************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 05 / 01092006 * * 21052380 * * Zwei Verbrecher und ein alter Bekannter * ************************************************************************ --- Brücke, 21:45 Mit jeder Sekunde, die sie der Agamemnon entgegen kamen, trudelten neue Sensordaten bei DiNovo ein. Was er im großen und ganzen über das kleine Schiff sagen konnte, war, dass es wohl einzigartig in seiner Art war. So viele Modifikationen auf so kleinem Raum hatte er noch nicht gesehen. A propos Größe... er schaute sich die Ausmaße noch einmal an. DiNovo war sich nicht sicher, ob der Captain es befürwortete, wenn man in nicht lebenswichtigen Situationen ungefragt seine Gedanken äußerte. Es zu probieren konnte aber wohl kaum schaden: "Captain, die Agamemnon ist etwa gleich lang und breit wie eine Danube, dazu noch einige Meter schmaler. Soweit feststellbar, hält sie alle Emissionsstandards für den Betrieb innerhalb geschlossener Räume zu Zwecken des Transports und der Wartung ein." DiNovo verzichtete darauf, die genaue Bezeichnung der Starfleet-Norm zu zitieren und kam zum springenden Punkt. "Wir könnten Sie in unserem Shuttle-Hangar aufnehmen. Auf der unteren Ebene ist genug Platz." "Eine gute Idee Mister DiNovo, sorgen Sie dafür dass Platz im Hangar geschafft wird und wir die Agamemnon dann sofort aufnehmen." Auf dem Hauptschirm war gut zu erkennen, wie sich die Victory dem kleinen Schiff näherte, während das cardassianische Schiff die Verfolgung nicht abbrach. "Schilde senken, um das Schiff aufzunehmen.", befahl Yates während Captain DeChâteau mehr oder weniger die Entwicklung verfolgend in seinem Stuhl saß. "Sir, das cardassianische Schiff feuert." Der Captain wie der Commander drehten sich ruckartig zur taktischen Konsole "Auf uns?", fragte DeChâteau als erstes obwohl James der selbe Gedanken durch den Kopf ging. "Nein, sie haben genau zwischen uns und den Transporter gezielt bzw. auf den Transporter. Wir waren nicht Ziel." DiNovo meldete sich nun auch wieder. "Die Agamemnon steht im Hangar." woraufhin James Herold seinen Platz verließ und der Captain roten Alarm auslöste. James trat in den Turbolift, um zum Hangar zu fahren, während das cardassianische Schiff die Victory rief. --- Im Quartier von Sheila Loraya Seufzend und ein wenig erschlagen ließ Sheila sich auf ihrer Couch fallen. Ihre Habseligkeiten hatten nun endgültig ihre neuen Plätze gefunden. Morgen würde sie früh aufstehen und erst einmal ihre kleinen Trainingsübungen absolvieren, bevor sie sich ein vitaminreiches Frühstück gönnen würde. Obwohl sie eigentlich keine Lust hatte sich wieder aufzurichten, tat sie es dennoch und trat an den Replikator. Nach ein paar Berührungen auf den richtigen Flächen tauchte eine Karaffe Wasser und ein Glas im Ausgabefach auf. Noch auf dem Weg zurück zur Couch schenkte Sheila sich ein Glas voll, dann stellte sie die Karaffe auf den kleinen Glastisch und trank das Glas noch im Stehen halb leer. Sie setzte sich wieder hin und schlug ihre Beine unter, in den Händen hielt sie noch immer das Glas und schaute nachdenklich hinein. Schließlich hob sie den Kopf und wies den Computer an das Folgende für ihr persönliches Logbuch aufzuzeichnen. "Persönliches Logbuch, Sheila Loraya - Ensign in der Sicherheit", begann sie und trank noch einen Schluck Wasser. "Heute morgen betrat ich die USS Victory. Ein hübsches Schiff, neu und wahrscheinlich voller Kinderkrankheiten. Ich bin echt froh, dass ich für die Technik total ungeeignet bin, sonst würde ich die nächsten Tage viel zu viel zu tun kriegen." Sheilas leises Lachen unterbrach ihren Bericht kurz. "Der Mann, den ich gestern Abend inhaftierte, hat sich als mein neuer Captain entpuppt. Wir waren wohl beider sehr überrascht den anderen wiederzusehen. Aber so spielt das Leben, man begegnet sich immer zweimal." Wieder lachte sie auf und trank noch einen Schluck, ehe sie fortfuhr. "Der Erste Offizier ist süß! Ja, anders kann man es nicht ausdrücken. Er ist charmant, sieht gut aus und ich glaube er mag die Frauen." Sheila seufzte leise und lehnte sich gemütlich an die Lehne. "Es ist komisch nicht mehr mit Juan zusammen zu arbeiten. Mein neuer Chef ist... streng und sehr diszipliniert. Ich hoffe, dass er nur zu Leuten so distanziert ist, die er noch nicht kennt. Seine Stellvertreterin ist richtig nett. Sie scheint jemand zu sein, mit der man gut auskommen kann. Aber Reszko? Ich weiß nicht. Jedes Mal wenn er mich ansieht habe ich das Gefühl etwas verbrochen zu haben. Sollte er es etwa nicht in Ordnung gefunden haben, dass ich Captain DeChâteau gestern in den Bau gesperrt habe? Aber was hätte ich denn tun sollen? Der Captain war mitten drin gewesen in der Schlägerei!" Sheila richtete sich wieder auf und seufzte. Sie schüttelte ihre Mähne, als wolle sie die unangenehmen Gedanken verscheuchen. "Morgen will der Chef mit mir darüber reden. Ich bin ja mal gespannt!" Ihre Konsole gab ein leises Signal von sich, der sie darüber informierte, dass Roter Alarm gegeben wurde. Ohne die Aufzeichnung zu unterbrechen stand Sheila auf und ließ ihre Finger über ihre Konsole huschen. "Ach sieh mal einer an. Ein Truppentransporter im Hangar! Schade, dass ich jetzt keinen Dienst habe. Oder sollte ich vielleicht Einsatzeifer zeigen?" Sheila drehte sich wieder zur ihrer Couch um. "Ach, was. Es ist ja nicht so, als hätte die Sicherheitsabteilung nicht genug Leute. Ich bleib' besser hier", beantwortete sie ihre Frage selbst. Erneut griff sie nach ihrem Glas und trank es leer. "Wo war ich? Ach ja. Mein neuer Chef. Ich hoffe, dass ich mir morgen keine Standpauke anhören muss. Schließlich habe ich nur meine Befehle befolgt. Trotzdem freue ich mich auf morgen. Hoffentlich laufe ich dem Commander noch mal über den Weg. Ich werde ihn zwar wohl nur aus der Entfernung ..." Loraya kicherte. "... anhimmeln können." Wieder kicherte sie. "Aber er ist wirklich schnuckelig. Sein Büro ist auch hübsch eingerichtet. Maskulin, aber stilvoll. Es passt zu ihm." Wieder huschte ein Seufzer über ihre Lippen. "Nun denn, für heute reichts. Logbucheintrag Ende!" Die junge Frau füllte ihr Glas und brachte es hinüber ins Schlafzimmer, dort stellte sie es auf ihren Nachttisch und ging anschließend ins angrenzende Badezimmer. Wenig später kam sie in Slip und Unterhemd zurück und krabbelte unter ihre Bettdecke. "Computer, weck mich um 05:30 Bordzeit. Licht aus!" Mit einem Schlag war es dunkel im Quartier und wenig später zeugten regelmäßige Atemzüge vom tiefen Schlaf der Bewohnerin. --- Rendezvous-Punkt, 22:00 Das Föderationschiff hatte das Korsarenschiff bereits erreicht, als die Liato unter Warp ging. Telmar erkannte auf dem Hauptschirm eine Art andorianischen Truppentransporter, wenn auch recht stark umgebaut. Dieser bewegte sich auf das Föderationschiff zu. Die Liato feuerte eine Salve Disruptorstöße ab. Ein Teil zielte genau zwischen den Transporter und das Insigniaschiff, der andere schlug voll auf die Schilde des Transporters ein. Danach ließ man ihn jedoch in Richtung Hangar des Föderationschiffes weiterfliegen. Mujata befahl einen Kanal zu öffnen, während Telmar sich aus dem Fokus des visuellen Kombereichs entfernte. "Hier spricht Gul Mujata vom cardassianischen Raumschiff Liato. Ich erwartete eine Erklärung, warum die Föderation einem Verbrecher gegen cardassianische Hoheit Obdach gewährt!" --- Brücke Kurz vor 22 Uhr wurde es Rachel in ihrem Quartier zu langweilig und so beschloss sie, der Brücke einen Besuch abzustatten. Vorerst beobachtete sie das Geschehen nur im Hintergrund, doch als das Söldnerschiff sich schließlich der Victory nährte und Yates befahl, die Schilde zu senken, löste Rachel Fähnrich Henderson, der heute Nachmittag ihren Posten übernommen hatte, an der taktischen Konsole wieder ab. Gerade richtig, denn das cardassianische Schiff eröffnete soeben das Feuer. "Sir, das cardassianische Schiff feuert.", gab sie bekannt und obwohl in erster Linie der Captain gemeint war, drehte sich auch der erste Offizier schlagartig zu ihr um. "Auf uns?" Erst im zweiten Moment schien sich leichte Verwunderung in die Blicke der beiden Offiziere zu mischen, als sie registrierten, dass plötzlich jemand anderes an der taktischen Konsole stand als noch vor einer Minute. Rachel studierte schnell die Daten, die nun eingingen. "Nein, sie haben genau zwischen uns und den Transporter gezielt bzw. auf den Transporter. Wir waren nicht Ziel." Dann verließ James Yates die Brücke und der Captain löste den roten Alarm aus. Gut, dass sie bereits hier war, fand Rachel, denn spätestens jetzt hätte sie eh alles stehen und liegen lassen und zur Brücke kommen müssen. Die Hektik hatte sie sich also schon mal gespart. Die Augen weiter auf ihr Display gerichtet, wartete sie nun wie alle anderen darauf, wie die Cardassianer reagieren würden. Es dauerte auch nicht lange, bis sie die Victory riefen und das Crewmitglied an der KOM den Kommandanten des Schiffes auf den Hauptschirm stellte. 