************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 09 / 11022007 * * 22052380 * * Neue Aufgaben ... * ************************************************************************ --- Transporterraum 1, 15:20 Die beiden Mädchen machten bedrückte Gesichter. Sie freuten sich zwar auf ihre Großeltern, aber sie hatten ihren Daddy seit gestern nicht mehr gesehen und Mama sah nicht glücklich aus. Außerdem mussten sie Emily hier lassen, weil Mama unter ihren Bedürfnissen litt. Michelle verstand das und sie hatte versucht es Leah zu erklären, aber ihre jüngere Schwester hatte es nicht verstanden. Sie dachte, dass Mama gemein war und merkte gar nicht, dass sie ihrer Mutter mit ihrem Egoismus einen Stoß versetzte. Doch Nesta betrachtete ihre Jüngste mit Nachsicht. Sie verstand das Kind und es tat ihr auch leid, dass sie das Kätzchen nicht mitnehmen konnten. Doch sie wusste auch, dass Emily bei Jacky gut aufgehoben war, vielleicht sogar besser als bei der Familie DeChâteau. Besonders jetzt, wo die Sorge um Timo sie voll beanspruchte. Jacky und sie hatten alles Nötige gepackt und alles zum Transport vorbereitet. Die junge Schottin hatte Nesta angeboten, sich um den Rest zu kümmern, damit der neue Captain recht bald sein neues Quartier beziehen konnte. Damit hatte sie der Frau des Captains einen großen Gefallen getan und jetzt standen die beiden Frauen sich gegenüber und reichten sich die Hände. "Gute Reise und bestellen Sie dem Captain, dass wir alle ihm eine baldige Genesung wünschen.", sagte McKilian und lächelte. "Danke, Jacky. Passen Sie auf sich... und auf Emily auf. Ich hoffe, wir sehen uns sehr bald wieder." "Das hoffe ich auch." Jacky ging in die Hocke und schaute die beiden Mädchen freundlich lächelnd an. "Ich verspreche euch, gut auf Emily aufzupassen." "Schickst du uns Bilder?", fragte Michelle. "Ja, das mache ich." Leah strahlte und schien für den Moment zufrieden zu sein. Sodass Jacky sich wieder aufrichten und sich an Nesta wenden konnte. "Ich muss jetzt auf die Brücke, ich denke, dass Commander Yates Sie noch verabschieden möchte, ich werde ihn ablösen. Noch einmal, gute Reise und alles Gute!" Damit wandte Jacky sich ab und eilte auf die Brücke, um Yates abzulösen. --- Krankenstation Von Nesta hatte Shyla die Meldung bekommen, dass das mit der Verlegung des Captains nach Betazed kein Problem darstellte. Das Rendezvous mit dem Schiff, das die Familie dorthin bringen sollte, fand sogar am gleichen Nachmittag statt. Froh darüber, der Verantwortung für die Gesundheit DeChâteaus entledigt zu sein, bereitete Shyla alles Nötige für den Transport vor. Als es dann soweit war, überwachte sie, dass alles problemlos verlief. Als der Captain erfolgreich auf das andere Schiff verlegt worden war, informierte Shyla ihre Stellvertreterin über den aktuellen Stand der Dinge. Dann ging sie weiter ihrer ganz normalen Arbeit nach. --- Brücke, 15:20 Die vergangene Zeit hatte James damit verbracht, noch einmal mit dem Oberkommando zu sprechen. Vorerst würde die USS Victory keinen neuen Captain als Kommandanten bekommen. Wie erwartet würde er selbst das Kommando übernehmen. Er würde also zum Captain werden, jedoch den Rang des Commanders behalten, aber darin bestand für James kein Problem. McKilian würde seinen Part als erster Offizier übernehmen und Reszko der neue zweite Offizier. Wie Nesta bereits angekündigt hatte, würde ihr Stellvertreter Tanner den Posten als Counselor übernehmen und vorerst auf einen Stellvertreter verzichten. Durch diese einfach Umbesetzungen war es möglich, die volle Funktionstüchtigkeit aufrecht zu erhalten ohne Ausfälle auf Positionen zu haben - nur die CONN-Konsole. Aber dafür hatte man genug Personal an Bord. James hatte inzwischen auch dem Quartiermeister klar gemacht, dass er sein Quartier behalten würde. Das Captains-Quartier stand damit also erstmal leer. Nur sein Büro würde er für McKilian räumen und in den Bereitschaftsraum des Captains auf Deck 1 ziehen. Das Ziel hatten Sie mittlerweile erreicht und waren längsseits des Schiffes der Nova Klasse gegangen, als McKilian auf die Brücke kam. "Die Familie DeChâteau befindet sich im Transporterraum 1." Yates erhob sich von seinem Platz. Er war froh aufstehen zu können. "Vielen Dank, Commander." Er hatte sich angewohnt die junge Frau nun so zu nennen anstatt des Ranges Lieutenant Commander. Immerhin wurde er nun auch als Kommandant immer öfter Captain genannt werden. Er verließ die Brücke also um den Captain und Counselor samt Familie endgültig vom Schiff zu verabschieden. --- Transporterraum 1, 15:25 Irgendwie hatte James angenommen, seine Gedanken würden rasen auf dem Weg zum Transporterraum, aber in Wahrheit waren seine Gedanken leer und da er nun vor der Tür stand, waren seine Hände schweißnass. Er wischte Sie an der Hose der Uniform trocken und trat sein. Er sah die Counselor und ihre Kinder dort stehen, sowie einen Chief an der Konsole. Ein mitfühlendes und betroffenes Gesicht brauchte er nicht aufzulegen. Das hatte er bereits und ein nachdenkliches noch dazu. Seine Gedanken kreisten zur Zeit um vieles, was hier vor sich ging. "Mrs. DeChâteau. Es war schön, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben. Auch wenn es viel zu kurz war. Ich hoffe wirklich für Sie, für Ihre Familie und für Ihren Mann, dass es die richtige Entscheidung war, das Schiff zu verlassen." Er nahm ihre Hand. "Viel Glück auf Ihrer Reise und ich hoffe, dass Sie mir - uns - mitteilen sobald Timothé auf dem Weg der Besserung ist." Er ließ ihre Hand los und strich den Kindern über den Kopf. "Ihr werdet es gut auf Betazed haben." Nesta musste keine Empathin sein, um zu erkennen, dass James schwer an seiner Verantwortung trug. Obwohl sie die Zeit nicht hatten, zog sie ihn ein wenig zu Seite und schaute ihn eindringlich an. "James, verlieren Sie nicht den Mut. Ich weiß, dass Sie Ihr Bestes tun werden und dass Timo vollstes Vertrauen in Sie setzt. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten, aber..." Sie schwieg einen Moment und schaute zu ihren Töchtern hinüber, die sich aufgeregt mit dem Transporterchief unterhielten. "... ich denke nicht, dass Timo zurück kommen wird. Das Amt als Captain war - IST - zuviel für ihn. Ich werde es nicht zulassen, dass er sich noch einmal solchen Stresssituationen aussetzt." Sie hatte James wieder angesehen, als sie ihren angefangenen Satz beendete. Entschlossenheit machten ihre sonst so weichen Gesichtszüge beinahe hart und unnachgiebig. "Wir müssen jetzt gehen! Ich wünsche Ihnen viel Glück, James und tun Sie sich einen Gefallen, vergessen Sie nicht neben Ihrer Pflicht zu leben. Das Leben besteht nicht nur aus Pflicht und Aufopferung. Genießen Sie es in vollen Zügen und nutzen Sie jede Gelegenheit sich zu entspannen!" Sie schenkte ihm ein freundliches Lächeln, ehe sie sich ihren Töchtern zuwandte und sie auf die Transporterplattform führte. Michelle winkte ihm zu und Leah lugte verlegen unter ihrem langen Pony hervor. Sie waren bereit für den Transport. "Ma'am, ich habe Bescheid von der Baltimore, Ihr Mann ist bereits drüben und wird medizinisch überwacht.", meldete der Chief und Nesta dankte ihm lächelnd. Ihr Blick suchte aber wieder den von Commander Yates. "Passen Sie auf sich auf, Commander." James nickte, atmete tief ein und aus uns straffte seinen Oberkörper. Er setzte das normalerweise von ihm gewohnte fachmännische und dienstliche Lächeln auf und wirkte nun wieder genau wie der Offizier, der die steile Karriere zum Commander