************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 06 / 01092006 * * 22052380 * * Ein neuer Tag bricht an * ************************************************************************ ************************************************************************ * 22052380 * ************************************************************************ --- Deck 4, Gästequartier, 00:30 Gegen halb eins endete die Befragung des Söldners, wobei dieser immer wieder seine Unschuld beteuerte, auch dann noch, als Lt. Howard die mehr als belastenden Daten mitbrachte. Shakkle eskortierte Captain Carlyle in ein Gästequartier auf Deck 4, ließ den Raum verriegeln und postierte zwei Sicherheitsleute der Gamma-Schicht vor den Eingang. --- Im Quartier des Captains und seiner Familie Nesta hatte den enttäuschten Mädchen eine Geschichte vorgelesen und sie dann liebevoll zu Bett gebracht. Anschließend hatte sie die Küche aufgeräumt und sich dann mit Emily gemütlich auf die Couch gesetzt. Sie machte sich Sorgen um ihren Mann. Er hatte soviel Arbeit die letzten Tage und hatte sich gleichzeitig so auf seine Familie gefreut und nun hatte er nicht die Zeit, die er ihnen so gerne widmen wollte. Hinzu kam, dass Nesta spürte, dass es Timo nicht gut ging. Unruhig ging sie im Wohnraum auf und ab. Emily hatte sich inzwischen auf einem Kissen müde zusammen gerollt und schaute nur ab und zu mal auf, um ihr beim Wandern zuzusehen. Seufzend fragte die Betazoidin sich, ob sie einfach in den Konferenzraum gehen sollte. Immerhin war sie die erste Counselor an Bord, hatte sie damit nicht Grund genug dort zu sein? Doch Nesta verwarf den Gedanken wieder. Wenn Timo sie wirklich brauchte, dann würde er sie rufen. Aber das Warten war ihr zuwider. Besonders unter solchen Umständen. Schließlich gab sie es auf und wies den Computer an, den Schlaf der Mädchen zu überwachen und sie zu informieren, sollten sie erwachen. --- Brücke, ein paar Minuten später Die Lifttüren öffneten sich und Nesta betrat die Brücke. Einen kurzen Moment blieb sie stehen und schaute auf den Hauptschirm. Das cardassianische Schiff war noch immer da und wartete. Nesta seufzte leise und ging dann auf den Konferenzraum zu. Doch kurz bevor sie ihn betreten wollte, ging die Tür auf und Timo kam heraus. --- Konferenzraum DeChâteau war froh, als er den Konferenzraum endlich verlassen konnte. Schon während des Gesprächs mit Telmar hatte er sich nicht wohlgefühlt. Das jedoch nicht nur zuletzt, weil er alles andere als erfreut gewesen war, Telmar wiederzusehen, und um dann auch noch zu erfahren, dass dieser zukünftig als Verbindungsoffizier hier auf der Victory herumschnüffeln würde, nein, irgendetwas stimmte mit ihm nicht. DeChâteau vermutete eine Grippe oder etwas ähnliches. Zumindest ging es über einen einfachen Schnupfen hinaus, das hatten die letzte halbe Stunde im Konferenzraum gezeigt. Nun endlich, nachdem alles geklärt schien, trat Timo durch die Tür des Konferenzraums. --- Brücke Die Betazoidin trat einen Schritt zur Seite und betrachtete ihren Mann besorgt. Seine Augen waren rotgerändert und schienen unnatürlich zu glänzen. Seine Wangen glühten und ein leiser Schweißfilm lag auf seiner Stirn. Wäre er eine ihrer Töchter, würde sie ihn sofort ins Bett schicken. Aber er war der Kommandant dieses Schiffes und würde gleich - ohne das er sein Gesicht verlor - von ihr auf die Krankenstation geschickt werden. Ein letztes Mal strengte er sich an, versuchte Haltung zu bewahren, bis er den Turbolift auf der gegenüberliegenden Seite erreichte, um dann auf direkten Wege zur Krankenstation zu fahren. Er kam jedoch keine 2 Meter weit. Nesta stand plötzlich vor ihm und sah ihn mitfühlend an. Der Franzose konnte nicht sagen, wie sie auf einmal hierher gekommen war. Doch als er sie sah, fühlte er wie sich ein warmes Gefühl in ihm ausbreitete und das Frostige vertrieb. Ein Lächeln huschte über seine Lippen, er war froh, dass sie da war. Im nächsten Augenblick lag er bewusstlos auf dem Boden. --- Krankenstation DeChâteau wachte immer wieder auf, nahm seine Umgebung aber nur bedingt wahr. Vielmehr fühlte er sich, als sei er in einem Traum gefangen - halt mit dem einen Fuß bereits wach und aus dem Bett heraus, während die andere Seite sich mit aller Kraft dagegen weigerte die wunderschöne Traumwelt zu verlassen. In diesem Fall jedoch fand Timo den Traum alles andere als schön. Naja, wer würde schon einen Traum schön finden, in dem sich ein MHN über einen beugte, man die Worte der Projektion nicht verstand, aber ohne Zweifel wusste, dass sie nicht die freundlichen und beruhigenden waren, die man eigentlich von einem Arzt erwartete. Immerhin konnte er sich sicher sein, dass er in guten Händen war, sah er doch im Hintergrund Nesta stehen. --- Deck 3, Quartier des CoS, 01:00 Shakkle betrat sein Quartier und tauchte in tiefe Dunkelheit, als sich die Tür schloss, da die Außenfenster verhüllt waren und das Licht nicht automatisch anging. Er ging zu einer Kommode an der rechten Seite und zündete eine Kerze an. Das flackernde, orangene Licht, erhellte den Raum nur zum Teil und lies seltsame Schatten entstehen. Das Zimmer war spartanisch eingerichtet, nur paar persönliche Gegenstände hier und da ließen wenig über den Bewohner in Erfahrung bringen. Shakkle legte seine Uniform ab und ging ins Bad, um sich zu säubern. Nach einer Viertelstunde betrat er wieder den Raum, ließ sich von Replikator heißes Wasser in seine eigene Tasse aus einem unzerbrechlichen Kunststoff bereitstellen. Er nahm die Tasse und holte ein Kästchen aus der Kommodenschublade. Es war aus einen Metall, welches Holz imitierte und sich nur durch eine DNS-Probe öffnen lies. Shakkle machte es auf, nahm ein kleines Löffelchen eines opalisierenden Pulvers heraus und gab es in die Tasse. Während sich das Pulver im heißen Wasser auflöste, legte er das Kästchen zurück und löschte die Kerze. Shakkle nahm die Tasse und ging an das Bettende. Dort stehend trank er das Mittel... es diente dazu ihm in einen traumlosen Tiefschlaf zu versetzen und wirkte sofort. Shakkle fiel wie gefällt auf das Bett und die Tasse auf den Boden. Genau vier Stunden später schlug Shakkle die Augen auf und ließ den Computer das Licht anmachen. Er stand auf, machte einen Abstecher ins Bad und zog sich eine Übungsuniform an. Er verließ sein Quartier und machte sich auf dem Weg zum Holodeck 4. --- Deck 9, Holodeck 4, 05:40 Shakkle betrat den Raum und ließ sich sein Übungsszenario hochladen. Er stand plötzlich inmitten einer Savanne. Die rote Sonne brannte unbarmherzig und die Luft war fast bewegungslos und trocken. Am Horizont war eine Anhöhe zu sehen und er lief darauf zu. Die fast zwei G machten ihm zu schaffen und bald zeigten sich dunklere Schweißflecken an seinem schwarzen Übungsanzug... --- Quartier Sheila Loraya, 05:30 Sheila war schon wach, ehe der Computer sie weckte. Sie schlug die Decke zur Seite und streckte sich gähnend, bevor sie ihre schlanken Beine aus dem Bett schwang und aufstand. Sie legte sich rücklings auf den Boden und begann ihre morgendlichen Gymnastikübungen wie immer mit dem "Fahrradfahren". Dem folgten Bauchmuskelübungen, Liegestützen, Lockerungsübungen, Beinübungen und andere nette Sachen, sie einem eine gute Figur bescherten. Nach einer halben Stunde verschwand sie im Bad und machte sich für den Tag zurecht. Vor dem Spiegel überprüfte sie den korrekten Sitz ihrer Uniform und ihres Pins, bevor sie dann ihr Quartier verließ und sich auf den Weg machte, ein Frühstück zu sich zu nehmen. --- Maschinenraum 06:15 Brummend streckte sich Aliya in ihrer Hängematte, als ihre Konsole einen eingehenden Bericht mit einem Piepen bestätigte. Sie war alles andere als ein Frühaufsteher, drehte sich mürrisch brummend in ihrer Hängematte um, bevor sie sich aufsetzte und nach kurzem Strecken die dünne Decke zurückschlug und herunterhüpfte. Einige der Techniker waren verwirrt, aber sie mussten sich daran gewöhnen, dass Aliya manchmal eben einfach im Maschinenraum übernachtete - das angenehme Brummen von Shiny fand sie einfach wunderbar. Leider war Aliya bei aller Fröhlichkeit ein Morgenmuffel. Der Bericht informierte sie darüber, dass ein kleiner Fehler bei einem Verteiler in einer Jeffriesröhre behoben wurde - okay... gut... Ihre Jacke überwerfend durchquerte Aliya den Vorraum vor ihrem Büro und bog in den Waschraum ab, um sich frisch zu machen - die Haare lies sie einfach offen über die Schultern hängen. Jetzt brauchte sie nur noch eine heiße Schokolade und sie war wieder ansprechbar. --- Quartier Nyberg, 06:12 "Computer, Wecker deaktivieren.", flüsterte Anna kaum hörbar. Sie war ein paar Minuten vor dem Wecker aufgewacht, inzwischen hatte sie sich an ihre Dienstzeiten gewöhnt und unterbewusst merkte sie wohl genau, wann sie noch Zeit hatte, das unangenehme Piepsen des Weckers zu deaktivieren. Vorsichtig drehte sie sich um zu Lexi, die noch selig schlummerte. Ein paar Strähnen ihres Haares waren ihr ins Gesicht gerutscht. Anna schob sie vorsichtig zur Seite. Wenn sie Lexi schon wecken musste, dann konnte sie es auch sanft machen. Zart streichelte sie über Lexis Haare, ihre Schulter und dann ihren Arm hinab bis zu den Fingerspitzen. Sie kreiste ein paar mal auf Lexis Handrücken und machte sich dann auf den Rückweg den Arm hinauf, über die Schulter, das Schlüsselbein... Lexi räkelte sich leicht unter den sanften Berührungen, die sie, anfänglich noch von weiter Ferne, auf ihrer Haut spürte. Sie wollte noch nicht wirklich aufwachen. Da das Streicheln aber nach wie vor anhielt, öffnete sie langsam die Augen. "Guten Morgen, Schönheit.", murmelte sie noch ein wenig schlaftrunken zu Anna und strich ihr zärtlich mit einer Hand durchs Gesicht. "Guten Morgen, mein Murmeltier.", schmunzelte Anna. Sie rückte näher an Lexi, bis sich ihre Nasenspitzen berührten, dann hauchte Sie Lexi einen Kuss dorthin. "Du siehst süß aus, wenn Du schläfst. Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen." Sie seufzte. "Nur leider fängt bald unsre Schicht an." "Murmeltier?" grinste Lexi leicht zurück. "Trifft's heute morgen ganz gut bei mir. Ich würde liebend gerne an deiner Seite weitermurmeln." Sie richtete sich langsam auf. "Hast du denn gut geschlafen?" "Keine Ahnung, meine letzte Erinnerung war, dass ich mich an Dich gekuschelt habe... ich vermute mal, das heißt gut. Nur länger hätte es natürlich sein können." Sie grinste und strich über Lexis Rücken, um dann ihren Arm an der Taille liegen zu lassen. Dann zog sie kurz die Stirn kraus, als ob sie überlegte. "Mmmh... was hältst Du von Frühstück im Bett? Ein paar Minuten unter der warmen Decke rausschinden?" "Freut mich zu hören.", erwiderte Lexi und beugte sich zu Anna rüber, um ihr einen Kuss auf die Lippen zu hauchen. "Und der Vorschlag ist gut, so kann man die harte Realität weiter von sich schieben, nur wo kriegen wir jetzt den Laufburschen her, der uns das Frühstück her bringt?" "Nein, besser nicht. Wer weiß, was der dann für Fantasien bekommt. Zwei Mädels im Bett." Anna schüttelte lachend den Kopf. "Wenn Du mir sagst, was Du am liebsten isst, hole ich es schnell vom Replikator." Sie zögerte einen Moment, ihr war da wieder ein Detail eingefallen. "Ähm... wenn Du mir wieder die Decke leihst?", fragte sie zögerlich und ihre Backen liefen rot an. Lexi schmunzelte. "Vermutlich oder hoffentlich auf das einzigst richtige: Die haben es richtig gemacht und sind liegen geblieben", grinste sie die junge Ops-Offizierin an. "Und zum Frühstück hätte ich gerne", begann sie aufzuzählen, während sie Anna schon in die Decke einwickelte. "Ein Brötchen und dazu etwas Marmelade und ein wenig grünes Obst, am besten Kiwis und eine Tasse Kräuterteemischung Nummer 5", bat sie und lächelte Anna an. Anna grinste. "Okay. Bestellung aufgenommen." Sie war hin und her gerissen... eigentlich wollte sie Lexi die Decke ja nicht klauen und sie der kühlen Luft aussetzen, aber wie kam sie sonst zum Replikator, ohne was... Ihr kam eine Idee. Sie rutschte weiter nach unten, bis sie mit einem Fuss nach ihren Kleidern am Fußende angeln konnte. Schnell hatte sie ihre Unterwäsche gefunden uns wand sich unter der Decke, bis sie in etwa am richtigen Platz saß. "Und Du kannst die Decke behalten." Sie zwinkerte Lexi zu. Am Replikator gab sie murmelnd Lexis Bestellung durch und drückte zusätzlich noch ein paar Tasten. Sie kam zurück, der Replikator hatte sogar praktischerweise ein Tablett mit ausklappbaren Füßen produzieren können. Darauf balancierte sie zwei Tassen Tee, ein Korb mit Brötchen und kleinen Hefeküchlein, zwei verschiedenen Marmeladen, Frischkäse und zwei Schälchen mit Obst: eins mit Kiwi und eins mit Melone und natürlich zwei große Servietten. Vorsichtig stellte sie es auf dem Bett ab und schlüpfte wieder unter die Decke. "Recht so?", strahle sie Lexi an. Lexi lächelte und rutschte neben Anna, strich ihr sanft über die Schulter. "Und wie. Du bist zu gut zu mir, ich werd mich bei Gelegenheit revanchieren." Ganz ungeniert strich sie Anna zärtlich über den Rücken und hauchte ihr einen sanften Kuss auf die Halsbeuge. "Hey.", antwortete Anna spielerisch. "Da ist das Frühstück. Wenn Du so weiter machst, kommen wir beide zu spät." Nur, die Art wie sie es sagte, zeigte, dass sie eigentlich gar nichts gegen das Zuspätkommen einzuwenden hatte. Sie legte einen Arm um Lexi. Mit der anderen Hand strich sie ihr durch die Haare. Sie beugte ihren Kopf und ihre Lippen berührten sanft Lexis. "Wir haben doch noch Zeit.", murmelte Lexi in die Küsse hinein, bevor Anna sie schließlich küsste. 'Was passiert hier nur gerade?', schoss es ihr durch den Kopf und für einen kleinen Moment streichelte sie Anna noch etwas zärtlicher, genoss einfach, was passierte. Anna lachte leise. Sie drehte sich ein bisschen und richtete sich auf, sodass sie etwas über Lexi gebeugt war. Sie ließ ihre Finger über Lexis Nacken streifen, während sie ihr eine zweiten Kuss gab, fester, hungriger als der erste. Ihre Finger wanderten über Lexis Schulter. "Du willst also noch eine kleine Vorspeise vor dem Frühstück?", fragte sie leise schmunzelnd. "Du nicht?" fragte Lexi mit einem unschuldigen Blick auf Anna und strich ihr sanft eine freche Strähne aus dem Gesicht, die drohte sich in Annas smaragdgrüne Augen zu stürzen. "Ich liebe Naschereien.", antwortete sie zweideutig, während ihre Hand langsam unter die Decke wanderte. Lexi begann wieder leise zu wimmern, strich Anna sanft über den Rücken und intensivierte den Kuss noch mal leicht. Anna erwiderte Lexis Kuss. Sie strich über Lexis Hüfte, ihre Unterwäsche fühlte sich seidig glatt an und kühl an. Dann wurde sie stürmischer und zog Lexi nah an sich und ließ ihr Bein an Lexis entlang gleiten. "Ups.", Anna fuhr erschreckt auf, als sich plötzlich etwas auf die Decke ergoss. Sie konnte die zweite Tasse Tee gerade noch davon abhalten, auch vom Tablett zu kippen. Dann musste sie lachen. "Ich glaube, unser Frühstück hat was gegen die Vorspeise." Lexi sah auf die umgestürzte Tasse. "Na sowas freches... Wir sollten, wohl oder übel das Frühstück, oder die Vorspeise, woanders hin verlegen, ganz wie es dir beliebt." Anna strampelte die feuchte Stelle der Decke zur Seite. "Ich hol mir eine neue und dann frühstücken wir weiter." Lexi brummte unwillig. "Muss ich dich wirklich gehen lassen, jetzt wo es gerade so schön war?" murmelte sie und strich Anna sanft mit einem Finger von der Wange abwärts zur Schulter, bis halb ins Dekolletee hinein. Anna fühlte einen Schauder über ihre Haut ziehen, als Lexis Finger sie berührten. Diesmal war es an ihr zu wimmern. "Oh, Du bist mir aber eine Hungrige.", sagte sie lächelnd. Etwas vorsichtiger, um diesmal das Tablett nicht umzustoßen rutschte sie wieder zu Lexi. Ihre Hand glitt unter die Decke und kehrte wieder dahin zurück, wo sie vorhin unterbrochen worden war. Piep, piep, piep. Anna fuhr hoch. Der Wecker war es nicht. Ihr Blick fiel auf die Uhr. "Oh-oh, die Bereitschaftszeit fängt an." Gestern hatte sie den Computer angewiesen, sie über Ende und Anfang der Bereitschaftszeit zu informieren, da sie das neue Schichtsystem hier noch nicht ganz verinnerlicht hatte. Lexi sah auf. Warum immer dann, wenn's am schönsten war? "Dann müssen wir wohl oder übel aufhören", brummte sie unwillig. "Wer hat sich das blöde Schema ausgedacht?" "Kannst ja beim Captain einen Verbesserungsvorschlag einreichen." Anna grinste. "Nur für die Begründung musst du dir was gutes einfallen lassen." Sie schwang widerstrebend die Beine über die Bettkante. Auch sie wäre noch liebend gerne unter der Decke geblieben. "Immerhin ist es ja nur Bereitschaft. Dann können wir wenigstens noch zusammen frühstücken." "Reicht die Aussage, private Massagetermine?" fragte Lexi grinsend und kroch hinter Anna, strich ihr kurz massierend über die Schultern. "Aber du hast wohl recht... Ich werd nur schnell bei mir im Quartier unter die Dusche springen. Ich brauch eh noch eine frische Uniform. Soll ich danach wieder her kommen oder kommst du zu mir?" Anna brummte zufrieden unter Lexis Händen. "Vielleicht.", sagte sie gedehnt. "Immerhin ist er doch auch verheiratet." Dann ging sie auf Lexis Frage ein. "Wie Du willst. Ich kann die Reste des Frühstücks auch zu Dir tragen... Solange mir niemand begegnet." Anna grinste bei dem Gedanken. "In Ordnung, dann steuere ich den verschütteten Rest dazu.", meinte Lexi lächelnd und massierte Anna noch für einen Moment weiter. "Mmmmmh. Wenn Du so weitermachst, könnte ich die Bereitschaft glatt vergessen." Sie drehte sich zu Lexi um und drückte sie einmal und gab ihr einen Kuss auf die Backe. "Jetzt müssen wir aber wirklich raus." Anna stand auf. "In 10 Minuten bei Dir?" "Ja, du hast wohl recht", seufzte Lexi und erwiderte den Kuss sanft. "Also bis gleich." Sie stand auf und nahm ihre Sachen zur Hand. "Beeil dich, sonst komm ich noch vorher wieder.", grinste sie Anna an, nachdem sie angezogen war. Anna entfernte den Kommunikator und den Pin von ihrer Uniform und warf sie zusammen mit den restlichen Kleidungsstücken in den Recycler. "Hmm... das wäre überlegenswert.", schmunzelte sie. "Aber ich werd's schon schaffen. Bis gleich." Lexi lächelte und strich Anna noch einmal über ihr Haar, bevor sie das Quartier verließ und in ihres eilte. --- Deck 9, Holodeck 4, 06:30 Durch das anstrengende Laufen schmerzte sein Körper und erinnerte ihn daran, dass er am Leben war. Shakkle dachte über seine Weltraumphobie nach und fragte sich, wann er diese endlich in Griff bekommen würde. Es waren leider auch die Träume, die ihm zu schaffen machten... sie kehrten immer dann zurück, wenn er sich auf einem Raumschiff befand. Sollte er die Counselor aufsuchen? Nein, er würde ihr sowieso nichts über die Gründe seiner Träume und der Phobie sagen dürfen. Dass er seit ungefähr fünfeinhalb Jahren mit sich nicht ins Reine kommen konnte. Das bedeutete aber, dass er sich irgendwann wieder neue Bestandteile seines Schlaftrunks besorgen müsste. Sie waren unauffällig und ließen sich legal beschaffen, aber er sollte es nicht unbedingt am Bord des Schiffs machen. Das Zeug war ungefährlich und führte zur keinerlei körperlichen Benachteilung, bloß, dass es ihn persönlich zu schaffen machte, dass er nicht in der Lage war, seiner Schwäche Herr zu werden. Nach knapp einer Stunde erreichte er sein vorgegebenes Ziel, ließ die Simulation beenden und kehrte in sein Quartier zurück. --- Deck 3, Quartier des CoS, 06:45 Nachdem er ausgiebig geduscht hatte, zog Shakkle seine Dienstuniform an. Er ordnete seine Sachen und machte sich kurze Zeit später auf den Weg ins Casino. --- Casino, 06:30 Es war überraschend leer im Casino, doch dann erinnerte Sheila sich wieder daran, dass auf der Victory ein anderes Schichtsystem herrschte. Na ja - egal, morgen würde sie dann vielleicht eine Stunde länger schlafen, vielleicht aber auch nicht. Sie war es so gewohnt um halb sechs aufzustehen, dass sie sogar an ihren freien Tagen pünktlich erwachte, nur damit sie sich noch mal umdrehen konnte, ohne wieder richtig einzuschlafen. Gut gelaunt trat sie an den Replikator und replizierte sich ein französisches Frühstück. Mit dem Tablett steuerte sie auf eine Bank am Fenster zu und schaute verträumt hinaus. Im Casino war es recht leer, aber der Duft ihres britischen Frühstücks mit Ei und Speck, welches durch den Replikator den Weg auf ihr Tablett gefunden hatte, hatte ihre Muffeligkeit schon soweit vertrieben, dass sie ungern allein Essen würde. Ihr Blick fiel auf eine junge Frau in gelber Uniform. Da sich Aliya nicht erinnern konnte, dass sie zu ihren Leuten gehörte, war sie wohl eine von der Sicherheit. Aliya steuerte also auf sie zu - einen Versuch konnte ja nicht schaden. "Guten Morgen. Haben sie was dagegen, wenn ich mich zu Ihnen setze?" wollte Aliya wissen Sie hatte im Fenster die Spiegelung gesehen und war daher nicht überrascht, als Aliya sie ansprach. Mit einem freundlichen Lächeln wandte Sheila sich zu ihr um und erwiderte: "Aber gern! Bitte, setzen Sie sich." Die junge Spanierin hatte ihren Café con leche - ah nein, es war ein Café au lait, es war ja ein französisches Frühstück - zur Hälfte geleert und griff nun nach ihrem mit Erdbeermarmelade bestrichenem Croissant. Sie hatte ihre Hausaufgaben gemacht und wusste, dass sie der Chefingenieurin gegenüber saß, daher fragte sie grinsend: "Und wie sieht es aus? Wie viele Kinderkrankheiten haben wir zu erwarten? Sagen Sie nicht, es ist mit einem Wunder zu rechnen und man hat in der Werft an alles gedacht." Sheila lachte leise und biss in ihr Croissant. Ihr Augen zwinkerten ihr Gegenüber humorvoll an. "Och Windpocken, Röteln, Masern...", grinste Aliya während sie es sich bequem machte "Alles vorhanden...", sie schob sich die erste Gabel mit Schinkenspeck und Ei in den Mund und biss vom dazugehörigen Weißbrot ab. Nachdem sie es hinuntergeschluckt hatte, fuhr sie fort. "Ich würde mir Sorgen machen, wenn es keine Probleme geben würde. Aber die gute Victory macht sich einfach wunderbar und explodiert ist auch noch nichts.", zwinkerte sie, wobei ihr einfiel, dass sie ja auch noch keine Experimente