************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 08 / 03122006 * * 22052380 * * Der Captain verlässt das Schiff * ************************************************************************ --- Brücke, 12:45 Wenig später stand McKilian auf der Brücke an einer Konsole und checkte die Möglichkeiten zur Unterbringung des Cardassianers. Als Lieutenant Howard ihr die Brücke übergeben wollte, winkte Jacky ab und sagte: "Ich muss das hier nur zu Ende bringen, dann erlöse ich Sie von Ihrer Pflicht, Lieutenant!" Jacky wandte sich wieder der Konsole zu, sie würde auch die Umweltkontrollen anpassen müssen. Vielleicht fühlte er sich dann in seinem Quartier so wohl, dass er es nicht verlassen wollte. Viel Hoffnung hatte sie diesbezüglich ja nicht, aber nicht viel war besser als keine Hoffnung zu haben. Schließlich programmierte sie den Computer auf eine Zugangsfreigabe für ein Quartier auf Deck 4 und fügte die Programmierung für die Umweltkontrolle hinzu, damit sie schon mal zu arbeiten anfing. Wenig später machte Jacky sich dann auf dem Weg zum Deck 4 und kontrollierte das bereitgestellte Quartier. Es war ein typisches Quartier nach Starfleetstandart. Es war geräumig und bot ein gewisses Maß an Luxus. Sobald die Temperaturen denen Cardassias entsprachen, könnte Gul Telmar einziehen. Das Quartier verfügte auch über einen Terminal, doch viele Informationen würde er dort sicher nicht erhalten. Dafür war Lieutenant Commander Reszko zu sorgfältig und vorsichtig. Nachdem McKilian also zufrieden war, aktivierte sie ihren Kommunikator auf dem Weg zum Lift, der sie zur Brücke bringen sollte und sagte: "McKilian an Lieutenant Reszko, es ist alles vorbereitet, das Quartier ist bezugsbereit." Anna hatte die Tür zur Brücke zischen gehört, und sich kurz umgedreht. Die zweite Offizierin war gekommen, schien aber mit etwas beschäftigt zu sein und verließ die Brücke auch sehr schnell wieder. Innerlich zuckte Anna mit den Schultern und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. Viel los war im Moment nicht. Als kurz danach eine interne Nachricht eintraf, öffnete sie diese, entgegen ihrer Gewohnheit, bis zur Bereitschaftszeit damit zu warten. Die Nachricht stammte vom Quartiermeister. Es war eine offizielle Beschwerde. Er hatte festgestellt, dass ein Quartier ohne sein Wissen verplant worden war, und war entsprechend etwas eingeschnappt. Anna sah sich die Sache genauer an. Deck 4, VIP-Quartier, angepasste Umgebungskontrollen. Alles sah sehr nach dem cardassianischen Gast aus. Beauftragt von McKilian. Sie seufzte. An sich war es rechtens. Prinzipiell hatten die Kommandooffiziere Zugriff auf die Quartierslisten und sie konnten auch Quartiere vergeben. Praktisch dagegen, machten sie normalerweise keinen Gebrauch davon, da es die Domäne des Quartiermeisters war. Sollte Anna McKilian auf ihren Faux-Pas ansprechen? Besser nicht, entschied sie. Im Moment hatten sie und Yates wahrscheinlich alle Hände voll zu tun, da schob sie es lieber auf, bis es noch einmal passierte oder sie die zweite Offizierin in einer ruhigen Minute erwischen würde. Sie blendete auf ihrer Konsole eine Tastatur ein und verfasste einige beschwichtigende Zeilen an den Quartiermeister. Dann rief sie noch einmal die Daten des Quartiers auf und nahm eine minimale Justage der Luftfeuchtigkeit vor. Der Gast sollte ja nicht denken, dass die heißen Quellen von Masiba gleich um die Ecke lagen. --- Korridore, 12:45 Als Reszko und Telmar beim Verwalter ankamen, um ein Kommunikator für den Gast zu holen, meldete sich Lt. Cmdr. Jacklyn McKilian beim CoS und informierte ihn, dass das Gästequartier vorbereitet war. Shakkle bedankte sich bei der 2O und fragte den Gul: "Wünschen Sie ihr Quartier nun zu sehen? Vielleicht möchten Sie auspacken, während ich mich um ihre Zugriffsrechte kümmere?" Gul Telmar empfand es äußerst amüsant, dass Reszko zum zweiten Mal versuchte, ihn 'loszuwerden'. Er empfand schon fast etwas wie Mitleid mit ihm, kannte er doch selbst das Vergnügen einen Schiffgast am Leib zu haben. "Wie schon erwähnt, Mr Reszko, nach den ganzen untätigen Stunden auf der Liato bin ich nicht all zu versessen darauf, in mein Quartier zu gehen.", erwiderte er und lächelte zuvorkommend. "Wenn es Sie aber stört, jemanden bei sich zu haben, der Ihnen über die Schulter schaut - was ich sehr wohl nachvollziehen kann, werde ich die Brücke aufsuchen, um mit Cmdr. Yates noch das ein oder andere abzuklären." --- Maschinenraum, 12:45 Aliya hatte es sich in ihrer Hängematte gemütlichgemacht und lauschte den Geräuschen im Maschinenraum, während sie die heutige To-Do Liste durchging - eigentlich wurde diese Liste nie alle, denn irgendwas gab es immer zu reparieren. Sie hatte ein paar Minuten so gesessen, als sie in ihrem Lesen stockte und aufsah. Ihr Blick traf die Wand, an der die Hauptanzeige hing. Aber nicht diese erregte ihre Aufmerksamkeit sondern etwas am 'Sound' des Maschinenraumes. Irgendwas war komisch. Langsam stand sie auf, verließ ihr Büro und ging zur Hauptkontrollkonsole. Keine Warnlichter, keines der Systeme verließ die normalen Parameter, aber irgendwas war da. Wieder lauschte sie für einen Moment und näherte sich dem Warpkern. Das sanfte Wummern klang nicht ganz wie üblich. Pflup. ja genau das war es. Es fehlte ein Pflup. Eindeutig. Das war es. "Was ist denn los, Shiny?" flüsterte Aliya leise, ohne dass es jemand sonst im Maschinenraum bemerkte. Das übliche Brummen des Kerns gab ihr keine ausreichende Antwort und so versuchte Aliya über die Konsole etwas herauszufinden. Sie wusste nicht, wonach sie suchte - sie würde es wissen wenn sie es fand und nach 3 Minuten hatte sie es gefunden. Ein Wert, der sich am Rande des Normalwertes bewegte. Grübelnd sah sie den Kern hinauf "Du meinst etwas ist mit der Energieverteilung?", stellte sie fest. "Dann werd ich mal bei den Hauptverteilern anfangen.", entschloss sie sich und machte sich mit Tricorder und einem Rekalibrator bewaffnet die Leiter hinauf, die an der Wand angebracht war, die den Maschinenraum hinter dem Warpkern abschloss. Oben in der zweiten Ebene angekommen, folgte sie ihrem Gefühl in eine Jeffriesröhre und machte sich auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen --- Brücke, 12:45 Relativ zufrieden kam James Herold nach dem Essen mit Gul Telmar auf die Brücke. Er war kurz in seinem Büro gewesen um zu schauen ob dort neue Nachrichten eingetroffen waren, bevor er zurück auf die Brücke kam. Lieutenant Howard, die junge Taktische Offizierin, saß im Stuhl des Captains und hatte sein Eintreten auf die Brücke offenbar nicht bemerkt. Überhaupt war es auf der Brücke relativ still. Niemand sprach, man hörte das Summen der Elektronik und hier und da gab das LCARS einige piepsende Geräusche von sich. Yates erinnerte sich an die Akte von Howard, welche wie Ensign Nyberg ihre Erfahrungen mit den Cardassianern gemacht hatte. Beim Anblick Nybergs überlegte er, wie die junge Frau wohl ohne die Hautverbennungen aussehen würde und inwiefern das alles ihren Charakter geformt haben könnte. Es war sicher keine gute Idee, den unbequemen und sehr wortgewandten Gul zu oft in die Nähe von Howard und Nyberg kommen zu lassen. Die Brücke war definitiv ein Ort, von dem er den Gul fern halten wollte, solang es nur ging. Aber um zu wissen, wie lange das eben ging, musste er erstmal seine Befehle haben. Er schob die Gedanken um die beiden jungen Damen erst einmal bei Seite, um Platz für einen neuen Gedanken machen: wo wohl Loraya war. Mit einem leichten Kopfschütteln ließ er aber auch von dem in seinem Kopf entstehendem Bild ab und ging nun zielstrebig auf Howard zu. "Lieutenant Howard. Gibt es Neuigkeiten von der Krankenstation über den Zustand des Captains oder hat das Flottenkommando uns eine Nachricht geschickt?" "Nein Sir, weder die Krankenstation noch das Kommando haben sich gemeldet, während Sie abwesend waren." Gab Lieutenant Rachel Howard ihren kleinen Bericht ab. Ein auffallendes Signal tönte nun über die Brücke. Howard war gerade aufgestanden und Yates blickten zur OPS. Offenbar die Quelle des Signals als Ensign Nyberg bereits den Kopf hob. "Sir, uns erreicht ein Ruf des Oberkommandos. Admiral Douglas MacArthur auf einer verschlüsselten Frequenz." Mit einer Geste bat James, dass Howard sich wieder setzen könne, während er einen direkten Weg Richtung Bereitschaftsraum des Captains einschlug. "Legen Sie den Ruf bitte in den Bereitschaftsraum, Ensign." Es war vielleicht nicht unbedingt richtig den Bereitschaftsraum zu benutzen, aber zu seinem Büro war es ihm jetzt eindeutig zu weit. Außerdem wollte er den Admiral und seine Neugier nicht warten lassen. Nur wenig später saß er vor dem Schirm und das UFP Logo wich dem Bild eines Mannes mit grauen Haaren, der ihm den Rücken zuwandte. Ein großes Büro hatte der Mann offenbar und eine riesige Fensterfront ließ San Francisco erkennen. "Admiral?" begann James woraufhin sich sein Vorgesetzter umdrehte mit einem PADD in der Hand. "Commander Yates." begrüßte ihn der Admiral "Admiral MacArthur vom Flottenkommando. Ich bin zuständig für einige Schiffe mit wichtigen Einzelaufträgen. Schiffe, welche keinen Flottenverbänden angehören. So wie die USS Victory, die alleine operiert. Sie haben Befehle angefordert. Wieso? Alle Befehle wurden an Sie übersandt, beziehungsweise an Captain DeChâteau. Was ist mit ihm?" James seufzte "Sir, ich fürchte darauf kann ich Ihnen keine Antwort geben. Captain DeChâteau hat das Bewusstsein verloren. Sein Zustand ist offenbar stabil, aber ohne weiteren Befund. Die Wahrheit ist das unser medizinisches Personal derzeit keine Antworten hat und ich hier recht hilflos bin." MacArthur nickte, setzte sich und legte den Kopf etwas auf die Seite. "Das Rendezvous