'Das kann ja heiter werden.', dachte Howard und war froh, nicht in der Haut DeChâteaus zu stecken. Diplomatie war nicht gerade ihre Stärke. Der rote Alarm hatte McKilian in der Bibliothek erwischt und sie war hastig durch die Korridore geeilt, um ihren Platz auf der Brücke einzunehmen. Jetzt trat sie an ihre Vertretung heran und übernahm lächelnd die CONN. Rasch hatte sie die Konsole angepasst und schaute konzentriert auf den Schirm, bereit jeden Moment den Kurs zu wechseln. Das Gespräch der beiden Captains verfolgte sie nur mit halbem Ohr. Die Stimme des Captains klang jedoch etwas erschöpft. Sie wagte es nicht, sich umzudrehen, um zu sehen, was mit dem Captain nicht stimmte. Also zwang sie sich weiterhin nach vorn zu sehen und im Notfall rasch zu handeln. Aber der Gedanke Verbrechern Unterschlupf zu gewähren hatte etwas Faszinierendes und auch irgendwie Abenteuerliches. --- Agamemnon Eine kurze Botschaft und ein Traktorstrahl der Föderation hinderten James daran, den Kampf aufzunehmen. Gefesselt an die Victory war die Agamemnon taktisch unterlegen, daher zog es der Captain vor, vorläufig nichts zu tun. Auch wenn es ihm in den Fingern juckte, eine kurze Salve aus den Heckwaffen abzugeben. Doch wären die MGs gegen ein Schiff mit Schilden nutzlos und damit reine Munitionsverschwendung. Nachdem er die Agamemnon sicher im Hangar der Victory abgesetzt hatte, sicherte Carlyle alle Systeme und lehnte sich dann zurück. Bald würde jemand kommen, um sie abzuholen und zum Captain des Föderationsschiffes zu bringen, doch bis dahin hatte er noch etwas Zeit. Zeit, die er für die Planung nutzen konnte. Während er noch über die taktische Situation nachgrübelte, wandte sich James an seine Kommunikationsoffizierin: "Versuch doch mal, ob du was mithören kannst. Ich würde nämlich gerne eine kleine Vorwarnung haben, falls uns die Föderation verrät." Zwar war dies eigentlich ziemlich unwahrscheinlich, aber man musste auf alles vorbereitet sein. Und das in der derzeitigen Stellung der Bug der Agamemnon auf den nahen Warpkern der Victory gerichtet war, gehörte auch dazu. "Nein, keine Chance ...", kam schon die Auskunft von Miho, die längst die Aufgabe erfüllt hatte, weil sie wusste, dass genau dies jetzt von Carlyle kommen würde. "Wenn sie etwas plaudern, dann auf einer 100%ig gesicherten Frequenz. Vielleicht halten sie aber auch generell Sendepause, so lange wir hier in ihrem Hangar sind." "Das ist eigentlich nicht verwunderlich, aber einen Versuch war es wert.", brummte Carlyle unzufrieden, während er eine taktische Darstellung aufrief und dann mit dem Gedanken spielte, die beiden MGs im Bug scharf zu machen. Im Gegensatz zu den Energiewaffen und selbst den Raketenwerfern, konnten feindliche Sensoren bei einer so 'primitiven' Waffe kaum bis gar nicht feststellen, ob sie feuerbereit war oder nicht. Vor allem dann nicht, wenn der Einsatz solcher Waffen in der heutigen Zeit kaum mehr in Erwägung gezogen wurde und daher selten Beachtung fand. Nur kriegerische Völker wie zum Beispiel die Klingonen oder die Verigo hatten Projektilwaffen nicht vergessen oder ganz abgeschafft. Natürlich gab es auch bei der Föderation ein paar wenige Versuche mit solchen Waffen und auch den einen oder anderen Erfolg, wie zum Beispiel das TR-116 Scharfschützengewehr. Doch im Großen und Ganzen verzichteten die meisten Rassen auf den Bau, geschweige denn den Einsatz, solcher Waffen in Raumschiffen. Und das war, wie James festgestellt hatte, ein beeindruckender Fehler, vor allem wenn man die Neigung der Föderation oder der Romulaner zu Sichtluken in ihren Schiffen bedachte. Ohne Schilde waren die nämlich enorme Schwachstellen und extrem anfällig für leichte Projektilwaffen. --- Turbolift Nachdem die Türen des Lifts sich auf der Brücke geschlossen hatte, gab James den Hangar als Zielort ein und aktivierte seinen Kommunikator "Commander Yates an Lt. Cmdr. Reszko. Kommen Sie mit ein paar Offizieren sofort in den Shuttlehanger, wir haben 'heiße' Besucher. Ich erwarte Sie dort." --- Büro des CoS, bis 22:00 Shakkle beobachtete gespannt die Daten und als der Cardassianische Schiff das Feuer eröffnete, befahl er allen Sicherheitsleuten die sofortige Bereitschaft. Da erschallte auch schon der rote Alarm und der CoS nahm seine Dienstwaffe. Er nahm 5 Sicherheitsleute mit sich und machte sich auf dem Weg in den Shuttlehangar, wo das Söldnerschiff Zuflucht gefunden hatte. Doch unterwegs wurde er von dem XO gerufen und bestätigte sein Kommen. --- Shuttlehangar James betrat den Hangar nicht direkt, sondern gesellte sich zuerst zum Chief, welcher die Landung begleitet hatte. "Irgendwelche Vorkommnisse seit der Landung?", fragte James ihn. "Nein Sir, keine. Aber ich habe bemerkt, dass das Schiff über Projektilwaffen verfügt. Er zeigte, durch das nur einseitig zu durchschauende Fenster, auf die entsprechende Stelle an dem Schiff. "Wir können jedoch nicht sagen, ob die Waffe aktiv oder besetzt ist." James nickte zum Verstädnis und trat einige Schritte zurück, um mit seinem Zugangscode den Waffenschrank zu öffnen. Er warf dem Chief ein Phasergewehr herüber und nahm sich selbst einen Handphaser. Den Schrank ließ er auf, damit sich die bald ankommende Sicherheit auch ausrüsten konnte. Der Chief wandte sich wieder an den Commander: "Sir, die Sensordaten." Er überreichte ihm ein PADD. "2 Personen... das sollte kein Problem werden." Und so warteten Sie auf Reszko und die Sicherheit. Die Sicherheitsleute postierten sich im Hangar und Shakkle nahm den umgebauten Transporter im Augenschein. Er sah, dass es mit Maschinengewehren ausgestattet war, was unüblich und somit doch zu einer Gefahrenquelle werden konnte. Daraufhin ließ er ein Kraftfeld um den Hangar errichten, mit es zu keinen Schäden kommen konnte und trat zu den XO. "Was haben wir hier?", fragte Shakkle. Shakkle beobachtete, wie seine Männer auf strategisch günstigen Positionen Stellung bezogen und meinte dann zum XO: "Wegen der AC-20 Machine-Guns auf Bug und Heck habe ich ein gesondertes Kraftfeld um das Hangardeck errichten lassen. Wir wollen doch nicht, dass uns die Außenhülle oder der Impulsantrieb um die Ohren fliegt und normale Kraftfelder halten Projektile nicht auf. Ich würde jedoch vorschlagen, wir überreden den Captain der Agamemnon sein Schiff freiwillig zu verlassen." Der CoS wollte einen Kampf vermeiden, während sich sein Captain sich im Verhandlungen mit den Cardassianern befand. --- Sicherheitszentrale Vom roten Alarm aufgeschreckt hatte sich Silvy in die Sicherheitszentrale begeben. Der Diensthabende war gerade dabei, seinen Leuten zu erklären, was vor sich ging und welcher der Grund für den roten Alarm war. Ebenso erfuhr sie, dass ein Team mit Lieutenant Reszko im Shuttlehangar bei dem Söldnerschiff war. Zusammen mit weiteren Sicherheitlern wurde Silvy zur Verstärkung dieses Teams bewaffnet in den Shuttlehangar geschickt. --- Maschinenraum Plötzlich verwandelte sich der gelbe Alarm in roten. Aliya hatte sich in ihre Hängematte gesetzt, um nachzudenken und die Anzeigen im Auge zu behalten - und eben in Bereitschaft zu sein. Jetzt schnellte sie elegant und geübt hoch, verließ ihr Büro, um ihren Platz an der Hauptkonsole einzunehmen. --- Quartier