durchgeführt hatte. "Wie läuft es in der Sicherheit?" wollte Aliya neugierig wissen. "Ich weiß es nicht. Ich bin erst seit gestern an Bord.", antwortete Sheila und fügte schnell hinzu: "Mein Name ist Sheila. Sheila Loraya!" Die junge Spanierin reichte Aliya quer über den Tisch die Hand und griff dann wieder nach ihrem Becher, um einen Schluck zu trinken. "Ich bin zur gewohnten Stunde aufgestanden, dabei beginnt mein Dienst erst später. Ich muss mich an das andere Schichtsystem erst noch gewöhnen." Aliya lächelte offen und ergriff die angebotene Hand und schüttelte sie leicht. "Ich bin Aliya, Aliya Riddick. Freut mich sehr." sie überlegte kurz ob sie Probleme mit dem Schichtsystem gehabt hatte "Ja ich bin auch noch nicht ganz drin, da ich eigentlich 3-Schicht-Rotation gewohnt bin... obwohl ich normalerweise nach einer Nacht mit rotem Alarm wie ein Stein schlafe. Ich bin nur wachgeworden, weil mich ein Statusbericht aufgeweckt hat - Vielleicht hätte ich zum Schlafen doch mein Quartier vorziehen sollen, anstatt mein Büro...", überlegte sie "Aber das System hat auch seine Vorteile... mehr Freizeit, wenn man sie denn mal nutzen kann." meinte sie schließlich schmunzelnd - ob ihr Gegenüber das ganze überhaupt interessierte? Aber so war Aliya. Konnte reden wie ein Wasserfall. Sheila schmunzelte und aß in Ruhe ihr Croissant, trank dazu ihren Café con leche und lauschte Aliyas Redeschwall. Als sie eine kurze Pause einlegte, meinte Sheila: "Mehr Freizeit, ja - das ist wirklich gut. Ich hoffe nur, dass diese 'Freizeit' nicht mit mehr Trainingseinheiten gefüllt wird. Ich trainiere sehr gern, aber das mache ich schon von mir aus. Doch gerade für heute wurde ein Training um 07:00 angesetzt, bei dem ich teilnehmen muss. Anschließend werde ich mir aber noch ein zweites Frühstück gönnen. Ich will ja kein Hungerhaken werden." "Ja, das kann ich nachvollziehen..." nickte Aliya lächelnd "Ich bin froh, mittlerweile selbst über meine Trainingszeiten entscheiden zu können... auch wenn ich ziemlich nachgelassen habe." fügte sie seufzend an, grinste dann aber wieder "Dafür hatte ich genug Zeit Shiny auf Herz und Nieren zu untersuchen." Shakkle betrat das verhältnismäßig leere Casino und sah an einem Tisch seinen neuesten Zugang, Ensign Loraya mit der Chefingenieurin Lt. Riddick gemeinsam speisen. Leider saßen sie am Fenster, was den CoS veranlasste sich wo anders Platz zu nehmen. Fragend hob Sheila eine Augenbraue und fragte erstaunt: "Wer ist Shiny?" Die Tür des Casinos öffnete sich und gewohnheitsgemäß schaute die junge Sicherheitsoffizierin auf. Es war ihr Chef und einen Moment fragte sie sich, ob er sich zu ihnen gesellen würde. Ein Teil von ihr fürchtete, dass er sich zu ihnen setzten würde, doch als er sich an einen Tisch in der Mitte des Casinos setzte, verspürte sie beinahe so etwas wie Enttäuschung. Eigenartig, die meisten Personen fühlten sich zu den Fensterplätzen hingezogen. Es waren auch genug frei. Warum hatte er sich für einen anderen Platz entschieden? 'Er wird wohl einfach nur essen wollen, hör auf gleich wieder wilde Spekulationen anzustellen, Loraya!', ermahnte sie sich im Stillen. Nahm sich aber trotzdem vor, in Zukunft ein wenig darauf zu achten, ob er Tische im Innern des Casinos bevorzugte oder ob das heute nur ein unbedeutender Zufall war. Aliya grinste breit und strich ihr buntes Haar, welches immer wieder nach vorn rutschte, zurück über die Schulter "Ich habe den Warpkern Shiny genannt... Es hat einfach gepasst.", lächelte sie. Dann folgte ihr Blick dem von Loraya. Sie erkannte in dem Mann den Leiter der Sicherheit. "Alles in Ordnung?" wollte sie von Loraya wissen, da sie ihr ein klein wenig abgelenkt vorkam. Sheila blickte auf und erwiderte: "Ähm, ja. Klar, alles okay." Sie riss sich zusammen und schenkte Aliya wieder ihre volle Aufmerksamkeit. Um ihr zu bestätigen, dass sie ihr zugehört hatte, sagte sie: "Ich habe Shiny noch gar nicht gesehen, den Maschinenraum habe ich noch nicht besichtigt, allein schon deshalb, damit ich niemanden bei der Arbeit störe." Die junge Spanierin griff wieder nach ihrem Becher und leerte ihn. Ihr Frühstück war beendet. Sie lehnte sich entspannt zurück und lächelte. "Es ist schön, dass Sie dem Warpkern einen Namen gegeben haben, das macht es irgendwie persönlicher", sagte sie. --- Quartier Haris Lexi streifte die Kleidung vom Körper, entfernte alles, was bei der Reinigung störte und warf sie zur Reinigung in den Recycler, bevor sie unter die Dusche ging. --- Quartier Nyberg Kaum war die Tür hinter Lexi zu, eilte Anna ins Bad. Sie sprang schnell unter die Dusche. Ins Handtuch eingewickelt begann sie dann ihre Haare zu trocknen und steckte sie dann zu einem lockeren Knoten hoch. Wie gewohnt griff sie dann auf die Ablage unter dem Spiegel nach ihrem Hypospray... da fiel ihr ein, dass sie die Box mit den Phiolen bei Lexi liegen gelassen hatte. 'Na egal.', dachte sie. 'Vor oder nach dem Frühstück macht ja keinen Unterschied.' Sie rubbelte die letzten Wassertropfen trocken, dann verließ sie das Bad und zog schnell eine frische Uniform an. Vor dem Spiegel steckte sie sich Rangpin und Kommunikator an. Ihr Blick fiel auf die Uhr, die zehn Minuten waren fast um. Auf Make-up würde sie heute wohl verzichten. Zurück am Bett sammelte sie die noch genießbaren Reste des Frühstücks auf das Tablett. Die Decke, Lexis Decke, hängte sie erst einmal zum Trockenen im Bad auf. Sie würde später Lexi fragen, wie die Decke am besten gereinigt werden konnte. --- Korridore Das Tablett in beiden Händen ging Anna zum nächsten Turbolift und nach drei Anläufen traf sie die Anforderungstaste auch mit dem Ellbogen. --- vor Quartier Haris Anna hatte Glück gehabt, außer einem CPO war ihr niemand begegnet, aber der war wohl zu irritiert, als dass er sich traute, nachzufragen, was sie mit dem Tablett vorhatte. Sie balancierte das Tablett auf einer Hand und drücke die Klingel an Lexis Quartier und rief: "Zimmerservice!" --- Quartier Haris Lexi war gerade fertig geworden damit, den Tisch zu decken, als der Computer ihren Besuch ankündigte. Die neue Uniform hatte sie aber noch nicht ganz angezogen, na ja, zum Frühstück war es eh besser, ohne Jacke. "Komm rein", erwiderte sie und sah lächelnd zur Tür. Anna trat ein und stellte die einzelnen Dinge vom Tablett auf den Tisch und lehnte es dann seitlich an die Wand. "Bevor ich es vergesse, ich hab meine Medikamente bei Dir vergessen.", sie ging hinüber zum Sofa, wo sie sie gestern Abend hingelegt hatte. Im Vorbeigehen streifte sie mit ihrer Hand um Lexis Taille. "Kann ich kurz in Dein Bad?", fragte sie dann, als sie das Hypospray aus dem Kästchen genommen hatte. Lexi lächelte und hielt Anna für einen Moment auf, drückte ihr einen Kuss auf die Wange. "Wo immer du hin willst." "Oh nein, zwing mich nicht, 'Bett' zu sagen.", warf Anna Lexi lachend zu, bevor sie im Bad verschwand, um ihre Injektion vorzunehmen. Zwei Minuten später kam sie wieder hinaus und verstaute das Hypospray. "So, jetzt bin ich bereit zum frühstücken." Sie legte ihre Uniformjacke über die Sofalehne und ging dann zum gedeckten Tisch. Lexi hatte ihre Uniform soweit wieder 'zusammengesetzt', dass sie nach dem Frühstück einwandfrei gekleidet war, während Anna im Bad sich ihr Mittel injizierte. "Ich zwing dich nicht, Bett zu sagen, ich heb mir das für heut Abend auf.", grinste sie Anna an und deutete auf den Stuhl neben sich. "Jetzt komm her." Anna lachte auf. "Na dann hoff ich mal, dass heute abend nicht der nächste rote Alarm dran ist." Bevor sie sich setzte, ging sie noch zum Replikator. "Schwarztee mit Zimt, Honig und Milch.", orderte sie, bevor sie sich zu Lexi gesellte. "Hoffe ich auch", erwiderte Lexi und sah Anna etwas perplex an. "Diese Mischung kenn ich nicht, hat die eine besondere Wirkung?" "Außer dass sie gut schmeckt und Teein enthält? Ich glaube nicht.", antwortete Anna. "Auf der Decke hat sich vorhin Rotblatt-Tee ausgebreitet, aber jetzt nehme ich doch lieber einen Muntermacher. Ich wechsle bei Tee fröhlich durch die Gegend." Dann griff sie zu einem der Hefeküchlein, brach es auf ihrem Teller auseinander und begann Marmelade darauf zu verstreichen. "Na, ich werd mal nachschlagen, Zimt hat ja eine gewisse medizinische Wirkung.", meinte Lexi lächelnd. "Und ich wechsle auch zwischen den Tees, am liebsten sind mir Kräutertees, aber wegen deren möglicher medizinischer Wirkung bin ich da vorsichtig und versuche auf Früchtetees auszuweichen, gelingt nur nicht immer." Lexi kniff die Augen zusammen. "'tschuldige." "Fragen kostet nichts. Brauchst dich nicht zu entschuldigen." Anna schob sich ein Stückchen Gebäck in den Mund. Als sie gekaut und geschluckt hatte, redete sie weiter. "Haben Früchte wirklich keine medizinische Wirkung? Das hätte ich jetzt nicht gedacht." "Soweit ich weiß, allerhöchstens als Mus oder Paste zum auf Haut und Haare packen, aber sie haben keine Wirkung auf den Körper, wie es Kräuter haben.", erklärte Lexi und schob sich ein Stück Obst in den Mund. Anna hatte inzwischen das Küchlein verputzt und wandte sich ihrem Tee zu. "Manchmal hört es sich an, als wärst du eine Schamanin oder Medizinfrau und keine Ärztin auf einem Raumschiff.", bemerkte sie lächelnd. Lexi lächelte. "Ich hab neben der schulmedizinischen Ausbildung auch eine naturheilkundliche Ausbildung der am meisten vertretenen Völker der Föderation", erklärte sie. "Hat man bei dir eigentlich mal versucht was nicht chemisches zu finden?" Anna schüttelte den Kopf und stellte ihre Tasse wieder ab, behielt sie aber in beiden Händen. "Nein. Alle waren schon froh genug, als etwas kompatibles unter den Föderationsmedikamenten gefunden wurde. Außerdem, soweit ich weiß, bewirkt das Medikament nicht nur eine Reaktion im Körper, sondern enthält auch spezielle Moleküle, die im Gewebe für eine Weile angelagert werden. Was pflanzliches kann da wohl nur unterstützen." Lexi nickte. "Ja, manchmal geht es leider nicht anders... Ohne dir was versprechen zu wollen, ich gehe mal meine Unterlagen durch, ob ich was finde. Und wenn es nur eine Creme ist, die irgendwas bewirkt...", begann Lexi, verkniff sich dann aber noch den Satz, dass vielleicht dadurch auch die Dosis reduziert werden könnte. "Wäre schön, wenn Du was finden würdest, aber wenn es nichts gibt, ist es nicht schlimm. Inzwischen bin ich da recht illusionslos.", antwortete Anna mit einem Schulterzucken und nahm einen Schluck Tee. Lexi atmete kurz erleichtert auf, trank dann jedoch hastig einen Schluck Tee. "Nicht aufgeben. Irgendwann findet immer jemand noch was besseres", erwiderte sie dann schließlich leicht hustend. Anna beschloss das Thema zu wechseln, und den Teller. Sie wandte sich den Melonenstücken zu. "Was besseres als Dich? Das kann ich nicht glauben." Sie grinste Lexi an. Lexi stellte die Tasse ab und strich Anna sanft über die Wange. "Nein, was besseres als mich, das glaub ich auch nicht, dass du da was findest. Ich hoffe es jedenfalls nicht." "Mmmh.", machte Anna. "Ja, und Du hörst Dich auch kein bisschen egozentrisch