haben Sie bereits durchgeführt?" "Ja.", James nickte "Wir haben einen cardassianischen Gul aufgenommen, mit dem ich bis vor wenigen Minuten zu Mittag gegessen habe. Er scheint gut Bescheid zu wissen." Diesmal kam das Nicken von MacArthur "Ja das wundert mich nicht. Wir hatten die USS Victory aufgrund der Fähigkeiten Captain DeChâteaus ausgewählt, den Gul aufzunehmen. Er ist ein unangenehmer Gast, wie ich annehme. Das zeigte sich bereits im Vorfeld, aber es ist leider unausweichlich. Ich werde Ihnen auch erklären warum." Er nahm einen Schluck Wasser. "Die USS Victory hat das Ziel militante cardassianische Zellen im Grenzgebiet aufzuspüren und auszunehmen. Einzelne Schiffe oder unzufriedene Kommandanten sind eine Gefahr für die Stabilität der Region. Jedoch haben wir uns mit der neuen Cardassianischen Regierung darauf verständigt, dies möglichst unblutig zu erledigen. Dazu haben sie Gul Telmar an Bord. Er kennte viele Kommandanten, kennt Verstecke und ihre Taktiker. Zudem hat er eine Befehlsgewalt, die es ermöglichen könnte, in einigen oder gar vielen Fällen einen Einfluss auf die Kommandanten der Splittergruppen zu nehmen, sodass diese sich ergeben oder sich der neuen Führung unterordnen." Noch einmal trank der Admiral einen Schluck. "Sie werden sehr bald von uns Koordinaten bekommen, wo wir Stützpunkte vermuten. Die Kurse und Vorgehensweisen können Sie dann mit Gul Telmar absprechen. Und lassen Sie mich noch eins sagen. In wie weit Sie dem Gul erlauben, auf der Victory herumzulaufen oder ob er in seinem Quartier unter Beobachtung steht, unterliegt nur ihrem Befehl. Darüber wurde nichts verhandelt. Ich gehe davon aus, dass Sie die richtigen Entscheidungen treffen werden bis Captain DeChâteau wieder voll einsatzbereit ist. Bitte halten Sie mich auf dem laufenden." James hatte sich fleißig Notizen gemacht, obwohl klar war, dass er noch etwas schriftliches bekommen würde aus dem Büro des Admirals. Aber so ein Gespräch - vor allem so informell wie MacArthur es gehalten hatte - war wesentlich aussagekräftiger. "Ich habe verstanden, worum es geht, Admiral. Danke, dass Sie sich die Zeit hierfür genommen haben. Selbstverständlich werden Sie regelmäßig unterrichtet.", versprach der Commander, bevor der Kanal geschlossen wurde und James sich in den Stuhl des Captains zurücksinken ließ. Einige Sekunden verbrachte er so. "Computer: Aufenthalt von Ensign Sheila Loraya angeben." Und nur wenig später erhielt er die nötige Info, dass die attraktive Sicherheitsoffizierin im Casino saß. Und es gab absolut keinen Grund, warum er dorthin gehen sollte und so verließ er den Bereitschaftsraum gedankenversunken in Richtung Brücke und setzte sich in den von Howard frei gemachten Stuhl des Captains und starrte auf den Schirm. --- Quartier des Captains und seiner Familie Die Frau des Captains saß am Schreibtisch und hatte soeben die Verbindung zu ihrer Heimatwelt unterbrochen. Jetzt musste sie nur noch Commander Yates über das informieren, was sie mit der Starfleetabteilung auf Betazed vereinbart hatte. Die wichtigsten Daten hatte sie auf ein PADD gespeichert und nun lehnte sie sich zurück, um das Gehörte noch einmal zu verarbeiten. Emily nutzte diesen Moment und sprang ihr auf den Schoß. Nesta fühlte das Mitgefühl des kleinen Geschöpfs und auch dessen Unsicherheit. Es spürte, dass etwas nicht in Ordnung war, doch es wusste nicht was. Liebevoll kraulte die Betazoidin das Kätzchen und sagte zu ihr: "Ich werde dich nicht mitnehmen können, meine Kleine. Es wäre für dich zu viel Stress. Was meinst du, ob wir hier an Bord jemanden finden, der sich deiner annimmt?" Emily schnurrte, dankbar für Nestas Aufmerksamkeit und entlockte damit ihrem Frauchen ein zärtliches Lächeln. Kurzentschlossen nahm Nesta die Katze auf den Arm, das PADD in die freie Hand und ging auf den Korridor hinaus. --- Brücke Der Lift öffnete sich und Nesta trat, noch immer mit Emily auf dem Arm, hinaus auf die Brücke. Jacklyn McKilian hatte inzwischen ihren Posten auf der Brücke wieder eingenommen und drehte sich jetzt zu ihr herum. Beim Anblick des Kätzchens auf dem Arm der Counselor, wurden ihre Gesichtszüge ganz weich. Nesta registrierte das und auch die spontan aufflackernden Gefühle der Zweiten Offizierin. Sie lächelte Jacky an und trat auf sie zu. Die junge Schottin erhob sich aus dem Sessel des Ersten Offiziers und machte einen Schritt nach vorn, dabei ließ sie Emily nicht aus den Augen. "Ach Gott, ist die süß!", säuselte sie und hob nun doch den Blick und lächelte. Nesta erwiderte das Lächeln und reichte ihr die kleine Katze. "Würden Sie bitte auf sie aufpassen, während ich mit Commander Yates spreche?", bat sie die hübsche Schottin. "Selbstverständlich, Ma'am." Jacky nahm Mrs. DeChâteau das Kätzchen ab und setzte sich wieder in den Sessel des Ersten Offiziers, während sie die kleine Katze auf den Schoß nahm und sie hinter den Ohren zu kraulen begann, was Emily ein wohliges Schnurren entlockte. Nesta registrierte das und sie erinnerte sich, dass sie in McKilians Akte gelesen hatte, dass diese aus einer ländlichen Gegend stammte und ihre Familie viel mit Tieren zu tun hatte. Vielleicht war McKilian ja die geeignete Person, der sie Emily bei ihrer Abreise anvertrauen konnte. Doch um das Problem mit der Katze würde sie sich später kümmern, jetzt galt es sich für das Wohl ihres Mannes einzusetzen. Sie nickte dem Ersten Offizier zu und sagte: "Haben Sie einen Augenblick Zeit für mich, Commander Yates?", fragte sie ihn. "Ich würde gern mit Ihnen über meinen Mann sprechen." James hatte den Frauchen-Tausch mit der Katze aus den Augenwinkeln beobachtet, während er immer noch die Notizen durchkaute, die er sich gemacht hatte und mit den formellen Befehlen des Oberkommandos verglich. Er wollte McKilian über die neuen Aufgaben und Umstände möglichst bald aufklären, aber jetzt, wo die Frau des Captains da war, erinnerte er sich des zweiten und noch ungelösten Problems - der Captain. "Ja natürlich.", brachte er der Lieutenant Commander entgegen und erhob sich von seinem Platz. Die Frage deutete daraufhin, dass Mrs. DeChâteau einen Ort bevorzugen würde, wo man allein war. James Blick wanderte über die Brücke zur Tür des Bereitschaftsraumes. Doch er fand es eine dumme Idee, die Frau des Captains in den Bereitschaftsraum des Captains zu bitten, damit er sich dann auf den Stuhl des Captains setzen konnte und so deutete er auf die Tür zum Konferenzraum. Er ließ der Counselor den Vortritt und setzte sich neben sie, nicht an das Ende des Tisches, welches dem Kommandanten vorbehalten war. --- Konferenzraum, Deck 1 "Ich habe bisher noch keine neuen Berichte aus der Krankenstation und mir fehlt nach wie vor eine Diagnose. Ich hoffe, Sie können mir da etwas weiterhelfen." Er sah die Frau seines Vorgesetzten an und versuchte in ihrem Ausdruck etwas zu erkennen. Aber es war schwer, vor allem für ihn ohne jede Ausbildung in diesem Bereich. "Wie geht es ihm? Was kann ich für Sie tun?" Die Verantwortung lastete schwer auf ihren Schultern und Nesta wünschte sich mehr den je, dass Timo an ihrer Seite war, damit sie ihre Sorgen besprechen konnten. Doch Timo lag ohne Bewusstsein auf der Krankenstation und sie hatte lediglich eine Theorie, was seinen Zustand betraf. Jetzt machte sie sich darauf gefasst, dass Timos Stellvertreter die Diagnose nicht so leicht akzeptieren würde. "Es geht ihm den Umständen entsprechend.", antwortete Nesta und lächelte zart, ehe sie auf den anderen Teil seiner Frage einging: "Es ist schwierig eine genaue Diagnose zu erstellen, aber ich glaube, dass es sich um ein betazoidisches Koma handelt. Ich habe inzwischen mit Starfleet auf Betazed gesprochen und..." In diesem Moment schob sie James das PADD hinüber. "... ich habe Koordinaten für ein Rendezvous mit einem Schiff, dass uns nach Betazed fliegt." Nesta schaute James offen in die Augen und fügte hinzu: "Hier können wir für Timo nichts tun. Wir alle werden die Victory verlassen, ich muss jetzt an der Seite meines Mannes sein. Das Hauptquartier ist schon informiert und Lieutenant Tanner werde ich selbst informieren, dass er meinen Posten übernehmen wird. Ob er noch einen Vertreter bekommen wird, liegt nicht in meinem Ermessen. Es tut mir sehr leid, James. Ich wünschte ich hätte bessere Nachrichten für Sie." James runzelte die Stirn und nahm das PADD entgegen, schaute dann wieder zu Nesta. "Verstehen Sie mich nicht falsch. Aber ich habe das leise Gefühl. dass Sie diese Situation etwas stark mitnimmt. Bevor ich irgendeinem Rendezvous zustimme oder den Captain und Counselor von Bord gehen lasse, brauche ich etwas mehr als die Vermutung auf ein Koma. Zumal Captain DeChâteau meines Wissens nicht von Betazed stammt." Er sah auf das PADD. "Zusätzlich finde ich die Vorgehensweise nicht unbedingt korrekt mit Betazed zu sprechen, ein Rendezvous abzusprechen und das Hauptquartier zu kontaktieren, bevor mit mir gesprochen wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so eilig ist." Er sah ernst zur Counselor die diese Ermahnung eventuell nicht verdiente, aber es ärgerte James Herold. "Das ist die falsche Vorgehensweise, auch wenn ich vermute, dass Sie dies für nötig hielten aufgrund ihrer persönlichen Verwicklung in diesem Fall." Für Yates war klar, dass Nesta so gehandelt hatte, weil es ihr Mann war, aber falsch war es trotzdem. Und warum hatte der Admiral ihm nichts davon erzählt. Er war doch sicher schon informiert, wenn es stimmte, was er gerade gehört hatte. War er zu ernst mit ihr gewesen? 'Meine Güte.', dachte er. 