Miller Nach dem Essen hatte sich Shyla in ihr Quartier zurückgezogen. Nun blickte sie erschreckt auf als plötzlich roter Alarm ausgelöst wurde. Und das um diese Uhrzeit! Schnell schlüpfte sie wieder in ihre Uniform und machte sich auf den Weg zur Krankenstation. --- Krankenstation Shyla betrat die Krankenstation. Dort war noch nichts außergewöhnliches geschehen, es waren nur ein paar mehr Leute da wie gewöhnlich um diese Uhrzeit. --- Quartier Haris, gegen 22:00 Uhr Lexi war schnell unter die Dusche gesprungen, nicht lange und auch schön heiß, dass sie nicht wirklich wach wurde, sie wollte den Abend einfach weiter im Traum behalten. Jetzt lag sie eingekuschelt in ihre Decke und auf ihrem Kissen, mit den Gedanken nach wie vor bei Anna. Sie rollte sich noch ein paar Mal, bis sie endlich bequem lag. Die Ärztin driftete schon langsam ins Traumland ab, als sich plötzlich ihr Quartier in rotes Licht und fast schon ein ohrenbetäubende Getöse tauchte. Sie seufzte, blieb noch ein oder zwei Sekunden liegen, bevor ihre Füße unter der Decke hervorrutschten und kurz drauf saß sie auf ihrer Bettkante. Sie griff zu einem nahen Stuhl, wo ihre Uniform für einen Fall, wie diesen griffbereit lag und tauschte ihr Nachthemd gegen die Uniform ein. --- Krankenstation, gegen 22:05 Uhr Lexi rückte noch einmal ihre Uniform zurecht, bevor sie die Krankenstation betrat. Sie sah sich aufmerksam um, versuchte alles zu erfassen. Im Moment erschien hier noch alles ruhig zu sein, sah man von dem hektischen Vorbereitungsgewusel mal ab. Shyla hatte sich als erstes in ihr Büro begeben um sich zu informieren, was der Grund für die Auslösung des roten Alarms war. Nun verließ sie ihr Büro wieder und begab sich in den unteren Teil der Krankenstation. Dort begegnete sie ihrer Stellvertreterin, Lexi Haris. "Guten Abend!", begrüßte sie diese. "Der Grund für den roten Alarm ist ein cardassianisches Schiff, welches sich in unmittelbarer Nähe der Victory befindet. Außerdem haben wir ein kleines Schiff in unserem Hangar aufgenommen, welches von den Cardassianern verfolgt worden ist.", erklärte sie ihrer Stellvertreterin. Lexi rieb sich kurz über die Schläfen, während sie ihrer Chefin lauschte. Wenigstens gab es für den Moment keine große Flut an Verletzten zu erwarten, sofern die Cardassianer ihre Füße still hielten, das bedeutete, dass sie vielleicht als bald in ihr Bett zurück konnte. "Hm... sind von den Insassen des Schiffes Verletzte gemeldet worden?" fragte sie bei Miller nach, wobei, wenn dem so wäre, dann wären die Verwundeten vermutlich schon längst auf der Krankenstation und in der Versorgung. "Nein, Verletzte sind bisher keine gemeldet worden. Und ich hoffe auch, dass es so schnell nicht dazu kommen wird!", entgegnete Shyla. "Doch wir sollten trotzdem alle notwendigen Vorbereitungen treffen." Lexi nickte. "In Ordnung, dann mal an die Arbeit", erwiderte sie mit einem leichten Lächeln und begab sich zu den Notbereichen der Krankenstation, um zu prüfen ob alles für eine eventuell notwendig werdende OP vorhanden war oder noch schnell aufgestockt werden konnte. Sie hoffte allerdings, dass es gar nicht erst soweit kam und schnell zurück in ihr Bettchen kriechen konnte. Shyla nickte ihrer Stellvertreterin aufmunternd zu. Sie schien schon im Bett gewesen zu sein und sah ziemlich müde aus. Aber so war das nun mal auf einem Raumschiff. Sie machte einen Rundgang durch die Station um zu sehen, ob alle Vorbereitungen getroffen waren. Alles schien gut zu funktionieren, so dass sie nicht eingreifen musste. --- Quartier Nyberg, ca. 22:00 Anna berührte das Sensorfeld der Schublade und entnahm ihr neues Handtuch. Während sie sich zischend wieder schloss, tupfte sie die kalten Wassertropfen von ihrem Gesicht. Sie war schon ziemlich müde, woran der Alkohol, und auch Lexi keinen kleinen Anteil gehabt hatten, aber das Einschlafen fiel ihr mit einem klaren Kopf meistens leichter und kaltes Wasser war da ziemlich hilfreich. Sie warf das Handtuch beiseite neben das Waschbecken - morgen früh würde sie es sowieso wieder brauchen - und ging zurück in ihr Quartier. Sie ließ ihre Hand über Lexis Decke streifen, die sie auf dem Bett ausgebreitet hatte. Nur just in dem Moment, als sie sich dort ebenfalls breit machen wollte, war ihr Quartier von blinkendem Rotlicht erfüllt, und eine Alarmsirene ertönte. Anna schreckte auf. "Licht!", rief sie und der Rest lief rein mechanisch ab: Ausziehen, Uniform anziehen, in die Schuhe schlüpfen, auf schnellstem Weg zur Tür, ohne irgendwo drüber zu stolpern. --- Korridor Anna verfiel in Laufschritt. Bei einem Brückenposten, soviel hatte sie schon gelernt, ließ man lieber nicht die ganze Reaktionszeit verstreichen, die der rote Alarm zuließ. Mit jedem Schritt spürte sie, wie ihr Kopf klarer wurde, ob es am Adrenalin lag oder an der Bewegung war ihr egal. Hauptsache, sie musste nicht bei Lexi vorbei und sich was zum 'Ernüchtern' geben lassen, das wäre ihr irgendwie peinlich gewesen. --- Deck 12, Notbrücke Nach einer Turboliftfahrt und ein paar Schritten glitt Anna hinter die OPS-Konsole der Notbrücke. Während sie mit einer Hand die aktuellen Daten von der Brück abrief berührte sie mit der anderen ihren Kommunikator. "Nyberg an DiNovo. In Bereitschaft auf der Notbrücke, hole mir gerade ihre Daten.", informierte sie den CPO. Er antwortete nur mit einem kurzen "In Ordnung." Dann nahm Anna die Anzeigen genauer unter die Lupe, damit sie jederzeit die Hauptfunktionen übernehmen konnte... Und war äußerst überrascht. Sie waren an der cardassianischen Grenze, aber dass so schnell eine Galor-Klasse in ihrer Nähe sein würde, hätte sie nicht erwartet. Äußerst interessant das Ganze. --- Brücke Vielleicht hätte er heute doch besser weiter in seinem Bereitschaftsraum bleiben sollen. Hätte weiter Akten bearbeiten und so 'nette' Überraschungen, wie die Versetzung von Ensign Loraya auf sein Schiff, erleben sollen. Er hätte heute abend einfach, wie geplant, mit seiner Familie zu Abend essen und mit ihnen eine schöne Zeit verbringen sollen. Statt dessen aber war Timo, nach Yates' Comruf, auf die Brücke gekommen. Und seither überschlugen sich die Ereignisse! DeChâteau hatte sich bereits schon bei seinen Kindern entschuldigen lassen. So lange hatten sie sich nicht mehr gesehen und jetzt, wo die Familie DeChâteau endlich wieder vereint war, war das erste, was Daddy gegenüber seinen Töchtern machte, sein Versprechen, gleich wieder zu kommen und ihnen eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen, zu brechen. Der Franzose brummelte vor sich hin. Hinzu kam, dass ihm, seit er auf die Brücke zurückgekehrt war, seine Nase andauernd lief und die Augen brannten. >> "Hier spricht Gul Mujata von cardassianischen Raumschiff Liato. Ich erwartete eine Erklärung, warum die Föderation einem Verbrecher gegen cardassianische Hoheit Obdach gewährt!" << Timothé atmete tief durch und rieb sich noch einmal seine Augen, bevor er das Zeichen gab, den Kanal zum cardassianischen Schiff zu öffnen. Er hatte es nicht eilig, wusste er doch ohnehin, wonach der Gul verlangen würde. "Captain Timothé DeChâteau von der USS Victory. Ich grüße Sie, Gul Mujata. Ich fürchte hier liegt ein kleines Missverständnis vor. Sie haben gerade versucht, entgegen der aufgestellten Handelsklausel FZ04 unserer beiden Regierungen, ein freies Handelsschiff, welches dabei war einen Kontrakt mit der Föderation abzuschließen, abzufangen. Ich bin mir sicher, dass wenn der Captain der Agamemnon noch eine offene Rechnung mit Ihnen hat, diese bald begleichen wird.", antworte der Kommandant der Victory ruhig. Timo war versucht, sich ein weiteres Mal über die Augen zu wischen, widerstand dieser Versuchung aber. Seine Augen mussten ohnehin langsam schon ganz rot sein. Statt dessen fuhr er fort: "Solange sich die Agamemnon jedoch noch in einem Vertragsverhältnis mit der UFP befindet, steht das Schiff und seine Crew unter unserem Schutz." DeChâteau unterbrach sich nun doch und rieb sich die Augen. "Sie sprachen von 'Verbrechern'. Wie meinen Sie das?", fragte der Franzose schließlich mit einer anderen