************************************************************************ * USS Victory * * Auswertung 04 / 24062006 * * 21052380 * * Oder doch Weltraumpiraten? * ************************************************************************ --- Quartier Haris, 18:10 Lexi betrat das Quartier und deutete auf das Sofa. "Setz dich oder bedien dich am Replikator, ich brauch grade fünf Minuten, um den Krankenstationsmief los zu werden.", bat sie Anna und verschwand sogleich in ihrem Bad, um zehn Minuten später angekleidet und mit der Sporttasche geschultert wieder in ihrem Wohnbereich zu stehen. "So, wegen mir können wir los." Während Lexi im Bad plätscherte, stellte Anna ihre Tasche neben das Sofa - wieder klirrte es verheißungsvoll. Aber statt sich zu setzen, nutzte sie den Augenblick, ihrer Neugier freien Lauf zu lassen und sah sich etwas in Lexis Quartier um. Sie ließ ihren Blick über die Regale gleiten, blieb hier und da hängen, an einem Buch, einem Bild oder Dekoration. Anfassen tat sich allerdings nicht, sie war nicht so unhöflich, in Schubladen herumzustöbern oder Notizen durchzulesen. Wie wohl alle Quartiere auf dem Schiff sah es noch nicht vollständig eingerichtet aus, aber es machte auf Anna den Eindruck, dass Lexi ein Händchen dafür hatte, eine gemütliche Umgebung zu schaffen. Ob sie auch den Ruheraum auf der Krankenstation mitgestaltet hatte? Vor dem Replikator blieb sie stehen. Aus einer plötzlichen Laune heraus berührte sie einige Tasten des Bedienfelds und ließ zwei langstielige Gläser mit perlendem Inhalt materialisieren. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn Lexi war gerade fertig und kam wieder in den Raum. Anna nahm die beiden Gläser, ging zu ihrer Freundin und drückte ihr eins in die Hand. Mit der freien Hand nahm sie Lexi die Tasche von der Schulter und stellt sie auf den Boden ab. "Das können wir nachher auch noch.", antwortete sie lächelnd. "Ich hatte gerade das Gefühl, meine neugewonnene Freiheit feiern zu müssen. Ich kann mich schon fast gar nicht mehr erinnern, wann ich zum letzten Mal 14 Tage nicht auf die Krankenstation musste." Mit einem kristallenen Pling ließ sie ihr Glas gegen Lexis stoßen und sah sie freudestrahlend an. Lexi lächelte Anna an, sah der Hand der anderen Frau hinterher, als diese ihr die Tasche von der Schulter strich, bevor sie Anna wieder mit einem noch breiteren Lächeln ansah. "Es freut mich, wenn ich dir etwas gutes tun konnte. Und wenn alles gut läuft, wer weiß, vielleicht vergrößert sich deine Freiheit noch, aber ich bin da eigentlich schon von überzeugt.", meinte sie und stieß ebenfalls gegen das Glas von Anna. "Dann auf deine neugewonnene Freiheit und auf ein paar erfolgreiche Trainings." "Und darauf, dass Du nicht mehr zu oft auf die Matte geworfen wirst. Zum Wohl.", antwortete Anna zwinkernd und nahm einen Schluck. Noch während er prickelnd ihre Kehle hinablief, spürte sie, wie ihre Backen warm (und wahrscheinlich auch sanft rosa) wurden. Sie trank selten Alkohol - zur Feier des Tages hatte sie ihn diesmal nicht durch Synthehol ersetzen lassen - und so zeigte er schnell seine Wirkung. "Was hältst Du eigentlich davon, wenn wir das Training heute ausfallen lassen und uns einen gemütlichen Abend machen?", schlug sie Lexi vor. Sie schaute sich demonstrativ um und ihr Blick blieb am Sofa hängen. "Dein Quartier lädt einfach dazu ein." Lexi spürte, wie ihr mehr das Zwinkern, als denn der Alkohol das Blut ins Gesicht schießen ließ. Sie fand Anna auf eine besondere Weise anziehend, gerade zu attraktiv, aber wollte da nichts überstürzen, zumal sie erst einmal vorsichtig Annas Gesinnung herauskitzeln wollte. 'Reiß dich zusammen, ihr seid nur Freunde', schoss es ihr aus den hinteren Gehirnwindungen ins Bewusstsein. "Öhm... Ja, warum nicht. Ich bin eh viel zu groggy, um jetzt noch gescheit gegen deine Angriffe vorgehen zu können.", meinte sie lächelnd und ging auf das Sofa zu. "Setz dich.", bat sie die schwarzhaarige OPS-Offizierin und ließ sich erschöpft in die weichen Kissen sinken. Da beide nun im Quartier blieben, bekamen sie nicht mit, wie auf dem Korridor die Leuchtsignale des gelben Alarms zu blinken begannen. Sie waren beide nach ihrer Bereitschaftszeit in der Ruhephase und wurden daher nicht im Quartier benachrichtigt. Anna ignorierte Lexis Aufforderung. Sie nahm noch einen Schluck aus dem Glas und stellte es dann auf einem Tischchen ab. Dann trat sie um das Sofa herum, hinter Lexi. "Wenn du so einen harten Tag hattest, hast du dir etwas Entspannung verdient." Sie ließ ihre Hände sanft auf Lexis Schultern sinken und begann langsam zu massieren. "Okay so?", erkundigte sie sich. Sie sah sich noch einmal im Quartier um und hatte eine Idee. Ein anderer Kadett hatte ihr mal den Tipp gegeben, wie man das große Display im Arbeitsbereich des Quartiers zweckentfremden und alte Filme aus der Schiffsdatenbank darauf abspielen konnte. Vom Sofa hatte man einen recht guten Blick darauf. Anna beugte sich etwas vor bis ihr Mund neben Lexis Ohr war. "Lust auf Privatkino?", schlug sie vor. Lexi spürte, wie ihr eine Gänsehaut über den Rücken lief, als Anna ihren Nacken begann zu massieren. Es tat richtig gut, das zu fühlen. Sie schloss für einen Moment die Augen. Als sie schließlich Annas Stimme dicht bei ihrem Ohr vernahm, dazu noch den warmen Atem auf ihrem Hals, konnte sie einen leisen Wimmerlaut nicht ganz unterdrücken. Sie öffnete ihre Augen und drehte ihren Kopf ein Stück zu Anna, aber ohne sie wirklich anzublicken. "Gerne." "Komödie, Romantik, Schnulze oder Action?", flüsterte Anna weiter. Lexi schloss wieder die Augen. So dicht, wie Anna ihr war, war es ihr im Moment schwer ihre Atmung unter Kontrolle zu halten. "Wie wäre eine gesunde Mischung aus allem?" flüsterte sie zurück. "Hmm, lass mich mal überlegen... doch da fällt mir einer ein. Anfang 21. Jahrhunderts, eine Romanverfilmung von Jane Austen." Sie wartete auf eventuelle Widerworte. Lexi hielt noch immer ihre Augen geschlossen, presste für einen Moment ihre Lippen zusammen. "Ich lass mich überraschen, ich kenne mich in der Zeit nicht wirklich aus." "Okay. Dann muss ich dich allerdings loslassen..." Anna stand auf und ging zu Lexis Schreibtisch, um etwas an den Kontrollen einzugeben. Der Tipp funktionierte, das Display wurde zuerst schwarz, dann begann der Vorspann des Filmstudios. "So, einen Moment noch.", sie eilte schnell noch zum Replikator. "Hier ist etwas Nachschub.", sagte sie, als sie eine Flasche, dekorativ mit einer weißen Serviette, auf den Tisch stellte und ein Tablett mit diversen kleinen Happen, die recht exotisch aussahen. Dann ließ sie sich auch in die Kissen sinken. Lexi war für den Moment erleichtert, das Anna sie los ließ. So nah, wie ihr Anna gewesen war, hatte es bei Lexi förmlich gekribbelt und sie musste sich schwer zusammenreißen, um Anna nicht in ihre Arme zu schließen. Sie sah die schwarzhaarige Frau mit einem Lächeln an und suchte gleich mit dem Glas in der Hand eine Beschäftigung für selbige. Anna beugte sich auch vor und nahm wieder ihr Glas in die Hand, dann streifte sie ihre Schuhe ab und schlug die Beine unter. Inzwischen war der Vorspann fast zu Ende. 