'Ich habe einfach keine Erfahrung darin - ich sollte ihr etwas mehr Hoffnung machen, aber stattdessen ermahne ich.' Er seufzte vor Einsicht "Ich werde den Rendezvouskurs prüfen und Dr. Miller nach einer Einschätzung fragen, was dieses Koma angeht. Sobald ich mir ein eigenes Bild davon gemacht habe und ebenfalls mit dem Kommando darüber gesprochen habe, wie es dann an Bord weitergehen soll ohne Sie beide, werde ich mich bei Ihnen melden und unsere weitere Vorgehensweise bekannt geben. Bis dahin wäre es für Sie vielleicht das beste, in Ihr Quartier zu gehen um etwas zur Ruhe zu kommen." Doch da war so ein Gefühl, welches James überkam. Es war die Körpersprache und die Stimme der Counselor. Es war die Professionalität mit der Sie alles abgesprochen und die Daten auf dem PADD zusammengetragen hatte. Alles deutete daraufhin, dass es kaum einen anderen Weg geben würde, als den bereits aufgezeigten. Nesta musterte den Mann neben sich prüfend und ihr Blick hatte dabei etwas Eindringliches. "Ich kann verstehen, dass Sie sich übergangen fühlen. Es tut mir leid. Ich hatte die Hierarchie vergessen." Sie legte mitfühlend ihre Hand auf seine, während sie weiter sprach: "Seit ich auf Betazed gearbeitet habe, bin ich das selbständige Arbeiten gewohnt und ich bin noch nicht lange genug hier an Bord, um wieder an das Schiffsleben gewöhnt zu sein. Sie haben Recht, ich hätte zuvor mit Ihnen sprechen müssen." Sie lächelte entschuldigend und fuhr mit ihrer Erklärung fort: "Es stimmt, mein Mann ist kein Betazoide. Aber... es ist bei uns nicht unüblich, auch mit Nicht-Betazoiden eine mentale Verbindung aufzubauen. Timo und ich sind schon sehr lange ein Paar und unsere mentale Verbindung ist inzwischen ein fester Bestandteil unserer Beziehung. Dadurch, dass er dieses Schiff geholt hat, waren wir wieder getrennt und von ihm wurde viel Konzentration und Aufmerksamkeit gefordert. Dazu kommt, dass er die vorletzte Nacht in einer Arrestzelle verbracht hatte. Sicher, es ist nur eine Vermutung - aber alles Symptome sprechen FÜR diese Theorie." Die Counselor unterbrach sich kurz und sagte dann: "Sobald ich mir deswegen sicher war, habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt und... nun, Sie hatten Besuch und da die Zeit drängte, habe ich in unser aller Interesse gehandelt." Die hübsche Frau des Captains zog ihre Hand wieder zurück und senkte für einen Moment den Kopf, als sie ihn wieder hob, hatte ihr Blick ein wenig an Intensität verloren. "Timo hat sich über Sie sehr lobend geäußert, er hält große Stücke auf Sie, James. Folgen Sie Ihrem Herzen und Ihrem Gefühl. Sie müssen mit meinem Mann nicht konkurrieren. Gehen Sie Ihren Weg und vertrauen Sie auf Ihre innere Stimme." Wieder lächelte sie, diesmal zuversichtlich und aufmunternd. --- Casino Sheila hatte inzwischen ihre Mittagspause beendet und war wieder rundum zufrieden. Na ja, beinahe rundum. Ihre Gedanken waren während des Essens immer wieder zu einem attraktiven, jedoch für sie unerreichbaren, Mann abgedriftet. Aber sie wollte sich nicht davon die Laune verderben lassen und so verließ sie mit einem zarten Lächeln auf den Lippen das Casino, um Howards Weisung entsprechend, auf die Brücke zu gehen. Im Lift gab sie sich für einen kurzen Moment ihren Schwärmereien hin. Wenigstens in ihren Träumen konnte sie so tun, als ob. --- Brücke Immer noch lächelnd verließ sie schließlich den Lift und betrat die Leitzentrale eines jeden Schiffes. Die Brücke. Sie grüßte die Anwesenden und ging zielstrebig auf Rachel zu, um sie abzulösen. "Genießen Sie Ihre Pause, Lieutenant. Ich übernehme solange." Sheila lächelte ihre Vorgesetzte an und übernahm die taktische Station. Nachdem sie das Display auf ihr Profil eingestellt hatte, hob sie den Kopf und war enttäuscht, dass Commander Yates nicht anwesend war. Sie hatte es sich nicht gestattet vorher nach ihm Ausschau zu halten. Stattdessen erblickte sie die kleine Katze auf Jackys Schoß. Auch ihr Gesicht verzog sich zu diesem "Och-wie-süß-Gesicht", doch sie blieb wo sie war, obwohl es sie in den Fingern kribbelte, das kleine Geschöpf zu streicheln und zu liebkosen. --- Korridore der Victory, 12:50 Ein schwaches Lächeln umspielte kurz Shakkles Lippen. Er drehte sich zu dem Gul hin und meinte leise: "Ist das so offensichtlich? Ich bin kein guter Gastgeber. Das liegt mir nicht. Aber Befehl ist Befehl und da Sie ihr Quartier noch nicht in Augenschein nehmen wollen, werde ich Sie rumführen. Haben Sie besondere Wünsche, was Sie sehen möchten, vielleicht das Aboretum oder das Casino?", und dachte gleichzeitig: 'Ich werde mit Sicherheit dich nicht jetzt auf die Brücke führen, besonders da die OPS grade mit Ensign Anna Nyberg besetzt ist und auch meine Stellvertreterin sicherlich gerne darauf verzichten würde, deine Bekanntschaft zu machen.' Telmar schien kurz zu überlegen. "Der Shuttlehangar wäre interessant.", sagte er schließlich, "Achja und die Kombüse. Einem so guten Schiffskoch muss ich einfach über die Schultern blicken. Ich sammle das ein oder andere Rezept für meine Frau. Sie mag es, neue Dinge auszuprobieren." Die Wahl des Guls war interessant und nach militärischen Gesichtspunkten nicht unverständlich, doch Shakkle wunderte sich doch über die Offenheit mit der der Gast seine Ziele angab. Der CoS beschloss, dass dies wohl mehr ein Scherz war und fragte mit ernster Stimme: "Ist es nicht zu früh, sogleich Ihre Flucht zu planen? Zuerst, wie kommen Sie runter vom Schiff und dann wie organisieren Sie ein Ablenkungsmanöver, in dem Sie der Crew eine Lebensmittelvergiftung verpassen?", doch in seinen Augen konnte man Humor aufblitzen sehen. "Aber mitnichten, Mr. Reszko. So etwas ineffizientes wie eine Lebensmittelvergiftung käme mir nicht in den Sinn. Ich dachte mir eher, dass man hier auf dem Schiff das Nahrungsmittel 'Butter' findet und wie Ihnen bekannt sein dürfte, kann man aus Butter Glycerin gewinnen, was sich vorzüglich zu Nitroglycerin verarbeiten lässt." Telmar lächelte: "Ich kam darauf, als ich in den Chroniken der Erde las, dass im 20 Jahrhundert in einem Land namens Nordirland die Buttervorräte rationiert wurden - aus Furcht man könnte damit eben Sprengstoff herstellen. Solche Ironien machen die Vergangenheit tragisch amüsant. Aber im Ernst Mr. Reszko. Zum Shuttlehangar möchte ich, weil die Übergabe des Söldnerschiffes noch bevor steht. Ein kleiner Transporter, der normalerweise keine Chance gegen ein Patrouillenschiff hätte, zerstört eines und beschädigt ein weiteres schwer. Da interessiert es mich sehr, welchen Einfallsreichtum jemand in den Umbau des Schiffes gesteckt hat, um es derart schlagkräftig zu machen. Und da ich hier länger verweilen werde, habe ich leider nicht das Vergnügen, mir das Schiff anzuschauen, wenn es die Liato übernommen hat." Shakkle stellte erstaunt fest, dass er die Art des Guls mochte, aber er würde sich eher die Zunge abbeißen, als dies zugeben. "Tolle Idee, aber Sie würden eher an die Antimaterie kommen, als an die frische Butter des Chefkochs. Aber wir sollten uns beeilen, wenn Sie noch das Söldnerschiff besichtigen wollen. Es erstaunt mich, dass dieses kleine Schiff es geschafft hatte, zwei cardassianische Patrouillenschiffe außer Gefecht zu setzten. Eine solche Bewaffnung ist uns bei der Überprüfung nicht aufgefallen und das Schiff verfügt nicht über genug Energie, um Waffen zu haben, die zwei Schiffen der Kelvin-Klasse so gefährlich sein konnten. Könnte ich die taktischen Aufzeichnungen dieses Angriff sehen?", fragte der CoS, während sie in Richtung des Shuttlehangars gingen. "Ich denke es dürfte kein Problem sein, eine Kopie für Sie zu organisieren, Mr. Reszko.", meinte der Cardassianer und folge dem Lt. in den Turbolift. "Sie haben recht. Der Reaktor könnte niemals solche Energiewaffen versorgen, die im Stande wären, ein relativ leicht bewaffnetes Patrouillenschiff ernsthaft zu gefährden. Die Schäden an den Schiffen und dem Bericht der überlebenden Mannschaft zu folge ist dieses Schiff aber wie es scheint mit einer Reihe von detonierenden Projektilwaffen bestückt. Wir wissen beide, dass je nach Modulation und Stärke von Schilden sich hier ein Schwachpunkt ergibt. Eine Victory und eine Jakromey hätte hier kein Problem, da die Schildblase aufgrund des Energieoutputs so weiträumig ist, dass an ihnen explodierende Objekte keinen direkten Schaden am Schiff auslösen. Ein kleineres Schiff hingegen, verfügt nicht über eine solche Pufferzone. Und das haben sich die Eigner dieses Schiffes zunutze gemacht. Sie waren im Stande ihre Warpsignatur zu verdecken. Nur eine Zufall hat uns auf ihre Spur geführt. Wahrscheinlich haben sie auch irgendwelche Gerätschaften in das Schiff integriert, um die Nahbereichserfassung eines Schiffes zu stören. Dann könnten Sie ohne Probleme nah genug heranfliegen." --- Konferenzraum Ein Seufzer kam über James Lippen und er zog die Hand zurück, welche Nesta hielt. Sie war Counselor und das merkte man jetzt gerade doch sehr deutlich. "Wenn das Kommando bereits Bescheid weiß, ist es eh beschlossene Sache - ich war nur etwas überrascht. Alles etwas viel die letzten beiden Tage." Er machte eine Pause. "Aber sie haben richtig gehandelt." Wieder eine Pause in der er einen Gedanken weiter kam. "Wenn Sie beide bei einem Rendezvous das Schiff verlassen - dann bedeutet das, dass wir ohne Captain und Counselor unterwegs sein werden." Jimmy drückte seinen Rücken in den Stuhl, auf dem er saß und seine Gedanken rasten. Er wäre dann Kommandierender Offizier. Im Rang eines Commanders, aber das war kein Problem. Der Kommandierende war immer so etwas wie ein Captain - auch ohne den Rang. Er würde sich also auf ein kleines Personalkarussel einlassen, um die frei werdenden Plätze zu belegen. "Bei der guten Vorbereitung wissen Sie doch sicher auch die Kennung und die Koordinaten des anderen Schiffes. Wir sollten auf die Brücke gehen und einen Kurs setzen lassen." "Sie werden nicht ohne Counselor sein, Lieutenant Tanner wird mich sicher bestens vertreten.", sagte Nesta, als sie aufstand. "Das Rendezvous ist heute Nachmittag um 15:40, ich habe die genauen Koordinaten hier." Damit reichte sie James das PADD. "Ich würde Sie ja wirklich gern auf die Brücke begleiten, aber mir bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Übersiedelung vorzubereiten. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich mir Lieutenant Commander McKilian kurz ausleihe?" James versuchte verständnisvoll auszusehen, als er nickte und aufstand. Er sah kurz auf das PADD und schloss einen Augenblick die Augen. "In Ordnung. Ich überlasse es Ihnen, alles vorzubereiten, beziehen Sie McKilian da ruhig ein. Ich kümmere mich darum, dass wir das Rendezvous erreichen. Ich denke wir sehen uns dann spätestens beim von Bord gehen." Er gab den Counselor, die nun bald nicht mehr die Counselor der USS Victory sein würde die Hand und wendete sich Richtung Brücke. --- Shuttlehangar, 13:00 Shakkle hörte sich die Ausführungen des cardassianischen Guls genau an und bei den explodierenden Projektilwaffen dachte er an die alten terranischen Raketen. Aber heutzutage war es eine ziemlich seltsame Methode des Kampfes im All. Obwohl, die Agamemnon hatte solche Bewaffnung und sogar AC-20 Machine-Guns. Wer hätte gedacht, dass man mit solch exotischen Waffen zwei cardassianischen Patrouillenschiffe außer Gefecht setzen konnte. Als sich das Schott des Hangars öffnete, stellte der CoS fest, dass das Söldnerschiff fort war. "Wir scheinen zu spät gekommen zu sein.", sagte er mit leichten Bedauern, denn er freute sich schon insgeheim über eine gute Unterhaltung, die sein Fachgebiet betraf. Dann kam ihn ein Gedanke und er trat an ein Terminal zu und ließ sich die bei der Inspektion festgestellten Waffensysteme anzeigen. "Aber zumindest können Sie sich die Daten ansehen..." und zeigte auf den Bildschirm: *********** Technische Daten: Warpsysteme Energieerzeugung: Araga-Warpkern M/AM Typ III Warpgondeln: 2 Bauweise: ILN-768 Mk XI Marschgeschwindigkeit: Warp 5 Höchst-Dauergeschwindigkeit: Warp 5,5 (maximal 12 Stunden) Notfall-Geschwindigkeit: Warp 7 Versagen des Antriebs: Warp 7,2 Impulssysteme Energieerzeugung: Fusionsreaktoren (BLU-Kontrollsystem) Bauart: Nove-88/L Triebwerke: 2 (koordiniert) Taktische Systeme Polaronenkanone: Typ: ER-Poleronengeschütz Ort: 2 (Bug) Phaserbänke: Typ: Mk VI (Bänke) Ort: 4 Bänke (2 Bug,120° ausrichtbar/2 sb+bb,120° ausrichtbar) KSR Werfer: Typ: 3-fach-Werfer Ort: 2 (Bug) Bestückung: 12 Raketen Maschinengewehr: Typ: AC-20 Machine-Gun Ort: 4 (2 Bug, 2 Heck) PDL-ATS (Point-Defence-Laser - Anti-Torpedo-System): Typ: AK-47 (Mikrotürme) Ort: 4 Türme (2 sb,2 bb) Schilde: Typ: Schildnetz Mk VI Neutroniumcarbidpanzerung Traktorstrahl: Typ: 1 Emitter (Interaktiv (ventral), Ausrichtung Bug) Sensorensystem: Typ: OP/X-2000 Terrainsensoren LEX-T 44 passive Annäherungssensoren PAS-37Q Tiefensensoren HSS-114D Spektralsensoren AIS-117M taktische Langstreckensensoren TR-78 MAD Magnet Anomalie Detektor TR-98 GAD Gravitationsanomaliedetektor *********** Der Gul lächelte: "Ihre Leute waren recht gründlich, Mr. Reszko. Meine Anerkennung!" Er überflog die Daten und meinte schließlich: "Erstaunlich, dass in dem Schiff noch genügend Platz zum schlafen war, wenn man sich diese Bewaffnung anschaut. Würde man die Jakromey in ähnlichem Verhältnis aufrüsten, hätte Sie genügend Feuerkraft um es mit 3 Galaxyschiffen der Federation aufzunehmen. Nur möchte ich nicht an Bord sein, wenn dieses Schiff einen Treffer an den neuralen Punkten abbekommt. Die Feedbackschleife würde, das halbe Schiff in die Luft jagen." Shakkle lächelte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man auf der Galorklasse genug Energie erzeugen könnte, um ein solches Waffenverhältnis betriebsbereit zu halten. Aber Sie haben recht, das kleine Schiff ist ein Kampfschiff im Kleinformat, bloß zu welchen Zweck? Im Vergleich zu diesem Söldnerschiff sind Piratenschiffe ja fast schon Vergnügungskreuzer... na ja Ihre Leute werden es sicherlich herausfinden.", sagte er und dachte an die Verhörmethoden der Cardassianer 'Die Crew tut mir schon jetzt leid.' "Nun da wir hier nicht weiterkommen, was war noch mal die nächste Sehenswürdigkeit? Die Kombüse?", fragte er den Gast. "Richtig." erwiderte der Gul, "Vielleicht, ich möchte dem Maître de la Cuisine, wie die Menschen so schön sagen, gerne etwas über die Schultern schauen. Wie wäre es hinterher mit einem kleinen Wettkampf, Mr. Reszko? Ich muss zugeben, dass meine Fertigkeiten im Nahkampf und im Schusswaffengebrauch etwas eingerostet sind. Eine Trainingseinheit mit entsprechendem Partner würde mir daher gut tun." "Gut also als erstes die Kombüse.... Was das Training angeht, gerne, aber ich weiß nicht, wann ich die Zeit finde. Aber ich könnte Ihnen eine hervorragende Sparringpartnerin besorgen, Ensign Loraya. Sie haben sie bereits bei der Ankunft kennengelernt. Sie ist hervorragende Nahkämpferin.", antwortete Reszko, während sie zum Ausgang gingen. --- Kombüse, 13:20 Sie betraten das Reich des Chefkochs der Victory und wurden mit schweigendem Erstaunen der Kombüsencrew begrüßt. Der Chefkoch baute sich vor ihnen und beäugte den Cardassianer argwöhnisch, dann wendete er sich direkt an Shakkle: "Was wird das sein? Hat die Zweite nicht mehr genug Mumm, um sich über das Essen zu beschweren, also schickt sie gleich den Sicherheitschef her? Den größten Cuisinebanausen des Schiffes. Ich habe gesehen, wie Sie sich ernähren, Commander. Effizient und geschmacklos, wie ein Soldat." Der CoS lies sich seine Erheiterung nicht anmerken, als er mit todernster Stimme antwortete: "Nun ich halte nichts von Zeitverschwendung, Chief. Aber nein, ich bin nicht hier, um Sie wegen der Zumutung, die Sie als Lunch beschimpfen, Kiel holen zu lassen. Unser Gast, Gul Telmar wollte sich Ihre verseuchte Kantine mal ansehen. Er glaubt doch wirklich, hier wird etwas essbares gekocht..." Der Chefkoch lachte auf und wandte sich an den cardassianischen Gast: "Kommen Sie, ich werde Ihnen mein Reich zeigen und wenn Sie Fragen haben, tun Sie sich keinen Zwang an." Shakkle nickte den Chief dankend zu und meinte zum Abschied: "Ich werde mich um Ihre Zugangsberechtigungen kümmern, Gul. Falls Sie der Küche überdrüssig werden, rufen Sie mich." --- Brücke, 13:00 Langsam wurde es Yates bewusst, dass er in weniger als 3 Stunden das Kommando über das Schiff mehr als nur vorrübergehend einnehmen würde. McKilian würde dann zum Ersten Offizier aufsteigen. Er benötigte also einen neuen Zweiten Offizier und einen neuen Navigator. An zweiteres war schnell dran zu kommen, aber über ersteres würde er mit McKilian sprechen müssen. Erst jedoch würde er noch einmal das Oberkommando kontaktieren, um die neue Situation zu besprechen. Auf der Brücke an der CONN angekommen, beugte er sich zu dem Lieutenant runter, der die Konsole derzeit besetzte und gab ihm das PADD. "Sie finden Koordinaten über ein Rendezvous. Setzen Sie einen Kurs und berechnen Sie eine Geschwindigkeit, damit wir um 15:30 Uhr dort ankommen. Rufen Sie mich einige Minuten vor Ankunft, falls ich nicht auf der Brücke sein sollte, ja?" Sein Befehl wurde wiederholt und bestätigt und sogleich machte er sich daran die Anweisung auszuführen. Der Commander nahm einmal mehr in dem Stuhl in der Mitte Platz und überlegte was heute alles passiert war. 'Wir schnappen Söldner auf und liefern sie aus. Der Captain erkrankt unbekannt und verlässt das Schiff. Ein cardassianischer Gul kommt an Bord. Ich übernehme das Kommando, brauche einen neuen Zweiten Offizier und die Counselor geht auch von Bord und lässt mir nur Ihren Assistenten hier.' Er raufte sich durch die Haare. 'Das ist zu viel für einen Tag. Hoffentlich wird es jetzt ruhiger.' Mit diesem Gedanken schlug er die Beine übereinander, ließ sich etwas mehr in den Sitz rutschen und überlegte, was er nun tun könnte - außer nach seinem Tee zu gucken oder eine schöne junge Frau zu suchen. --- Deck 10, bei den Arrestzellen, 13:00 "DAMN!", entglitt es Dave als sich ein Stück der Verkleidung löste und auf seinem Oberarm landete. Die Uniformen waren einfach grausam und für praktische Arbeiten absolut ungeeignet. Außerdem hatte er nun einen Riss in der Jacke und sicher morgen einen blauen Fleck an der Stelle. Viel schlimmer aber sicher war, dass er mit dem Plasmaschneider kurz abgerutscht war, noch bevor er den Finger herunternehmen konnte. Er sah sich den Schaden an. Seit 5 Stunden arbeitete er nun schon auf Deck 10 an einer der Arrestzellen. "Warum versucht man ausbruchsichere Zellen zu entwickeln und übersieht dabei, dass sie zugleich nicht mehr zu warten sind." Er schaute auf das heruntergefallene Stück der Verkleidung. "Und warum lösen sich Verkleidungen bei einem nagelneuem Schiff?" Und noch eine weitere Frage bohrte sich in seinen Verstand 'Und warum müssen Techniker für Speichertechnik, Zentralcomputer und Transportertechnik überhaupt das Sicherungssystem der Arrestzellen reparieren?' Aber es half ja alles nichts. Die Verkleidung ließ er vorerst einfach mal außer Acht und legte auch den Plasmaschneider bei Seite. Nachdem er aus dem Inneren der Arrestzelle es nicht geschafft hatte, die Wand zu öffnen, um das defekte Teil zu finden, hatte er sich überlegt, einfach sich von außen durch die ganze Wand an den anderen Leitungen vorbei zu schneiden. Hatte ja bis gerade auch gut geklappt. Aber jetzt war er verrutscht und hatte eine dunkelgrüne Datenleitung etwa 2 cm tief eingeschnitten. Ein Kopfschütteln war die einzige Antwort, die er darauf fand. Aber es half nichts. Dave nahm den tragbaren Analysecomputer neben sich auf, welcher wesentlich mehr Funktionen als Tricorder oder technische PADDs besaß und dank kabelloser