an, wenn Du das sagst.", lächelte sie und meinte es ernst. Lexi lächelte Anna sanft an. "Ich will nicht egozentrisch klingen, ich hoffe einfach nur drauf, dass du mir nicht mehr davon läufst.", erwiderte sie fast schon zärtlich. Anna lehnte sich im Stuhl zurück und tätschelte ihren Bauch. "Ich laufe erstmal gar nirgendwo hin. Das Frühstück war zu gut." Sie lächelte. "Und Du auch." "Hm?" fragte Lexi. "Wenn's nach mir geht, lauf ich nirgendwo hin, würde mit dir hier bleiben, aber ich glaube, da hat meine Chefin etwas gegen." Anna warf einen Blick auf den Chronometer. "Wann musst Du auf die Krankenstation? Während der Bereitschaft oder erst zum Schichtanfang?" "Sofern während der Bereitschaft nichts außergewöhnliches vorfällt, brauch ich erst zum Schichtbeginn anzutraben.", erwiderte Lexi lächelnd und stützte sich mit ihrem Kinn auf ihre Hände. "Dann haben wir ja noch ein paar Minuten. Ich übernehme die OPS meistens um viertel vor neun, da kann man noch schnell einen Blick auf die Berichte der Nacht werfen." Sie wartete einen Moment. "Irgendwelche Ideen", fügte sie lächelnd hinzu. Lexi drehte sich um und blickte auf das Chronometer. "Hm... Ja, ich hätte da schon ein paar Ideen.", murmelte sie mit unschuldigem Tonfall und senkte kurz den Blick auf die Tischplatte, bevor sie wieder lächelnd zu Anna rauf sah. Anna lachte. Sie strich mit ihrem Zeigefinger über Lexis Backe, hinab an ihr Kinn und hob es an. "Ich ahne da etwas." Lächelnd schüttelte sie den Kopf. "Lass mich raten... ist es Bereitschaftszeit-tauglich?" "Bisher hat es noch niemanden gestört.", erwiderte Lexi schmunzelnd und 'schnappte' leicht nach Annas Finger. "Hey, Du hattest doch erst Frühstück.", tadelte Anna spielerisch und zog ihren Finger schnell weg. "Aber wenn das so ist... Wer hält uns dann noch hier am Tisch?" Sie stand auf, beugte sich vor und drückte Lexi einen Kuss auf die Backe. "Niemand", erwiderte Lexi sanft und stand ebenfalls auf. "Nur wo führt es uns hin?" "Computer, aktiviere Alarm um 8:40 .", befahl Anna und ergänzte: "Nur um sicher zu gehen, dass wir uns nicht komplett verirren." Sie ging um den Tisch und legte einen Arm um Lexis Taille. "Wohin auch immer es uns führen mag." Lexi lächelte, legte ihrerseits ihren Arm um Annas Taille und sah sich in ihrem Quartier um. "Wo es hier gestern geendet ist? Für den Anfang?" schlug sie vor, aber ihr Blick wanderte noch weiter. "Ja, das hört sich gut an. Im Bett ist die Gefahr zu groß, wieder einzuschlafen." Sie war Lexis Blick gefolgt und hatte den Eindruck, er war dort kurz hängengeblieben. "Keine Sorge, ich kenn Methoden, wie du auch im Bett wach bleibst", grinste Lexi herausfordernd. "Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich habe einen sehr tiefen Schlaf.", grinste Anna zurück. "Da musst du dich schon ziemlich ins Zeug legen." - "Ist das jetzt eine Herausforderung?" fragte Lexi grinsend und legte ihren Kopf leicht schief. Annas Hand rutschte tiefer und gab Lexi einen Klaps. "Das testen wir besser heute abend." - "Hey!" protestierte Lexi auf den Klaps und sah Anna dann gespielt enttäuscht an. "Na toll, dann hab ich ja gar keine Chance." "Die kommt wahrscheinlich schneller als Du denkst." Anna drehte sich weiter zu Lexi, legte den zweiten Arm um sie. Einen Moment standen sie Stirn an Stirn, dann gab sie Lexi einen kleinen Kuss. "Gib mir nur erst eine Chance, müde genug fürs Bett zu sein." Lexi brummelte leicht, erwiderte den Kuss dann jedoch leicht und zog Anna zu ihrem Sofa und dort dicht auf ihren Schoss. Anna legte die Arme um Lexis Schultern, lehnte ihren Kopf an und ließ nur einen Seufzer hören. "Was seufzt du so schwer?" fragte Lexi flüsternd und strich Anna sanft immer wieder die schwarzen Haarsträhnen aus dem Gesicht, während sie ihr immer wieder sanfte Küsse auf die Mundwinkel hauchte. "Oh, das war kein schwerer Seufzer.", antwortete Anna. "Das war eher ein ach-ist-das-schön-hier-könnte-ich-noch-länger-sitzen-Seufzer." sie lächelte Lexi an. --- Casino, 06:55 Shakkle verschlang sein Frühstück und auf dem Weg zum Recycler trat er zum Tisch an dem Ensign Loraya saß, grüßte beide Frauen und meinte kurz: "Ensign in fünf Minuten haben Sie eine Übungsstunde und ich erwarte Sie dann um 0915 in meinen Büro." Danach ging er weiter, gab den Frühstückstablett in den Recycler und verließ das Casino Richtung seines Büros. Sheila hielt die Erinnerung für das Training für absolut überflüssig, doch sie sagte dazu nichts, sie lächelte nur und erwiderte: "Ja, Sir, ich weiß und ich werde pünktlich in Ihrem Büro erscheinen!" Als er dann das Casino verlassen hatte, seufzte sie und verdrehte die Augen gen Casinodecke. "Wir haben doch gerade noch davon gesprochen, dass ich gleich zum Training muss.", murmelte sie und seufzte erneut. "Ich mach mich dann mal auf die Socken, mein Trainingszeug steht schon gepackt in meinem Quartier, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und... bitte grüßen Sie Shiny von mir. Wenn ich darf, würde ich ihn mir gern mal ansehen." Aliya lächelte breit "Ja sicher... sie sind jederzeit willkommen." Man sah ihr an, dass Loraya genau in diesem Moment eine Menge Sympathiepunkte gewonnen hatte. Sooft hatte man einfach den Kopf geschüttelt oder es 'kindisch' genannt, wenn sie dem Warpkern einen Namen gab, aber Loraya schien es genauso zu gehen wie sie. Aliya winkte der Sicherheitlerin nach und beendete auch ihr Frühstück um danach beschwingt in den Maschinenraum zurückzugehen. --- Deck 4, Büro des CoS, 07:00 - 08:45 Der CoS prüfte gleich nach seiner Ankunft alle angehenden Nachrichten und fand eine die ihm mehr als nicht gefiel. Er wies den Computer an, ihm zu informieren, wenn die CMO in ihren Büro ankam und prüfte danach ein paar Sachen nach. Gegen 0845 kam die Information, dass die CMO in der Krankenstation angekommen war und Shakkle machte sich auf den Weg. --- Privatquartier des Commanders, 07:30 Der Wecker des Commanders weckte den Briten langsam aus seinen Träumen. James lag mittig auf seinem Doppelbett, welches stets auch für zwei Personen bezogen war. Zum einen, weil er einfach gerne viele Decken und Kissen hatte, um es sich gemütlich zu machen und zum anderen weil man ja nie wissen kann, wer über Nacht bleibt. Es war zwar noch nie jemand über Nacht geblieben, aber 'was nicht ist kann ja noch werden' sagte er sich stets. Man konnte James nicht zu den Frühaufstehern zählen, aber zu diesem Zeitpunkt hatte er kaum Probleme mit dem Aufstehen. Der vergangene Tag war spät zu Ende gegangen und so war James ein wenig langsamer als sonst mit seinem Schwung heraus aus dem Bett. Knapp 8 Stunden Schlaf reichten den meisten Menschen, auch James, aber 9 wären ihm lieber gewesen. So ehrlich war er sich selbst. Der dunkelblaue Pyjama mit den weißen Streifen war etwas zu groß und so musste er sich erst zurechtzupfen und die Hose berührte den Boden beim Gehen in Richtung Bad. Eine knappe Viertelstunde später kam der Commander geduscht und in frischer Uniform wieder heraus und machte schnell sein Bett. Er schaute auf den Chronometer in seinem Büro. 'Gleich 8 Uhr' dachte James und schaute auf das Wanddisplay hinter seinem Schreibtisch. Der rote Alarm war noch aktiv, aber es hatte die ganze Nacht keine Veränderung der Situation gegeben. Yates machte sich auf den Weg, die ersten Erledigungen für diesen Morgen hinter sich zu bringen. --- Hydroponischer Garten, 08:10 James hielt eines der Tee Blätter zwischen Daumen und Zeigefinger und rieb es leicht. Er übte dabei keinen wirklichen Druck aus, sondern versuchte darüber zu fühlen, ob die Gefäße in den Blättern gut genug mit Wasser und damit auch mit Nährstoffen erreicht werden konnten. Täglich bald justierte er die Beigabe von Wasser und Mineralien, um den Nährstoffgehalt optimal einzustellen. Natürlich zählte da auch die Luftfeuchtigkeit dazu. Alles war beinahe perfekt. Aber es verging kein Tag, an dem er sich nicht einige Minuten nahm, um nach seinem Schatz zu sehen. Die Zeit dafür blieb immer. Immerhin hatte er vor, in einiger Zeit eine der besten Teesorten zu ernten, die jemals auf einem Raumschiff angebaut worden waren. Bis dahin blieb ihm in ruhigen Augenblicken der Tee, den er von der Erde mitgenommen hatte und auf der Brücke tat es auch etwas aus dem Replikator oder sogar auch mal einen Kaffee. Schnell hatte James Herold die Einstellungen neu justiert und gesichert. Dann verschloss er die Regale wieder. Die Pflanzen nebenan vertrugen das Klima seiner Darjeeling-Teepflanzen gar nicht. --- Quartier Rachel Howard, 08:15 Das Training war ganz zu Rachels Zufriedenheit verlaufen. Sie hatte die Anforderungen voll und ganz erfüllt und mehr noch, sie hatte sogar den Großteil ihrer männlichen Kollegen übertrumpft. Wundern tat es Rachel nicht. Viele Kollegen schienen zu denken, dass es nicht nötig war, noch zu trainieren, sobald man die Akademie hinter sich hatte. Die taktische Offizierin der Victory hingegen war da ganz anderer Meinung und tat nicht gerade wenig, um sich fit zu halten. Sheila Loraya machte Rachel den Eindruck, als teilte sie ihre Meinung. Jedenfalls war die junge Frau den meisten Männern ebenso davon gelaufen. Nach einer kurzen Dusche ging Rachel ins Casino, wo sie ihr Frühstück, bestehend aus ein paar belegten Brötchen, einem Schälchen Obstsalat und einer Tassen schwarzem Kaffee einnahm. Anschließend ging sie zur Brücke und übernahm bereits um 8:55 die Taktik. Kurz darauf betrat auch der erste Offizier die Brücke und ließ sich von der Delta-Schicht eine Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Nacht geben. Rachel ging derweil die taktischen Berichte der vorangegangenen Schichten durch, während sie wie gewohnt ihre zwei Tasse Kaffee trank. --- Casino, 08:20 Obwohl James sein Frühstück auch hätte im Quartier oder Büro einnehmen können, bevorzugte er das Casino. Er saß meist allein an einem Zweiertisch und aß sein englisches Frühstück, bestehend aus gebratenem Bacon, kleinen, ebenfalls gebratenen Würstchen, Spiegeleiern, Baked Beans, gegrillten Tomaten und Pilzen. Dazu hatte er Toast, einen replizierten schwarzen Tee und Fruchtsaft. Für dieses Frühstück nahm sich James für gewöhnlich ca. 40 Minuten Zeit. In der Zeit schaffte er es die Berichte der Gamma- und Delta-Schichten zu lesen und konnte nebenbei etwas von dem Rest der Crew hören. Nur weil im Hangar ein Söldnerschiff wartete und direkt voraus ein cardassianisches Schiff wartete, sah James keinen Grund, dies heute anders zu machen. Um 9 Uhr würde er wie immer auf der Brücke sein und dort die Berichte noch einmal in Ruhe lesen, von seinem Sitz aus. So legte er das PADD erstmal auf die Seite und nahm sich etwas von seinem überaus reichhaltigen und ungesunden Frühstück. --- CIS Liato, Gul Mujatas Quartier, 08:30 Es ging doch nichts über ein ruhiges, ausgiebiges Frühstück, um den Tag zu beginnen! Zusammen mit der Familie im Garten des Hauses mit Blick auf die garonischen Berge. Besser konnte man den Tag nicht beginnen, fand Telmar. Nun die Familie war nicht bei ihm und er saß auch nicht in seinem