'Stolz und Vorurteil.' stand quer über das Display. Bevor der Film begann, nahm sie sich eins der kleinen Stücke vom Tablett. "Greif doch zu.", forderte sie Lexi auf. "Ich weiß nicht genau, wo alle herkommen, aber sie schmecken gut." Lexi sah zu Anna und lächelte. "Gerne und ich glaube, zu dem Film hab ich mal irgendwann das Buch gelesen.", meinte sie und beugte sich nach vorne, nahm eines der kleinen Happen. Sie lehnte sich zurück und streifte sich so die Stiefel ab. --- Agamemnon, 18:10 Damit verließ Carlyle das Cockpit und begab sich nach ganz hinten, in den Maschinentrakt. Dort überprüfte er den Status des Schiffes eingehend und es stellte sich heraus, dass keine wirklichen Schäden entstanden waren. Der Beinahetreffer war von den Schilden abgewehrt worden und nachdem sie aus dem Warp gefallen waren, hatten die automatischen PDL-ATS Türme alle Mikrotorpedos abgewehrt, während die Disruptorsalven wirkungslos an den Deflektoren verpufft waren. Die Aktion hatte kaum fünf Minuten gedauert und zufrieden ging James schließlich in den Crewbereich zurück, wo er den Transporter dazu nutzte, die klingonische Mine zu zerlegen. Viel konnte er nicht mehr heraus holen, doch die intaktesten und wertvollsten Teile beamte er in die Backbordschleuse und dann ging er wieder ins Cockpit. Dort löste er den Rest, in dem er den Traktorstrahl deaktivierte. Dann wandte er sich zu Miho um: "Weißt du, mir ist da was eingefallen. Normalerweise wäre es nicht so wichtig oder könnte noch warten, aber die Föderation ist da manchmal etwas kleinlich." Miho bemerkte James erst, als er sie ansprach. Sie hatte sich noch einmal die Signale von Computer anzeigen lassen, um doch vielleicht einen Zusammenhang oder einen anderen Hinweis zu finden. "Äh, ja .... mit was ist sie kleinlich?", fragte sie beiläufig ohne den Blick von dem Bildschirm zu nehmen. "Mit deiner Position oder eigentlich genauer gesagt mit deinem Rang.", erwiderte der Captain: "Ich habe mich hochgearbeitet und werde jedem Sternenflottenoffizier, der dies nicht anerkennt, in den Hintern treten. Aber du, du hast noch keinen Rang. Sag mal, wie lange warst du eigentlich auf der Akademie?" "Vier Jahre habe ich es dort ausgehalten.", kam die knappe Antwort. "Ich habe mich dann sehr schnell der zivilen Raumfahrt angeschlossen. Nicht dass ich nicht in der Lage bin, mich unterzuordnen und Befehle entgegen zu nehmen, denn die müssen sein, aber dieses Hierarchie-Gehabe ging mir mächtig auf den Geist." Sie sah ihn fragend an: "Aber warum sollten die ein Problem mit mir haben. Sie geben uns einen Auftrag und wir führen ihn aus, fertig." "Sie haben uns schon einen gegeben und derzeit bin ich nicht sehr scharf drauf, gleich wieder für die Föderation zu arbeiten" erwiderte Carlyle: "Aber falls wir Glück haben und sie auf meine Bedingungen eingehen, werden wir vielleicht ein, zwei Tage bleiben müssen. Und dann könnten sich Probleme ergeben, wenn du mit zu vielen Sternenflottenoffizieren rumhängst. Zumal du irgendwann einen Rang erhalten musst, spätestens, wenn ich ein weiteres Crewmitglied anheure." Damit erhob sich das Halbblut und trat zu Mihos Konsole: "Also, du hast die Sternenflottenakademie besucht, aber nicht mit der Beförderung abgeschlossen oder? Unter diesen Voraussetzungen ernenne ich dich hiermit zum Fähnrich und beantrage bei der Söldnerkommission eine offizielle Beförderung zum Lieutenant junior grade und eine provisorische Beförderung zum Lieutenant mit Probezeit. Wenn du also so freundlich wärst, Fähnrich, die Anfrage an die Kommission auf Wega II zu schicken." Gespannt wartete er auf ihre Reaktion. "Entschuldige ....", lachte sie. "Du machst wirklich gleich Nägel mit Köpfen. Bisher bin ich ganz gut ohne Rang und Namen ausgekommen. Aber schaden wird es wohl nicht.", grinste sie James an. Sie machte die ersten Eingaben in die Konsole. "Bilde Dir nur nicht ein, dass ich als Fähnrich Dir unterwürfig zu Füßen kriechen werde, Captain." "Genau das wird aber dein Job sein, bis die Bestätigung der Sölderkommission eintrifft und du zum Lieutenant befördert wirst", erwiderte James lächelnd: "Und dann werden auch bei unserem Treffen mit der Föderation klare Verhältnisse herrschen." "Das könnte Dir so gefallen.", flachste sie zurück. "In Anwesenheit von Föderationstypen werde ich diese Rolle spielen, aber garantiert nicht, wenn wir unter uns sind. Da bist Du der Captain und ich ein Crewman, den Du angeheuert hast, und der sehr wohl seine Meinung äußert, auch wenn sie dem Captain nicht gefällt." "Schon gut, schick jetzt die Bitte los, sonst wird das sowieso nie was damit", erwiderte der Captain grinsend. "Jaja, bin doch schon dabei. Oder was denkst Du, mache ich hier. Mir das Tageshoroskop runterladen." "Vermutlich, solange ich keine Kommunikationssperre veranlasst habe, lauscht du doch nach allem was piepst.", stellte Carlyle lächelnd fest, bevor er sich umwandte und einige Daten auf seiner Konsole aufrief: "Aber wenn du dann schon lauscht, sieh zu, ob du was von der Victory empfängst. Wenn es Ärger geben sollte, will ich es nämlich vorher wissen." "Willst Du damit behaupten, dass ich mich hier vergnüge.", zischte sie scherzhaft zurück. "Böse Unterstellungen, die ich mir auch als Fähnrich nicht bieten lassen muss. Das gehört alles zu den Aufgaben Deines Kommunikationsoffiziers." Sie konzentrierte sich auf ihr Headset und auf die Anzeigen am Display. "Ich weiß gar nicht, warum Du schon wieder die Flöhe husten hören willst. Warum sollte die Victory denn Ärger machen - nur weil sie die Föderation ist. Aber entspann Dich, zur Zeit haben sie anscheinend nur harmlosen Papierkram: private Briefe, Standardberichte und so etwas ....." "Man weiß nie, was passieren kann. Egal ob Föderation oder andere Auftraggeber." erwiderte James: "Und es wäre doch schade, wenn wir uns erneut auf die Suche nach einem Sternenflottenschiff machen müssten, nur um unseren Auftrag zu Ende zu bringen." "Das stimmt schon, dazu hätte ich jetzt auch keinen Nerv. Aber die Victory hat schließlich zugestimmt, also wird es schon seinen Gang gehen." Miho setzte ihr Headset ab und ging zu James hinüber. "Liegt noch etwas an oder wollen wir unsere Partie fortsetzen?" "Nein, derzeit denke ich, ist alles in Ordnung" erwiderte der Kommandant und wandte sich zu ihr um: "Also gehen wir." Damit verließen sie das Cockpit und begaben sich zur Quartiersektion, um ihre begonnen Partie fortzusetzen. Doch kaum hatten sie sich hingesetzt, meldete sich der Computer erneut und zeigte piepend an, dass eine Nachricht eingegangen war. Diesmal machte sich James allein ins Cockpit auf, da er schon ahnte, worum es ging. --- Quartier der DeChâteaus, 18:10 Die Tür zu dem Quartier seiner Familie öffnete sich mit dem charakteristischen Zischen und fuhr zur Seite. Während Timothé selbst die Beleuchtung in den letzten 2 Wochen fast komplett ausgeschaltet hatte, strahlte ihm nun ein heller Schein und warme leuchtende Farben entgegen. Der Captain trat durch die Tür und rief freudig wie Earl Sinclair: "Ich bin da, wer noch?" Mit viel Begeisterung hatten die Mädchen ihr geholfen. Leah hatte den Topf mit dem Wasser im Auge behalten und Michelle dann Bescheid gesagt, als es kochte, damit sie die Nudeln hinein schütten konnte. Nesta hatte die beiden immer im Blick und kümmerte sich derweil um die Tomatensoße und den Salat. Ihr Mann liebte Salat, daher hatte sie ihm heute sein Lieblingsdressing gemacht. Er war Franzose und aß gern lange und mit Genuss, aber sie befürchtete, dass er sich heute Abend die Zeit dafür nicht nehmen konnte, aber es würde bald wieder einen Abend geben, wo sie sich ein Fünf-Gänge-Menü gönnen würden. Heute jedoch gab es italienisches Essen. Eine Speise von der ihre beiden Mädchen nicht genug bekommen konnten. Die Nudeln waren fertig, die Soße abgeschmeckt und Nesta spürte ihren Mann, ehe sie die Tür hörte. Dennoch schnitt sie noch schnell das Brot auf und überließ es ihren Töchtern ihren Vater zu begrüßen. "DADDY!" "GAGGY!" Gleichzeitig riefen sie ihn und stürmten auf Timo zu. Leah war langsamer als Michelle und das ärgerte sie. Sie hatte ein Schippchen gezogen und beobachtete, wie Michelle ihren Daddy begrüßte. Sie hüpfte und wippte auf und ab und quiekte immer wieder: "Gaggy, Gaggy!" Dabei hatte sie ihre Ärmchen erhoben und bettelte förmlich darum endlich von ihm in den Arm genommen zu werden. Nesta hatte das Brot gänzlich aufgeschnitten und in einen Korb getan, den stellte sie jetzt auf den Tisch und ging lächelnd auf ihre Familie zu. Sie liebte ihren Mann und blieb einen Moment stehen, um ihn zu beobachten, wie er die Mädchen begrüßte. Es war nicht nur sein gutes Aussehen, was sie anzog, es