hingelegt hatte. Nun gekrönt durch einen Kommandoposten. "Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und sage ganz bewusst: Auf Wiedersehen." Er deutete mit der rechten Hand einen Offiziersgruß an und drehte sich zur Transporterkonsole. "Chief, bringen Sie die drei wohlbehalten auf die Baltimore." - "Aye Aye, Sir. Transport wird eingeleitet." Er schaute der Familie nach, wie sie sich in einem blauen Schimmer auflöste und wartete auf die Bestätigung des Chiefs, dass der Transport erfolgreich abgeschlossen wurde, danach verließ er den Transporterraum. "Yates an Brücke. Commander McKilian, wünschen Sie der USS Baltimore einen schönen Flug und dann setzen wir einen Kurs zurück in das von uns zu überwachende Gebiet. Ich bin in meinem Büro - Platz für sie dort machen." --- Brücke Der neue erste Offizier der Victory bestätigte und ließ sich eine Verbindung zur Baltimore schalten. Als Captain Paulson auf dem Schirm erschien, lächelte sie ihm zu und sagte: "Danke für Ihre Hilfe, Captain und guten Flug!" "Keine Ursache, Commander. Auch Ihnen einen guten Flug und viel Erfolg! Baltimore Ende!" Paulson lächelte noch einmal, dann zeigte der Hauptschirm, wie die Baltimore sich entfernte. "Steuermann, setzen Sie Kurs auf unsere alte Route, Warp 8!" "Aye, Sir!" Jacky verzog das Gesicht zu einer entnervten Grimasse. Sie mochte es überhaupt nicht mit 'Sir' angeredet zu werden, aber sie war jetzt einfach zu müde. Sie hatte in der Nacht am Steuer gesessen und nur zwei Stunden geschlafen. Ihr Geist und ihr Körper verlangten nach ihrer wohlverdienten Ruhe, aber die würde sie wohl erst am Abend finden. Daher übergab sie dem Offizier, der gerade die OPS besetzte, das Kommando über die Brücke und sagte: "Ich bin auf der Krankenstation." Jacky stand auf und machte sich auf den Weg zu besagter Station. --- Transporterraum 2, 15:25 Die Begrüßung durch Crewman Miller hätte etwas herzlicher sein können. Von ihm jedoch kam nur ein: "Willkommen an Bord, ich bringe Sie jetzt zu Ihrem Quartier. Das ist auf Deck 5." Die Erklärungen des Crewman zum Aufbau des Schiffes jedoch fand Axel sehr hilfreich. "Die Labore sind auf den Decks 8 und 9, die Astrometrie ist auf Deck 10. Wenn Sie die wissenschaftliche Station besetzen wollen, müssen Sie auf die Brücke." --- Quartier Perel, 15:30 Tja, da war Perel Dan nun. Die letzten Monate waren turbulent, ereignisreich. Janes Tod bei einer Außenmission hatte ihn schon ziemlich mitgenommen, noch dazu, weil er gerade auf der Erde gewesen war zu dem Zeitpunkt. Janes Eltern waren ihm damals jedoch eine große Stütze, trotz ihrer eigenen Trauer, und er hatte seinen Lehrgang weiter fortgesetzt. Immerhin hatte er gleich nach dem Abschluss eine Stelle als Stellvertretender Chefingenieurs angeboten bekommen, und noch dazu auf einem der größten Schiffe, die die Sternenflotte je gebaut hatte. Man merkte es auch an der Quartiergröße. Es war für ihn bereits ein heftiger Sprung gewesen, wie er von der Lexington zur Independence versetzt worden war, und dieses Quartier übertraf alles bisher da gewesene. Da konnte er sich einen Holokamin reinbauen, wie er es bei den Tholas' gesehen hatte, bei der Reparatur von deren Replikator. Auch sonst boten sich viele Möglichkeiten, aus dem Quartier ein Kleinod zu machen. Doch deren Umsetzung musste auf nach dem Dienst warten. Er räumte zunächst das Notwendigste heraus, um sich frisch zu machen, bevor er sich bei seiner neuen Chefin meldete. Zunächst verzichtete er auf das D'Jarra, denn nicht jeder Vorgesetzte kannte die Bedeutung und tat es als Schmuck ab, der an keine Uniform gehörte, und eine Diskussion darum war ein schlechter Einstand. --- Büro des Ersten Offiziers, 15:35 Der Commander strich mit der Hand über die beiden Sessel und ließ sich noch einmal auf die Couch fallen und legte die Füße auf den Glastisch. Hier konnte man es gut aushalten. Und man war immer ungestört. Die vielen Displays an der Wand mit so vielen Informationen, das Modell der Victory. Ja das würde er alles vermissen. Aber den Bereitschaftsraum würde er sich schon auch schön einrichten. Er nahm die Kiste, die er sich besorgt hatte und legte die PADDs und einige private Dinge aus den Schubladen hinein. Es dauerte ungefähr 20 Minuten bis er alles zusammen gesucht hatte und der Raum unbenutzt und leer aussah. Bald würde er neu bezogen. --- Krankenstation, 15:40 Mit müden Schritten betrat McKilian die Station und trat auf ein Biobett zu, dort lehnte sie sich lediglich an, aus Angst einzuschlafen, wenn sie sich setzen würde. Geduldig wartete sie, bis sie bemerkt wurde. Nachdem Lexi ihren letzten Patienten verabschiedet hatte, hing sie in den Gedanken wieder an den gedanklichen Vorbereitungen für das Abendessen mit Anna, welches sie nach ihrem Dienst abhalten wollte. Sie ging noch mal die Checkliste durch, was sie alles für gleich benötigte und wo sie es am schnellsten herbekam, um so wenige Umwege wie möglich zu haben, damit sie fertig war, wenn Anna ihr Training beendet hatte. Sie wollte fertig sein, wenn Anna sich meldete. Ihren Gedanken nachhängend wurde sie von einer Pflegerin auf eine neue Patientin aufmerksam gemacht. Eine brünette Frau mit roter Uniform lehnte an einem Biobett und wirkte irgendwie erschöpft. Lexi war sie für den Moment noch unbekannt, aber das war nicht groß verwunderlich, bis auf Anna hatte sie keinen gekannt, als sie vor kurzem an Bord gekommen war und bisher hatte sie auch hauptsächlich nur mit dem medizinischen Personal zu tun gehabt. "Guten Tag, ich bin Lexi Haris, ich bin einer der Ärzte hier. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?" fragte sie mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen die junge Frau und stellte sich gleich vor. Einen Moment musterte Jacky die junge Frau vor sich. Sie war in etwa in ihrem Alter, wirkte aber jünger. Na ja, kein Wunder, sie fühlte sich heute älter als Methusalem. "Jacklyn McKilian, 2. ähm, nein 1. Offizier. Freut mich Sie kennen zu lernen.", erwiderte Jacky und reichte der Ärztin die Hand. Mit einem müden Lächeln sagte sie: "Ich hatte die letzten 50 Stunden ungefähr 5 Stunden geschlafen. Selbstverständlich nicht am Stück. Aber ich muss heute noch ungefähr zwei Stunden fit sein, danach kann ich mir erst ein wenige Ruhe gönnen. Wären Sie bitte so freundlich und geben mir ein Aufputschmittel. Bevor Sie fragen - nein, ich hatte außer Raktajino und Kaffee heute nichts dergleichen. Durch den plötzlichen Führungswechsel, ist eine ganze Menge durcheinander geraten. Und normalerweise mag ich sowas nicht, heute ist wohl der Tag der Ausnahmen." McKilian endet mit einem gequälten Lächeln. Nur noch zwei Stunden, dann könnte sie sich hinlegen. Würde sie dann endlich schlafen können, oder würde sie erneut von ihren Träumen geplagt werden? Lexi ergriff die dargebotene Hand und schüttelte sie mit einem gewissen, aber nicht aggressivem Druck, lächelte die Frau vor ihr an. Als diese auf ihr Anliegen zu sprechen kam, wurde Lexi nachdenklich und sie warf einen Blick auf den Chronometer. Zwei Stunden. War sie denn so in die Arbeit vertieft gewesen, dass sie den Beginn der Bereitschaft gar nicht bemerkt hatte? Sie richtete ihre Konzentration wieder auf ihre Patientin. "Setzen Sie sich doch bitte.", forderte sie die junge Frau auf, bevor sie ihr hier noch vor Übermüdung zusammen klappte. "Zwei Stunden? Hm... Ich nehme an, dabei handelt es sich um Ihre Bereitschaftszeit?" überlegte Lexi mehr oder weniger laut. "Und Kaffee oder sonstige koffeinhaltige Getränke