Stimme. --- CIS Liato Telmar stand nach wie vor außerhalb des Sichtsensorbereichs. Er war doch etwas überrascht, dass sich das Föderationschiff als die Victory entpuppte. Hatte DeChâteau das Schiff in den letzten Jahren doch zu einem Schrotthaufen geflogen? Telmar hätte es nicht gewundert. Er beschloss noch einige Augenblicke zu warten, bis er sich zeigen würde. "Captain DeChâteau", begann Mujata. "Ihr 'Handelspartner' wird in unserem Territorium wegen diverser freibeuterischer und auftragsmäßiger Angriffe auf Frachter und Kolonien gesucht und hat darüber hinaus vor wenigen Stunden eines unserer Patrouillenschiffe zerstört und das andere schwer beschädigt. Somit sind Ihre Handelspartner des Mordes in mehr als 60 Fällen schuldig. Ihr Schutz stellt somit einen klarer Verstoß gegen die interplanetarische Vereinbarung zur Verfolgung verbrecherischer Elemente dar!" --- Brücke DeChâteau suchte nach dem PADD, welches Yates ihm zuvor mit allen Informationen über die Agamemnon gegeben hatte. Als er es schließlich fand, überflog er ruhig die Daten und ließ den Gul einen längeren Moment ohne nähere Erklärung warten. Schließlich sah der Captain Mujata wieder in die Augen. "Ihre Regierung hat uns keine derartigen Informationen zukommen lassen. Dementsprechend muss ich ihren Ersuch, die Crew der Agamemnon auszuliefern, ablehnen. Darauf wollen Sie doch hinaus, oder?" DeChâteau strich sich erneut über die Augen. Aus irgend einem Grund hatte der Kommandant das Gefühl, als würden seine Augenlider immer wieder zucken. Wahrscheinlich war die Luft zu trocken. Er würde nach dem Gespräch die OPS darauf ansprechen müssen. Als der Gul nicht sofort auf die Frage ansprang, ergriff Timo wieder das Wort. Leider kannte er die getroffenen, strengen Vereinbarungen zwischen Cardassia und der UFP. Er selbst war bei den Verhandlungen als Beobachter dabei gewesen. "Das sind sehr harte Anschuldigungen, Gul Mujata...", begann er schließlich und verlieh dabei dem Wort 'Anschuldigungen' eine besondere Betonung. --- Notbrücke Nachdem Anna die Sensordaten kurz überflogen hatte, drückte sie weitere Tasten ihrer Konsole, um die restlichen Vorkommnisse auf der Brücke mitzubekommen. Sie hörte, wie der Captain mit jemandem sprach, außerdem legte sie die Anzeige des Hauptschirms auf einen Teil Ihrer Konsole. Und fragte sich gleich darauf, warum sie auf diese blöde Idee gekommen war, als ein knorpeliges, arrogant dreinblickendes Gesicht im Bild erschien und ihr Magen sich verkrampfte. Anna schloss für einen Moment die Augen, atmete tief durch und versuchte sich zu entspannen - so, wie es ihre Therapeutin ihr gezeigt hatte. Sie kannte diesen Cardassianer nicht, er hatte ihr nichts getan, nicht alle Cardassianer waren gleich. Wie ein Mantra wiederholte sie diesen Satz mehrere Male, mit mäßigem Erfolg. Als sie die Augen wieder öffnete, war das Gesicht immer noch da, aber jetzt verspürte Anna den unbändigen Drang, diesem Cardassianer an den Hals zu springen. Ihrer Therapeutin würde es nicht gefallen, aber Anna empfand den Moment befreiend, als ihr Gefühl der Ohmacht und Hilflosigkeit in Wut und Agression umschlug. Sie zwang sich, ruhig sitzen zu bleiben und sich von den Vorgängen auf der Brücke nicht ablenken zu lassen. Später würde sich jemand fragen, wie denn die Fingernagel-Abdrücke an die Konsolenkante gekommen waren. --- CIS Liato Telmar gab Mujata mit einem Augenkontakt zu verstehen, dass er nun das Gespräch übernehmen würde. "Sie enttäuschen mich schon wieder, DeChâteau.", er trat in den Bereich der visuellen Sensoren, "Vier Jahre im Amt eines Captain und Sie sind immer noch der bürokratische Schulpsychologe, den ich damals kennen gelernt habe - wie bedauerlich! Ich hatte wirklich erwartet, dass Sie dieser Posten hat nachreifen lassen." Telmar legte sein bestes Überlegenheitslächeln auf und nickte begrüßend zur visuellen Darstellung des Menschen. "Kaum verwunderlich, dass Ihr Verbrauch an Schiffen, dem Haustierverbrauch eines kleinen Kindes gleicht." --- Brücke Dieses Mal war DeChâteau nicht wegen des Brennens seiner Augen versucht, sich diese zu reiben, sondern aus Ungläubigkeit. Auf der anderen Seite wäre dem Franzosen jedoch beinahe ein 'Das hätte ich mir ja denken können' herausgerutscht. Telmar! Glio Telmar! Nie hätte Timothé gedacht, diesem Mann noch einmal wieder begegnen zu müssen. Natürlich war es seine größte Befürchtung gewesen, als er von der Mission der Victory erfahren hatte, aber wirklich für möglich gehalten hatte er es nicht. Wie man sich irren konnte. Der Captain der Victory setze eine freundliche Miene auf. "Telmar!", sagte er mit gespielter Freude. "Schön Sie wiederzusehen!" DeChâteau blinzelte das Zucken in seinen Augenlidern weg und sah seinem Gegenüber tief in die Augen. Während er sich zurücklehnte, meinte der Franzose fast nebenbei: "Ein netter Zufall...". Bestimmter fügte er hinzu: "Was wollen Sie?" --- CIS Liato Der Cardassianer blickte kurz nachdenklich an die Decke: "Nun ein heißes Bad in den Masibitischen Quellen, gefolgt von einem langen Spaziergang mit meiner Familie durch die Felder in der Nähe meines Hauses. Das wäre durchaus angenehm. Leider ermöglicht mir mein Pflichtbewusstsein dem nicht so schnell nachkommen zu können. Aber das kann ich ja später nachholen und Sie sind dann auch herzlich eingeladen, DeChâteau. Sie sehen mir nämlich etwas angeschlagen aus." Er legte eine kurze Pause ein. "Eigentlich sollte mich Gul Mujata zu den Treffpunktkoordinaten bringen, an denen ich Sie und Ihre Crew im cardassianischen republikanischen Reich begrüßen und führen sollte. Ich denke, der Treffpunkt hat sich nun erledigt. Dank Ihrer besonderen Geschäftspartner, haben wir uns ja bereits gefunden. Dann hätten wir also nur noch das Problem, dass ihre Geschäftspartner gesuchte Staatsverbrecher Cardassias sind - Und bei aller Höflichkeit gegenüber Freunden Cardassias, Captain, werden Sie wohl verstehen, dass es sich nicht besonders schlüssig dem cardassianischen Rat erklären lässt, warum Sie, als unsere Gäste, jemanden Unterschlupf gewähren, der einige frische cardassianische Leben auf dem .....wie sagen sie doch gleich.....auf dem Kerbholz hat. Die politischen Konsequenzen machen sich weder in Ihrer bisher recht kurzen, noch in meiner recht langen Karriere recht gut." --- Brücke Telmar? Hier auf der Victory? Als Verbindungsoffizier und Ratgeber? Einerseits war es ein Schock, der dem Captain für einen nicht gerade kurzen Moment die Sprache verschlug, auf der anderen Seite aber bekämpfte der Franzose ein aufkeimendes breites Grinsen nieder! Vom angesehenen und gefeierten Gul zum einfachen Kontaktmann. DAS war eine Karriere! Und zwar eine, die DeChâteau so nie vermutet hätte. Trotzdem, der Umstand, Telmar zukünftig hier an Bord zu haben und jederzeit in seinem Nacken zu wissen, war alles andere als ein amüsanter Gedanke. Timo ging daher wieder zum eigentlichen Thema über, ohne weiter auf die neue Entwicklung einzugehen. Zumindest kannte er jetzt den Grund, warum der Verbindungsoffizier nicht namentlich genannt worden war. "Und Sie, Telmar, werden sicherlich verstehen, dass ich erhebliche Probleme bekommen werden, wenn ich ohne Beweise, Handelspartner der Föderation einfach so an Sie ausliefere." DeChâteau zwinkerte seinem Gegenüber kampflustig zu. --- CIS Liato Telmar lächelte entspannt. "Wenn es Ihnen nur um einen Beweis geht, DeChâteau, so sehe ich kein Problem darin." Er blickte zu Mujata. Dieser gab einem seiner Offiziere ein Zeichen und wandte sich dann an DeChâteau. "Mein taktischer Offizier wird Ihnen die Scannerdaten von dem zerstörten und dem beschädigten Patrouillenschiff übermitteln. Die Treffer lassen sich eindeutig zu Ihren Handelspartnern zuordnen, ebenso wie die Emissionsspur, der wir bis hierher gefolgt sind. Die Beweise sind unwiderlegbar!" --- Maschinenraum Langsam wurde Aliya ein ganz klein wenig nervös. "Hem ga tsan...", fluchte sie. "Chikushou" kam hinterher. Die verwirrten Blicke der Techniker quittierte sie mit einem Abwinken "Nicht ihr..." obwohl sie den Fluch - oder eher die Beschimpfung nicht verstanden