war auch das, was sie in ihm spürte. Seine Stärke, sein Mut und seine Entschlossenheit, dabei war er liebevoll und zärtlich. Alles Aspekte die sie magisch anzogen. Sie lächelte ihn liebevoll an, als sie die letzten Schritte zurück legte und ihn mit einem Kuss begrüßte. "Heeeyyy.", rief der Timo fröhlich als seine beiden Töchter auf ihn zustürmten und ihm um den Hals fielen. Es waren fast fünf Wochen vergangen, seit er seine beiden Kleinen das letzte Mal an sich gedrückt hatte. Dem Captain kam es noch viel länger vor. In diesem Moment waren alle Sorgen und Ärgernisse der letzten Tage vergessen, er freute sich einfach nur noch, endlich wieder seine Familie um sich herum zu haben; ja, endlich wieder zu Hause zu sein. Timothé schlang seine Arme um die beiden Mädchen und hob sie schließlich hoch und drehte sich mit ihnen im Kreis. Mit einem "Hui!", stimmte er in das fröhliche Quietschen ein. Dann setze er Leah und Michelle wieder ab. Zusammen mit seinen Töchtern ging der Captain zum Tisch. Sein Herz begann schneller zu schlagen. Doch es war nicht das köstliche Essen, welches dampfend auf dem Tisch angerichtet war, nein es war dieser ganz besondere Blick seiner Frau, der ihn traf und ihm ein weiteres liebevolles Lächeln entlockte. Timothé nahm Nesta in den Arm und erwiderte ihren Kuss. "Hallo mein Schatz.", hauchte er und gab ihr einen weiteren Kuss auf die Stirn. Nesta spürte die Blicke ihrer Töchter auf sich gerichtet, dennoch konnte sie nicht widerstehen und schlang ihre Arme um den Nacken ihres Mannes. Wie sehr hatte er ihr gefehlt. Würden sie heute Abend endlich wieder Zeit für einander haben? Sie wollte ihm so viel erzählen. Von Emily, von den Kindern, von ihrer Arbeit auf Betazed. Doch jetzt war keine Zeit, das Essen wurde kalt und die Mädchen hatten Hunger. Auch wenn sie jetzt wie immer kicherten, weil Nesta und Timo sich umarmten, hieß das nicht, dass sie vergessen hatten, dass ihre Mägen knurrten. Also nahmen sie alle Platz und Nesta überließ es ihrem Mann die Nudeln auf die Teller zu verteilen. Sie half Michelle und Leah nur mit dem Parmesan-Käse. Schließlich begann die Familie zu essen, doch Nesta hielt einen Moment inne und schaute sich um. Wo war Emily? Ah, unter dem Couch-Tisch, gut. Das Kätzchen war also beschäftigt. Sie hatte gerade die zweite Gabel zum Mund geführt, als Timos Kommunikator piepte. Nesta seufzte leise, sagte aber nichts. Ihr Mann war nun einmal Captain eines Raumschiffes, da musste man immer mit Unterbrechungen rechnen. So hielt sie ihn nicht zurück, weder durch eine Geste, noch durch Worte, als er die kleine Runde verließ. Sie forderte ihre Kinder lediglich auf weiter zu essen. Das Gleiche tat sie auch. --- CIS Liato, Brücke 18:10 Das Leben hatte doch immer Überraschungen parat. Eigentlich hatte sich Telmar an Bord der Liato zu seinem ehemaligen Glinn Mujata, der mittlerweile selbst Gul war, begeben, damit dieser ihn an die cardassianisch-föderale Grenze brachte, bis die Victory dort eintreffen würde. Doch irgendwelche Piraten waren der Meinung gewesen, einige cardassianische Schiffe anzugreifen und zu zerstören. Die Tatsache dass sie Telmar einen gewissen Zeitvertreib bescherten, wog diese Ungeheuerlichkeit nicht auf. Mujata hatte daraufhin Befehl gegeben, die Spur von den Schiffswracks aus zu verfolgen, was doch verdammt schwierig gewesen war, da die Warpsignatur des Schiffes gut verschleiert war. Lediglich dem Zufall hatten Sie es zu verdanken, dass geringe Plasmareste sich in der verschleierten Warpspur vermischt hatten. Es war nicht viel. Wahrscheinlich hatte das Schiff nur einen kleinen Kratzer, aber es reichte aus, um die Verfolgung aufzunehmen. "Das erinnert mich an unseren Auftrag im Sadorisektor, Mujata." - "Als wir uns auf das Katz-und-Maus-Spiel mit dem Maquis einließen, Gul?" Eigentlich hätte Mujata keinen Grund mehr gehabt, mit Telmar derart formell umzugehen. Er war mittlerweile selbst Gul und abgesehen davon neben Rokra einer der ältesten Vertrauten. Dennoch drückte er damit seine Anerkennung und Hochachtung aus, was Telmar zu schätzen wusste. "Sie machten uns ganz schön zu schaffen in diesem Nebel. Ohne Ihren Einfall damals hätten wir wahrscheinlich noch tagelang in diesem Nebel nach Ihnen suchen können, hätten Sie nicht diese Restemissionen entdeckt. Sie hatten schon immer einen scharfen Sinn".- "Ich hatte auch einen guten Meister." Telmar fuhr sich über die Nasenspitze. "Schade, dass ich mir nicht die Sensoraufzeichnungen aufbewahrt habe. Eine sternförmige Formation explodierender Schiffe sieht man nicht alle Tage." - "Mit ein wenig Glück werden wir heute noch sehen, wie sich die 'Freihändler' in einen Feuerball verwandeln.", erwiderte Mujata. "Gemach, Mujata, gemach! Diese Freihändler haben es fertig gebracht zwei Hidekis zu zerstören. Auch wenn die Liato einen ganz anderen Gegner darstellt, sollten wir sie nicht unterschätzen." "Gul Majata," das Zielobjekt ist unter Warp gegangen, wir werden es knapp 25 Minuten eingeholt haben. Ich orte jedoch noch ein anderes Schiff, kann es aber aus dieser Entfernung noch nicht spezifizieren." "Auf Warp 9,2 erhöhen!" Der Steuermann führte den Befehl aus. "Noch 15 Minuten bis wir das Ziel erreichen." --- Agamemnon, 18:15 Wenig später trat James lächelnd wieder in den Mannschaftsraum und händigte Miho einen Ausdruck aus: "Gratulation. Die Söldnerkommission hat zugestimmt. Damit bist du jetzt offiziell Lieutenant. Auch wenn du dich des endgültigen Ranges noch ein wenig als würdig erweisen musst." Ja, da stand es nun: 'Lieutenant Miho Niwong.' Aber sie fand es nicht besonders aufregend. "Würdig erweisen", wiederholte sie die Worte ihres Captains. Für die Herrschaften der Föderation werde ich schon den perfekten Lieutenant hinbekommen. Oder denkst Du da an etwas besonderes?" "Föderationsoffiziere sind eine Mischung aus Soldat und Forscher.", erwiderte James, während er sich wieder setzte: "Aber Söldner sind reine Soldaten. Rasche Feldbeförderungen durch Verluste oder sogar ein eigenes Kommando sind in Kämpfen leicht zu erringen und in eher ruhigeren Zeiten harte Arbeit. Du musst ein wenig militärisches Gehabe annehmen und ein paar militärische Gepflogenheiten erlernen." "Sag' mir, welche Rolle ich spielen soll und ich werde dies tun.", erwiderte Miho trocken. Zum Leidwesen ihrer Familie hatte sie ein Talent dafür, anderen etwas vorzuspielen und dies auch für ihre Zwecke zu missbrauchen. "Dann lass mal hören, was ich alles wissen muss.", fragte sie James und machte ihren nächsten Zug auf dem Brett. "Zum Beispiel, dass du das Salutieren lernst. Die Sternenflotte mag es abgeschafft haben, aber die Flotten aller anderen Völker haben diese alte Tradition beibehalten.", begann James und stand auf, um es ihr zu zeigen. Er hob den rechten Arm, streckte die Finger und berührte mit den Fingerspitzen eine Stelle knapp über seinem rechten Auge. "Üb das mal, während ich dir eine weitere Tradition angedeihen lasse!", forderte sie der Captain dann auf, bevor er zu seinem Spind trat und darin herum kramte. Miho musste grinsen. Stand aber brav auf und ahmte ihren Captain nach. Sie erinnerte sich an die erste Zeit auf der Akademie. Dort hatten sie öfters aus Spaß salutiert, wenn sie albern in ihren Quartieren Späße über ihre Vorgesetzten machten. Gespannt wartete sie, was James wohl als nächstes von ihr wollte. Nachdem er eine kleine Schachtel und seine Flöte hervorgeholt hatte, drehte sich James wieder zu seiner Kommunikationsoffizierin um. Dann nahm er Haltung an und befahl: "Achtung!" Damit hatte sie nun nicht gerechnet und verzog das Gesicht zu einer Grimasse. Was Miho aber nicht davon abhielt, sofort die Hände auf den Rücken zu nehmen und ebenfalls Haltung einzunehmen. Einer alten irdischen Marinetradition folgend, intonierte der Captain nun drei Töne auf der Flöte, bevor er sie respektvoll beiseite legte und dann die Schachtel öffnete. Aus dieser