bekommen, wo die komplette Wand offen war. Während dieses ziellosen Rundgangs erreichte sie Perels Ruf. Ein Essen? Ja warum nicht. "Klingt gut Ensign." lächelte sie während sie ihren Kommunikator berührt hatte. "Ich bin gespannt wie das Programm funktioniert. Treffen wir uns im Casino?" wollte sie wissen. --- Hauptmaschinenraum "Würde ich sagen. Ich hoffe, Sie mögen bajoranisch, für den Fall, dass Galin sich nicht zwischen Speichern und Replizieren entscheiden kann.", erwiderte Dan mit einem verschmitzten Grinsen. --- Hydroponischer Garten, 17:00 Dieser Schichtplan hatte was für sich, fand Sheila, als sie durch den Korridor auf den Lift zuging. Sie war auf dem Weg zum Garten. Gestern Abend hatte sie ihn sich kurz angesehen und als sie vorhin etwas Obst gegessen hatte, war ihr die Idee gekommen, dort in Zukunft ihre Tai-Chi-Chuan-Übungen zu machen. Der Ort war geradezu ideal für so etwas und heute würde sie damit anfangen. Beschwingt betrat sie nun den Lift, um auf Deck 7 wieder auszusteigen. Der Weg durch den Gang war nicht lang und wenig später betrat sie den Garten. Sie blieb stehen und atmete ein paar mal tief ein und wieder aus. Es roch nach Erde, Pflanzen und eine gewisse Feuchtigkeit lag über allem. Es war einfach wundervoll. Beinahe wie in einem echten Garten. Zielstrebig ging sie auf das Plätzchen zu, das sie gestern entdeckt hatte. Da sie Bereitschaft hatte, wollte sie ihre Uniform nicht ausziehen, aber wenigstens ihrer Jacke würde sie sich entledigen. Sie trug darunter ihr ärmelloses Rollshirt, die Hose war bequem, also nicht ungeeignet für ihr Vorhaben. Daher schlüpftet sie jetzt aus ihren Ärmeln und legte sie auf eine Bank. Dann schaute sie sich kurz um und glaubte sich allein. Ein kleines Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab, als sie ein paar Lockerungsübungen machte, bevor sie in den 'Bärenstand' ging und ihre Anspannungen nach unten leitete, damit sie über die Füße in den Boden fließen konnte. Sie schloss die Augen und horchte auf ihre innere Mitte, dann begann sie mit den fließend langsamen Bewegung die typisch für das Tai-Chi waren. Ihr Körper bewegte sich leicht und anmutig, langsam und graziös. Es sah so aus, als führe sie einen besinnlichen Tanz aus, zu einer Musik, die nur sie hören konnte. Mit jeder Bewegung, die zu einer neuen Figur führte, entspannte sie sich, gleichzeitig spannte sie sich aber auch an. Ihr Körper war nachgiebig und fest, weich und hart zugleich. Wie Ying und Yang, das Leben war bestimmt von Gegensätzen, die nur zusammen, ein Ganzes bilden konnten. Perfekt war es, wenn die Gegensätze sich im Lot hielten. Mit jeder Bewegung empfand Sheila ein kleines bisschen mehr Glück in ihrem Herzen und ohne dass sie es merkte, zeichnete sich dieses innere Glück auf ihrem Gesicht ab. James hatte seinen Tee genossen und die Tasse wieder gereinigt und in dem Schrank verstaut, in dem er seine Utensilien zum Teeanbau und zur Pflege aufbewahrte. Alles alte und traditionelle Werkzeuge die er in Indien bekommen hatte, wo er den Teeanbau erlernt hatte. Es war ruhig und ungestört gewesen im Hydroponischen Garten. Und obwohl er niemanden gehört hatte und auch jetzt nichts hörte, hatte er das Gefühl nicht allein zu sein. Er selbst blieb ebenfalls still und sah um die Ecke, von dem Bereich, wo seine Regale standen in den nebenan gelegenen Raum, wo noch etwas mehr Platz war. Er sah Ensign Loraya. Sie hatte ihre Uniformjacke ausgezogen und schien Übungen zu machen, die an Sport erinnerten aber man konnte das Potenzial an Entspannung in ihrem Gesicht sehen. Sie sah wirklich nicht schlecht aus, musste sich der Commander eingestehen. Obwohl die junge Ensign die Augen geschlossen hatte, versuchte James sich im Halbdunkel aufzuhalten und nicht mehr als ein Auge auf sie zu werfen. Seine Gedanken glitten langsam ab und er musste sich konzentrieren um keine Geräusche zu machen als die interne Kommunikation anging. >> Als er endlich fertig wurde, tippte er auf seinen Kommunikator: "Ensign Loraya, melden Sie sich umgehend im Sicherheitsbüro." << Schnell verschwand James hinter der Wand und glitt an ihr zurück zur Tür, die sich bei seiner Annährung öffnete. Er war so dem Blick von Loraya entgangen. Um keinen Verdacht zu erschöpfen drehte er sich in der Tür um 180 Grad um so zu tun als ob er gerade erst den Garten betreten würde. Der Komruf brachte sie in die Wirklichkeit zurück, doch sie beendete ihre Übungen nicht abrupt, sondern langsam und fließend. Denn wenn sie sich jetzt hektisch bewegen würde, wäre die ganze Übung umsonst gewesen. Sie hatte auch das leise Zischen der Tür gehört, sie öffnete nun ihre Augen und begegnete dem Blick des Ersten Offiziers. Sheila lächelte ihn an, drehte sich dann