hatten. Sie hasste es untätig und unwissend herumzusitzen. Warum gab es roten Alarm? Keine Einschläge, keine Explosionen, kein Eindringlingsalarm... Gott wie frustrierend hier rumzustehen ohne zu wissen warum. Naja, aber wenigstens gab es keine Verletzten und Shiny hatte auch noch keinen Kratzer... --- Brücke Soeben kamen die Daten von dem cardassianischen taktischen Offizier mit Umweg über die KOM bei Rachel an. Gleichzeitig erschienen sie auch auf dem kleinen Display neben DeChâteau. Er überflog die Daten kurz, dann wandte sich der Blick des Captain fragend zu der Halbbajoranerin. Diese hatte bereits damit begonnen, Teile der Daten stichprobenartig genauer durchzusehen. Inhaltlich stimmten sie mit dem überein, was der Cardassianer sagte. "Um die Echtheit der Scannerdaten zu bestätigen, müsste ich sie erst eingehender prüfen. Aber auf den ersten Blick sieht es ganz danach aus, als wenn es stimmt, was Gul Telmar sagt.", erklärte sie, ohne aufzublicken und durchforstete die Scannerdaten weiter nach Ungereimtheiten und Hinweisen, die ihre Echtheit vielleicht widerlegen würden. "Sie kennen die Regelungen ebenso gut wie ich, Telmar!", meinte der Captain schließlich, als Telmar die Forderung nach einem Beweis herunterspielte. 'Wir beide haben an ihnen mitgewirkt', fügte er in Gedanken hinzu. Natürlich fiel es DeChâteau schwer, einfach so wen auszuliefern, vor allem an Cardassianer, beziehungsweise an diesen Cardassianer. Aber das neue freundschaftliche Verhältnis zwischen UFP und Cardassia stütze sich nunmal auf ein eng geschnürtes Regel- und Verhaltenswerk. Und an dieses mussten sich beide Seiten halten - ob sie nun wollten oder nicht. "Lassen Sie mir alle Daten zukommen. Wir werden die Anklage überprüfen und dann entscheiden. Bis zu dieser Entscheidung werden wir, gemäß der Vereinbarung unserer Regierungen", DeChâteau grinste den Cardassianer an, "die Verdächtigen hier an Bord der Victory festhalten." Timothé hatte langsam seinen Schrecken bezüglich des Auftauchens Telmars wieder verdaut. Mit dem abnehmenden Adrenalinspiegel kam jedoch auch das Zucken und Tränen seiner Augen zurück. Auch das Flimmern verstärkte sich. DeChâteau hoffte, das Telmar das Gespräch bald beenden würde. --- CIS Liato Telmars Lächeln war ungebrochen. "Selbstverständlich, Captain." erwiderte er, "Prüfen Sie nur die Daten. So wie ich Ihre Leute kenne, werden Sie sicher das Ergebnis in einer Stunde auf dem Tisch haben." Telmar blickte kurz zu Mujata, der im Hintergrund einige Befehle auf cardassianisch gab. Die Offiziere folgten und aktivierten Waffen und Schilde und begannen einen regelmäßigen Breitenscan der Victory und der Umgebung. "Bis Sie sich jedoch entschieden haben, werde ich das cardassianische Kommando informieren und wir werden uns für den Fall bereit halten, dass ihre Gewahrsam-Maßnahmen nicht ausreichend sind und ihre Gäste zu entkommen versuchen. Bis in einer Stunde Captain!" Der Cardassianer nickte DeChâteau zu und ließ den Kanal schließen. --- Agamemnon Die Sensoren hatten zunehmende Aktivität in den angrenzenden Bereichen aufgefangen und einen Moment lang fragte sich James, wie sicher ihre derzeitige Position war. Dann entschied er jedoch, dass sie sehr sicher war, denn der Warpkern der Victory befand sich nur durch wenige Schotts getrennt direkt vor ihnen. Sollte es Probleme geben, würde er das Feuer eröffnen und alles in die Luft jagen. Aber das war die letzte Alternative für totalen Verrat. Normalerweise waren Föderationsoffiziere darüber erhaben, doch Carlyle würde kein Risiko eingehen und so rief er ein Programm auf, bevor er sich zu Miho umwandte: "Ich schätze mal, wir werden bald Besuch bekommen. Wir sollten uns darauf vorbereiten." Damit stand der Captain auf und trat an den Waffenschrank an der Rückwand des Cockpits. Von dort holte er zwei Typ-1 Phaser der Föderation und zwei kleine Pistolen hervor: "Phaser oder Projektilwaffe?" --- Shuttlehangar, 22:10 Die Kraftfelder standen und weitere Sicherheitskräfte erreichten den Hangarkontrollraum, in dem ein sichtlich verwirrten Chief stand und nicht so recht wusste, was die bewaffneten Leute hier wollten. James entschied sich daher, die Agamemnon erst einmal diplomatisch unter eigene Kontrolle zu bringen. Er bedeutete Reszko und den vier Sicherheitsoffizieren, mit ihm den Hangar zu betreten. Reszko trug einen Handphaser, die vier anderen ein Gewehr vor der Brust. Geschlossen gingen sie auf das kleine Schiff zu. Vor dem ehemaligen und stark modifizierten Truppentransporter blieben sie stehen und der Erste Offizier der Victory überlegte, ob er nur etwas lauter würde reden müssen oder ob er schreien sollte, aber ihm kam eine bessere Idee. Mit einer Geste bedeutete er dem Chief, welcher in sicherer Entfernung stand, einen Kanal zu öffnen. An seinem Nicken wiederum erkannte James Herold, dass der Kontakt stand. "Commander Yates von der Victory. Captain Carlyle, öffnen Sie langsam den Einstieg und kommen Sie unbewaffnet heraus." Es dauerte einige Sekunden, über das unbewaffnete heraustreten gab es sicher an Bord kleinere Diskussionen. Doch schließlich öffnete sich das Schott und ein Eintritt glitt auf den Boden. Das Innere war nur schwach beleuchtet und James konnte keine Details erkennen. Eine Person verdeckte den Eintritt. "Commander.", sprach der Fremde ihn an. "Ich bin Captain Carlyle." Trat er sich vorstellend heraus. "Captain, es freut mich, Sie an Bord zu haben." Er deutete auf Reszko und einen Sicherheitsoffizier. "Sie werden von unserem Sicherheitschief und einem seiner Mitarbeiter nach einem kurzen Check auf die Brücke gebracht um mit Captain DeChâteau im Konferenzraum weiteres zu besprechen." Er hatte diese Art von Andeutungen in den jüngsten Seminaren gelernt. Reszko würde den guten Captain auf Waffen, Sprengsätze, Peilsender und alles andere, untersuchen während die internen Sensoren das selbe taten und einen Medo-Check von ihm erstellten. Dazu war es bloß notwenig in einen Turbolift zu treten. Die Eingänge des Hangars waren ebenso wie die des Transporterraumes mit speziellen Sensoren ausgestattet. Wohl wissend, dass diese Prozedur auf ihn zukam, bedankte sich Carlyle höflich. "Befinden sich weitere Crewmitglieder an Bord?", wollte James wissen. Nach der positiven Bestätigung und des Abgangs von Carlyle in Richtung Brücke in Begleitung von Reszko schickte der Commander zwei Sicherheitsleute, darunter auch LaPlace, in das kleine Schiff, um alle Waffen zu sichern, die System herunterzufahren und das zweite Crewmitglied in Gewahrsam zu nehmen. Sie würde für den Aufenthalt an Bord in ein Gästequartier gebracht und dort perfekt isoliert. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass weder Besatzung noch Schiff lange auf der Victory verbleiben würde. --- Brücke/Konferenzraum, 22:20 Nach dem Shakkle den Söldnercaptain genauestens durchsucht hatte und ihm die Handwaffen und paar kleine Stichwaffen abnahm, zeigte er in Richtung des Turbolifts. Zwei Sicherheitsleute folgten ihnen. Als sie auf Deck 1 eingetroffen waren, führte der CoS höflich aber bestimmt Captain Carlyle in den Konferenzraum, wo der Captain der Victory bereits wartete. Shakkle postierte die beiden Sicherheitsmänner neben der Tür, blieb selbst aber in der Nähe ihres Gasts um für die Sicherheit von Captain DeChâteau zu sorgen. --- Shuttlehangar Kaum waren die Sicherheitler mit der Besatzung verschwunden kamen auch schon die von Yates bestellten Personen aus ihren Löchern gekrochen. "Commander?", eilte ein Ensign auf ihn zu, der das kleine Team aus je 3 Technikern und Wissenschaftlern leitete. "Laden Sie die komplette Datenbank des Schiffes herunter. Ich will alle Daten über die Navigation und taktischen Einsätze haben. Möglicherweise wurden Daten gelöscht - dann stellen Sie die wieder her oder suchen sie Backups. Die Wissenschaftler sollen den Frachtbereich untersuchen und alle Teile auf den Hangarboden legen. Von jedem Teil wird eine Holoaufnahme und ein Detailscan genommen. Alles was aussieht wie von einem cardassianischen Schiff räumen wir wieder rein, alles was aussieht wie