fischte er zwei Rangstäbe und befestigte sie an der linken Brustseite von Niwongs`s Uniformjacke. Dann trat James einen Schritt zurück und salutierte. Eigentlich hatte Miho sich nie etwas aus Rängen und Abzeichen gemacht. Aber sie würde lügen, wenn sie behaupten würde, diese Abzeichen an ihrer Jacke würden sie kalt lassen. Mit einer Mischung aus Grinsen und Strahlen salutierte sie ebenfalls. "Danke ... Sir" "Gratuliere Lieutenant.", erwiderte James, bevor er lächelnd die Hand wieder sinken ließ: "Damit du diesen Rang behalten darfst oder sogar noch höher aufsteigen kannst, werden wir dir allerdings noch ein paar zusätzliche Dinge beibringen." "Sicher, soll mir recht sein.", stimmte sie dem Captain zu und nahm wieder eine entspannte Position sein. "Allerdings ...", grinste sie "... ist behalten völlig ausreichend. Ich brauche vorläufig keinen höheren Rang." "Ganz wie du meinst, aber ich würde mich nicht drauf verlassen, dass du ewig darauf sitzen bleibst.", erwiderte James, bevor er zum Tisch zeigte und sich kurz darauf dort niederließ: "Vor allem nach den Meldungen, die die Söldnerkommission mit deiner Beförderung mitgesandt hat." Die Kommunikationsoffizierin sah in fragend an und stellte sich vor ihm. "Wieso, was haben sie denn mitgeschickt?" "Eine inoffizielle Kriegserklärung der Gorn. Die Schuppenköpfe haben es scheinbar satt, dass einer ihrer Nachbarn Ärger macht.", erklärte das Halbblut mit einem zufriedenen Lächeln: "Tja nun wollen sie diesem Nachbarn eine Lektion erteilen und suchen dafür noch zusätzliche Schiffe und Soldaten. Major Teers und seine Bluestar-Destroyer haben schon einen Vertrag, genau wie Captain Lynn von der White-Angel. Tja und ich dachte mir, wenn wir diese leidige Sache mit der Föderation hinter uns haben, können wir doch auch mal bei den Echsen vorbei schauen. Zumal sie, als besonderen Leckerbissen, ein paar ihrer älteren Kriegsschiffe abgeben wollen." "Sind also wieder alte Bekannte mit von der Partie.", stellte Miho fest, als sie die Namen hörte. "Die Gorn...", überlegte sie, "... da braucht es nicht viel, um sie zu ärgern. Warst Du schon einmal für die tätig?" "Einmal, damals auf der Patton. Sie sind mitunter schwierig, fast so schwierig wie die Klingonen, was Ehrfragen angeht. Aber wenn man sie erst einmal kennt, können es ganz nette Leute sein" erwiderte James: "Und im Gegensatz zu den Ferengi wollen sie nicht nur billigere Söldner, sie bezahlen sie auch wirklich und versuchen nicht, sie zu töten." Miho hatte es sich mittlerweile wieder auf dem Bett bequem gemacht. "Das klingt doch vielversprechend. Und wie ich Dich kenne, liebäugelst Du sicherlich auch schon mit einem bestimmten Schiffchen, was die Gorn auf Lager haben könnten, oder?" "Eigentlich nicht. Mir wäre jedes größere Schiff recht.", erwiderte der Captain: "Denn auch ich will expandieren und selbst mit einem zweiten Deck ist die Agamemnon nicht unbedingt ein Schlachtschiff. Und zur Not kann ich das Schiff ja immer noch teuer weiterverkaufen, um zum gewünschten Ziel zu kommen. Vielleicht einen Jagdkreuzer der Verigo oder " dabei setzte er ein breites Grinsen auf: "eine alte Steamrunner der Föderation. Scheiß Design, aber durch ihre Langstreckentorpedos ideal für den Kampf." "Ach, schick soll es wohl auch noch sein.", lachte Miho. "Aber eines von den Verigo zu ergattern, hätte schon etwas. Ich war zum Anfang meines Rumtreiber-Lebens für ein paar Wochen mal Gast auf einem dieser Kreuzer. Für unsere Zwecke denkbar gut geeignet." "Vielleicht sollte ich mich dann mit meinem Volk in Verbindung setzen. Ich glaube ich kenne da einen alten Freund meiner Mutter, den ich mal fragen könnte.", erwiderte Carlyle und grübelte darüber nach. --- Brücke, 18:15 Während die Victory den Kurs und die Geschwindigkeit wie berechnet änderte, kratzte James sich am Kopf und schaute nochmals auf die Uhr. Der Captain wollte eigentlich nicht gestört werden und möglicherweise würde das alles auch warten können. Aber er hatte den Kurs geändert und damit einen aktiven Befehl mehr oder weniger missachtet. Das musste er mit dem Captain kurz absprechen. Die Daten über das kleine Schiff kamen immer weiter rein und auch der Captain betrat die Brücke durch den Lift. "Ja Commander, was gibt es?" trat er auf ihn zu und blieb vor seinem Sessel stehen, den Yates die vergangenen Tage mehr benutzt hatte als er selbst. "Wir wurden kontaktiert.", begann Yates "Kein Notruf." ergänzte er und sah auf das PADD. "Es handelt sich um die FMS Agamemnon, ein freies Söldnerschiff unter dem Kommando von einem Captain Carlyle. Unseren Sensordaten nach ist es ein altes andorianisches Truppenschiff für Kampfsituationen, aber vermutlich seitdem stark individualisiert und umgebaut." Nochmals sah James ab auf sein PADD während beide sich in ihre Stühle setzten. "Wir haben Rendezvous-Kurs gesetzt. Offenbar hat dieser Söldner mit der Föderation einen Kontrakt geschlossen, so dass wir cardassianisches Bergegut aufnehmen werden gegen Bezahlung. Ihre Liste an Forderungen ist mitgesendet. Kontrakt und Forderungen wurden vom Kommando bereits bestätigt und akzeptiert, aber der Kommandant der Agamemnon möchte mit Ihnen in Verbindung treten, um ein weiteres Detail auszuhandeln - er deutete an eine Alternative anbieten zu wollen bezüglich der Bezahlung in Credits." Nach diesem Vortrag holte James kurz Luft und sah den Captain in die Augen. "Wir werden morgen vormittag aufeinandertreffen und bis dahin sollte das wohl geklärt sein, daher rief ich Sie, Captain." Er übergab das PADD an seinen Vorgesetzten. Zusammen mit Yates setzte sich DeChâteau. Der Captain hörte seinem Ersten Offizier aufmerksam zu, dennoch unterließ es eine kleine Stimme im Inneren des Kommandanten nicht, ihn darauf hinzuweisen, dass er gerade zum dritten(!) Mal auf seinem Stuhl platz nahm. Timo nahm dies gebührend zur Kenntnis und lehnte sich bequem nach hinten. Er kam sich in diesem Moment tatsächlich so vor, als sei er gerade erst frisch auf der Victory eingetroffen und würde nun zum ersten Mal seinen Pflichten als Captain auf der Brücke nachgehen. Naja, in gewisser Weise stimmte Letzteres sogar. Als Yates seine Erklärung beendete, nickte ihm Timo bestätigend zu. Er überflog kurz den Inhalt des PADDs und meinte dann zu seinem XO: "Ein Wunder, dass wir bisher von solchen Aufgaben verschont worden sind." DeChâteau verdrehte die Augen. In diesem Raumgebiet wimmelte es nur so von Söldnern und Piraten, die sich je nach Ware an die verschiedensten Parteien wandten und sich als seriöse Händler ausgaben. Dies alleine war jedoch nichts schlimmes - eher ein typisches Übel der Randgebiete der großen Imperien. Viel schlimmer empfand es Timo jedoch, dass diese Imperien diesen 'Handel' auch noch unterstützen. Besonders war er hier von der Administration der UFP tief enttäuscht. "Hier wimmelt es nur von 'Handelspartnern' der Föderation. Wenn wir nicht aufpassen, macht man aus uns einen Tauschbasar für örtliche Weltraumpiraten.", DeChâteau versuchte gar nicht seine Abneigung zu verbergen und fügte ironisch hinzu. "Stellen Sie eine Verbindung her, Commander. Mal schaun, was sie heute noch so im Angebot haben!" James Herold verstand die Abneigung des Captains gegenüber freien Händlern - als Piraten würde er sie nicht betiteln. Aber Händler passte auch nicht, Schmuggler wohl auch nicht - Söldner, das war ein gutes Wort. "Aye, Sir.", quittierte er den Befehl, eine Verbindung aufzubauen und trat selbst an die entsprechende Konsole. Er war sich nicht sicher wie die FMS Agamemnon dort hinterlegt war und der Kommunikationsoffizier hätte es möglicherweise nicht direkt gefunden. Nachdem er das Schiff gefunden hatte, rief er es über die Datenleitung statt über ein akustisches 'Victory ruft Agamemnon' wie es manche gerne machten. Das Display zeigte an, dass die Leitung stand - zumindest die Audio Leitung - aber sich offenbar niemand an der entsprechenden Konsole