aber herum, um ihre Jacke an sich zu nehmen. Immerhin musste sie noch einen Ruf beantworten. "Loraya, hier. Bin schon auf dem Weg!", sagte sie und schlüpfte wieder in ihre Schuhe. Im Gehen schob sie einen Arm in den Ärmel und suchte mit dem anderem hinter ihrem Rücken. Gerade, als sie die Tür erreichte zog sie die Jacke richtig über die Schultern. Alles in allem hatte sie keine 30 Sekunden gebraucht. "Schönen Abend noch, Sir!", sagte sie zu James und trat auf den Korridor hinaus. Die letzten Stunden waren genauso ereignisreich wie auf der Liato gewesen. Er hatte etwas gegessen, seiner Frau und seinen Kindern eine Nachricht geschrieben, die ihm eingeschränkt zur Verfügung gestellte Datenbank des Schiffes nach Unterhaltsamem oder Wissenswertem abgesucht und dabei einige interessante irdische Stücke, die er noch nicht kannte, gefunden, eine Konzentrationsübung vollzogen, gebadet und zu den Sternen herausgesehen - Langeweile pur, wie es auch nur einem Schiffkommandanten ohne Schiff passieren konnte! Bevor er sich jedoch dazu durchringen konnte, die Schiffkonstrukteure und Innenarchitekten der Sternenflotte an seinen durch das Vermessen des Quartiers gewonnenen Erkenntnisse zur platztechnischeffektiveren und designtechnisch interessanteren Konstruktion der Quartiere einzuweihen, war dann doch innerhalb des Schiffes auf Wanderschaft gegangen. Nach dem Casino, der schiffeigenen Schule, dem Fitnessdeck und zahlreichen Endlosreihen von Quartieren hatte er nun den Hydroponischen Garten erreicht. Im Vergleich zu den üblichen beige-grauen Wänden des Schiffes ein wahres, wenn auch kleines, Farbenmeer. Zu seiner Überraschung traf er dort auf Cmdr. Yates. "Oh, Commander Yates. Schön Sie zu treffen.", begrüßte er ihn. "Ich muss schon sagen für ein Sternenflottenschiff ist die Victory ganz ordentlich. Sie haben Glück im Unglück dieses Schiff jetzt kommandieren zu dürfen. Wie geht es Captain DeChâteau? Gibt es Besserung?" Kaum hatte James sich einigermaßen gesammelt und Pläne gemacht, was heute noch zu machen war, öffnete sich die Tür des Gartens wieder und ein Gast, den er nicht erwartet hatte, kam herein. "Gul Telmar.", stellte er grüßend fest, dass der Cardassianer den Garten betrat und überhörte die Phrase über sein Glück, denn als solches empfand er es - ganz ohne Unglück, das Schiff kommandieren zu dürfen. "Captain DeChâteau und seine Familie haben das Schiff bei dem Rendezvous heute Nachmittag verlassen. Er wird auf Betazed professionell behandelt werden." Yates kehrte dem Gul den Rücken zu und verschloss die Tee-Gewächshäuser, um die perfekte Atmosphäre zu schützen - und die Pflanzen auch. "Sie hatten Zeit, sich auf dem Schiff zurecht zu finden? Ich fürchte es werden einige weniger aktive Tage auf uns zu kommen, wenn wir keine expliziten Befehle bekommen, sondern auf Patrouille bleiben. Ich hoffe Sie haben ein zeitintensives Hobby.", witzelte Jimmy und wandte sich nun wieder dem Dauergast an Bord zu. "Wie Sie selbst in der nächsten Wochen sicher feststellen werden, Commander, ist der Kommandant des Schiffes, die Person an Bord, die am wenigsten Freizeit hat. Zu zeitintensive Hobbies kann man sich da nicht leisten.", antwortete der Cardassianer freundlich. "Was das betrifft habe ich mich auf Dinge spezialisiert, die man immer wieder 'zwischendrin' machen kann. Wenn die nächsten Tage jedoch so ruhig sein werden, dann werde ich vielleicht einige versäumte Trainingseinheiten nachholen, mir auf dem Holodeck etwas Zeit für das Tojawo-Spielen nehmen und mir das Schiff noch genauer anschauen - um zu wissen, was zu tun ist, wenn sich die Föderation während des Aufenthalts der Victory im Cardassianischen Reich dazu entscheidet, den Frieden abzulösen und die Victory zur Speerspitze umfunktioniert." Der letzte Satz war begleitet von Telmars typischen ironisch-sarkastischen Unterton. "Wie fühlen Sie sich jetzt, wo Sie offizieller Kommandant des Schiffes sind und nicht mehr nur die rechte Hand desjenigen?" James wusste genau wie Telmar, dass es nicht zu neuen Feindseligkeiten zwischen Cardassia und der Föderation kommen würde. Und selbst wenn, dann wäre Telmar der erste der einen Phaser im Rücken hätte und zur Arrestzelle eskortiert werden würde. "Es kam überraschend.", gab James zu. "Ich war mit meiner Rolle als Erster Offizier zufrieden. Die rechte Hand des Kommandanten ist nicht weniger anspruchsvoll, als das Kommando selbst zu führen. Und ich bin froh Lieutenant Commander McKilian an Bord zu haben, welche wie ich die nötige Kompetenz und Akzeptanz bei der Crew und dem Oberkommando hat, um die Rollen des Ersten Offiziers und Kommandanten ausführen zu können - auch ohne jemandem im Range des Captains an Bord." Er schaute zum Cardassianer. "Meine