wirken nicht mehr?" Während sie ihre Fragen stellte, griff Lexi nach einem naheliegenden Tricorder, um die Patientin zu scannen. "Ich bleibe lieber stehen, ich fürchte, dass ich sofort einschlafe, wenn ich mich setze", sagte Jacky leise. "Kaffee oder Raktajino wirkt zwar, aber dann muss ich alle halbe Stunde zum Replikator und zum Waschraum wackeln, ich würde lieber meinen Dienst beenden ohne diese unnützen Wege." McKilian lachte leise auf. "Es sind zwei neue Offiziere an Bord und ich weiß nicht, ob Commander Yates mich noch braucht. Glauben Sie mir, Doc. Ich würde viel lieber in mein Bett krabbeln und schlafen." Sie gähnte und entschuldigte sich sofort dafür. "Tut mir Leid. Aber ich glaube ich erwähnte schon, dass ich erschöpft bin." Sie grinste. Humor war das einzige, was sie noch aufrecht hielt. Humor und ihr verdammter schottischer Stolz. Lexi lehnte sich gegen das benachbarte Biobett und legte darauf den Tricorder ab. "Nun, wenn der Fall so gelagert ist, würde ich vorschlagen, Sie sprechen mit Commander Yates, ob er sie noch braucht. Tut er dies nicht, ab ins Bett mit Ihnen für mindestens 8 Stunden Schlaf. Nachdem, was ich bisher über ihn gehört habe, wird er da schon nichts sagen.", mutmaßte sie, "Zumal ihm ein übermüdeter erster Offizier wenig nutzt, selbst, wenn in ihrem Blut ein Aufputschmittel rumschwimmt." Sie lächelte die junge Frau freundlich an. Das lief ja nun wirklich nicht so, wie sie es erwartet hatte. Jackys Lächeln erstarb auf ihren Lippen und ihr Blick verdunkelte sich. "Hören Sie Lieutenant! Ich bin der neue Erste Offizier an Bord, ich kann nicht wegen meiner Müdigkeit zum Kommandanten rennen und ihn bitten, mich schlafen gehen zu lassen. Ich trage Verantwortung - müde hin, müde her. Dies ist nicht die erste Situation, die von mir mehr verlangt, als gut für mich ist. Ich bin mir des Risikos durchaus bewusst, aber jetzt ist für mich nicht der Zeitpunkt gekommen, ins Bett zu gehen. Vor allem würde ich dann mitten in der Nacht wieder munter sein. Das hilft mir reichlich wenig. Injizieren Sie mir jetzt das Aufputschmittel, damit ich meiner Arbeit nachgehen kann." 'Ansonsten mache ich es selbst!', fügte sie in Gedanken hinzu. Debatten wie diese waren ihr zuwider. Was sollte das? Ein Machtkampf zweier Frauen im selben Alter? Nur mühsam beherrschte sie ihre Wut. Lexi stieß sich von dem Biobett wieder ab, legte den Tricorder auf die Matratze und trat auf die junge Frau ihr gegenüber zu, legte ihr ihre Hände besänftigend auf die Unterarme. "Commander, bitte beruhigen Sie sich doch wieder.", bat sie sanftmütig, um die Aufmerksamkeit der stellvertretenden Kommandantin wieder auf sich zu lenken. "Erstens müssen Sie dem Commander doch nicht sagen, was genau sie vorhaben. Sie brauchen ihn lediglich zu fragen, ob er Sie in absehbarer Zeit noch benötigt. Wenn nicht, dann gehen Sie einfach schlafen, das wollen Sie doch auch offenbar, jedenfalls nachdem, was Sie mir hier gesagt haben.", fuhr Lexi beruhigend fort. Da sich um sie herum weder die Lichter von gelbem, noch von rotem Alarm zeigten, mutmaßte Lexi, dass diese Frau entweder aus Sturheit oder aus Stolz handelte, um die Bereitschaftszeit noch rumzubringen. "Zum zweiten spricht nichts dagegen, im Bereitschaftsdienst zu schlafen, dafür ist es ja schließlich der Bereitschaftsdienst. Und selbst, wenn Sie nur eine Stunde schlafen können, es würde vermutlich viel mehr bringen." Lexi ließ für einen Moment ihre Worte wirken, bevor sie weiter sprach. "Ich werde Ihnen das Mittel nicht geben. Ihr Körper reagiert schon nicht mehr auf Kaffee und wenn Sie nachher schlafen möchten, müsste die Dosis so gering sein, dass sie nicht viel mehr den Koffeingehalt im Kaffee übersteigt." Wieder eine kurze Pause. "Das, was ich Ihnen noch anbieten könnte: Ich verständige meine Chefin, instruiere sie kurz über den Fall. Vielleicht sieht sie die Sachlage ja anders und gibt Ihnen das Mittel. Wäre das ein akzeptabler Vorschlag für Sie?" Lexi überlegte noch einen Moment, durchdachte die Kapazitäten auf der Krankenstation. "Oder, weiterer Vorschlag: Ich gebe Ihnen hier auf der Krankenstation ein ruhiges Zimmer und sobald auch nur ein Anzeichen von Problemen erkennbar ist, erhalten Sie vom diensthabenden Personal etwas, was Ihnen hilft, wach zu werden, aber wenigstens hätten Sie dann schon etwas geschlafen, wenn etwas ist." Lexi sah die brünette Frau abwartend an und hoffte, dass sie auf eines der Angebote eingehen würde. Ihr Blick blieb umwölkt und ihre Haltung abweisend. Die Berührung der Ärztin war ihr irgendwie unangenehm und Jacky fragte sich, ob diese Frau ihr überhaupt zugehört hatte. Es waren neue Offiziere an Bord gekommen, mit dem Counselor musste sie auch noch sprechen und dann war da noch der Gul. Und obendrein würde sie um Mitternacht wieder fit wie ein Turnschuh sein, wenn sie jetzt ins Bett ginge. Verstand diese Frau das nicht? Wie konnte sie Schlaf auch nur in Erwägung ziehen? Sicher, sie 'würde' gern schlafen, aber nur, wenn sie morgen nicht wieder Dienst hätte. Wenn sie Urlaub hätte, dann würde sie einfach eine Runde ins Bett hüpfen und anschließend dem nachgehen, wozu sie Lust hatte. Aber sie hatte nun mal keinen Urlaub. Sie hatte Dienst. Unvorhergesehenen Dienst, eine neue Position, sollte sie sich gleich am ersten Tag eine solche Schwäche eingestehen? Jacky spürte, dass ihr die Zeit wie trockener Sand zwischen den Fingern zerrann, weitere Argumente aufzulisten, um diese Ärztin zu überzeugen, erschien ihr als Zeitverschwendung. Also nickte sie nur und sagte: "Danke, Lieutenant Haris. Entschuldigen Sie, dass ich Sie von Ihrer Arbeit abgehalten habe." Um den Eindruck zu erwecken, sie würde ihrem Rat folgen, fügte sie noch hinzu: "Ich werde dann jetzt gehen. Da wartet noch ein Gespräch mit dem Counselor auf mich." Lexi wollte ihrer Patientin noch antworten, da war sie aber schon weg. Der erneute plötzliche Stimmungswechsel irritierte sie zwar für einen Moment, aber mit einem leichten Schulterzucken murmelte sie sich nur gedankenverloren ein "Sie haben mich nicht von der Arbeit abgehalten." zu, während sie ihre Notizen in der Krankenakte vermerkte. Und erneut fiel ihr Blick auf das Chrono. War sie so schlimm? Sie wusste, dass Anna sie am Mittag mehr geneckt hatte mit ihrer Aussage, sie würde ja auch schon mal in der Bereitschaftszeit hineinarbeiten, aber wieder mal war es passiert. Die neuen Schichtzeiten waren halt immer noch ungewohnt und früher gehörte diese Zeit noch zu ihrer normalen Schicht dazu, dabei hatte sie heute pünktlich aus der Krankenstation verschwinden wollen, immerhin wollte sie den Kollegen nicht die Arbeit wegnehmen. Sie gab an der Anmeldung das Krankenblatt von McKilian ab und verließ dann schließlich die Krankenstation ohne ein bestimmtes Ziel. --- Büro der Counselor McKilian wandte sich von der rothaarigen Frau ab und steuerte die obere Etage der Krankenstation an. Dort oben waren auch die Büros der Counselor, da sie schon mal hier war, würde sie dieses Gespräch zuerst führen, damit wären ihre Wort an Haris auch keine Unwahrheit gewesen. Als sie oben angekommen war, bog sie um die Ecke in den Korridor ein, der sie zu ihrem Ziel führte. Damit war sie außer Sichtweite der unteren Sektion der Krankenstation und beinahe allein in diesem Korridor. Unvermittelt hörte sie Schritte hinter sich, ein Mann eilte an ihr vorbei und stellte sich ihr in den Weg. Er war mit einem Kittel bekleidet, wie ihn die Pfleger gern trugen. Seine blauen Augen fixierten Jacky, als