befand der den Ruf annahm. "Sir, wir haben einen Kanal. Nur Audio und nicht bestätigt von der Gegenseite. Es könnte einige Sekunden dauern." Der Commander ließ nun wieder das zuständige Crew Mitglied an die Konsole und begab sich selbst zu dem gemütlichen Platz an der Seite des Captains und wartete. --- Casino, 18:20 Shyla betrat das Casino. Jetzt war sie aber ausgehungert! Sie hatte schon früher etwas essen gehen wollen, war aber nicht dazu gekommen. Sie freute sich um so mehr über etwas leckeres. Sie trat an den Replikator. Dort bestellte sie eine Portion Nudelauflauf, einen Karottensalat und zum Nachtisch eine Schale Obstsalat. Dies transportierte sie auf einem Tablett durch das Casino und sah sich nach einem freien Platz um. --- Quartier der DeChâteaus, 18:20 Nachdem die Mädchen ihren Nachtisch ausgelöffelt hatten, sagte Nesta zu ihnen: "Dann zieht euch eure Schlafanzüge an und putzt eure Zähne, Daddy wird jeden Moment wieder hier sein." Mit viel Gekicher und Gequietsche stürmten die beiden Kinder nach oben, während Nesta den Tisch abräumte. Emily lief ihr vor die Füße und gab eindeutig kund, dass auch sie jetzt gern wieder etwas zu Fressen hätte. Inzwischen war es 18:20, da die kleine Katze vor einer Stunde erst einen Löffel Nassfutter bekommen hatte, gab ihr Nesta jetzt nur etwas Trockenfutter, bevor sie mit dem Aufräumen weiter machte. --- Casino, 18:20 Es war ganz schön voll im Casino! Shyla konnte keinen freien Tisch erblicken. Also beschloss sie, sich an einen Tisch dazuzusetzen. Der dort hinten war noch nicht übermäßig voll! Sie trat mit ihrem Tablett in der Hand an den Tisch heran. "Entschuldigung, könnte ich mich zu Ihnen an den Tisch setzten? Sonst ist nichts mehr frei.", fragte sie. Rachel schluckte den Bissen Salat runter und machte eine einladende Handbewegung. "Natürlich. Bitte.", sagte sie knapp aber freundlich, um dann ihr Mahl zu beenden. Das Casino war gerammelt voll, aber Lt. Howard erhaschte doch noch einen grade freigewordenen Tisch. Zum Shakkles Leidwesen, war es am Fenster mit einer tollen Aussicht auf die Sterne. Er bestellte sich einen Linseneintopf und setzte sich so hin, dass er nicht in Richtung des Alls blicken musste. Wortlos vertilgte er die Mahlzeit und beobachtete unbewusst den Raum. Eine Lieutenant näherte sich ihren Tisch und der CoS erkannte sie, als die Chefärztin. Sie gesellte sich zu ihnen und stellte sich vor. Die junge Spanierin hatte sich eine Paella und eine Sangría bestellt. Es war natürlich eine alkoholfreie, aber wenigstens stimmte der Geschmack, wenn schon die Wirkung ausblieb. Sie saß Rachel gegenüber und widmete sich voll und ganz ihrem Essen, daher bemerkte sie Lieutenant Miller erst, als sie um einen Platz bat. Sheila lächelte ihr zu und trank einen Schluck ihrer Sangría. Irgendwie kam es ihr unwirklich vor mit diesen hochrangigen Offizieren am selben Tisch zu sitzen. Doch solange sie sich ihrem Essen widmete, war es in Ordnung, doch was kam, wenn sie ihren Teller gleich geleert hatte? Zwei Bissen noch und ihr Teller war leer. Zufrieden lehnte sie sich zurück und ließ ihre Augen durch den Raum schweifen. Sie saß ungünstig, aber andererseits war mit einem 'Angriff' ja hier nun kaum zu rechnen. "Sind Sie schon länger an Bord?", fragte sie Shyla und Rachel und nahm wieder ihr Glas Sangría in die Hand. "Vielen Dank!" Shyla setzte sich. Den Uniformen nach zu urteilen hatte sie Offiziere der Sicherheit vor sich. "Mein Name ist Dr. Shyla Miller, ich bin die Chefärztin.", stellte sie sich in die Runde vor. Nachdem auch die anderen ihre Namen genannt hatten, begann Shyla, zu essen. Der Nudelauflauf war wirklich lecker! Nachdem sie die ersten Bissen probiert hatte, stellte die Ensign eine Frage. Das Sicherheitspersonal schien sich untereinander also auch noch nicht sehr gut kennen gelernt zu haben. "Ich bin erst seit ein paar Tagen an Bord. Was ich bisher gesehen habe, gefällt mir gut, und verlaufen habe ich mich zum Glück auch noch nicht!" Shakkle legte den Löffel ab, benutzte eine Serviette und stellte seine Tischgenossen vor: "Guten Abend Dr. Miller. Ich bin Lieutenant Commander Shakkle Reszko, der Sicherheitschef. Zu meiner Rechten sitzt Lieutenant Rachel Howard, meine Stellvertreterin und Taktischer Offizier und zu meinen Linken, Ensign Sheila Loraya." "Mich hat es also an einen Tisch voller Sicherheitsleute verschlagen. Na dann kann mir ja nichts passieren!", antwortete Shyla leicht grinsend. Sie gab die Frage von Loraya weiter. "Wie lange sind Sie denn schon an Bord?" Sie sah Lieutnant Howard an, eine sehr hübsche blondhaarige Frau. Sheila nickte der Ärztin freundlich zu, schwieg jedoch, da sie sich nicht angesprochen fühlte. Stattdessen schaute sie sich ein wenig im Casino um. Sie fühlte sich zwischen den drei hochrangigen Offizieren fehl am Platz und sie war höflich genug, zu schweigen, statt unaufgefordert etwas zu äußern. Was könnte sie jetzt auch schon sagen? Sie war ja erst seit heute Morgen an Bord und hatte sich lediglich mit dem Einräumen ihres Quartiers beschäftigt. Dann hatte sie sich ein wenig mit dem Schiff vertraut gemacht und sich anschließend beim Captain vorgestellt. Tja, um im Captain den Mann wiederzuerkennen, den sie gestern erst inhaftiert hatte, war schon ein Schreck gewesen. Lieutenant Howard war ihr sympathisch und Commander Reszko war schwer einzuordnen. Dr. Miller müsste sie morgen nach Dienstschluss sowieso aufsuchen, denn ihre Eingangsuntersuchung hatte sie heute nicht mehr in Angriff genommen. Alles in Allem hatte sie das Gefühl hier nicht hin zu gehören. 'Vielleicht sollte ich gehen, sobald es nicht als Unhöflichkeit ausgelegt werden kann', dachte sie. Ihr Blick fiel auf ein Paar am Nachbartisch. Sie schienen sich blendend zu verstehen. Die Haarfarbe der jungen Dame war interessant und auffällig. Obendrein hatte sie ein sympathisches Gesicht. Den jungen Offizier an ihrer Seite konnte Sheila lediglich von schräg hinten sehen. Er war blond und seine Haltung wirkte aufmerksam. Unwillkürlich stellte Sheila Vermutungen über das Paar an. Waren sie nur bekannt? Waren sie Freunde? Kannten sie sich schon länger? Sheila fragte sich, was sie wohl aus der Körpersprache der beiden erkennen würde. --- Agamemnon, 18:20 Plötzlich wurde der Captain durch ein Piepen aus seinen Gedanken gerissen. "Scheinbar nimmt die Action heute kein Ende.", stellte er, zu seiner Kommunikationsoffiziern gewandt, fest und betrat dann das Cockpit. An Miho's Konsole blinkte eine Meldung, was nur bedeuten konnte, dass jemand versuchte, sie zu rufen. Positiv überrascht ließ sich James in seinen Sessel sinken und übernahm es selbst, die Verbindung zu aktivieren. Das es ein Kommunikationsversuch der Victory war, registrierte er dabei nur am Rande: "Hier spricht Captain Carlyle!" --- Brücke, 18:20 DeChâteau nickte Yates dankend zu. Da die Verbindung noch einige Sekunden brauchte, überlegte der Captain kurz und zählte langsam für sich bis zehn. Ihm gefiel diese Zwischenmission, welche die Föderation ihnen aufgedrückt hatte, immer noch nicht und Timo hoffte daher inständig, dass der Captain der Agamemnon nicht auf krumme Gedanken kam und der Deal so schnell wie möglich abgewickelt wurde. Als der Kommandant der USS Victory bei 'zehn' angelangte, richtete er sich in seinem Sessel etwas auf. Dann setzte er zu seiner Begrüßung an: "Hier spricht Captain Carlyle!" Im ersten Moment erschrocken über seine Stimme und die Worte die seinen Mund verließen, schloss DeChâteau hastig wieder seinen peinlich weit aufstehenden Mund. Er brauchte einen Augenblick um zu begreifen, dass nicht er gerade gesprochen hatte, was im Übrigen auch mehr als absurd war, sondern es sich um den Captain der Agamemnon handelte. "Hier ist Captain Timothé DeChâteau vom Föderations-Raumschiff USS Victory!" Die Stimme des Kommandanten war sachlich und kühl und stand somit im totalen Gegensatz zu dem Anblick, welchen er noch