Karriere ist noch jung und mein Leben als Kommandant nicht mal einen Tag alt. Sie haben auf dem Gebiet sicher mehr Erfahrung bisher gesammelt. Aber ich mache mir absolut keine Sorgen darum, dass ich mich vor irgendeinem Kommandanten verstecken müsste. Nicht mit dieser Crew und diesem Schiff.", gab Yates absolut ehrlich, aufrichtig und entschlossen von sich. Niemand sollte seine Kompetenz oder Autorität in Frage stellen und er wusste, dass die Crew hinter ihm stand. Sein Ruf war sehr gut, auch bei Admiral MacArthur. Ohne sein Vertrauen hätte man ihm den Posten nicht übertragen. Da war er sich sicher. James ging ein paar Schritte zwischen den Pflanzen hin und her und schaute sich seltsame Gewächse an, die ihm völlig fremd waren. "Ich bin jederzeit aufrichtig.", nahm er ein neues Thema auf. "Und ich vermute, dass man Ihnen auf dem Schiff aufgrund Ihrer Herkunft und der Vergangenheit nicht immer freundlich entgegen kommen wird. Das werden Sie selbst wissen. Doch es gibt den Befehl, Sie an Bord zu haben. Ich selbst bin davon überzeugt, dass es für die Mission wichtig und richtig sein wird, aber ich kann meiner Crew, außer im Dienst, nicht befehlen Sie zu mögen. In den Augen vieler sind sie ein unwillkommener Gast und die Vergangenheit mancher Mitglieder der Crew und auch mancher Offiziere wird die Zusammenarbeit möglicherweise belasten. Ich würde gerne wissen wie Sie dazu stehen. Ihrer Rolle an Bord. Ihrer Vergangenheit und ihre Gesinnung." "Aufrichtigkeit ist ein edles Motiv, Commander." erwiderte Telmar, "Nur kann es zuweilen am falschen Ort und zu falscher Zeit gefährlich und tödlich sein - Die wichtigste Regel im Jahotraspielen und wenn man als Kommandant ein hohes Alter erreichen will!" Er betrachtete eine Blume. "Meine Vergangenheit kennen Sie wohl zu genüge aus der Sammelakte, die man Ihnen von Ihrem Kommando geschickt hat. Vielleicht haben Sie auch DeChâteaus Gedanken über mich gehört. Ich Gul Glio Telmar, erster Sohn Gul Leaks, Soldat Cardassias und der Grund warum ich hier bin, ist der, dass mein Schiff durch den letzten Einsatz schwer beschädigt wurde und eine langfristige Überholung benötigt. Es gibt einige Leute in einflussreichen Positionen, die noch eine Rechnung mit mir auf haben. Aus diesem Grunde bin ich nicht zu Hause bei meiner Familie und warte dort die Wiederherstellung meines Schiffes ab, sondern wurde mit der Ankündigung empfangen, mein Schiff solle lieber verschrottet werden und ich den Schifflotsen auf der Victory spielen." Er legte den Kopf etwas schräg. "Nicht gerade eine Aufgabe, die mich geistig sonderlich bereichert, aber ein Befehl. Ich habe immer meine Befehle mit allen Konsequenzen ausgeführt und ich habe nicht vor, damit zu brechen. Zumindest bis ich die nötigen Informationen zusammengetragen habe, um denjenigen, die mich hier her brachten, einen teuren Preis hierfür abzuverlangen. Was ihre Crew betrifft, so war mir das bereits bewusst, bevor ich an Bord kam. Ich bin Cardassianer und dazu kein unbeschriebenes Blatt für die Föderation. Beides wirkt sich nicht unbedingt positiv auf meinen Beliebtheitsgrad aus. Nachvollziehbar zumal meine Crew Ihnen gegenüber ähnlich reagieren würde. Ich bin Soldat Cardassias - nicht mehr und nicht weniger. Captain DeChâteau schwenkte bei unserer letzten Begegnung mir gegenüber die moralische Flagge - was er damals und wahrscheinlich heute nicht begriffen hat: als Kommandant eines Flottenschiffes bin ich in erster Linie verpflichtet, Bedrohungen Cardassias zu eliminieren und nicht mich mit Ihnen auf einen Tee zu unterhalten - privat tue ich das durchaus gern - und psychologische Überzeugungsarbeit zu leisten, dass Frieden sinnvoller ist. Diese Einstellung von ihm hat unter anderem bei unserer ersten Begegnung für ein Scheitern unseres eigentlichen Auftrages gesorgt. DeChâteau mag ein idealistischer Mensch sein, nur hat er nie all die Notwendigkeit gelernt, die man für ein Kommando im Krisenfall braucht. Ich habe mir Ihren Lebenslauf angesehen, Commander. Sie sind ziemlich das Gegenteil von DeChâteau. Eine gute Basis, um ein guter Kommandeur zu sein." Es war James neu, dass der Captain und der Gul sich bereits gekannt hatten. Wieso hatte dieser es nie erwähnt? Wohl aus dem gleichen Grund, warum er den Cardassianer überhaupt nicht erwähnt hatte. Die erste Begegnung, die Gul Telmar ansprach muss keine guten Erinnerungen hinterlassen haben - bei beiden. Gott sei Dank war Yates völlig unbelastet. "Captain DeChâteau ist, soweit ich es in der kurzen Zeit beurteilen konnte, ein hervorragender Kommandant. Ich werde lange brauchen, um seine Klasse zu erreichen - aber es ist auch gar nicht mein Anliegen, dass Schiff auf seine Art zu kommandieren. Da habe ich