wollte er ihr in die Seele schauen. Er lächelte, als er fragte: "Commander, dürfte ich Sie kurz sprechen?" "Ja, natürlich!", erwiderte Jacky verblüfft und ließ sich von dem Mann in einen Raum führen. Es war zu ihrer Überraschung das Büro von Nesta DeChâteau, in das er sie führte. "Mein Name ist Barry Stenson, Ma'am.", stellte er sich vor, nachdem sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte und bedeutet ihr, sich zu setzen. "Angenehm, Mister Stenson. Was kann ich für Sie tun?", erwiderte Jacky und schüttelte die ihr dargebotene Hand, ehe sie Platz nahm. "Ich kam nicht umhin, Ihr Gespräch mit Lieutenant Haris mit anzuhören. Sie müssen sie verstehen, Ma'am. Sie ist noch jung und unerfahren. Situationen wie die Ihre sind ihr noch nicht untergekommen. So sind sie halt die jungen Ärzte, voller Ideale, aber ohne Erfahrung." Jacky lehnte sich ein wenig vor und schenkte dem Mann ihre volle Aufmerksamkeit. "Ich habe hier das Aufputschmittel, was Ihnen die junge Haris nicht geben wollte." Mit diesen Worten griff er in seine Kitteltasche und holte ein Hypospray heraus. "Wie sind Sie denn da dran gekommen?", fragte Jacky überrascht. "Ich arbeite zwar als Pfleger, aber ich war auch mal Arzt", erklärte er. - "Sie waren Arzt?" - "Ja, ich habe meine Gründe, warum ich nicht mehr praktiziere. Ich habe versucht etwas anderes zu machen, aber ich kann es einfach nicht lassen, denen zu helfen, die der Hilfe bedürfen. Daher habe ich mich als Pfleger beworben." - "Ihre Gründe, Ihren erlernten Job aufzugeben, haben aber nichts mit Aufputschmitteln zu tun, oder?" - "Nein, Ma'am. Eher mit dem Tod, dem ich nicht Einhalt gebieten konnte. Einmal zu oft!" Barrys Stimme wurde leise und Jacky verstand. "Tut mir Leid, ich..." "Ich weiß, Commander. Im Grunde spricht es für Sie, dass Sie so argwöhnisch reagieren. Sie sind diese Mittel also nicht gewohnt?", unterbrach Barry die junge Frau. "Nein, das letzte Mal habe ich danach vor einem Jahr gegriffen. Es war ein ereignisreicher Tag gewesen und hatte alles von mir gefordert. Nein, ich benutze diese Mittel äußerst ungern und nur dann, wenn ich mir anders nicht mehr zu helfen weiß!", antwortete Jacklyn. Stenson nickte, er hatte sich ihre Akte angesehen. Jetzt lächelte er und hielt das Hypospray hoch. "Gut, dann werde ich Ihnen dieses Mittel jetzt verabreichen. Es wird allerdings erst in fünf Stunden seine Wirkung verlieren." "Ist okay, vielleicht ist es sogar gut so.", entgegnete Jacky und ließ sich das Mittel injizieren. "Warum tun Sie das?", fragte sie ihn, während sie auf die Wirkung des Mittels wartete. "Weil ich auch schon mal in einer ähnlichen Situation wie der Ihren gewesen bin. Manchmal müssen wir einfach zu anderen Mitteln greifen, auch wenn sie nicht unseren Idealen gleichen." - "Ist Ihnen dabei...", Jacky brachte es nicht fertig, die Frage zu Ende zu stellen. Stenson jedoch verstand und schüttelte verneinend den Kopf. "Im Gegenteil, mir war es damals gelungen eine Lösung für einen vermeintlich hoffnungslosen Fall zu finden." - "Danke, Mister Stenson. Sie haben mir wirklich weiter geholfen." Jacky stand auf, sie spürte bereits, wie ihr Verstand wieder wacher wurde. "Werden Sie keinen Ärger kriegen?".- "Nein, ich habe das Mittel nicht selbst repliziert. Vier Erfolg und für später eine gute Nacht, Commander!" Barry lächelte und begleitete Jacky zu Tür. "Noch einmal danke, Mister Stenson. Ich werde dann mal mein Gespräch mit Counselor Tanner führen. Auf Wiedersehen!" - "Auf Wiedersehen, Ma'am!", Stenson lächelte ihr noch einmal freundlich zu und ging wieder zurück zur Krankenstation, wo er sich um das Aufräumen von Captain DeChâteaus Krankenzimmer kümmerte. --- vor Quartier Tanner Jacky indessen fragte den Computer nach dem Aufenthaltsort von Counselor Tanner und machte sich auf den Weg zu seinem Quartier. Inzwischen war sie wieder fit und sogar gut gelaunt, als sie vor seiner Tür hielt und läutete. --- Deck 5, Quartier Hoele, 15:50 Tatsächlich hatte Axel sich zuerst in seinem Quartier eingefunden, wollte er doch sehen, wie er sich hier einrichten sollte. Er hatte einige private Sachen vom Hauptquartier der Sternenflotte mitgebracht, die hier wahrscheinlich gar nicht alle Platz finden würden, doch das machte nichts. Er dachte daran, den Captain zu fragen, ob er etwas einlagern könnte. Doch auch um viele andere Sachen kreisten seine Gedanken. Seiner Mutter war es zuletzt außerordentlich schlecht gegangen, sie litt an einer Lungenentzündung, die eigentlich einfach behandelbar und in den meisten Fällen schnell wieder ausgeheilt war, doch in diesem Fall hatte Lieutenant Hoeles Mutter die medizinische Behandlung einfach auf die lange Bank geschoben, so dass diese Lungenentzündung chronisch wurde. --- Deck 10, Korridor Auch auf dem Weg zur Astrometrie dachte Axel an seine Mutter, eigentlich konnte er sich heute nicht so recht konzentrieren. Er war aufgeregt, weil dies der Tag war, an dem er auf der Victory angekommen war. Hatte er doch vor drei Monaten um seine Versetzung gebeten, weil er sich neuen Aufgaben stellen wollte. Er wollte nicht nur der Theoretiker im Hauptquartier bleiben, sondern auch die geologischen Verhältnisse auf anderen Planeten erkunden, das Wissen in der astrometrischen Abteilung der Sternenflotte erweitern. Schnell kam man zu dem Entschluss, Axel zur Victory zu versetzen, damit er dort exakt diesen Aufgaben nachkommen konnte. Zwar hatte Axel nicht wirklich eine Ahnung, was ihn hier erwarten würde, doch insgeheim freute er sich doch auf diese Aufgabe. Es hatte für ihn keine Mühe bedeutet, seine Vorgesetzten von seinem Vorhaben zu überzeugen, Sein Abschluss an der Akademie hatte einen Notendurchschnitt im oberen Mittelfeld, und auch danach waren seine Leistungen durchaus ansehnlich. Nicht, dass er großen Wert darauf legte, doch er war froh, nicht der schlechteste Schüler gewesen zu sein und sich somit schon fast aussuchen zu können, wohin er gehen wollte oder vielmehr, was er tun wollte. --- Astrometrie Das war überwältigend. Im Hauptquartier war er nur ein einfach Mitarbeiter ohne einen besonderen Posten gewesen. Er hatte seinen Teil zum Team beigetragen, und das nicht schlecht, doch hier, in dieser riesig erscheinenden Astrometrie sollte er völlig selbstständig arbeiten. Immerhin war er jetzt stellvetretender Wissenschaftschef. Das, so dachte man im Hauptquartier, sei erst mal das beste, wenn Axel die Arbeit an Bord eines Schiffes erst einmal auf diese Art kennen lernen würde, unter Anleitung eines in der Hinsicht erfahrenen Offiziers. Wer dieser Offizier sein sollte, hatte Axel bis heute nicht erfahren, doch offensichtlich, so hatte ihm Crewman Miller erzählt, war dieser, ohne dass der Crewman einen Namen genannt hatte, noch nicht eingetroffen. Auch was die Gründe für das bisherige Fehlen des Wissenschaftschefs anging, hatte Axel nichts in Erfahrung bringen können. Im Moment jedoch hatte Axel ohnehin mehr Interesse daran, seine sämtlichen Arbeitsplätze, an denen sich sein Dienst abspielen würde, zu erkunden. Sein nächster Weg führte ihn zum Turbolift, in dem er zuerst zu Deck 8 und danach zu Deck 9 fahren wollte, um auch noch die Labore für Geologie auf Deck 8 und für Biologie auf Deck 9 in Augenschein zu nehmen. Das selbstständige arbeiten mit biologischen und geologischen Proben sollte ihn nicht vor größere Probleme stellen, die Abschlüsse in diesen drei Fächern von der Akademie sollten sich in dieser Hinsicht bezahlt machen. --- Deck 9, biologisches Labor Bereits im