Garten bei den garonischen Bergen. Stattdessen saß er mitten im All in Mujata Quartier und aß mit ihm zusammen. Dieser Umstand änderte aber nichts an Telmars Genuss daran. Mujata blickte auf: "Denken Sie, dass DeChâteau wirklich unserer Forderung nachkommt, Gul?" Telmar aß gemächlich weiter. Zwischen zwei Happen antwortet er schließlich: "Mujata, glauben Sie mir, DeChâteau, ist zwar nicht gerade das, was ich unter einem guten Kommandanten verstehe, aber er ist schlau genug, um zu erkennen, dass er es sich gar nicht erlauben kann, unserer Forderung nicht nachzukommen. Die Diplomatie ist häufig ein unnützer Schein, der nur selten ein adäquates Mittel ist, um seine Ziele zu erreichen. In diesem Fall ist das jedoch anders, Mujata. DeChâteau ist Bürokrat genug, um sich keinen Fehltritt gegenüber dem Abkommen zu erlauben." Telmars ehemaliges Crewmitglied nickte. "Ich bin zwar immer noch skeptisch, Gul, aber sie haben sich diesbezüglich selten geirrt." Beide aßen seelenruhig weiter. --- Quartier Haris, 08:40 Lexi und Anna hatten sich auf dem Sofa gemütlich zusammengekuschelt und Lexi hielt Anna noch immer streichelnd an sich gedrückt, als der von Anna programmierte Alarm ertönte. "Jemand... sollte... mal ei...nen... and...eren... Sound... ein...bauen", murmelte sie zwischen mehreren Küssen. "Nächs... tes ... Mal.", kam Annas murmelnde Antwort, während sie sich widerstrebend von Lexi löste. "In Ordnung, ich nehm' dich beim Wort.", erwiderte Lexi und strich Anna ihre Haare wieder zurecht. "Treffen wir uns dann nach Dienstschluss wieder?" "Okay. Ich hol Dich ab." Dann imitierte sie Lexi und zupfte auch noch hier und da an ihren Locken. "Sieht gut aus. Der perfekte Look um Leben zu retten." Sie zwinkerte. Lexi lächelte. "Aber wehe dir, es ist für dich notwendig", erwiderte sie lächelnd und küsste Anna noch einmal sanft. "Nicht doch, ich verspreche, ich bin brav." Sie setze ihr unschuldigstes Gesicht auf, stand auf und zog Lexi mit sich. Sie gab ihr einen letzten lange Abschiedskuss und streifte sich dann ihre Uniformjacke über und schnappte das Kästchen mit ihrem Medikament, das sie noch schnell in ihrem Quartier vorbeibringen würde. "Also, bis später dann, meine Nimmersatte." Lexi lächelte und strich Anna noch einmal kurz über die Lippen. "Tja, du bist schuld.", erwiderte sie und griff ebenfalls nach ihrer Jacke und streifte sie sich über. "Ich freu mich schon auf heute Abend. Lass dich mal überraschen." Anna grinste breit. "Oh, das hört sich verführerisch an. Ich werde pünktlich sein." Sie gab Lexi noch einen wirklich letzten Abschiedskuss und wandte sich zur Türe. Lexi lächelte und strich noch mal über Annas unteren Rücken, bevor sie die entgegen gesetzte Richtung zur Krankenstation einschlug. "Bis später." Anna winkte Lexi noch einmal zu. "Bis dann.", und machte sich auf den Weg zu ihrem Quartier. --- Brücke, 08:45 Anna betrat die Brücke um Viertel vor neun, der Umweg über ihr Quartier hatte sie weniger Zeit gekostet als gedacht. Als der erste Offizier kurze Zeit später die Brücke betrat, war sie bereits von ihrem Vorgänger aus der Gamma-Schicht auf den neuesten Stand gebracht worden. Ach ja, der erste Offizier... bisher hatte sie sich von ihm noch keine abschließende Meinung gebildet. Er wirkte recht kompetent, andererseits schien er Ambitionen zum Frauenheld zu haben, eine Eigenschaft, die Anna nicht gerade mochte. Sein erster Befehl auf der Brücke dagegen, das cardassianische Schiff vom Hauptschirm zu entfernen, ließ ihn Anna gleich viel sympathischer erscheinen. Was gemeinsame Abneigungen doch ausmachen konnten. Während sie mit ihren Kontrollen beschäftigt war, kreisten ihre Gedanken um die Söldner, die momentan noch an Bord waren. Sie hatte mitbekommen, dass sie an die Cardassianer ausgeliefert werden sollten, und fragte sich, wie verrückt man sein musste, dieses Risiko einzugehen, oder wie dumm. Sie hatte am eigenen Leib erfahren, was cardassianische Gefangenschaft bedeutete und wünschte es niemandem. --- Krankenstation Lexi hatte noch für einen Moment schmunzelnd im Turbolift gestanden, als dieser auch schon auf dem Deck der Krankenstation anhielt. Sie stieg aus und war kurze Zeit später auf der noch ruhigen Krankenstation. Sie sah sich um. "Na, hier hat sich ja seit gestern nicht viel getan", sprach sie für den Augenblick mehr für sich selbst. Kurz nach Haris betrat auch Shyla die Krankenstation. "Guten Morgen!", begrüßte sie ihre Stellvertreterin, die mit dem Rücken zu ihr im Eingangsbereich stehen geblieben war. "Haben Sie ihre wohlverdiente Nachruhe genossen?", fragte sie. Schmunzelnd erinnerte sie sich daran, wie müde und verschlafen Haris gestern Abend in Richtung ihres Quartiers gegangen war. Lexi zuckte leicht erschrocken zusammen, als sie die Stimme ihrer Chefin hinter sich hörte. Sie drehte sich langsam und lächelnd um. "Ja, ich habe sehr gut geschlafen, auch wenn die Nacht etwas kurz war. Heute sollte ich das wohl wieder aufholen können, sofern nicht wieder etwas unvorhergesehenes passiert.", erwiderte die junge Marsianerin schmunzelnd. "Ist noch etwas bedeutsames in der letzten Nacht vorgefallen?", fragte sie ihre Chefin in der Annahme, dass sie über bedeutsame Dinge eher informiert wurde, als sie selbst. "Nun, meine Nacht war auch sehr kurz. Das lag daran, dass ich mich gestern Abend noch um einen Patienten gekümmert habe: unseren Capitan.", berichtete Shyla. "Aber lassen Sie uns doch hoch in mein Büro gehen, dann kann ich Ihnen alle Einzelheiten erzählen, ohne dass es gleich das ganze Schiff erfährt." Lexi sah ihre Chefin geschockt an, nickte nur schweigend und schluckte leicht. Der Captain, es hörte sich wirklich nicht sehr ermunternd an und so nickte Lexi nur, folgte ihrer Chefin ins Büro. --- Deck 8, Labor 6, 08:45 Makab rieb sich die Augen. Gut, dass seine Schicht in einer Viertelstunde zu Ende war. Die letzten Tage hatte er nicht so gut geschlafen und als er die letzten Punkte auf der Checkliste zur Schichtübergabe abhakte, sehnte er sich nach seinem Bett. Heute war es eine recht turbulente Schicht gewesen, er hatte mitbekommen, dass ein unbekanntes Objekt mit merkwürdigen Materialeigenschaften schnellstmöglich untersucht werden musste. Er war zwar in der wissenschaftlichen Abteilung beschäftigt, aber hatte nicht direkt damit zu tun gehabt. Seine Zuständigkeit war dieses Labor. Er sorgte dafür, dass alles an seinem Platz war, dass alle Arbeitsmaterialien verfügbar waren, dass alle Geräte technisch in Ordnung waren, dass Probencontainer sicher verstaut waren und bei richtigen Umgebungsbedingungen gelagert wurden, dass Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden, dass Messprotokolle archiviert wurden und so weiter. Im Prinzip räumte er den Wissenschaftlern hinterher. Diesmal war er wirklich froh, dass ihm einige Crewmen zur Seite standen, denn in der Hektik war einiges durcheinandergeraten. Geräte waren in andere Labors gewandert und mussten wieder geholt werden, dafür hatten sie hier zuviele Container. Und alles, was in Kontakt mit dem Objekt gekommen war, musste auf Verunreinigungen geprüft und anschließend neutralisiert werden. An Tagen wie diesen fragte sich Makab, wie es wohl wäre, einer der Wissenschaftler zu sein und einfach einen Feldmanipulator aus der rechten Schublade des Labortischs zu nehmen, ohne je einen Gedanken daran zu verschwenden, wie er jedes Mal wieder dorthin zurück kam. Der letzte Punkt von Makabs Liste betraf die Datenübermittlung. Er ging an der Konsole noch einmal die Protokolle aller verwendeten Messinstrumente durch und überprüfte, ob sie dem richtigen Wissenschaftler und Versuch zugeordnet waren und ob dieser sie bereits für die Übertragung in die zentrale Datenbank der Sternenflotte markiert hatte. Ein Protokoll stach ihm dabei ins Auge, weil es ungewöhnlich groß war. Aus Neugier öffnete er es. Es war das Diagramm einer Strahlungsmessung. Makab hatte nur ein grundlegendes Wissen in diesem Bereich, aber er kannte genug Auswertungen, um zu sehen, dass diese hier äußerst merkwürdig war. Es gab viel zu viele Werte an den seltsamsten Stellen, sogar ein nicht unwesentlicher Rest an Chronitonen war registriert worden. Makab schüttelte den Kopf und schloss die Auswertung wieder. Dann überprüfte er ihre Verarbeitungsdaten, sie war für die Übermittlung markiert, aber noch nicht versendet worden. Mit ein paar schnellen Befehlsaufrufen fügte Makab der Markierung ein extra Tag hinzu und schickte sie dann ab. Er wusste, es würde nach der Übermittlung spurlos verschwunden sein, aber dafür sorgen, dass dieses Dokument eine spezielle Prüfung durchlaufen würde. Es gab Personen bei Starfleet, die ein besonderes Interesse an solchen Merkwürdigkeiten hatten. Er wusste nicht genau wer sie waren und warum sie sich für diese Dinge interessierten, er wusste nur, dass sie an seiner Beförderung zum PO2 beteiligt waren und dass sie zum Wohl von Starfleet handelten. Außerdem wurden die Daten dann schneller übermittelt. Also war es doch im Interesse aller, oder nicht? Also hakte er jetzt auch den letzten Punkt seiner Liste ab. Genau rechtzeitig, denn in diesem Moment öffnete sich die Tür und seine Ablösung trat ein. --- Büro Chefarzt Lexi wartete bis die Türen geschlossen waren und blinzelte leicht. "Ist es etwas ernstes? Jedenfalls lässt Ihr Tonfall darauf schließen. Er wirkt auf mich irgendwie bedrückt. Wobei ich mich auch irren kann, so lange kennen wir uns ja noch nicht." --- Krankenstation Shakkle betrat die Krankenstation und ging geradeaus in das Büro von Dr. Miller. Da die Tür geschlossen war, klopfte er an. --- Büro Chefarzt "Nun, es handelt sich tatsächlich um etwas Ernstes.", wollte Shyla gerade ansetzen zu erklären, als der Türsummer ertönte. "Herein.", antwortete Shyla. Wer konnte das sein? Die Tür öffnete sich und der Chef der Sicherheit betrat ihr Büro. "Guten Morgen. Was kann ich für Sie tun?", begrüßte sie ihn und stand von ihrem Schreibtisch auf. Shakkle wurde hineingebeten und grüßte die anwesenden Ärztinnen: "Guten Morgen, Dr. Miller, Dr. Haris.". Shakkle überlegte kurz, ob er die stellvertretende Ärztin raus bitten sollte, entschied sich aber dagegen. 