sonstige Fracht behalten wir. Sollten cardassianische Datenspeicher dabei sein, werden die natürlich auch heruntergeladen." Der Ensign nickte eifrig und eilte los, um die Anweisungen weiter zu geben und die 7 eilten in das kleine Schiff. --- Brücke, 22:15Uhr Rachel blickte nur kurz auf, als der Captain des Söldner-Schiffes von Kollegen aus der Sicherheit über die Brücke in den Konferenzraum geführt wurde. Ihre Anzeigen waren da wesentlich interessanter. Sie hatte keine weiteren Daten von der Liato empfangen. Anscheinend gab es sonst also keine. Nun, mit den taktischen Scannerdaten würde sie eh mindestens die nächste halbe Stunde beschäftigt sein, wenn sie sie gründlich auf ihre Echtheit überprüfen wollte. Zu gerne hätte Howard sich die Daten dafür auf ein PAD runter geladen und wäre in ihr Büro gegangen. Dort hätte sie in Ruhe und wesendlich schneller und effizienter arbeiten können, als hier auf der Brücke. Aber die derzeitige Entwicklung machte es ihrer Meinung nach nötig, dass der taktische Offizier auf der Brücke blieb. Etwas grimmig schaute sie auf ihre Anzeigen. Kurz darauf beendeten die Cardassianer die Verbindung. "Captain, die Liato hat eben wieder ihre Waffen und Schilde aktiviert, macht aber keine Anstallten zu feuern. Statt dessen scannen sie erneut uns und die Umgebung.", informierte sie DeChâteau und rief dann wieder die taktischen Daten der Liato auf, um sie unter die Lupe zu nehmen, während der Captain sich mit dem Söldner auseinander setzten würde. --- Shuttlehangar, 22:30 Es dauerte einige Minuten, in denen Yates mehr oder weniger dumm herum stand. Er hatte Antworten erhalten, dass der Captain im Konferenzraum wartete, darauf, dass DeChâteau sein Gespräch mit den Cardassianern beendet hatte und auch das zweite Crewmitglied wartete brav in dem Gästequartier. Beide waren mit ihrer Situation nicht glücklich, aber das war Yates mit seiner auch nicht. Die Uhr zeigte halb 11 abends als der Ensign wieder an ihn heran trat. 'Ein Erster Offizier ist immer im Dienst.', ermahnte James sich selbst und schob die Müdigkeit beiseite um voll aufnahmefähig zu sein. "Die Datenbanken waren alle geschützt, aber wir konnten die Sperrungen umgehen. Alle Daten zur Navigation und Taktik der letzten 6 Monate konnten lückenlos sichergestellt werden. Wir haben auch zwei Backups über den selben Zeitraum. Wir glauben, dass es dort Modifikationen gab und Daten geändert wurden. Das werden wir sehen - es braucht aber Zeit, das heraus zu finden." Zufrieden nickte Yates "Und die Fracht?" fragte er weiter. "Neben dem Frachtraum, in dem sich nur ein paar Wrackteile befanden, haben wir noch Verstecke gefunden. Offenbar zum Schmuggeln. Dort fanden wir archäologische Artefakte, aber auch unbekannte technische Geräte und cardassianische Datenspeicher. Wir haben alles in Frachtraum 2 gebracht zu weiteren Untersuchung. Die Wrackteile haben wir wie sie gefordert haben, als Holobild aufgenommen und gescannt. Alles ist wieder eingeräumt. Man wird merken, dass wir an Bord waren, aber nicht was wir alles gemacht haben." Zufrieden entließ der Commander die Männer. Einer der letzten, der das Schiff verließ war ein Wissenschaftsoffizier mit etwas auf dem Arm. Es war etwa so groß wie ein Football aber aus glattem Metall. "Sir, dies fand ich gerade noch hinter einem Replikator versteckt." James berührte die Oberfläche mit einer Hand. "Es ist glatt." stellte er bewundernd fest. "Ja Sir, der Tricorder kennt das Material nicht. Er ortet den Gegenstand nichtmal.", brachte ihm der Wissenschaftler entgegen, welcher aus der Tasche einen schwarzen metallischen Gegenstand nahm. "Dies lag daneben, es ist offenbar abgesplittert." Er deutete auf die Rückseite und kratzte damit entlang des ganzes Metallgehäuses. Ein tiefer Kratzer entstand, der jedoch nach wenigen Sekunden wieder verschwand. "Haben Sie das gesehen?" Und James konnte nur nicken. "Bringen Sie das sofort in eines der Labore, die sollen alle Scans damit machen, die wir kennen über Nacht. Ich will morgen früh Antworten." Dann verließen auch die letzten den Hangar, nur 4 Sicherheitler blieben zurück um das Schiff und alle Zugänge zu bewachen. --- Konferenzraum, 22:45 Mit einem PADD in der Linken, betätigte sie mit der Rechten den Türsummer. Rachels Test hatten eines definitiv bestätigt: Die Scannerdaten waren echt und äußerst belastend für die Söldner! Dies, gefolgt von einer Zusammenfassung der Daten und einem kurzen Überblick über die Tests, die sie gemacht hatte, stand auch auf dem PADD. Die Tür öffnete sich und Rachel stand kurz darauf vor DeChâteau. Sie beachtete die Sicherheitsleute und Carlyle nicht weiter, reichte ihrem Captain das PADD und fixierte daraufhin einen imaginären Punkt an der Wand gegenüber, während sie abwartete, ob DeChâteau sie hinaus beordern oder sie bitten würde, sich zu dem Gespräch hinzu zu gesellen. Der Captain hatte nicht auf ihre Anwesenheit bestanden und so hatte Rachel den Konferenzraum schnell wieder hinter sich gelassen. Wieder auf der Brücke schaute sie auf den Chronometer und beschloss, das für die taktische Station eingeteilte Crewmitglied der Gamma-Schicht zu kontaktieren. Es dauerte keine drei Minuten und ein junger, blonder Mann betrat hastig die Brücke, um sie abzulösen. Auf dem Weg zu ihrem Quartier überlegte die blonde Halb-Bajoranerin, ob sie direkt schlafen gehen sollte. Sie entschied sich dagegen, denn wirklich müde war sie trotz des langen Tages noch nicht. So schlüpfte sie schnell in ihre Laufhose, Laufschuhe und ein knappes Sportoberteil und machte sich auf den Weg zum Hydroponischen Garten. Er war um diese Zeit nur spärlich, aber ausreichend beleuchtet und Rachel hatte ihn ausnahmsweise mal ganz für sich alleine. So drehte sie Runde um Runde durch das grüne Areal, bis sie allmählich müde wurde. Um kurz vor zwölf betrat sie erneut ihr Quartier, nahm noch eine kurze, aber angenehm heiße Dusche, um dann schließlich ins Bett zu gehen. Es dauerte nicht lange und sie fiel in einen tiefen, festen Schlaf. --- Shuttlehangar, 22:50 Nachdem alle Instruktionen verteilt waren, verließ James den Hangar, beziehungsweise den Kontrollraum dazu, durch die einzige Tür, welche nicht durch Kraftfelder versiegelt war. Die Sicherheitsmaßnahmen waren außergewöhnlich hoch, aber angesichts der Bedrohung durch die Cardassianer war er sich sicher das richtige zu tun. Auf dem Korridor vor dem Hangar bewegte James sich müde auf den nächsten Turbolift zu. Es war viertel vor elf und eigentlich wollte er seit einiger Zeit bereits im Bett liegen. Manchmal blieb er bis mitten in die Nacht wach und arbeitete oder sah sich einen Film an. Manchmal hörte er auch etwas Musik - quer durch die Datenbank - aber heute war er erschreckend müde und merkte selbst, wie die Konzentrationsfähigkeit nachließ. Im Notfall hätte er sich ein kleines Mittel auf der Krankenstation geben lassen können, aber wesentlich gesünder und natürlicher war sicher ins Bett zu gehen. Er betrat den Turbolift. "Yates an Brücke. Bericht über die aktuelle Situation." Er wartete. "Der Captain befindet sich mit dem Söldner im Konferenzraum, der Kontakt zu den Cardassianern ist geschlossen und das cardassianische Schiff befindet sich - wie wir - in voller Gefechtsbereitschaft." Yates lehnte sich an die Rückwand des Lifts. "Verstanden, ich bin in meinem Quartier zu erreichen, sollte der Captain meine Anwesenheit verlangen oder sich die Situation verändern. Yates Ende." "Computer, Deck 3, Quartiere" Der Lift brauste los und wenig später fand sich James Herold auf dem Korridor zu seinem Quartier wieder. --- Krankenstation, 22:50 Inzwischen waren gute fünfzig Minuten verstrichen, in denen das Personal der Krankenstation auf Höchstbereitschaft gearbeitet hatte, aber die Stimmung wurde immer gedrückter, nachdem immer noch kein Patient eingeliefert worden war. So ging Lexi auf ihre Chefin zu. "Ich glaube, wir sollten wieder in den normalen Schichtbetrieb wechseln, sobald wir von der Brücke noch einmal die Situationslage erfragt haben.", begann sie ruhig ihren Vorschlag. "Es nutzt dem ganzen Personal nichts, wenn es