meinen eigenen Stil. So wie Sie sich als Soldat Cardassias beschreiben - so bin ich nicht minder ein Soldat. Mehr noch, ein Offizier der Sternenflotte und damit Reisender, Forscher und zur Not auch bewaffneter und verteidigender Soldat für alle Planeten der Föderation oder derjenigen, die unsere Hilfe benötigen." Yates sah sich um, der Garten war bis auf die zwei leer und so beschloss er, sich auf eine Bank zu setzen und die entspannende Atmosphäre zum Gespräch zu nutzen. Es fiel ihm jetzt und hier leichter als noch mittags am Essenstisch. Seine Nerven waren nicht mehr so angespannt und er auch nicht mehr so auf Vorsicht bedacht - warum, konnte er sich selbst nicht beantworten. "Mich überrascht, dass Sie gegen ihren Wunsch hier sind. Nach dem was ich gelesen habe, sollten Sie in der Heimat einen Status haben, der hoch genug ist, um Sie vor solchen Schlägen zu bewahren - wie auf einem Sternenflottenschiff statt bei der Familie daheim zu sitzen. Ihre Akte machte eher den Eindruck, als ob sie es sich aussuchen könnten." Er machte eine Pause. "Ich nehme an, dass ich morgen mit dem Oberkommando sprechen werde für weitere Missions-Details und Interna-Absprachen. Wir hatten noch einige Positionsumbesetzungen nach dem Rendezvous mit der USS Baltimore. Ich könnte möglicherweise auch über Sie mehr Informationen anfordern. Ob man mir sagt, oder überhaupt sagen kann, wer sie auf der Victory haben wollte, kann ich nicht beantworten." Gul Telmar lachte: "Oh fragen Sie nur, Commander. Ich kann ihnen jedoch versprechen, dass niemand aus dem Sternenflottenkommando, geschweige denn DeChâteau, mich angefordert hat. Das was wir beide hier jetzt aufgebürdet bekommen haben, ist eine höchst politische Entscheidung unserer beiden Regierungen, zur Förderung der interplanetarischen Verständigung unserer Völker. Status und Ansehen kann sehr kurzlebig sein, Commander. Selbst große anerkannte Herrscher aller galaktischen Völker waren dadurch nicht vor Intrigen gefeit. In den letzten Jahren gab es zwei Situationen, die gewisse Kreise systematisch eingesetzt haben, um mein Ansehen zu untergraben. Das erste liegt noch im letzten Krieg und beruhte auf dem Vorfall bei Gertlingen. Mein Auftrag war es damals, Konspiranten auf Gertlingen zu unterstützen, die Beitrittsverhandlungen mit der Föderation zu stoppen, um dann Gertlingen auf Seite des Dominions zu bringen. Ich muss zugeben, dass die Crew der USS Lexington ihre waffentechnische und zahlenmäßige Unterlegenheit durch großen Einfallsreichtum und List wett gemacht haben. Als auch noch die Arbiter auftauchte, entschied ich, dass es ressourcentechnisch unsinnig ist, weitere Schiffe zu opfern um der Föderation eine handvoll Werften abzujagen, zumal sich die Föderation angesichts der politischen Situation auf Gertlingen und der Konspiration mit dem Dominion gegen einen Beitritt von Gertlingen entschloss. Das machte mich bei einigen im Kommando nicht sonderlich beliebt. Ich konnte es aber durch den Abbruch des mir später auf Starbase 83 befohlenen Angriffs und meiner Entscheidung, mich der cardassianischen Rebellion anzuschließen, einigermaßen ausgleichen. Der zweite Makel meiner Leistung passierte mir damals mit DeChâteau. Ich sollte den Transport der Industrierepliaktoren, die Cardassia benötigte, durch Captain Trewin überwachen. Leider tappte Trewin in eine Falle von cardassianischen Dissidenten und ließ sich seine Hauptbrücke buchstäblich wegsprengen und die Replikatoren stehlen. Da Trewin in Folge dessen mit seinem Schiff abberufen wurde, schickte man die USS Machiavelli mit ihrem ersten Offizier DeChâteau. Ziel war es mit meiner Hilfe die Rebellen aufzufinden, zu zerschlagen und die Replikatoren nach Cardassia zu bringen. Das Finden war kein Problem - nur mit den letzteren beiden Punkten tat sich DeChâteau schwer. Seine psychologische Ader ging mit ihm durch, als wir das Versteck auffanden und ich dem Captain der Machiavelli einen effizienten Schlag mit ultimativer Wirkung vorschlug. Es wäre einfach gewesen, eines der Rebellenschiff zu kapern, die Besatzung zu eliminieren und das Schiff mit kollabierendem Warpkern auf den Asterioiden, der den Rebellen als Stützpunkt diente, zu stürzen. Die Verluste seitens der Machiavelli-Crew wären minimal bis nicht existent und die Zeit um die Replikatoren an Bord zu beamen ausreichend gewesen. Gleichzeitig hätten wir das Aufkeimen einer Widerstandsbewegung des alten Cardassias in seinen Anfängen erstickt. DeChâteau hat dies verhindert, indem er zunächst seinen Captain durch moralische Bedenken in seinem Beschluss hinderte und mich, als ich mich daraufhin auf ein Rebellenschiff beamen wollte, um den Auftrag zu erfüllen, niederschießen ließ. Ihr Respekt gegenüber