vor wenigen Sekunden geboten hatte. DeChâteau war von dem einen auf den anderen Moment wieder ganz da und reagierte so, wie man es von einem Raumschiff-Kapitän erwartete. Freundlich. "Im Namen der Föderation übermittele ich Ihnen die besten Grüße und freue mich über diese Zusammenarbeit. Mein erster Offizier hat mich bereits darüber..." DeChâteau wurde unterbrochen. Jedoch konnte er im ersten Moment nicht sagen, ob es sich nur um ein Geräusch oder ein Wort seines Gesprächspartners handelte. --- Agamemnon Die Störgeräusche waren ein notwendiges Übel der modifizierten Kommsysteme, vor allem während des Warpfluges. Doch dafür waren die Übertragungen seines Schiffes schwerer zu knacken bzw. anzupeilen. Zumindest, wenn James es wünschte. "Sie sprachen von Zusammenarbeit.", erwiderte er nun: "Wollen sie damit sagen, dass die Föderation einen weiteren Kontrakt anbietet?" --- Brücke "Nun...", setzte DeChâteau an. Er war sich nicht ganz sicher, worauf sein Gesprächspartner hinaus wollte. Wenn er Yates richtig verstanden hatte, war die Lage genau eine Spiegelverkehrte. War es nicht der Captain der Agamemnon der einen weiteren Handel vorschlagen wollte? "Captain Carlyle. Wir sollten erst einmal diesen Handel abschließen, bevor wir uns einem Neuen zuwenden. Finden Sie nicht auch? Und dann bin ich mir sicher, dass Sie uns noch ein weiteren guten Deal anbieten können. Nur,", Timothé räusperte sich kurz, "es ist so, dass die Victory es sehr eilig hat, daher sollten Sie sich wieder direkt mit den zuständigen Behörden der Föderation in Verbindung setzen." Wieder ertönte das undefinierbare Geräusch. --- Agamemnon "Derzeit besteht wenig Interesse, der Föderation weitere Arbeit anzubieten. Und was den Handel angeht, tritt der erst bei Bezahlung in Kraft und sollte jetzt noch nicht weiter diskutiert werden.", erwiderte James, doch bevor er fortfahren konnte, blinkte eine Warnung auf der Sensoranzeige. Mit ein paar schnellen Tastendrücken hatte Carlyle die Ursache identifiziert und zerbiss einen Fluch. Ein Galor-Klasse Raumschiff der Cardassianer näherte sich ihnen und James hatte keinen Zweifel daran, dass der beschädigte Hideki sie gerufen hatte. Mit flinken Fingern schaltete er auf Alarmstufe Rot und aktivierte die Waffen und Schilde seines Schiffes, bevor er die Kommunikationsverbindung auf eine reine Audiovariante schaltete und sich auf dem Hauptschirm die Auswertung der Langstreckensensoren anzeigen ließ. "Wir bekommen Besuch" erklärte er Miho, bevor er sich wieder an Captain DeChâteau wandte: "Ich fürchte ein paar Cardassianer haben den letzten Auftrag für die Föderation übel genommen. Zumindest scheinen sie direkten Kurs auf mein Schiff genommen zu haben. Daher muss ich sie bitten, unser Treffen entweder zu verschieben oder ganz abzusagen, bis wir sie losgeworden sind oder uns zu helfen. Laut Kontrakt ist eigentlich jedes Schiff der Föderation bis zur Erfüllung des Vertrages dazu verpflichtet, die Agamemnon als Teil der Flotte anzusehen und Notrufe sowie Bitten um Unterstützung zu gewähren. Aber ich will sie auch nicht zwingen. Teilen sie uns ihre Entscheidung einfach so schnell wie möglich mit." Damit begann James, auf der Grundlage der Sensordaten und seinen Kampferfahrungen die unmittelbare Umgebung nach einem passenden Ort zu suchen, an dem sie überleben konnten. Die Kommunikationsoffizierin sah sich ebenfalls die Werte der Langstreckensensoren an und konzentrierte sich nun auf ihre Konsole. "Sie sind still, keine Kommunikation mit anderen." Sie stutzte. "Wenn es ein Schiff der Galor-Klasse ist, müssten sie doch auch die Victory auf ihren Sensoren haben, oder?", stellte sie fest. "Das haben sie mit Sicherheit" erwiderte James, während er weiter hochkonzentriert an der taktischen Situation arbeitete: "Allerdings werden sie bei dieser Entfernung kaum in der Lage sein, es zu identifizieren. Und selbst wenn sie es tun, zweifle ich daran, ob sich an ihrem Verhalten etwas verändern würde. Dafür ist die Victory einfach noch zu weit weg." --- Brücke CPO DiNovo hatte die Gamma-Schicht an der OPS. Nachdem er von Ensign Nyberg mitgeteilt bekommen hatte, dass die Beta-Schicht diesmal von einem 'Externen' übernommen wurde, hatte er sich zu Anfang seiner Bereitschaftszeit auf die Brücke begeben, um sich seinen eigenen Eindruck von diesem Lieutenant zu machen. Er hatte sich im Hintergrund gehalten und ihm nur hin und wieder über die Schulter geschaut, um sicherzustellen, dass er nichts falsch machte. DiNovo war jetzt schon 20 Jahre bei der Sternenflotte. Für die neuen Sensoren der Victory war er auch erst vor kurzem geschult worden, aber als jetzt eine kleine rote Anzeige blinken sah, sagten ihm seine 3 Jahre OPS-Erfahrung auch ohne Schulung, dass er jetzt besser übernahm. "Lieutenant, darf ich?", machte er sich bemerkbar. Der Lieutenant schien zu verstehen und überließ ihm den Platz. >> "Ich fürchte ein paar Cardassianer haben den letzten Auftrag für die Föderation übel genommen. Zumindest scheinen sie direkten Kurs auf mein Schiff genommen zu haben. ..." << DiNovos Finger flogen über die Konsole. "Captain, ich bestätige. Ein cardassianischer Zerstörer, Galor-Klasse. Deren Sensoren sind normalerweise schlechter als unsere, heißt, sie haben uns vielleicht schon geortet, aber eventuell noch nicht erkannt." 'Dieses kleine Schiff da draußen musste verdammt gute Sensoren haben, wenn es das Schiff gleichzeitig geortet hatte.', dachte er dabei. Aus Neugier nahm er es genauer unter die Lupe und rief die passiven Sensoraufzeichnungen auf. Auf den Blick des Captains hin schaute James in seine Unterlagen. Er hatte das Gespräch genauestens verfolgt und kam dem Captain sehr nahe, um ihm zuflüstern zu können ohne dass es die anderen hören konnten. "Diese Stelle wurde von Captain Carlyle offenbar vorgeschlagen, vom Kommando aber abgelehnt und aus dem Vertrag gestrichen. Einen Moment bitte..." James Herold hörte die Ausführungen, welche von der OPS kamen. "Dem pflichte ich bei, Sir. Das cardassianische Schiff wird uns noch nicht auf Ihren Sensoren haben." Er räusperte sich "Wir sollten der Agamemnon zu Hilfe eilen, Sie könnten für uns von hohem Wert sein und eine Galor-Klasse wird sich kaum mit uns anlegen und falls doch, wird sie den kürzeren ziehen." Einige Gedankenfalten entstanden auf der Stirn des Captains. "Sie haben Recht, Commander.", flüsterte er zurück, bevor er sich wieder an den Söldner wandte. "Setzen Sie direkten Rendezvous-Kurs zu uns Captain, wir kommen Ihnen mit maximaler Geschwindigkeit entgegen. Victory Ende." Der Kanal wurde geschlossen und James sprang auf. "Gelber Alarm! Conn, berechnen Sie einen Kurs der uns und die FMS Agamemnon zusammenführt, bevor das cardassianische Schiff die Agamemnon erreichen kann und dann maximale Geschwindigkeit." Er sah zum Captain, der ihn etwas fasziniert betrachtete. "Entschuldigen Sie, Captain, aber ich war es die vergangenen Tage gewohnt, die Befehle direkt zu geben.", gab er zurück mit einem Lachen auf den Lippen. --- Agamemnon "Das scheint besser zu laufen, als ich dachte.", stellte der Captain fest und führte eine rasche Kurskorrektur durch, um direkt auf die Victory zuzuhalten. Damit würden sie die Cardassianer zwar nicht los, aber im schlimmsten Fall, sahen sich die Verfolger dann zwei Gegnern gegenüber und würden den Kürzeren ziehen. --- CIS Liato, Brücke, 18:23 Geduldig stand Telmar an einer Wand ganz in der Nähe von Matajas Kommandostuhl. Auf der Brücke war es still. Lediglich das rhythmische Fingertrommeln von Mujata unterbrach die Stille. Es war wirklich wahr. Ein Mann blieb stets seinen Gewohnheiten treu. Diese durchaus nervtötende Angewohnheit hatte der junge Gul schon unter Telmars Kommando gehabt und der ältere Cardassianer hatte es schon damals gehasst. Nun, dies war nicht Telmars Schiff und Telmar beließ es dabei, nichts zu sagen, um Mujata nicht vor seiner Crew zu verunglimpfen. "Wie lang