hier am Ende übermüdet in die nächste Schicht geht. Das ist auch für unsere Patienten am morgigen Tag nicht wirklich zuträglich." "Sie haben Recht.", antwortete Shyla. "Ich werde nachsehen, was der letzte Statusbericht beinhaltet." Sie begab sich in ihr Büro. Laut dem letzten Statusbericht waren die Besatzung des Söldnerschiffs in Haft genommen worden und die Verhandlungen mit den Cardassianern auf den nächsten Tag verlegt worden. Es drohte also keine unmittelbare Gefahr mehr und Verletzte in großen Massen waren auch nicht zu erwarten. Sie trat wieder hinaus auf die Station. "Wir werden nun den Betrieb wieder auf Normalschicht umstellen.", verkündetet Shyla laut. "Es droht von dem cardassianischen Schiff keine unmittelbare Gefahr mehr und die Verhandlungen sind auf morgen früh verschoben worden. Ich denke also, wir können zu Bett gehen." --- Gänge der Victory Lexi schlich mehr als dass sie ging, durch die Gänge zurück von der Krankenstation zum nächsten Turbolift, der sie in die Nähe ihres Quartiers bringen sollte. Als sie gegen die Liftwand gelehnt stand, überlegte sie kurz, als sie die Deckeingabe machen sollte. "Deck 6", befahl sie. "Befehl zurück. Deck 3, Nähe von Quartier Nyberg", befahl sie dem Lift und schloss die Augen, bis der Lift auf Deck 3 schließlich sie ihrem Ziel näher brachte. --- Privatquartier des Commanders, 23:00 "Computer, Persönliches Logbuch, Aufzeichnung starten.", raunte James, während er sich in seinem Quartier auf das Sofa fallen ließ. "Es ist 23 Uhr und mein Tag findet endlich ein Ende. Dies war wohl der bisher anstrengendste Tag und eine erste Krisensituation." Er streifte sich die Uniformjacke ab, legte den Kommunikator auf den Glastisch, stellte die Stiefel darunter und entledigte sich auch seines roten Uniformshirts. "Wir wurden kontaktiert von ein paar Söldnern, mit denen die Föderation einen Pakt eingegangen ist." Er stöhnte "Wie kann man sowas nur tun? Ich halte davon relativ wenig und meine Meinung darüber wurde noch negativer, als die Cardassianer kamen und die Söldner beschuldigten eines ihrer Schiffe zerstört zu haben." James verließ das Sofa in Richtung Bad ohne die Aufzeichnung zu unterbrechen. "Die Besatzung des kleinen Schiffes ist unter Beobachtung, die Fracht wurde von uns gelöscht bis auf offensichtlich cardassianische Trümmer. Auch ein unbekanntes Metall haben wir gefunden. Ich bin gespannt, was es ist, morgen früh werde ich Ergebnisse vorliegen haben." Er pausierte und ließ kaltes Wasser in seine Hände laufen, um sich damit das Gesicht zu waschen und so aufzufrischen. "Aber der Tag hatte auch erfreuliches. Ich habe mich langsam eingelebt, meinen Job unter Kontrolle und kümmere mich nun um das Klima der Besatzung. Heute lag mir besonders das Wohlergehen einiger attraktiver Damen am Herzen." Ein Lachen fand den Wega auf seine Lippen "Lieutenant Howard ... Rachel ... die Taktische Offizierin. Ihre Hände gleiten sehr flink über die Kontrollen. Ich mag diesen leichten bajoranischen Touch an ihr und die blonden Haare. Sie wirkt irgendwie recht kühl und ist wohl auch noch zu jung. Das >jung< trifft wohl auch auf Ensign Loraya zu ... Sheila ... Sie ist erst 24, aber ihre braunen Augen und Haare, ihr Ausdruck, wie Sie sich bewegt und wie sie redet. Es fasziniert mich. Wäre der Alarm und die Krisensituation nicht dazwischen gekommen, hätte ich sie vielleicht etwas näher kennengelernt." Yates hatte mittlerweile wieder die Couch erreicht und entfernte die Commander Rangpins von der Uniform Jacke, um diese in den Recycler zu geben. "Der Captain wirkte angespannter und müder als sonst, als ich ihn von seiner Familie zurück holte auf die Brücke. Ich bin kein Counselor oder Mediziner, aber ich finde er sieht nicht sehr gesund aus. Vielleicht kann ich morgen mal mit ihm sprechen ... und vielleicht sehe ich morgen auch Ensign Loraya wieder. Möglicherweise wird sie den Hangar bewachen und ich kann dort mal vorbeisehen. Ihre Figur ist ein Traum, aber ich muss aufpassen, was ich mache. Als Erster Offizier muss ich ein Vorbild für alle sein und darf mich nicht zu so etwas hinreißen lassen." Er seufzte. Er hatte keine Freundin mehr gehabt, seit er bei der Sternenflotte war und sich oft genug an schönen Frauen die Augen ausgeschaut. Immer hatte er sich und seine Gedanken wieder unter Kontrolle gebracht, er hoffte dies würde wieder so sein. Aber irgendwo hoffte er auch, dass sich die beiden wieder sehen würden. "Das war es für heute. Ich gehe zu Bett. Aufzeichnung beenden." Yates löschte das Licht in den Räumen und ging in sein Schlafzimmer, um mal wieder allein in das große Bett zu steigen und sich von dem Tag zu erholen. --- Deck 3 Jetzt schlurfte Lexi jedoch nicht durch die Gänge. Sie eilte schon fast, durch einen momentan erwachten Lebensgeist förmlich die Gänge zu Annas Quartier und hoffte, dass diese noch nicht im Bett lag. Vor der Tür betätigte sie den Türsummer und wartete mehr ungeduldig, als denn geduldig auf eine Reaktion. --- Quartier Nyberg "Was?", murmelte Anna schläfrig. Sie zwinkerte ein paar Mal kräftig, bevor sie die Augen richtig aufhalten konnte. Von der Notbrücke war sie auf direktem Weg wieder ins Quartier zurückgekehrt, hatte irgendwie ihre Uniform abgestreift und auf dem Boden liegen lassen. Dann war sie wie ein Stein ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen. Anna drehte sich auf den Bauch und stützte sich auf die Ellbogen. "Wer ist da?", rief sie. 'Wer um alles in der Welt klingelt jetzt?', fragte sie sich. Lexi schluckte kurz. Anna klang schon so verschlafen, hoffentlich hatte sie sie jetzt nicht geweckt. "Lexi, ich wollt dir noch mal gute Nacht sagen, da das letzte ja nun 'unterbrochen' worden ist", erwiderte sie ruhig. Lexi? Anna fuhr auf. "Computer, Licht.", befahl sie. "Gedämpft!", fügte sie dann noch schnell hinzu. Sie rappelte sich hoch. Vergeblich versuchte sie auf die Schnelle ihre Kleidung vom Boden wieder zusammenzuklauben. Also wickelte sie sich einfach in die Decke ein, damit sie wenigstens etwas anhatte. "Herein.", rief sie und strich sich mit der einen Hand noch schnell ein paar widerspenstige Haarsträhnen aus den Augen, während sie mit der anderen die Decke am Rutschen hinderte. Lexi trat auf die Tür zu und diese öffnete sich auch schließlich willig, bevor ihr Blick auf Anna fiel. "Oh, ich hab dich geweckt, tut mir leid", erwiderte die Ärztin, als sie Anna leicht bekleidet vor sich stehen sah. War das jetzt nur die Decke, oder noch was drunter? Lexi schalt sich gleich für diesen Gedanken. "Fürs gute Nacht sagen darfst Du mich wecken.", antwortete Anna. Ihre Stimme war etwas rauh, wie meistens direkt nach dem aufwachen. Sie trat einen Schritt zurück. "Aber wir müssen's ja nicht auf dem Gang machen. Komm rein." Würdevoll versuchte sie die Decke zu raffen, um nicht draufzutreten. Lexi trat in den Raum hinein und strich Anna eine Strähne zurück hinters Ohr, versuchte ihr gebannt ins Gesicht zu sehen. "Du brauchst aber auch deinen Schlaf", erwiderte Lexi sanft. Anna musste lachen. Lexis Berührung und die Haarsträhne hatte ihr Ohr gekitzelt. "Naja, nach rotem Alarm mitten in der Nacht darf man am Morgen verschlafen sein.", antwortete sie. "Aber ich geb zu, kuschlig war's schon im Bett." Sie zog die Decke etwas höher um ihre nackten Schultern. "Und wärmer." Sie warf einen schläfrigen Blick hoch zu Lexi. Oder war es doch eher ein Schlafzimmerblick? Ihr Mundwinkel zuckte leicht nach oben. Lexi lächelte und strich Anna kurz über das Stück freie Haut auf der Schulter. "Dann husch dahin zurück", meinte sie zwinkernd. "Ich kann dich ja zudecken, dass ich sicher bin, dass du gut schläfst nachher." "Du siehst mir aber auch nicht mehr so taufrisch aus." Anna zwinkerte zurück. "Du schläfst ja im Turbolift ein auf dem Weg nach Hause." Sie warf einen kurzen Blick über die Schulter zurück zum Bett. "Vorteil, wenn man ein Quartier für Führungsoffiziere hat. Das Bett ist breiter. Und eine Zipfel Decke hätte ich auch noch übrig." Sie wickelte ein Stück der Decke ab, sodass sie gerade noch von der linken Schulter schräg bis zum rechten Knie Lexi