geologischen Labor hatte Axel festgestellt, dass dort, wie es auch hier der Fall war, alles vorhanden war, was man für die naturwissenschaftliche Arbeit haben musste, beim Multiphasen-Scanner angefangen bis hin zu einigen Gegenständen, die man zur Analyse von Gesteinsproben brauchte. Sein nächstes Ziel war nun die Brücke, auf der sich Axel nun melden und seinen Dienst offiziell antreten wollte. Schon die ganze Zeit hätte Axel alles dafür gegeben, die Reaktion seines neuen Kommandanten auf den neuen stellvertretenden Wissenschaftschef zu kennen. Auch diese Labor war riesig, Axel konnte nicht fassen, dass er all diese Instrumente bedienen sollte. Im Hauptquartier der Sternenflotte war Axel trotz seiner Abschlussnoten an der Akademie nicht viel mehr als ein Wasserträger gewesen, doch die Arbeit hier würde das, was er am Hauptquartier getan hatte, selbst dann übertreffen, wenn er hier 'nur' dem Chef der wissenschaftlichen Abteilung unterstellt war. Bedächtig sah Axel sich all die Instrumente an, die er in der nächsten Zeit bedienen würde. Was genau sein Vorgesetzter ihm an Aufgaben zuteilen würde, konnte Axel noch nicht erahnen. Doch er war sich sicher, all das, was von ihm erwartet wurde, erfüllen zu können. Eine Zeit lang dachte er noch, während er sich im Labor umsah, über seine weitere Karriere nach und fragte sich, wie wohl die Einteilung seines zukünftigen Dienstes aussehen würde. "Wunderbar, nicht?", Minim war neben den Lieutenant getreten. Die Trill ließ ihren Blick ebenfalls über das Labor gleiten. "Ich bin Ensign Minim Kor, Sie müssen Lieutenant Hoele sein." Sie streckte ihm die Hand zu Begrüßung hin, plapperte aber munter weiter. "Crewman Miller hat sie mir schon angekündigt. Sie kommen genau richtig. Gestern abend haben wir ein außergewöhnliches Stück bekommen. Seine Herkunft ist unbekannt, entdeckt wurde es auf einem Söldnerschiff." Sie nahm ein PADD aus der Tasche ihres Labormantels, tippte etwas darauf herum und hielt es dann dem Lieutenant vor die Nase. Eine rotierende dreidimensionale Ansicht des Objekts und Listen von scrollenden Daten waren darauf zu sehen. "Etwa 30 cm lang, silbern und eiförmig. Die Zusammensetzung ist uns unbekannt, Standard-Tricorder orten es nicht und es scheint aus einem selbstregenerierenden Material zu bestehen.", kommentierte sie die Darstellung. "Wir hatten es für etwa zwei Stunden hier in der Biologie. Herausgefunden haben wir in der Zeit allerdings noch so gut wie nichts." Sie zuckte entschuldigend mit den Schultern. "Die restlichen Kollegen waren auch nicht wesentlich erfolgreicher. Im Moment haben es die Chemiker." Ihr Gesichtsausdruck war nicht gerade zuversichtlich. "Commander Yates hatte bereits für heute morgen einen ersten Bericht angefordert, die Frist wurde auf heute Nachmittag verlängert, als sich herausstellte, wie unbekannt dieses Objekt ist. Die meisten Berichte der einzelnen Fachgebiete liegen inzwischen in Ihrem Büro bereit." Hier pausierte sie einen Moment, um den Lieutenant auch einmal zu Wort kommen zu lassen. Sprachlos starrte Axel auf das Display, auf dem dieses seltsame Objekt dreidimensional rotierte. Etwas überrumpelt dachte Axel angestrengt über das, auf das er da gerade blickte, nach. Er hatte ein solches Objekt noch nie vorher gesehen und wollte aus diesem Grund sicher gehen, dass es sich hierbei nicht um eine Lebensform handelte, die dem Schiff eventuell gefährlich werden könnte. "Okay Fähnrich ... wie war doch gleich Ihr Name ?" fragte Axel in einem sanften aber bestimmten Unterton. Minim Kor.", ergänzte Minim hilfreich ihren Namen, wobei sie das M am Ende ihres Vornamens betonte, aufgrund ihrer Körpergröße war sie auf der Akademie häufig zu "Mini Kor" geworden. "Ich würde mir gerne erst die Berichte der einzelnen Fachgebiete ansehen, bevor ich mir das Objekt in der Chemie ansehe. Können Sie mir zeigen, wo mein Büro ist, damit ich mir die Berichte durchlesen kann ? Wie lange haben Sie heute Dienst ? Vielleicht können Sie mir, wenn ich damit fertig bin, ja noch das Labor der Chemie zeigen." Axel hätte gerne mehr Zeit gehabt, um sich hier an Bord dieses Schiffes einzugewöhnen, doch irgend wie war er auch froh, direkt eine Beschäftigung zu haben. Es war eine Herausforderung, nach dem Ursprung und dem Zweck dieses Objekts zu suchen, im Augenblick konnte er sich aber kein konkretes Bild davon machen, dafür musste er das Objekt sehen, was der Grund dafür war, dass er den weiblichen Ensign um eine Führung zum chemischen Labor gebeten hatte. Vielleicht würde er ja selbst etwas heraus finden, das bisher übersehen wurde. "Zu Ihren Fragen: Ihr Büro ist auf Deck 8, das Labor der Chemie ist ebenfalls hier auf Deck 9, gleich nebenan.", zählte Minim auf. "Zu meinen Arbeitszeiten: Ich arbeite in der Beta-Schicht, das heißt von 15 Uhr bis 21 Uhr, davor und danach sind je 3 Stunden Bereitschaft. Die Victory fährt ein Vierschicht-System, da gewöhnen Sie sich bestimmt schnell dran, ist sehr angenehm." Wäre die Victory eine Sehenswürdigkeit, Ensign Kor wäre die Fremdenführerin. Sie liebte ihren Job, sie hatte dieses Schiff sofort in ihr Herz geschlossen und zeigte das gerne allen. Außerdem hatte sich sich in den Semesterferien ein Taschengeld als Touristenführer in San Francisco verdient und das kam hin und wieder durch. --- Deck 9, Korridor Inzwischen hatte Minim den Lieutenant hinaus auf den Korridor geführt. "Möchten Sie zuerst in ihr Büro oder sollen wir noch schnell in die Chemie schauen? Es ist nicht weit." Bei diesen Worten deutete sie den Korridor hinab. "Gehen wir ruhig zuerst in die Chemie !" antwortete Axel der jungen Trill, die mit Ihrer redseligen Art beruhigend auf Axel einwirkte. Schnell hatte er seine Nervosität, die er hatte, vergessen. 'Warum die junge Offizierin wohl das M am Ende Ihres Namens so betont hatte?', schoss es Axel durch den Kopf. "Danach können Sie mir ja immer noch mein Büro zeigen." fügte Axel beiläufig hinzu. --- Deck 9, Chemielabor Der Weg zur Chemie war in der Tat ein sehr kurzer. Als sich die Tür zum Labor öffnete, waren auf den ersten Blick drei junge Männer, die offensichtlich auch hier beschäftigt waren, zu erkennen. Schnell erkannte Axel, das es sich bei einem der drei jungen Männer allerdings um Crewman Miller handeln musste, der ihn im Transporterraum empfangen hatte. Ein anderer schaute sogleich auf und stieß ein: "Ah, da bist Du ja, Mini!" aus. "Du weißt doch, wie ich es hasse, wenn Du mich Mini nennst!", antwortete Ensign Kor auf dem Fuße. "Ich möchte Euch auch eigentlich nur den stellvertretenden Chef der Wissenschaft hier an Bord vorstellen, Lieutenant Hoele.", sagte die Offizierin dem Gesprächspartner, der ebenfalls ein Ensign war, ins Gesicht. "Lieutenant Hoele, das hier sind Ensign und Crewman Summer. Crewman Miller kennen Sie ja bereits." Wie Axel bemerkte, war das Objekt, von dem Ensign Kor gesprochen hatte, bereits Schiffsgespräch, es hatte die Runde gemacht, dass sich etwas unidentifiziertes an Bord befand. Zwar widersprach das einigen Sicherheitsvorschriften, doch es hatten sich auch einige Crewmitglieder, die nicht in der Wissenschaft arbeiteten nach und nach eingefunden, um vielleicht einen Tipp geben zu können, um was es sich bei dem Objekt vielleicht handeln könnte. "Haben Sie eine Ahnung, was das sein könnte ?" fragte Ensign Summer. "Ich hoffe, es heraus finden zu können !" antwortete Axel in einem beruhigenden Ton und sah sich das Objekt zum ersten Mal aus allernächster Nähe an. "Dann wünschen wir Ihnen dabei viel