DeChâteau in Ehren, Commander. Aber dieser Mann hat dafür gesorgt, dass sich in den letzten fünf Jahren auf cardassianischer Seite eine maquisähnliche Bewegung entstehen konnte, die Dank der damals gestohlenen Industriereplikatoren mittlerweile mit geschätzten 45 Schiffen die Größenordnung der stellaren Verteidigungskräfte Cardassia Primes erreicht hat und mittlerweile auch das ein oder andere cardassianische und Föderationsschiff zerstört haben. Ihnen dürfte klar sein, dass DeChâteaus Aktion meinem Ruf nicht sonderlich förderlich war und meine Anwesenheit hier erst begünstigt hat." War es die Wahrheit, die der Gul ihm darlegte? Er hatte nicht gewusst, dass DeChâteau in einer Mission mit Gul Telmar zusammen aktiv gewesen war. Das würde er wohl überprüfen und sich verifizieren lassen. "Der Captain wird seine Gründe gehabt haben." Sagte James mit leicht nachdenklicher und leiserer Stimme. Fast etwas unsicher. Doch sofort fand seine Stimme die gewohnte Klarheit und Kraft zurück "Nun haben wir eine andere Situation. Wir werden diesen Sektor und die Grenze sicherer machen, wir werden Separatisten aufspüren und zur Aufgabe bewegen. Ich werde dabei diplomatische Lösungen in jedem Fall vorziehen - und um das zu unterstützen sind Sie ja hier wenn ich mich nicht irre." Yates dachte noch einmal darüber nach, dass Telmar eventuell an Bord war um sein Versagen bei der vorherigen Mission mit DeChâteau wieder gerade zu biegen. Aber der Captain war nicht mehr an Bord. Und wenn dies wirklich die Argumentation war, dann gab es nun keine Gründe mehr dafür, dass Telmar im speziellen an Bord sein musste. Jeder andere Cardassianer hätte es auch getan. Aber vermutlich war niemand ein angenehmer Gast. Nein, kein Cardassianer war auf der Victory ein gern gesehener Gast und würde es wohl auch nie werden. Es passte James nicht, wie der Gul über seinen ehemalig Vorgesetzten sprach. Die Abfälligkeit und die negative Einschätzung seiner Handlungsweise und Entscheidungen. Niemandem stand es zu, darüber zu urteilen außer dem Oberkommando vielleicht. Diese hatten freilich das Recht dazu und es war gar Ihre Aufgabe. Und während seiner Zeit als Erster Offizier unter DeChâteau hatte er nie etwas mitbekommen, dass Zweifel an dem Captain aufkommen lassen könnte. Er überlegte an einem Themawechsel, der nicht zu auffällig war. Obwohl jeder Wechsel, egal wie gut getarnt, diesem Meister der Verhörkunst natürlich immer noch zu offensichtlich vorkommen musste. Aber Yates hatte es satt, den Gedanken zu tragen, über jedes Wort und jede Formulierung nachdenken zu müssen. Er sah auf den Chronometer an der Wand. Bereits 17:30 Uhr. Er stand von der Bank auf. "Nun dann Gul Telmar. Ich fürchte ich habe noch ein wenig Arbeit bevor ich an einen ruhigen Abend denken kann. Sie entschuldigen mich bitte." Überrasche deinen Gegenüber mit unerwartete Offenheit und er wird von sich die Waffen streichen - dies war einer der Lehren die ihm Gul Somiru noch beigebracht hatte. Dieser Satz hatte doch immer wieder seine Gültigkeit, fand Telmar. Yates hatte sehr viel gesagt. Das meiste ohne dabei den Mund aufzumachen. Seine Mimik ließ sich während Telmars Erklärungen wie ein Buch lesen. Er hatte Telmar mit Blicken der Lüge über seinen ehemaligen Kommandanten bezichtigt und ihm mitgeteilt, dass Telmar das Urteil über DeChâteau nicht zustehe.Mit einem Satz: Yates verhielt sich wie ein loyaler Offizier gegenüber DeChateau, so wie es Telmar von einem Soldaten erwartet hätte. Das brachte ihm einen weiteren Pluspunkt auf Telmars Checkliste. Als Yates sich zum Gehen aufraffte, erhob sich auch der Cardassianer. "Ich versichere Ihnen, Cmdr, Sie werden sich als Kommandant eines Schiffes sehr schnell an solche Abendausklänge gewöhnen. Ansonsten lassen Sie mich sagen, dass ich Ihre loyale Einstellung durchaus schätze, auch wenn ich über die Person, der Sie sie gegenüber ausdrücken, anders einschätze als Sie, Commander. Einen angenehmen Abend!" Er nickte Yates noch einmal zu und machte sich auf ins Casino. Das Mittagessen war schon eine Weile her gewesen. --- Hauptmaschinenraum, 17:00 Zufrieden mit sich und seiner Arbeit schloss Dave seinen Spind zu und machte selbst noch einige Messungen an den von ihm ersetzten Leitungen. Es schien wirklich alles gut zu funktionieren. Mit einem Kollegen der gerade wenig zu tun hatte, nahm er noch einen kurzen Abstecher in einen kleinen Aufenthaltsraum neben dem HMR, um ihm von der jungen Frau aus der Sicherheit zu erzählen, die er getroffen hatte und mit der er zu Abend essen wollte. Dave sah sich selbst nicht gerade als sehr kontaktfreudig an und hatte in der Vergangenheit auch eher wenig Verabredungen mit Frauen. Selbst männliche Freunde hatte er wenig und so war