'Vermutlich weiß sie sowieso bereits Bescheid.' "Eigentlich komme ich zu Ihnen wegen einer, nun etwas delikaten Angelegenheit.", meinte er zu der CMO. Er blickte kurz die rothaarige Ärztin an und die am Schreibtisch saß und fuhr vor: "Es geht um den Captain. Haben Sie schon eine Ursache gefunden? Wurde er vielleicht einem Gift oder Ähnlichem ausgesetzt?" Seine Frage bezog sich auf seinen Verdacht, dass der Söldnercaptain etwas damit zu tun haben könnte. "Nun, die ersten Untersuchungsergebnisse haben nichts in diese Richtung vermuten lassen.", antwortete Shyla. "Da der Captain gestern Abend nach einer ersten Behandlung jedoch weitgehend stabil war, haben wir noch nicht alle umfassenden Untersuchungen vorgenommen. Ich werde mich damit befassen, sobald ich mein Gespräch mit meiner Stellvertreterin Dr. Haris beendet habe.", fuhr sie fort. "Haben Sie eine konkrete Annahme, woher ein solches Gift gekommen sein könnte? Wer könnte Interesse daran haben, Captain DeChâteau zu vergiften?" "Vielleicht ist es unwichtig, aber wir haben grade 'Gäste' an Bord, zwei Söldner, an denen auch das sich draußen befindliche cardassianische Schiff interessiert ist. Captain DeChâteau hatte gestern Nacht den Captain des Söldnerschiffes befragt. Sie waren eine Zeitlang alleine, wenn man von dem Sicherheitsoffizier an der Tür absieht. Vielleicht ist der Söldner auch nur ein Überträger einer Krankheit. Ich will wissen, ob der Mann irgendwie mit dem Zustand des Captains zu tun hat, bevor wir ihn möglicherweise an die Cardassianer ausliefern. Bitte informieren Sie mich sofort, wenn Sie etwas in Erfahrung gebracht haben. Ich gehe jetzt den Mann befragen, soll ich auf etwas Bestimmtes achten?", fragte Shakkle die Ärztinnen. "Ich werde Sie selbstverständlich darüber informieren, wenn die Untersuchungsergebnisse vorliegen.", antwortete Shyla. "Sie könnten das Söldnerschiff auf verdächtige Substanzen untersuchen lassen, vielleicht findet sich dort etwas, das den Zustand des Captains erklären kann." Ihre Stellvertreterin war ruhig auf ihrem Stuhl sitzen geblieben und hatte sich nicht zu Wort gemeldet. Sie schien ziemlich überrascht von der Entwicklung der Geschehnisse, hatte sie doch bis vor einer Viertelstunde gar nichts von der Erkrankung des Captains gewusst. "Danke für ihre Kooperation, Doktor Miller.", antwortete er, verabschiedete sich von beiden anwesenden Frauen mit einem höflichen, aber doch etwas militärisch steifem Nicken und verließ das Büro der CMO. Nachdem der Sicherheitschef ihr Büro wieder verlassen hatte, konnte Shyla ihre Stellvertreterin nun endlich umfassend darüber informieren, was sich letzte Nacht zugetragen hatte. Die beiden berieten kurz darüber, welche Untersuchungen beim Captain noch durchgeführt werden konnten, um herauszufinden, was mit ihm los war. Dann verließ Haris das Büro ihrer Vorgesetzten. --- Büro des CoS, 09:00 - 09:14 Shakkle ging zurück in sein Büro und traf Vorkehrungen bezüglich der genauen Überprüfung des Söldnerschiffes auf mögliche Giftstoffe. Er ließ den Schiffscomputer auch den Söldnercaptain, der noch immer im Gastquartier festgesetzt wurde, durchscannen. Fehlanzeige... wenn der "Gast" an der Erkrankung des Captains schuld war, hatte er es geschafft die möglichen Beweise verschwinden zu lassen. Dem CoS gefiel die Sache nicht, aber er hatte auch nur wenig Zeit, sollten die Söldner an die Cardassianer ausgeliefert werden. Plötzlich summte der Türmelder und riss den Offizier aus seinen Gedanken. 'Ensign Loraya.', dachte er und bat sie herein. --- Turbolift, ca.08:55 Tanner seufzte, lehnte sich gegen die Wand der Transportkapsel und schloss die Augen. Er lauschte dem leisen Surren, während der Turbolift durch die Schächte der Victory rauschte und plötzlich musste er herzhaft gähnen - er hatte eine lange Nacht hinter sich und gerade mal zwei Stunden geschlafen. Nachdem er die halbe Nacht damit verbracht hatte, Crewakten zu studieren, war er in sein Quartier gegangen und hatte dann Probleme gehabt, einzuschlafen, bis er irgendwann über einem guten Buch dann eingenickt war - solange, bis der Weckruf des Computers ihn aus dem Land der Träume zurückgeholt hatte. Er spürte, wie der Lift langsamer wurde und schließlich stoppte er und das Schott rutschte beiseite. Er richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf und zog kurz an seiner grauschwarzen Uniformjacke, bevor er dann die Brücke betrat. --- Krankenstation Shyla saß erneut in ihrem Büro und starrte auf ihren Computermonitor. Sie schüttelte den Kopf. "Das kann doch alles gar nicht stimmen...", murmelte sie vor sich hin. Sie hatte vor kurzem die Ergebnisse der Untersuchungen bekommen, die sie beim Captain angeordnet hatte. Es handelte sich zum Teil um die wiederholten Untersuchungen vom Vortag und zum Teil um neue. Außerdem hatte sie die Ergebnisse der Blutuntersuchungen aus dem Labor vor sich liegen. Wenn sie nicht gewusst hätte, wie es dem Captain wirklich ging, hätte sie ihn nur anhand der Ergebnisse mit ein paar Kreislauftropfen wieder in sein Büro geschickt. Die Ergebnisse lieferten keinen, auch nicht den kleinsten Hinweis auf eine vorliegende Krankheit. Weder die Bluttests noch die Untersuchungen hatten etwas ergeben, es lag kein Anzeichen für eine Vergiftung oder den Kontakt mit ungesunden Stoffen vor. Auch sonst schien der Körper des Captains zu funktionieren - zumindest auf dem Papier. Sie beschloss, dem Sicherheitschef Reszko und Commander Yates eine kurze Mitteilung mit ihren vorläufigen Ergebnissen zu schicken. Dann rief sie erneut ihre Stellvertreterin zu sich, damit diese sich die Ergebnisse ansah. Hatte sie etwas übersehen? Sie konnte es sich beim besten Willen nicht vorstellen. --- Hauptbrücke, 09:00 Mit vollem Magen und einem Stapel Berichte unter dem Arm betrat der Erste Offizier der Victory die Brücke und sah, dass alles war wie immer. Der Captain war nicht da, die Brücke mit Crewmitgliedern der Alpha-Schicht gut gefüllt und auf dem Schirm sah einen das Schiff der Cardassianer an. "Guten Morgen, Commander.", wurde er sofort begrüßt. "Guten Morgen. Wenn ich bitten darf, schalten Sie den Schirm auf einen anderen Winkel oder das UFP Logo, aber die Cardassianer kann ich mir nicht ansehen. Ich habe gerade gefrühstückt." Er ging zu seinem Sessel und legte die PADDs erstmal auf dem Sitz des Captains ab, ehe er in seinen eigenen fiel. "Wie ist die aktuelle Situation?", fragte er in den Raum, genau wissend, dass es auf einem der PADDs stand, die er gerade abgelegt hatte. "Die Untersuchungen an den Trümmern sind abgeschlossen, ebenso die Überprüfung der Daten der Cardassianer. Alles passt zusammen. Die Datenbanken der Söldner konnten auch rekonstruiert werden. Es scheint, als hätten die Söldner ein cardassianisches Schiff zerstört und Trümmer geborgen, um den Kontrakt erfüllen zu können. In einem ersten Gespräch mit dem Captain hat der Söldner-Kommandant dies geleugnet." Yates nickte. "Der Captain?" fragte er weiter. "Der Captain war gestern lange wach. Die Cardassianer haben mehr oder weniger versucht, ihn unter Druck zu setzen mit einem Ultimatum. Dies haben wir jedoch auf 10 Uhr heute Vormittag verlegt bekommen." Der Blick des Commanders wanderte wieder auf den Chronometer. 'Noch eine Stunde und alles spricht gegen die Söldner.' "Der Captain ist also noch nicht erschienen heute morgen. Ich verstehe." Während alle wieder ihren Aufgaben nachgingen, nahm James sich die Berichte und sah sie durch. Er hatte gestern immerhin das Söldnerschiff durchsuchen lassen und dort etwas geplündert. Wie sich herausstellte, waren seine Entscheidungen richtig. Bloß das unbekannte Objekt war immer noch so unbekannt wie vorher. Es gab auch nach nun 10 Stunden keinerlei Ergebnisse zu verzeichnen. "Brücke an Sicherheit, Bereiten Sie vor, dass unsere Besucher die Victory mit ihrem Schiff verlassen. Entfernen Sie alle Handfeuerwaffen von ihrem Schiff." Er schloss den Kanal, um einen neuen zu öffnen. "Brücke an Technik. An der Agamemnon im Hangar muss etwas Hand angelegt werden. Ich will die Antriebe, Offensiv- und Defensivsysteme innerhalb einer halben Stunde deaktiviert haben. Ende." Wieder widmete er sich seinen Berichten. In einer halben Stunde würde der Captain sicher zugegen sein und dann würde man die Söldner ausliefern und die Cardassianer würden abziehen. James konnte sie nicht leiden. Es war einiges los auf der Brücke. Zum zweiten Mal erst war Tanner hier oben und einmal mehr staunte er nicht schlecht über die Größe und den Komfort des Kontrollraums. Er sah sich um und entdeckte dabei den Ersten Offizier in seinem Sessel sitzen. Er strich sich einige Haarsträhnen aus dem Gesicht und trat dann an das Geländer direkt hinter dem Platz des XOs. "Commander", begrüßte er ihn freundlich und sah dabei zum Hauptschirm, der das Logo der Föderation zeigte. --- Sicherheit, 09:00 Nach dem Training um 7 Uhr hatte Silvy geduscht und sich dann nach einem Frühstück in die Sicherheitszentrale begeben. Sie war gerade dabei, einige Akten durchzusehen als der Ruf des Commanders kam. "Verstanden, Sir. Wird erledigt.". bestätigte sie den Ruf und stand auf. --- Maschinenraum, 09:00 Aliya hatte sich mit den aktuellen Berichten in ihre Hängematte verzogen und war darin vertieft, als ihre Aufmerksamkeit von dem Kommspruch der Brücke abgelenkt wurde. "Riddick hier.", antwortete sie in ihrer üblichen fröhlichen Art. "Ich werde mich gleich mit ein paar Leuten darum kümmern...", rutschte sie aus der Hängematte und warf die PADDs auf den Tisch. --- Hangar Fast zärtlich klopfte Aliya auf die Außenhülle der Agamemnon und strich sanft darüber. "Entschuldige, aber ich muss dir ein paar Sachen deaktivieren.", seufzte sie und begann sich zum Antrieb vorzuarbeiten und mit der Arbeit zu beginnen. --- Büro Reszko, 09:14 Sheila war pünktlich zum Training erschienen und sie hatte bewiesen, dass man sie nicht unterschätzen durfte. Sie war zwar klein und zierlich, aber ein sehr ernst zu nehmender Gegner, egal ob Mann oder Frau gegen sie antrat. Es hatte ihr Spaß gemacht und sie hatte zufrieden festgestellt, dass sich Lieutenant Howard ebenso behaupten konnte. Jetzt stand sie also frisch geduscht und ordentlich gekleidet und frisiert vor dem Büro ihres Chefs und wartete darauf, dass er sie eintreten ließ. Sheila hatte keine Ahnung, was er von ihr wollte, aber sie maßte sich auch nicht an, wilden Spekulationen nachzugehen. Sie würde einfach abwarten und sehen, was auf sie zukam. Aber während sie wartete, schweiften ihre Gedanken ganz kurz zu Commander Yates ab. Sie hatte ihn heute noch nicht gesehen, aber der Tag war noch jung und man konnte nie wissen, was alles noch geschehen würde. Vor ihrem inneren Auge sah sie noch einmal die Szene im Büro des Ersten Offiziers auftauchen. Sie lächelte bei der Erinnerung an seine Nervosität. Doch dann riss sie Reszkos Stimme aus dieser Erinnerung und Sheila betrat das Büro. Sie grüßte ihn freundlich: "Guten Morgen, Sir. Sie baten mich zu sich!?" Sheilas Haltung war aufrecht, aber nicht stramm militärisch. Trotzdem drückte sie Respekt aus. Loraya wusste nicht, was er von ihr wollte und sie fragte sich, ob sie etwas Gutes oder Schlechtes erwartete. Hoffentlich verlief das heutige Gespräch angenehmer als das gestrige. Shakkle beobachtete die junge Frau, während sie Haltung annahm und ihn mit einer Frage begrüßte. Er fragte sich, ob er gestern zu streng mit ihr war und auch manchmal mit den anderen seiner Leute... nein seine Pflicht war es, seine Leute so zu führen, damit sie aus ihren Einsätzen heil zurückkamen. Seine Aufgabe war es nicht, beliebt zu sein, sondern sie so gut vorzubereiten wie möglich. "Nehmen Sie Platz, Ensign Loraya. Ich wollte eigentlich mit Ihnen die Gründe der Verhaftung von Captain DeChâteau auf der Starbase 47 besprechen, aber das hat nun Zeit. Mich würde nunmehr interessieren, was genau während des Zwischenfalls passiert ist, wurde der Captain angegriffen? Wurde er medizinisch untersucht nach der Verhaftung?", Shakkle hoffte, dass man so den Zeitpunkt feststellen konnte, ab dem die Gesundheit des Captains Schaden nahm. Vielleicht bereits auf der Station? Aha, darum ging es also. Die Verhaftung des Captains. Sie wollte gar nicht darüber sprechen. Es kam ihr wie Verrat vor, wenn sie jetzt ins Detail gehen würde. Inzwischen wusste sie, dass DeChâteau nur unglücklich da hinein geraten war und von daher sah sie es als ihre Pflicht an, seinen Ruf zu schützen. Schlimm genug, dass sie das Vorkommnis nicht rückgängig machen konnte. Also würde sie jetzt dafür sorgen, dass er nahezu sauber da wieder heraus kam. "Bitte entschuldigen Sie, Commander Reszko, ich möchte nicht respektlos erscheinen, aber das gestrige Ereignis ist für den Captain schon unangenehm genug, ich möchte nicht dazu beitragen, dass sein Ruf noch mehr Schaden nimmt.", sagte Sheila. "Daher möchte ich nicht mehr dazu sagen, außer dass ich die Situation in der Bar falsch eingeschätzt habe." 