Glück." antwortete Ensign Summer in einem leicht zynischen Ton, den Axel nicht richtig zu deuten wusste, ahnte aber, dass der Ensign glaubte, auch Axel würde sich daran, wie bereits alle anderen vor ihm, die Zähne ausbeißen. Noch, als Axels Gedanken darum kreisten, waren die beiden Crewmans und der Ensign schon wieder auf dem Weg in Richtung Korridor und auch bald in selbigen verschwunden. "Nehmen Sie den nicht allzu ernst. Er unterschätzt gerne die anderen Crewmitglieder, ehe er diese richtig kennengelernt hat." fügte Ensign Kor hinzu, als sich die drei Männer etwas entfernt hatten, so, als hätte Sie in Axels Gedanken lesen können. Axel machte sich tatsächlich nur Gedanken um dieses seltsame Objekt. Basische Tests und die Tests mit Laugen hatten die übrigen Mitarbeiter der Chemie schon gemacht, soviel hatte Axel auch schon zu Anfang des Gesprächs mit Minim Kor feststellen können, es hatte dem Objekt nichts anhaben können, das sah er jetzt am Objekt selbst. Auch hatten innerhalb eines Kraftfelds atomare Bestrahlungen stattgefunden, nichts! Deshalb wollte Axel das Objekt nochmal in der Biologie untersuchen, obwohl es dort schon einmal untersucht worden war. Axel jedoch nahm an, dass es sich um einen lebenden Organismus handeln könnte, obwohl es auf Tests, die für die meisten der Lebensformen, die Axel kannte, tödlich geendet hätten, nicht reagierte. Aus diesem Grund beschloss Axel, das Objekt direkt aus der Chemie in die Biologie beamen zu lassen und sich dann erst einmal in sein Büro führen zu lassen, um dort die Berichte der bereits durchgeführten Untersuchungen ganz genau anzusehen. "Ensign Kor, ist es möglich, dieses Objekt nochmal in die Biologie zu transportieren, können Sie das veranlassen ?" "Ja, Sir.", antwortete Minim. "Allerdings nicht mit dem Transporter. Aus Sicherheitsgründen wird das Objekt, wie Sie ja bereits gesehen haben, in einem Quarantänefeld gehalten und wir wissen nicht, inwiefern es transportierbar ist. Es kam schließlich auch an Bord eines Schiffes hierher. Ich werde den Transport veranlassen, es wird aber ein paar Minuten dauern, es zu verladen." Sie verließ das Labor. Nun, das hatte Axel jetzt in die Wege geleitet. Mit bloßem Auge ließ sich hier nicht feststellen, ob es sich hier tatsächlich um eine Lebensform handelte, das hätte zumindest erklärt, warum das Objekt selbstgeneriert entstand. Doch dafür musste Axel jetzt feststellen, ob hier so etwas wie eine Zellteilung stattfand. Und wenn er damit beweisen konnte, das es sich hier tatsächlich um eine Lebensform handelte, blieb nur noch die Frage noch dem Entwicklungsstand der Intelligenz, und ob die potentielle Lebensform Freund oder Feind war. Außerdem wollte Axel gerne wissen, warum das Objekt an Bord des Söldnerschiffes war, und wie es dorthin gekommen war. Doch jetzt sollte eine Frage nach der anderen beantwortet werden, und so sah Axel erst einmal Ensign Kor nach, wie sie das Labor verließ, um sich um den Transport des Objekts aus der Chemie ins biologische Labor zu kümmern. Es waren zwei Crewmen aus der Technik nötig, um das Objekt sicher aus der Chemie ins biologische Labor zu schaffen, ohne dabei die Sicherheit der Mannschaft zu gefährden, indem man das Objekt ohne das Quarantänefeld transportierte. Und wie Minim Lt. Hoele gegenüber bereits bemerkt hatte, würde es einige Minuten dauern, bis der Transport seinen Lauf genommen hatte. Inzwischen kehrte Minim ins chemische Labor zurück, um Lt. Hoele bescheid zu geben, dass der Transport veranlasst war und er sich jetzt die Berichte ansehen könne, die Lt. Hoele noch lesen wollte. "Sollen wir jetzt in Ihr Büro auf Deck 8 gehen, damit Sie die vorläufigen Berichte durchlesen können?", fragte Minim Lt. Hoele. "Ja gerne.", antwortete Axel. "Dazu müssen wir jetzt auf Deck 8?!?", fragte Axel in gleichem Atemzug, denn er war sich nicht mehr ganz sicher, ob er das bei all der Informationsflut richtig verstanden hatte. Die Berichte durchzulesen würde sicher einige Zeit in Anspruch nehmen. Axel war sich jedoch nicht sicher, wie er sich in dieser Zeit verhalten sollte. Fragte er, ob Ensign Kor in dieser Zeit beim durchstöbern der Berichte half, oder las er diese lieber selbst durch ? --- Deck 9, Korridor Gerade hatte Axel das biologische Labor wieder verlassen. Er konnte sich erinnern, dass er gegen 15:30 Uhr an Bord gebeamt worden sein musste. Doch genau konnte er das nicht mehr sagen, noch immer, obwohl er sich mit der Umgebung schon vertraut gemacht hatte, war er ziemlich aufgeregt. Das lag wohl an dem, was Ihm jetzt bevor stand. "Lieutenant Hoele an den Captain.", nahm Axel mittels einer Kom-Verbindung Kontakt zum Captain auf, "Ich melde mich hiermit ordnungsgemäß zum Dienst." Mehr brachte er in diesem Moment auf dem Korridor von Deck 9 nicht heraus. Eigentlich hatte er ja fragen wollen, wo sich der Captain gerade befand. Doch diese Frage verschluckte Axel und begab sich noch während seiner Meldung auf den Weg zur Brücke, wartend auf die Antwort, die ihm Aufschluß über den augenblicklichen Aufenthaltsort des Captains geben sollte. --- Bereitschaftsraum des Captains, 16:00 Das Einrichten des neuen Büros würde wesentlich länger dauern. Das war Yates auf jeden Fall klar, nachdem er seine paar Sachen ausgepackt hatte und die vielen leeren Stellen in dem Raum sah. Es würde seine Zeit brauchen. Und der Schreibtisch sah schon jetzt nicht sehr einladend aus. Einige Dinge aus seinem Büro, die er zu Ende bringen wollte und einiges was der Captain ihm vererbt hatte. Was hatte die Counselor ihm gesagt? Er solle auch ans Leben denken. Mit Aufopferung war keinem geholfen. Das war aber wohl vorerst sicher erstmal eine offene Frage. Die nächsten paar Tage sah es mit Freizeit wohl wirklich mau aus. Also, die Pflicht rief nach ihm. Er tippte seinen Kommunikator an "Lieutenant Commander Reszko, würden Sie bitte zu mir in den Bereitschaftsraum kommen. Ich muss mit Ihnen sprechen." Das war Punkt 1 der Agenda. Der neue zweite Offizier. Direkt danach würde dann der neue Counselor kommen. Yates schaute mal wieder nicht schlecht. 'Lieutenant Hoele?' fragte er sich. 'Wo kommt der denn her?' Er nahm die Verbindung an. "Commander Yates. Willkommen an Bord Lieutenant. Ich würde Sie gerne morgen um circa 10 Uhr im Bereitschaftsraum sprechen." Er beendete die Verbindung und öffnete den Computer um den Namen zu überprüfen. Der Lieutenant j.g. war von der USS Baltimore gekommen und ein Wissenschaftler, eigentlich ein Stellvertreter, aber aufgrund der Mission war es Yates gar nicht bewusst das man einen Chef-Wissenschaftler an Bord hatte. Bis morgen früh hatte er aber genug Zeit, sich darüber zu informieren und zu besprechen. Nun wartete er erst einmal auf Reszko. --- Büro des CoS Shakkle kümmerte sich um die Zugriffsrechte ihres Gastes und sorgte dafür, dass dieser sich an keine Daten dranmachte, die ihn nichts angingen. Danach machte er sich an den nicht enden wollenden Papierkram. Gegen 1600 kam dann der Ruf des Kommandanten und Reszko verließ sein Büro. --- Bereitschaftsraum des Captains Shakkle erreichte schnell die Brücke, ging geradeaus zum Bereitschaftsraum des Captains und betrat den Raum. "Sie wollten mich sprechen, Commander Yates?" James stand auf und ging Reszko entgegen. "Ja, bitte setzen Sie sich doch." Er deutete auf einen Stuhl vor dem Schreibtisch. "Ich weiß nicht, ob Sie es mitbekommen haben, aber Captain DeChâteau und seine Familie haben bei dem Rendezvous mit der USS Baltimore das Schiff verlassen, damit der Captain