er froh, mit seinem Kollegen und Kumpel ein paar lockere Worte über Flirts zu verlieren und einen Energydrink mit ordentlich Taurin zu trinken bevor er sich aufmachte zu seinem Quartier. --- Büro des Sicherheitschefs, 17:15 Auf dem Weg zum Sicherheitshauptquartier sinnierte die junge Spanierin über die kurze Begegnung mit Yates. Irgendwie hatte er auf sie den Eindruck gemacht, bei etwas erwischt worden zu sein. Doch sie konnte sich nicht erklären, was er gemacht haben könnte. Auf die Idee, dass er sich von ihr versteckt haben könnte, kam sie nicht. Außerdem hatte sie inzwischen ihr Ziel erreicht. Nach einem kurzen Läuten betrat Sheila das Büro ihres Chefs und fragte: "Sie haben mich gerufen, Sir?" "Setzen Sie sich, Ensign Loraya.", sagte sogleich Shakkle und blickte die junge Frau an. "Wie Sie vermutlich wissen, hat Captain DeChâteau mit seiner Familie das Schiff verlassen. Somit gab es paar Änderungen in der Führungsebene. Commander Yates wurde zu CO ernannt, Lieutenant Commander McKilian hat nunmehr die Aufgaben des XO und ich übernehme die Aufgaben des Zweiten Offiziers. Da Lieutenant Howard aber auf der TAK gebraucht wird, habe ich entschieden, dass falls ich die Aufgaben des 2O wahrnehmen muss, Sie hier nach dem Rechten sehen werden. Sind Sie einverstanden, Ensign?" Blinzelnd schaute Sheila ihren Vorgesetzten an und schwieg einen Moment verblüfft. Dabei erstaunte sie die Tatsache, dass sie im Falle eines Falles Reszko hier vertreten sollte, genauso, wie die Erwähnung Rachels im Zusammenhang mit der Taktischen Station auf der Brücke. Auf welchen Teil seiner Eröffnung sollte sie zuerst eingehen? Ihre Gedanken rasten hinter ihrer hübschen Stirn, doch der Augenblick dauerte nicht lange und sie erwiderte: "Aber Lieutenant Howard wurde doch versetzt. Sie hat zusammen mit der Familie DeChâteau die Virginia verlassen." Ihre Stimme drückte deutlich die Verwunderung aus, die sie empfand. Sheila schaute Shakkle mit ihren dunklen Augen offen über den Schreibtisch hinweg an. Das Lächeln, welches sonst immer ihre Lippen umspielte, war verschwunden. Rachel hatte ihr gesagt, dass alles geklärt sei, aber wenn das so war, warum wusste Commander Reszko nichts davon? Hatte Lieutenant Howard sie belogen? Nein, das hätte Sheila gemerkt, da war sie sich ganz sicher. Aber dennoch schien der Commander nicht zu wissen, dass seine Stellvertreterin nicht mehr an Bord war. Irgendwas stimmte hier nicht. Sheila war versucht aufzuspringen und die Einträge im Computer zu überprüfen, aber das war nicht ihre Aufgabe. Daher unterdrückte sie den Impuls und überließ Shakkle die nötigen Schritte. Shakkles Augen wurden zum Spiegel seiner Gefühle. Überraschung... Unglauben... Ärger... Er schloss die Augen um sich zu fassen und meinte mit angespannter Stimme: "Lieutenant Howard wurde also versetzt. Sie hatte es wohl sehr eilig, wenn sie sich bei mir nicht abgemeldet hatte...." und befahl dann den Computer: "Computer, durchsuche alle Dateien nach einen Versetzungsbefehl von Lieutenant Rachel Howard." - "Datei gefunden. Verzeichnis von Lieutenant Commander Jacklyn McKilian. Soll sie jetzt geöffnet werden?" "Nein. Verändere jedoch die Priorität, damit sie sofort aufgezeigt wird, wenn Lieutenant Commander Jacklyn McKilian sich einloggt." Dann wendete er sich wieder an Ensign Loraya und sagte: "Nun es scheint, dass Sie zu meinen Stellvertreter aufgestiegen sind. Gratuliere, hiermit befördere ich Sie zum Lieutenant junior grade auf Probe. Sonst werden Ihnen die Jungs Schwierigkeiten machen. Nun, da werden Sie sich sicher freuen zu hören, dass ich Sie als Übungspartnerin für unseren Gast ausgewählt habe." Jetzt entgleisten ihr die Gesichtszüge. Eine Beförderung mit mehr Verantwortung? Sie? Sheila brauchte einen Moment um das zu verdauen. "Ich... ähm... ich... weiß jetzt nicht was ... ich sagen soll.", stammelte sie überrascht. Doch dann schüttelte sie den Kopf und riss sich zusammen. "Sir, ich hoffe ich werde Ihre Erwartungen erfüllen. Also, was den Job hier angeht, meine ich." 'Das ist kein Scherz, Sheila. Kein Witz. Du bist jetzt seine Stellvertreterin', sagte sie sich im Stillen und fügte laut hinzu: "Bitte verzeihen Sie, dass ich mich von meiner Überraschung noch nicht erholt habe, Sir. Ich muss zugeben, dass ich überhaupt nicht darüber nachgedacht habe. Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass Starfleet Ihnen einen Stellvertreter schickt." 