die Sicht versperrte, und hielt den Teil einladend offen. "Es sei denn, Du bevorzugst ein unbequemes Sofa." Sie ließ den Satz ausklingen, sodass es nicht wirklich nach einer Option klang. Lexi japste kurz nach Luft und währenddessen konnte man fast ein leichtes Wimmern vernehmen. Anna machte es ihr nicht wirklich leicht, 'Nein' zu sagen, schließlich wollte Lexi sie nicht überrumpeln. "Öhm...", begann sie. "Nur, wenn es dir wirklich recht ist..." stotterte sie los und ließ ihren Blick mehr oder weniger 'unfreiwillig' über Annas Körper huschen. "Ich werde wie ein Stein schlafen. Da würde ich nicht mal merken, wenn zwei Klingonen neben mir ein Saufgelage veranstalten würden." Sie zwinkerte. "Also nicht, dass ich denke, du führst dich wie ein besoffener Klingone auf.", fügte sie schnell noch hinzu. "Los komm.", forderte sie Lexi auf. "Wir wollten doch sowieso zusammen frühstücken." Sie legte ihre linke Hand samt Deckenzipfel auf Lexis Schulter und zog sie Richtung Bett. "Ups.", sie zögerte kurz. Ihr Fuß war an etwas hängen. "Ach, da ist ja meine Uniform." Sie bückte sich und versuchte irgendwie, die Decke auf dem Rücken zu balancieren. "Nicht dass Du morgen früh stolperst." Sie sammelte die Einzelteile - Hose, Shirt, Jacke, Socken, Unterwäsche - zusammen und deponierte sie in einem Knäuel auf der Bank am Fußende des Bettes. "Jetzt musst du dich nur noch vor den Schuhen in Acht nehmen, aber die sind irgendwo in Türnähe." Lexi sah Anna an, lächelte leicht verlegen, als sie der jungen Frau den Arm um die Taille schlang. "Ich bin nicht drüber gestolpert", meinte sie leicht räuspernd, als sie ihre Stimme wieder gefunden hatte. "Kann ich noch einen kurzen Abstecher in dein Bad...?" Anna hatte inzwischen die Deckenzipfel wieder unter Kontrolle und klammerte sie vor der Brust fest. Als sie Lexis Arm um ihre Taille spürte, legte sie ihren Lexi sanft um die Schultern. Aus der Nähe bemerkte sie dann Lexis Verlegenheit und klammerte die Decke noch etwas fester. Sie spürte das Blut in ihre Wangen schießen. War die Decke etwa beim Bücken tiefer gerutscht, als sie es gemerkt hatte? Oder höher? "Ja, klar doch.", beantwortete sie dann Lexis Frage nach dieser Schrecksekunde, die ihre Gedanken hatte rasen lassen. Sie reckte ihren Hals in Richtung des Bades. "Frische Handtücher sind links unten in der Schublade und sonst hat es alles, was frau braucht." Aber so recht loslassen wollte sie Lexi nicht, daher ließ sie ihren Arm weiter auf der Schulter ruhen. Lexi lächelte zu Anna und hauchte ihr schließlich einen Kuss auf die Wange. "Ok, dann gib mir fünf Minuten, wärm schon mal das Bett an, danach kuschel ich mich dann zu dir unter die Decke. In Ordnung?" fragte Lexi mit einem sanften Lächeln. Anna gab den Kuss zurück. "Okay, aber beeil dich. Lange kann ich nicht mehr warten." Zur Bestätigung gähnte sie einmal herzhaft. Lexi nickte. "Mach ich.", erwiderte sie und drückte Anna kurz an sich, bevor sie sie schließlich los ließ und aufs Bad zu schritt. Nachdem Lexi im Bad verschwunden war, ließ Anna die Decke von den Schultern gleiten und breitete sie wieder auf dem Bett aus. Prüfend betrachtete sie sie kurz. 'Breit genug für zwei.', war ihr Urteil und sie wollte gerade drunterschlüpfen, als ihr einfiel, dass Lexi vielleicht auch ein Kopfkissen brauchte. Sie überlegte kurz. Bis jetzt hatte sie kein zweites benötigt und daher keines repliziert, denn zur Standardausstattung gehörte es wahrscheinlich nicht. Kurzerhand schob sie ihr Kissen zu Lexi und huschte schnell zum Sofa, um sich von dort eins zu holen. Lexi war schneller als vermutet, denn mit dem Zischen der Badtüre schaffte es Anna gerade noch unter die Decke. Lexi hatte im Bad nur kurz ihre Uniform abgestreift, ihre Unterwäsche noch einmal zurecht gerückt, die ihr in der Eile vorhin etwas verrutscht war. Eine kurze, aber gründliche 'Katzenwäsche' und schon trat sie wieder zurück ins Schlafzimmer und ging zu Anna ans Bett, ließ sich auf die Bettkante sinken. "Schnell genug? Oder schläfst du mir schon?" fragte sie schmunzelnd. Anna hatte sich auf die Ellbogen gestützt etwas erhoben, als Lexi aus dem Bad kam und verfolgte ihren Weg Richtung Bett. Unwillkürlich ließ sie ihren Blick von oben bis unten über Lexi wandern, und wieder zurück. 'Wow', musste Anna denken. Sie hatte Lexis tolle Figur schon im engen Gymnastikanzug bewundern können. Aber jetzt, sahen ihre Kurven einfach nur verführerisch aus. Das schummrige Licht zauberte nur gelegentliche Lichtreflexe auf Lexis rote Locken und das schwarze Hemdchen und die Shorts waren ein interessanter Kontrast zu ihrer hellen Haut. Anna drehte sich weiter auf die Seite und stütze ihren Kopf auf die Hand, während sie Lexi weiter betrachtete, als sie sich auf die Bettkante setzte. "Ich glaube schon.", antwortete sie und streckte eine Hand zu Lexi, um sanft über ihren Rücken, das einzige Körperteil in Reichweite, zu streichen. "So ein Engel erscheint einem doch nur im Traum." Lexi spürte, wie ihr die Gänsehaut den Rücken hochkroch, als Lexi über ihren Rücken strich. Sie schloss für einen Moment die Augen, drehte sich aber mit einem Lächeln in Richtung Anna. "Hm... Engel haben halt nur Engel verdient.", murmelte sie leise. "Dann werden wir beide ja himmlisch schlafen." Anna schmunzelte und rutsche noch ein bisschen weiter zu Lexi, bis sie ihre Taille greifen konnte und zog, in der Hoffnung, dass Lexi ins Bett kippen würde. "Oder hast Du letzte Bedenken?", sie zwinkerte. Lexi verlor erschrocken das Gleichgewicht, konnte sich aber gerade noch so mit einem Arm abstützen, um nicht zu sehr auf Anna zu landen. "Ja, vermutlich werden wir dann himmlisch ruhen", erwiderte sie und sah Anna an. "Ich, Bedenken? Nein, eigentlich nicht, ich möchte dich nur nach wie vor nicht überfahren." "Hier kannst Du mich höchstens überrollen." Anna grinste. Nachdem sie jetzt Lexi endlich auf dem Bett liegen hatte, rutschte sie noch ein Stückchen näher mitsamt der Decke, damit Lexi auch etwas davon abbekam. Fürsorglich zog sie den Saum bis an Lexis Kinn. Ein bisschen Planung war vielleicht auch dabei, denn jetzt hatte sie automatisch einen Arm um Lexi gelegt, um auch den letzten Zipfel zu erreichen und zwischen ihren Körpern war wohl nur noch eine Haaresbreite Platz. Lexi lächelte Anna sanft an und rollte sich vorsichtig in der Umarmung so hin, dass sie Anna ansehen konnte. "Ich will dich auch nicht überrollen", erwiderte sie lächelnd und hauchte der schwarzhaarigen Frau einen Kuss auf die Nasenspitze, bevor sie sie sanft in die Arme schloss. Anna drückte Lexi an sich und schmiegte den Kopf an ihre Schulter. Sie hatte ihr ungewolltes Wortspiel gar nicht bemerkt. "Dann kann ich ja beruhigt einschlafen.", murmelte sie in die roten Locken. "Ich wünsch Dir eine gute Nacht und träum was schönes." Sie streckte sich und drückte Lexi einen Gute-Nacht-Kuss auf die Backe. Dann lockerte sie die Umarmung soweit, dass Lexi ihr Lächeln sehen konnte. Lexi lächelte und strich Anna kurz über den Rücken. "Ich pass auf.", murmelte Lexi zurück und hauchte Anna schließlich, als diese sie anlächelte, noch einen Kuss auf die Lippen. "Jetzt kannst du dich an mich und meine Decke kuscheln zum einschlafen und was schönes träumen", meinte Lexi und strich eine schwarze Strähne wieder hinter Annas Ohren. "Schlaf gut." "Du auch.", echote Anna und strich Lexi noch einmal zärtlich über Haare und Wange. Dann kuschelte sie sich in die Decke und rollte sich auf die andere Seite, ihre Schlafseite. Damit sich Lexi dabei nichts dachte, blieb sie nahe bei ihr und schlüpfte unter den Arm, mit dem sie vorher noch Annas Haarsträhne beiseite geschoben hatte. Lexi rutschte noch ein Stück zu Anna, als diese sich umdrehte und an ihren Arm 'kuschelte', so dass sie auch die Möglichkeit hatte, sich an sie an zu kuscheln, anzulehnen, oder was immer sie wollte. Einen Moment blieb Lexi noch mit offenen Augen im Bett liegen, bevor sie ein leises, aber für den Computer gerade noch laut genug, "Licht aus." murmelte, nur um kurz darauf ins Traumland zu entschwinden. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de