auf Betazed medizinisch behandelt werden kann. Dies alles ist vom Oberkommando abgesegnet. Einen neuen Captain bekommen wir erst einmal nicht, ich werde das Kommando übernehmen." Er strich sich durch das Haar. "Natürlich bleibt mein Rang Commander. Auf jeden Fall gibt es dadurch einige Umbesetzungen. Lieutenant Commander McKilian wird zum Ersten Offizier aufrücken und dadurch wird der Posten des Zweites Offiziers vakant. Und genau da kommen Sie ins Spiel." Er räusperte sich. "Ich würde Sie bitten den Posten des Zweites Offiziers anzunehmen." James machte eine kleine Pause "Und falls Sie ablehnen, ernenne ich Sie einfach dazu." Er lächelte den Sicherheitschef an. Shakkle nahm Platz und hoffte, dass es nicht um den Gul, und in Richtung ewige Betreuung, ging. Aber nein, schlimmer noch, der Commander zwang ihm freiwillig den Posten des 2O auf. Reszko blickte gequält auf und meinte: "Als Erstes herzlichen Glückwunsch zum Posten des Kommandanten, ich kann mir vorstellen wie glücklich Sie darüber sind, wahrscheinlich genau so wie ich über Ihren Vorschlag. Leider ist die Hierarchie ein Übel, mit dem wir leben müssen und ich bin nun mal grade der drittranghöchste Offizier am Bord, ergo haben wir beide keine Wahl." Dann überlegte er laut: "Aber dann muss ich meine Abteilung etwas umstrukturieren, denn meine Stellvertreterin tut ihren Dienst auf der Brücke und ich nicht mehr bei meinen Leuten sitzen werde. Dass bedeutet für dem Haufen, wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse... bloß wer kommt als mein Sergeant in Frage? Ensign Loraya oder PO1 LaPlace..." Beide Namen waren James geläufig. Allerdings kannte er LaPlace bisher nur als Name auf einer Liste oder von einer Akte her, aber auch Loraya kannte er immerhin nicht mehr als bloß das, was er bisher von ihr gesehen hatte. "Petty Officer LaPlace hat nur eine Unteroffiziersausbildung, ihr fehlen entscheidende Aus- und Fortbildungen, die Ensign Loraya während der Offiziersausbildung auf der Akademie belegt hat. Ich halte daher grundsätzlich Ensign Loraya für besser geeignet, was keinesfalls bedeutet dass man nicht dennoch ein Auge auf korrekte Ausführung des Jobs haben muss." Er nahm ein PADD auf "Ich habe vorhin gelesen, dass Ensign Loraya und unser ehemaliger Captain sich kannten. Ich denke, dass die Ensign, nun da der Captain von Bord ist, unbeschwerter an ihre Arbeit gehen kann. Aber Sie kennen Ihre Mannschaft da sicher besser. Es ist Ihre Entscheidung." Er lehnte sich zurück. "Was macht der Gul? Ich hoffe er ist bald in der Lage sich selbst zu beschäftigen, ohne dem Kommando-Stab zu viel Zeit zu rauben. Ich denke wir haben beide keine Lust, ihn ständig in unserer Nähe zu haben und auf der Brücke will ich ihn schon gar nicht." Shakkle hörte zu, als der Commander die Vor- und Nachteile der beiden Kandidatinnen nannte. Besonders die Aussage, dass sich Ensign Loraya und der Captain kannten, empfand der CoS als witzig, zeigte aber keinerlei Regung. "Stimmt, Petty Officer LaPlace fehlt die entsprechende Ausbildung, was sie jedoch mit der Praxis teilweise wieder ausgleicht... also entschieden: Ensign Loraya wird auf Probezeit mich in Sicherheitsabteilung vertreten. Aber ich würde gerne PO1 LaPlace die Möglichkeit geben, ihre abgebrochene Ausbildung zu beenden, wenn Sie keine Einwände haben.", er machte kurze Pause und fuhr fort: "Was den Gul angeht, da könnte es zu Problemen kommen, zum einen will der Gul Sie unbedingt wiedersehen und zum anderem gibt es an Bord viele, die über die Anwesenheit eines militärischen Angehörigen der Cardassianischen Union nicht grade glücklich sein werden. Er ist zur Zeit in der Schiffsküche. Die Idee der Selbstbeschäftigung kann uns bei dem Mann gefährlich werden. Ich glaube nämlich nicht, dass er nur ein Schiffscaptain ist." "Ja, Gul Telmar ist mehr als nur ein Kommandant, den man uns als Reiseführer gegeben hat. Das Cardassianische Kommando muss ihn sorgfältig ausgewählt und vorbereitet haben." Er nahm die Akte auf, die er von Oberkommando übermittelt bekommen hatte. "Telmar schloss die Offiziersausbildung ab mit den Spezialgebieten Verhörmethodik und psychologische Kriegsführung. Das heißt, er ist der perfekte Spion. In seiner Akte fehlen zwar Daten, die darauf schließen lassen, dass er geheimdienstlich tätig war, aber ich sehe ihn doch irgendwie als Spitzel an Bord." James legte das PADD wieder bei Seite. "Ich hoffe stark, dass wir bald die Victory in Aktion sehen werden und unsere Mission sich klarer ausprägt. Dann werden wir sicher für Gul Telmar genug Beschäftigung finden. Ich werde mich mit ihm abgeben, sobald ich Zeit dafür habe. Das ist als Kommandierender Offizier wohl jetzt meine neue Pflicht. McKilian will ich damit nicht unnötig belasten, aber ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie auf den Gul ein besonderes Auge richten. Wir können ihm keine 24h-Betreuung oder einen Aufpasser geben, aber wir können alles aufzeichnen, wann er sich wo befindet und was er dort macht. Ich will über jeden Handgriff Bescheid wissen, den er macht." Yates stand auf, um Reszko zu signalisieren, dass das Gespräch beendet war. "Sprechen Sie mit Ensign Loraya über ihre neuen Aufgaben und sie haben mein Einverständnis, dass Petty Officer LaPlace sich weiter fortbilden kann, um weitere administratorische Aufgaben in Ihrer Abteilung zu übernehmen. Ich werde mir jetzt unseren neuen Counselor vornehmen." Damit verabschiedete er Reszko aus dem Bereitschaftsraum und setzte sich selbst wieder an den Schreibtisch und betätigte den Kommunikator. "Commander Yates an Lieutenant Tanner. Lieutenant, würden Sie bitte zu mir in den Bereitschaftsraum kommen. Danke." --- Quartier Tanner Tanner war gerade ein wenig am aufräumen, als es plötzlich an der Tür läutete. Mit einem "Huh?" richtete er sich überrascht auf. Er war gar nicht wirklich auf Besuch vorbereitet und als er seinen Blick durch sein Quartier wandern ließ, musste er wohl oder übel feststellen, das seine Unterkunft viel zu unordentlich war, um jemanden zu empfangen, aber dennoch siegte die Neugierde. Er wollte wissen, wer dort vor der Tür stand. Mit einem Berg dreckiger Wäsche auf dem Arm, rief er: "Herein!" Sofort darauf öffnete sich das Schott und der Counselor konnte einmal mehr seine Überraschung nicht verbergen, als der Besucher eintrat... Ihr reichte nur ein Blick, um zu erkennen, dass sie ein unsagbar schlechtes Timing bewies. Jacklyn lächelte und trat trotzdem einen Schritt vor, hinter ihr schloss sie das Schott und sagte: "Es sieht so aus, als käme ich ungelegen!" Tanner kam nicht dazu, ihr zu antworten, da im selben Moment sein Kommunikator piepte und Yates ihm mitteilte, dass er ihn im Bereitschaftsraum zu sehen wünschte. Wenigstens war das Timing des neuen Kommandanten auch nicht besser, dachte McKilian und grinste. Sie drehte sich der Tür zu und sagte: "Ich werde Sie begleiten, Lieutenant." "Ich bin unterwegs, Commander.", antwortete Tanner dem derzeitigen kommandierenden Offizier und unterbrach dann die Verbindung wieder. Seufzend sah er sich in seinem Quartier um. "Ich hatte eh keine wirkliche Lust zum aufräumen.", meinte er dann schulterzuckend und ließ den Stapel Dreckwäsche auf die Couch fallen. Dann trat er an McKilian vorbei und machte sich auf den Weg. --- Büro des CoS, Deck 10, 16:15 - 17:00 Shakkle kehrte in sein Büro zurück, setzte sich an seinem Schreibtisch und schloss die Augen. 