'Was rede ich denn da?', fragte sie sich lautlos. "Und was diese Übungsgeschichte angeht. Ich denke, das wird schon klappen. Ich hatte schon ein paar mal das Vergnügen mich mit Cardassianern zu messen. Auch sie haben wunde Punkte." Sheila gab sich zuversichtlich. Waffenloser Nahkampf war nun mal ihre Spezialität. Doch dann fiel ihr eine Frage ein, die sie ihrem Chef unbedingt noch stellen musste. "Sir, was ist mit der taktischen Station auf der Brücke? Wäre es nicht sinnvoll, wenn Sie sie selbst besetzen?" Shakkle verbarg seine Erheiterung über ihren kleinen Gefühlsaufbruch, verstand es aber durchaus. Doch als die TAK zu Sprache kam, wurde er für eine Sekunde grün um die Nase, fasste sich aber schnell und sagte mit ernster Stimme: "Gut, dann ist es geklärt, Sie vertreten mich hier und gegebenenfalls auf der TAK. Was die Übungen angeht, seien Sie nicht zu grob zu unseren Gast, ich denke er spielt gerne und kann Sie provozieren. Aber ich denke Ihr Dienst auf der Sternenbasis hat Sie auf solche Gesellen vorbereitet." Der CoS blickte kurz auf sein Chronometer und fragte: "Haben Sie Hunger, Lieutenant Loraya?" Die frisch beförderte Sicherheitsoffizierin hatte lediglich genickt, als ihr Vorgesetzter über Gul Telmar und ihre Erfahrungen mit Leuten wie ihm sprach. Sie würde es einfach auf sich zu kommen lassen und ihrem Bauchgefühl vertrauen. Shakkles Frage nach ihrem Hunger jedoch verblüffte sie jedoch oder war es die Ansprache mit ihrem neuen Rang, die sie verwunderte? Unwillkürlich legte sie eine Hand auf ihren Bauch und horchte kurz in sich hinein, während die andere zu ihrem Kragen hinauf wanderte und dort den vertrauten Rangpin spürte. "Wenn Sie mich so fragen, Sir. Ja, ich denke etwas Essen kann nicht schaden. Darf ich Ihre Frage als 'Einladung' auffassen?" Sheila lächelte verschmitzt und stand auf. "Ja, ich denke schon.", antwortete der CoS und fragte sich insgeheim, was ihm geritten hat dies zu fragen. 'Sie wird deine Stellvertreterin, also musst du sie näher kennen lernen...' Er stand auf, wartete bis sie die Tür als erste verließ und gemeinsam machten sie sich auf dem Weg zum Lift. --- Casino Kurze Zeit später erreichten sie das Casino und Shakkle wählte wieder mal einen Ecktisch ohne Fenstersicht. "Was kann ich Ihnen bringen, Lieutenant?", fragte er. Auf dem Weg hierher hatte sie überlegt, wie man eine Probebeförderung behandelte. Hieß das, sie war auf dem 'Papier' Lieutenant junior grade und würde am Kragen jedoch weiter den Rangpin eines Ensigns tragen oder würde sie noch den dunklen Pin erhalten? Waren bei sowas nicht Zeugen zugegen? Erst Reszkos Frage brachte sie wieder in das Hier und Jetzt zurück und sie erwiderte spontan: "Loraya 5 spezial und ein Wasser, bitte!" Bei diesem Gericht handelte es sich quasi um einen Eintopf mit Paprika, Tomaten, Reis und ein wenig Rinderhackfleisch. Das spezielle an Sheilas Mischung war die mit einer extra Priese scharfen Paprika gewürzte Tomatensoße und ein paar Scheiben spanischen Weißbrotes. "Soll ich Ihnen nicht lieber helfen?", bot sie ihrem Chef an. Immerhin würde er allein für ihr Gericht ein ganzes Tablett benötigen. Shakkle schenkte ihr sein seltenes Lächeln, meinte: "Nein... ich habe ja zwei Hände und vermute mal ihre Lieblingsspeise wiegt keine 20 Kilo, oder?", und ging die Sachen zu holen. --- Korridore, 17:15 Lexi ging ein paar Schritte weit, während sie überlegte, was sie machen sollte. Da Anna sich noch nicht gemeldet hatte, gab es mehrere Möglichkeiten: Entweder, sie war selbst noch auf der Brücke, oder sie steckte noch mitten in ihrem Training oder aber sie schlich sonst wo auf dem Schiff rum. Wirklich viel vorbereiten musste Lexi eigentlich nicht und es war eh besser, wenn sie die Zutaten fürs Abendessen frisch in den Korb packte. Sie blieb stehen und überlegte. Ein bisschen Sport könnte sicher nicht schaden und wenn es nur ein paar Dehnübungen waren. "Computer, wo befindet sich Ensign Nyberg derzeit?" - "Ensign Nyberg befindet sich im Sportbereich.", antwortete der Computer. Lexi überlegte kurz. Wenn Anna im Sportbereich war, konnte ihr Ruf jederzeit eintrudeln - oder noch auf sich warten lassen. Jetzt war guter Rat teuer. Ging sie das Risiko ein, nach wenigen Minuten oder gar schon auf dem Weg zu ihrem Wunschziel von Anna unterbrochen zu werden oder ließ sie es bleiben? Schließlich entschloss sie sich dafür, das Risiko einzugehen, immerhin war es ein schönes Risiko. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen schlug sie den Umweg in ihr Quartier ein, um flink ihre Tasche zu holen. --- Sportbereich, 17:15 Anna räkelte sich unter dem heißen Wasserstrahl. Sie genoss es, das Wasser auf ihre Schultern prasseln zu lassen, genoss, wie es über ihren Rücken hinunterlief. Sie streckte die Arme nach oben und seufzte wohlig. Ja, sie hatte sich eigentlich vor dem Duschen bei Lexi melden wollen, dann war ihr eingefallen, dass sie vielleicht nicht in Uniform, sondern zivil angezogen gehen könnte, und dazu müsste sie nochmal in ihrem Quartier vorbei. Und vor allem... was anziehen? Schick? Sportlich? Girlie? Oder doch in Uniform? Immerhin war ja eigentlich Bereitschaftszeit. Mit leichtem Bedauern stellt sie die Dusche ab und wickelte sich in ein großes Handtuch. Dann breitete sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht aus, die entspannende Dusche war zwar zu Ende, aber jetzt war andere Entspannung angesagt. Während sie zurück zu ihrem Spind ging, berührte sie den Kommunikator, der an ihrem Handtuch haftete - man war ja immer im Dienst. "Nyberg an Haris. Na, schon fertig mit dem Arbeiten?" Ein Lächeln stahl sich auf das Gesicht der jungen marsianischen Ärztin als aus dem kleinen Lautsprecher ihres Kommunikators die Stimme der jungen, schwarzhaarigen OPS-Offizierin mit den, für Lexi je nach Lichtverhältnissen wie Smaragde leuchtende, grünen Augen erklang. Sie tastete mit halb geschlossenen Augen nach dem naheliegenden kleinen Gerät und aktivierte es. "Haris hier. Ja, heut geb ich dir nicht die Genugtuung, mich aus der Krankenstation zu rufen.", erwiderte Lexi neckend, denn all zu oft war das noch nicht vorgekommen. Ein leises Plätschern schlich sich in ihr Gespräch. "Und du schleichst jetzt unter die heiße Dusche?" fragte sie ihre Gesprächspartnerin. "Da muss ich dann jetzt auch hin. Wo treffen wir uns danach?" Anna rubbelte gerade kopfüber ihre Haare trocken, darum hörte sie Lexi zuerst kaum und ihre Stimme klang seltsam gedämpft, als sie antwortete. "Bin schon fertig mit Duschen." Sie richtete sich wieder auf und begann den Rest abzutrocknen. "Ich muss noch kurz in mein Quartier. Wo willst Du mich denn treffen? Für die Dusche bin ich schon wieder zu trocken, aber sonst passt mir alles.", fragte sie augenzwinkernd - Lexi sah es zwar nicht, aber konnte es bestimmt an ihrem Tonfall hören. Lexi lauschte still Annas Worten, es klang etwas dumpf aus ihrem Kommunikator. Sie musste etwas schmunzeln. Annas Stimme klang so neckend. Sollte sie darauf einsteigen und etwas gemein sein? Sie überlegte, wie sie da wohl am besten drauf antworten konnte und konnte sich den ersten Gedanken einfach nicht verkneifen: "Na, gegen das trockene kann ich etwas tun.", antwortete sie etwas zweideutig. "Und treffen. Ich kann ja hier auf dich warten und du kommst einfach her, wenn du fertig bist.", antwortete sie mit einem Grinsen auf den Lippen. Sollte sie Anna verraten, wo sie steckte? Dann wurde die junge Ärztin wieder etwas ernster. "Hm... ich würde sagen, wenn du mir selbst noch zehn Minuten gibst, hol ich dich an deinem Quartier ab, dann zeig ich dir, was ich vor habe.", erwiderte sie schließlich. Anna musste lachen: Lexi, frech wie immer. Sie hatte also das Wassergeplätscher richtig gehört, wo auch immer an Bord das sein mochte. "Okay, dann warte ich in 10 Minuten auf Dich.", antwortete sie und fügte dann mit gespieltem Ernst hinzu: "Aber verspäte Dich nicht, sonst komme ich Dich holen." Lexi musste schmunzeln, verkniff sich mit einem Gluckern in der Stimme das 'Führ mich nicht in Versuchung.' und antwortete Anna stattdessen: "In Ordnung, bis gleich dann." Mit einem Schmunzeln zog sie sich zu den Duschen zurück und duschte genüsslich unter dem warmen Wasser für etwas mehr als fünf Minuten. Als sie aus der Dusche heraus trat, fiel ein kurzer Blick auf das Chronometer und es verriet ihr, dass sie weniger als fünf Minuten Zeit hatte. So entschloss sie sich, wieder in ihre Uniform zu schlüpfen und sich gegebenenfalls später umzuziehen, sollten die Vorstellungen für den Abend so eintreffen, wie sie sie vorerst geplant hatte. Ihr Haar steckte sie locker hoch, so dass kleine, freche Löckchen ihr Gesicht und ihren Nacken säumten, sofern sie zu kurz für die Frisur sein sollten. Mit einer gewissen Eile, jedoch ohne zu hetzen, suchte sie ihr Quartier auf, ließ sich den Picknick-Korb erstellen und packte nebenbei eine kleine Tasche mit zwei Handtüchern und privater Kleidung, sollten sie nach dem Essen noch die Muße haben, schwimmen zu gehen. --- Korridore Fertig abgetrocknet und wieder angezogen machte sich Anna auf den Weg in ihr Quartier. Sie war schon gespannt und rätselte, was Lexi wohl vorhatte. Beschwingt von diesem Gedanken, beschleunigte sie ihre Schritte. --- Büro des Counselors Seine Beine hatten Tanner geradewegs in sein neues Büro getragen. Als sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, sah er sich um. Die Sachen seiner Vorgängerin waren bereits verschwunden und der Raum wirkte kalt und... unpersönlich. "Computer", sagte er, "Licht auf Maximum." Sofort erhellten sich die Lampen an der Decke. Einmal mehr ließ er seinen Blick kurz durch das Büro wandern, bevor er sich dann schließlich daran machte sich neu einzurichten. 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