noch?" fragte er. "Weniger als 2 Minuten." antwortete der Steuermann Telmar. Dann meldete sich der taktische Offizier zu Wort. "Gul Mujata, unsere Sensoren haben nun das zweite Signal identifziert. Es ist ein Schiff der Föderation - Insigna-Klasse. Es fliegt auf unsere Zielkoordinaten zu." Mujata schnaubte: "Was? Die Föderation!? Offenkundig treibt man mit uns hier ein doppeltes Spiel. Die Kampfstationen besetzen. Waffen und Schilde vorbereiten." Jetzt hielt es Telmar doch für angebracht, das Wort zu ergreifen: "Mujata, Kühnheit ist nicht immer der Schlüssel zum Erfolg! Die taktische Situation gibt uns einen Nachteil in diesem Fall. In einem direkten Zweikampf sind wir unterlegen." Mujata zuckte mit den Gesichtmuskeln, akzeptierte dann aber die Wahrheit in Telmars Analyse. "Was denken Sie dann, Gul?" "Wir verlagern uns auf unsere Stärken....." --- Casino, 18:20 Die Gruppe saß gemütlich am Tisch und beendete ihr Abendessen, als plötzlich gelber Alarm ausgelöst wurde. Shakkle stand auf und meinte zu seinen Tischgenossen: "Bleiben Sie ruhig sitzen. Ich werde mich nach den Grund erkundigen und gegebenenfalls Sie rufen, Lieutenant Howard." Er nahm sein Geschirr, stellte es in den Recycler und verließ das Casino. Kurze Zeit später saß er bereits in seinem Büro, ging die taktischen Daten, die von der Brücke kamen durch und brachte die Betaschicht auf Trab. Da lediglich gelber Alarm ausgelöst worden war, blieben Rachel und die beiden anderen Frauen vorerst im Casino sitzen und führten ihr Gespräch fort. Lange dauerte es jedoch nicht, bis sich die kleine Gruppe dann doch auflöste und jeder seines Weges ging. Rachel führte er in ihr Quartier, wo sie sich ein Buch schnappte. Weit kam sie jedoch nicht mit Lesen, da sie zwischendurch immer wieder an ihrem Computer die aktuelle Situation verfolgte. Zum Glück funktionierte die Weiterleitung der Daten auch zum Quartier, statt nur zu ihrem Büro. --- Quartier LaPlace, 18:30 Silvy sah von ihrem Computerterminal auf. Sie hatte den Trainingsplan für den Rest der Woche entworfen, dann würde sie weiter sehen, je nachdem, wie sich die Leistungen des Teams entwickelten. Ihr Blick fiel auf das Foto, das auf ihrem kleinen Schreibtisch stand. Es zeigte ihren drei Jahre alten Sohn Maurice, der mit seinen strahlend blauen Augen und seinem süßen Lächeln in die Kamera grinste. Silvy seufzte. Sie vermisste ihn ganz schön! Maurice lebte bei seinem Vater in Frankreich, mit diesem war Silvy jedoch nicht verheiratet. Ihr Sohn war das Ergebnis einer kurzen Beziehung, die sie auf der Akademie mit Pierre gehabt hatte. Deshalb hatte sie auch die Akademie abgebrochen und hatte nun den Rang eines PO1 inne. Dies alles hatte jedoch ihrer Liebe zu ihrem Sohn nicht geschadet, sie beiden freuten sich immer sehr, wenn sie sich sahen, was leider nicht allzu oft vorkam. Doch Silvy wusste, dass er bei Pierre gut aufgehoben war, was sie sehr beruhigte. Sie stand vom Schreibtisch auf. Morgen Nachmittag würde sie versuchen, eine Verbindung zu ihrem Sohn herzustellen. Er würde sich sicherlich freuen! Nun war es aber erst einmal Zeit für eine ausgiebige Dusche! --- Technisches Labor, 18:52 Das Labor war fertig eingerichtet und alles wie auf dem alten Schiff. Duncan hatte einige Baugruppen vor sich auf dem Tisch ausgebreitet und war dabei, eines der Module, die noch nicht fertig geworden waren zu vervollständigen. Mit den Manipulationswerkzeugen setzte er die mikroskopisch kleinen Komponenten zusammen und überzog sie nach mehrmaligen Funktionstests mit mehreren Schutzschichten. --- Technisches Labor, 19:12 Duncan hatte das Modul fertig gestellt und in den Anzug eingesetzt. Zufrieden führte er einen Gesamtcheck durch und beschloss, es für heute gut sein zu lassen. Er schaltete alles aus und verließ das Labor. Dann sicherte er es und machte sich auf den Weg zum Casino, um etwas zu essen. --- HMR, 19:16 Als Duncan im Hauptmaschinenraum vorbei kam schien dort alles in Ordnung, sodass er nicht anhielt und sondern weiter ging. --- Casino, 19:24 Langsam betrat Duncan das Casino und blickte sich um. Er war zum ersten mal hier und wollte sich zuerst einen Überblick verschaffen. --- Quartier Haris, 21:00 Der Abspann lief gerade über das Display. "Und wie fandest Du ihn?", fragte Anna Lexi und war gespannt auf die Antwort. Währenddessen inspizierte sie die Reste auf dem Tisch, die Flasche war so gut wie leer und ein Stückchen war noch übrig auf dem Tablett. Bajoranisch, wenn sie sich recht erinnerte. Lexi saß oder viel mehr, lag halb entspannt auf dem Sofa und sah zu Anna rüber. Inzwischen hatte sich der Alkohol auch bei ihr breit gemacht. "War gut, es haben zwar ein paar Details aus dem Buch gefehlt, aber dennoch war es plausibel." "Das freut mich.", Anna grinste, sie fühlte sich schon etwas beschwippst, deswegen fiel das Grinsen etwas breiter aus. Sie nahm das Tablett vom Tisch. "Na, wer kriegt das letzte? Hast Du überhaupt schon eins von denen gehabt?" Lexi stellte ihr Glas auf dem Tablett ab und räkelte sich kurz. "Nein, ich glaube noch nicht." "Okay, dann kriegst Du es. Soweit ich weiß bajoranisch und einfach himmlisch." Sie nahm es mit den Fingern vom Tablett. "Deswegen, Augen zu und genießen." Sie hielt es verführerisch nahe vor Lexis Mund. Lexi lächelte und schloss wie befohlen die Augen und öffnete ihren Mund, ohne zu merken, dass sie gerade etwas 'unvernünftig' wurde. Lexi mit geschlossenen Augen und offenem Mund, das sah ganz süß aus, dachte Anna. Aus einer plötzlichen Laune, hinterher konnte sie sich nicht mehr so genau erklären, warum, nahm sie ihre Hand mit dem Häppchen zur Seite und berührte Lexi mit der anderen sanft am Kinn und schob vorsichtig ihren Unterkiefer etwas nach oben. Dann gab sie ihr einen zärtlichen kleinen Kuss auf die leicht geöffneten Lippen. Was war das? Lexi war überrascht. Für einen Moment erwiderte sie den Kuss nicht, bevor sie dann jedoch darauf einging, bis sie sich wieder besann. Nein, sie wollte Anna nicht ausnutzen. Anna spürte, dass Lexi irgendwie unentschlossen war. 'Dumme Idee.', schoss ihr dabei durch den Kopf. Als Lexi sich wieder von ihr gelöst hatte, war Anna knallrot angelaufen. "Tut mir leid.", stammelte sie und wich Lexis Blick aus. "Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht... ich geh jetzt vielleicht besser lieber." Sie machte Anstalten aufzustehen. Lexi sah Anna an. "Äh... nein. Nein, ich...", Lexi begann zu stottern. "Ich will dich nicht ausnutzen, deshalb bin ich mir unsicher. Ich hab dir von meinen Vorzügen erzählt, aber über dich weiß ich nichts und einfach so eine neben mir sitzende, verführerisch dreinblickende, aber leicht alkoholisierte Anna möchte ich nicht überrumpeln, dass es ihr am nächsten Morgen leid tut." Anna blickte etwas schief auf zu Lexi und blieb dann doch auf dem Sofa sitzen. "Ich gebe zu, etwas überrascht bin ich selbst von mir." In einer unschuldigen Geste zuckte sie mit den Schultern. "Aber ich hatte den Gedanken schon länger mit mir getragen, ich brauchte wohl nur noch einen kleinen Anstoss." Sie lächelte. "Du bist das, was ich schon lange gesucht und nicht gefunden habe. Eine Freundin, eine Vertraute, jemand, der meine Gefühle nicht verletzt... und außerdem sahst Du einfach unheimlich süß aus." Die Verlegenheitsröte schoss der Ärztin in die Wangen und auf ihren Lippen zeigte sich ein sanftes Lächeln. "Und weil ich deine Gefühle nicht verletzten will, bin ich im Moment etwas unsicher, wenn du mir sagst, du bereust es nicht, auch wenn dein Alkoholspiegel wieder gesunken ist..." "Du bist doch Ärztin, hast Du nicht irgendwas, das den Alkohol neutralisiert? Dann kann ich Dir auch nüchtern versichern, dass ich es nicht bereue.", antwortete Anna zwinkernd. "Du willst das jetzt wirklich, das ich hingehe und dir was injiziere oder dir zum injizieren gebe, dass du wieder nüchtern wirst?", fragte Lexi mit einem leichten Schmunzeln. "Ähm... nein, eigentlich