Datenübertragung trotzdem mit dem Hauptrechner verbunden war, um den Code der Leitung einzugeben um zu sehen wohin sie führte. ### ABFRAGE ### Datenleitung ### Kennfarbe Grün ### Standort Deck 10 ### Kodierung C3556-I Die Abfrage schien eine halbe Ewigkeit zu dauern, dann die Auskunft. ### AUSKUNFT ### Datenleitung ist beschädigt. Keine Auskunft möglich. Technik wird verständigt ### ENDE "Was?" platzte es aus Dave heraus. Er rutschte auf dem Boden etwas nach hinten und sah sich das Schauspiel aus der totalen an. Ein etwa 1 mal 1 Meter großer Bereich der Korridorwand war von der Verkleidung befreit und das Innenleben war zum Teil herausgeschnitten, abmontiert, abgefallen oder - wie diese Leitung - leider beschädigt. "Computer, Zugriff auf technisches Supportprogramm. Suche Supportticket für Deck 10, Datenleitung C3556-I." - "Supportticket gefunden. Inhaltsbericht wird erstellt ... Inhaltsbericht erstellt." - "Übermittlung an CPO Bowman" - "Supportticket und Bericht übermittelt. Zuständigkeit an CPO Bowman übertragen." Kurz darauf blinkte sein Computer und zeigte ihm an, dass er eine neue Zuständigkeit übertragen bekommen hatte für eine Reparatur auf Deck 10 - welch Überraschung. Dave atmete tief durch, bevor er das Ticket öffnete. Was da drin stand war klar. Die Abfrage und die Auskunft, die er gestellt hatte, doch der Bericht war interessanter. Die Leitung führte in einen Aufenthaltsraum der Sicherheit und versorgte dort ein Terminal mit Bildern und Daten über die Arrestzellen und den Korridor davor - also praktisch über das was er gerade machte. Von daher war es ihm herzhaft egal. Die Leitung würde später ausgetauscht werden können. Für seine aktuelle Aufgabe war es jetzt eh einfacher geworden. Er nahm den Plasmaschneider wieder auf und ruck zuck war ein etwa 40cm langes Stück aus der Wand geschnitten und gab ihm nun freien Blick auf das defekte Teil, welches er seit Stunden suchte und welches offenbar für die Speicherung der Sicherheitseinstellungen der Zelle 1 zuständig war. In gewisser Weise hatte er also Glück gehabt, dass es sich um Zelle 1 handelte und er vom Korridor aus herankam. Bei den anderen wäre es wohl komplizierter geworden. "Wer baut so etwas hier ein?", fragte er einmal mehr sich selbst, als er seinen Arm in die Wand steckte und mit leichter Gewaltanwendung das Speichermodul herauszog - und sich dabei natürlich die Uniformjacke einmal mehr aufriss. Mehr als einen Seufzer war es Dave nicht wert. Es dauerte ganze 30 Sekunden um das Speichermodul auszulesen, zu resetten und mit den Standarddaten neu zu beschreiben. Unfair, wie Dave fand wenn man den Aufwand für den Austausch betrachtete. An den Einbau dachte er da noch gar nicht. An der Hardware lag der Fehler dabei noch nicht einmal, es war ein Softwareproblem, welches er durch einfaches Überschreiben der alten Zuordnung beheben konnte. Dafür der Aufwand. Nun war es dann wohl soweit, mit dem Einbau zu beginnen und anschließend Ersatzteile zu besorgen um das Chaos zu beseitigen und die volle Funktionalität >>der Wand<< samt Inhalt wieder herzustellen. --- Sicherheitsabteilung, 13:00 Silvy saß in der Zentrale der Sicherheitsabteilung und war mit dem Lesen eines Berichtes beschäftigt. Gähnend griff sie nach ihrer obligatorischen Tasse Tee. Dabei fiel ihr Blick auf den Monitor, der normalerweise den Bereich der Arrestzellen zeigte. Normalerweise deshalb, weil er gerade nichts anzeigte. Dies war zunächst nicht weiter schlimm, da sich sowieso momentan keine Gäste dort befanden. Schon etwas munterer geworden begann die junge Französin, auf dem Computer herum zu tippen. Doch Fehlanzeige. Schließlich bekam sie auf ihrem Monitor die Meldung angezeigt, dass ein Kabel defekt sei. Verwundert stand sie auf. Nun würde sie doch einmal nach dem rechten sehen. Mit ihrer Tasse Tee in der Hand betrat Silvy den Arrestzellenbereich. Dort entdeckte sie, dass jemand - allem Anschein nach ein Techniker - mit dem halben Oberkörper in die Wandverkleidung hineingekrochen war. Um ihn herum verteilten sich Werkzeug und Teile der Verkleidung. "Hallo?" rief sie halblaut. --- Arrestzellenbereich "Ja, hallo.", murmelte Bowman, während er das aufwendig entfernte Speichermodul der Arrestzelle wieder an den richtigen Ort brachte und befestigte. 'Hallo?' fragte er sich und war dann doch etwas überrascht, wer da fragte. Niemand hier der in der Wand steckte und wohl auch keiner aus der Arrestzelle. Langsam bewegte er sich rückwärts ohne sich weiter die Uniform zu randalieren. Aus der Wand befreit sah er eine junge Frau, blonde Haare, vermutlich in etwa sein Alter, aber etwas kleiner. Sie trug wie er eine Uniform mit gelben Markierungen. Nur sah ihre vom Zustand wesentlich besser aus. Also kam sie entweder auch aus der Technik, was bedeuten könnte, dass er entweder Unterstützung oder Ärger bekam oder sie war aus der Sicherheit. Und das war wesentlich wahrscheinlicher - denn die Technikcrew kannte Dave mittlerweile recht gut. Da war keine PO bei, die so aussah. Er blieb auf dem Boden hocken "Hallo. CPO Dave Bowman" Er schaute zu der Wand "Ich repariere das defekte Speichermodul der Arrestzelle 1." Er überlegte ob sie wohl etwas mitbekommen hatte von dem Zwischenfall mit der Datenleitung und entschied sich es vorerst nicht anzusprechen. "Ich bin Silvy Chantal LaPlace, Sicherheit.", stellte sich Silvy dem hübschen Techniker vor. Seine Uniform war zwar nicht in bestem Zustand und er hatte sich ziemlich dreckig gemacht, dennoch gefiel ihr der CPO. "Bei den Reparaturen ist nicht zufällig ein Datenkabel draufgegangen?", fragte sie dann leicht grinsend. Bowman war noch nicht dazu gekommen, zu antworten, als plötzlich seine Vorgesetzte auftauchte. Nun konnte sich Silvy ein Grinsen endgültig nicht mehr verkneifen als sich diese angesichts des Chaos, das der Techniker angerichtet hatte, entsetzt zeigte. Aliya war einige Zeit in den Röhren herumgekrochen, hatte ein oder zwei winzige Kleinigkeiten gefunden, wusste aber nicht, ob das, was sie unterbewusst gestört hatte, dabei war. Jetzt war sie aber wohl lange genug weg gewesen und sollte so langsam mal wieder in ihren Maschinenraum zurückkehren. Da sie mal wieder keine Ahnung hatte, wo genau sie sich befand - okay sie könnte wohl genau sagen in welche Richtung der und der Verteileremitter war, aber einen ganzen Maschinenraum fand sie nicht wieder. Es war frustrierend. Einfach frustrierend. Ihre Gedanken wurden spontan beendet, als sie Licht am Ende des Tunnels sah. Sollte sie tatsächlich da rauskommen wo sie reingegangen...? je mehr sie sich dem Licht näherte, desto sicher war sie sich mit einem 'Nein' auf diese Frage. An der geschlossenen Zugangstür angekommen, konnte sie durch eine geöffnete Wandabdeckung Marke XXXL und fehlenden Dingen, nach draußen sehen. Schnell öffnete sie den Zugang, und betrachtete sich das ganze von der gegenüberliegenden Seite des Korridors - der geöffnete Zugang tat sein übriges. Sie nahm nicht wahr wo sie war oder welche Personen anwesend waren. 'Okay... keine Panik... alles normal...', versuchte sie sich zu beruhigen, bis sie mit ihrem Blick auf den mit einem Plasmabrenner aufgeschnittenen Teil anlangte. "Was... Wer hat dem armen Schiff das angetan..." Sie wusste nicht ob sie heulen, schreien oder lachen sollte. Also zwang sie sich erstmal ihre Umgebung wahrzunehmen. Ein Korridor. Deck... Deck.. eine Wandtafel hinter ihr, verriet ihr das es sich um Deck 10 handelte. Jetzt nahm sie auch zwei Personen war. Beide in Gelb, aber die Frau war ihr irgendwie unbekannt - gehörte also wahrscheinlich zur Sicherheit. "Möchte ich die Antwort auf meine Frage grade wirklich wissen?" fragte sie Bowman vorsichtig. Dave, immer noch auf dem Boden hockend, ließ sich etwas nach hinten fallen und stützte sich mit den Armen ab, um nicht ganz auf dem Boden zu liegen. Kopfüber sah er nun zu Lieutenant Riddick hinüber. 'Wo ist die denn hergekommen?', fragte er sich und überlegte was er gefragt wurde... Es ging in die Richtung >>"Was... Wer hat dem armen Schiff das angetan..."<< "Vermutlich wollen Sie es nicht wissen ... und falls doch. Dann war ich es." Er zeigte auf etwas in der Wand, das für die beiden stehenden Frauen jedoch nicht sichtbar war "Das da - das ist schuld. Und meiner Ansicht nach auch derjenige der entschieden hat, es da einzubauen." Dave stand auf, es zog ohnehin langsam in Beinen und Rücken solange auf dem Boden zu hocken und sitzen. Es sah wirklich grauenhaft aus, was er hier hinterlassen hatte. Aber er würde es ja auch wieder in Ordnung bringen. Auch wenn er sicher nicht alles schaffen würde. Ein anderer Techniker würde hier weiter machen wenn sein Dienst zu Ende war. Ein tiefes Seufzen war die erste Reaktion von Aliya, gefolgt vom Zurückstreichen einer der gelben Haarsträhnen. "Okay... Ich hab nichts gesehen...", hob sie die Hände "... und gar nichts gefragt." Nun sah sie den Techniker an: "Brauchen Sie Unterstützung oder kriegen Sie es allein bis Feierabend wieder hin?" wollte Aliya wissen. Das arme, arme Schiff... Dave schaute instinktiv auf sein Handgelenk ohne die Uhr vorzufinden, die er erwartet hatte. Er hatte sie abgelegt, bevor er angefangen hatte in der Wand rumzufuchteln. Dabei hätte er nur riskiert, das Glas zu zerkratzen. Es war ein Erbstück - eine Analoguhr - die er sehr pflegte. Einmal hatte er das Gehäuse geöffnet und 3 Monate gebraucht, um sie wieder zusammen zu setzen. Er fand das gute Stück endlich neben einem Werkzeug auf dem Boden liegen. "Wir haben kurz nach 13 Uhr. Ich habe noch 2 Stunden Schicht und wenn ich meine 3 Stunden Bereitschaft bis 18 Uhr dran hänge, dürfte ich es alleine hinbekommen." Er sah die Sicherheitsoffizierin an. "Ich hoffe Sie können solange noch ohne ihr Terminal leben." Zufrieden mit