'Denk nur, dass ich unfähig bin, aber illoyal bin ich auf gar keinen Fall!', fügte sie in Gedanken hinzu. Shakkle sah die Sicherheitsoffizierin etwas überrascht an. "Der Ruf des Captains hat keinen Schaden genommen, Ensign Loraya, aber der der Sicherheitsabteilung der Base schon... Das ist jetzt nicht das Thema unseres Gesprächs, sondern ob er medizinisch gescannt wurde, nachdem Sie ihn in den Arrestbereich gebracht haben...", er hielt inne und wählte seine Worte mit Bedacht: "Ensign, was ich jetzt sage, behalten Sie für sich, obwohl sich diese Nachricht bald mit der Pantoffelpost verbreiten wird. Captain DeChâteau ist ernsthaft erkrankt und ich versuche herauszufinden, ob es sich dabei um einen gezielten Angriff handelt, oder ob die medizinische Abteilung im HQ einfach nur geschlampt hat." Der Ruf ihrer Sicherheitsabteilung hat Schaden genommen? Warum, weil wir jemanden verhaftet haben, der in einer Schlägerei verwickelt war? Nee, sowas passierte öfter und das wurde eher lobend, denn tadelnd erwähnt. Irgendwas war Sheila entgangen. Und die nächsten Worte ihres Vorgesetzten erklärten das auch. "Der Captain ist krank?", fragte sie überflüssigerweise. Sheilas Gesicht verlor ein wenig Farbe, doch sie erholte sich schnell wieder. "Ich war an dem Abend eigentlich nicht mehr im Dienst, mein Bruder rief mich nur dazu, weil ich ein wenige Erfahrung mit unseren Klingonen hatte, sonst wäre ich überhaupt nicht dort gewesen. Aber über medizinische Scanns weiß ich nichts. In meinem Beisein wurde er nicht gescannt und ich habe mich am nächsten Morgen nicht weiter damit beschäftigt." Loraya unterbrach sich kurz und schluckte. "Wenn Sie wollen, rufe ich meinen Bruder an und lass ihn den Fall überprüfen", bot sie rasch an. Shakkle überlegte kurz, ob er der jungen Frau erklären sollte, dass man normalerweise die Identität des Verhafteten ermittelte, ließ es aber sein. Er musterte seine Gegenüber kurz und antwortete: "Gut, fragen Sie bei Ihren Bruder nach, aber es sollte unbedingt vertraulich behandelt werden. Sie können wegtreten, Ensign Loraya." Sheila nickte und stand auf. "Ich führe das Gespräch von meinem Quartier aus, da gibt es auch keine ungewollten Mithörer. Sobald ich etwas weiß, informiere ich Sie sofort, Sir!", sagte sie und machte kehrt, um das Büro zu verlassen. Draußen schüttelte sie mit sorgenvoller Miene den Kopf und schlug den Weg nach Deck 5 ein. --- In Lorayas Quartier, 09:20 Sheila hatte auf dem Weg in ihr Quartier darüber nachgedacht, ob Reszkos Verdacht vielleicht am Ende als Tatsache endete. Schlimm genug, dass sie sich nicht bis zum Schluss um die Inhaftierung gekümmert hatte. Aber ihre Kollegen hatten ihr das gern abgenommen und sie hatte es sich nur allzu bereitwillig abnehmen lassen. Aber was wäre gewesen, wenn sie das selbst gemacht hätte? 'Was wäre hätte wenn! Hör auf, darüber zu grübeln, es lässt sich nicht mehr ändern!', schimpfte sie sich still und setzte sich an ihr Terminal. Die Verbindung zu ihrem Bruder war recht schnell hergestellt, allerdings brauchte es etwas Zeit, bis Juan allein war, damit sie offen reden konnten. "Hola Juan! Como estas?", grüßte sie ihn. Juan grinste sie an und antwortete: "Hola, mi corázon. Gracias, mui bien! Du hast mich doch nicht angerufen, um mich das zu fragen, Schwesterchen. Also sag schon, was beschäftigt dich." Sheila seufzte und erzählte ihm dann, was hier los war. "Juan, das ist alles sehr rätselhaft und bitte - sprich mit niemanden drüber.", endete sie. "Klar, mach dir darum keine Sorgen. Wart mal eben..." Juan Loraya betätigte ein paar Schaltflächen an seiner Konsole und Sheila beobachtete ihn aufmerksam, in der Hoffnung, von seinem Gesicht bereits das ein oder andere ablesen zu können, aber seine Mimik verriet nichts. Schließlich wandte er sich wieder zu ihr herum und sagte: "Wir haben ihn gescannt, aber seine Werte waren ohne besonderen Befund. Da ist zwar ein Blutwert, der ein kleines bisschen von der Norm abweicht, aber unsere Mediziner fanden das nicht alarmierend. Ich übermittel dir eben unsere Daten, dann kannst du sie eurer Krankenstation weiterleiten." "Ist gut!", erwiderte Sheila und speicherte die Daten für die spätere Übermittlung an Dr. Miller. "Das einzige, was wir haben, ist seine schlechte Laune. Er war - verständlicherweise - nicht gerade erfreut über den Aufenthalt in unserem Arrest, wie du dir sicher vorstellen kannst." "Ja, das weiß ich!", antwortete Sheila vielsagend. "Du machst dir Sorgen, nicht wahr? Du glaubst, du hättest vielleicht etwas ändern können, wenn wir nicht zum Essen gegangen wären, stimmt's?" Juan schaute seine kleine Schwester mitfühlend an und sie sagte: "Du sollst doch nicht immer in meinem Kopf herumwuseln!" "Mit andere Worten - ich habe Recht!" Der junge Mann lachte. "Okay, Kleines. Lass dir keine grauen Haare wachsen. Wenn es Ärger deswegen geben sollte - du hattest eigentlich keinen Dienst mehr und unsere Leute hier, werden dir den Rücken stärken. Te quiero, mi corázon! Adiós!" Die Verbindung war beendet und Sheila nahm das PADD, auf dem sie die Daten gespeichert hatte an sich. --- Hangar, 09:30 Aliya schloss die Wandverkleidung, die sie gelöst hatte, wieder. Der Antrieb war deaktiviert. Ihre Leute schienen auch fertig zu sein und auf allen Maschinen schien nun eine unheimliche Stille zu liegen - zumindest kam es Aliya so vor. Seufzend sah Aliya sich um. Das Schiff tat ihr leid. Es war, als hätte man einem Menschen Arme und Beine amputiert und ihn danach taub und blind gemacht. "Ich hoffe sie demontieren dich nicht...", strich Aliya fast liebevoll über die Verkleidung. Als sie sicher war, dass alles erledigt war und alle - inklusive ihr - das Schiff verlassen hatten, aktivierte sie einen Kanal "Riddick an Yates. Die entsprechenden Systeme der Agamemnon sind deaktiviert.", meldete sie an denjenigen, der ihr den Auftrag erteilt hatte. --- Hauptbrücke, 09:30 Die Berichte der Nacht hatte James nun alle studiert. Es war nichts passiert weshalb man ihn hätte wecken sollen oder zumindest hatte niemand eine Situation für so akut gehalten ihn zu wecken. Diese Medaille hatte zwei Seiten. Zum einen hätte eine gefährliche Situation auftreten können und man hätte sich nicht getraut, ihn zu wecken und zum anderen hätte man ihn auch für Kleinigkeiten aus dem Bett rufen können. Doch die Medaille war auf keine Seite gefallen und stand, wenn auch wackelig, auf dem dünnen Rand, der ideales Verhalten der anderen ausmachte. Er schaute mal wieder auf den Chronometer unter dem Schirm welcher immer noch das UFP Logo zeigte statt des cardassianischen Schiffs voraus. 'Halb 10' und der Captain ist immer noch nicht da.' murmelte der Brite in Gedanken. War die Nacht so lang und anstrengend gewesen? Vielleicht war es falsch von ihm gewesen, sich in sein Quartier zurück zu ziehen nachdem die Sache im Hangar erledigt worden war. Er hätte natürlich den Aufenthaltsort des Captains erfragen können, aber wie hätte das auf die anderen auf der Brücke gewirkt? Vermutlich als ob Yates langsam nervös würde angesichts dessen, dass es nur noch eine halbe Stunde war bis das Ultimatum endete, welches die Cardassianer ihnen gestellt hatten. Und ihn rufen? Auch eine Möglichkeit, würde aber vermutlich nicht anders wirken. Zudem wollte er seinen Vorgesetzten nicht unter Druck stellen. Aber wofür hatte er das kleine Terminal an seinem Stuhl in der Mitte. Auch darüber konnte man sich alle Aufenthaltspunkte anzeigen und das Ergebnis überraschte ihn doch genug, dass sein Gesichtsausdruck sich schlagartig veränderte. Er war sich nicht sicher, ob ihn jemand beobachtete, ging aber nicht davon aus und überprüfte die Abfrage. Aber es bestand kein Zweifel. Der Captain befand sich auf der Krankenstation. Schnell nahm er den Stapel PADDs wieder auf. Alle Berichte der Nachtschichten sollten sich dort befinden. Was ihm nicht aufgefallen war, dass der Krankenstationsbericht fehlte. Selbst ohne Vorkommnisse gab es dann einen Bericht, in dem genau das stand, dass es keine Vorfälle gab. Aber es gab keinen Bericht. Er schaute zur OPS Station von Ensign Nyberg. "Ensign, gibt es Berichte über Verletzte von der Krankenstation?" Er sah sie eine kurze Abfrage starten, offenbar auch etwas überrascht von der Frage, denn es hatte ja keinen Angriff gegeben. "Nein, Sir, keine Verletzten derzeit." Yates nickte und schaute wieder nach vorne, um seinen Kommunikator anzutippen. "Brücke an Krankenstation!" rief er die Krankenstation, um sich über etwas zu informieren, was offenbar wichtig war, aber niemand wusste Bescheid. Als zweiter Offizier auf dem Schiff, wo er vorher war, hatte er das schon einmal erlebt. Bei Menschen blieben manchmal Informationen hängen, wurden nicht weitergegeben und nicht notiert. Damals war ein Offizier in einem Korridor aufgefunden worden und wurde auf die Krankenstation gebracht. Doch weder hatte die Krankenstation einen Bericht aufgesetzt um den Offizier krank zu melden, noch wurde ein Vorgesetzter oder die Abteilung informiert. Dies führte dazu, dass mehrere Stunden lang der Mann einfach vermisst wurde und niemand wusste, dass er schwer verletzt auf der Krankenstation lag. Daran erinnerte sich Yates nun. Auf so einem großen Schiff blieben diese so wichtigen Infos ab und an auf der Strecke. James wartete darauf, dass die Krankenstation sich meldete. Die zweite Tasse Kaffee war längst geleert und die Berichte der letzten Nacht komplett durchgearbeitet... soweit es die Taktik betraf. Es war nun kurz vor halb zehn. In einer guten halben Stunde lief das Ultimatum der Cardassianer ab. Und der Captain war immer noch nicht da! Auch wenn es keiner laut aussprechen mochte, so schien sich allmählich leichte Verwunderung auf der Brücke auszubreiten und Yates versuchte, warum auch immer, die Krankenstation zu kontaktieren. Äußerlich ungerührt betätigte Rachel einige Tasten und rief die neusten Scans des cardassianischen Schiffes auf. Waffen und Schilde der Liato waren noch immer aktiv. 