nicht. Aber wenn ich dich nicht anders überzeugen kann?", antwortete Anna. "Ich will einfach nur, dass du mir sagst, dass du es nicht bereust", meinte Lexi und griff nach Annas Hand. Anna legte den Bissen, den sie noch in der Hand hatte und der der Auslöser für das ganze war, wieder auf das Tablett und nahm dann Lexis Hand in ihre beiden Hände. Sie sah ihr tief in die Augen. "Ich bereue es nicht." Lexi blickte für einen Moment schweigend in Annas Augen. Sie erkannte darin die Ehrlichkeit, ebenso wie deren Entschlossenheit. "Dann bestimme du einfach das für dich benötigte Tempo." "Nein, wenn, dann will ich, dass es gleichberechtigt abläuft. Wenn Du mir zu schnell bist, mach ich meinen Mund auf.", antwortete Anna und drückte Lexis Hand zur Bestätigung. "Es sei denn, Du gibst mir gerade einen Kuss, dann hat mein Mund besseres zu tun." Sie grinste und zwinkerte Lexi zu. "Ich werde das Tempo eh nicht immer so halten, wie du es vielleicht gerne hättest", meinte Lexi mit einem entschuldigen Lächeln. "Ich kenne mich." "Dann probieren wir es doch einfach aus.", schlug Anna vor und gab Lexi einen weiteren kleinen Kuss auf die Lippen. Die Arme der Ärztin fanden sanft ihren Weg auf den Rücken der jungen OPS-Offizerin, während sie den Kuss sanft erwiderte. Anna rutsche etwas näher an Lexi und schlang ihrerseits ihre Arme um Lexis Taille und Nacken, wo sie ihre Hand ihn Lexis Locken vergrub. Lexis Initiative ließ sie forscher werden und plötzlich waren sie in eine wilde Knutscherei verwickelt. Lexi hielt für die ersten Minuten ihre Hände ruhig auf Annas Rücken, begann dann schließlich mit deren Haaren leicht zu spielen, bevor sie genießend mit ihren Fingerspitzen über den Rücken der schwarzhaarigen Schönheit in ihren Armen fahren ließ. Ein kurzes Kichern entwich Anna zwischen den Küssen, Lexis Berührungen kitzelten etwas auf ihrem Rücken, aber es war ein angenehmes Gefühl, dass ihr ein Kribbeln in den Nacken jagte. Sie spiegelte Lexis Bewegungen und begann ebenfalls, ihre Finger über Lexis Rücken zu streichen. Mal sehen, ob sie auch so schnell kitzlig war. Die Augenlider fielen langsam wieder zu und die Lippen der Ärzten kräuselten sich leicht unter den Küssen der anderen Frau, als diese begann mit ihren Fingern über den Rücken Lexis zu streifen. Ein wohliges Brummeln ging von der Ärztin aus. Lexi schien es zu mögen, also machte sie weiter und ließ die Finger einer Hand langsam an Lexis Wirbelsäule nach oben gleiten, bis hinauf in ihre rotglänzenden Locken. Sie fing an, Lexi im Nacken zu kraulen, die andere Hand lag an Lexis Taille und so zog sie die Ärztin noch etwas näher an sich heran. 'Halt dich etwas zurück.', schoss es durch Lexis Gedanken und sie versuchte sich wieder mehr auf die Reaktionen Annas zu konzentrieren, während sie die Zärtlichkeiten, die Anna ihr schenkte förmlich aufsog. So sanft war sie lange nicht mehr berührt worden. Anna drückte Lexi an sich. Ihre Hand wanderte von Lexis Nacken auf ihre Schultern. Sie machte weiter, wo sie vorhin aufgehört hatte, und knetete Lexis Muskeln. Anna fühlte sich schon ganz außer Atem vor Küssen, Kichern und gelegentlichem Brummen, aber wollte nicht aufhören, sondern wurde eher noch stürmischer. Erst jetzt merkte sie, auf was sie schon viel zu lange verzichtet hatte. Lexi ließ die Küsse für einen Moment ausklingen, aber nicht die Streicheleinheiten. Sie lächelte Anna mit einem verklärten Blick an. Anna lächelte zurück. "Du siehst so glücklich aus...", bemerkte sie. "Du auch", erwiderte Lexi und strich Anna sanft über ihr Gesicht. "Dann haben sich ja die richtigen gefunden.", scherzte Anna, während sie Lexi eine widerspenstige Locke aus dem Gesicht strich. "Eigentlich fast schade, dass ich dich jetzt nicht mehr jeden zweiten Morgen sehe." "Es gibt andere Orte, an denen wir uns treffen können, die viel passender sind.", säuselte Lexi. "Als die blöde Krankenstation", sie verzog kurz ihre Nase und schmunzelte Anna an. "Wegen mir, kannst du mich jeden Morgen sehen." "Ich seh' schon, du legst ganz schön Tempo vor...", sie grinste zweideutig. Lexis Aussage hörte sich ganz so an, als hätte sie den Zusatz vergessen: '... wenn du morgens neben mir aufwachst.' Mit einem unschuldigen Blick sah Lexi Anna an. "So fix bin ich auch nicht, aber ich hätte nichts gegen ein morgendliches Frühstück mit dir." Sie machte eine Pause. "Oder mit der Zeit mehr." Annas Grinsen verlor sich wieder zu einem Lächeln. "Dann freue ich mich schon auf morgen früh." Dann seufzte sie für einen Moment und umarmte Lexi fest. "Ach Lexi... Ich weiß nicht, ob mir gerade die Pferde durchgegehen und warum, ich weiß nur, dass ich mich in den letzten Jahren nie besser gefühlt habe." "Ich freu mich auch auf morgen früh und ich freu mich, wenn es dir gut geht.", meinte Lexi mit einem Lächeln und hauchte Anna einen Kuss auf ihre Lippen. Bei Lexis Kuss schloss Anna genießerisch die Augen und musste sich zurückhalten, um Lexis Kuss nicht mit einem ganzen Regen von Küssen zu beantworten. "Wo wir gerade von morgen reden...", begann sie und ihr Blick schweifte ab zur Uhr. "So leid es mir tut, ich glaube, ich muss bald in mein Quartier umziehen, es ist schon spät und meine Bereitschaft fängt um 6 an." Sie legte ihren Kopf schräg und sah Lexi bedauernd an. Lexi strich Anna sanft über die Wange. Sie war versucht ihr anzubieten, die Nacht in ihrem Quartier zu verbringen, aber war das nicht vielleicht zu früh? "Dann um halb 6 Frühstück?" "Halb 6 ist okay. Bei mir oder bei Dir?", fragte Anna etwas vorwitzig. Währenddessen erhob sie sich langsam und zog Lexi mit sich. Einen Arm hatte sie immer noch um Lexis Taille gelegt. "Du würdest mich am liebsten nicht loslassen? Stimmt's?" fragte Lexi mit einem Lächeln. "Ja.", Anna grinste. "Wer weiß, was passiert, wenn ich Dich loslasse... vielleicht entwischst du mir ja wieder, wie ein Traum, der irgendwann zu Ende geht." Lexi lächelte und drückte Anna an ihre Seite. "Was möchtest DU in der Zeit bis halb 6 morgen früh?" "Gestern hätte ich noch gesagt, schlafen. Heute bin ich mir nicht mehr so sicher... Aber vielleicht ist es besser, wenn ich heute nacht in meinem Quartier bin, ich bin noch ziemlich verwirrt.", sie lächelte. "Und wenn ich einsam bin, uns trennen ja nur ein paar Decks, das schaffe ich vielleicht sogar unbemerkt im Pyjama und mit Kuscheldecke." Sie lachte. Lexi schmunzelte. "Du kannst auch mit Kuscheldecke und Pyjama hier in meinem Quartier dir ein Plätzchen suchen. Aber ich bin für dich da, wenn was ist." "Ja, ich weiß und das ist schön." Sie drückte Lexi an sich und gab ihr einen langen Gute-Nacht-Kuss. "Ich weiß, dass es mir leid tut, sobald ich auf dem Korridor stehe... Aber ich wünsche Dir eine gute Nacht und süße Träume." Lexi erwiderte den Kuss ausgiebig und hielt Anna noch für einen Moment in ihren Armen. "Das wünsche ich dir auch." Sie lächelte sanft und hauchte Anna noch ein letztes Mal einen Kuss auf die Lippen, bevor sie ihre Hände langsam vom Körper der anderen Frau löste. Anna hauchte Lexi noch einen letzten Kuss auf die Stirn. "Also dann, schlaf gut." Sie ging langsam zur Tür und blickte über ihre Schulter zu Lexi. Lexi lächelte Anna zu, drehte sich dann um und griff die Decke, welche auf der Sofalehne zusammengefaltet lag und ging auf Anna zu, die schon halb zur Tür raus war. "Vielleicht macht dir das das Einschlafen leichter." Dann ließ sie sie schweren Herzens ziehen. Anna nahm die Decke und drückte sie an sich und sog Luft ein. "Riecht nach Dir.", bemerkte sie lächelnd. Sie ergriff noch einmal kurz Lexis Hand. "Also dann, bis morgen früh.", verabschiedete sie sich und ging langsam rückwärts nach draußen, bis sie Lexis Hand loslassen musste, als sich die Tür schloss und ihr den Blick auf Lexi versperrte. Dann machte sie sich schnell auf in ihr Quartier, bevor sie es sich anders überlegen konnte. (c) Spielergemeinschaft des PbEM-RPGs USS Victory http://www.uss-victory.de