sich atmete Dave aus und die Anspannung seiner Gesichtsmuskeln ließ nach. Seine Arbeitsweise war nicht immer die, die man beigebracht bekam, und entsprach sicher selten dem Lehrbuch oder Protokoll. Aber sie war meist effektiv und schnell. Nur heute brachte sie ihm viel, viel Arbeit. Er hätte zwar nach Schichtende die Arbeit einstellen und weitergeben können, aber nach diesem Versprechen der CEO gegenüber und ihrem Abgang war es mehr als peinlich, wenn er wirklich so handeln würde. Also hatte er noch eine lange Dienstzeit vor sich. Nun blieb nur noch die Antwort auf seine Frage an die Sicherheits-Offizierin ob diese das Terminal entbehren konnte. Er arbeitete ungern unter Zeitdruck. "Ja, ich denke schon.", antwortete Silvy dem Techniker lächelnd. "Was halten Sie davon, wenn Sie als kleine Entschädigung nach getaner Arbeit mit mir etwas im Casino essen gehen?", schlug sie dann vor. Da ihr der Techniker gefiel und sie nicht wusste, wann er ihr das nächste Mal über den Weg laufen würde, hatte sie gleich die Initiative ergriffen. Schüchternheit war etwas, dass sie nicht kannte. Das war die Antwort, die Dave wohl haben wollte. Er hatte also mal locker bis 18 Uhr Zeit, seine Arbeit fertig zu stellen. Aber was hatte sie gerade vorgeschlagen? Mit ihm gemeinsam zu Abend zu essen. "Nun - ich glaube ich würde gerne mit Ihnen zu Abend essen." Er schaute auf dem Boden herum. "Haben Sie vielleicht noch etwas Zeit mir zur Hand zu gehen?" Aliya nickte langsam, nachdem auch die Sicherheitlerin ohne das Terminal auskam - um was für ein Terminal ging es eigentlich? Ach egal... die werden schon wissen worüber sie reden. "Okay...", meinte sie schließlich. "Wenn Sie doch Hilfe brauchen, geben Sie bescheid." Sie hob die Hand zum Gruß, ehe sie den Ort 'des Grauens' verließ und die Sicherheitlerin mit dem Techniker allein lies. Erfreut nahm Silvy die Antwort des Technikers auf. 'Das war ja einfach!', dachte sie sich. Als er sie dann fragte, ob sie ihm ein wenig zur Hand gehen könne, überlegte sie kurz. Alle dringende Arbeit für heute hatte sie bereits erledigt, und ihr Chef war gerade sowieso nicht da, um ihr etwas Neues zu tun zu geben. Also konnte sie auch dem Techniker helfen, schließlich trug sie damit dazu bei, dass das Datenkabel möglichst schnell wieder funktionierte. "Ja, ich denke das wird gehen.", antwortete sie also. "Ich habe die Technik-Kurse auf der Akademie allerdings immer sehr ungerne belegt und werde ihnen keine große Hilfe sein können." Dave lachte "Immerhin hatten Sie Technik Kurse. Für Sicherheits-Unteroffiziere schon nicht selbstverständlich. Ich kenne da übrigens so einige im Maschinenraum, die Technik Kurse gerne belegt haben und trotzdem keine große Hilfe sind." Etwas schief lächelnd schob er sich wieder halb in die Wand mit etwas Werkzeug. Nach und nach erklärte er LaPlace immer wieder was für Teile er benötigte und baute die Wand Stück für Stück wieder zusammen. Er kam wirklich gut und schnell voran. Da blieb sogar Zeit für Smalltalk - etwas was Dave wirklich nur begann, wenn er zufrieden mit sich und der Situation war. "Silvy Chantal LaPlace" murmelte er ihren Namen "Wo hört da der Vorname auf und wo beginnt der Nachname?" begann er ein Gespräch aus der Wand heraus. Silvy konnte sich ein Auflachen nicht verkneifen. Sie war schon vielen Leuten begegnet, die Fragen über ihren Namen stellten, doch diese Frage war ihr neu. "Silvy ist mein Vorname, Chantal mein zweiter Vorname und mein Nachname lautet LaPlace.", erklärte sie. "Ich bin Französin, in unserer Tradition ist es üblich, seinen Kindern zwei Namen zu geben. Der zweite Vorname ist üblicherweise der der Großmutter beziehungseise der des Großvaters der Mutter." Scheinbar hatte er sie mit seiner Frage amüsiert. Und was war nach dem 'sich lächerlich machen' am besten? Richtig. Ein Kompliment zu machen. "Es ist auf jeden Fall ein schöner Name.", meinte Dave nach der Erklärung und dachte für sich weiter 'Eine Französin, nicht schlecht Dave - gar nicht schlecht.' "Ich war noch nie in Frankreich, bin von dem Nordamerikanischen Kontinent nie runter gekommen. Also eigentlich schon, ich bin ja hier. Aber auf der Erde habe ich nicht viel gesehen. Europa soll sehr schön sein und in Frankreich der Wein ausgezeichnet." Die Reparaturarbeiten waren nun an dem Punkt angekommen, wo er die defekte Datenleitung neu anschloss. Hoffentlich ging Silvy, er nannte sie einfach so, nicht, wenn das erledigt war. Aber ihr Dienst war eh früher rum als seiner. Früher oder später würde er also auf dem Korridor alleine hocken und sich überlegen wie er das Treffen am Abend anfangen würde können. "Danke", lächelte Silvy Dave an. Er war wirklich sehr nett, und Ahnung von dem, was er tat, hatte er auch. Immerhin hatte er es geschafft, in nicht allzu langer Zeit aus dem Chaos im Gang wieder etwas herzustellen, das zumindest halbwegs geordnet aussah und den Eindruck machte, als wäre es reparabel. "Frankreich ist wirklich eine Reise wert, bei ihrem nächsten Urlaub auf der Erde sollten sie unbedingt einen Europa-Trip einplanen! Es gibt dort wunderschöne Städte, allen voran natürlich Paris, aber auch Rom, Wien, London, und viele andere. Und es gibt dort auch herrliche Landschaften, vom Mittelmeer bis zu den Alpen finden Sie dort alles.", geriet Silvy ins Schwärmen. "Ähm.", Dave kam aus dem Loch in der Wand gekrochen das eh bald wieder zu eng wurde und schaute die Offizierin an. "Ich glaube wir sind beide desselben Alters. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, dann bin ich Dave und würde darum bitte mich nicht zu 'Sie'"-tzen. Okay?" Er zog seine leicht angekratzte Uniformjacke aus, um mit dem Arm besser an manch enge Stellen zu kommen, wo er sich sonst eh nur wieder was anreißen würde. Er hoffte und rechnete eigentlich auch fest damit, dass es LaPlace nicht stören würde. "Gerne, Dave" strahlte Silvy den Techniker an. Er wurde ihr immer sympathischer. Als er dann auch noch seine Uniformjacke auszog, schien ihre Begeisterung keine Grenzen mehr zu kennen. Sie konnte es sich gerade noch verkneifen, ihre Begeisterung laut auszurufen. 'Na das kann ja ein toller Abend werden', dachte sie erfreut. Um von dem Ganzen abzulenken, sah sie ganz interessiert in die offene Wand hinein. "Sieht ja interessant aus... War das da unser Datenkabel?", fragte sie und deutete auf ein verschmortes Kabelende, das aus einem Loch ragte. Dave nahm das Stück Leitung auf und sah sich die Schnittstelle genau an. "Ja." Er zeigte auf eine Metallhalterung. "Die Leitung ist sehr stabil, deshalb wollte ich die Halterung abschneiden um mehr Platz zu haben. Bin dann aber abgerutscht und hab die Leitung ein wenig angeschnitten. Auswechseln hätte ich sie also eh müssen und da hab ich sie gleich ganz rausgenommen, um besser arbeiten zu können." Er packte in die Ersatzteiltasche, die er bekommen hatte nach seiner Anforderung an die Technik und nahm ein passendes neues Stück heraus. "Tritt besser ein Stück zurück wenn ich es rein mache. Kann ein paar Funken bringen. Nicht, dass dir was passiert." Er lächelte sie an. "Danach kannst du dann auch weitermachen." Er zog sich Handschuhe über, streifte sich eine Spezialbrille über und passte das Stück Datenkabel mithilfe spezieller Klemmhalterungen ein. Verband dann mit einem Spezial-Werkzeug die nötigen Leitungselemente der Leitung und nahm dann das Werkzeug zum heiklen Teil um die Außenhaut zu verschmelzen und die Stabilität herzustellen. Alles klappte wie so oft schon gemacht. "So, das ist fertig. Der Rest geht schnell." "Sehr gut!", antwortete Silvy lächelnd. Sie war einen Schritt zurückgetreten und stand nun in der Tür einer Arrestzelle. Da Dave noch am Boden kniete, sah sie zu ihm herab. "Mein Chef ist noch unterwegs, er hat also nichts mitbekommen. Ich muss dich jetzt aber alleine zu Ende arbeiten lassen, ich muss zurück in die Zentrale. Mein Dienst ist gleich zu Ende, ich muss also Übergabe machen.", erklärte sie. Eigentlich tat es ihr leid, den Techniker jetzt alleine zu lassen. Aber da war ja noch das Abendessen... "Wie sieht es denn aus mit einem gemeinsamen Abendessen, hättest du dazu Lust?", fragte sie also ganz unverblümt. Auch Dave stand nur kurz auf, um mit LaPlace auf einer Augenhöhe zu sein. "Vielen Dank, dass du mir hierbei geholfen hast." Er schaute kurz auf den Boden und überlegte. "Klar hab ich Lust auf ein Abendessen. In meinem Quartier hab ich dafür leider keine Möglichkeit - wir müssten also auf das Casino zurückgreifen. Wann und Wo darf ich dich abholen?" Die Quartiere der Unteroffiziere waren doch recht klein, Dave war schon froh das er sich keines teilen musste, aber in seine 4 Wände konnte man nur wirklich niemandem zum Essen einladen. An der 'Baustelle' würde er nicht mehr lange brauchen. Vielleicht würde er auch pünktlich Schluss machen können. Auf jeden Fall musste er noch in den HMR, sich bei Riddick zurückmelden. "Ich würde vorschlagen, du holst mich einfach in meinem Quartier ab, wenn du soweit bist. Wenn du mir eine kurze Nachricht schickst, brauche ich noch 10 Minuten.", antwortete Silvy und schenkte dem Techniker ein verführerisches Lächeln. Sie freute sich schon auf dem gemeinsamen Abend. "Okay, ich melde mich dann bei dir.", verabschiedete er Silvy fürs erste. Er schaute ihr noch nach, wie sie den Korridor runterging und irgendwann abbog. 