'Sie wollen uns damit einschüchtern', schoss es der Halb-Bajoranerin durch den Kopf. Sie war froh, dass Yates das Bild der Liato vom Hauptschirm nehmen lassen hatte. Sie mochte die Cardassianer nicht! Es waren weniger schlechte Erfahrungen, die sie mit ihnen gemacht hatte, sondern viel mehr eine Art... angeborene Abneigung ihnen gegenüber, wenn man das so ausdrücken konnte. Immerhin war ihre Mutter, eine Bajoranerin, lange Zeit von den Cardassianern unterdrückt und gepeinigt worden. Zwar war Rachel auf der Erde aufgewachsen und fühlte sich daher eher der Erde verbunden als Bajor, doch in diesem einen Punkt fühlte sie sich diesem Volk doch zugehörig und daher irgendwie verpflichtet, die knorpelstirnigen Ekelpakete nicht zu mögen. Und davon mal ganz abgesehen war schließlich auch ihr Vater damals im Krieg in einem der cardassianischen Gefangenenlager gelandet. Also warum die Cardassianer mögen? Es mochte irrational sein, solange sie keine eigenen Erfahrungen mit diesem Volk gemacht hatte, aber dann war sie halt mal irrational! In diesem Moment antwortete die Krankenstation auf Yates' Ruf und holte Rachel so aus ihren Gedanken. --- Büro der Chefärztin Vor wenigen Minuten hatte Dr. Haris das Büro verlassen, und auch Shyla war gerade von ihrem Schreibtisch aufgestanden, als sie der Ruf von der Brücke erreichte. Sie kehrte also zurück an ihren Schreibtisch. "Hier spricht Dr. Miller, Sir." Anhand der Stimme hatte sie den ersten Offizier erkannt. --- Hauptbrücke "Dr. Miller", begann Yates um seine Fassung ringend. "Der Captain befindet sich scheinbar auf der KS - offenbar auch in Behandlung. Ich habe jedoch aus der Nacht keine Information darüber. Es ist doch nichts ernstes, oder? Er wird innerhalb der nächsten halben Stunde auf der Brücke dringend benötigt." --- Büro der Chefärztin Da schien ja gründlich etwas schief gelaufen zu sein. Commander Yates schien keine Ahnung zu haben, was mit dem Captain los war. Sie überlegte einen Moment, wie sie ihm dies möglichst schonend beibringen konnte. "Ich fürchte, der Captain wird so schnell nicht in der Lage sein, auf die Brücke zu kommen, Sir..", begann sie. "Er hatte gestern Abend einen Kreislaufzusammenbruch. Er ist jetzt zwar stabil, aber wir wissen nicht, was ihm fehlt. Er hat das Bewusstsein noch nicht wiedererlangt." --- Hauptbrücke Es traf ihn unvorbereitet und hatte etwas von einem Faustschlag ins Gesicht, während er mit offenem Mund da saß und überlegte. "Ich verstehe, Dr. Miller, halten Sie mich bitte über den Gesundheitszustand informiert." Dann schloss er den Kanal und sah auf den Chronometer. Noch eine halbe Stunde und schon wurde er gerufen ohne die Überlegung auch nur anzufangen, geschweige denn auszuführen, die sich gerade gebildet hatte. --- Büro der Chefärztin "Ja, Sir.", antwortete Shyla noch, bevor der Kommunikationskanal geschlossen wurde. Sie rief sich auf ihrem Computer die Dienstpläne von gestern Abend auf, um nachzusehen, wer Dienst hatte als der Captain eingeliefert worden war. Behandelt hatte sie ihn zwar selber, doch als er stabil war, hatte sie sich in ihr Quartier begeben und alles weitere dem anwesenden Personal überlassen. Ein Fehler, wie sie nun feststellen musste. Schließlich war auf der Brücke kein Bericht über den Gesundheitszustand des Captains eingegangen, und das konnte nun wirklich nicht sein. Sie wies den Computer an, dem Ensign mitzuteilen, er habe sich umgehend in ihrem Büro einzufinden. --- Hauptbrücke Aliya Riddick hatte seine Befehle bezüglich der FMS Agamemnon, dem Söldnerschiff, ausgeführt und etwas trauriges klang in ihrer Stimme. Vermutlich mochten Techniker genauso ungern ein Schiff stilllegen, wie er eines aufgab und evakuierte. Es passte einfach nicht mit den Zielsetzungen zusammen. "Danke Lieutenant, geben Sie bitte dem Chief die Anweisung, den Traktorstrahl so fertig zu machen, dass wir das Schiff aus dem Hangar herausbringen können, um es im All los zu lassen, die Cardassianer werden es dort auflesen." --- Hangar "Aye, Sir..." bestätigte sie den Befehl. Nachdem der Kanal geschlossen war, suchte sie sich den Chief und gab die Anweisungen weiter. Ein letzter Blick zur Agamemnon und Aliya verlies den Hangar. Sie war ein wenig niedergeschlagen. --- Hauptbrücke Nachdem die Verbindung wieder beendet war, drückte James seinen Kopf in die offenen Handflächen und stützte seine Arme mit den Ellbogen auf den Oberschenkeln auf. Er wusste von der Ereignissen der Nacht im Grunde nur aus den Berichten. Aber das musste dann jetzt halt reichen. "Brücke an McKilian, bitte kommen Sie sofort auf die Brücke.", rief Yates die zweite Offizierin der Victory zu sich. Aber diesmal nicht, um wie üblich das Ruder zu übernehmen, sondern um an seiner Seite zu sitzen, wenn die Cardassianer ihre Frist beendeten. Er würde Sie kurz einweihen über die Geschehnisse der Nacht und auch von dem Captain erzählen. Immerhin war sie ja seine Vertretung, wenn er den Kommandanten spielte - aber war es ein Spiel? Jetzt sicher nicht mehr. --- Quartier McKilian, 09:30 Jacky war auf der Couch eingeschlafen. Sie hatte ihren Bereitschaftsdienst in ihrem Quartier ausgesessen, besser gesagt, ausgelesen. Doch sie war über ihrem Buch eingeschlafen. Das Piepen ihres Kommunikators und Yates' Stimme rissen sie aus ihrem Schlummer. Wieso sollte sie jetzt auf die Brücke kommen? Sie hatte doch gar keinen Dienst! Verwirrt und einen Moment desorientiert erwiderte sie: "Aye, aye, Sir!" Blinzelnd stand sie auf und eilte ins Bad, dort wusch sie sich mit kaltem Wasser das Gesicht, bürstete sich die Haare und kontrollierte den Sitz ihrer Uniformhose. Sie musste ihr Rollshirt wieder in den Hosenbund stopfen, das tat sie auf dem Weg in den Wohnraum, wo ihre Uniformjacke ordentlich über der Stuhllehne hing. Sie zog die Jacke an, trat an den Replikator und bestellte sich einen Raktajino. Mit ihrem klingonischen Kaffee in der Hand verließ sie ihr Quartier und ging durch den Korridor zum Lift. --- Hauptbrücke, 09:40 Die Lifttüren öffneten sich und die übermüdete Pilotin betrat die Brücke. Jacklyn blinzelte gegen die Helligkeit an und trat auf ihren Platz zu, doch Commander Yates bot ihr den Platz des ersten Offiziers an. Irritiert nahm sie Platz und lauschte dem kurzen Bericht ihres Vorgesetzten. Um ihre Verwirrung zu verbergen nippte sie an ihrem Raktajino und fragte sich, ob sie schon wieder einen Alptraum hatte. Aber nein, Yates sah wirklich besorgt aus - das alles war real. Sie sollte ab jetzt also die Pflichten des Ersten Offiziers übernehmen, wenigstens so lange, bis der Captain seinen Posten wieder einnehmen würde. "Solange ich nicht heute Abend wieder das Steuer übernehmen muss, ist es okay, Sir!", sagte sie. "Ich hoffe nur, dass der Captain bald wieder auf seinem Posten ist." --- Büro des Sicherheitschefs, 09:40 Ensign Loraya läutete an der Tür zum Büro ihres Vorgesetzten und wartete still darauf, dass er sie einließ. Irgendwie war sie beruhigt, dass die plötzliche Krankheit des Captains nichts mit der Starbase zu tun hatte. Hatte es doch nicht, oder? Was war mit diesem einen Blutwert? Sie schaute auf ihr PADD, obwohl sie nichts von Medizin verstand. Sie war in der Lage erste Hilfe zu leisten, selbst ohne modernste Geräte. Aber da hörte es schon mit ihren Kenntnissen auf. Shakkle durchsuchte die Datenbank der Sicherheitsabteilung nach ähnlichen Fällen, fand aber bisher keine zufrieden stellende Übereinstimmung. Das Problem waren ungenügende Daten, die ein Vergleich sehr schwierig machten. 'Wenn ich paranoid wie unser Gemeindienst wäre, hätte ich vermutet, die Erkrankung hat etwas mit dem cardassianischen Gul zu tun, denn der Captain kennt Telmar von früher. Vielleicht will der Cardassianer den Captain aus dem Weg haben. Möglicherweise, hatte der Gul dies von langer Hand vorbereitet, die Söldner irgendwie dazu gebracht und verlangt jetzt deren Übergabe, um dies zu vertuschen... Genau... Ha, ha...', lachte er im Geiste über die absurde Vorstellung, als Ensign Loraya zurückkam. "Kommen Sie rein, Ensign. Haben Sie etwas in Erfahrung bringen können?", sagte der CoS. Die hübsche Spanierin reichte ihrem Vorgesetzten das PADD und sagte: "Es ist nichts auffälliges festgestellt worden. Aber ich werde den Bericht trotzdem noch zu Doktor Miller bringen - immerhin sind wir keine Ärzte." Ihre Lippen verzogen sich zu einem sanften Lächeln, nur ihre Augen behielten den melancholischen Blick bei. Sie wartete darauf, dass er ihr das PADD wieder zurück gab, oder wollte er vielleicht selbst mit Doktor Miller darüber sprechen? Shakkle nahm das PADD, las es schnell durch und sah die Ensign an: "Scheint eine Sackgasse zu sein, aber bringen Sie diese Daten der CMO. Vielleicht wird es ihr bei einer Diagnose helfen. Danke für Ihre Hilfe, Ensign Loraya. Sie können wegtreten.", verabschiedete er sie. Als die Ensign fort war, gab er die relevantesten Daten, die er grade erhalten hatte in den Computer und ließ erneut nach möglichen Ähnlichkeiten mit früheren Fällen suchen. Außerdem lies er sich medizinische Informationen über potentielle für einen Menschen relevanten Giftstoffe anzeigen und suchte nach Symptomen die zu der Erkrankung des CO passten. Die Auswahl war groß und der CoS ließ den Schiffscomputer nach solchen Stoffen am Bord der Victory suchen. --- Krankenstation, 10:15 Shyla verließ ihr Büro. Nachdem sie das Gespräch mit dem Ensign hinter sich gebracht hatte, wollte sie nun nach dem Captain sehen, der in einem der ruhigen Quartiere in der oberen Etage der Krankenstation lag. Als sie das Quartier betrat, schien DeChâteau gerade wach zu sein. Sie unterhielt sich einen Moment mit ihm, bevor er wieder einschlief. Er konnte ihr jedoch auch nicht sagen, woher sein Schwächeanfall gekommen sein könnte. Shyla ordnete also an, alle Standard-Untersuchungen, sowie eine erweiterte Kreislauf-Funktions-Überprüfung erneut durchzuführen. Außerdem beauftragte sie das Labor damit, das Blut DeChâteaus auf alle erdenklichen Arten von Giftstoffen zu prüfen und sie so schnell wie möglich über die Ergebnisse zu unterrichten. --- CIS Liato, Korridor 09:55 Nach dem ausgezeichneten Frühstück mit Mujata war dieser gleich auf die Brücke gegangen, während Telmar nochmals in seinem Quartier vorbeigegangen war. Nun war es jedoch an der Zeit, DeChâteau daran zu erinnern, dass er sich nicht gegen geltende Vereinbarungen und faktische Beweise stellen konnte. --- CIS Liato, Brücke, 09:58 Gewohnheitsmäßig salutierten die Brückenoffiziere kurz vor Telmar, als dieser die Brücke betrat. "Bisher hat sich die Victory nicht gerührt.", brummte Mujata und saß unruhig in seinem Kommandosessel. "Das ist für die Föderation normal, Mujata.", erwiderte Telmar und wandte sich an den Kommunikationsoffizier: "Um Punkt 10 Uhr föderaler Standardzeit einen Kanal öffnen." "Jawohl, Gul Telmar.", bestätigte dieser und rief sich die Zeitumrechnung auf. Kurz darauf verkündete er: "Kanal geöffnet." Telmar stellte sich vor den Hauptschirm: "Liato an Victory: Ich wünsche einen guten Morgen!" (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de