'Zweiter Offizier... oh Mann... genau so was hat mir gefehlt. Ich kann nur hoffen, dass das Büro des Zweiten keine Fenster hat.', dachte er und sah sich wehmütig um. Hier füllte er sich sicher. Er seufzte: 'Ich muss es endlich in Griff kriegen... Counselor? Was soll ich ihm denn sagen... Wissen Sie Counselor, ich leide an einer Form von Agoraphobie... Wieso ich daran leide? Ja... das unterliegt der Geheimhaltung...', Shakkle lachte trocken und rieb sich kurz die Augen. Er nahm sich die Berichte vor und nebenbei erfuhr er über die Reparatur einer Datenleitung in Arrestzellenbereich. Komisch war es nicht, dass bei einem neuen Schiff solche Fehler auftraten, aber man sollte es im Auge behalten. Als er mit den Berichten fertig wurde, kümmerte er sich die Zugriffsrechte des Guls, wobei er diese soweit eingeschränkt hatte, dass dieser fast schon weniger Rechte hatte als ein Zivilist. Außerdem lies der CoS alle Bewegungen der einzigen cardassianischen Lebensform ständig überwachen. 'Damit Sie sich uns ja nicht verlaufen, Gul.' Als er endlich fertig wurde, tippte er auf seinen Kommunikator: "Ensign Loraya, melden Sie sich umgehend im Sicherheitsbüro." --- Hauptmaschinenraum, 16:00 Mit frischer Uniform kam Dan schließlich im Maschinenraum an. Ohne Turbolifte war jedoch nicht an ein schnelles Erreichen der Stationen zu denken. Er hatte gerade den Weg zum Maschinenraum zu Fuß zurückgelegt und hatte für diesen Weg knapp zehn Minuten gebraucht. Und nun stand der Bajoraner da, wusste zwar den Namen seiner Vorgesetzten, nicht jedoch, wie sie aussah, um sie gezielt ansprechen zu können... War es doch schon wieder so spät geworden. Die Schicht hatte bereits gewechselt, aber Aliya hatte immer noch etwas zu tun gefunden. Jetzt war sie gerade in ihrem Büro gewesen, um Crewakten ihrer 'Neuzugänge' zu studieren, als sie durch die weit offenstehende Tür ihres Büros einen Techniker ziemlich verloren herumstehen sah. Er kam ihr nicht bekannt vor, also musste er wohl neu sein. Und wenn nicht, kannte sie ihn eben einfach noch nicht. Aliya legte das PADD beiseite und schwang sich aus ihrer Hängematte. Als sie auf den vermeintlich neuen Ingenieur zuging, wippte ihr regenbogenfarbenes Haar munter hin und her. "Hallo... ich bin Aliya Riddick, und sie sehen aus als wären sie neu hier." schmunzelte sie und hielt ihm die Hand entgegen. "Willkommen an Bord." "Perel Dan.", stellte sich der Bajoraner vor und nahm die ihm angebotene Hand an. "Vielen Dank für Ihren Willkommensgruß. Dieses Schiff ist ja gigantisch. Ich habe gerade zehn Minuten von meinem Quartier hierher gebraucht. Ich habe mir gedacht, ich gehe mal zu Fuß hierher, um das Schiff schon mal ein bisschen kennen zu lernen.", fuhr er noch immer beeindruckt von der schieren Größe der Victory fort. Und wie es aussah, hatte er auch mit seiner Vorgesetzten Glück gehabt. Aliya setzte ihr übliches breites Lächeln auf. Das war nicht nur ein neuer Techniker sondern gleich noch ihr eingetragener Stellvertreter. "Ja, die Victory ist einfach wundervoll. Ich habe zum Einstieg eine kleine Tour durch die Jeffriesröhren gemacht und Shiny..." sie deutete auf den Warpkern "...schnurrt wie ein Kätzchen." erzählte sie ihm. Während sie ihn so ansah, bemerkte sie, dass der Bajoraner keinen Ohrring trug. Ob es daran lag, das er oft verboten war? Oder hatte es etwas mit der Einstellung des Bajoraners zu tun. Sie überlegte einen Moment, ob sie ihn einfach danach fragen sollte - fragen kostete ja nichts. "Darf ich ihnen eine persönliche Frage stellen?" fragte Aliya erstmal vorsichtiger an, obwohl es eigentlich nicht ihre Art war. 'Ein Warpkern mit Namen, das hat es auch noch nicht gegeben', dachte Dan und schmunzelte innerlich. Dieses Schiff gefiel ihm jetzt schon. "Nun, fragen Sie.", erwiderte der Bajoraner erwartungsvoll. Je nach Frage konnte er dann immer noch sagen, dass er sie nicht beantworten wollte. "Warum tragen Sie keinen Ohrring?" Aliya sah ihn erwartungsvoll und neugierig an. Das ließ ihm viel Platz für eine Antwort. Zuerst wollte sie direkt fragen, ob es an 'ihr' oder eher der Vorstellung beim Chef lag. "Nennen wir es mal 'reine Vorsichtsmaßnahme'. Es macht sich nicht gut, am ersten Tag gleich ins Fettnäpfchen zu treten, weil der neue Chef ein Paragraphenreiter ist. Aber wenn es Ihnen nichts ausmacht, so würde ich das gute Stück doch gerne tragen.", erwiderte Dan mit einem Grinsen. Aliya strich schmunzelnd ein rot-gelbes Haarbündel hinter ihr spitz zulaufendes Ohr zurück. Jetzt sah man deutlich einen silbernen Ohrring in Form mehrerer kleiner metallener Stäbchen die zu einem Kreuz geformt waren. "Ich darf gar nichts dagegen haben." grinste sie und zwinkerte, "Nein ernsthaft. Tragen sie ihn ruhig.", sie machte eine kurze Pause "Wieviel vom Schiff haben sie denn schon gesehen?", wollte sie wissen. "Dann ist ja gut.", erwiderte Dan mit einem Schmunzeln, "Bisher habe ich nur das gesehen, was die Korridore zeigen, aber immerhin gibt es wieder Konstrukteure, die wissen, wie ein Schiff stabil gebaut werden kann. Ich hoffe, das trifft auch auf die Versorgungssysteme zu.", beantwortete er ihre Frage. "Mit den Versorgungssystemen ist alles shiny...", grinste Aliya und wie als hätte das jemand gehört und wollte sie ärgern, wurde der Maschinenraum just in dem Moment vom Chef im Casino gerufen. "Galin an Technik. Ich habe hier oben glaub ich ein Problem." Aliya zog die Augenbrauen hoch, und sah Perel mit zuckenden Schultern an, bevor sie antwortete "Riddick hier, was ist denn vielleicht ein Problem.", versuchte sie seine Formulierung beizubehalten. "Oh Miss Riddick...", Galin war überrascht und erschrocken zugleich, dass er die Chefin 'dran hatte' "Ich glaube es ist nicht normal, dass die Tomatensuppe ohne Teller aus dem Replikator läuft?" Nein es klang nicht nach einer rhetorischen Frage. Galin war ein älterer Mann und war mit der vollautomatischen Spracherkennungsvariante des Replikators noch nicht so versiert. "Ich komme gleich mal zu ihnen rauf.", versprach Aliya und beendete die Verbindung. "Möchten sie mitkommen?", sah Aliya Perel fragend an. "Galin macht wundervolle heiße Schokolade - aber er ist ein wenig tollpatschig." fügte sie hinzu. "Merkwürdig ist das aber schon. Normalerweise müsste der Replikator schon aus 'Selbstschutz' zumindest einen Standardteller mit erzeugen.", erwiderte Dan und holte einen kleinen Reparaturkoffer, "Sehen wir uns die Sache mal an, und wenn Zeit bleibt, würde ich eine heiße Schokolade probieren, vorausgesetzt, sie kommt mit Tasse." Aliya musste kichern. "Ja, eine Tasse wäre vorteilhaft...", meinte sie, während sie ein Technikerkit organisierte. "...sonst muss man schneller als die Selbstreinigung der guten Victory sein." grinste sie breit während sie Perel zum Lift führte. --- Sicherheitszentrale Nachdem sie in die Zentrale zurückgekehrt war, führte Silvy die Übergabe mit ihrer Ablösung durch. Dann machte sie sich auf den Weg in ihr Quartier. --- Quartier LaPlace Fröhlich pfeifend verließ Silvy das Badezimmer. Sie hatte eine entspannende Schalldusche genommen und ihr blondes Haar zu einer Hochsteckfrisur frisiert. Nun fehlte nur noch die Kleidung. Sie entschloss sich für eine simple Blue Jeans und zog dazu ein eng anliegendes dunkelgrünes Oberteil an, dessen Vorderseite mit Pailletten bestickt war. Der Ausschnitt war nicht zu tief, schließlich hatte sie nicht vor, Dave noch vor dem Essen zu vernaschen. Als sie fertig war, setzte sie sich auf ihr Sofa und nahm sich ein Buch. Sie würde noch etwas lesen, bis Dave sie abholen kam. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de