'Du hast ein Date.', sagte er sich selber und musste darüber lachen. Wann hatte er die letzte Verabredung mit einer Frau gehabt? Es musste wahnsinnig lange her sein, er war einfach nicht so kontaktfreudig und es freute ihn nun umso mehr, dass es so schnell ging. Der Abend wurde sicher toll. Mit so guter Laune brauchte er nicht mehr lange, um die Arbeit abzuschließen und war kurz vor 17 Uhr sogar noch in seiner Bereitschaftszeit fertig geworden. --- Brücke, 13:10 Sheila schluckte. Er saß direkt vor ihr, hatte er sie angesehen? Wusste er, dass sie hier war? Ach egal. Sie hatte eine gute Position, um ihn zu beobachten. Die Frau des Captains war ihm aus dem Konferenzraum gefolgt und sprach jetzt mit McKilian, die das kleine Kätzchen immer noch auf dem Schoß hatte. Beinahe wehmütig schaute Sheila den beiden Frauen hinterher, als sie die Brücke verließen. Sie hätte das Kätzchen auch zu gern mal auf den Arm genommen. Sie seufzte leise und widmete sich wieder ihrer Konsole. Nichts auffälliges. Keine Besonderheiten. Nun, wenn sie aber die Sensoren... Sheilas Finger huschten über die Schaltfläche und wenig später konnte sie mit den Langstreckensensoren das Schiff erkennen, mit welchem sie in wenigen Stunden ein Rendezvous haben würden. Das Wort entlockte ihr ein Lächeln. Ja, ein Rendezvous hätte sie auch gern. 'Hör auf zu träumen, du Dummkopf!', schalt sie sich im Innern. "Commander, ich kann das Schiff, das wir treffen sollen, auf den Sensoren erkennen. Es ist ein Schiff der Nova-Klasse.", meldete sie und wieder umspielte jenes rätselhafte Lächeln dabei ihre Lippen. "Ein Kurzstrecken-Forschungsschiff. Warum fliegen die nach Betazed? Urlaub wahrscheinlich.", sprach der Commander seine Gedanken laut aus und sah sich zur Taktischen Konsole um, um sich zu bedanken. "Danke für die Info...", er stockte einen Augenblick. "...Ensign Loraya." Unbewusst hatte er den Namen anders betont als den Rest des Satzes. Dieses Lächeln. Er hatte es schon ein paar Mal jetzt bei ihr gesehen und jedes Mal kamen seine Gedanken durcheinander und er glitt ab in die Welt der Phantasie. 'Reiß dich zusammen Jimmy.', ermahnte er sich selbst und dieser Satz erinnerte ihn stark an seinen Großvater. Doch wenn er sich an seinen Großvater erinnerte, dann musste er zugeben, dass dieser verstehen würde, wenn er aufgrund einer attraktiven jungen Frau seine Gedanken etwas abgleiten ließ. Yates machte so etwas wie eine Gedankennotiz an sich selbst: 'Loraya ist in der Sicherheit, okay, das wusste ich, und sie ist ab und an auf der Brücke und offenbar in der Alpha-Schicht. Das heißt, die hat abends Zeit.' Eigentlich hatte James nicht schlecht Lust, die Brücke jetzt zu verlassen und in sein Büro zu gehen. Für ein paar Minuten sich auf die Couch zu legen, die Augen zu schließen und seiner Phantasie freien Lauf zu lassen, aber er konnte die Brücke jetzt schlecht alleine lassen. Kein Captain, kein 2. Offizier da und auch sonst war Deck 1 nicht stark besetzt. Also würde er damit warten müssen. Später aber würde er sich die Akte von Loraya mal genau ansehen - dort stand sicher auch welches Quartier sie nutzte. In ihren Augen blitzte es kurz auf, als er sich wieder nach vorn drehte und ihr Lächeln breitete sich eine Spur weiter aus. Es war interessant zu beobachten, wie er reagierte, wenn er sie wahrnahm. Sie machte sich keine falschen Hoffnungen. Sein Rang und seine Position machten es unmöglich, auch nur eine Romanze in Erwägung zu ziehen. Aber sie gestattete sich ein wenig zu träumen. Träume waren nur Schäume, sie taten niemanden weh. Vielleicht ein kleiner Flirt, aber mehr würde wohl nicht draus werden. Na ja - aber ihn aus der Ferne bewundern, wäre wohl noch drin. "Keine Ursache, Commander. Wissen die dort drüben schon Bescheid, oder müssen wir mit Ihnen noch in Kontakt treten?", fragte Sheila, nur um bei seiner Antwort seine Stimme noch einmal zu hören. James fuhr sich mit der Hand durchs Haar und überlegte an der Antwort auf die Frage. "Lieutenant Commander Cecely-DeChâteau hat das Rendezvous verabredet. Ich gehe daher davon aus, dass das Schiff Bescheid weiß. Aber senden Sie doch trotzdem bitte eine kurze Nachricht und bestätigen Sie Zeitpunkt und Koordinaten. Und ich wüsste gerne den Namen des Schiffes." Ihre dunklen Augen schimmerten glutvoll, als sie ihren Blick auf die Konsole vor ihr richtete. Der Name des Schiffes war nicht schwer zu ermitteln, sie würde es jedoch Ensign Nyberg überlassen, mit dem Schiff in Verbindung zu treten. Daher schaute sie kurz der dunkelhaarigen Frau hinüber und lächelte ihr zu. Obwohl sie mit dem Commander sprach, schaute sie weiterhin Nyberg an, als sie sagte: "Es ist die USS Baltimore, Commander. Aber ich glaube ich überlasse es besser Ensign Nyberg mit ihr in Verbindung zu treten. Sie ist darin wesentlich geübter als ich." Wieder lächelte sie, als sie ihren Blick nach vorn richtete. Anna lächelte zurück. Ihre Finger schwebten schon passend über der Konsole und mit zwei schnellen Griffen war die Verbindung aufgebaut und die automatisierten Codes ausgetauscht. Da das Rendezvous an sich schon verabredet war, verzichtete Anna auf Sprachübertragungen. So war es einfach schneller und eleganter. "Koordinaten und Zeitpunkt sind bestätigt, Commander.", antwortete sie in sachlichem Tonfall. Wesentlich sachlicher, als ihr die Konversation zwischen Loraya und ihm vorgekommen war. "Außerdem: Bitte, die Brücke verlassen zu dürfen. Ich hatte noch kein Mittagessen.", fügte sie hinzu. --- Casino, 13:25 Lexi blickte sich kurz im Casino um, dann wandte sie den Blick wieder lächelnd auf die Gartenanlagen, die man vom Fenster im Casino erblicken konnte. Ein nettes kleines Picknick irgendwann... Sie schmunzelte leicht und griff gedankenverloren zu ihrem Wasserglas. Schnellen Schrittes betrat Anna das Casino und hielt Ausschau. Heute war sie etwas später von der Brücke weggekommen, als sonst. Wahrscheinlich war Lexi schon fertig mit dem Mittagessen. Nicht, dass sie sich verabredet hatten, so etwas war um die Mittagszeit meistens aussichtslos, aber sie hatten ihren Stammplatz, damit sie sich schnell finden konnten. Und, ja, Anna grinste. An der hinteren Wand, neben dem Fenster zum hydroponischen Garten leuchtete ein Rotschopf. Sie winkte Lexi zu und bedeutete ihr mit einer Geste, dass sie direkt zum Replikator gehen würde und dann an den Tisch kommen. Erneut blickte Lexi durch den Raum und das Lächeln auf ihrem Gesicht wurde noch etwas heller, als sie Anna im Raum entdeckte. Sie nickte mit einem Lächeln und schob ihr Glas auf den Tisch zurück, überlegte, was sie selbst nehmen sollte und stand kurzer Hand auf und ging auf Anna zu. "Hat's ja doch mal geklappt", wisperte die Ärztin mit einem Lächeln auf den Lippen in das Ohr der jungen OPS-Offizierin und trat an den anderen Replikator und bestellte ihr Mittagessen. Anna lachte, Lexis Haare kitzeln, wenn sie so nahe kam, und nickte nur schnell, sie war an der Reihe, ihr Essen zu bestellen. Mit einem dampfenden Teller Suppe, einem Brötchen, Zimtbeerenquark und einer Karaffe Wasser auf dem Tablett drehte sie sich zu Lexi um, die auch gerade ihr Essen in Empfang nahm. "Heute war einiges los.", meinte sie, als sie neben Lexi trat und beide zu ihrem Stammtisch loszogen. "Da konnte ich nicht früher weg." "Macht doch nichts, Hauptsache ist doch, wir haben es geschafft, mal annähernd gleichzeitig Pause zu machen. Ich hab noch etwa eine viertel Stunde Zeit für dich", erwiderte Lexi lächelnd und ließ sich auf die Bank sinken, rutschte ans Fenster. "Ich hoffe, dein Vormittag war einigermaßen ruhig?" Dass sie insgeheim immer noch über die Ursache der Probleme des Captains nachdachte, das verdrängte Lexi für den Moment. Wirklich auf eine Lösung kam sie ja doch nicht und die Zeit, die sie jetzt Ruhe hatte, wollte sie damit nicht auch noch vergeuden. Anna blickte auf ihren Teller. "Hm, ich glaube, die Suppe hält noch ein Viertelstündchen warm. Ich kann ja später essen." Sie zwinkerte Lexi zu und fing dann an, das Brötchen auseinander zu zupfen. "Wir hatten einiges an Personal-Hin-und-Her-Gewechsel, ich hatte ein nettes Objekt zum Scannen.", das 'nett' klang dabei sehr ironiedurchweicht. "Und eine Katze war zu Besuch!", fügte noch lachend hinzu. "Eine Katze?" fragte Lexi überrascht und stützte ihren Kopf auf ihre Hand und zupfte mit der anderen Hand in ihrem Salat rum. "Erzähl, wie kommt eine Katze auf die Brücke?" "Die Counselor hat sie mitgebracht gehabt.", erzählte Anna zwischen Brötchenbissen und Suppenlöffel. "Sie hatte eine Unterredung mit dem Commander. Sie sah wirklich süß aus." Anna grinste. "Die Katze meinte ich.", fügte sie schnell lachend hinzu. Sie wollte Lexi ja nicht eifersüchtig machen. Lexi lächelte und knabberte an einem Stück Möhre rum, sah Anna dann mit einem ernsteren Blick an. "Was hatte die Katze denn so wichtiges mit dem Commander zu besprechen?" fragte sie halb ernst, halb schon schmunzelnd. Vermutlich hatte die Counselor nur ihr Haustier mitgebracht, als Beistand oder etwas derartiges. Anna verschluckt sich fast an ihrer Suppe beim Lachen. "Die Counselor, nicht die süße Katze, du verstehst auch alles anders, als ich es meine." Sie tupfte sich den Mund mit der Serviette ab und grinste. "Und was den Commander angeht... ich glaube, der ist verschossen." Lexi schmunzelte. "Na, dacht ich mir schon, aber wenn du so viel von der Katze sprachst, ich konnte einfach nicht widerstehen. Ich hoffe, du verzeihst mir", fragte die Ärztin flehend dreinblickend. "Und wenn du ... auserkorene Verschießende beim Commander bist: Sag ihm, er ist zu langsam gewesen. Oder meinst du, er hat sich in die Katze verschossen?" Schnell schob sie sich einen großen Bissen Salat in den Mund. "Nee, ich glaube mich hat der noch keines Blickes gewürdigt.", Anna schüttelte den Kopf. "Schließlich sieht er ja auch nur meinen Rücken. Ich meine diese Ensign. So eine Kleine aus der Sicherheit." Sie versuchte eine Körpergröße anzudeuten, die irgendwo, einen halben Kopf unter der ihren, lag. "Klein, schlank, südländischer Typ, schwarze lange Haare.", zählte sie weiter auf. "Seine Stimme kriegt so einen anderen Unterton, wenn er mit ihr redet.", fügte sie dann noch hinzu und blickte einmal rechts und links, ob am Nebentisch jemand zuhörte. Einen Bissen lang überlegte sie, dann fiel es ihr ein. "Loraya, glaube ich.", flüsterte sie mit Verschwörermiene. Einen weiteren Bissen vertilgend überlegte Lexi. "Sagt mir nichts, aber die Beschreibung passt irgendwie auch auf dich. Bis auf den südländischen Typ vielleicht", meinte sie schmunzelnd. "Und sollte der Commander doch mal schauen, nun, kannst ihm das ja ausrichten von mir." Anna schaute Lexi mit gespielter Empörung an. "Hey, ich bin immerhin einen halben Kopf größer als sie. Und was das 'Auserkorene-Verschießende' angeht... sag ihm das lieber selbst." Sie grinste. "Ich würde da gerne Mäuschen spielen und sehen, wie ihm der Kiefer runterklappt." Sie war inzwischen mit der Suppe fertig und machte sich über den Nachtisch her. "Na, aber immerhin bist du kleiner als ich", flachste Lexi zurück und schob schließlich den leeren Salatteller auf die Seite und rutschte dichter zu Anna. "Sag mal, hast du heute Abend schon irgendwelche Pläne?" fragte sie verschwörerisch und legte ihren Arm um Annas Rücken. "Und was den Commander angeht: Ich werd ihm schon noch sagen, wie der Hase läuft. Irgendwann, wenn die Gelegenheit dazu da ist." Als Lexi auf ihre Größe zu sprechen kam, reckte und streckte sich Anna. "Ich glaube, Du schummelst mit Deinen Locken.", sagte sie grinsend. "Und was heute abend angeht...", sie lehnte sich zu Lexi. "Na, ich dachte, da mache ich mich an diese größere Rothaarige aus der Medizin ran, bevor ein andere ein Auge auf sie wirft." Lexi sah Anna an und zog sich ihre Haare mit einer Hand leicht glatt. "Ach, glaub ich nicht, dass das so viel ausmacht", meinte sie schmunzelnd und rieb kurz ihre Nase über Annas Wange. "Was die größere Rothaarige aus der Krankenstation angeht: Hast du ihr das schon gesagt? Ich glaube, sie ist sehr eigenwillig und lässt sich nicht von jedem anmachen.", erwiderte Lexi schmunzelnd. "Aber ich würde dich gern heute Abend mit was überraschen, nach dem Dienst. Und nach dem Training. Oder lassen wir es ausfallen?" Anna schmiegte sich an Lexi und legte eine Hand auf ihren Oberschenkel. "Ich glaube, diese Zeichen versteht sogar eine eigenwillige Rothaarige, die sich nicht so einfach anmachen lässt." Sie blickte Lexi tief in die Augen und kam ganz nah an ihr Gesicht. Bevor die Spannung unerträglich wurde, wandte sie sich schnell wieder ab und lachte. Knutschen im Casino - lieber nicht, jemand könnte Anstoß daran nehmen. "Hast Du denn was anstrengendes vor? Dann lasse ich mich vielleicht überreden." Lexi lächelte, hauchte Anna einen leichten Kuss auf die Schläfe, als diese wieder zurückwich. "Nun, eigentlich erst einmal nur einen ruhigen, entspannten Abend mit dir, ein gemütliches Abendessen und dann sehen, ob noch was anstrengendes kommen könnte... Ich lass mich einfach überraschen und lass es auf mich zu kommen." "Okay, dann lassen wir das Training ausfallen. Ich will Dich nicht überstrapazieren.", sie zwinkerte und trommelte mit ihren Fingern sanft auf Lexis Oberschenkel. "Für mich reichen 20 Intensivminuten in der Bereitschaftszeit. Dann hab ich genug Hunger für ein Abendessen." Sie grinste breit und dachte: '... und ein bisschen mehr.' Den Blick unauffällig auf ihre Beine gerichtet, schmunzelte Lexi leicht. "Das gefällt dir, was?" fragte sie Anna neckend und schauderte leicht. "Dann kümmer' ich mich um das Abendessen und wir sehen, was der Abend so mit sich bringt." Annas Grinsen wurde breiter, als sie Lexis Reaktion sah. Widerstrebend nahm sie ihre Hand nach oben. Ihr Blick war auf den Chronometer gefallen. Lexis Pause war so gut wie um. Lexi griff Annas Hand, drückte sie kurz und sah sie nur schweigend an, folgte schließlich dem Blick zum Chronometer. "Begleitest du mich noch bis zur Tür?" fragte sie Anna lächelnd, wohlwissend, dass sie nur ungern den Arbeitsbereich der Ärztin freiwillig betrat. "Casinotür oder ...?", aber es war klar, was Lexi meinte. Anna warf einen Blick auf ihr Tablett, alles leergegessen. "Okay, ich komme mit. Verdauungsspaziergänge sollen ja sehr gesund sein." Sie nahm ihr Tablett, stand auf und wartete, dass Lexi es ihr nachmachte. Lexi griff nach ihrem Tablett und folgte Anna zu den Recyclern. Als sie schließlich auf dem Gang standen, streifte ihre Hand kurz über die der jungen Frau neben ihr. "Nur, wenn du möchtest, ich würde mich jedenfalls sehr freuen.", erwiderte sie lächelnd. Anna ergriff Lexis Hand und drückte sie kurz. "Solange es Dich wirklich freut, und Du hier keine Therapie beginnst, gerne." Lächelnd zog sie Lexi mit zum Turbolift. "Nein, keine Sorge, ich zwinge dich nicht zu mehr Besuchen, als unbedingt nötig. Im Gegenteil, ich hoffe, dass wir das Intervall noch etwas lockern können.", erwiderte Lexi lächelnd und gab dem Turbolift an, dass sie ihn benötigte. "Und wenn, dann hast du die Therapie selbst ausgewählt, immerhin hast du dich mit einer Ärztin eingelassen." "Ich habe mich mit einer attraktiven rothaarigen Offizierin eingelassen, die sich hinterher als Ärztin rausstellte. Die Chancen auf eine Wissenschaftlerin standen immerhin 50-50." Der Turbolift kam an und zwei POs verließen ihn. Lexi und Anna stiegen ein. "Deck 7.", befahl Anna. "Krankenstation." "Ach, wenn man es genau nimmt, selbst wir Ärzte sind auf unsere Weise Wissenschaftler, also, von daher...", meinte Lexi lächelnd und drückte Annas Hand noch etwas intensiver. "Du gehst deinen Weg, den du für richtig hältst. Ich begleite dich nur und helfe dir, wo ich kann." 'Das sind die schlimmsten.', dachte Anna für sich. Sie sprach es nicht laut aus, da sie gerne einfach Zeit mit Lexi verbringen wollte, ohne die Sprache auf ihre Probleme zu lenken oder Lexis Mitleid zu wecken. "Ich begleite doch dich.", winkte sie ab. "Und was den Weg betrifft, ich dachte wir gehen hier einfach ein Stück zusammen." Betreten sah Lexi kurz zum Boden. "Entschuldige.", murmelte sie kurz verlegen, bevor sie langsam wieder den Blick hob, mit leicht geröteten Wangen. Sie wollte Anna nicht ständig daran erinnern, aber manches Mal rutschte sie einfach in ihre Ärzterolle hinein, ohne es bewusst zu merken. "Genießen wir einfach noch schweigend die restliche Zeit", erwiderte sie und schmiegte kurz ihren Kopf an Annas Schulter. Anna grub Ihre Nase in Lexis Haare und sog ihren Duft ein. Während sie weitergingen, fing Anna an zu summen. "Weißt Du,", brach sie ein paar Schritte später das Schweigen. "ich hatte heute ein ganz komisches Déjà-Vu. Ich war gerade dabei, dieses ... Schiff zu scannen und hatte eine dreidimensionale Projektion der Sensordaten vor mir. Und aus irgendeinem Grund, erinnerte es mich an eine Melodie. Eine Melodie, die mir aber partout nicht einfallen will." Lexi lauschte kurz dem Summen. "Hm... Hört sich an, wie eine Kindermelodie. Aber kennen tu ich sie leider auch nicht. Vielleicht wird's ja noch, summ weiter, was du weißt.", bat sie Anna und blieb stehen. Einen kurzen Moment hatte sie noch. "Oh nein,", Anna lachte. "die war es nicht. Sie stammt aus irgendeinem Hörspiel, das mir vor einer Weile mal in die Hände geraten ist. Von der anderen sehe ich bisher nur ein... Bild, wenn man das so beschreiben kann. Wer weiß, wahrscheinlich fällt es mir ein, wenn ich am wenigsten daran denke." Die Tür der Krankenstation kam in Sichtweite und Anna hielt an. "Achso", erwiderte Lexi ebenfalls lachend. "Na, wenn's dir einfällt, lässt du es mich dann wissen?" fragte sie und hielt ebenfalls an. "Wo treffen wir uns denn nachher? Soll ich dich vom Sportbereich abholen?" "Lass uns das einfach kurzfristig ausmachen. Ich weiß noch nicht, wann ich die Brücke verlasse, und Du arbeitest ja manchmal auch noch während der Bereitschaft. Ich melde mich einfach, bevor ich unter die Dusche springe, dann hast Du genug Zeit, mich abzuholen, okay?", schlug Anna vor. Was Lexi wohl machen würde, wenn sie zu früh ankäme und sie noch tropfnass...? 'Nein.', Anna schob den Gedanken beiseite. 'Doch nicht im Sportbereich, wo sie jeder überraschen könnte.' "In Ordnung, machen wir's so... Wobei ich heute pünktlich raus will, ich will ja schließlich unser Abendessen vorbereiten und fertig sein, wenn du fertig bist.", erwiderte Lexi lächelnd und drückte Anna an ihre Seite. "Wir sehen uns dann später, kleiner Smaragd?" Anna streckte sich grinsend, um das 'klein' nicht auf sich sitzen zu lassen. "Dann bis später... große Medizinfrau." Niemand war zu sehen, daher ergriff Anna die Chance, und hauchte Lexi einen Kuss auf die Backe. Lexi lächelte und strich Anna kurz sanft über die Wange, hauchte ihr dann einen Kuss auf die Nasenspitze. "Bis später." - "Bis heute abend dann." Zögernd ließ sie Lexi los. Lexi sah einen Moment fragend zu Anna. "Alles klar?" Anna grinste Lexi an. "Alles klar. Jetzt brauch ich nur noch jemand, mit dem ich die restlichen 5 Minuten meiner Pause verbringe." "Führ mich nicht in Versuchung", meinte Lexi teils leicht schelmisch und teils leicht betrübt. "Holen wir's heute Abend nach." Anna grinste. "Du denkst Sachen.", kommentierte Anna und schüttelte den Kopf. "Ich meinte doch nur jemand zum Quatschen, damit ich nicht aus Langeweile schon 5 Minuten früher auf die Brücke gehe, als nötig. Naja, den Quartiermeister sollte ich vielleicht noch beruhigen gehen, könnte ich eigentlich noch machen." Sie winkt Lexi noch einmal zu. "Dann bis heute Abend." Ein paar Schritte ging sie noch rückwärts und drehte sich dann um und ging mit schnellen Schritten weiter. Lexi schüttelte leicht den Kopf, schmunzelte dabei. "Bis heute Abend", murmelte sie, Anna war schon längst aus ihrem Blick verschwunden. Ein leises Seufzen und die rothaarige Ärztin schritt in die Krankenstation. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de